XTEINK X4
Extrem leichter Taschenreader mit Tastenbedienung, auf dem auch alternative Firmware läuft
Auf einen Blick
Der XTEINK X4 macht aus wenig Hardware einen richtig angenehmen Reader für unterwegs. Das kleine, dünne Gehäuse trägt man neben dem Smartphone fast unbemerkt mit sich, und trotzdem fühlt es sich stabil an. Vor allem mit der alternativen Firmware CrossPoint Reader ist er ein reizvoller Zweitreader für eigene eBooks.
Allerdings muss man sich erst einarbeiten. Statt eines Touchscreens gibt es unbeschriftete Tasten, und die Originalsoftware hatte im Test im Januar 2026 deutliche Schwächen bei EPUB-Dateien und Schriftbild. Auch eine Beleuchtung fehlt. Der ursprüngliche X4 passt deshalb vor allem zu Lesern, die ein ungewöhnlich leichtes Gerät suchen und keine Scheu haben, sich mit der Software zu beschäftigen. Wer einfach auspacken und bequem lesen möchte, muss Abstriche machen.
Vorteile
- Sehr kleines und leichtes Gehäuse
- Stabile Verarbeitung trotz geringer Dicke
- Angenehme einhändige Handhabung
- Magnetische Befestigungsmöglichkeit
- Austauschbare microSD-Karte
- Alternative Firmware CrossPoint Reader
- Nicht an einen einzelnen Buchladen gebunden
Nachteile
- Keine eingebaute Beleuchtung
- Unbeschriftete Tasten, an die man sich erst gewöhnen muss
- Laute Fronttasten
- Zusätzlicher Einrichtungsaufwand für die alternative Firmware
- Kleine Textfläche bei großer Schrift
Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?
Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.
- Romane und Sachbücher220 ppi, für die meisten scharf genug Gut
- Lesen im Bett und bei NachtKeine Beleuchtung Eingeschränkt
- Einhändig umblätternPhysische Blättertasten Ideal
- PDFs und FachliteraturNur 4,3 Zoll, PDFs brauchen Zoom Eingeschränkt
XTEINK X4 im Überblick
Klein genug für die Hosentasche
Den Reiz des XTEINK X4 versteht man eher beim Ausprobieren als beim Lesen einer Funktionsliste. Mit 74 Gramm und einem nur 5,9 Millimeter dünnen Gehäuse verschwindet er fast in der Hand. Auch wenn man ihn zusätzlich zum Smartphone einsteckt, merkt man ihn kaum. Für kurze Lesepausen unterwegs ist das sehr angenehm. Obwohl das Gehäuse so dünn ist, fühlt es sich stabil an, nichts wirkt klapprig.

Auf den 4,3 Zoll großen Bildschirm passt aber nicht viel Text. Wer große Schrift bevorzugt, muss häufiger blättern. Das ist der Preis für das kleine Format und sollte vor dem Kauf klar sein. Eine Beleuchtung gibt es nicht, der X4 braucht also genug Umgebungslicht. Im dunklen Schlafzimmer liest man darauf nur mit einer zusätzlichen Lampe.
Auf der Rückseite sitzt ein Magnetring. Damit lässt sich der X4 beispielsweise an einem passenden Smartphone oder an einer magnetischen Halterung befestigen. Das klappt allerdings nicht mit jedem Telefon: Besonders große Kamerabuckel können verhindern, dass der Reader ordentlich aufliegt. In dem Fall bringt eine Hülle mit Magnetring, die den Kamerabuckel ausgleicht, mehr als MagSafe allein.
Tasten statt Touchscreen
Einen Touchscreen gibt es nicht. Gesteuert wird über eine seitliche Wippe sowie zwei weitere Wippen unterhalb des Displays. Die linke Frontwippe übernimmt Zurück und Bestätigen, die rechte dient zur Navigation. Weil die Tasten nicht beschriftet sind, braucht man anfangs etwas Eingewöhnung. Hat man die Belegung einmal verinnerlicht, kommt man gut zurecht. Die Fronttasten waren mir in ruhiger Umgebung allerdings zu laut. Die seitlichen Tasten klicken leiser und sind beim Lesen deshalb angenehmer.

