reMarkable Paper Pro Move

Kompaktes Farb-Notiztablet mit präzisem Stift, schmalem 16:9-Format und hohem Preis

Unser Fazit Unterm Strich fällt es mir schwer, das reMarkable Paper Pro Move zu empfehlen.
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Derzeit kein geprüftes Angebot. Der Preis zum Marktstart lag bei 479 €.
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Auf einen Blick

Das reMarkable Paper Pro Move ist das Paper Pro im Kleinformat, mit 7,3-Zoll-Farbdisplay und rund 230 Gramm Gewicht. Der Stift arbeitet sehr präzise, die Tinte erscheint fast ohne Verzögerung, und die aufgeräumte Software lässt einen ohne Umwege losschreiben. Dazu kommen ein gleichmäßiges Leselicht und ein neutralerer Hintergrund als beim großen Modell.

Im schmalen 16:9-Format wird es beim Schreiben im Hochformat allerdings eng, in die Hosentasche passt das Tablet trotzdem nicht, und die Handschriftsuche gibt es nur im Abo. Gemessen an diesen Kompromissen ist der Preis von 479 Euro zum Marktstart deutlich zu hoch. Am ehesten lohnt sich das Move für alle, die bereits mit reMarkable arbeiten und unterwegs schreiben wollen, ohne das Tablet abzulegen.

Ideal für: Comics, Magazine, Kochbücher · Große Bibliothek offline
Weniger geeignet für: PDFs und Fachliteratur (nur 7,3 Zoll, PDFs brauchen Zoom)

Vorteile

  • Hochwertiger Aluminiumrahmen bei nur 230 Gramm
  • Sehr präzise Stifteingabe auch bei kleiner Schrift
  • Tinte erscheint ausgesprochen schnell
  • Neutralerer Hintergrund und scharfe 264 ppi
  • Sehr gleichmäßiges Leselicht
  • Ausgezeichnetes Zoomen und Verschieben
  • Aufgeräumte Software mit fein abgestimmten Stiftwerkzeugen
  • Schnelles Laden: 90 Prozent in unter 45 Minuten

Nachteile

  • Schmales 16:9-Format macht Notizen im Hochformat eng
  • Hoher Preis, besonders mit Zubehör
  • Kunststoffrückseite wirkt etwas hohl
  • Kurze Akkulaufzeit beim Lesen
  • Handschriftsuche nur mit Connect-Abo
  • Feste Farbtemperatur und recht dunkles Licht

Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?

Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.

  • Handschriftliche NotizenNotizgerät Gut
  • PDFs und FachliteraturNur 7,3 Zoll, PDFs brauchen Zoom Eingeschränkt
  • Comics, Magazine, KochbücherFarbdisplay (E Ink Gallery 3) Ideal
  • Romane und Sachbücher264 ppi, für die meisten scharf genug Gut
  • Lesen im Bett und bei NachtFrontlicht, aber kein Warmlicht Gut
  • Große Bibliothek offline64 GB Speicher Ideal

reMarkable Paper Pro Move im Überblick

Das reMarkable Paper Pro Move ist die kompakte Ausgabe des Paper Pro. Sein 7,3-Zoll-Farbdisplay im Format 16:9 steckt in einem 195,6 x 107,8 x 6,5 Millimeter großen Gehäuse, das rund 230 Gramm wiegt und damit in der Größenordnung eines Kindle Paperwhite liegt. Gedacht ist das Tablet für Notizen unterwegs: Besprechungen, Listen, schnelle Gedanken und PDFs zum Durchsehen. Die typischen reMarkable-Stärken bleiben erhalten: präzise Handschrift, kaum Verzögerung beim Schreiben und eine bewusst schlichte Oberfläche. Das schmale Format und der hohe Preis bringen allerdings mehr Kompromisse mit sich, als man bei einem so handlichen Gerät zunächst denkt.

