BOOX Go 7

Offener 7-Zoll-eReader mit sehr guter Ergonomie, gelungenen Blättertasten und angenehm klarem Lesefokus

Derzeit kein geprüftes Angebot. Der Preis zum Marktstart lag bei 270 €.
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Auf einen Blick

Mit dem BOOX Go 7 zeigt BOOX, wie stimmig ein offener 7-Zoll-eReader inzwischen sein kann. Das Modell verbindet ein kontraststarkes Carta-1300-Display mit deutlich verbesserten Blättertasten, angenehmer Handlage und Android 13 samt Google Play, wodurch es flexibler wirkt als ein Kindle Paperwhite und reifer als manche ältere BOOX-Modelle dieser Größe. Zwar ist der Reader nur wasserabweisend und die Stiftunterstützung eher ein Zusatz als ein Kernargument, doch gerade die Mischung aus Lesekomfort, App-Freiheit und brauchbaren Annotationen macht ihn im Alltag ungewöhnlich rund. Wer komfortabel lesen und sich zugleich nicht auf einen einzigen Shop festlegen möchte, bekommt hier eines der interessantesten offenen 7-Zoll-Modelle.

Ideal für: Romane und Sachbücher · Lesen im Bett und bei Nacht · Badewanne, Strand und Pool
Weniger geeignet für: PDFs und Fachliteratur (nur 7 Zoll, PDFs brauchen Zoom)

Vorteile

  • Sehr kontraststarkes 7-Zoll-Carta-1300-Display mit 300 ppi
  • Deutlich verbesserte Blättertasten und sehr gute Ergonomie
  • Android 13 mit Google Play bietet viel App- und Formatfreiheit
  • Gute Frontbeleuchtung mit Farbtemperaturanpassung
  • microSD-Slot, USB-C mit OTG und brauchbare Buch-Annotationen
  • Leichtes, dünnes und wasserabweisendes Gehäuse

Nachteile

  • Nicht voll wasserdicht, sondern nur wasserabweisend
  • Ghosting bleibt sichtbar, wenn auch meist gut beherrschbar
  • Stiftfunktion eher Zusatznutzen als echter Kaufgrund
  • 7-Zoll-Fläche für längere Handschriftnotizen begrenzt
  • Akkulaufzeit ordentlich, aber kein Klassenbestwert
  • Lautsprecher und Mikrofon eher nette Zugaben als Kernargument

Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?

Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.

  • Romane und Sachbücher300 ppi, sehr scharfe Schrift Ideal
  • Lesen im Bett und bei NachtFrontlicht mit regelbarem Warmlicht Ideal
  • Badewanne, Strand und PoolWassergeschützt-Wasserschutz Ideal
  • Einhändig umblätternPhysische Blättertasten Ideal
  • Hörbücher und VorlesenEingebauter Lautsprecher plus Bluetooth Ideal
  • PDFs und FachliteraturNur 7 Zoll, PDFs brauchen Zoom Eingeschränkt

BOOX Go 7 im Überblick

Mit dem BOOX Go 7 hat BOOX einen 7-Zoll-eReader im Programm, der seine Prioritäten erfreulich klar setzt. Statt möglichst viele Funktionen in ein kleines E-Ink-Gerät zu pressen, konzentriert sich das Modell in erster Linie auf entspanntes Lesen und ergänzt diesen Kern um offene Android-Software, gute Tasten und ein paar sinnvolle Extras. Gerade das macht ihn interessanter als viele Geräte, die entweder sehr geschlossen oder trotz großer Funktionsliste im Alltag weniger rund wirken.

Das Format passt gut zu dieser Idee. 7 Zoll bieten spürbar mehr Luft als ein klassischer 6-Zöller, ohne gleich in die sperrige Tablet-Richtung abzudriften. Das dünne Gehäuse, das niedrige Gewicht und die griffige Bauweise sorgen dafür, dass der BOOX Go 7 angenehm in der Hand liegt und sich auch bei längeren Lesesitzungen nicht unnötig technisch anfühlt. Im Vergleich zu Vorgängern wie dem BOOX Page wirkt das Gesamtpaket deutlich stimmiger.

