- 6,1″ Kaleido 3 · 300 / 150 ppi
- Farbdisplay
- Blättertasten
- Wassergeschützt
- Warmlicht
- 175 g
Onyx Boox Palma 2 Pro
6,13-Zoll-Farb-Reader im Smartphone-Format mit 5G, GPS und Stiftoption
Auf einen Blick
Der Onyx Boox Palma 2 Pro macht das mobile E-Ink-Konzept der Palma-Reihe deutlich schlüssiger: Kaleido-3-Farbe, 5G, GPS, Fingerabdrucksensor, optionaler InkSense-Plus-Stift und Android 15 ergeben ein ungewöhnlich vielseitiges Unterwegs-Gerät. Seine Stärken liegen bei Karten, Artikeln, schnellen Notizen und offenen Apps; die Grenzen bleiben die bewusst beschnittene Telefonie, das dunklere Farbpanel in Innenräumen und das schmale 2:1-Format bei langen Lesesitzungen.
Vorteile
- Smartphone-Format bleibt wirklich taschentauglich und liegt dank griffiger Rückseite sehr sicher in der Hand
- Kaleido-3-Display, 5G und A-GPS ergeben zusammen ein ungewöhnlich starkes Karten- und Unterwegs-Paket
- Android 15, Google Play, 8 GB RAM und Hybrid-SIM/microSD machen das Gerät deutlich flexibler als geschlossene Reader-Ökosysteme
- Optionale InkSense-Plus-Stiftunterstützung erweitert den Palma 2 Pro sinnvoll um schnelle Notizen
Nachteile
- Trotz Mobilfunk bleibt die normale Telefonfunktion künstlich beschnitten
- Das Farbpanel ist dunkler und körniger als bei einem reinen Schwarzweiß-Reader und braucht innen häufiger Frontlicht
- Das schmale 2:1-Format und fehlende PDF-Spezialmodi erschweren die Arbeit mit langen Dokumenten
- Kamera und Kunststoffgehäuse wirken funktional, aber nicht besonders hochwertig
Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?
Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.
- Comics, Magazine, KochbücherFarbdisplay (E Ink Kaleido 3) Ideal
- Romane und Sachbücher300 ppi, sehr scharfe Schrift Ideal
- Lesen im Bett und bei NachtFrontlicht mit regelbarem Warmlicht Ideal
- Badewanne, Strand und PoolWassergeschützt-Wasserschutz Ideal
- Einhändig umblätternPhysische Blättertasten Ideal
- Hörbücher und VorlesenEingebauter Lautsprecher plus Bluetooth Ideal
Onyx Boox Palma 2 Pro im Überblick
Der Onyx Boox Palma 2 Pro ist nicht einfach nur ein Palma mit Farbdisplay, sondern der erste Vertreter dieser Reihe, bei dem das gesamte Konzept wirklich aufgeht. Das Smartphone-Format bleibt extrem kompakt, doch diesmal kommen genau die Funktionen dazu, die diese Bauform im Alltag sinnvoll machen: Mobilfunk, A-GPS, ein farbiges Kaleido-3-Panel, Entsperrung per Fingerabdruck und auf Wunsch sogar Stiftunterstützung. Dadurch wirkt das Gerät weniger wie ein kurioser Mini-Reader und deutlich mehr wie ein durchdachtes Unterwegs-Werkzeug für Menschen, die lesen, Karten nutzen, Notizen festhalten und Android-Apps auf einem möglichst augenschonenden, hosentaschentauglichen Gerät zusammenbringen wollen.
Genau daraus ergibt sich aber auch sein Profil. Der Palma 2 Pro ist weder ein klassischer Telefonersatz noch ein entspannter Sofa-Reader für möglichst lange Romanabende. Er lebt davon, dass er in vielen Situationen sofort griffbereit ist: morgens für Artikel und RSS, tagsüber für Navigation oder Messenger, zwischendurch für kurze Skizzen, abends für E-Books oder Webtexte. Wer genau diese Mischung sucht, bekommt hier eines der spannendsten kleinen E-Ink-Geräte auf dem aktuellen Markt. Wer dagegen vor allem möglichst einfache Telefonie, die klarste Schwarzweiß-Darstellung oder die bestmögliche PDF-Produktivität will, sollte seine Erwartungen entsprechend anpassen.