Schönes Gehäuse, schmale Schreibfläche

Der eloxierte Aluminiumrahmen mit seiner gestuften Kante, die an die Seiten eines Notizblocks erinnert, ist ausgezeichnet gestaltet und fühlt sich hochwertig an. Der Marker haftet magnetisch an der Seite, wird dort geladen und weckt das Tablet, sobald man ihn abnimmt. Die Rückseite besteht dagegen aus strukturiertem Kunststoff statt aus Aluminium. Sie ist sauber eingepasst und angenehm griffig, fühlt sich aber etwas hohl an. Ähnliches gilt für das Display: Beim Schreiben fühlen sich manche Stellen, vor allem am unteren Rand, weniger solide an. Ein gravierender Mangel ist das nicht, bei diesem Preis aber eine unnötige Schwäche. Gummifüße auf der Rückseite sorgen dafür, dass das Move auf dem Schreibtisch nicht verrutscht.

Obere Ecke des reMarkable Paper Pro Move mit mehrfach gestuftem Aluminiumrahmen, zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten
Der gestufte Aluminiumrahmen erinnert an die Kanten eines Notizblocks.

Hält man das schmale Gerät am Schreibtisch im Hochformat und kippt es zum Schreiben leicht zu sich, liegt es weniger bequem in der Hand, als man erwarten würde. Besser klappt es flach auf dem Tisch oder deutlich unterhalb der Augenhöhe, wenn die Hand die Rückseite umfasst. Im Querformat dient das breite Kinn unter dem Display als natürliche Griffzone. Beim Schreiben bringt das 16:9-Format trotzdem wenig Vorteile: Im Hochformat wird es schnell eng, und ein klassisches 4:3-Format wie beim Supernote Nomad oder beim BOOX Tab Mini C fühlt sich für Notizen natürlicher an. In eine normale Hosentasche passt das Move nicht, nur in große Jacken- oder Manteltaschen, wo es mit dem Smartphone um den Platz konkurriert.

BOOX Tab Mini C, reMarkable Paper Pro Move und Supernote Nomad nebeneinander auf einem grauen Tisch, jeweils mit linierter Notizseite
Neben dem BOOX Tab Mini C links und dem Supernote Nomad rechts wirkt das 16:9-Format des Move besonders schmal.

Präziser Stift und aufgeräumte Software

Das Schreibgefühl entspricht weitgehend dem großen Paper Pro. Die strukturierte Glasoberfläche kratzt hörbar, und die harte Spitze setzt mit einem leisen Tippen auf. Nach einer Weile fällt beides kaum noch auf. Bemerkenswert ist die Präzision. Auch bewusst klein geschriebene Notizen, mit denen man die knappe Fläche besser ausnutzt, bleiben sauber und gut lesbar. Bei anderen kleinen Geräten, etwa dem BOOX Go 7, wird kleine Schrift deutlich ungenauer. Lange diagonale Linien fallen dagegen leicht wellig aus. In normaler Handschrift sieht man das kaum, beim Skizzieren schon eher. Die Tinte erscheint sehr schnell: reMarkable nennt zwölf Millisekunden Latenz, und im Alltag reagiert der Stift unmittelbar.

Hand schreibt mit dem Marker kleine Druckbuchstaben auf das reMarkable Paper Pro Move, das im Hochformat auf einem grauen Tisch liegt
Selbst kleine Druckbuchstaben bleiben auf der schmalen Fläche sauber und gut lesbar.

Dank automatischer Bildschirmdrehung und sehr gut gelöstem Zoomen und Verschieben lässt sich das schmale Format erstaunlich gut nutzen. Ansonsten entspricht die Software dem großen Modell: neun fein abgestimmte Schreibwerkzeuge vom Kugelschreiber über Bleistift und Kalligrafiestift bis zum Pinsel, Druck- und Neigungserkennung, Ebenen, Vorlagen, Ordner, Tags und Favoriten. Handschrift lässt sich recht zuverlässig in Text umwandeln, die Umwandlung muss man aber selbst anstoßen. Getippter Text lässt sich nicht frei platzieren, und Verknüpfungen zwischen Notizen oder Inhaltsverzeichnisse, wie sie Supernote oder BOOX bieten, fehlen. Die Handschriftsuche funktioniert gut, zeigt aber keine Übersicht aller Treffer, und es gibt sie nur mit dem Connect-Abo. Öffnet man Move-Notizen auf einem großen reMarkable, erscheinen sie als schmale Spalte in der Seitenmitte; dafür bleibt rundherum viel Platz für Anmerkungen.

