- 10,3″ Kaleido 3 · 300 / 150 ppi
- Farbdisplay
- Stifteingabe
- Warmlicht
- Android
- 420 g
Onyx Boox Note Air4 C
10,3-Zoll-Farb-E-Note mit starkem PDF- und Notizfokus
Auf einen Blick
Mit dem Note Air4 C aktualisiert BOOX seine 10,3-Zoll-Klasse genau dort, wo ein modernes E-Note heute überzeugen muss: beim Zusammenspiel von farbfähigem E-Ink-Display, offener Android-Plattform und einer Notizumgebung, die im Alltag tatsächlich produktiv wirkt. Das Gerät setzt auf ein Kaleido-3-Panel mit 300 ppi in Schwarzweiß und 150 ppi in Farbe, dazu auf 6 GB RAM, 64 GB Speicher, MicroSD-Erweiterung sowie Android 13 und richtet sich damit klar an Nutzerinnen und Nutzer, die Bücher, PDFs, Handschrift und App-Nutzung nicht auf mehrere Geräte verteilen wollen. Besonders gelungen ist die Kombination aus angenehmer Gehäuseform, homogenerem Frontlicht und den starken BOOX-Werkzeugen für Notizen und Dokumente, während die üblichen Grenzen farbiger E-Ink-Technik natürlich bleiben: Farben wirken matter als auf klassischen Tablet-Displays, die Oberfläche zeigt einen leichten Grauschleier und bei aktivem Frontlicht oder intensiver Stiftnutzung schrumpft die Ausdauer spürbar gegenüber reinen Schwarzweiß-Readern. Wer genau diese Mischung sucht, bekommt hier jedoch eines der derzeit überzeugendsten 10,3-Zoll-E-Note-Geräte.
Vorteile
- Sehr ausgewogenes 10,3-Zoll-Kaleido-3-Gerät mit starkem Frontlicht
- Offenes Android 13 mit Google Play, MicroSD sowie flexibler App-Nutzung
- Überzeugende Notiz- und PDF-Funktionen mit natürlichem Schreibgefühl
- Hochwertige Verarbeitung und angenehme Ergonomie für lange Sitzungen
Nachteile
- Farben bleiben matter und körniger als auf klassischen Tablet-Displays
- Akkulaufzeit sinkt bei Frontlicht, Stiftnutzung und dynamischen Apps deutlich
- Mitgelieferter Pen Plus wirkt einfacher als das übrige Gerät
Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?
Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.
- Handschriftliche NotizenStifteingabe auf dem Display Ideal
- PDFs und Fachliteratur10,3-Zoll-Display, nahe an A4 Ideal
- Comics, Magazine, KochbücherFarbdisplay (E Ink Kaleido 3) Ideal
- Apps aus anderen StoresAndroid 13, Apps installierbar Ideal
- Romane und SachbücherSehr scharf, aber 10,3 Zoll sind groß für eine Hand Gut
- Lesen im Bett und bei NachtFrontlicht mit regelbarem Warmlicht Ideal
Onyx Boox Note Air4 C im Überblick
Zwischen klassischem eReader und ausgewachsenem Notiztablet gibt es nur wenige Geräte, die so konsequent auf Farbdarstellung, Handschrift und offene App-Nutzung setzen wie das BOOX Note Air4 C. Die vierte Air-Generation bleibt der Grundidee der Reihe treu, wirkt also nicht wie ein radikaler Neustart, sondern wie eine gezielte Überarbeitung eines bereits sehr schlüssigen Konzepts: 10,3 Zoll E-Ink Kaleido 3, Android 13, 6 GB RAM, 64 GB Speicher, MicroSD und ein auf Notizen, PDFs sowie vielseitige Lektüre ausgelegtes Format. Interessant ist das Modell gerade deshalb, weil BOOX nicht versucht, aus einem eReader ein buntes Multimedia-Gerät zu machen, sondern ein Arbeitsgerät, das Farbe dort einsetzt, wo Markierungen, Diagramme, Magazine, Comics und Dokumente davon profitieren.
Hardware, Ergonomie und offene Plattform
Im Alltag lebt das Note Air4 C vor allem von seiner sehr stimmigen Bauform. Das Aluminiumgehäuse wirkt hochwertig und verwindungssteif, die asymmetrische Griffzone bleibt breit genug für längeres Halten, ohne klobig zu wirken, und die abgerundeten Kanten machen das Gerät gerade für längere Lese- und Schreibphasen angenehmer, als es die nüchternen Abmessungen von 226 x 193 x 5,8 Millimetern zunächst vermuten lassen. Wer das Vorgängermodell kennt, merkt schnell, dass BOOX hier nicht unnötig an einem gelungenen Format gedreht hat. Weniger überzeugend ist nur der mitgelieferte Pen Plus: Er erfüllt seinen Zweck zuverlässig, wirkt in Materialanmutung und Komfort aber etwas einfacher als die restliche Hardware und passt nicht ganz zum hochwertigen Anspruch, den das Gerät sonst ausstrahlt.