Format, Tasten und mobiler Alltag
Mit 159 x 80 x 8,8 Millimetern und rund 175 Gramm bleibt der Palma 2 Pro angenehm klein und verschwindet deutlich leichter in Jacken- oder sogar Jeans-Taschen als fast jeder klassische Reader. Die Rückseite ist weiterhin stark texturiert und dadurch sehr griffig, was bei einem so schmalen Gerät wichtiger ist als ein besonders edles Materialgefühl. Das Gehäuse besteht zwar wie bisher aus Kunststoff und wirkt damit weniger hochwertig als größere BOOX-Modelle mit Metallchassis, doch genau diese pragmatische Bauart passt am Ende erstaunlich gut zu seinem Zweck: Das Gerät soll nicht schick wirken, sondern schnell, leicht und ohne Hemmungen mitgenommen werden. Der Wasserschutz beschränkt sich auf Spritzer und leichten Regen; wasserdicht oder zum Untertauchen geeignet ist der Palma 2 Pro nicht.

Dazu kommen mehrere alltagstaugliche Detailverbesserungen. Die flacheren Lautstärketasten sitzen nun auf der anderen Seite und funktionieren in vielen Lese-Apps zugleich als Blättertasten. Der etwas tiefer gesetzte Power-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor ist leichter zu treffen als bei den früheren Palma-Modellen, und die zusätzliche Smart-Taste lässt sich sinnvoll mit Vollrefresh, LED-Blitz oder Schnellzugriffen belegen. Selbst die Rückkamera mit 16 Megapixeln passt in dieses Bild: Sie ist keineswegs ein Smartphone-Highlight, aber für gelegentliche Dokumentfotos oder Schnappschüsse brauchbar genug. Genau so sollte man sie auch verstehen – als Funktionskamera, nicht als Kaufgrund.

Farbdisplay, GPS und warum 5G hier mehr ist als nur Marketing
Das 6,13-Zoll-Display auf Basis von E Ink Kaleido 3 ist der Kern des Pro-Modells. Im Schwarzweiß-Modus stehen 1648 x 824 Pixel mit 300 ppi bereit, für Farbe 824 x 412 Pixel mit 150 ppi und bis zu 4096 Farben. Diese Technik bleibt ein Kompromiss: Farben wirken deutlich gedämpfter als auf LCD oder OLED, die Fläche erscheint dunkler, und in Innenräumen braucht man das zweifarbige Frontlicht häufiger als auf einem reinen Carta-Reader. Trotzdem passt dieses Panel gerade in dieser Geräteklasse erstaunlich gut, weil sich das taschentaugliche Format besonders für Karten, Markierungen und kleinere Farbinhalte unterwegs anbietet.
Genau hier zahlt sich auch die seltene Kombination aus Hybrid-SIM, 5G und A-GPS aus. Der Palma 2 Pro kann dadurch erstmals als wirklich eigenständiges Karten- und Outdoor-Gerät dienen. Navigation ergibt auf E Ink in hellem Sonnenlicht mehr Sinn als auf vielen glänzenden Standard-Smartphones, und die Farbe hilft bei Karten, Symbolen und Markierungen spürbar. Das macht das Gerät für Wandern, Radfahren, Reisen oder allgemein für mobile Orientierung ungewöhnlich interessant. Gleichzeitig bleibt der große Haken bestehen: BOOX verweigert dem Palma 2 Pro weiterhin den normalen Telefonmodus. Das Gerät sieht also an vielen Stellen wie ein E-Ink-Phone aus und fühlt sich in Teilen auch so an, bleibt aber bewusst dahinter zurück. Gerade diese künstliche Grenze sollte man vor dem Kauf kennen.