Neutraleres Farbdisplay, kurze Leselaufzeit

Das Canvas-Color-Display basiert wie beim Paper Pro auf E Ink Gallery 3. Statt einen Schwarzweißbildschirm mit einem Farbfilter zu überziehen, bewegt es farbige Pigmente und mischt so bis zu 20.000 Farben, ähnlich wie im Druck. Mit 1696 × 954 Pixeln und 264 ppi zeigt es Inhalte feiner als das große Modell, was Comics, farbigen Dokumenten und PDFs sichtbar zugutekommt. Gegenüber LCD bleiben die Farben gedämpft. Farbige Striche erscheinen zunächst in einer vorläufigen Mischung und bekommen erst mit einer weiteren Auffrischung ihre endgültige Farbe. Außerdem blinkt der Bildschirm häufiger als bei Schwarzweiß-E-Ink oder Kaleido 3. Schwarze Notizen bleiben deutlich ruhiger. Der Hintergrund wirkt neutraler und weniger gelblich als beim großen Paper Pro, die Farben sind dafür etwas weniger gesättigt.

reMarkable Paper Pro Move im Querformat in der Hand mit einer farbigen Comicseite mit Raumschiff und drei Figuren
Im Querformat zeigt das 264-ppi-Display Comics angenehm detailreich, wenn auch mit gedämpften Farben.

Das Leselicht verteilt sich sehr gleichmäßig über den Bildschirm, ohne sichtbare Farbverschiebungen. Mit rund neun Nits bleibt es aber deutlich dunkler als bei vielen anderen E-Ink-Geräten, und die Farbtemperatur lässt sich nicht einstellen. Trotzdem macht es die Anzeige merklich angenehmer, und auch die Farben wirken damit besser.

reMarkable Paper Pro Move mit eingeschaltetem Leselicht und farbiger Fantasy-Illustration mit Drache und Burg auf einem dunklen Tisch
Das Leselicht leuchtet die Farbseite sehr gleichmäßig aus.

Als eReader ist das Move nur am Rande gedacht. EPUB und PDF werden unterstützt, ein Buchshop oder eine Kindle-App fehlen aber, und die EPUB-Funktionen waren im Test rudimentär. PDFs muss man auf der kleinen Fläche häufig vergrößern und verschieben. Das gelingt gut, je nach Datei baut sich die neue Ansicht danach aber erst mit kurzer Verzögerung auf. Beim Schreiben hält der Akku mit 2.334 mAh ordentlich durch: Mit einem Schreibroboter kam das Move im Test auf etwa 5,5 Stunden ohne und 4,5 Stunden mit voller Beleuchtung. Beim Lesen ist die Laufzeit dagegen kurz. Ohne Licht und mit einem Seitenwechsel alle 15 Sekunden waren es bei farbigen PDFs ungefähr fünf, bei reinen Text-PDFs sieben Stunden. Schnell geht dafür das Laden: Laut reMarkable sind 90 Prozent in weniger als 45 Minuten erreicht.

Zum Marktstart kostete das Move mit dem einfachen Marker 479 Euro, mit Marker Plus und Lederhülle 629 Euro. Das ist sehr teuer, denn für dasselbe Geld oder weniger können viele andere Geräte deutlich mehr. Am besten eignet sich das Paper Pro Move deshalb als Begleiter zu einem großen reMarkable. Interessant ist es außerdem für alle, die gezielt ein ablenkungsfreies E-Ink-Notizbuch für die Manteltasche suchen, auf dem sie schreiben können, ohne es abzulegen.

