- 10,3″ Kaleido 3 · 300 / 150 ppi
- Farbdisplay
- Stifteingabe
- Blättertasten
- Warmlicht
- 430 g
Boox Note Air 5C
10,3-Zoll-Farb-E-Note mit starkem Schreibgefühl, sehr guter PDF-Umgebung und offener Android-Basis
Auf einen Blick
Mit dem BOOX Note Air 5C schärft BOOX seine 10,3-Zoll-Reihe genau an den richtigen Stellen nach: beim Schreibgefühl, bei PDFs und beim Umgang mit dem dunkleren Kaleido-3-Panel im Alltag. Das E-Note verbindet eine präzise Stifteingabe, eine sehr flexible Android-Umgebung und für diese Klasse ungewöhnlich starke Dokumentfunktionen zu einem Arbeitsgerät, das deutlich mehr kann als ein reiner Reader. Zwar bleiben Farben matter und körniger als auf einem klassischen Tablet und die Akkulaufzeit sinkt mit häufig genutztem Frontlicht spürbar, doch als offenes Farb-E-Note mit Stift, App-Freiheit und ausgereiften PDF-Funktionen gehört das BOOX Note Air 5C klar zu den spannendsten Geräten seiner Größenklasse.
Vorteile
- Präzises Schreibgefühl mit Pen3
- Sehr gute PDF-Umgebung
- Offenes Android 15 mit Google Play
- Frontbeleuchtung mit Farbtemperaturanpassung
- Hochwertiges Gehäuse mit Hardware-Tasten
Nachteile
- Spürbar kürzere Laufzeit mit viel Frontlicht
- Kaleido 3 dunkler und körniger als ein Tablet
- BOOX-Oberfläche nicht ganz so intuitiv
- Seitentasten und magnetische Stifthalterung mit kleinen Detailschwächen
Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?
Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.
- Handschriftliche NotizenStifteingabe auf dem Display Ideal
- PDFs und Fachliteratur10,3-Zoll-Display, nahe an A4 Ideal
- Comics, Magazine, KochbücherFarbdisplay (E Ink Kaleido 3) Ideal
- Apps aus anderen StoresAndroid 15, Apps installierbar Ideal
- Romane und SachbücherSehr scharf, aber 10,3 Zoll sind groß für eine Hand Gut
- Lesen im Bett und bei NachtFrontlicht mit regelbarem Warmlicht Ideal
Boox Note Air 5C im Überblick
Farbige E-Ink-Geräte gibt es inzwischen einige, doch nur wenige Modelle versuchen so konsequent, Lesen, Notizen, PDFs und freie App-Nutzung in einem einzigen Format zusammenzuführen wie das BOOX Note Air 5C. BOOX bleibt der bekannten Air-Linie treu, setzt also nicht auf einen kompletten Neustart, sondern auf eine Reihe gezielter Verbesserungen: Android 15, Pen3, eine spürbar überarbeitete Schreiboberfläche, neue Seitentasten, vorbereitete Tastaturanbindung und eine hellere Frontbeleuchtung. Genau dadurch wirkt das Gerät nicht wie ein bloßes Datenblatt-Update, sondern wie der Feinschliff eines bereits sehr starken Konzepts. Das 10,3-Zoll-Modell positioniert sich zwischen klassischem eReader, E-Note und leichtem Arbeitstablet und tritt damit direkt gegen Geräte wie das reMarkable Paper Pro, größere BOOX-Farbmodelle und den unmittelbaren Vorgänger an.
Ergonomie, Gehäuse und neue Hardware-Details
Seine größte Stärke zeigt das BOOX Note Air 5C schon beim ersten Anfassen. Die asymmetrische Griffseite gehört weiterhin zu den besten Lösungen in dieser Klasse, weil sich das Gerät dadurch sicher halten lässt, ohne ständig den Bildschirm zu berühren, und weil die abgerundeten Kanten gerade bei längeren Lese- oder Schreibphasen angenehmer wirken, als die nüchternen Maße von 225 x 192 x 5,8 Millimetern zunächst vermuten lassen. Das Unibody-Gehäuse aus Aluminium wirkt hochwertig und ruhig, zugleich zeigt sich aber auch, dass BOOX hier nicht nur Bewährtes wiederholt, sondern neue Ideen ausprobiert. Auf der Rückseite sitzen nun Pogo-Pins für eine Tastaturhülle, an der rechten Seite kommen zusätzliche Tasten hinzu, die sich unter anderem zum Blättern oder für andere Schnellfunktionen nutzen lassen. Gerade diese physischen Bedienelemente sind im E-Ink-Kontext ein echter Gewinn, weil sie dem Gerät etwas von der direkten Haptik zurückgeben, die viele reine Touch-Konzepte verloren haben.