Android 15, InkSense Plus und die Grenzen des Mini-Notizgeräts
Im Inneren arbeitet ein Octa-Core-SoC mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher. Der Hybrid-Schacht nimmt eine microSD-Karte zur Speichererweiterung oder alternativ eine zweite SIM-Karte auf. Android 15 und der vorinstallierte Google Play Store geben dem Palma 2 Pro die für BOOX typische Offenheit: Lesedienste, Nachrichten-Apps, Karten, Browser, To-do-Tools oder spezialisierte Workflows lassen sich relativ frei zusammenstellen. Zugleich hat BOOX die E-Ink-Optimierung vereinfacht, sodass viele Apps ohne großes Basteln besser funktionieren als früher. Trotzdem bleibt das System nichts für Menschen, die möglichst wenig Optionen sehen wollen. Genau die Offenheit, die für Power-User ein großer Vorteil ist, macht die Bedienung für Einsteiger weiterhin spürbar komplexer als bei Kindle oder Kobo.
Überraschend gut passt dazu die optionale InkSense-Plus-Stiftunterstützung. Der Palma 2 Pro wird dadurch nicht plötzlich zum zentralen Notizgerät für Studium oder Büro, aber sehr wohl zu einem brauchbaren Begleiter für schnelle Gedanken, Einkaufslisten, kleine Skizzen oder Memos unterwegs. Das Schreiben fühlt sich für diese Größe direkter an als erwartet, und die Notiz-App übernimmt viele BOOX-Funktionen der größeren Geräte in ein deutlich kleineres Format. Gerade hier zeigt sich aber auch die klare Grenze: Das schmale 2:1-Seitenverhältnis bleibt bei langen Textstrecken gewöhnungsbedürftig, und für PDFs fehlen einige der fortgeschritteneren Ansichten, die BOOX auf größeren Notizgeräten anbietet. Wer hauptsächlich mit wissenschaftlichen PDFs oder breiten Dokumenten arbeitet, sollte deshalb vom Hosentaschenformat nicht zu viel erwarten.
Akku, Zielgruppe und Gesamturteil
Der 3950-mAh-Akku hält im reinen Leseeinsatz erfreulich lange durch und kann bei moderatem Frontlicht sehr ordentliche Laufzeiten liefern. Diese gute Nachricht gilt jedoch vor allem für das klassische Reader-Szenario. Sobald schneller Refresh, mobile Daten, GPS-Navigation oder viele Apps ins Spiel kommen, schrumpft die Ausdauer deutlich schneller. Genau deshalb sollte man den Palma 2 Pro nicht wie einen simplen E-Reader mit Bonusfunktionen betrachten, sondern wie ein vielseitiges Mobilgerät, dessen Verbrauch stark vom gewählten Alltagsszenario abhängt.
Unter dem Strich ist der Onyx Boox Palma 2 Pro eines der eigenständigsten kleinen E-Ink-Geräte der letzten Zeit. Er eignet sich hervorragend für Menschen, die ein wirklich mobiles, vernetztes und offenes E-Ink-System suchen, auf dem Lesen, Karten, kurze Notizen und Android-Workflows stimmig zusammenkommen. Weniger gut passt er zu Puristen, die vor allem möglichst kontraststark lesen, möglichst einfach telefonieren oder auf größeren Geräten bequem mit PDFs arbeiten wollen. Gerade diese klare Rollenverteilung macht ihn aber spannend: Der Palma 2 Pro ist vor allem dann interessant, wenn man Farbe, Stift und GPS in einem wirklich taschentauglichen E-Ink-Gerät zusammen nutzen möchte.
Onyx Boox Palma 2 Pro im Video
Testbericht
Von Chalid · Aktualisiert am
Der BOOX Palma 2 Pro ist der erste Palma, den ich auch nach dem Test gern weiter benutzen würde. Farbe, Stifteingabe, GPS und Mobilfunk machen aus dem schmalen Lesegerät einen nützlichen Begleiter für unterwegs. Man kann Bücher lesen, etwas notieren und eine Karte aufrufen, ohne dafür ein großes Tablet mitzunehmen. Ausgerechnet die naheliegende Aufgabe eines Geräts in dieser Form bleibt aber eingeschränkt: Ein gewöhnliches Telefon ersetzt der Palma 2 Pro nicht. Dieser Widerspruch zieht sich durch ein ansonsten erstaunlich vielseitiges Taschenformat.
