Kindle (2026)

Der bisher hochwertigste Basis-Kindle – auf Wunsch aus Aluminium, mit bündiger Front, aber ohne warmes Licht

Unser Fazit Ja, das ist der beste Basis-Kindle, den Amazon je gebaut hat.
Zum Fazit
Derzeit kein geprüftes Angebot. Der Preis zum Marktstart lag bei 154,99 €.
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Auf einen Blick

Der Kindle (2026) ist der beste Basis-Kindle, den Amazon bisher gebaut hat. Vor allem die Aluminiumversion wirkt mit ihrem durchgehenden Metallgehäuse, der bündigen Front und dem gleichfarbigen Rahmen deutlich hochwertiger als jeder Vorgänger, und das kompakte Sechs-Zoll-Format liegt angenehm in einer Hand.

Der Haken ist der Preis: Zum Marktstart kostete er 154,99 Euro in Kunststoff und 194,99 Euro in Aluminium. Ein günstiger Einstieg ist er damit nicht mehr, und trotzdem lässt sich das Frontlicht weiterhin nicht wärmer stellen. Er lohnt sich vor allem für alle, die gezielt ein kleines Gerät suchen; wer abends viel liest, ist mit dem Paperwhite besser bedient.

Ideal für: Romane und Sachbücher
Weniger geeignet für: Badewanne, Strand und Pool (nicht gegen Wasser geschützt) · PDFs und Fachliteratur (nur 6 Zoll, PDFs brauchen Zoom)

Vorteile

  • Hochwertiges Aluminiumgehäuse aus einem Stück (Aluminiumversion)
  • Bündige Front mit Rahmen in Gehäusefarbe
  • Einschaltknopf endlich an der Seite statt an der Unterkante
  • Kompaktes Sechs-Zoll-Format, leicht mit einer Hand zu halten
  • Scharfes 300-ppi-Display mit mehr Kontrast als beim Vorgänger
  • Sehr gleichmäßiges Frontlicht
  • Ausgereifte, einfach bedienbare Kindle-Software

Nachteile

  • Keine einstellbare Farbtemperatur
  • Deutlich teurer als der Vorgänger
  • Etwas mehr Ghosting als beim Kindle (2024)
  • Kein Wasserschutz und kein Helligkeitssensor
  • Enge Bindung an Amazons Ökosystem

Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?

Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.

  • Romane und Sachbücher300 ppi, sehr scharfe Schrift Ideal
  • Lesen im Bett und bei NachtFrontlicht, aber kein Warmlicht Gut
  • Badewanne, Strand und PoolNicht gegen Wasser geschützt Eingeschränkt
  • Einhändig umblätternNur Touch, keine Tasten Gut
  • Hörbücher und VorlesenÜber Bluetooth-Kopfhörer oder -Lautsprecher Gut
  • PDFs und FachliteraturNur 6 Zoll, PDFs brauchen Zoom Eingeschränkt

Kindle (2026) im Überblick

Mit dem am 1. Oktober 2026 vorgestellten Kindle (2026) hat Amazon sein Einstiegsmodell so gründlich überarbeitet wie lange nicht mehr. Der Sechs-Zoll-eReader bekommt erstmals ein bündig abschließendes Display, einen seitlichen Einschaltknopf und auf Wunsch eine Rückseite aus Aluminium. Bei Verarbeitung und Haptik ist das der beste Basis-Kindle bisher; vor allem die Aluminiumversion fühlt sich deutlich hochwertiger an, als man es von Amazons günstigstem eReader gewohnt ist. Gleichzeitig ist der Preis kräftig gestiegen, und an der wichtigsten Einschränkung hat sich nichts geändert: Das Frontlicht lässt sich nur in der Helligkeit regeln, nicht in der Farbtemperatur.

