- 6,9″ TCL NXTPAPER · 374 ppi
- Farbdisplay
- Wassergeschützt
- Android
- Bluetooth
- 208 g
TCL NXTPAPER 70 Pro
Das bislang ausgewogenste NXTPAPER-Smartphone – mattes LCD, überraschend guter Stift und ein Preis um 300 Euro
Auf einen Blick
Rund 300 Euro statt etwa 500 Euro wie beim NXTPAPER 60 Ultra: Mit diesem Preisschritt wird das NXTPAPER 70 Pro zum bislang am leichtesten zu empfehlenden NXTPAPER-Smartphone von TCL. Das matte 6,9-Zoll-Display schluckt Spiegelungen fast vollständig, senkt den Blaulichtanteil ohne den üblichen Orangestich und ist vom TÜV als flimmerfrei zertifiziert. Dazu kommen IP68-Schutz, MicroSD-Erweiterung und ein optionaler Stift, der beim Schreiben deutlich besser abschneidet, als seine Bauform vermuten lässt. Wichtig bleibt die Einordnung: NXTPAPER ist ein LCD mit geätzter Mattglasoberfläche, kein E-Ink, und im direkten Sonnenlicht hat ein reflektives E-Ink-Display weiterhin die Nase vorn. Zwar setzt TCL auf ein Kunststoffgehäuse und verzichtet auf Telekamera und kabelloses Laden, doch der Dimensity 7300 mit 8 GB RAM, das flüssige 120-Hz-Panel und ein aufgeräumtes Android 16 sorgen dafür, dass im Alltag alles rund läuft. Wer ein augenschonendes Android-Smartphone ohne die Einschränkungen eines E-Ink-Handys sucht, bekommt hier das ausgewogenste Gesamtpaket der Reihe.
Vorteile
- Mattes 6,9-Zoll-NXTPAPER-Display, nahezu spiegelfrei
- Weniger Blaulicht ohne Farbstich
- TÜV-Zertifizierung für Flimmerfreiheit
- Handlicher als das NXTPAPER 60 Ultra
- NXTPAPER-Taste mit schnellerem Moduswechsel
- Max-Ink-Modus mit frei wählbaren Apps
- Überraschend gutes Schreibgefühl mit Stift
- Sehr geringe Stiftlatenz (rund 10 ms)
- Aufgeräumtes Android 16
- IP68-Schutz und MicroSD-Erweiterung
- Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
Nachteile
- NXTPAPER-LCD statt echtem E-Ink
- Stift sitzt extrem stramm in der Hülle
- Notiz-App nur mit Grundfunktionen
- Kein kabelloses Laden
- Keine langfristige Update-Zusage
Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?
Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.
- Comics, Magazine, KochbücherFarbdisplay (TCL NXTPAPER) Ideal
- Romane und Sachbücher374 ppi, sehr scharfe Schrift Ideal
- Lesen im Bett und bei NachtHintergrundbeleuchtetes Display (LCD) Gut
- Badewanne, Strand und PoolWassergeschützt-Wasserschutz Ideal
- Einhändig umblätternNur Touch, keine Tasten Gut
- Hörbücher und VorlesenEingebauter Lautsprecher plus Bluetooth Ideal
TCL NXTPAPER 70 Pro im Überblick
Unter den NXTPAPER-Smartphones von TCL ist das NXTPAPER 70 Pro das bislang am leichtesten zu empfehlende Modell, und das liegt nicht an Flaggschiff-Daten, sondern daran, dass Preis und Alltagstauglichkeit erstmals wirklich zusammenpassen. Das NXTPAPER 60 Ultra war mit rund 500 Euro fair bepreist, aber eben nicht günstig, und für ein so spezielles Displaykonzept damit schwer einem breiten Publikum zu empfehlen. Das 70 Pro liegt bei etwa 300 Euro und verschiebt die Rechnung grundlegend. Die Kernvorteile bleiben erhalten: das extrem reflexionsarme Display, Stiftunterstützung, Wasserschutz und neu eine TÜV-Zertifizierung für Flimmerfreiheit. Für den niedrigeren Preis hat TCL allerdings an einigen Stellen gespart.