Die asymmetrische Griffseite und die zusätzlichen Tasten unterstreichen den praxisorientierten Hardware-Ansatz des Geräts.
Ganz ohne Haken bleibt die neue Hardware allerdings nicht. Mit 440 Gramm ist das Note Air 5C etwas schwerer als sein direkter Vorgänger und damit für ein 10,3-Zoll-Farbgerät zwar noch gut tragbar, aber nicht mehr ganz so leichtfüßig wie zuvor. Auch die Seitentasten sind nicht in jeder Hinsicht perfekt gelöst: Sie sitzen praktisch für den Daumen, geraten beim Drehen des Geräts oder beim Ablegen des Stifts aber teilweise in die Quere. Hinzu kommt, dass die Magnetposition des Pen3 nicht in jeder Lage gleich überzeugend ausfällt. Das sind keine gravierenden Konstruktionsfehler, wohl aber kleine Reibungspunkte, die man im Alltag merkt. Gerade deshalb wirkt das Gerät so interessant: Es ist nicht auf sterile Perfektion getrimmt, sondern auf echten Nutzen, und dieser Nutzen wiegt insgesamt deutlich schwerer als die Detailkritik.
Schreibgefühl, Farbbildschirm und E-Ink-typische Kompromisse
Noch klarer wird die Ausrichtung beim Schreiben. BOOX hat die Oberfläche in Richtung eines raueren, papiernäheren Gefühls weiterentwickelt, ohne daraus eine künstliche Marketingnummer zu machen. Die neue Folie auf dem Glas erzeugt mehr Widerstand als bei früheren Note-Air-Modellen, sodass der Stift auf dem Bildschirm kontrollierter und etwas analoger wirkt. Zusammen mit dem Pen3 fühlt sich das Notieren direkter und ausgereifter an als bei der vorherigen Generation. Besonders wichtig ist dabei die sehr niedrige Latenz: In dieser Größenklasse arbeitet das BOOX beim Schreiben außergewöhnlich flott und präzise, was Handschrift, Skizzen und Randnotizen zugutekommt. Wer das Gerät in erster Linie als digitales Notizbuch, Markierwerkzeug oder Arbeitsfläche für Unterricht, Studium und Projektunterlagen einsetzen will, bekommt hier eines der stärkeren Argumente für ein offenes BOOX-Modell überhaupt.

Die Notizansicht wirkt direkt und flexibel, weil Werkzeugleiste, Leinwand und Stift ohne Umwege zusammenspielen.
Zum Charakter des Geräts gehört aber ebenso der Farbbildschirm. Das 10,3-Zoll-Kaleido-3-Panel liefert 300 ppi in Schwarzweiß und 150 ppi in Farbe, wodurch Texte weiterhin angenehm scharf bleiben, während Diagramme, Magazine, Comics und farbige Markierungen profitieren. Gleichzeitig gelten die bekannten Grenzen dieser Technik natürlich weiter: Die Farbdarstellung bleibt pastellig statt leuchtend, das Panel wirkt ohne Licht dunkler als ein reines Schwarzweiß-E-Ink-Display, und bei genauerem Hinsehen zeigt sich der typische leichte Körnungseffekt der Farbschicht. BOOX kaschiert diese Grenzen jedoch besser als viele Konkurrenzgeräte derselben Klasse. Die kräftigere Frontbeleuchtung hellt das Panel in Innenräumen deutlich stärker auf, die einstellbare Farbtemperatur hilft am Abend, und das reduzierte Ghosting sorgt dafür, dass das Gesamtbild im Alltag ruhiger wirkt. Zwar wird aus dem Note Air 5C dadurch kein Gerät mit leuchtender Farbwiedergabe, doch als farbfähiges Arbeitsdisplay wirkt es ausgewogener und stimmiger als viele andere Kaleido-3-Geräte.