Mit Version 3.28 hat reMarkable im September 2026 die EPUB-Oberfläche, Formatierung und Sprachunterstützung überarbeitet und ein Werkzeug zum Übernehmen von Bildausschnitten eingeführt. Version 3.29 hat im Oktober 2026 die Terminübersicht für Meeting-Notizen auf drei Tage erweitert; in den Begleit-Apps lässt sich seitdem auch Text aus PDFs und EPUBs kopieren. Ob die überarbeitete EPUB-Ansicht die beschriebenen Schwächen behebt, zeigt erst ein neuer Test.

reMarkable Paper Pro Move im Video

Honest reMarkable Paper Pro Move REVIEW

Testbericht

Chalid Von · Aktualisiert am

Auf den ersten Blick wirkt das reMarkable Paper Pro Move wie das ideale Notiztablet für unterwegs: kompakt, gut gebaut, mit sinnvollem Farbdisplay und inzwischen sogar mit Handschriftsuche. Je genauer ich hingesehen habe, desto klarer wurde aber, dass diese Handlichkeit ihren Preis hat. Das Move ist deutlich teurer, als es sein sollte, liegt manchmal unbequemer in der Hand als erwartet, und im Hochformat wird das Schreiben auf dem schmalen Bildschirm eng. Trotzdem hat es den typischen reMarkable-Charme, mit guter Software und ordentlicher Akkulaufzeit beim Schreiben.

Schönes Design mit Abstrichen beim Material

Das Industriedesign ist ausgezeichnet. reMarkable hat das große Paper Pro verkleinert, ohne dass sein Charme verloren geht. Das Move ist etwas dicker als das große Modell, mit 230 Gramm aber schlank und leicht, etwa in der Liga eines Kindle Paperwhite. Der Aluminiumrahmen mit seiner gestuften Kante, die an einen Notizblock erinnern soll, fühlt sich hochwertig an. Der aktive Stift mit USI-Technik hält genauso satt und sicher an der Seite wie beim großen Bruder und wird dort geladen. Nimmt man ihn ab, wacht das Move auf und ist sofort für eine Notiz bereit.

Obere Ecke des reMarkable Paper Pro Move mit mehrfach gestuftem Aluminiumrahmen, zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten
Der gestufte Aluminiumrahmen erinnert an die Kanten eines Notizblocks.

Beim Auspacken fiel mir allerdings als Erstes auf, dass sich das Move billiger anfühlt als das große Paper Pro. Die Rückseite besteht aus strukturiertem Kunststoff statt aus Aluminium. Sie ist sauber eingepasst und angenehm anzufassen, wirkt aber etwas hohl. Auch das Display fühlt sich beim Schreiben an manchen Stellen, vor allem am unteren Rand, etwas hohl und weniger solide an. Kein Beinbruch, aber eine dieser Kleinigkeiten, die sich summieren und bei diesem Preis schwerer zu akzeptieren sind.

Beim Halten war mein Eindruck gemischter als erwartet. Ich weiß, dass ich damit gegen den Strom schwimme, aber im Hochformat am Schreibtisch finde ich das Move nicht besonders bequem. Kippt man es beim Schreiben zu sich, fühlt sich die Haltung selbst mit größeren Händen etwas ungelenk an. Angenehmer fand ich es flach auf dem Tisch, wo Gummifüße für sicheren Stand sorgen, oder deutlich unterhalb der Augenhöhe, mit der Hand um die Rückseite. Im Querformat bildet das große Kinn unter dem Bildschirm eine natürliche Griffzone. Ein klassisches 4:3-Format hätte trotzdem genauso gut funktioniert und das Schreiben im Hochformat natürlicher gemacht. Supernote Nomad und BOOX Tab Mini C nutzen dieses Format, und mit beiden schreibe ich spürbar angenehmer. In eine normale Hosentasche passt das Move ohnehin nicht. In der Jackentasche hatte ich auch mit dem 7,8 Zoll großen Supernote Nomad kein Problem, das Move gleitet dort nur etwas leichter hinein.