Ebenso wichtig ist die Plattform. Android 13, Google Play, USB-C mit OTG, Bluetooth 5.1, Wi-Fi, Lautsprecher, Mikrofon und MicroSD sorgen dafür, dass das BOOX weit offener auftritt als viele klassische Lesegeräte. Genau darin liegt eine seiner größten Stärken: Das Gerät lässt sich deutlich flexibler in bestehende Arbeitsabläufe einbinden, egal ob es um Cloud-Dienste, alternative Lese-Apps, Office-Tools oder spezialisierte Notiz-Workflows geht. Gleichzeitig bleibt E-Ink natürlich E-Ink, also sollte niemand iPad-ähnliche Reaktionsschnelligkeit erwarten. Für ein 10,3-Zoll-E-Note ist die Kombination aus offener Software, ordentlicher Leistung und alltagstauglicher Ausstattung aber sehr durchdacht, zumal BOOX die Oberfläche inzwischen stärker in Richtung Tablet-Bedienung entwickelt hat und damit vieles vertrauter und zugänglicher wirkt als bei älteren Generationen.

Display, Frontlicht und Farbdarstellung
Der eigentliche Charakter des Note Air4 C entsteht durch das 10,3-Zoll-Kaleido-3-Display. In Schwarzweiß arbeitet das Panel mit 2480 x 1860 Pixeln und 300 ppi, in Farbe mit 1240 x 930 Pixeln und 150 ppi, wodurch Bücher, Textdokumente und reine Notizseiten deutlich schärfer wirken als farbige Inhalte. Diese Einschränkung ist keine Schwäche dieses einen Geräts, sondern betrifft die Geräteklasse insgesamt, und BOOX geht damit vergleichsweise ausgewogen um. Farben erscheinen merklich sanfter und pastelliger als auf klassischen Tablet-Displays, doch gerade bei Markierungen, Magazinseiten, Coveransichten und Diagrammen bringt das Panel genug Mehrwert, um den Schritt zum Farb-E-Ink sinnvoll zu machen. Wer mit realistischen Erwartungen an die Technik herangeht, bekommt hier eines der stimmigeren Kaleido-3-Erlebnisse in dieser Größenklasse.
Noch wichtiger als die reine Farbfähigkeit ist im Alltag das Frontlicht. Genau hier legt das Note Air4 C im Vergleich zum Note Air3 C spürbar zu: Die Ausleuchtung wirkt heller, homogener und insgesamt angenehmer, wodurch das Gerät in Innenräumen deutlich entspannter nutzbar ist. Das ist deshalb relevant, weil farbige E-Ink-Panels konstruktionsbedingt dunkler und leicht körniger wirken als reine Schwarzweiß-Displays. BOOX fängt diesen Nachteil mit einer gut abgestimmten Frontbeleuchtung samt Farbtemperaturanpassung erfreulich souverän ab. Hinzu kommt BOOX Super Refresh, das Scrollen, Zoomen und dynamischere App-Oberflächen sichtbar brauchbarer macht, ohne die physikalischen Grenzen von E-Ink wegzuzaubern. Ghosting bleibt ein Thema, bei schnellen Inhalten liegt das Gerät klar unter klassischem Tablet-Niveau, doch im Rahmen der Technik präsentiert sich das Note Air4 C überraschend ausgereift.

