Kindle Scribe Colorsoft
Farbiger Schreibreader mit ruhiger Anzeige und sehr direktem Stiftgefühl
- Farben: Grau, Violett
- Preis geprüft am 21.10.2026
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Auf einen Blick
Der Scribe Colorsoft verbindet ein angenehm ruhiges Farbdisplay mit sehr direkter Stifteingabe. Schon wenig Frontlicht macht ihn auch für gewöhnliche Bücher attraktiv. Seine Stärke liegt im Zusammenspiel von Lesen, Markieren und Notizen; für eigene Dokumente bleiben die Übertragungswege und Amazons Verarbeitung entscheidende Einschränkungen.
Vorteile
- Ruhige Farbdarstellung mit wenig sichtbarer Körnung bei eingeschaltetem Frontlicht
- Sehr direkte Stifteingabe mit zwölf Millisekunden gemessener Latenz
- Premium Pen ohne Ladepflicht und mit sicherem magnetischem Halt
- Praktische Buchnotizen und brauchbare PDF-Anmerkungen im getesteten Importablauf
- Google-Drive-, OneDrive- und OneNote-Anbindung
Nachteile
- Farbfilter bleibt ohne Frontlicht dunkler als ein Schwarzweißdisplay
- Leichter Helligkeitsverlauf und sichtbare Bildreste bei Farbinhalten im Test
- USB-PDFs im Test ohne Farbe und Stiftanmerkungen
- Im getesteten Notizprogramm fehlen Ebenen, Tags und Querformat
- Hoher Preis und begrenzte App- und Dateifreiheit
Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?
Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.
- Handschriftliche NotizenNotizgerät Gut
- PDFs und Fachliteratur11-Zoll-Display, nahe an A4 Ideal
- Comics, Magazine, KochbücherFarbdisplay (E Ink Kaleido 3) Ideal
- Romane und SachbücherSehr scharf, aber 11 Zoll sind groß für eine Hand Gut
- Lesen im Bett und bei NachtFrontlicht mit regelbarem Warmlicht Ideal
- Große Bibliothek offline32 GB Speicher Ideal
Angebote und Preisvergleich
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Kindle Scribe Colorsoft 32 GB (neueste Generation)
Amazon.de · 32 GB
649,99 €Zum Angebot
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Kindle Scribe Colorsoft im Überblick
Der Kindle Scribe Colorsoft richtet sich an Leser und Vielschreiber, die große Buchseiten, farbige Markierungen und handschriftliche Notizen auf einem Gerät verbinden wollen. Seine besondere Stärke ist das ungewöhnlich ruhige Farbdisplay: Mit etwas Frontlicht fällt die typische Körnung vieler Kaleido-Geräte deutlich weniger auf. Das macht ihn auch für gewöhnlichen Buchtext interessant. Ein offenes App-Tablet wird aus ihm dennoch nicht. Ob er in den eigenen Alltag passt, hängt ebenso von den Dokumentenwegen und der Kindle-Bibliothek ab wie vom Bildschirm.
Ein Farbdisplay, das auch Schwarzweißtext ernst nimmt
Die elf Zoll große Anzeige stellt Schwarzweißinhalte mit 300 ppi und Farben mit 150 ppi dar. Trotz des verbesserten Eindrucks bleibt das Grundprinzip ein Farbfilter über dem Schwarzweißpanel. Ohne Beleuchtung ist die Fläche dunkler als bei einem reinen Schwarzweiß-eReader. Mit leicht eingeschaltetem Frontlicht zeigt sich dagegen die eigentliche Stärke: Feines Schimmern und die sichtbare RGB-Struktur treten stark zurück. Farben bleiben gedeckter als auf LCD oder OLED, doch Verläufe und feine Bilddetails gelingen im Test ausgesprochen gut. Wer grundsätzlich ohne Frontlicht lesen möchte, hat damit weiterhin einen guten Grund, ein Schwarzweißmodell vorzuziehen.