BOOX Tab Mini C, reMarkable Paper Pro Move und Supernote Nomad nebeneinander auf einem grauen Tisch, jeweils mit linierter Notizseite
Neben dem BOOX Tab Mini C links und dem Supernote Nomad rechts wirkt das 16:9-Format des Move besonders schmal.

Präzise Handschrift auf engem Raum

Wie bei anderen kompakten Notiztablets ist das Schreiben eine Frage der Kompromisse, und im 16:9-Format macht sich die knappe Fläche noch stärker bemerkbar. Das zieht sich wie ein roter Faden durch den Großteil meiner Kritik: Abgesehen von ein paar Nischen bringt das Seitenverhältnis kaum praktischen Nutzen. Immerhin machen die automatische Bildschirmdrehung und das Zoomen und Verschieben das Format erstaunlich gut nutzbar. Beim Zoomen und Verschieben macht reMarkable wohl kein anderer Hersteller von E-Ink-Notiztablets etwas vor.

Das Schreibgefühl ist dasselbe wie beim großen Paper Pro. Die kratzige Oberfläche war mir anfangs etwas zu laut, hat mir mit der Zeit aber immer besser gefallen, und auch das Tippgeräusch der harten Spitze auf dem Glas bemerkt man irgendwann nicht mehr. Wirklich hilfreich ist die Präzision: Auch wenn ich kleiner als üblich schreibe, um die Fläche besser zu nutzen, bleiben die Striche sauber und einwandfrei lesbar. Selbstverständlich ist das nicht, denn nicht jede kapazitive Stifteingabe arbeitet so genau, und bei anderen kleinen Geräten wie dem BOOX Go 7 wird kleine Schrift deutlich ungenauer.

Hand schreibt mit dem Marker kleine Druckbuchstaben auf das reMarkable Paper Pro Move, das im Hochformat auf einem grauen Tisch liegt
Selbst kleine Druckbuchstaben bleiben auf der schmalen Fläche sauber und gut lesbar.

Das Move setzt wie das große Paper Pro auf einen aktiven kapazitiven Stift statt auf EMR. Für die meisten ist das kein großes Problem, es schränkt die Auswahl aber ein, und die welligen diagonalen Linien des großen Modells bleiben. Auf dem Move wirken sie sogar etwas ausgeprägter als auf meinem Austauschgerät des Paper Pro. Bei Notizen fällt das kaum auf. Wer gern skizziert, könnte sich aber daran stören. Die Latenz ist dagegen ausgezeichnet. Die beworbenen zwölf Millisekunden konnte ich nicht nachmessen. Sobald ein Strich erscheint, füllt das Move die Linie aber schneller aus als die meisten anderen Geräte.

Neutraleres Display, gleichmäßigeres Licht

Das 7,3-Zoll-Display nutzt wie beim großen Paper Pro E Ink Gallery 3. Statt wie Kaleido 3 einen Schwarzweißbildschirm zu filtern, steuert es cyanfarbene, magentafarbene, gelbe und weiße Pigmente und mischt bis zu 20.000 Farben, eher wie im Druck. Weil die Pigmente nacheinander bewegt werden, blitzt es häufiger als bei Schwarzweißbildschirmen oder Kaleido 3. Farbige Striche erscheinen zunächst in einer vorläufigen Mischung und bekommen erst mit einer weiteren Auffrischung ihre endgültige Farbe, schwarze Striche wirken dagegen ruhiger. Besonders kräftig sind die Farben nicht, trotzdem gefällt mir die Darstellung sehr, meist besser als Kaleido 3, vor allem ohne Licht. Mit 264 ppi sehen farbige Inhalte und PDFs merklich feiner aus als beim Paper Pro, und Comics wirken ziemlich gut. Mit besseren PDF-Funktionen hätte das Move ein großartiger Comicreader für unterwegs werden können.

reMarkable Paper Pro Move im Querformat in der Hand mit einer farbigen Comicseite mit Raumschiff und drei Figuren
Im Querformat zeigt das 264-ppi-Display Comics angenehm detailreich, wenn auch mit gedämpften Farben.