Aluminium, bündige Front und ein Knopf an der richtigen Stelle

Die Kunststoffversion in Graphit oder Leuchtendem Lila misst 152,8 × 108 × 6,85 Millimeter und wiegt 140 Gramm. Die Aluminiumversion in Alpenblau oder Meerglasgrün ist mit 6,9 Millimetern praktisch genauso dünn, wiegt aber 162 Gramm. Zum Vergleich: Der Kindle (2024) war 8 Millimeter dick und wog 158 Gramm. Rückseite, Seiten, Ober- und Unterkante der Aluminiumversion bestehen aus einem durchgehenden Stück Aluminium mit abgerundeten Kanten und matter Oberfläche; laut Amazon ist das Aluminium zu 80 Prozent recycelt. Das Gehäuse ist verwindungssteif, sauber verarbeitet und fühlt sich angenehm massiv an. Weil man einen eReader oft lange am Stück hält, macht das im Alltag mehr aus, als man zunächst denkt. Die harten Kunststoffgehäuse früherer Basis-Kindles wirkten daneben oft billig.

Hellblauer Kindle (2026) von hinten mit Kindle-Schriftzug auf der Aluminiumrückseite, in beiden Händen gehalten
Rückseite, Seiten und Kanten der Aluminiumversion bestehen aus einem durchgehenden Stück Metall.

Der Einschaltknopf sitzt jetzt an der rechten Seite nahe der oberen Ecke statt an der Unterkante, wo er sich beim Halten oder Ablegen leicht versehentlich drücken ließ. Eine kleine, aber lange überfällige Änderung. Erstmals in dieser Reihe ist das Display außerdem nicht mehr versenkt, sondern schließt bündig mit dem Rahmen ab. Ungewöhnlich für einen eReader mit bündiger Front: Der Rahmen hat dieselbe Farbe wie das restliche Gehäuse. Beim Lesen bringt das nichts, die Front sieht dadurch aber viel moderner aus, und zusammen mit dem Aluminium wirkt das ganze Gerät wie aus einem Guss. Ein schmaler Gummirand um das Frontglas gibt dem Gerät Halt, wenn man es mit dem Bildschirm nach unten ablegt, und hält das Glas zugleich auf Abstand zur Unterlage.

Kindle Paperwhite mit schwarzem Rahmen links und hellblauer Kindle (2026) mit gleichfarbigem Rahmen rechts, beide mit Schwarzweißgrafik auf dem Bildschirm
Anders als beim schwarz umrandeten Kindle Paperwhite links ist beim Kindle (2026) auch der Rahmen um das bündige Display in der Gehäusefarbe gehalten.

Scharfes Display, gleichmäßiges Licht – aber nur in einer Farbe

Der Sechs-Zoll-Bildschirm löst mit 300 ppi auf und zeigt Text gestochen scharf. Gegenüber dem Kindle (2024) sieht die Anzeige insgesamt etwas besser aus: Sie wirkt klarer und kontrastreicher, ein großer Generationssprung ist das aber nicht. Ghosting, also das Durchscheinen vorheriger Seiteninhalte, fällt dagegen eine Spur stärker auf als beim Vorgänger. Laut Amazon öffnen sich Bücher 30 Prozent schneller als beim Vorgängermodell. Wie jedes E-Ink-Display reflektiert der Bildschirm das Umgebungslicht, statt selbst zu leuchten, und ist deshalb gerade bei hellem Tageslicht und in der Sonne am besten ablesbar.

Hellblauer Kindle (2026) links und grüner Kindle (2024) rechts nebeneinander, beide mit der Kindle-Bibliothek auf dem Bildschirm
Beim Kindle (2026) links schließt das Display bündig mit dem Rahmen ab, beim Kindle (2024) rechts sitzt der Bildschirm noch vertieft.