In der Hand fühlt sich das 70 Pro sehr ähnlich an wie das 60 Ultra, liegt dank einiger Detailänderungen aber angenehmer. Die Rückseite zieht sich nicht mehr über die Seitenkante, der hintere Rand wirkt dadurch glatter, und das Smartphone ist ein paar Millimeter kleiner und einige Gramm leichter. Statt des riesigen runden Kamerabuckels des 60 Ultra gibt es eine deutlich kleinere, konventionelle Kamerainsel. Flach auf dem Tisch kippelt das Gehäuse allerdings leicht. Es besteht weiterhin vollständig aus Kunststoff: sauber verarbeitet, aber ohne echte Premium-Anmutung. Rechts sitzen Lautstärkewippe, Einschalttaste mit Fingerabdrucksensor und die NXTPAPER-Taste, unten Lautsprecher, USB-C und ein Dual-SIM-Schacht, der nun auch MicroSD aufnimmt. Das ist ein echter Fortschritt gegenüber dem 60 Ultra, weil sich die 256 oder 512 GB internen Speichers erweitern lassen. Ein Dichtring am Schacht verweist auf den IP68-Schutz.
Im Inneren arbeitet der MediaTek Dimensity 7300 im 4-nm-Verfahren mit 8 GB RAM, eine in dieser Preisklasse verbreitete Kombination, die im Alltag völlig ausreicht. Gegenüber dem Dimensity 7400 im 60 Ultra wirkt das 70 Pro bei normaler Nutzung nicht langsamer, erst beim Spielen wird der Unterschied spürbar. Die 120 Hz lassen Apps und Oberfläche flüssig laufen, 5G ist selbstverständlich an Bord. Der Akku bleibt bei 5.200 mAh mit 33 W Ladeleistung, kabelloses Laden fehlt ebenso wie kabelgebundenes Rückwärtsladen. Android 16 bleibt angenehm nah am Original, abgesehen vom NXTPAPER-Schalter und einigen TCL-Funktionen, und das früher per Wischgeste erreichbare Content Center ist verschwunden. Eine langfristige Update-Zusage gibt TCL allerdings nicht. Die Kamera ist solide statt herausragend: Die Telekamera entfällt, die 50-MP-Hauptkamera liefert bei Tageslicht guten Dynamikumfang und eine ausgewogenere Schärfung als beim 60 Ultra, die 8-MP-Ultraweitwinkelkamera fällt sichtbar ab, und 4K-Aufnahmen zeigen keine Bildrisse mehr.
Das NXTPAPER-Display: matt und augenschonend, aber kein E-Ink
Das Herzstück bleibt das 6,9-Zoll-NXTPAPER-Display, und TCL behandelt die Technik inzwischen erkennbar als festen Bestandteil seiner Smartphone- und Tablet-Reihen. Das nanogeätzte Glas entspiegelt außerordentlich stark, ergänzt durch einen Zirkularpolarisator. Wie viel Spiegelung ein normales Display zurückwirft, fällt oft erst beim Wechsel zurück auf ein Hochglanz-Smartphone auf. TCL verspricht außerdem einen Blaulichtanteil von nur 3,41 Prozent. Dieser Wert hängt stark von Farbmodus, NXTPAPER-Einstellung und Helligkeit ab, die Spektrometer-Messung bestätigt aber eine spürbare Reduktion gegenüber typischen Flaggschiff-Displays von Apple oder Samsung bei vergleichbaren Einstellungen, und zwar ohne den Orangestich klassischer Augenschutzmodi. Hinzu kommen die Flimmerfreiheit nach TÜV und eine gemessene Mindesthelligkeit von 1,8 Nits, mit der das Display nachts angenehm dunkel bleibt. Die Spitzenhelligkeit lag bei 850 statt der beworbenen 900 Nits. Im Schatten bleibt die Lesbarkeit auch an hellen Tagen gut; trifft die Sonne das Display jedoch direkt, ist eine reflektive Technik wie E-Ink weiterhin klar im Vorteil.