Griffiges Kunststoffgehäuse mit sinnvoller Ausstattung
Das vollständig aus Kunststoff gefertigte Gehäuse ist etwas größer als bei den früheren Palmas. In der Hand fällt das kaum auf, vorne sieht man etwas breitere Ränder, besonders unter dem Display. Die stark strukturierte Rückseite bietet viel Halt, wirkt aber weniger hochwertig als ein Metallgehäuse. Die flacheren Lautstärketasten sitzen nun auf der anderen Seite und dienen in passenden Apps auch zum Blättern. Rechtshändig bediene ich sie deshalb eher mit dem Zeigefinger als mit dem Daumen. Der Einschalter mit Fingerabdrucksensor liegt etwas tiefer und ist damit bequemer erreichbar. Die zusätzliche belegbare Taste eignet sich etwa zum Auffrischen des Bildes, zum Einschalten des rückseitigen LED-Lichts oder zum Starten einer App.

Die 16-Megapixel-Kamera reicht für ein schnelles Erinnerungsfoto. Details wirken weich, der Dynamikumfang ist begrenzt und helle Bereiche brennen leicht aus. Immerhin arbeitet der Fokus zuverlässiger als beim normalen Palma 2. Ein Ersatz für eine gute Smartphonekamera ist das nicht. Sinnvoller ist die übrige Ausstattung: Der untere Lautsprecher spielt zusammen mit der vorderen Hörmuschel Stereo, Mikrofone sitzen oben und unten. Von 128 GB Speicher stehen ab Werk ungefähr 102 GB zur Verfügung. Der Hybrid-Einschub nimmt zusätzlich eine microSD-Karte oder statt dieser eine zweite SIM auf. Zwei SIM-Karten und eine Speicherkarte lassen sich damit nicht gleichzeitig nutzen.
Der Snapdragon 690 ist derselbe wie im Palma 2, bekommt hier aber acht statt sechs GB RAM zur Seite. Für alles, was das E-Ink-Display sinnvoll darstellen kann, reicht die Leistung problemlos aus. Bei dynamischen Anwendungen begrenzt weiterhin der Bildschirm das Erlebnis, nicht zuerst der Prozessor. Unter Last wird der Palma 2 Pro allerdings merklich wärmer als das normale Modell. Das war im Test keine bedenkliche Hitze, ist beim Wechsel durch verschiedene Apps aber spürbar. Die zusätzliche Vielseitigkeit bringt also auch etwas mehr Wärme mit.
Mobil verbunden, aber kein vollständiges Telefon
Technisch ist mehr Telefonfunktion vorhanden, als die Oberfläche zugänglich macht. Vom Computer aus ließ sich über ADB tatsächlich ein Mobilfunkanruf starten. Im normalen Menü gibt es dafür jedoch keinen brauchbaren Telefonablauf. Noch deutlicher ist die Einschränkung bei eingehenden Anrufen: Auf der Gegenseite hört man ein Klingeln, am Palma erscheint keine Anrufansicht und es gibt keine Möglichkeit zum Annehmen. Das ist keine kleine Komfortlücke, sondern verhindert die verlässliche Nutzung als Haupttelefon. Eine Lösung per Root-Zugriff gab es zum Testzeitpunkt nicht, darauf sollte man beim Kauf also nicht bauen.
Signal und WhatsApp funktionieren als Ausweichmöglichkeit. Auch dort erscheint ein eingehender Anruf zunächst nur als Benachrichtigung; erst nach dem Antippen lässt er sich annehmen. Hörmuschel und Mikrofon arbeiten anschließend ähnlich wie bei einem normalen Telefon. Für SMS musste im Test Google Messages installiert und die Verbindung auf GSM umgestellt werden. Dann funktionierten Senden und Empfangen zuverlässig, über LTE dagegen nicht. Obwohl das Gerät 5G unterstützt, gelang mit der verwendeten SIM nur eine LTE-Verbindung. Das kann am Netz oder an der Karte gelegen haben. Ob 5G anderswo zuverlässig funktioniert, bleibt damit offen.