Das eingebaute Frontlicht leuchtet die Seite sehr gleichmäßig aus und hebt den Kontrast auch tagsüber, wenn das Umgebungslicht nicht ideal ist. Nachts ersetzt es die Leselampe. Es bleibt aber einfarbig: Die Helligkeit lässt sich einstellen, die Farbtemperatur nicht. Ein warmes, gelblich-oranges Licht für den Abend gehört bei eReadern inzwischen zur Grundausstattung und macht das Lesen im Dunkeln spürbar angenehmer. Einen Helligkeitssensor und Wasserschutz bietet der Kindle (2026) ebenfalls nicht.

Kindle (2026) mit eingeschaltetem Frontlicht und Romantext, in beiden Händen über einer grauen Tischplatte gehalten
Das Frontlicht leuchtet die Seite gleichmäßig aus, lässt sich aber nur in der Helligkeit verstellen.

Die Kunststoffversion hat 16 GB Speicher, von denen rund 10,8 GB frei nutzbar sind, die Aluminiumversion 32 GB mit rund 24,7 GB nutzbarem Platz. Amazon nennt bis zu sechs Wochen Akkulaufzeit bei einer halben Stunde Lesen pro Tag, ausgeschaltetem WLAN und Lichtstufe 13. Geladen wird per USB-C, mit einem 20-Watt-Netzteil dauert das etwa zwei Stunden. Ein Kabel liegt nicht bei. Den Akku kann man laut Amazon selbst austauschen. WLAN funkt im 2,4- und im 5-GHz-Band, per Bluetooth lassen sich Kopfhörer oder Lautsprecher für Audible-Hörbücher und den VoiceView-Screenreader verbinden. VoiceView spricht laut Amazon allerdings nur Englisch.

Teurer als je zuvor

Zum Marktstart kostete der Kindle (2026) in Deutschland 154,99 Euro mit 16 GB und Werbung auf dem Sperrbildschirm, ohne Werbung waren es 174,99 Euro. Die Aluminiumversion mit 32 GB gibt es nur ohne Werbung, sie kostete 194,99 Euro. Der Kindle (2024) war noch für 109,99 Euro gestartet. Damit ist der Basis-Kindle nicht mehr der günstige Spontankauf für den Einstieg ins digitale Lesen, und in dieser Preisklasse wiegt das fehlende warme Licht umso schwerer. Den Abstand zum Paperwhite hält Amazon offensichtlich mit Absicht: Mit einstellbarer Lichtfarbe wäre schon das kompaktere Format ein guter Grund, zum kleinen Kindle statt zum Paperwhite zu greifen.

Der neue Kindle Paperwhite kostet zum Marktstart rund 55 Euro mehr und bietet genau das, was dem Kindle fehlt: eine einstellbare Farbtemperatur, einen größeren Sieben-Zoll-Bildschirm und laut Amazon bis zu zwölf statt sechs Wochen Akkulaufzeit. Weil diese Verbesserungen direkt dem Lesen zugutekommen, ist der Aufpreis hier gut angelegt.

Die Software ist ausgereift, übersichtlich und einfach zu bedienen. Wer seine Bücher ohnehin bei Amazon kauft, findet sich ohne Einarbeitung zurecht: Die eigene Bibliothek steht sofort bereit, neue Titel sind schnell gekauft, und die Leseansicht drängt sich nicht in den Vordergrund. Die Kehrseite ist wie immer die enge Bindung an Amazons Ökosystem. Wer zwischen verschiedenen Shops und Apps wechseln möchte, schaut sich besser bei Kobo, PocketBook oder BOOX um. Dort gibt es zu ähnlichen Preisen Geräte mit warmem Licht, etwa den Kobo Clara BW, und selbst sehr kleine eReader wie der XTEINK X4 Pro oder der BOOX Picco bieten eine einstellbare Lichtfarbe für weniger Geld. Der Kindle (2026) lohnt sich deshalb vor allem für alle, die gezielt das kompakte Sechs-Zoll-Format suchen, die Beleuchtung so gut wie nie nutzen oder für die der Paperwhite auf absehbare Zeit außerhalb des Budgets liegt.