Im direkten Vergleich bleibt die Farbdarstellung zurückhaltend, wirkt für Comics, Markierungen und Grafiken aber gut nutzbar.
Android 15, PDF-Stärke und die richtige Zielgruppe
Seine eigentliche Sonderstellung erarbeitet sich das BOOX Note Air 5C aber über die Software. Android 15 und Google Play machen das Gerät im BOOX-Universum derzeit besonders zukunftssicher, weil App-Unterstützung und Sicherheitsbasis länger tragfähig bleiben dürften als bei älteren Generationen. Dazu kommt die typische Offenheit der Reihe: Cloud-Dienste, alternative Reader, Office-Werkzeuge, Wörterbücher, Lern-Apps oder spezialisierte Arbeitsanwendungen lassen sich ohne größere Verrenkungen nachrüsten. Genau diese Flexibilität unterscheidet das Modell so deutlich von geschlosseneren Geräten wie dem Kindle Scribe oder dem reMarkable Paper Pro. Zur Wahrheit gehört aber auch die Kehrseite: Die BOOX-Oberfläche ist leistungsfähig, wirkt jedoch nicht so selbsterklärend wie bei den geschlossenen Konkurrenten, und manche Menüs oder Übersetzungen fühlen sich weiterhin etwas technischer an, als es Einsteiger gern hätten.
Besonders stark bleibt das Gerät bei PDFs. Für A4-nahe Dokumente, wissenschaftliche Texte, Berichte, Skripte und Unterlagen mit Grafiken ist die 10,3-Zoll-Klasse nach wie vor eines der praktischsten Formate im E-Ink-Bereich, und BOOX legt mit seinen Ansichtsmodi, Themen, Spaltenansichten und der direkten Annotation noch einmal nach. PDFs lassen sich ohne Umwege mit dem Stift kommentieren, farbige Diagramme profitieren sichtbar vom Panel, und die gesamte Umgebung wirkt mehr wie ein echtes Arbeitswerkzeug als wie ein Reader mit Zusatzfunktion. Auch bei eBooks, Comics und Sprachausgabe zeigt das Note Air 5C, wie breit die Plattform inzwischen aufgestellt ist. Genau darin liegt die große Stärke des Geräts: Es will nicht nur Bücher anzeigen, sondern ein zentraler digitaler Arbeitsplatz auf E-Ink-Basis sein.

Auf dem 10,3-Zoll-Format bleiben PDF-Seiten gut lesbar und lassen sich direkt im Dokument bearbeiten.
Unterm Strich ist das BOOX Note Air 5C derzeit eines der überzeugendsten 10,3-Zoll-Farb-E-Ink-Geräte, weil hier Schreibgefühl, PDF-Kompetenz, Android-Offenheit und alltagstaugliche Hardware ungewöhnlich sauber zusammenspielen. Die Akkulaufzeit bleibt der wichtigste Kompromiss dieses Pakets, denn mit aktivem Frontlicht und intensiver Nutzung sinkt die Ausdauer spürbar und fällt sogar etwas schwächer aus als beim direkten Vorgänger. Wer vor allem maximale Laufzeit, absolute Einfachheit oder ein möglichst helles Schwarzweiß-Panel sucht, fährt mit anderen Geräteklassen besser. Wer dagegen ein vielseitiges E-Note mit Farbe, starker Stifteingabe, sehr guten PDF-Funktionen und echtem App-Spielraum sucht, findet im BOOX Note Air 5C ein bemerkenswert rundes Gesamtpaket.
Boox Note Air 5C im Video
Testbericht
Von Chalid · Aktualisiert am
Das BOOX Note Air 5C wirkt zunächst wie ein kleines Update eines ohnehin sehr guten E-Ink-Tablets. Im Alltag fällt der Fortschritt aber deutlicher aus als auf dem Datenblatt: Farbige Seiten hinterlassen weniger Reste, der Stift reagiert schneller und das Frontlicht hat spürbar mehr Reserven. Dazu kommen Android 15 und eine aufgeräumtere Bedienung. Die Verbindung aus Lesen, Schreiben und frei installierbaren Apps gelingt damit ausgesprochen gut. Ein vorhandenes Note Air 4C muss man trotzdem nicht gleich austauschen. Dafür sind die beiden Geräte zu ähnlich, und ausgerechnet bei der Ausdauer macht das neue Modell einen kleinen Schritt zurück.
Gutes Gehäuse, eigenwillige Stiftbefestigung
Die asymmetrische Grifffläche bleibt eine der Stärken der Note-Air-Reihe. Rechts- wie Linkshänder können das Tablet halten, ohne ständig das Display zu berühren; die abgerundeten Kanten liegen angenehm in der Hand. Das Aluminiumgehäuse wiegt allerdings 440 Gramm und damit rund 20 Gramm mehr als beim 4C. Das fällt auf und liegt für diese Größenklasse etwas über dem Durchschnitt. Neu sind rückseitige Kontakte für eine angekündigte Tastaturhülle, die ich noch nicht ausprobieren konnte, sowie Lautstärketasten rechts. Die Tasten klicken angenehm; man kann damit blättern oder sie per langem Druck mit Funktionen wie Bildauffrischung, FreeMark und App-Start belegen. Ein leichtes Klappern mindert den hochwertigen Eindruck etwas.