Zwar sieht das Display im Ink-Paper-Modus sehr nach E-Ink aus, doch es bleibt ein LCD, mit allen Vor- und Nachteilen. Echte E-Ink-Handys bremsen schnelle Apps bewusst aus, was für manche gerade der Reiz ist. Wer dagegen vor allem Sehkomfort ohne diese Reibung sucht, ist mit NXTPAPER besser bedient. Trotz rund 374 ppi nimmt die Mattglasoberfläche der Darstellung etwas Schärfe, ähnlich wie bei E-Ink-Geräten mit Papiertextur, was im direkten Vergleich zu einem normalen Smartphone auffallen kann. Eine matte Schutzfolie auf einem Hochglanzdisplay erreicht dennoch nur einen Teil dieses Effekts und zeichnet das Bild zudem stärker weich. Über die NXTPAPER-Taste wechselt das 70 Pro zwischen drei Modi: einem Graustufen-Modus, einem farbigen Paper-Modus und dem Max-Ink-Modus, der für maximale Akkulaufzeit die Funktionen begrenzt, inzwischen aber eigene Apps wie die Kindle-App zulässt. Die Umschaltanimation dauert mit rund drei statt fünf Sekunden spürbar kürzer als bei früheren NXTPAPER-Modellen.
Stift und Notizen: deutlich besser als erwartet
Stift und Hülle sind optional. Der Stift rastet in einer eigenen Halterung auf der Rückseite der Hülle ein, was durchdachter wirkt als die eher provisorische Stiftlösung des 60 Ultra. Dafür ist er flach und liegt naturgemäß weniger angenehm in der Hand als ein runder Eingabestift. Damit er ohne viel zusätzliches Volumen in die Hülle passt, ist diese Form aber ein nachvollziehbarer Kompromiss, zumal auf einem Smartphone-Display ohnehin niemand seitenlang schreibt. Ärgerlich ist dagegen, wie stramm der Stift in seiner Halterung sitzt: Er lässt sich nur mit Mühe herausziehen, und auch nach einigen Wochen hat sich der Sitz nicht gelockert.
Umso größer ist die Überraschung beim Schreiben. Die netzartige Spitze erinnert zunächst an einfache kapazitive Stifte ohne echtes Protokoll, doch strukturierte Displayoberfläche und Stiftspitze erzeugen einen angenehmen Widerstand, der gar nicht so weit von E-Ink-Tablets mit papierähnlicher Oberfläche entfernt ist. Die Präzision fällt trotz der stumpferen Spitze gut aus, und statt des hohlen Klackens vieler Stifte auf Glas bleibt der Aufsetzton gedämpft. Nur bei schnellen Strichen wird das leichte Kratzgeräusch etwas deutlicher. In der TCL-Notiz-App liegt die gemessene Latenz bei rund 10 ms, unterstützt von einer Strichvorhersage, die nicht jedem gefallen dürfte. Die Software bleibt dagegen schlicht: zwei Stifttypen statt drei wie beim 60 Ultra, ein Glättungsstift, Grundfarben, Strichstärken und einige Vorlagen. Als Notizblock für unterwegs reicht das, als Hauptwerkzeug für Notizen oder Skizzen ist ein spezialisiertes Gerät wie das reMarkable Paper Pro Move die bessere Wahl.
Fazit
Unterm Strich ist das NXTPAPER 70 Pro kein Flaggschiff-Killer und gewinnt auch kein Datenblatt-Duell, findet aber die Balance zwischen Leistung, Ausstattung und Preis besser als jedes bisherige NXTPAPER-Smartphone. Das wichtigste Argument bleibt das Display: weniger Spiegelungen, weniger Blaulicht, eine matte Oberfläche und spürbar mehr Sehkomfort im Alltag. Ein echtes E-Ink-Gerät ersetzt es nicht, und wer bewusst die Entschleunigung eines E-Ink-Handys sucht, ist dort besser aufgehoben. Wer dagegen ein Android-Smartphone sucht, das deutlich augenschonender ist als ein typisches Hochglanzmodell, dazu einen überraschend guten Stift und einen fairen Preis von rund 300 Euro mitbringt, bekommt mit dem NXTPAPER 70 Pro das derzeit ausgewogenste Modell der Reihe.