Lesen steht klar im Mittelpunkt

Das Carta-1300-Display mit 300 ppi liefert genau die Art von Darstellung, die man sich in dieser Klasse wünscht: scharf, kontrastreich und ruhig genug für längere Lesesitzungen. Schwarze Schrift hebt sich überzeugend vom Hintergrund ab, sodass sich Romane, Sachbücher und textlastige Inhalte sehr angenehm lesen. Auch die Frontbeleuchtung mit Farbtemperaturanpassung passt zum guten Alltagseindruck und macht den Reader tagsüber wie abends flexibel einsetzbar.

BOOX Go 7 im dunklen Raum mit sehr heller Frontbeleuchtung während einer Helligkeitsmessung
Im dunklen Umfeld zeigt der BOOX Go 7, wie kräftig seine Frontbeleuchtung ausfallen kann.

Ganz perfekt ist E Ink natürlich auch hier nicht. Ghosting ist sichtbar, hält sich beim BOOX Go 7 aber meist in einem gut beherrschbaren Rahmen. Zwar ist das Display damit nicht völlig frei von typischen E-Ink-Eigenheiten, doch beim normalen Lesen stört das nur selten, weil Kontrast und Gesamtdarstellung auf hohem Niveau bleiben.

Ergonomie und Tasten machen im Alltag den Unterschied

Besonders gelungen sind die überarbeiteten Blättertasten. Im Vergleich zu älteren BOOX-7-Zöllern wirken sie sinnvoller positioniert, leichter zu treffen und insgesamt besser in die Handhaltung integriert. Genau das ist bei einem Lesegerät wichtiger als viele theoretische Zusatzfunktionen, denn entspanntes Umblättern ohne ständiges Umgreifen zählt im Alltag mehr als noch ein weiteres Menüdetail.

BOOX Go 7 in der Hand mit klar sichtbaren Blättertasten an der asymmetrischen Griffseite
Die überarbeiteten Blättertasten sitzen griffiger und lassen sich deutlich treffsicherer bedienen.

Zum runden Eindruck trägt auch der asymmetrische, grifffreundliche Aufbau bei. Der BOOX Go 7 liegt sicherer und natürlicher in der Hand als manche nüchterne Konkurrenz, was sich gerade beim Lesen im Bett, auf dem Sofa oder unterwegs bemerkbar macht. Praktisch ist außerdem die wasserabweisende Bauweise. Sie sorgt auf der Terrasse, in der Küche oder in der Tasche für etwas mehr Gelassenheit, ersetzt aber keinen echten IPX8-Wasserschutz wie bei einem Kindle Paperwhite.

Android 13 hält ihn angenehm offen

Seine eigentliche Besonderheit bleibt die offene Softwarebasis. Android 13 mit Google Play ist hier mehr als ein Werbeargument, weil unterschiedliche Lese-Apps, Bibliotheksdienste, eigene Dateiformate und gemischte Bibliotheken tatsächlich sinnvoll zusammenkommen. Wer nicht dauerhaft in einem einzigen Shop-System bleiben möchte, bekommt hier deutlich mehr Freiheit als bei vielen klassischen eReadern.

BOOX Go 7 mit geöffneter Google-Play-Store-Ansicht auf dem Display
Dank Android 13 und Google Play bleibt der BOOX Go 7 bei Apps deutlich offener als klassische Shop-Reader.

Dazu passen die brauchbaren Annotationen im Lesemodus. Markieren, kommentieren und mit Inhalten arbeiten funktioniert auf dem BOOX Go 7 besser, als man es von einem kompakten 7-Zoll-Gerät vielleicht erwartet.

BOOX Go 7 mit geöffnetem Buchtext und angesetztem Stift für Notizen oder Markierungen
Markierungen und kurze Notizen direkt im Lesemodus passen besser zum Gerät als lange Schreibsitzungen.

4 GB RAM, 64 GB Speicher, microSD, USB-C mit OTG sowie Lautsprecher und Mikrofon runden das Paket sinnvoll ab, auch wenn diese Extras nicht den Kern des Produkts ausmachen. Der Akku hält ordentlich durch, setzt aber keine neue Klassenbestmarke.

Die Stiftfunktion bleibt ein Zusatz

Interessant ist die Unterstützung für den BOOX InkSense Pen, weil sie das Profil des Geräts etwas erweitert. Für kurze Notizen, Randbemerkungen und spontane Einfälle ist das durchaus praktisch. Gleichzeitig zeigt sich klar, dass der BOOX Go 7 kein kleines Notiztablet sein will. Die 7-Zoll-Fläche bleibt für längere Handschriftnotizen begrenzt, und gerade im Vergleich zu größeren eNotes ist die Stiftfunktion eher ein willkommenes Extra als ein echter Kaufgrund.