Die Anzeige hat auch sichtbare Grenzen. Bei farbigen Inhalten bleiben etwas häufiger Spuren der vorherigen Seite stehen als bei den verglichenen BOOX-Geräten; bei reinem Text fällt das kaum auf. Die Beleuchtung des Testgeräts zeigt zudem einen leichten Helligkeitsverlauf. Auf einer bunten Comicseite verschwindet er im Inhalt, auf einer leeren Notizseite lässt er sich eher erkennen. Die automatische Helligkeitsregelung hilft im Alltag, die Lichtfarbe lässt sich von kühl bis warm anpassen.
Das symmetrische Gehäuse ist 5,4 Millimeter dünn und offiziell 400 Gramm schwer; das gewogene Testgerät lag bei 390 Gramm. Die breite Griffseite früherer Scribes entfällt. Das sieht aufgeräumt aus, verlangt beim Halten aber etwas mehr Aufmerksamkeit, damit der Daumen nicht auf die Touchfläche rutscht. Auf dem Schreibtisch geben vier Gummifüße Halt. Beim Lesen macht sich das geringere Gewicht angenehm bemerkbar, während die schmale Fuge um die bündige Front leicht Staub sammelt.
Schnelles Schreiben und brauchbare Ordnung
Der mitgelieferte Premium Pen benötigt keine Ladung und hält mit kräftigen Magneten in einer seitlichen Vertiefung. Die gemessenen zwölf Millisekunden Schreiblatenz sorgen zusammen mit dem geringen Abstand zwischen Spitze und Darstellung für ein sehr direktes Gefühl. Handballenerkennung, Druck und Neigung funktionieren im Test zuverlässig. Die Oberfläche bietet spürbaren Widerstand, ist beim Schreiben aber etwas leiser als beim früheren Scribe. Für Mitschriften und Skizzen ist das eine überzeugende Grundlage, ohne dass man ständig über Technik nachdenken muss.
Im getesteten Notizprogramm stehen zehn Farben, verschiedene Stifte, Lasso, Kopieren und Einfügen zur Verfügung. Ordner und Unterordner sowie die Handschriftsuche helfen bei längeren Sammlungen. Neue Handschrift muss für die Suche zunächst online indexiert werden; bereits erfasste Notizen lassen sich anschließend auch offline durchsuchen. Ebenen, Tags und ein Querformat für Notizbücher fehlten zum Testzeitpunkt. Die KI-Suche Ask Notebooks ist inzwischen auch in Deutschland verfügbar, war im Test aber noch nicht dabei; wie gut ihre Antworten sind, muss sich erst zeigen.
Gute Dokumentarbeit braucht den passenden Übertragungsweg
In Büchern schafft Active Canvas eigene Notizfelder, um die der Text herumfließt. Das ist keine freie Beschriftung einer unveränderlichen Buchseite, bietet aber deutlich mehr Platz als ein schmaler Rand. Hinzu kommen am Text verankerte Seitenleistennotizen und handschriftliche Haftnotizen. In PDFs schreibt man direkt auf die Seite. Vergrößern und Verschieben funktionieren im Test zuverlässig genug für die tägliche Nutzung; beim Export werden die Anmerkungen in die PDF eingebettet. Umfangreiche Spezialwerkzeuge anderer Notizgeräte ersetzt das nicht, doch der grundlegende Ablauf ist gut nutzbar.
Für diesen Ablauf ist der Import entscheidend. Eine nur per USB kopierte Farb-PDF erschien im Test in Schwarzweiß und bot keine Stiftanmerkungen. Über Send to Kindle oder den Import aus Google Drive und Microsoft OneDrive standen die Funktionen zur Verfügung. Spätere Updates können das inzwischen geändert haben. Die Cloud-Verbindungen erleichtern die Auswahl eigener Dokumente; Notizbücher lassen sich auch nach OneNote exportieren. Die Dienste verbessern die Anbindung, verwandeln die Übertragung aber nicht in eine rein lokale Dateiverwaltung.