In einem Punkt ist das Move dem Paper Pro sogar überlegen: Der Bildschirm ist sichtbar weniger gelblich und neutraler. Der gemessene L*-Wert liegt mit 63 gegenüber 62 zwar nur einen Punkt höher, zusammen mit der ausgewogeneren Farbtemperatur wirkt die Verbesserung aber größer. Dafür habe ich mit dem Spektralfotometer etwa sieben Prozent weniger Sättigung gemessen, vor allem bei Magenta und Rot. Für mich lohnt sich dieser Tausch. Schwarz hat außerdem etwas mehr Blaustich: Der Farbton liegt ungefähr sieben Grad näher an reinem Blau, der Farbunterschied bei etwa Delta E 0,94 und damit knapp unter der üblichen Wahrnehmungsschwelle. Mich stört das nicht, und je nach Panel kann der Unterschied kleiner oder größer ausfallen.

Das Leselicht schafft mit dem helleren Modus, den reMarkable einige Monate zuvor eingeführt hat, maximal rund neun Nits. Das ist viel dunkler als bei anderen Geräten. Trotzdem lässt sich das Move damit deutlich besser nutzen, und die Farben wirken schöner, deshalb lasse ich das Licht gern den ganzen Tag an. Überrascht hat mich die Gleichmäßigkeit: Anders als beim großen Paper Pro, dessen Beleuchtung ziemlich schlecht war, gibt es kaum Helligkeitsunterschiede und keine sichtbaren Farbverschiebungen. Die Farbtemperatur liegt allerdings fest bei etwa 4.500 Kelvin. Das wirkt recht neutral, in dieser Preisklasse sollte sie sich aber einstellen lassen. Ghosting hat das Move in PDFs gut im Griff, schwache Nachbilder in der Oberfläche verschwinden ohne vollständige Auffrischung.

reMarkable Paper Pro Move mit eingeschaltetem Leselicht und farbiger Fantasy-Illustration mit Drache und Burg auf einem dunklen Tisch
Das Leselicht leuchtet die Farbseite sehr gleichmäßig aus.

Reduzierte Software, Handschriftsuche nur im Abo

Das Linux-basierte System ist ganz auf ablenkungsfreies Notieren ausgelegt und erinnert in seiner Art fast an Apple: schlank, intuitiv, mit Ordnern, Tags, Favoriten und Vorlagen. Die Stiftwerkzeuge vom Kugelschreiber bis zum Pinsel sind hervorragend abgestimmt und reagieren, wo es sinnvoll ist, auf Druck und Neigung. Dazu kommen Ebenen, in beide Richtungen scrollbare Seiten und freies Zoomen. Die Umwandlung von Handschrift in Text klappt recht zuverlässig, muss aber manuell gestartet werden. Getippter Text bleibt umständlich, weil sich Textfelder nicht frei platzieren lassen. Verglichen mit Supernote oder BOOX fehlen Verknüpfungen zwischen Notizen und Inhaltsverzeichnisse. Die Verschlüsselung ist ab Werk aktiv, was ich sehr schätze. Einen Fingerabdrucksensor hätte ich mir zu diesem Preis trotzdem gewünscht.

Die lang ersehnte Handschriftsuche funktioniert gut: Suche auf Handschrift beschränken, Begriff eintippen, und das Move zeigt die passenden Seiten. Eine Übersicht aller Treffer fehlt allerdings, im Notizbuch springt man mühsam von Fundstelle zu Fundstelle. Der große Haken: Die Suche gibt es nur mit Connect. Das Abo ist mit wenigen Euro im Monat fair bepreist und bringt unter anderem unbegrenzten Cloudspeicher und das Bearbeiten von Notizen in den Apps. Bis Ende April 2026 gehörte auch eine verlängerte Garantie dazu. Eine Kernfunktion gehört für mich trotzdem nicht hinter eine Bezahlschranke, schon gar nicht bei einem so teuren Gerät. Neue Notizen müssen zunächst per WLAN synchronisiert und indexiert werden. Bereits erfasste Notizen lassen sich danach auch ohne Internetverbindung durchsuchen.