Kindle (2026) im Video

The New Kindle is great ... and incredibly frustrating

Testbericht

Chalid Von · Aktualisiert am

Der neue Kindle ist für mich der beste Einstiegs-Kindle, den Amazon bisher gebaut hat. Gerade die Aluminiumversion, die ich gekauft habe, gehört zu den angenehmsten eReadern, die ich in den letzten Jahren in der Hand hatte. Der Kindle sieht gut aus, fühlt sich hervorragend an, das Display ist besser geworden, und rein von der Hardware her hat Amazon so gut wie alles richtig gemacht. Umso seltsamer klingt mein Fazit: So viel Spaß mir das Lesen darauf gemacht hat, den meisten würde ich vom Kauf eher abraten. Das liegt weniger am Gerät selbst als an seinem Preis und an einer Funktion, die Amazon ihm weiterhin vorenthält.

Endlich fühlt sich der Basis-Kindle nicht mehr billig an

Dem Einstiegsmodell hat man bisher immer angemerkt, dass es das Basismodell ist. Funktional, leicht, günstig – und das harte Kunststoffgehäuse vieler Generationen wirkte oft ziemlich billig. Bei der Aluminiumversion sieht das ganz anders aus. Rückseite, Seiten, Ober- und Unterkante bestehen aus einem einzigen, durchgehenden Stück Aluminium mit abgerundeten Kanten. Das Ergebnis fühlt sich sehr hochwertig an: Das Metall ist angenehm zu berühren, das Gehäuse verwindungssteif und sauber verarbeitet, und das Ganze wirkt so massiv und solide, wie man es von einem gut gebauten Gerät erwartet.

Hellblauer Kindle (2026) von hinten mit Kindle-Schriftzug auf der Aluminiumrückseite, in beiden Händen gehalten
Rückseite, Seiten und Kanten der Aluminiumversion bestehen aus einem durchgehenden Stück Metall.

Das ist im Alltag wichtiger, als man vielleicht denkt. Einen eReader hält man oft lange am Stück in der Hand, deshalb trägt die Haptik überraschend viel zum Leseerlebnis bei. Und genau diese Grundlagen stimmen beim neuen Kindle. Er ist knapp sieben Millimeter dünn, lässt sich mit rund 160 Gramm problemlos mit einer Hand halten, und das kompakte Sechs-Zoll-Format bleibt eine seiner größten Stärken.

Außerdem hat Amazon den Einschaltknopf endlich an die Seite verlegt, was sich Kindle-Nutzer seit Jahren wünschen. Das ist nur eine kleine Änderung, aber dort ist er viel besser aufgehoben als an der Unterkante, wo man ihn beim Halten oder Ablegen allzu leicht versehentlich gedrückt hat.

Bündige Front im passenden Farbton

Zum ersten Mal in dieser Reihe hat Amazon dem Basis-Kindle ein bündiges Display spendiert. Der Bildschirm sitzt also nicht mehr vertieft im Rahmen, und die Front wirkt dadurch sofort viel moderner. Dazu kommt ein Detail, das mir richtig gut gefällt: Der Rahmen um das Display hat dieselbe Farbe wie das restliche Gehäuse. Bei eReadern mit bündiger Front ist das normalerweise nicht der Fall, hier geht dagegen alles nahtlos ineinander über.

Kindle Paperwhite mit schwarzem Rahmen links und hellblauer Kindle (2026) mit gleichfarbigem Rahmen rechts, beide mit Schwarzweißgrafik auf dem Bildschirm
Anders als beim schwarz umrandeten Kindle Paperwhite links ist beim Kindle (2026) auch der Rahmen um das bündige Display in der Gehäusefarbe gehalten.

Liest es sich dadurch besser? Eigentlich nicht. Aber es sieht toll aus, und zusammen mit dem Aluminiumgehäuse wirkt der Kindle viel stimmiger und hochwertiger, als ich es von einem Gerät erwartet hätte, das nach wie vor Amazons Einstiegsmodell ist.