Notizen, PDFs und die praktische Einordnung
Seinen größten Mehrwert spielt das Gerät dort aus, wo Lesen und Arbeiten ineinandergreifen. Die Kombination aus kapazitiver Touchbedienung und Wacom-Schicht macht handschriftliche Eingaben präzise und natürlich, die werkseitige Folienoberfläche unterstützt das papierähnliche Gefühl, und die BOOX-Notizsoftware gehört weiterhin zu den umfangreicheren Lösungen auf E-Ink-Geräten. Verschiedene Stiftwerkzeuge, Ebenen, Formen, Vorlagen, Audioaufnahmen, Handschriftumwandlung sowie Verknüpfungen zu Dateien oder Webseiten zeigen, dass BOOX dieses Modell nicht nur als Reader, sondern klar als Arbeitswerkzeug versteht. Gerade für Mitschriften, kommentierte Unterlagen und strukturierte Projekt-Notizen ist das überzeugend, weil die Software nicht nur viel kann, sondern inzwischen auch an mehreren Stellen sauberer und reifer wirkt als früher.

Besonders stark ist das Note Air4 C bei PDFs. Die 10,3-Zoll-Klasse ist groß genug, um Fachtexte, A4-nahe Layouts oder Studienunterlagen sinnvoll zu lesen, und BOOX kombiniert das mit flexiblen Ansichtsmodi, direkter Annotation ohne Umwege sowie einer insgesamt offenen Dateiverwaltung. Dazu kommt der NeoReader, der beim Textlesen viele Stellschrauben bietet und sich stärker personalisieren lässt als die Oberflächen vieler klassischer eReader. Dass lokale Wörterbücher und manche Detailoptionen etwas Eigeninitiative verlangen, gehört allerdings ebenfalls zur Wahrheit dieser Plattform: BOOX liefert enorme Freiheit, erwartet dafür aber auch mehr Einarbeitung als ein geschlosseneres Ökosystem. Genau deshalb passt das Gerät besser zu ambitionierten Nutzerinnen und Nutzern als zu Menschen, die einfach nur Bücher kaufen, öffnen und ohne jede Anpassung loslesen wollen.

Unterm Strich gehört das Note Air4 C zu den überzeugendsten Farb-E-Notes seiner Größe, weil hier Display, Frontlicht, Software und Offenheit ungewöhnlich sauber zusammenspielen. Die Akkulaufzeit bleibt unter realistischen Bedingungen klar besser als beim frühen Eindruck des Vorgängers, fällt bei aktivem Frontlicht, häufigem Schreiben oder dynamischeren Apps aber natürlich spürbar kürzer aus als bei reinen Schwarzweiß-Readern. Genau das ist der zentrale Kompromiss dieses Modells: Wer in erster Linie maximale Ausdauer und die knackigste E-Ink-Darstellung sucht, fährt mit einem reinen Schwarzweiß-Gerät besser. Wer dagegen farbige PDFs, Markierungen, Comics, offene Android-Apps und eine sehr starke Notizumgebung auf einem handlichen 10,3-Zoll-Format bündeln möchte, findet im Note Air4 C derzeit eines der rundesten Gesamtpakete im BOOX-Sortiment.
Onyx Boox Note Air4 C im Video
Testbericht
Von Chalid · Aktualisiert am
Beim ersten Blick auf das BOOX Note Air4 C habe ich mich gefragt, warum es dieses Update überhaupt braucht. Bildschirmgröße, Kaleido-3-Technik und Gehäusekonzept kennt man bereits vom Note Air3 C. Im Alltag ergeben die kleinen Änderungen dann aber ein überzeugendes Gesamtbild. Die Beleuchtung ist heller und gleichmäßiger, das Tablet etwas leichter, und die neue Startseite passt besser zu einem vielseitig genutzten Android-Gerät. Zusammen mit den ausgezeichneten PDF-Werkzeugen und den umfangreichen Notizfunktionen ist das Air4 C zum Testzeitpunkt meine stärkste Empfehlung unter den Farb-E-Ink-Tablets. Ein zwingender Wechselgrund für zufriedene Air3-C-Besitzer ist das trotzdem nicht.
Sehr gutes Gehäuse mit kleinen Ärgernissen
Die breite Grifffläche und die abgerundeten Kanten gehören weiterhin zu den besten Eigenschaften dieser Reihe. Das Tablet liegt sicher und angenehm in der Hand, ohne unnötig altmodisch breit zu wirken. Die Aluminiumkonstruktion fühlt sich stabil an und knarzt auch unter etwas Druck nicht. Mit 5,8 Millimetern ist das Gehäuse nicht so dünn wie das des BOOX Go 10.3. Diesen Unterschied merke ich im Alltag weniger als das geringere Gewicht: Rund 420 Gramm sind ungefähr 20 Gramm weniger als beim Air3 C. Wer das Gerät lange hält, kann auch eine solche kleine Einsparung zu schätzen wissen.