Weniger gelungen ist das Zusammenspiel von Tasten und Stift. Unterhalb der Tasten haftet der BOOX Pen 3 schwächer als der Stift am 4C. Schiebt man ihn zur Mitte hinauf, sitzt er deutlich fester, drückt dort aber die Leiser-Taste. Das ist eine unnötig ungeschickte Lösung. Der Stift selbst ist dagegen angenehmer geworden: Die matte Oberfläche fühlt sich besser an als der gerippte Kunststoff des Pen Plus, unter der Kappe lassen sich Ersatzspitzen aufbewahren. Als passiver Wacom-EMR-Stift braucht er keinen Akku und lässt sich durch kompatible Modelle ersetzen. Ein Radierer am oberen Ende fehlt weiterhin. Auch der Clip hilft wenig, weil die magnetische Kappe unter der Hüllenlasche nicht sicher genug hält.
Die neue Hülle hat endlich eine Aussparung für USB-C. Zum Laden muss man sie dadurch nicht mehr aufklappen. Auch das Falten zum Ständer funktioniert natürlicher und eignet sich für Hoch- und Querformat. Die leicht strukturierte Außenseite fühlt sich etwas besser an, bleibt aber eindeutig synthetisch. Beim Umschlagen hängt ein Teil lose herunter, weil dort eine zusätzliche magnetische Fixierung fehlt. Die abnehmbare magnetische Lasche sorgt auf Wunsch für eine aufgeräumte Optik, ist für mich aber weniger praktisch als eine fest montierte: ein weiteres kleines Teil, das beim Benutzen irgendwo landet. Diese Details verhindern gutes Arbeiten nicht, wirken bei einem sonst so durchdachten Gehäuse aber unfertig.

Snapdragon 690, sechs GB RAM und 64 GB Speicher bleiben vom Vorgänger bekannt. Rund 46 GB sind tatsächlich nutzbar, neun GB mehr als beim 4C; eine microSD-Karte erweitert den Platz. Stereo-Lautsprecher sind ordentlich laut, Mikrofon, WLAN und Bluetooth ebenfalls vorhanden. Der flache Einschalter oben enthält den Fingerabdrucksensor und stört beim Drehen kaum. Das Tablet reagiert insgesamt sehr schnell, auch wenn einzelne PDF-Aktionen minimal langsamer als auf dem 4C ablaufen. Einen Schutz gegen eindringendes Wasser oder Staub gibt es weiterhin nicht. Ebenso fehlen Gummifüße, die das Rutschen auf dem Tisch verhindern würden.
Schnelles Schreiben und weniger Bildreste
Beim ersten Schreiben wirkte die neue Oberflächenfolie etwas quietschig. Nach vorsichtigem Reinigen mit einem Mikrofasertuch verschwand das, und übrig blieb ein sehr angenehmer, etwas höherer Widerstand als bei älteren Note-Air-Modellen. Das fühlt sich analoger an, eher wie ein Filzstift als wie ein Bleistift, ist aber auch Geschmackssache. Die Folie sitzt deutlich fester auf dem Glas als früher und lässt sich nach dem Abziehen nicht wieder verwenden. Die gemessene Stiftlatenz von nur 16 Millisekunden liegt rund 20 Prozent unter dem 4C. Der größere Tab X C reagiert noch schneller, der Air 5C zeichnet mit EMR dafür etwas präziser und ohne dessen typische leichte Wellen in diagonalen Linien. Der Abstand zwischen Spitze und digitalem Strich bleibt sichtbar, ist aber unproblematisch. Für mich liefert das Note Air 5C damit die bislang beste Kombination aus Schreibgefühl und Schreibleistung unter den BOOX-Tablets dieser Größe.