Unterm Strich ist der BOOX Go 7 einer der stimmigsten 7-Zoll-eReader im offenen Android-Lager. Er verbindet sehr guten Lesekomfort mit ausgereifter Ergonomie, großer App-Freiheit und einem insgesamt ausgewogenen Alltagseindruck. Wer ein möglichst unkompliziertes Shop-Gerät sucht, fährt mit Kindle oder Kobo besser; wer dagegen offen bei Apps und Dateiformaten bleiben möchte, bekommt hier ein ungewöhnlich rundes Gesamtpaket.

BOOX Go 7 im Video

The BOOX GO 7 Is Almost Perfect — If You Don’t Care About Writing | REVIEW

Testbericht

Chalid Von · Aktualisiert am

Der BOOX Go 7 überzeugt vor allem dann, wenn man ihn als eReader benutzt. Die Blättertasten sind hervorragend, das Schwarzweißdisplay kontrastreich, und Android erlaubt die Wahl zwischen vielen Lese-Apps. Gerade diese Kombination macht ihn zum bislang überzeugendsten BOOX-Lesegerät im Test. Seine neue Stiftfunktion ist dagegen kein guter Grund, ihn als vollwertiges Notiztablet zu kaufen. Kleine Schrift wird nicht präzise genug umgesetzt, die harte Spitze klappert auf Glas, und die Schreibfläche bleibt knapp. Für Markierungen direkt im Buch ist der Stift trotzdem nützlich. Wer diese Grenze akzeptiert, bekommt einen sehr gelungenen kompakten Leser mit erstaunlich vielen Möglichkeiten.

Blättertasten, die den Alltag verbessern

Die wichtigste Verbesserung gegenüber Leaf 2 und Page lässt sich mit dem Daumen ertasten. Zwischen den beiden Tasten sitzt jetzt ein kleiner Abstand, sodass man sie ohne Hinsehen unterscheiden kann. Noch besser: Sie lösen über ihre ganze Fläche zuverlässig aus, auch an den äußeren Enden. Bei den Vorgängern funktionierte das dort nicht. Die rundere Form fühlt sich zusätzlich angenehmer an. Das mag nach einer kleinen Änderung klingen, betrifft beim Lesen aber jeden Seitenwechsel. Für mich kommen diese Tasten dem sehr guten Gefühl des Kindle Oasis so nahe wie lange keine anderen. Der Go 7 braucht dafür weder eine neue Geste noch eine zusätzliche Einstellung; die Bedienung wird einfach verlässlicher.

Schwarzer BOOX Go 7 mit aufgeschlagenem Roman und breiter Griffseite; ein Finger liegt auf der unteren Blättertaste.
Die beiden Blättertasten sind durch einen gut ertastbaren Abstand getrennt.

Das dünne asymmetrische Gehäuse liegt mit 195 Gramm und strukturierter Rückseite sicher in der Hand. Trotz der flachen Bauweise wirkt es stabil, und die Blättertasten klappern nicht wie beim getesteten Go Color 7 der ersten Generation. Schwarz und Weiß unterscheiden sich nicht nur optisch: Beide haben eine bündige Front, beim schwarzen Modell besteht sie aber aus kratzfesterem Glas, beim weißen aus Acrylglas. Letzteres sollte ein etwas angenehmeres Schreibgefühl bieten; direkt vergleichen konnte ich beide Varianten aber nicht. Ungünstig bleibt die Einschalttaste. Hält man die Griffseite rechts, sitzt sie unten und kann beim Abstützen des Geräts versehentlich gedrückt werden.

Snapdragon 690 und 4 GB RAM sorgen für eine im Alltag erfreulich flotte Bedienung. Von 64 GB Speicher bleiben ungefähr 49 GB frei, eine microSD-Karte erweitert den Platz. Der etwas zurückgesetzte Kartenschacht sieht nicht ganz so sauber aus, beeinträchtigt die Nutzung aber nicht. An derselben Seite liegen Monolautsprecher, Mikrofon und USB-C; WLAN und Bluetooth ergänzen die Ausstattung. Das Gehäuse ist wasserabweisend, ausdrücklich nicht wasserdicht. Die auffälligste kleine Schwäche betrifft jedoch den Touchscreen: Bei trockenen Fingern wurden Wischgesten im Test gelegentlich nicht zuverlässig erkannt. Meist klappt die Bedienung problemlos, aber dieser Unterschied zu anderen BOOX-Geräten ist spürbar. Ob eine bestimmte Hardwareänderung dahintersteckt, lässt sich nicht sicher sagen.