Die microSD-Karte bekommt man nur umständlich heraus, weil sie tief im Gehäuse sitzt. Ohne längere Fingernägel braucht man dafür ein kleines Werkzeug. Die eigenen Bücher kommen auf die Speicherkarte; je nach Lieferumfang liegt eine Karte mit 16 oder 32 GB bei. Als Buchformate liest der X4 EPUB und TXT-Dateien in UTF-8. Geladen wird der ursprüngliche X4 über USB-C.
Die Software entscheidet mit
Die größte Hürde für den Einstieg war im Test vom Januar 2026 die Originalsoftware. EPUB-Dateien mussten vor dem Öffnen indexiert werden, und einzelne Bücher funktionierten nicht richtig, obwohl sie auf anderen Readern problemlos liefen. Solche Bücher ließen sich mitunter erst nach einem Umweg über Calibre lesen. Auch eigene Schriften mussten vorher konvertiert werden, was nicht mit jeder Schrift gleich gut klappte.
Mit der alternativen Firmware CrossPoint Reader machte mir der X4 deutlich mehr Spaß. Die Navigation war angenehmer, EPUB-Formatierungen wurden besser umgesetzt, und die Schrift bekam eine Kantenglättung. Gerade bei den 220 ppi des Displays war das wichtig: Ohne geglättete Kanten wirkte die Schrift der damaligen Originalsoftware aus der Nähe gröber. An der Pixeldichte konnte CrossPoint natürlich nichts ändern, holte aus derselben Hardware aber ein schöneres Schriftbild heraus.

Die alternative Firmware ließ sich bequem über eine Weboberfläche installieren. Trotzdem ist das ein zusätzlicher Schritt, mit dem man sich beschäftigen muss. Wer seinen Reader nur einschalten und sofort lesen möchte, sollte das nicht unterschätzen. Andererseits gefällt mir, wie unabhängig der X4 ist: Er ist an keinen einzelnen Buchladen gebunden, und man kann sogar die Gerätesoftware austauschen. Für Leser, die gern ein wenig ausprobieren, macht das einen großen Teil seines Reizes aus.
Der Akku fasst 650 mAh. Im damaligen Test schienen damit etwa 25 bis 30 Lesestunden realistisch. Für einen Reader, den man unterwegs zwischendurch herausholt, ist das ordentlich. Wie oft man nachladen muss, hängt auch von Funkverbindungen, Firmware und Standby-Verbrauch ab.
Insgesamt ist der ursprüngliche X4 vor allem als außergewöhnlich leichter, kompakter Reader gelungen. Man muss aber bereit sein, sich etwas einzuarbeiten. Mit CrossPoint lief er wesentlich runder als mit der damals getesteten Originalsoftware. Wer dagegen eine möglichst einfache Bedienung, viel Text pro Seite und eingebautes Licht erwartet, ist mit dem X4 nicht gut bedient. Außerdem sollte man die Modellbezeichnung genau prüfen: Der spätere X4 Classic, auch X4 V2 genannt, ist ein eigenes Gerät.
XTEINK X4 im Video
Testbericht
Von Chalid · Aktualisiert am
Mein erster eReader war vor fast 20 Jahren ein Sony PRS-505. Er konnte im Grunde nur eines, nämlich Bücher anzeigen, und genau das war damals sein Reiz. Viele aktuelle E-Ink-Geräte gehen den umgekehrten Weg: Notizen, Apps, Multitasking, Farbe, am liebsten alles auf einmal. Diese Freiheit schätze ich auch. Manchmal möchte ich aber gar kein Gerät, das alles kann, sondern etwas Kleines, Leichtes und Bezahlbares, das sich aufs Lesen konzentriert. Genau da setzt der XTEINK X4 an, und er hat mir deutlich mehr Spaß gemacht, als ich erwartet hatte. Vor allem mit der alternativen Firmware CrossPoint Reader hat er mich richtig gepackt.
Zum Zeitpunkt meines Tests kostete der X4 70 US-Dollar, Versand nicht eingerechnet. Ein Schnäppchen ist das nicht, aber weit günstiger als die vielseitigen Taschengeräte von BOOX, Viwoods oder Bigme, die damals bei rund 230 US-Dollar anfingen und bis zu 430 US-Dollar kosteten.