Als eReader ist das Move nicht gedacht, obwohl gerade die Kombination aus kompaktem Notizgerät und richtigem eReader das Angebot viel attraktiver gemacht hätte. EPUB und PDF öffnet es, es gibt aber keinen Buchshop, keine Kindle-App wie bei Supernote, und die EPUB-Funktionen waren in meinem Test bestenfalls rudimentär. PDFs muss man häufiger vergrößern und verschieben. Das klappt dank der guten Umsetzung, je nach Datei baut sich die neue Ansicht danach aber erst mit kurzer Verzögerung auf.

Mit Version 3.28 hat reMarkable im September 2026 die EPUB-Oberfläche, Formatierung und Sprachunterstützung überarbeitet und ein Werkzeug zum Übernehmen von Bildausschnitten eingeführt. Version 3.29 hat im Oktober 2026 die Terminübersicht für Meeting-Notizen auf drei Tage erweitert; in den Begleit-Apps lässt sich seitdem auch Text aus PDFs und EPUBs kopieren. Ob die überarbeitete EPUB-Ansicht die Schwächen aus meinem Test behebt, muss sich erst zeigen.

Laufzeit und Preis

Beim Schreiben ist die Laufzeit ordentlich. Mit einem Schreibroboter habe ich rund 5,5 Stunden ohne und 4,5 Stunden mit voller Beleuchtung gemessen, nicht weit entfernt von den sechs bis sieben Stunden des großen Paper Pro. Beim Lesen zeigt der Akku mit rund 2.300 mAh dagegen seine Grenzen. Bei einem farbigen PDF mit einem Seitenwechsel alle 15 Sekunden und ohne Licht hielt das Move nur etwa fünf Stunden durch, weniger als halb so lange wie das Paper Pro. Bei reinen Text-PDFs waren es etwa sieben statt 14 Stunden. Das ist auch im Vergleich zum übrigen E-Ink-Markt kurz. Immerhin ist der Akku in weniger als 45 Minuten wieder bei 90 Prozent.

Beim Preis will ich nicht lange drumherum reden: Zum Marktstart kostete das Move mit dem einfachen Stift und ohne Hülle 449 US-Dollar beziehungsweise 479 Euro, und das ist schlicht zu teuer. Nicht, weil es ein schlechtes Tablet wäre, sondern weil es für mich eher ein Begleiter zum großen Paper Pro ist als ein eigenständiges Notizgerät. Auch beim Supernote Nomad verlangt der kleinere Bildschirm Kompromisse, als Hauptgerät taugt der Nomad trotzdem mehr. Mit Marker Plus und Lederhülle landete man beim Move bei 599 Dollar oder 629 Euro. Das Move selbst habe ich für diesen Test gekauft, Marker Plus und Lederhülle für zusammen 150 Euro mehr aber nicht: So viel Geld war es mir nicht wert. Für dasselbe Geld oder weniger kann man mit vielen anderen Geräten deutlich mehr anfangen. Und dann gibt es noch Smartphones mit Stift wie ein Galaxy-Ultra-Modell von Samsung oder das TCL NXTPAPER 60 Ultra mit EMR-Stift, das zum Zeitpunkt meines Tests praktisch gleich viel kostete. Das sind zwar keine E-Ink-Geräte, aber braucht man für eine schnelle Notiz unterwegs wirklich einen E-Ink-Bildschirm?