Weniger erfreulich ist der aufgedruckte Modellname auf der Rückseite. Schon durch gelegentliche Nutzung ohne Hülle beginnt sich der Schriftzug zu lösen. Das passt nicht zur ansonsten guten Verarbeitung. Auch die seitliche USB-C-Buchse hätte ich lieber anders platziert: Zum Laden muss ich jedes Mal die Hülle öffnen. Darunter sitzt der microSD-Steckplatz. Der ist willkommen, denn von 64 Gigabyte internem Speicher bleiben im Test nur ungefähr 37 Gigabyte frei. Für die meisten Bücher und Notizen reicht das, große Dokument- oder Comicbibliotheken können von einer Speicherkarte aber profitieren.
Gut gelöst ist die flache Einschalttaste oben mit integriertem Fingerabdrucksensor. Beim Drehen auf dem Tisch löse ich sie nicht so leicht versehentlich aus wie weiter hervorstehende Tasten anderer Geräte. Der Stift haftet seitlich magnetisch. Die Verbindung ist nicht besonders kräftig, machte mir im Alltag aber keine Schwierigkeiten. Der optionale Pen2 Pro hält etwas fester und hat einen Radierer. Dem beiliegenden Pen Plus fehlen dieser Radierer und für meinen Geschmack etwas Wertigkeit: Das gerippte Kunststoffgehäuse wirkt billig, auch wenn es technisch problemlos funktioniert. Die ab Werk aufgebrachte Schreibfolie ist zudem nicht kratzfest. Für Transport und Aufbewahrung würde ich die passende Hülle verwenden.
Die bessere Beleuchtung macht den Unterschied
Das 10,3-Zoll-Display verwendet weiterhin Kaleido 3. Über den schwarzen und weißen E-Ink-Partikeln liegt ein Farbfilter, mit dem sich bis zu 4.096 Farben darstellen lassen. Diese Farben sind gedämpft und eher pastellig. Wer die Leuchtkraft eines iPads erwartet, wird enttäuscht. Mir gefällt die zusätzliche Information durch Farben trotzdem sehr gut. Nach kurzer Gewöhnung fällt es mir schwer, wieder auf eine reine Schwarzweißanzeige zurückzugehen. Der Filter bringt allerdings auch eine feine Körnung mit. Aus ungefähr 30 bis 40 Zentimetern Leseabstand fällt sie wenig auf, aus der Nähe erkennt man sie deutlicher.
Der deutlichere Nachteil ist der dunklere Hintergrund ohne Beleuchtung. Der Farbfilter nimmt einen Teil des einfallenden Lichts weg. Deshalb ist die verbesserte Beleuchtung so wichtig: Im Mittel erreicht das Air4 C bei maximaler Einstellung rund 69 Nits und damit ungefähr 50 Prozent mehr als das Air3 C. Gleichzeitig ist sie gleichmäßiger. Einen sehr leichten Verlauf gibt es noch, im Alltag muss ich aber schon genau hinsehen. Auch die Farbtemperatur lässt sich bis zu einem warmen Orangeton anpassen. Für mich ist das die spürbarste Verbesserung dieses Modells, weil sie beim Lesen und Betrachten farbiger Dokumente ständig hilft.