Eine nette Kleinigkeit ist der Gummirand, der rund um das Frontglas läuft. Legt man den Kindle mit dem Display nach unten ab, sorgt er für etwas Halt, sodass das Gerät nicht so leicht wegrutscht. Gleichzeitig dient er als winziger Abstandshalter, damit das Glas selbst die Unterlage nicht berührt und nicht zerkratzt, falls das Gerät doch einmal verrutscht.

Das Display: etwas klarer, etwas mehr Ghosting

Der Bildschirm misst weiterhin sechs Zoll und löst mit 300 ppi auf. Text wirkt damit sehr scharf, an der Auflösung gibt es nichts zu meckern. Im Vergleich zum vorherigen Basis-Kindle gefällt mir die Anzeige insgesamt ein bisschen besser. Ein riesiger Generationssprung ist das nicht, aber das Bild wirkt klarer, der Kontrast ist höher, und zusammen mit der bündigen Front fühlt sich das ganze Gerät einfach ausgereifter an.

Hellblauer Kindle (2026) links und grüner Kindle (2024) rechts nebeneinander, beide mit der Kindle-Bibliothek auf dem Bildschirm
Beim Kindle (2026) links schließt das Display bündig mit dem Rahmen ab, beim Kindle (2024) rechts sitzt der Bildschirm noch vertieft.

Das Ghosting, also die Reste vorheriger Seiteninhalte, fällt allerdings etwas stärker auf als beim Vorgänger. Das beobachte ich aber schon seit einer Weile bei vielen Herstellern, ein reines Kindle-Problem ist es also nicht.

Als E-Ink-Gerät fühlt sich der Kindle natürlich in heller Umgebung am wohlsten. Das Display nutzt reflektiertes Umgebungslicht, statt wie ein LCD- oder OLED-Bildschirm Licht in Richtung der Augen zu strahlen. In direktem Sonnenlicht sieht es deshalb sogar am besten aus.

Das Frontlicht: gut gemacht, aber nur in einer Farbe

Für dunklere Umgebungen gibt es ein eingebautes Frontlicht, und genau hier hat die ansonsten hervorragende Hardware ein Problem. Ein Frontlicht an sich ist enorm praktisch. Tagsüber kann man es etwas hochdrehen, um den Hintergrund aufzuhellen, wenn das Umgebungslicht nicht ideal ist, und nachts liest man damit bequem ohne Lampe. Beim neuen Modell leuchtet es sehr gleichmäßig, verbessert den Kontrast und ist insgesamt angenehm für die Augen.

Kindle (2026) mit eingeschaltetem Frontlicht und Romantext, in beiden Händen über einer grauen Tischplatte gehalten
Das Frontlicht leuchtet die Seite gleichmäßig aus, lässt sich aber nur in der Helligkeit verstellen.

Amazon gibt dem Basis-Kindle aber weiterhin nur ein einfarbiges Frontlicht mit. Die Helligkeit lässt sich einstellen, die Farbtemperatur nicht. Und das ist inzwischen, gerade bei diesem Preis, nur noch sehr schwer zu rechtfertigen. Warmes Licht ist bei eReadern mittlerweile so verbreitet, dass ich es zur Grundausstattung zähle. Lässt sich das Licht von kühlem Weiß hin zu einem wärmeren Gelb- oder Orangeton verschieben, liest es sich abends spürbar angenehmer, und ich persönlich nutze das ständig.

Würde dieser Kindle noch um die 70 oder 80 Euro kosten, könnte ich mit dem Verzicht ziemlich gut leben. Irgendwo muss man Abstriche machen, und zu diesem Preis wäre der Basis-Kindle immer noch eine klare Empfehlung für alle, die einfach günstig ins digitale Lesen einsteigen möchten. Nur ist der Kindle eben kein so günstiges Gerät mehr.

