Inhaltsverzeichnis

PocketBook InkPad One: 10,3-Zoll-eReader mit Stift und Linux statt Android

Geschätzte Lesezeit: 4:32 min.

Schon im Februar 2026 hat PocketBook mit dem InkPad One einen großen eReader mit Stift vorgestellt. Anders als beim InkPad X Pro und beim InkPad Eo 1 und 2 setzt PocketBook hier nicht auf Android, sondern auf das Linux-System, das man von den PocketBook-eReadern kennt – ergänzt um eine Notiz-App und einen aktiven Stift, der im Lieferumfang enthalten ist.

Seit dem Marktstart hat sich einiges getan: Inzwischen wurde das InkPad One mit einem Red Dot Award für sein Design ausgezeichnet, und im Sommer hat PocketBook per Firmware-Update eine KI-gestützte Handschrifterkennung nachgereicht. Zum 1. August ist allerdings auch der Preis gestiegen. Was das InkPad One kann und was sich seit dem Start geändert hat, fasse ich nachfolgend zusammen.

Großes Mobius-Display, sehr dünnes Gehäuse

PocketBook InkPad One schräg liegend mit handschriftlichen Anmerkungen auf dem Display

Das InkPad One setzt auf ein 10,3 Zoll großes E-Ink-Mobius-Display

Das 10,3 Zoll große Schwarz-Weiß-Display des InkPad One basiert auf E Ink Mobius, also auf einem flexiblen Kunststoffträger, der robuster ist als die üblichen glasbasierten Displays und das Gerät leichter macht. Die Auflösung liegt bei 1872 × 1404 Pixeln, was 226 ppi entspricht. Das adaptive SMARTlight-Frontlicht passt sich wie gewohnt per Zeitschaltung automatisch an die Tageszeit an und abends lässt sich die Farbtemperatur ins Warme verschieben.

Beim Design setzt PocketBook auf ein hochwertig anmutendes Aluminiumgehäuse mit bündig eingelassenem Display. Mit rund 5 Millimetern ist das Gerät sehr dünn, bringt aber 400 Gramm auf die Waage.

Rutschfeste Gummifüße auf der Rückseite und ein leicht verbreiterter unterer Rand sollen für sicheren Halt sorgen. Auf die bei PocketBook sonst üblichen Tasten unter dem Display verzichtet der Hersteller – bedient wird das InkPad One per Touch und Stift. Einen Wasserschutz gibt es nicht.

Stylus 2 und neue Notizfunktionen

PocketBook InkPad One mit handschriftlichen Anmerkungen und Stylus 2

Mit dem Stylus 2 lassen sich Texte direkt kommentieren

Im Lieferumfang liegt der PocketBook Stylus 2, ein aktiver Stift mit eingebautem Akku. Er wird per USB-C geladen, ist laut PocketBook in knapp einer Stunde voll und soll dann bis zu 80 Stunden Schreibzeit schaffen. Mit dem Stift lassen sich E-Books direkt kommentieren, Textstellen markieren oder Notizen in der Notiz-App festhalten.

Mit der Firmware 6.11 hat PocketBook im Sommer weitere Funktionen nachgereicht. Eine KI-gestützte Handschrifterkennung mit 72 Sprachpaketen wandelt handschriftliche Notizen in bearbeitbaren Text um. Mit der KI-Auswahl lassen sich handschriftliche Passagen einkreisen und gezielt erkennen, und „Magic Shapes“ macht aus freihändig gezeichneten Kreisen, Rechtecken oder Pfeilen saubere geometrische Formen.

Außerdem lassen sich Notizen direkt vom Gerät per E-Mail verschicken, wahlweise im Text der Mail oder als Anhang im PDF- oder TXT-Format. 

Linux statt Android

Im Inneren arbeitet ein Rockchip-RK3566-Prozessor mit vier Kernen und 1,8 GHz, dazu kommen 2 GB RAM und 32 GB Speicher, der sich nicht erweitern lässt. Dualband-WLAN, Bluetooth 5.0 und USB-C sind an Bord, der Akku fasst 3.700 mAh. 