Bei eingeschalteter Synchronisierung werden Notizbücher und ihre Ordnerstruktur auch in Amazons Cloud abgeglichen. Diese Synchronisierung lässt sich abschalten. Import, Verarbeitung und die Nutzung zusätzlicher Online-Dienste bleiben davon getrennte Entscheidungen. Für besonders sensible Unterlagen sollte man deshalb die benötigten Funktionen und ihre Datenwege bewusst wählen. Ob gespeicherte Notizbücher verschlüsselt abgelegt werden, ließ sich zum Testzeitpunkt nicht klären.
Die Laufzeit hängt deutlich vom Licht ab. Bei reinem Buchtext wurden ungefähr 37 Stunden mit sechs Nits und 17 Stunden mit 40 Nits gemessen. Beim automatisierten Schreiben waren es rund 14 beziehungsweise neun Stunden. Gerade weil das Display schon mit wenig Licht angenehm wirkt, lässt sich die gute Ausdauer der niedrigen Stufe sinnvoll nutzen. Der hohe Preis lohnt sich am ehesten für Menschen, die Lesen, farbige Dokumente und Handschrift regelmäßig verbinden. Wer freie Apps, aufwendige Ebenenarbeit oder einen konsequent lokalen Ablauf braucht, sollte diese Grenzen höher gewichten als das starke Display.
Kindle Scribe Colorsoft im Video
Testbericht
Von Chalid · Aktualisiert am
Der Kindle Scribe Colorsoft ist ein Schreibreader, dessen Farbdisplay die übliche Empfehlung für Schwarzweißgeräte ins Wanken bringt. Normalerweise würde ich Farbe nur dann wählen, wenn sie für die eigenen Inhalte wirklich gebraucht wird. Hier sind das typische Kaleido-Schimmern und die Körnung jedoch so weit reduziert, dass auch gewöhnliche Buchseiten sehr angenehm wirken. Dazu kommen eine ausgesprochen direkte Stifteingabe und endlich brauchbare Anbindungen an Google und Microsoft. Amazons enge Kontrolle über Inhalte und Verarbeitung bleibt trotzdem ein wesentlicher Teil des Gesamtpakets.
Leichter, größer und sehr angenehm beim Schreiben
Die gleichmäßigen Rahmen lassen den Scribe moderner aussehen, sind beim Halten aber etwas weniger praktisch als die breite Griffseite des Vorgängers. Der Daumen muss bewusster auf dem Rand bleiben, damit er nicht versehentlich den Touchscreen berührt. Das stört nicht ständig, ist aber eine kleine Verschlechterung. Gleichzeitig wächst das Display von 10,2 auf elf Zoll, während das Gehäuse schmaler und mit 5,4 Millimetern etwas dünner wird. Das Testgerät wog nur 390 Gramm, zehn Gramm weniger als offiziell angegeben und über 40 Gramm weniger als der Vorgänger. Diesen Unterschied spürt man beim längeren Lesen deutlich. Die matte Metallrückseite wirkt stabil, vier Gummifüße geben auf dem Tisch Halt. In der feinen Fuge um die bündige Front sammelt sich allerdings leicht Staub.

Der runde weiße Stift sitzt in einer kleinen Vertiefung an der Seite. Zusammen mit den kräftigen Magneten hält ihn das erstaunlich sicher. Seine Farbe passt für meinen Geschmack weniger gut zum dunklen Gerät, funktional gibt es aber viel zu loben: Wacom EMR arbeitet präzise, benötigt keine Ladung und erlaubt die Nutzung anderer kompatibler EMR-Stifte. Die Seitentaste lässt sich mit einigen vorgegebenen Funktionen belegen. Die gemessenen zwölf Millisekunden Schreiblatenz liegen ungefähr 40 Prozent unter dem Wert des alten Scribe. Der Strich folgt der Spitze so direkt, dass die Verzögerung im normalen Schreiben kaum auffällt. Auch der geringere Abstand zwischen Spitze und Darstellung sowie die gute Handballenerkennung helfen. Druck und Neigung werden zuverlässig umgesetzt. Der Schreibwiderstand bleibt papierähnlich, das Geräusch ist etwas leiser und weniger kratzig als zuvor. Das fühlt sich deutlich analoger an als das klopfende Stiftgefühl auf einem iPad oder reMarkable Paper Pro.