Das sieben Zoll große Carta-1300-Display zeigt Schrift mit 300 ppi sehr sauber. Gemessen wurden L*=66 für den hellen Hintergrund und 24 für Schwarz. Damit liegt der Kontrast ungefähr auf dem Niveau des BOOX Page und sichtbar über dem älteren Leaf 2. Der reine Wechsel der Carta-Generation macht den Go 7 also nicht automatisch zum großen Sprung gegenüber dem Page. Ghosting ist durchschnittlich und stört die normale Nutzung wenig. Bei fremden Apps kann man mit den Anzeigeeinstellungen nachhelfen. Zur Auswahl stehen HD, Speed und A2, wobei A2 am schnellsten arbeitet. Die schnelleren Modi erleichtern bewegte Android-Oberflächen, reduzieren aber die Darstellungsqualität. Zum ruhigen Lesen lohnt sich deshalb weiterhin der schärfere Modus.

Die Beleuchtung ist insgesamt sehr gut und lässt sich in der Farbtemperatur anpassen. Ein leichter Helligkeitsverlauf von links nach rechts bleibt sichtbar, besonders bei hohen Einstellungen. Mit bis zu 182 Nits erreicht der Go 7 eine Helligkeit, die man im normalen Lesebetrieb selten brauchen wird. Bei moderatem Licht tritt auch der Verlauf weniger in den Vordergrund. Praktisch zählt hier weniger der hohe Maximalwert als die Möglichkeit, die Seite passend zum Umgebungslicht aufzuhellen und abends einen wärmeren Ton zu wählen. Das macht den Go 7 für unterschiedliche Lesesituationen angenehm flexibel.

Der Stift passt besser zum Buch als zum Notizblock

Beim Schreiben kommen mehrere Einschränkungen zusammen. Die Fläche entspricht ungefähr A6, ist für längere Notizen also klein. Einfach kleiner zu schreiben hilft nur bedingt: Enge Kurven und Buchstaben wie M, N, V oder W werden nicht immer so wiedergegeben, wie man sie zieht. Die kapazitive Stifteingabe ist hier weniger präzise als beim Tab X C. Dazu gleitet die harte Kunststoffspitze mit wenig Widerstand über die glatte Glasfront des getesteten schwarzen Geräts. Das Aufsetzen ist laut und fühlt sich überraschend hart an, sogar härter als auf einem iPad. Die weicheren Ersatzspitzen des Tab X C passen nicht. Rund 40 Millisekunden Latenz sind noch brauchbar, liegen aber über den üblichen 20 bis 30 Millisekunden anderer BOOX-Notizgeräte. Als Paket ergibt das keine besonders angenehme längere Schreibsitzung.

BOOX Go 7 im Hochformat mit der handschriftlichen Zeile This is a note und InkSense-Stift an ihrem Ende.
Ein kurzer handschriftlicher Satz reicht fast über die ganze Breite der Notizfläche.

Der InkSense selbst liegt mit seinem Metallgehäuse angenehm in der Hand, auch wenn er leicht klappert. Eine seitliche Taste schaltet zum Radieren um. Zum Laden braucht er ein eigenes USB-C-Kabel; magnetisch lässt er sich am Go 7 nicht befestigen. Für den gemeinsamen Transport ist deshalb die Stiftschlaufe des Folios hilfreich. Das sind zusätzliche Handgriffe, die beim gelegentlichen Markieren noch gut vertretbar sind. Wer dagegen täglich lange schreibt und den Stift ständig griffbereit haben möchte, wird die fehlende integrierte Ablage und Ladefunktion eher vermissen.