TCL NXTPAPER 70 Pro im Video
Testbericht
Von Chalid · Aktualisiert am
Das TCL NXTPAPER 70 Pro macht sein ungewöhnliches Displaykonzept vor allem durch den Preis interessant. Zum Testzeitpunkt kostete es rund 300 Euro, das zuvor getestete 60 Ultra dagegen ungefähr 500 Euro. Dafür bekommt man weiterhin ein sehr reflexionsarmes Display, Stiftunterstützung und ein gegen Staub und Wasser geschütztes Smartphone. Der günstigere Einstieg ist gelungen, weil TCL an vielen Stellen vereinfacht hat, ohne den eigentlichen Vorteil wegzusparen. Als Lesetelefon mit gewohnt flüssiger Android-Bedienung ist das 70 Pro dadurch leichter zu empfehlen als seine Vorgänger.
Angenehmer zu halten, mit einem kleineren Kamerabuckel
Die Rückseite ragt nicht mehr über die seitliche Kante hinaus. Zusammen mit den etwas kleineren Abmessungen und dem geringfügig niedrigeren Gewicht liegt das 70 Pro angenehmer in der Hand als das 60 Ultra. Es bleibt mit seinem 6,9-Zoll-Display ein großes Telefon; die Verbesserung entsteht aus mehreren kleinen Änderungen. Das vollständig aus Kunststoff gefertigte Gehäuse wirkt ordentlich verarbeitet und stabil, vermittelt aber wenig Luxus. Gut gefällt mir das deutlich kleinere Kameramodul. Es drängt sich optisch weniger auf als der große runde Aufbau des 60 Ultra, lässt das Telefon auf einem Tisch allerdings etwas stärker kippeln.

Die weiche Kunststoffrückseite und das matt strukturierte Frontglas fühlen sich angenehm an. Rechts sitzen Lautstärkewippe, Einschalttaste mit Fingerabdrucksensor und die separate NXTPAPER-Taste. Die linke Seite bleibt frei. Unten befinden sich Lautsprecher, USB-C und ein SIM-Schacht mit microSD-Unterstützung. Anders als beim 60 Ultra lässt sich der interne Speicher von 256 oder 512 GB damit erweitern. IP68 gehört ebenfalls zur Ausstattung. Der Dimensity 7300 mit acht GB RAM ist im Alltag ausreichend flott; gegenüber dem 60 Ultra fällt der Leistungsunterschied eher beim Spielen auf. 120 Hertz machen Menüs und Apps geschmeidig, 5G ist vorhanden.
Weniger Spiegelungen statt E-Ink-Technik
Der deutlichste Vorteil zeigt sich nicht in einem Datenblatt, sondern beim Blick auf die Oberfläche. Das nanostrukturierte Glas streut Spiegelungen sehr wirksam. Nach einiger Zeit mit dem 70 Pro fallen die scharfen Reflexe eines gewöhnlichen glänzenden Smartphones umso stärker auf. Ein zusätzlicher zirkularer Polarisator soll Umgebungsreflexionen weiter reduzieren. Für das Lesen ist vor allem das Ergebnis überzeugend: Man muss das Gerät seltener so ausrichten, dass störende Spiegelbilder aus dem Text verschwinden. Das macht die Nutzung angenehmer, auch wenn das Bild weiterhin von einem beleuchteten LCD stammt.