Klein genug, um ihn zu vergessen
Und der X4 ist nicht nur günstiger: Mit seinem 4,3-Zoll-Display, 74 Gramm und 5,9 Millimetern Dicke ist er auch noch einmal deutlich handlicher als diese Geräte. Der Unterschied ist so groß, dass ich ihn in der Hosentasche tatsächlich kaum bemerke. Deshalb stört er auch nicht, wenn ich ihn zusätzlich zum Smartphone dabeihabe. Im Gegenteil: Sein Erfinder hatte ihn eigentlich für die Rückseite eines iPhone Pro Max gedacht, magnetisch per MagSafe befestigt.

Dafür steckt im Gehäuse ein Magnetring, mit dem der X4 auch an anderen Geräten und Flächen hält. XTEINK verkauft zusätzlich Magnetringe zum Aufkleben, die man als Halterung verwenden kann. Bei anderen Smartphones ist eine Hülle mit eingebautem MagSafe-Ring die beste Lösung, idealerweise eine, die den Kamerabuckel etwas ausgleicht. Denn genau dieser Buckel ist bei vielen aktuellen Modellen das größte Hindernis, wenn der X4 hinten am Telefon halten soll.
Wippen statt Touchscreen
Die übrige Hardware ist aufgeräumt und praktisch. An der Seite sitzen ein Einschaltknopf und eine Wipptaste für die Navigation, denn wie bei meinem alten Sony PRS-505 gibt es keinen Touchscreen. Darunter liegt ein versenkter Reset-Knopf, der das Gerät sofort neu startet. Weil der X4 etwas experimentell ist und man auch eine andere Firmware aufspielen kann, kommt das gelegen.
Etwas nervig ist der microSD-Kartenslot. Die Karte sitzt so tief im Gehäuse, dass man sie kaum zu fassen bekommt. Wer längere Fingernägel hat als ich, kommt damit zurecht, alle anderen greifen besser zu einem kleinen Werkzeug.
Die beiden Wipptasten unter dem Display sind anfangs etwas verwirrend, weil sie nicht beschriftet sind. Sobald man sie benutzt, kommt man aber schnell zurecht: Die linke übernimmt Zurück und OK, die rechte navigiert, genau wie die seitliche Wippe. Die Fronttasten klicken allerdings sehr deutlich. Mir waren sie vor allem in ruhiger Umgebung etwas zu laut. Die seitlichen Tasten sind leiser, deshalb habe ich meistens mit ihnen geblättert.

An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. So dünn und leicht der X4 auch ist, er fühlt sich in der Hand stabil an und lässt sich sehr angenehm benutzen. So federleicht auf der Handfläche zu lesen, ist etwas Besonderes und unterscheidet ihn von einem typischen eReader.
Die Originalsoftware verlangt Geduld
Weniger ausgereift war im Test im Januar 2026 die Software. Wer bereit ist, sich ein wenig einzuarbeiten, kommt mit ihr gut zurecht. So unkompliziert wie ein Kindle direkt nach dem Auspacken ist der X4 aber nicht. Ein Gerät ohne Touchscreen ist schlicht weniger intuitiv, aber auch manche Eigenheit der Software trägt dazu bei.
EPUB-Dateien werden zum Beispiel vor dem Öffnen erst indexiert, und ich hatte Bücher, die nicht richtig funktionierten, obwohl dieselben Dateien auf anderen Geräten problemlos liefen. In solchen Fällen muss man die Datei unter Umständen erst mit Calibre oder auf anderem Weg umwandeln, damit es klappt.
Auch bei der Textgestaltung sind die Möglichkeiten begrenzt. Wer neben den beiden vorinstallierten Systemschriften eigene Fonts verwenden möchte, muss die Schriftdateien zuerst konvertieren. Das hat bei mir je nach Schrift mal geklappt und mal nicht.
Wer gern tüftelt, wird sich an nichts davon stören. Wer dagegen ein Gerät möchte, das ohne jeden Aufwand perfekt funktioniert, ist woanders wahrscheinlich glücklicher.
CrossPoint Reader macht den Unterschied
Es gibt allerdings eine von der Community entwickelte Firmware namens CrossPoint Reader, und die nutze ich auf meinem X4. Mit ihr bedient sich der X4 in meinen Augen viel angenehmer: Die Navigation ist einfacher, EPUB-Formatierungen werden deutlich besser umgesetzt, und die Schrift wird mit Kantenglättung dargestellt.