Die Notizsoftware ist erheblich stärker als die Stifthardware. Verschiedene Werkzeuge mit Druck- und Neigungserkennung, Ebenen, Vorlagen, Formen, Audioaufnahmen und Verknüpfungen stehen bereit. Mit dem Gliederungswerkzeug lässt sich außerdem ein Inhaltsverzeichnis von Hand aufbauen, das beim PDF-Export erhalten bleibt. Der Funktionsumfang entspricht damit eher einem großen BOOX-Notiztablet als einem einfachen Zusatzblock. Er kann die begrenzte Präzision allerdings nicht ausgleichen. Im Format des Go 7 ist der überzeugendere Einsatz deshalb, beim Lesen etwas anzustreichen oder eine kurze Randnotiz zu ergänzen, statt ganze Besprechungen auf der kleinen Fläche mitzuschreiben.

BOOX Go 7 mit geöffnetem Raster verschiedener Notizvorlagen und InkSense-Stift am rechten Bildschirmrand.
Die Vorlagenauswahl bietet unter anderem Raster, Kalender und eine Cornell-Seite.

Offenes Android und vielseitige Lesesoftware

Zum Testzeitpunkt lief Android 13 mit Sicherheitsstand März 2025. Apps lassen sich direkt aus Google Play oder als APK installieren. Das eröffnet eine breite Auswahl, bedeutet aber auch etwas Einarbeitung: Viele Apps erwarten schnelle LCD-Bildschirme und profitieren von angepassten Auffrischungsmodi. BOOX verbindet die zusätzlichen Optionen inzwischen recht ordentlich mit einer noch zugänglichen Oberfläche. Für Notizsynchronisation stehen Server in der EU, den USA und China bereit. Zugleich gab es weiterhin Hintergrundkommunikation mit Servern; eine einfache Möglichkeit, diese vollständig abzuschalten, fehlte. Welche Inhalte dabei übertragen werden, ist nicht erkennbar. Wer möglichst wenig vernetzt arbeiten möchte, sollte diesen Punkt bei der Einrichtung berücksichtigen.

Die Bibliothek bietet hilfreiche Filter und Sortierungen. In der Lese-App lassen sich Textstile schnell wechseln und als eigene Designs speichern. Besonders gut passt dazu die Stiftfunktion: Handschriftliche Markierungen bleiben auch nach Änderungen der Textdarstellung recht zuverlässig an der richtigen Stelle. Alternativ markiert man mit dem Finger und ergänzt getippte Notizen. Das Wörterbuch arbeitet zunächst online; lokale Wörterbücher sind möglich, passende Dateien muss man aber selbst beschaffen und aufspielen. Die angebotene Auswahl ist auf Englisch und Chinesisch beschränkt. Die Vorlesefunktion nutzt Androids Sprachausgabe und erlaubt den Download verschiedener Sprachen und Dialekte. Adobe DRM und LCP unterstützt die eingebaute Lese-App nicht. Dafür braucht man eine passende zusätzliche App, deren Kopierschutzunterstützung zum jeweiligen Buch passt.

BOOX Go 7 mit Romanseite, handschriftlicher Notiz und eingekreistem Yours am Absatzende.
Handschriftliche Ergänzungen und eine eingekreiste Passage stehen direkt auf der Buchseite.

Bei PDFs hilft der große Funktionsumfang besonders. Eine vollständige A4-Seite lässt sich auf sieben Zoll zwar überblicken, bequem lesen kann man kleine Schrift so aber nicht. Der Spaltenmodus teilt die Seite in vergrößerte Abschnitte, zwischen denen man mit einem Tippen weitergeht. Gerade wissenschaftliche Texte mit mehreren Spalten werden damit deutlich praktikabler. Diese Funktion nimmt dem kleinen Bildschirm viel von seiner Umständlichkeit, ohne seine tatsächliche Größe zu verstecken. Für gelegentliche Dokumente ist das eine erheblich bessere Lösung als ständig frei zu zoomen und den richtigen Ausschnitt neu zu suchen.

BOOX Go 7 mit PDF-Spalteneinstellungen und Vorschau einer Seite, die in vier nummerierte Lesebereiche unterteilt ist.
Vier nummerierte Bereiche legen die Reihenfolge für das abschnittsweise Lesen der PDF-Seite fest.