TCL nennt einen auf 3,41 Prozent reduzierten Blaulichtanteil. Der Wert gilt aber nicht für jede Einstellung: Farbmodus, Papiermodus und Helligkeit verändern das Ergebnis. Die Spektrummessung zeigte unter vergleichbaren Bedingungen dennoch eine erkennbare Reduktion gegenüber den Vergleichsdisplays von Apple und Samsung. Dafür muss das Bild nicht wie bei einem stark eingestellten Nachtmodus orange werden. Hinzu kommt die TÜV-Zertifizierung für flimmerfreie Darstellung. Mit gemessenen 1,8 Nits lässt sich das Display nachts außerdem angenehm weit herunterregeln, auch wenn einzelne andere Smartphones noch dunkler werden.
Als Spitzenhelligkeit habe ich rund 850 statt der beworbenen 900 Nits gemessen. Im Schatten bleibt die Lesbarkeit auch an hellen Tagen ordentlich, und harte Spiegelungen stören deutlich weniger als bei vielen anderen Telefonen. Direkte Sonne ist die Grenze: Trifft sie auf das Display, bleibt ein echtes reflektives E-Ink-Panel überlegen. Die matte Glasstruktur kostet zudem ein wenig Klarheit. Trotz ungefähr 374 ppi wirkt die Darstellung im unmittelbaren Vergleich mit einem üblichen Smartphone etwas weicher. Das ist kein grober Schärfeverlust, sondern der Preis für die angenehm matte Oberfläche.
Gerade die flüssige Bedienung macht die Abgrenzung zu E Ink wichtig. Schnelle Apps laufen auf dem 70 Pro weiterhin flüssig. Wer vor allem weniger spiegelnd lesen, danach aber genauso flüssig Nachrichten, Videos und andere Anwendungen nutzen möchte, bekommt hier den passenderen Ansatz. Wer sich dagegen die technische Langsamkeit eines E-Ink-Telefons als natürliche Grenze für ablenkende Nutzung wünscht, erhält diese Wirkung nicht automatisch. Ein graues Bild allein verändert die zugrunde liegende Displaytechnik nicht.
Über die eigene Taste lassen sich drei Papiermodi aufrufen. Zwei verändern die Darstellung in Richtung Schwarzweißpapier oder gedämpfter Papierfarben. Max Ink Mode begrenzt die Funktionen zusätzlich, um Strom zu sparen und die Oberfläche zu vereinfachen. Erfreulich ist, dass sich nun eigene Apps wie Kindle hinzufügen lassen. Man ist also nicht auf die vorgegebenen Leseangebote beschränkt. Der Wechsel bleibt durch eine erzwungene Animation verzögert, dauert im Test aber nur noch ungefähr drei statt fünf Sekunden. Bei gelegentlichem Umschalten ist das erträglich, bei häufiger Nutzung weiterhin unnötig lästig. Eine matte Schutzfolie auf einem anderen Telefon nähert sich dem Reflexionsvorteil an, erreicht die integrierte Oberfläche aber nicht vollständig und macht das Bild meist stärker weich.

Überraschend guter Stift, unnötig stramme Halterung
Der optionale Stift gehört zum ebenfalls optionalen Hüllenzubehör und rastet in einer eigenen Aufnahme auf der Rückseite ein. Das ist besser integriert als die provisorisch wirkende Lösung des 60 Ultra. Dafür ist der Stift flach. In der Hand ist er weniger bequem als ein runder Stift, trägt in der Hülle aber weniger auf. Für kurze Notizen auf einem Telefon halte ich diesen Kompromiss für sinnvoll. Weniger sinnvoll ist die extrem stramme Halterung: Der Stift lässt sich mit den Fingern nur mühsam herausziehen. Selbst nach einigen Wochen lockerte sich der Sitz nicht merklich. Ausgerechnet der spontane Griff zum Notizwerkzeug wird dadurch umständlich.