Mit heller Beleuchtung wirken die Farben kräftiger. Auch unabhängig davon hat das Air4 C im direkten Vergleich etwas bessere Farben als das Air3 C. Der lebhafte Farbmodus greift stärker ein als zuvor, verliert dabei aber Details. Ob er sinnvoll ist, hängt vom Inhalt ab. Unter den im Test verglichenen Kaleido-3-Geräten bietet das Air4 C für mich die wahrscheinlich beste Mischung aus Kontrast, Sättigung und Zeichnung. Gegenüber dem reMarkable Paper Pro bleibt besonders Gelb klar im Nachteil. Dessen Gallery-3-Technik stellt Gelbtöne deutlich kräftiger dar, zieht andere Farbtöne allerdings ebenfalls etwas in diese Richtung. Einen pauschalen Sieger für jede Farbe gibt es hier nicht.
Ghosting ist mit dieser Überarbeitung nicht verschwunden. Besonders bei bildreichen Seiten bleiben Spuren des vorherigen Inhalts stehen. Wie stark das auffällt, hängt von App, Inhalt und Anzeigemodus ab. Die Einstellungen helfen, brauchen aber etwas Aufmerksamkeit. BOOX Super Refresh beschleunigt dynamische Inhalte erheblich, senkt dafür die Bildqualität und erreicht weiterhin nicht das Tempo eines LCDs. Zum ruhigen Lesen verwende ich deshalb nicht automatisch den schnellsten Modus. Die Stärke liegt darin, zwischen sauberer Darstellung und höherer Geschwindigkeit passend zur Anwendung wählen zu können.
Vielseitiges Android und umfangreiche Notizen
Im Inneren arbeiten ein Snapdragon 690 und sechs statt zuvor vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Der im Benchmark gemessene Leistungsgewinn von ungefähr 20 Prozent fällt im Alltag weniger dramatisch aus, weil schon das Air3 C für E Ink schnell genug war. Wichtiger sind Android 13 und die neue, von der Tab-Reihe übernommene Startseite. Sie fühlt sich für Android-Nutzer vertrauter an und ist flexibler als die bisherige eReader-Oberfläche. Auf dem Testgerät war der Sicherheitsstand Oktober 2024 installiert. Das war damals ein positiver Schritt.

Apps lassen sich über Google Play oder per APK installieren. Stereolautsprecher und Mikrofon erweitern die Einsatzmöglichkeiten zusätzlich. Android ist hier stark an E Ink angepasst und funktioniert deshalb anders als auf einem gewöhnlichen Tablet. Die vielen Optionen können anfangs überfordern. Nach der Einarbeitung schätze ich diese Anpassungen aber sehr. Die meisten Apps laufen bereits mit den Voreinstellungen brauchbar. OneNote etwa braucht keine besondere E-Ink-Konfiguration. Ganz reibungslos ist es trotzdem nicht: Zum endgültigen Darstellen der Striche ist ein zusätzlicher Tipp nötig. Benutzbar bleibt die Anwendung aber.
In der eigenen Notiz-App ist das Schreiben besonders direkt. Die gemessene Verzögerung liegt knapp unter 20 Millisekunden und damit auf ähnlichem Niveau wie beim Vorgänger. Die Oberfläche bietet etwas mehr Reibung. Mit der weichen Wacom-Spitze erinnert mich das eher an einen Filzstift als an einen Bleistift, fühlt sich aber angenehm analog an. Stiftarten, Ebenen, Formen, Vorlagen, Audioaufnahmen, Handschriftumwandlung und Links zu Dateien, Webseiten oder anderen Notizseiten ergeben einen großen Werkzeugkasten. Bei passenden Pinseln kommen Druck- und Neigungserkennung hinzu. Das macht das Air4 C auch zum Skizzieren interessant.
Neu ist die Möglichkeit, Seiten mit einer Gliederung zu versehen und daraus ein Inhaltsverzeichnis für das Notizbuch aufzubauen. Die Bedienung ist weniger direkt als bei Supernote. Dafür kann ich den Eintrag unabhängig vom eigentlichen Seiteninhalt festlegen, was mehr Freiheit gibt. Gerade in langen Arbeitsnotizbüchern ist das ausgesprochen nützlich. Kleine Verbesserungen wie sinnvoll gekürzte statt am Rand abgeschnittene Beschriftungen machen die App zudem etwas sauberer. Man merkt, dass BOOX nicht nur neue Funktionen ergänzt, sondern auch bestehende Bedienungsdetails nacharbeitet.