Kaleido 3 verbindet scharfes Schwarzweiß-E-Ink mit einem RGB-Farbfilter. Daraus ergeben sich 300 ppi für Schwarzweiß, 150 ppi für Farbe und bis zu 4.096 Farbtöne. Diagramme, Markierungen und Illustrationen werden dadurch leichter verständlich, die Farben bleiben aber pastellig. Ohne Frontlicht ist der Hintergrund dunkler als bei einem reinen Schwarzweißgerät; aus ungefähr 30 Zentimetern oder weniger erkennt man außerdem eine feine Körnung. Bei normalem Leseabstand und 30 bis 40 Nits treten diese Nachteile weitgehend zurück. Wer gar keine Farbe braucht, muss sie auch nicht mitkaufen. Ihr Nutzen entsteht hier durch Inhalte, die in Graustufen Informationen verlieren, nicht durch eine LCD-ähnliche Leuchtkraft.
Gegenüber dem 4C sind die Farbunterschiede im direkten Alltagseindruck klein, gegenüber dem älteren 3C deutlicher. Der Tab X C liefert weiterhin die lebendigeren Farben. Dafür erreicht das Frontlicht des Air 5C im Mittel maximal etwa 101 Nits, während 4C und Tab X C ungefähr 65 bis 70 Nits schaffen. Das ist eine nützliche Reserve, die den Hintergrund richtig weiß erscheinen lässt. Bei hoher Helligkeit fällt allerdings ein Verlauf stärker auf. Etwas heruntergeregelt stört er im Alltag kaum, bei vollflächigen Farbinhalten praktisch gar nicht. Die Lichtfarbe lässt sich bis zu warmem Orange verändern, was zugleich die Bildfarben verschiebt. Draußen profitieren Lesbarkeit und Farbsättigung vom kräftigen Umgebungslicht.

Noch wertvoller als die zusätzliche Helligkeit ist das geringere Ghosting. In der eingebauten Lese-App bleiben bei Comics oft nur schwer erkennbare Reste vorheriger Seiten, während das 4C dafür mehr Einstellarbeit verlangte. Auch andere Apps profitieren, wenn auch weniger stark. Völlig verschwunden sind Bildreste nicht. Das überarbeitete E-Ink-Center bietet hauptsächlich HD und Speed, gelegentlich zusätzlich Regal, statt vier oder fünf gleichberechtigter Modi. Das macht den Einstieg leichter. Einzelne Optionen erscheinen aber nur in passenden Apps, und die frühere Übersicht der Einstellungen aller Apps fehlt. Vorgefertigte Ansichten helfen beim schnellen Wechsel, bringen aber zusätzliche Menüebenen mit. Insgesamt finde ich die Vereinfachung gelungen, auch wenn erfahrene Nutzer zunächst umlernen müssen.
Viel Freiheit für Notizen, Dokumente und Apps
Android 15 und der beim Test vorhandene Sicherheitspatch vom Oktober 2025 sind eine erfreulich aktuelle Grundlage. Google Play ist integriert, eigene APK-Dateien ließen sich ebenfalls installieren. Die meisten getesteten Apps funktionierten ohne besondere Anpassung. Die stark veränderte BOOX-Oberfläche bleibt trotzdem etwas anderes als ein gewöhnliches Android-Tablet. Man muss mehr lernen als bei reMarkable oder Kindle Scribe, und je nach Sprache begegnen einem ungeschickte Übersetzungen. Die neuere Android-Basis verbessert die Aussicht auf länger kompatible Apps; versprochen sind künftige Systemupdates damit aber nicht.
Die Notiz-App ist außergewöhnlich umfangreich: Stiftarten mit passender Druck- und Neigungserkennung, Farben, eigene Vorlagen, Ebenen, Formen, Handschriftsuche, Audioaufnahmen und Inhaltsverzeichnisse greifen ineinander. Besonders praktisch sind frei platzierbare, skalierbare Werkzeugleisten, deren Zusammenstellung man speichern und per Geste ein- oder ausblenden kann. Endlose Notizen erweitern die Fläche in alle Richtungen, etwa für eine Mindmap. Leider sind sie ein eigener Notiztyp mit stets nur einer Seite. Ich hätte diese Funktion lieber direkt in normalen Notizbüchern. Über vergrößerte Seitenränder oder Verknüpfungen zwischen Notizen lässt sich Ähnliches erreichen, aber umständlicher. Die Möglichkeiten sind enorm; der einfachste Weg dorthin ist nicht immer offensichtlich.