Die gewebeartige, recht breite Spitze weckt zunächst geringe Erwartungen. Beim Schreiben überrascht sie dann positiv. Zusammen mit der strukturierten Oberfläche erzeugt sie angenehmen Widerstand und lässt sich besser kontrollieren, als ihre Form vermuten lässt. Die Präzision eines besonders feinen Stifts erreicht sie nicht, für kurze Notizen reicht sie gut. Auch das Geräusch gefällt: Das harte, hohle Klopfen vieler kapazitiver Stifte auf Glas fehlt weitgehend. Beim Bewegen kratzt die Spitze leicht; schnellere Striche werden hörbarer, ohne wirklich unangenehm zu quietschen. In TCL Notes wurden ungefähr zehn Millisekunden Verzögerung gemessen. Das ist ausgezeichnet. Dabei scheint eine vorhersagende Strichberechnung mitzuarbeiten, die mir weniger gefällt.

Die mitgelieferte Notizsoftware bleibt deutlich einfacher als auf einem spezialisierten E-Ink-Notiztablet. Zwei Stiftarten, grundlegende Farben und Strichstärken sowie einige Seitenvorlagen decken die Basis ab. Eine Funktion zum Glätten der Handschrift ist ebenfalls vorhanden. Für eine Telefonnummer, einen Gedanken oder eine kleine Skizze unterwegs ist das brauchbar. Als zentrales Notizbuch oder anspruchsvolles Zeichenwerkzeug würde ich das 70 Pro nicht einplanen. Seine Stärke ist der kleine Notizblock, den man immer dabeihat, nicht die Verwaltung umfangreicher handschriftlicher Unterlagen.
Unauffälliges Android und eine brauchbare Hauptkamera
Android 16 wirkt weitgehend vertraut und wenig überladen. TCL ergänzt seine Papierfunktionen und einige eigene Werkzeuge, verbaut den Zugang zum üblichen Android-Alltag aber nicht. Das frühere Content Center beim Herunterwischen auf dem Startbildschirm ist verschwunden; das macht die Oberfläche angenehmer aufgeräumt. Eine langfristige Updatezusage konnte ich zum Testzeitpunkt allerdings nicht finden. Wer ein Telefon viele Jahre behalten möchte, sollte das bedenken. Die moderne Android-Version allein sagt noch nicht, wie lange Betriebssystem und Sicherheitspatches weiter gepflegt werden.
Die Kameraausstattung wurde gegenüber dem 60 Ultra vereinfacht: Die Telekamera entfällt, übrig bleiben eine 50-Megapixel-Hauptkamera und eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Das passt zur günstigeren Ausrichtung, schränkt aber die Wahl der Bildausschnitte ein. Für ein besonders vielseitiges Kameratelefon ist das 70 Pro deshalb nicht die naheliegende Wahl.
Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera dennoch ordentliche Details, wenig Rauschen und einen guten Dynamikumfang. Die Schärfung wirkt ausgewogener als beim 60 Ultra. Standardmäßig entstehen durch Pixel-Binning Aufnahmen mit ungefähr 13 Megapixeln; der volle 50-Megapixel-Modus bringt im Alltag nur begrenzten Mehrwert. Die Ultraweitwinkelkamera ist sichtbar schwächer und eher eine praktische Ergänzung. 4K-Videos sind besser gelungen als beim 60 Ultra, weil der dort beobachtete ungewöhnliche Tearing-Effekt ausbleibt. Ein leichtes Ruckeln bleibt erkennbar, Schärfe und Qualität reichen für gelegentliche Clips aber gut aus.
Der Akku bleibt bei 5.200 mAh und wird mit bis zu 33 Watt geladen. Drahtloses Laden und kabelgebundenes Rückwärtsladen fehlen. Die Laufzeit habe ich in diesem Test nicht gemessen, auch nicht, wie viel der Max Ink Mode zusätzlich herausholt.