Für die Synchronisation über ein Onyx-Konto kann man zwischen europäischen, US-amerikanischen und den Standardservern wählen. Dennoch sehe ich im Test gelegentliche Verbindungen zu chinesischen Servern, obwohl ich keine Cloud-Dienste nutze und die automatische Suche nach Updates deaktiviert habe. Welche Inhalte dabei übertragen werden, bleibt unklar. Eine vollständige Abwahl solcher Verbindungen würde ich begrüßen. Die vorhandene Datenschutzerklärung beantwortet diese praktische Frage für mich nicht. Wer das selbst kontrollieren möchte, kann eine Software-Firewall einsetzen.
Ausgezeichnete PDFs, Laufzeit mit wichtigen Bedingungen
Für PDFs bietet BOOX für mich zum Testzeitpunkt weiterhin die besten Funktionen auf E Ink. Besonders gern nutze ich den Spaltenmodus: Er vergrößert einen Ausschnitt und springt anschließend geordnet zum nächsten. Mehrspaltige wissenschaftliche Artikel lassen sich dadurch viel besser lesen. Für Comics reicht oft die Anpassung an die Bildschirmbreite, und bei Bedarf funktioniert auch das Vergrößern mit zwei Fingern ordentlich. Anmerkungen kommen direkt in die PDF. Ich kopiere die Datei auf das Gerät, schreibe hinein und übertrage sie anschließend zurück auf den Computer. Eine besondere Konvertierung ist nicht nötig. Die Handballenerkennung ist allerdings nicht immer zuverlässig. Für längeres Schreiben auf einer Seite hilft es, die Touch-Eingabe vorübergehend auszuschalten.

Normale eBooks profitieren von Filtern und Sortierung in der Bibliothek sowie vielen Einstellungen für die Textgestaltung. Eigene Layouts lassen sich als Themen speichern und schnell wieder aufrufen. Das Wörterbuch arbeitet zunächst online. Lokale Wörterbücher sind möglich, müssen aber selbst beschafft und installiert werden, was unnötig umständlich ist. Die Vorlesefunktion nutzt Androids Sprachsynthese und erlaubt zusätzliche Stimmen, Sprachen und Dialekte. Ein professionell gesprochenes Hörbuch ersetzt sie klanglich nicht. Wenn ich zeitweise nicht auf die Seite schauen kann, ist sie trotzdem eine nützliche Ergänzung.
Bei der Laufzeit ist der Vergleich mit dem Air3 C wichtig. Dessen schwaches ursprüngliches Ergebnis wurde durch Softwareupdates deutlich verbessert. Ohne Beleuchtung und mit einem Seitenwechsel alle 15 Sekunden verlor das Air4 C ungefähr 2,5 Prozent pro Stunde, das erneut getestete Air3 C nur etwa zwei Prozent. Das neue Modell ist unter diesen Bedingungen also nicht überlegen. Mit auf 30 Nits eingestelltem Licht lag das Air4 C bei vier Prozent pro Stunde, entsprechend ungefähr 25 Stunden. Auf maximaler Helligkeit stieg der Verbrauch auf etwa 9,5 Prozent pro Stunde beziehungsweise rund zehn Stunden Gesamtlaufzeit. Dabei leuchtet es allerdings erheblich heller als der Vorgänger. Bei vergleichbarer Helligkeit liegen beide näher beieinander.
Andere Anwendungen verändern das Bild stark. YouTube im schnellsten Modus bei voller Beleuchtung verbrauchte ungefähr 22 Prozent pro Stunde und kam damit rechnerisch auf 4,5 Stunden. Das ist ein Extremfall, zeigt aber die mögliche Spannweite. Beim Schreiben ohne Licht sind ungefähr zehn Stunden zu erwarten. Mit an die Umgebung angepasster Beleuchtung halte ich sieben bis acht Stunden für eine sinnvolle Orientierung. Für ein so vielseitiges Gerät ist das ordentlich. Die Aussage, das Air4 C behebe allein das Laufzeitproblem des Air3 C, wäre nach dessen Updates aber falsch.
Das Note Air4 C hat mich mit seinen Detailverbesserungen überzeugt. Es verbindet ein angenehm gebautes Gehäuse, gute Stifteingabe, sehr starke PDF-Funktionen und offenes Android mit einer deutlich angenehmeren Farbanzeige. Die Lernkurve, Nachbilder und Fragen zu Hintergrundverbindungen gehören weiterhin dazu. Wer ein vielseitiges Farb-E-Ink-Tablet sucht, sollte dieses Modell im getesteten Vergleich sehr weit oben einordnen. Wer schon ein Air3 C besitzt, kann dagegen meist bleiben. Zum Wechsel würde ich vor allem dann raten, wenn dessen Beleuchtung im eigenen Alltag wirklich stört. Die übrigen Fortschritte sind willkommen, für sich genommen aber klein.
Datenblatt: Onyx Boox Note Air4 C
- Display 10,3″ Kaleido 3 Farbe, Touchscreen
- Auflösung 300 / 150 ppi 2480 × 1860 Pixel
- Gewicht 420 g 226 × 193 × 5,8 mm
- Speicher 64 GB plus Speicherkartenslot
- Wasserschutz Keine von Wasser fernhalten
- Licht Warm + kalt Farbtemperatur regelbar
- Bedienung Touch + Stift keine Blättertasten
- Audio Lautsprecher plus Bluetooth
Allgemein
- Hersteller
- BOOX
- Gerätetyp
- eReader, E-Note
- Marktstart
- 2024
- Preis zum Marktstart
- 550 €
- Farben
- Schwarz
Display
- Technologie
- E Ink Kaleido 3
- Größe
- 10,3 Zoll
- Auflösung
- 2480 × 1860 px
- Pixeldichte
- 300 / 150 ppi
- Farbdisplay
- Ja
- Farbtiefe
- 4096 colors
- Touchscreen
- Ja, kapazitiv + EMR-Stift
- Beleuchtung
- Frontlicht mit Warmlicht
- Plane Front
- Ja
Gehäuse & Bedienung
- Maße
- 226 × 193 × 5,8 mm
- Gewicht
- 420 g
- Wasserschutz
- Nein
- Blättertasten
- Nein
- Lagesensor
- Ja
Verbindungen
- USB
- USB-C
- Bluetooth
- Ja
- WLAN
- Ja, 2,4 und 5 GHz
- Mobilfunk
- Nein
Hardware
Unterstützte Dateiformate
- CAJ
- DJVU
- CBR
- CBZ
- EPUB
- EPUB3
- AZW3
- MOBI
- TXT
- DOC
- DOCX
- FB2
- CHM
- RTF
- HTML
- ZIP
- PRC
- PPT
- PPTX
- PNG
- JPG
- BMP
- TIFF
- WAV
- MP3
Alle Angaben ohne Gewähr. Werte ohne gesicherte Angabe werden nicht angezeigt.
Alternativen zum Onyx Boox Note Air4 C
Geräte derselben Klasse mit dem entscheidenden Unterschied, aus unserer Gerätedatenbank.
- Wenn der Preis zählt