Notizen können lokal in verschiedenen Formaten und Größen exportiert oder über ein Onyx-Konto synchronisiert werden. Dafür stehen unter anderem europäische und US-Server zur Wahl. Im Test gab es trotzdem gelegentliche Verbindungen zu chinesischen Servern, auch abseits bewusst verwendeter Cloud-Dienste oder Update-Abfragen. Welche Daten dabei übertragen wurden, konnte ich nicht feststellen. Wünschenswert wäre eine Möglichkeit, solche Hintergrundverbindungen ganz abzuschalten. Wer den Netzwerkverkehr gezielt begrenzen möchte, kann eine Software-Firewall einsetzen.
Bei PDFs spielt das Note Air 5C seine Flexibilität besonders überzeugend aus. Der Spaltenmodus vergrößert Abschnitte einer A4- oder Letter-Seite und springt nacheinander durch sie, statt ständiges Verschieben mit dem Finger zu verlangen. Wiederkehrende Ansichten lassen sich als Themen speichern. Auf dem PDF kann man ohne vorherige Umwandlung direkt schreiben. Anschließend kopiert man die Datei aus dem Speicher und arbeitet am Computer mit den enthaltenen Anmerkungen weiter. Für Fachtexte mit mehreren Spalten, Diagrammen oder farbigen Abbildungen ist das eine ausgesprochen starke Kombination aus Navigation, Stift und Farbe. Unter den bisher getesteten E-Ink-Geräten ist das für mich die beste PDF-Lösung.