Das NXTPAPER 70 Pro ist vor allem für Menschen interessant, die viel auf dem Smartphone lesen und störende Reflexionen loswerden möchten, ohne auf eine flüssige Alltagsbedienung zu verzichten. Der unerwartet brauchbare Stift ergänzt diesen Ansatz sinnvoll. Seine stramme Halterung, die einfache Notiz-App und die unklare langfristige Updateversorgung bleiben echte Gegenpunkte. Im Verhältnis zum damaligen Preis stimmt die Mischung trotzdem sehr gut. Als günstigeres NXTPAPER-Telefon verlangt das 70 Pro weniger Rechtfertigung als das 60 Ultra: Der Displayvorteil bleibt deutlich, die Abstriche betreffen überwiegend Dinge, die für seinen eigentlichen Zweck weniger entscheidend sind.
Datenblatt: TCL NXTPAPER 70 Pro
- Display 6,9″ TCL NXTPAPER Farbe, Touchscreen
- Auflösung 374 ppi 2340 × 1080 Pixel
- Gewicht 208 g 169,4 × 80,05 × 7,98 mm
- Speicher 256 GB plus Speicherkartenslot
- Wasserschutz Wassergeschützt geschützt gegen Untertauchen
- Licht Hintergrundbeleuchtung
- Bedienung Touch keine Blättertasten
- Audio Lautsprecher plus Bluetooth
Allgemein
- Hersteller
- TCL
- Gerätetyp
- Smartphone
- Marktstart
- 2026
- Farben
- Gold, Blau
Display
- Technologie
- TCL NXTPAPER
- Größe
- 6,9 Zoll
- Auflösung
- 2340 × 1080 px
- Pixeldichte
- 374 ppi
- Farbdisplay
- Ja
- Touchscreen
- Ja, kapazitiv
- Beleuchtung
- Hintergrundbeleuchtung
- Plane Front
- Ja
Gehäuse & Bedienung
- Maße
- 169,4 × 80,05 × 7,98 mm
- Gewicht
- 208 g
- Wasserschutz
- Wassergeschützt
- Blättertasten
- Nein
- Lagesensor
- Ja
Verbindungen
- USB
- USB-C
- Bluetooth
- Ja
- WLAN
- Ja, 2,4 und 5 GHz
- Mobilfunk
- Ja, 5G
- GPS
- Ja
Hardware
- Prozessor
- Octa-Core · MediaTek Dimensity 7300 (4 nm), Octa-core (4x Cortex-A78 2.5GHz + 4x Cortex-A55 2.0GHz)
- Arbeitsspeicher
- 8 GB
- Speicher
- 256 GB (bis 512 GB)
- Speicherkarte
- Ja, microSD
- Lautsprecher
- Ja, Stereo
- Mikrofon
- Ja
- Akku
- 5.200 mAh
- Betriebssystem
- Android 16
Unterstützte Dateiformate
- AAC
- HE-AAC
- AMR
- MIDI
- MP3
- OGG Vorbis
- WAV
- FLAC
- OPUS
Alle Angaben ohne Gewähr. Werte ohne gesicherte Angabe werden nicht angezeigt.
Alternativen zum TCL NXTPAPER 70 Pro
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Im Vergleich
| Merkmal | TCL NXTPAPER 70 Pro | Bigme B7 | BOOX Go Color 7 (Gen II) | Kindle Colorsoft Signature Edition |
|---|---|---|---|---|
| Aktueller Bestpreis | ? | 279,99 € | ? | 299,99 € |
| UVP zum Marktstart | ? | 229 € | 290 € | ? |
| Display | 6,9″ TCL NXTPAPER | 7″ Kaleido 3 | 7″ Kaleido 3 | 7″ Kaleido 3 |
| Pixeldichte | 374 ppi | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi |
| Gewicht | 208 g | 215 g | 195 g | 219 g |
| Wasserschutz | Ja | ? | Ja | IPX8 |
| Blättertasten | – | Ja | Ja | – |
| Warmlicht | – | Ja | Ja | Ja |
| Speicher | 256 GB + microSD | 128 GB + microSD | 64 GB + microSD | 32 GB |
| Bluetooth | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Marktstart | 2026 | 2025 | 2025 | 2024 |
| Geräteseite | Zum Test | Zum Test | Zum Test |
Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.