Kaleido 3 wirkt hier erstaunlich ruhig
Technisch bleibt das Display Kaleido 3: Ein Farbfilter liegt über einem Schwarzweißpanel, mit 300 ppi für Schwarzweiß und 150 ppi für Farbe. Bis zu 4.096 Farben sind möglich. Der Filter macht die unbeleuchtete Fläche weiterhin dunkler als ein reines Schwarzweißdisplay. Die entscheidende Verbesserung zeigt sich mit eingeschaltetem Frontlicht. Das sonst auffällige feine Schimmern ist fast verschwunden, die RGB-Struktur wesentlich weniger präsent. Auch wenn man gezielt danach sucht, wirkt die Seite deutlich ruhiger als bei vielen anderen Kaleido-Geräten. Ganz identisch mit Schwarzweiß-E-Ink wird sie nicht. Für mich ist das aber die bislang überzeugendste Annäherung eines Kaleido-Tablets an diesen sauberen Papiereindruck.
Die Farben bleiben im Vergleich mit LCD und OLED gedeckt und wirken insgesamt etwas dunkler als bei vielen Konkurrenten. Trotzdem ist das Ergebnis ausgezeichnet. Selbst die kräftigere Farbeinstellung erhält feine Bilddetails gut. Verläufe zeigen fast keine störenden Stufen und kommen der Vorlage näher als bei den anderen getesteten Farb-E-Ink-Geräten. Im Vergleich zum BOOX Note Air5 C fallen besonders Grün-, Cyan- und Gelbtöne positiv auf. Die Messung ohne Beleuchtung zeigt häufig eine höhere relative Farblebendigkeit, aber keinen Sieg in jeder einzelnen Messgröße. Noch wichtiger ist der Kontrast beim Einschalten des Lichts: Hintergrund und Farben werden heller, ohne dass Schwarz im gleichen Maß ausgewaschen wirkt. Genau diese Kombination macht den Scribe im Alltag so überzeugend.

Ganz ohne Schwächen ist die Anzeige nicht. Bei farbigen Inhalten bleiben etwas eher Reste der vorigen Seite zurück als beim Note Air5 C oder Tab X C. Bei reinem Text fällt dieses Ghosting kaum auf. Außerdem zeigt die Beleuchtung einen leichten Helligkeitsverlauf; der ältere Scribe war gleichmäßiger. In Comics versteckt sich das gut, auf leeren Notizseiten oder im Roman kann es empfindlichen Augen auffallen. Die Farbtemperatur reicht von kühlem Weiß bis zu Gelb, die durchschnittliche maximale Helligkeit erreicht ungefähr 110 Nits. Schon bei etwa sechs Nits wirkt die Seite in einem normal beleuchteten Raum sehr papierähnlich. Ab ungefähr 30 Zentimetern Leseabstand ist der Unterschied zu Schwarzweiß-E-Ink dann überraschend klein. Die automatische Helligkeitsregelung hält diesen Eindruck ohne ständiges Nachstellen recht gut aufrecht. Wer konsequent ganz ohne Frontlicht lesen möchte, bleibt mit Schwarzweiß besser bedient.