Onyx Boox Go 10.3
UVP 420 € · 2024- 130 € günstiger (UVP)
- 45 g leichter
- Kein Warmlicht
- Ähnliches Gerät

PocketBook InkPad Eo
ab 359,10 € · 2024- 19 € teurer (UVP)
- 50 g schwerer
- Wenn es leichter sein soll

Viwoods AiPaper
ab 554,99 € · 2024- 50 g leichter
- Kein Warmlicht
- Nur Schwarzweiß
Im Vergleich
| Merkmal | Onyx Boox Note Air4 C | Onyx Boox Go 10.3 | PocketBook InkPad Eo | Viwoods AiPaper |
|---|---|---|---|---|
| Aktueller Bestpreis | ? | ? | 359,10 € | 554,99 € |
| UVP zum Marktstart | 550 € | 420 € | 569 € | ? |
| Display | 10,3″ Kaleido 3 | 10,3″ Carta 1200 | 10,3″ Kaleido 3 | 10,7″ Carta 1300 |
| Pixeldichte | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi |
| Gewicht | 420 g | 375 g | 470 g | 370 g |
| Wasserschutz | – | – | – | ? |
| Blättertasten | – | – | – | – |
| Warmlicht | Ja | – | Ja | – |
| Speicher | 64 GB + microSD | 64 GB | 64 GB + microSD | 128 GB |
| Bluetooth | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Marktstart | 2024 | 2024 | 2024 | 2024 |
| Geräteseite | Zum Test | Zum Gerät | Zum Test |
Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.