Der Preis macht den Unterschied

Der neue Kindle startete bei rund 150 Euro, für die Aluminiumversion mit 32 GB Speicher habe ich rund 190 Euro bezahlt. Fairerweise muss man sagen, dass keiner dieser Preise am eReader-Markt ungewöhnlich ist. Viele Sechs- und Sieben-Zoll-Geräte bewegen sich in diesem Bereich, und mit Android-eReadern, Farb-E-Ink oder Notizgeräten kann man natürlich noch deutlich mehr ausgeben. Das Problem ist also nicht, dass rund 150 Euro für einen eReader zu viel Geld wären. Es geht darum, was Amazon für dieses Geld bietet, und vor allem darum, was Amazon dem Gerät weiterhin verweigert.

Denn dieser Kindle sitzt jetzt etwas zwischen den Stühlen: Amazon hat die Hardware deutlich aufgewertet, will aber offensichtlich nicht, dass die Ausstattung dem Paperwhite zu nahe kommt. Produktabstufungen sind normal, das macht jeder Hersteller. Aber je teurer das Einstiegsmodell wird, desto schwerer lassen sich solche künstlichen Einschränkungen akzeptieren. Bei rund 150 Euro und erst recht bei den 190 Euro für meine Aluminiumversion kann ich kaum noch verteidigen, dass sich die Farbtemperatur nicht einstellen lässt.

Das ist umso ärgerlicher, als der Kindle ansonsten wirklich gut ist. Die Software ist schlicht, ausgereift und sehr einfach zu bedienen. Wer seine Bücher ohnehin bei Amazon kauft, muss sich praktisch nicht einarbeiten: Die eigenen Bücher sind sofort da, neue sind mühelos gekauft, und die Leseansicht macht genau das, was sie soll, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Die Kehrseite ist wie immer Amazons Ökosystem. Kommen die meisten Bücher ohnehin aus dem Kindle-Shop, ist diese enge Verzahnung sehr bequem. Wer lieber ein offenes Gerät möchte, auf dem man zwischen Shops, Apps und Plattformen wechseln kann, ist hier falsch. Für die eigentliche Zielgruppe halte ich diese Bindung aber nicht einmal für das größte Problem. Das ist das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Gebe ich ohnehin rund 150 Euro für einen eReader aus, ist der Kindle nicht mehr der risikoarme Spontankauf für den Einstieg ins digitale Lesen, der er früher war. Der Kindle Paperwhite kostet je nach Version und Markt etwa 50 Euro mehr. Normalerweise bin ich vorsichtig mit dem klassischen Rat aus Technik-Tests, dass jedes Produkt wie von Zauberhand besser wird, wenn man nur ein bisschen mehr ausgibt. So wird aus einem vernünftigen Budget nämlich sehr schnell etwas ganz anderes. Hier finde ich den Aufpreis aber wirklich sinnvoll, weil man für Verbesserungen bezahlt, die dem Lesen selbst zugutekommen: einstellbare Farbtemperatur, ein größerer Sieben-Zoll-Bildschirm und ein stärkerer Akku. Wenn ich schon so viel für einen reinen eReader ausgebe, nehme ich lieber das Modell, bei dem mir nicht sofort eine Komfortfunktion fehlt, die Amazon bewusst weggelassen hat.

Fazit

Mit dem neuen Einstiegs-Kindle tue ich mich deshalb schwer, denn eigentlich mag ich ihn sehr. Das Aluminiumgehäuse fühlt sich großartig an, die bündige Front sieht toll aus, das Sechs-Zoll-Format ist handlich, und der E-Ink-Bildschirm ist genau das, was man von einem modernen eReader erwartet. Bei diesem Preis lässt sich das fehlende warme Licht aber einfach nicht ignorieren. Hätte Amazon es eingebaut, wäre schon das kleinere Format ein absolut berechtigter Grund, diesen Kindle dem Paperwhite vorzuziehen. Vermutlich ist genau das auch der Grund, warum Amazon es nicht getan hat. Und das gilt nicht nur für die Aluminiumversion: Auch die Kunststoffvariante für rund 150 Euro ist mir ohne einstellbare Farbtemperatur schlicht zu teuer.