Mehr Möglichkeiten für Dokumente, weiterhin Amazons Verarbeitung
Bei meinem Test gelangten eigene farbige Inhalte über Send to Kindle oder den Import aus Google Drive beziehungsweise OneDrive auf das Gerät. Eine per USB kopierte Farb-PDF erschien dagegen nur in Schwarzweiß. Das ist eine ärgerliche Einschränkung, macht aber auch deutlich, wie eng das gute Darstellungsergebnis an Amazons Verarbeitung gebunden ist. Die neuen Cloud-Anbindungen erleichtern den Alltag immerhin erheblich. Nach einmaliger Freigabe kann man Dateien direkt am Scribe auswählen und importieren; unterstützt werden unter anderem PDF, EPUB und Word. Notizexporte landen in einem eigenen Kindle-Scribe-Ordner. OneNote erhält jede Notizbuchseite einzeln, wahlweise als Bild oder in umgewandeltem Text. Als vollständig unabhängige Alternative zur Amazon-Cloud funktionieren diese Dienste jedoch nicht. Bei aktivierter Synchronisierung werden Notizbücher und ihre Ordnerstruktur auch über Amazon abgeglichen. Diese Synchronisierung lässt sich in den Einstellungen abschalten.
Ob gespeicherte Scribe-Notizbücher in Amazons Cloud durchgehend im Ruhezustand verschlüsselt sind, ließ sich zum Testzeitpunkt nicht eindeutig klären. Für meine eigenen besonders sensiblen Notizen wäre mir das zu unklar. Wer solche Dokumente verarbeitet, sollte diese offene Frage in seine Entscheidung einbeziehen und die zusätzlichen Cloud-Verbindungen nicht mit einer lokalen Arbeitsweise verwechseln.
Die frühere Notizbuchansicht heißt nun Workspace und kann auch Bücher aus der Bibliothek aufnehmen. Mit Ordnern lassen sich damit Materialien zu einem Thema zusammenhalten, statt ausschließlich die begrenzten Sortiermöglichkeiten der normalen Bibliothek zu nutzen. Das macht den Scribe als Arbeitsgerät wesentlich schlüssiger. Die Oberfläche bleibt trotzdem ein Kindle-System: Der Startbildschirm zeigt weiterhin nicht entfernbare Shop-Empfehlungen. Schnellnotizen und eine verbesserte Liste zuletzt verwendeter Inhalte sind nützlich, räumen diesen kommerziellen Charakter aber nicht aus.
Beim Schreiben stehen zehn Farben für alle Stifttypen sowie unterschiedliche Strichstärken bereit. Besonders der gut abgestimmte Bleistift profitiert von Druck und Neigung. Mit Lasso, Kopieren und Einfügen lassen sich Inhalte verschieben und nachträglich umfärben. Zum Skizzieren ist das angenehm, doch im getesteten Notizprogramm fehlten Ebenen, Tags und ein Querformatmodus. Ordner und Unterordner sowie die globale Handschriftsuche gleichen einen Teil davon aus. Die Erkennung unterstützt 20 Sprachen und kostet kein zusätzliches Abo. Neue Handschrift muss online indexiert werden; danach funktioniert die Suche auch offline. Die Übersicht mit bis zu neun Seitenbildern hilft beim Blättern, lud im Test aber gelegentlich nicht. Es gibt 30 brauchbare Vorlagen, jedoch keinen Import eigener. Beim Export lässt sich eine durchsuchbare PDF mitgeben, was die Weiterverwendung am Computer erleichtert.

Die KI-Funktionen zum Zusammenfassen und Überarbeiten ließen sich bereits nutzen. Ask Notebooks war zum Testzeitpunkt in weiten Teilen Europas dagegen noch nicht verfügbar; inzwischen gibt es die Funktion auch in Deutschland. Fragen an die eigene Notizsammlung zu stellen und Antworten zu speichern, konnte ich deshalb noch nicht ausprobieren.