Gerade Letzteres macht viel aus. So sehr mir Format und Handlichkeit gefallen, das Schriftbild der Originalsoftware ist bei lateinischen Buchstaben nicht besonders schön. Die fehlende Kantenglättung fällt auf dem 220-ppi-Display ziemlich deutlich auf, je nachdem, wie nah man das Gerät vors Gesicht hält. Mit CrossPoint Reader ist das kein Thema.

Aufspielen lässt sich CrossPoint zudem recht einfach, denn die Entwickler haben dafür eine hervorragende Weboberfläche gebaut.
Unabhängig und ausdauernd
Besonders gefällt mir am X4, wie unabhängig das ganze System ist. Man ist an kein einzelnes Ökosystem gebunden, und mit der Community-Firmware nicht einmal an das mitgelieferte Betriebssystem.
Beim Akku mit 650 mAh würde ich mit ungefähr 25 bis 30 Stunden Lesezeit rechnen. Für ein Gerät, das man vor allem unterwegs zum Lesen herausholt, ist das ein sehr ordentlicher Wert. Auch der Standby-Verbrauch ist ab Werk sehr niedrig.
Fazit
Unterm Strich benutze ich den XTEINK X4 wirklich gern. Die Verarbeitung ist sehr gut, die Handhabung ausgezeichnet, und das winzige, leichte Format macht ihn zu einem E-Ink-Gerät, das man einfach einsteckt, ohne es als zusätzliches Gepäck zu empfinden. Die Software ist praktisch, ihr fehlt aber noch der Feinschliff, vor allem beim Schriftbild.
Empfehlen würde ich den XTEINK X4 vor allem Bastlern und allen, die bereit sind, sich ein wenig in die Grundlagen einzuarbeiten oder gleich CrossPoint aufzuspielen. Wer das nicht möchte, sollte XTEINK trotzdem im Auge behalten. Künftige Updates und neue Modelle könnten die Geräte deutlich massentauglicher machen.
Unser Fazit
Empfehlen würde ich den XTEINK X4 vor allem Bastlern und allen, die bereit sind, sich ein wenig in die Grundlagen einzuarbeiten oder gleich CrossPoint aufzuspielen.
Datenblatt: XTEINK X4
- Display 4,3″ E Ink Kein Touchscreen
- Auflösung 220 ppi
- Gewicht 74 g 114 × 69 × 5,9 mm
- Licht Keine
- Bedienung Tasten physische Blättertasten
- Akku 650 mAh
- System XTEINK; CrossPoint Reader (optional)
Allgemein
- Hersteller
- Xteink
- Gerätetyp
- eReader
- Marktstart
- 2025
- Farben
- Schwarz
Display
- Technologie
- E Ink
- Größe
- 4,3 Zoll
- Pixeldichte
- 220 ppi
- Farbdisplay
- Nein
- Touchscreen
- Nein
- Beleuchtung
- Nein
Gehäuse & Bedienung
- Maße
- 114 × 69 × 5,9 mm
- Gewicht
- 74 g
- Blättertasten
- Ja
Verbindungen
- USB
- USB-C
- WLAN
- Ja, 2,4 GHz
Hardware
- Speicherkarte
- Ja, microSD
- Akku
- 650 mAh
- Betriebssystem
- XTEINK; CrossPoint Reader (optional)
Unterstützte Dateiformate
- EPUB
- TXT (UTF-8)
- JPG
- BMP
Alle Angaben ohne Gewähr. Werte ohne gesicherte Angabe werden nicht angezeigt.
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Im Vergleich
| Merkmal | XTEINK X4 | BOOX Picco | Minimal Phone |
|---|---|---|---|
| UVP zum Marktstart | ? | 110 € | ? |
| Display | 4,3″ | 4″ | 4,3″ |
| Pixeldichte | 220 ppi | 235 ppi | 230 ppi |
| Gewicht | 74 g | 58 g | 165 g |
| Wasserschutz | ? | ? | Ja |
| Blättertasten | Ja | Ja | Ja |
| Warmlicht | – | Ja | Ja |
| Speicher | ? | ? | 128 GB + microSD |
| Bluetooth | ? | Ja | Ja |
| Marktstart | 2025 | 2026 | 2025 |
| Geräteseite | Zum Test | Zum Test |
Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.