Empfehlen würde ich diesen Kindle deshalb nur, wenn man ganz bewusst das kleinere Sechs-Zoll-Format möchte, hundertprozentig sicher ist, das Frontlicht nie zu brauchen, oder wenn die rund 50 Euro Aufpreis für den Paperwhite auf absehbare Zeit nicht ins Budget passen. Ansonsten würde ich entweder das zusätzliche Geld in den Paperwhite mit warmem Licht stecken oder mich bei der Konkurrenz umsehen. Neben den üblichen Alternativen von Kobo, PocketBook und BOOX gibt es inzwischen auch winzige eReader wie den XTEINK X4 Pro oder den BOOX Picco, die trotz ihrer geringen Größe für weniger Geld eine einstellbare Lichtfarbe bieten.

Ja, das ist der beste Basis-Kindle, den Amazon je gebaut hat. Aber bei rund 150 Euro und erst recht bei den 190 Euro, die ich für die Aluminiumversion bezahlt habe, ist er nicht mehr die selbstverständliche Empfehlung für Einsteiger, die der Basis-Kindle einmal war. Amazon hat am Gerät selbst fast alles verbessert. Nur ist der Preis so weit gestiegen, dass der wichtigste Kompromiss jetzt deutlich schwerer wiegt.

Unser Fazit

Ja, das ist der beste Basis-Kindle, den Amazon je gebaut hat.

Datenblatt: Kindle (2026)

  • Display 6″ E Ink Touchscreen
  • Auflösung 300 ppi
  • Gewicht 140 g 152,8 × 108 × 6,85 mm
  • Speicher 16 GB kein Speicherkartenslot
  • Wasserschutz Keine von Wasser fernhalten
  • Licht Frontlicht
  • Bedienung Touch keine Blättertasten
  • Audio Bluetooth Kopfhörer oder Lautsprecher

Allgemein

Hersteller
Amazon Kindle
Gerätetyp
eReader
Marktstart
2026
Preis zum Marktstart
154,99 €
Farben
Grau, Violett, Blau, Grün

Display

Technologie
E Ink
Größe
6 Zoll
Pixeldichte
300 ppi
Farbdisplay
Nein
Touchscreen
Ja
Beleuchtung
Frontlicht
Plane Front
Ja

Gehäuse & Bedienung

Maße
152,8 × 108 × 6,85 mm
Gewicht
140 g
Wasserschutz
Nein
Blättertasten
Nein

Verbindungen

USB
USB-C
Bluetooth
Ja
WLAN
Ja, 2,4 und 5 GHz
Mobilfunk
Nein

Hardware

Speicher
16 GB (bis 32 GB)
Speicherkarte
Nein
Lautsprecher
Nein
Mikrofon
Nein
Betriebssystem
Kindle OS

Software

Vorlesefunktion (TTS)
Ja
eBook-Shop
Ja

Unterstützte Dateiformate

  • AZW3
  • AZW
  • TXT
  • PDF
  • unprotected MOBI/PRC
  • DOCX
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Im Vergleich

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Merkmal Kindle (2026) Kindle (2026) BOOX Go 6 (Gen II)BOOX Go 6 (Gen II) PocketBook VertaPocketBook Verta Viwoods AiPaper ReaderViwoods AiPaper Reader
Aktueller Bestpreis??152,10 €289,99 €
UVP zum Marktstart154,99 €200 €169 €?
Display6″6″6″ Carta 13006,1″ Carta 1300
Pixeldichte300 ppi300 ppi300 ppi300 ppi
Gewicht140 g160 g140 g138 g
Wasserschutz–?Ja–
Blättertasten––JaJa
Warmlicht–JaJa–
Speicher16 GB32 GB + microSD16 GB128 GB
BluetoothJaJaJaJa
Marktstart2026202620262025
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