Fazit

Unterm Strich fällt es mir schwer, das reMarkable Paper Pro Move zu empfehlen. Es ist kein schlechtes Produkt und erledigt seine Aufgabe sehr gut. Die Kompromisse beim Format und der hohe Preis sprechen aber gegen einen Kauf. Bei rund 350 Dollar wären die Abstriche viel leichter zu akzeptieren. Wer gezielt ein leichtes, ablenkungsfreies E-Ink-Notizbuch für die Manteltasche sucht, darauf schreiben will, ohne es aus der Hand zu legen, und bereits mit reMarkable arbeitet, kann es trotzdem in Betracht ziehen. Mir wäre stattdessen ein Nachfolger des reMarkable 2 mit 300-ppi-Schwarzweißbildschirm in einem genauso dünnen Gehäuse lieber gewesen. Ich bewundere zwar, was reMarkable hier versucht hat, das Paper Pro Move wirkt auf mich aber eher wie ein schöner Fehltritt als wie ein Gerät, das man unbedingt haben muss.

Unser Fazit

Unterm Strich fällt es mir schwer, das reMarkable Paper Pro Move zu empfehlen.

Datenblatt: reMarkable Paper Pro Move

  • Display 7,3″ Gallery 3 Farbe, Touchscreen
  • Auflösung 264 ppi 1696 × 954 Pixel
  • Gewicht 230 g 195,6 × 107,8 × 6,5 mm
  • Speicher 64 GB
  • Licht Frontlicht
  • Bedienung Touch keine Blättertasten
  • Akku 2.334 mAh
  • System reMarkable OS (Linux-based)

Allgemein

Hersteller
reMarkable
Gerätetyp
E-Note
Marktstart
2025
Preis zum Marktstart
479 €

Display

Technologie
E Ink Gallery 3
Größe
7,3 Zoll
Auflösung
1696 × 954 px
Pixeldichte
264 ppi
Farbdisplay
Ja
Farbtiefe
up to 20,000 colors
Touchscreen
Ja
Beleuchtung
Frontlicht

Messwerte

Max. Helligkeit
9 cd/m²
L* Weiß
63

Gehäuse & Bedienung

Maße
195,6 × 107,8 × 6,5 mm
Gewicht
230 g
Blättertasten
Nein
Lagesensor
Ja

Verbindungen

USB
USB-C
WLAN
Ja, 2,4 und 5 GHz

Hardware

Prozessor
Dual-Core · NXP i.MX93 (1.7 GHz dual-core Cortex-A55)
Arbeitsspeicher
2 GB
Speicher
64 GB
Akku
2.334 mAh
Betriebssystem
reMarkable OS (Linux-based)

Software

eBook-Shop
Nein

Unterstützte Dateiformate

  • PDF
  • EPUB (import)
  • PNG
  • SVG (export)

Alle Angaben ohne Gewähr. Werte ohne gesicherte Angabe werden nicht angezeigt.

Alternativen zum reMarkable Paper Pro Move

Geräte derselben Klasse mit dem entscheidenden Unterschied, aus unserer Gerätedatenbank.

Im Vergleich

reMarkable Paper Pro Move im Vergleich mit ähnlichen Geräten
Merkmal reMarkable Paper Pro Move reMarkable Paper Pro Move Bigme B7Bigme B7 BOOX Go Color 7 (Gen II)BOOX Go Color 7 (Gen II) Kindle Colorsoft Signature EditionKindle Colorsoft Signature Edition
Aktueller Bestpreis?279,99 €?299,99 €
UVP zum Marktstart479 €229 €290 €?
Display7,3″ Gallery 37″ Kaleido 37″ Kaleido 37″ Kaleido 3
Pixeldichte264 ppi300 ppi300 ppi300 ppi
Gewicht230 g215 g195 g219 g
Wasserschutz??JaIPX8
Blättertasten–JaJa–
Warmlicht–JaJaJa
Speicher64 GB128 GB + microSD64 GB + microSD32 GB
Bluetooth?JaJaJa
Marktstart2025202520252024
Geräteseite Zum Test Zum Test Zum Test

Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.