Auch normale Bücher profitieren von guten Filter- und Sortiermöglichkeiten, speicherbaren Textstilen sowie Notizen per Stift oder Tastatur. Das Wörterbuch arbeitet zunächst online; lokale Wörterbücher muss man selbst beschaffen und installieren. Das ist unnötig umständlich. Die Android-Sprachausgabe liest auf Wunsch weiter, wenn der Blick gerade nicht aufs Display gehen kann. Stimmen, Sprachen und teilweise Dialekte lassen sich nachladen. Ein professionell gesprochenes Hörbuch ersetzt das klanglich nicht, ist als Ergänzung zum Lesen aber nützlich.
Die 3.700-mAh-Batterie hielt beim kontinuierlichen Schreiben mit dem Schreibroboter ungefähr neun Stunden ohne Licht und sechs Stunden bei 40 Nits durch, ähnlich wie beim 4C. Mit maximaler Helligkeit waren es nur gut vier Stunden. Beim Lesen erforderte die ungleichmäßig fallende Akkuanzeige längere Messungen und ein zweites Gerät zur Kontrolle. Ergebnis: etwa 30 Stunden ohne Licht bei einem Seitenwechsel alle 15 Sekunden und vollständiger Auffrischung nach jeweils fünf Seiten, gegenüber rund 35 bis 40 Stunden beim 4C. Bei 40 Nits blieben ungefähr 14 Stunden. Ein laufendes YouTube-Video bei maximalem Licht leerte den Akku schon nach rund zweieinhalb Stunden. Das ist ein Extremfall, zeigt aber, wie weit reine Lesezeit und dynamische Nutzung auseinanderliegen.
Das Note Air 5C ist ein sehr überzeugendes Farb-E-Ink-Tablet für alle, die Lesen, ernsthafte Notizen, PDFs und Android-Apps verbinden möchten. Weniger Ghosting, die ausgezeichnete Stifteingabe und das helle Frontlicht zählen im Gebrauch mehr als die unveränderte Grundform vermuten lässt. Die eigenwillige Stiftbefestigung und Hüllendetails sind Ärgernisse, die etwas kürzere Laufzeit ist der wichtigere Kompromiss. Vom 4C lohnt sich ein Wechsel vor allem dann, wenn dessen Ghosting tatsächlich stört. Ansonsten bleibt der Vorgänger sehr gut. Vom 3C kommend ist der Fortschritt deutlich nachvollziehbarer.
Datenblatt: Boox Note Air 5C
- Display 10,3″ Kaleido 3 Farbe, Touchscreen
- Auflösung 300 / 150 ppi 2480 × 1860 Pixel
- Gewicht 430 g 225 × 192 × 5,8 mm
- Speicher 64 GB plus Speicherkartenslot
- Wasserschutz Keine von Wasser fernhalten
- Licht Warm + kalt Farbtemperatur regelbar
- Bedienung Tasten + Touch + Stift physische Blättertasten
- Audio Lautsprecher plus Bluetooth
Allgemein
- Hersteller
- BOOX
- Gerätetyp
- eReader, E-Note
- Marktstart
- 2025
- Preis zum Marktstart
- 530 €
Display
- Technologie
- E Ink Kaleido 3
- Größe
- 10,3 Zoll
- Auflösung
- 2480 × 1860 px
- Pixeldichte
- 300 / 150 ppi
- Farbdisplay
- Ja
- Farbtiefe
- 4096 colors
- Touchscreen
- Ja, kapazitiv + EMR-Stift
- Beleuchtung
- Frontlicht mit Warmlicht
- Plane Front
- Ja
Gehäuse & Bedienung
- Maße
- 225 × 192 × 5,8 mm
- Gewicht
- 430 g
- Wasserschutz
- Nein
- Blättertasten
- Ja
- Lagesensor
- Ja
Verbindungen
- USB
- USB-C
- Bluetooth
- Ja
- WLAN
- Ja
- Mobilfunk
- Nein
- GPS
- Nein
Hardware
- Prozessor
- Octa-Core · Octa-core + BSR
- Arbeitsspeicher
- 6 GB
- Speicher
- 64 GB
- Speicherkarte
- Ja, microSD
- Lautsprecher
- Ja, Stereo
- Mikrofon
- Ja
- Akku
- 3.700 mAh
- Betriebssystem
- Android 15
Unterstützte Dateiformate
- CAJ
- DJVU
- CBR
- CBZ
- EPUB
- EPUB3
- AZW3
- MOBI
- TXT
- DOC
- DOCX
- FB2
- CHM
- RTF
- HTML
- ZIP
- PRC
- PPT
- PPTX
- PNG
- JPG
- BMP
- TIFF
- WAV
- MP3
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Alternativen zum Boox Note Air 5C
Geräte derselben Klasse mit dem entscheidenden Unterschied, aus unserer Gerätedatenbank.
- Wenn es leichter sein soll

Onyx Boox Note Air4 C
UVP 550 € · 2024- 10 g leichter
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- Keine Blättertasten
- Wenn der Preis zählt

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- Keine Blättertasten
- Ähnliches Gerät

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ab 359,10 € · 2024- 39 € teurer (UVP)
- Keine Blättertasten
- 40 g schwerer
Im Vergleich
| Merkmal | Boox Note Air 5C | Onyx Boox Note Air4 C | Onyx Boox Go 10.3 | PocketBook InkPad Eo |
|---|---|---|---|---|
| Aktueller Bestpreis | ? | ? | ? | 359,10 € |
| UVP zum Marktstart | 530 € | 550 € | 420 € | 569 € |
| Display | 10,3″ Kaleido 3 | 10,3″ Kaleido 3 | 10,3″ Carta 1200 | 10,3″ Kaleido 3 |
| Pixeldichte | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi |
| Gewicht | 430 g | 420 g | 375 g | 470 g |
| Wasserschutz | – | – | – | – |
| Blättertasten | Ja | – | – | – |
| Warmlicht | Ja | Ja | – | Ja |
| Speicher | 64 GB + microSD | 64 GB + microSD | 64 GB | 64 GB + microSD |
| Bluetooth | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Marktstart | 2025 | 2024 | 2024 | 2024 |
| Geräteseite | Zum Test | Zum Test | Zum Gerät |
Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.