Farbe ist draußen nützlich, drinnen braucht sie Licht
Das 6,13-Zoll-Display hat ein schmales Seitenverhältnis von zwei zu eins. Es nutzt Kaleido 3 mit 300 ppi für Schwarzweiß und 150 ppi für Farbe. Der passive Farbfilter ermöglicht bis zu 4.096 Farben, kostet aber Helligkeit und lässt die Fläche feiner gekörnt wirken. In Innenräumen braucht man deshalb häufiger Frontlicht als bei Schwarzweiß-E-Ink. Aus ungefähr 30 Zentimetern Abstand ist das RGB-Muster noch erkennbar, weiter weg wird es unauffälliger. Ich bevorzuge zwar weiterhin das sauberere Schwarzweißbild, doch wer Farbe möchte, kann mit diesen Kompromissen gut leben. Gerade draußen, wo das Display reichlich Umgebungslicht bekommt, passt die Technik gut zu diesem mobilen Gerät.
Kontrast und Farbdarstellung sind sehr gut. Die gemessene relative Farblebendigkeit kommt überraschend nah an den größeren Tab X C heran. Der Go Color 7 Gen II erzielt insgesamt sogar etwas bessere Messwerte, sieht mit eingeschaltetem Licht wegen seiner anderen Lichtführung und des schwächeren Kontrasts aber weniger überzeugend aus als der Palma 2 Pro. Das zeigt, warum eine einzelne Farbzahl das Leseerlebnis nicht vollständig beschreibt. Das Frontlicht mit einstellbarer Farbtemperatur erreicht etwa 111 Nits; meist reichen ungefähr 40 Nits, um den dunkleren Hintergrund deutlich aufzuhellen. Ein leichter Helligkeitsverlauf und eine sehr schwache Verfärbung am unteren Rand bleiben sichtbar, dürften viele Leser aber kaum stören. Beim getesteten schwarzen Modell ist die Oberfläche wieder kratzfester als beim zuvor getesteten weißen Palma 2.

Android 15, Google Play und der im Test vorhandene Sicherheitspatch vom Oktober 2025 bilden eine vergleichsweise moderne Basis. Auch die starke Play-Integritätsprüfung bestand das Gerät damals, und keine der getesteten Apps fiel komplett aus. BOOX passt die Oberfläche kontrastreich an E-Ink an und vereinfacht die Einstellungen mit E Ink Wise. Trotzdem muss man sich mehr einarbeiten als bei einem gewöhnlichen Smartphone. Viele Apps funktionieren sofort ordentlich, andere profitieren von angepassten Kontrast- und Aktualisierungseinstellungen. BOOX Super Refresh macht selbst kurze Videos brauchbar, verbraucht dabei aber viel Energie. Reste vorheriger Inhalte bleiben etwas deutlicher als auf Note Air5 C oder Tab X C. Im normalen Gebrauch störte mich dieses Ghosting nicht wesentlich; mit passenden Einstellungen lässt es sich weiter begrenzen.
Notizen und Karten geben dem kleinen Format einen Zweck
Die neue Stiftunterstützung ist ein wesentlicher Gewinn. Der kapazitive InkSense Plus liegt angenehm in der Hand und schreibt mit seiner kleineren, etwas weicheren Spitze besser als der ältere InkSense. Ganz verschwindet das klopfende Gefühl auf der Oberfläche nicht, doch der zusätzliche Widerstand macht die Eingabe angenehmer. Etwa 26 Millisekunden Latenz sind nicht rekordverdächtig, fühlen sich aber verbunden und natürlich genug an. Die Präzision wirkt etwas besser als bei der BOOX-Go-Reihe, wozu die feinere Spitze beitragen dürfte. Der Stift haftet nicht direkt magnetisch am Gerät und muss separat geladen werden. Für lange Vorlesungsmitschriften ist die Fläche zu klein; für eine schnelle Notiz unterwegs funktioniert sie überraschend gut.