Als Betriebssystem kommt wie bereits erwähnt das von den PocketBook-eReadern bekannte Linux-System zum Einsatz. Apps aus Google Play gibt es damit nicht, dafür eine aufgeräumte, gut lesbare, aufs Lesen ausgerichtete Oberfläche ohne Bindung an einen bestimmten Shop.

Das InkPad One unterstützt 25 Dateiformate ohne Konvertierung, darunter EPUB, PDF, AZW und die Comic-Formate CBR und CBZ, außerdem Adobe DRM und LCP DRM Kopierschutz. E-Books lassen sich über die Onleihe oder Libby ausleihen und per PocketBook Cloud, Dropbox oder Send-to-PocketBook aufs Gerät bringen. Hörbücher und die Vorlesefunktion gibt das InkPad One über Bluetooth-Kopfhörer und -Lautsprecher oder per USB-C-Adapter aus, einen eingebauten Lautsprecher gibt es nicht.

Es ist zwar nicht der offizielle Vorgänger, am ehesten lässt sich das InkPad One aber mit dem InkPad X Pro vergleichen. Auch dort gab es ein 10,3 Zoll großes Mobius-Display mit 1872 × 1404 Pixeln, allerdings kombiniert mit einem Wacom-Stift und Android 8.1. Gegenüber dem X Pro ist das InkPad One mit rund 5 statt 7,7 Millimetern dünner, mit 400 statt 350 Gramm aber auch schwerer. Verarbeitung und Haptik sind beim neuen InkPad One aber auf einem völlig anderen Level als beim geistigen Vorgänger und wesentlich besser.

Preis und Verfügbarkeit

Das InkPad One ist seit Februar erhältlich, der Stylus 2 liegt bei. Zum Marktstart lag die unverbindliche Preisempfehlung bei 299 Euro. Zum 1. August hat PocketBook den Preis nach eigenen Angaben aufgrund gestiegener Produktionskosten auf 329 Euro angehoben. Eine magnetische Hülle kostet 35 Euro, ein zusätzlicher Stylus 2 59 Euro.

Einschätzung

Das InkPad One ist ein großer eReader, mit dem man auch schreiben kann – kein fokussiertes Schreib-Tablet. Für alle, die das übersichtliche PocketBook-System schätzen und vor allem lesen, Texte kommentieren und gelegentlich Notizen machen möchten, ist das ein schlüssiges Konzept. Mit dem Firmware-Update hat PocketBook zudem eine Funktion nachgereicht, die viele bei einem Gerät mit Stift erwarten: die Umwandlung von Handschrift in Text.

Die Ausstattung ist im dichten Marktumfeld allerdings verhältnismäßig überschaubar. Die 226 ppi fallen im Vergleich zu den 300 ppi vieler anderer 10,3-Zöller niedriger aus, von PocketBook sonst gewohnte Features wie Blättertasten und Wasserschutz fehlen, und der Speicher lässt sich ebenfalls nicht erweitern. Dass PocketBook den Preis um 30 Euro angehoben hat, ist ebenfalls kein Vorteil.

Große Pluspunkte sind wiederum das flexible und deutlich weniger bruchempfindliche E-Ink-Mobius-Display und die ausgezeichnete Verarbeitungsqualität und Haptik. Wer Farbe und freie App-Auswahl möchte, findet bei PocketBook mit dem InkPad Eo 2 für 439 Euro die Android-Alternative.

Mit unserem exklusiven Gutscheincode „allesebook“ kannst du beim Kauf des InkPad One 10% auf den Kaufpreis sparen – 296,10 Euro statt 329 Euro.

Mehr zum Thema

Noch bevor Kindle und Tolino in Deutschland an den Start gegangen sind, hat Chalid seinen ersten eBook Reader im Jahr 2007, aus Begeisterung an der Technik, aus den USA importiert. Als Mitbegründer und Chef-Redakteur hat er seit der Gründung von ALLESebook.de, im Jahr 2010, inzwischen über 100 eReader zahlreicher Hersteller getestet. Mehr erfahren
10% Rabatt auf PocketBook eReader mit dem Gutscheincode allesebookAnzeige