Die Laufzeit ist ordentlich, ohne Bestwerte aufzustellen. Im Lesetest mit Seitenwechsel alle 15 Sekunden und vollständiger Auffrischung alle fünf Seiten wurden 37 Stunden ohne Licht erreicht. Bei 45 Nits waren es 24 Stunden, bei maximaler Beleuchtung zwölf. Kontinuierliches Schreiben ergab bei denselben drei Lichteinstellungen neun, acht und 5,5 Stunden. Die maximale Helligkeit dürfte man beim normalen Lesen allerdings selten brauchen. Die genaue Stiftlaufzeit blieb offen: Nach mehr als 15 Stunden Dauerschreiben hatte sich die Anzeige noch nicht verändert, dann habe ich den Versuch beendet. Mindestens 60 Stunden dürften deshalb drin sein; bis zum leeren Akku habe ich den Stift aber nicht getestet.

Als flexibler Sieben-Zoll-eReader ist der Go 7 eine ausgezeichnete Wahl. Seine Stärken werden nicht von einer einzelnen spektakulären Funktion getragen, sondern von gutem Kontrast, angenehmer Beleuchtung, flotter Bedienung und besonders guten Blättertasten. Die gelegentlich unzuverlässigen Fingergesten bleiben der störendste kleine Makel. Den Stift würde ich als Werkzeug für Buchmarkierungen und kurze Ergänzungen betrachten. Wer primär handschriftliche Notizen verfassen will, bekommt bei größeren BOOX-Geräten wie Go 10.3 oder Note Air 4C das schlüssigere Gesamtpaket. Wer hauptsächlich liest, muss sich von der mäßigen Schreibqualität dagegen nicht abschrecken lassen.

Datenblatt: BOOX Go 7

  • Display 7″ Carta 1300 16 Graustufen, Touchscreen
  • Auflösung 300 ppi 1680 × 1264 Pixel
  • Gewicht 195 g 156 × 137 × 6,4 mm
  • Speicher 64 GB plus Speicherkartenslot
  • Wasserschutz Wassergeschützt geschützt gegen Untertauchen
  • Licht Warm + kalt Farbtemperatur regelbar
  • Bedienung Tasten + Touch physische Blättertasten
  • Audio Lautsprecher plus Bluetooth

Allgemein

Hersteller
BOOX
Gerätetyp
eReader
Marktstart
2025
Preis zum Marktstart
270 €
Farben
Schwarz, Weiß

Display

Technologie
E Ink Carta 1300
Größe
7 Zoll
Auflösung
1680 × 1264 px
Pixeldichte
300 ppi
Farbdisplay
Nein
Graustufen
16
Touchscreen
Ja, kapazitiv
Beleuchtung
Frontlicht mit Warmlicht
Plane Front
Ja

Gehäuse & Bedienung

Maße
156 × 137 × 6,4 mm
Gewicht
195 g
Wasserschutz
Wassergeschützt
Blättertasten
Ja
Lagesensor
Ja

Verbindungen

USB
USB-C
Bluetooth
Ja
WLAN
Ja, 2,4 und 5 GHz
Mobilfunk
Nein

Hardware

Prozessor
Octa-Core · Qualcomm Snapdragon 690
Arbeitsspeicher
4 GB
Speicher
64 GB
Speicherkarte
Ja, microSD
Lautsprecher
Ja, Mono
Mikrofon
Ja
Akku
2.300 mAh
Betriebssystem
Android 13

Software

Vorlesefunktion (TTS)
Ja
eBook-Shop
Ja, begrenztes Angebot

Unterstützte Dateiformate

  • PDF
  • CAJ
  • DJVU
  • CBR
  • CBZ
  • EPUB
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Alternativen zum BOOX Go 7

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Im Vergleich

BOOX Go 7 im Vergleich mit ähnlichen Geräten
Merkmal BOOX Go 7 BOOX Go 7 BOOX Go Color 7 (Gen II)BOOX Go Color 7 (Gen II) Musnap OceanMusnap Ocean Bigme B7Bigme B7
Aktueller Bestpreis??246,04 €?
UVP zum Marktstart270 €290 €?229 €
Display7″ Carta 13007″ Kaleido 37″ Carta 13007″ Kaleido 3
Pixeldichte300 ppi300 ppi300 ppi300 ppi
Gewicht195 g195 g?215 g
WasserschutzJaJa–?
BlättertastenJaJaJaJa
WarmlichtJaJaJaJa
Speicher64 GB + microSD64 GB + microSD64 GB128 GB + microSD
BluetoothJaJaJaJa
Marktstart2025202520252025
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Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.