Die Notiz-App bietet weitgehend die Funktionen der größeren BOOX-Geräte in einer kleineren Ansicht. Bei den Vorlagen wurde allerdings ausgedünnt: Viele Vorlagen der größeren Modelle passen nicht zum schmalen Format und fehlen hier. Eigene Vorlagen lassen sich ergänzen. Das Schreibgefühl ist weniger ausgefeilt als auf dem papierähnlichen reMarkable Paper Pro Move, dafür passt der Palma tatsächlich bequem in eine Jeanstasche. Auch die neue Hülle unterstützt diesen Ansatz. Das Folio lässt sich vom eigentlichen Case lösen, der Stift haftet magnetisch an einer Lasche. Das hält das Paket schmal. Die Verbindung ist kräftig, bietet aber nicht dieselbe Verlustsicherheit wie eine geschlossene Halterung.
Beim Lesen stehen die umfangreichen BOOX-Einstellungen sowie nützliche Filter-, Sortier- und Synchronisationsmöglichkeiten der Bibliothek bereit. Auch Kindle oder Marvel Unlimited lassen sich nutzen. Die kurzen Zeilen auf dem Zwei-zu-eins-Display bleiben dabei eine Gewöhnungsfrage, besonders bei längeren Sitzungen und beim Wechsel von einem klassischen eReader. Unverständlich ist, dass gerade auf dieser kleinen Fläche die erweiterten PDF-Spaltenmodi der größeren BOOX-Geräte fehlen. Der Palma bietet also viele Lesewerkzeuge, übernimmt aber ausgerechnet diese für schmale Displays hilfreiche Funktion nicht.

GPS zusammen mit Mobilfunk macht den Palma 2 Pro zu einem eigenständig nutzbaren Kartenbegleiter. Schon die erste Positionsbestimmung war recht schnell, die Ortung im Test genau. Mit einigen angepassten E-Ink-Einstellungen lassen sich Karten überraschend gut lesen, auch bei direkter Sonne. Für eine Wanderung ist das ein reizvoller Einsatz: Karte ansehen, einen Gedanken notieren und in einer Pause lesen, alles auf demselben kleinen Gerät. Das ersetzt wegen der Telefonbeschränkungen keine verlässliche normale Erreichbarkeit, gibt dem mobilen Farbdisplay aber einen sehr nachvollziehbaren Nutzen.

Beim kontinuierlichen Lesen mit 40 Nits erreichte der Palma 2 Pro im Test bis zu 42 Stunden. Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis und lag über den zuletzt verglichenen Farb-eReadern. Mit zwei Tagen intensiver Smartphone-Nutzung sollte man beim knapp 4.000-mAh-Akku deshalb aber nicht automatisch rechnen. Schnelle Bildmodi, Mobilfunkdaten, viele Apps oder GPS können die Ausdauer deutlich verkürzen und in den einstelligen Stundenbereich drücken.
Der Palma 2 Pro macht das Taschenformat durch Farbe, Notizen und GPS sinnvoller als zuvor. Als kleiner Zusatzbegleiter gefällt mir die Kombination sehr gut. Zum damaligen Preis von ungefähr 400 Euro beziehungsweise US-Dollar, rund 100 mehr als der normale Palma 2, muss man diese Extras aber tatsächlich nutzen wollen. Für reines Lesen ist der günstigere Schwarzweiß-Palma oft die vernünftigere Wahl. Wer hingegen genau einen farbigen, stiftfähigen Karten- und Lesebegleiter für die Hosentasche sucht, bekommt hier ein ungewöhnlich vielseitiges Gerät. Dass die vorhandene Telefonhardware so stark beschnitten wird, bleibt bei diesem Preis der größte Ärger.