Lesen und Annotieren sind die eigentlichen Stärken
Der Kindle-Shop macht den Buchkauf bequem, Kindle Unlimited und Comixology passen gut zu Viel- und Comiclesern. Bücher von außen einzubringen und später das Ökosystem zu verlassen, ist weniger bequem. Textgestaltung lässt sich anpassen und als Thema speichern. Der Dunkelmodus invertierte im Test nur Buchseiten, nicht das ganze System. Ausgewählte Bücher bieten außerdem eine Vorlesefunktion über Bluetooth. Besonders gelungen sind die Anmerkungen: Direktes Schreiben erzeugt ein Notizfeld, um das der Buchtext fließt. Das ist keine klassische freie Beschriftung der gedruckten Seite, bietet aber mehr Platz als ein schmaler Rand. Alternativ bleiben Notizen in der Seitenleiste am Text verankert, handschriftliche Haftnotizen setzen einen kleinen Bezugspunkt, und getippte Notizen lassen sich auch per Handschrifteingabe erzeugen. Farbige Haftnotizen und Lesezeichen helfen beim Filtern. Wörterbuch, Wikipedia und Übersetzung sind dabei; ein eigener Kindermodus fehlt weiterhin.

In PDFs schreibt man direkt auf die Seite. Spezielle Lesemodi bleiben begrenzt, aber Querformat, Randbeschnitt und Kontrastanpassung sind vorhanden. Zoomen mit zwei Fingern und Verschieben des vergrößerten Ausschnitts funktionieren inzwischen zuverlässig genug, um wirklich nützlich zu sein. Beim Export per E-Mail oder über die Cloud werden die Anmerkungen direkt in die PDF eingebettet; auch die Farben bleiben konsistent zur Darstellung auf dem Gerät. Der entscheidende Vorbehalt: Eine nur per USB kopierte PDF bot bei meinem Test keine Anmerkungsfunktionen. Dafür musste sie über Send to Kindle oder Google beziehungsweise Microsoft importiert werden. Innerhalb dieses Ablaufs ist die PDF-Arbeit angenehm brauchbar, obwohl andere Geräte detailliertere Werkzeuge bieten.

Audible funktioniert über Bluetooth-Kopfhörer oder -Lautsprecher problemlos. Eigene Hörbücher lassen sich dagegen nicht aufspielen. Auch gleichzeitiges Zuhören und Mitlesen als Immersion Reading fehlt auf der Hardware. Whispersync for Voice erlaubt bei unterstützten Titeln immerhin den Wechsel zwischen E-Book und Hörbuch, wenn beide Ausgaben vorhanden sind. Das ist praktisch, bleibt aber deutlich enger als die Möglichkeiten eines offenen Android-Geräts.
Die Laufzeit hängt stark von der Beleuchtung ab. Beim Lesen reinen Buchtexts wurden mit sechs Nits ungefähr 37 Stunden erreicht, mit 40 Nits noch etwa 17 Stunden. Der Schreibroboter kam auf rund 14 Stunden bei sechs Nits, neun Stunden bei 40 Nits und viereinhalb Stunden bei maximaler Helligkeit. Vor allem die beiden niedrigeren Stufen sind für ein Farb-Schreibgerät sehr gute Ergebnisse. Gerade weil das Display bereits mit wenig Licht sauber wirkt, muss man im Alltag nicht ständig die Akkulaufzeit für kräftige Beleuchtung opfern.
Der Scribe Colorsoft ist der überzeugendste Kindle, den ich bisher benutzt habe. Das liegt vor allem am ruhigen Farbdisplay, aber auch am geringen Gewicht, dem sehr guten Stiftgefühl und den sinnvolleren Dokumentenwegen. Zum Testzeitpunkt kosteten 32 GB 630 US-Dollar und 64 GB 680 US-Dollar; das importierte Gerät kam einschließlich der zusätzlichen Kosten auf 830 Euro. Das ist teuer, auch wenn vergleichbare Farb-E-Ink-Tablets ebenfalls viel kosten. Wer Amazons Verarbeitung akzeptiert und das Frontlicht wenigstens leicht nutzt, bekommt einen hervorragenden Leser und einen sehr angenehmen Notizbegleiter. Wer lokale Freiheit, ausgefeilte Ebenenarbeit oder ein breites App-Angebot braucht, stößt weiterhin an klare Grenzen. Mit dem Display lassen sich diese Grenzen leichter akzeptieren, aufgehoben werden sie dadurch aber nicht.