Datenblatt: Onyx Boox Palma 2 Pro
- Display 6,1″ Kaleido 3 Farbe, Touchscreen
- Auflösung 300 / 150 ppi 1648 × 824 Pixel
- Gewicht 175 g 159 × 80 × 8,8 mm
- Speicher 128 GB plus Speicherkartenslot
- Wasserschutz Wassergeschützt geschützt gegen Untertauchen
- Licht Warm + kalt Farbtemperatur regelbar
- Bedienung Tasten + Touch physische Blättertasten
- Audio Lautsprecher plus Bluetooth
Allgemein
- Hersteller
- BOOX
- Gerätetyp
- eReader
- Marktstart
- 2025
- Farben
- Schwarz, Weiß
Display
- Technologie
- E Ink Kaleido 3
- Größe
- 6,1 Zoll
- Auflösung
- 1648 × 824 px
- Pixeldichte
- 300 / 150 ppi
- Farbdisplay
- Ja
- Farbtiefe
- 4096 colors
- Touchscreen
- Ja, kapazitiv
- Beleuchtung
- Frontlicht mit Warmlicht
- Plane Front
- Ja
Gehäuse & Bedienung
- Maße
- 159 × 80 × 8,8 mm
- Gewicht
- 175 g
- Wasserschutz
- Wassergeschützt
- Blättertasten
- Ja
- Lagesensor
- Ja
Verbindungen
- USB
- USB-C
- Bluetooth
- Ja
- WLAN
- Ja
- Mobilfunk
- Ja, 5G
- GPS
- Ja
Hardware
- Prozessor
- Octa-Core · Qualcomm Snapdragon 690 + BSR
- Arbeitsspeicher
- 8 GB
- Speicher
- 128 GB
- Speicherkarte
- Ja, microSD
- Lautsprecher
- Ja, Stereo
- Mikrofon
- Ja
- Akku
- 3.950 mAh
- Betriebssystem
- Android 15
Software
- eBook-Shop
- Ja, begrenztes Angebot
Unterstützte Dateiformate
- CAJ
- DJVU
- CBR
- CBZ
- EPUB
- EPUB3
- AZW3
- MOBI
- TXT
- DOC
- DOCX
- FB2
- CHM
- RTF
- HTML
- ZIP
- PRC
- PPT
- PPTX
- PNG
- JPG
- BMP
- TIFF
- WAV
- MP3
Alle Angaben ohne Gewähr. Werte ohne gesicherte Angabe werden nicht angezeigt.
Alternativen zum Onyx Boox Palma 2 Pro
Geräte derselben Klasse mit dem entscheidenden Unterschied, aus unserer Gerätedatenbank.
- Ähnliches Gerät

Bigme HiBreak Pro Color
ab 439,99 € · 2025- Kein Wasserschutz
- Keine Blättertasten
- Kein Speicherkartenslot
- Wenn es leichter sein soll

Viwoods AiPaper Reader
ab 289,99 € · 2025- 37 g leichter
- Kein Wasserschutz
- Kein Warmlicht
- Ähnliches Gerät

Kobo Clara Colour
ab 179,00 € · 2024- Keine Blättertasten
Im Vergleich
| Merkmal | Onyx Boox Palma 2 Pro | Bigme HiBreak Pro Color | Viwoods AiPaper Reader | Kobo Clara Colour |
|---|---|---|---|---|
| Aktueller Bestpreis | ? | 439,99 € | 289,99 € | 179,00 € |
| UVP zum Marktstart | ? | ? | ? | 160 € |
| Display | 6,1″ Kaleido 3 | 6,1″ Kaleido 3 | 6,1″ Carta 1300 | 6″ Kaleido 3 |
| Pixeldichte | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi |
| Gewicht | 175 g | 193 g | 138 g | 174 g |
| Wasserschutz | Ja | – | – | IPX8 |
| Blättertasten | Ja | – | Ja | – |
| Warmlicht | Ja | Ja | – | Ja |
| Speicher | 128 GB + microSD | 256 GB | 128 GB | 16 GB |
| Bluetooth | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Marktstart | 2025 | 2025 | 2025 | 2024 |
| Geräteseite | Zum Test | Zum Test | Zum Test |
Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.