Unser Fazit
Datenblatt: Kindle Scribe Colorsoft
- Display 11″ Kaleido 3 Farbe, Touchscreen
- Auflösung 300 / 150 ppi
- Gewicht 400 g 245 × 189 × 5,4 mm
- Speicher 32 GB
- Licht Warm + kalt Farbtemperatur regelbar
- Bedienung Touch
- Audio Bluetooth Kopfhörer oder Lautsprecher
- System Kindle OS
Allgemein
- Hersteller
- Amazon Kindle
- Gerätetyp
- eReader, E-Note
- Marktstart
- 2025
- Preis zum Marktstart
- 650 €
- Farben
- Grau, Violett
Display
- Technologie
- E Ink Kaleido 3
- Größe
- 11 Zoll
- Pixeldichte
- 300 / 150 ppi
- Farbdisplay
- Ja
- Farbtiefe
- 4096 colors
- Touchscreen
- Ja
- Beleuchtung
- Frontlicht mit Warmlicht
- Plane Front
- Ja
Gehäuse & Bedienung
- Maße
- 245 × 189 × 5,4 mm
- Gewicht
- 400 g
Verbindungen
- USB
- USB-C
- Bluetooth
- Ja
- WLAN
- Ja, 2,4 und 5 GHz
Hardware
- Prozessor
- Quad-Core · Quad-core processor
- Speicher
- 32 GB (bis 64 GB)
- Betriebssystem
- Kindle OS
Software
- Vorlesefunktion (TTS)
- Ja
- eBook-Shop
- Ja
Unterstützte Dateiformate
- AZW3 (nativ/native)
- AZW (nativ/native)
- TXT (nativ/native)
- PDF (nativ/native)
- MOBI (DRM-frei/DRM-free nativ/native)
- PRC (DRM-frei/DRM-free nativ/native)
- DOCX (Konvertierung/conversion)
- DOC (Konvertierung/conversion)
- HTML (Konvertierung/conversion)
- EPUB (Konvertierung/conversion)
- RTF (Konvertierung/conversion)
- JPEG (Konvertierung/conversion)
- GIF (Konvertierung/conversion)
- PNG (Konvertierung/conversion)
- BMP (Konvertierung/conversion)
- AAX (Audible/Bluetooth)
Alle Angaben ohne Gewähr. Werte ohne gesicherte Angabe werden nicht angezeigt.
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Im Vergleich
| Merkmal | Kindle Scribe Colorsoft | Kindle Scribe 2025 | TCL NXTPAPER 11 Plus | reMarkable Paper Pro |
|---|---|---|---|---|
| Aktueller Bestpreis | 649,99 € | 519,99 € | ? | 699,00 € |
| UVP zum Marktstart | 650 € | 520 € | 249 € | 649 € |
| Display | 11″ Kaleido 3 | 11″ | 11,5″ TCL NXTPAPER | 11,8″ Gallery 3 |
| Pixeldichte | 300 ppi | 300 ppi | 229 ppi | 229 ppi |
| Gewicht | 400 g | 400 g | 490 g | 525 g |
| Wasserschutz | ? | – | Ja | ? |
| Blättertasten | ? | – | – | – |
| Warmlicht | Ja | Ja | – | – |
| Speicher | 32 GB | 32 GB | 256 GB | 64 GB |
| Bluetooth | Ja | Ja | Ja | ? |
| Marktstart | 2025 | 2025 | 2025 | 2024 |
| Geräteseite | Zum Test | Zum Gerät | Zum Test |
Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.











