BOOX Nova Air2
Kompakter Schwarzweiß-eReader mit Stift und offener Android-Plattform
Auf einen Blick
Der BOOX Nova Air2 dürfte vor allem Leser ansprechen, die unterwegs Bücher und kurze handschriftliche Notizen auf einem Gerät vereinen möchten. Sein 7,8-Zoll-Format bietet mehr Platz als ein kleiner Buchleser, bleibt aber deutlich kleiner als ein großes Schreibtablet. Die offene Android-Plattform erlaubt zusätzliche Lesedienste. Für umfangreiche PDFs begrenzen die kleine Fläche, der nicht erweiterbare Speicher und der inzwischen ältere Systemstand den Spielraum.
Vorteile
- Scharfes 7,8-Zoll-Carta-Display mit 300 ppi
- Handliches Format für Lesen und Notizen
- Offenes Android 11 mit freier App-Auswahl
- Stifteingabe ab Werk
- Dual-Lautsprecher und Mikrofon
Nachteile
- Begrenzte Fläche für große PDFs
- Keine Blättertasten
- Kein Wasserschutz
- Keine Speicherkartenerweiterung
- Zum Start recht hoher Preis
Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?
Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.
- Handschriftliche NotizenStifteingabe auf dem Display Ideal
- PDFs und Fachliteratur7,8-Zoll-Display, mit Zoom gut nutzbar Gut
- Apps aus anderen StoresAndroid 11, Apps installierbar Ideal
- Romane und Sachbücher300 ppi, sehr scharfe Schrift Ideal
- Lesen im Bett und bei NachtFrontlicht mit regelbarem Warmlicht Ideal
- Große Bibliothek offline32 GB Speicher Ideal
BOOX Nova Air2 im Überblick
Mehr Platz für Bücher, noch handlich für unterwegs
Der BOOX Nova Air2 verbindet einen 7,8-Zoll-eReader mit einem digitalen Notizbuch. Sein Format liegt zwischen kleinen Buchlesern und den deutlich größeren 10,3-Zoll-Geräten. Das dürfte vor allem dann passen, wenn neben Romanen auch Sachbücher, kleinere Dokumente und kurze handschriftliche Notizen zur täglichen Lektüre gehören. Mit 194 mal 136,5 Millimetern und 6,3 Millimetern Dicke bleibt das Gehäuse vergleichsweise kompakt. Das angegebene Gewicht von höchstens 235 Gramm bezieht sich auf das Gerät; eine Hülle und weiteres Zubehör kommen hinzu. Gegenüber einem Sechs-Zoll-Gerät bietet die Anzeige mehr Raum, ohne bereits das Format eines großen Schreibtablets zu erreichen.
Das monochrome Carta-Display hat 1872 mal 1404 Pixel und eine Dichte von 300 ppi. Diese Kombination ist für scharf dargestellten Text ausgelegt. Farben gibt es nicht: Farbige Diagramme, Markierungen oder Illustrationen müssen in Graustufen erkennbar bleiben. Für reine Textbücher ist eine zusätzliche Farbschicht ohnehin nicht nötig. Eine entspiegelte, bündige Oberfläche gehört ebenso zur Ausstattung wie das Frontlicht mit getrennt einstellbaren warmen und kühlen LEDs. Damit lässt sich die Anzeige an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpassen.
Handschrift und Android erweitern das Lesegerät
Der mitgelieferte BOOX Pen Plus unterstützt 4096 Druckstufen. Neben der Bedienung mit den Fingern sind somit handschriftliche Notizen und Einträge in Dokumenten vorgesehen. Für kurze Gedanken, kleine Skizzen und Randbemerkungen ist das Konzept schlüssig. Ein vollständiges A4-Dokument wird auf 7,8 Zoll jedoch erheblich verkleinert. Bei dicht gesetzten PDFs muss man deshalb eher mit Zoom, angepassten Ansichten oder wechselnden Ausschnitten arbeiten als auf einem großen E-Ink-Tablet. Wer hauptsächlich lange Mitschriften anfertigt, sollte den Gewinn an Mobilität gegen die kleinere Schreibfläche abwägen.
Android 11 und der Zugang zu Google Play erlauben zusätzliche Anwendungen. So lässt sich der Nova Air2 mit unterschiedlichen Lesediensten und Dateiquellen kombinieren, anstatt die Bibliothek auf einen einzelnen Buchshop festzulegen. Die vorinstallierte Lesesoftware unterstützt unter anderem EPUB, PDF, DJVU, CBR und CBZ. Die Unterstützung eines Dateiformats bedeutet dabei nicht automatisch, dass sich auch jede kopiergeschützte Datei in diesem Format öffnen lässt. Für kommerzielle Bibliotheken bleibt entscheidend, welche App und welches Benutzerkonto benötigt werden. Auch nachinstallierte Apps müssen mit dem älteren Android-Stand kompatibel sein.
Die offene Plattform macht die Wahl der passenden Software wichtiger. E Ink aktualisiert Inhalte anders als ein gewöhnliches LCD-Tablet; schnelle Animationen und Video sind deshalb kein sinnvoller Maßstab für die Stärken dieses Geräts. Das Konzept ist vor allem auf ruhige Inhalte, Lesen und Handschrift ausgerichtet. Ob eine bestimmte App flüssig läuft, verraten der Achtkernprozessor und die 3 GB Arbeitsspeicher allein nicht. Bei Spezialsoftware sollte man daher vorab prüfen, ob sie zur Android-Version passt und sich für E Ink eignet.
Die Ausstattung setzt klare Grenzen
Der interne Speicher umfasst 32 GB. Eine Speicherkarte ist nicht vorgesehen, weshalb umfangreiche Sammlungen großer PDFs, Comics und Audiodateien etwas Planung verlangen. USB-C dient zum Laden und für die kabelgebundene Verbindung; WLAN unterstützt 2,4 und 5 GHz, Bluetooth die drahtlose Verbindung mit Zubehör. Zwei Lautsprecher und ein Mikrofon erweitern die Nutzung um Audio. Das Gerät spielt WAV und MP3 ab, außerdem gibt es eine Vorlesefunktion. Welche Möglichkeiten eine externe Lese-App dabei anbietet, hängt weiterhin von dieser Anwendung ab.
Physische Blättertasten sitzen nicht am Gerät selbst. Die separat angebotene magnetische Hülle kann solche Tasten ergänzen; ihr Nutzen und ihr zusätzliches Gewicht sollten deshalb gegeneinander abgewogen werden. Der Akku hat eine Kapazität von 2000 mAh. Wie lange er beim Lesen durchhält, hängt stark von Frontlicht, WLAN, Audio und zusätzlichen Apps ab. Im offiziellen Shop ist das Modell inzwischen ausverkauft. Als Gerät der Generation von 2022 bleibt es vor allem für Nutzer interessant, die ein kompaktes Schwarzweiß-Notizgerät mit offener Software suchen und sich des älteren Systemstands bewusst sind.
Der Nova Air2 verspricht damit eine vielseitigere Rolle als ein reiner Shop-Reader: Bücher, ergänzende Handschrift und ausgewählte Apps sollen in einem transportablen Format zusammenkommen. Seine Grenzen ergeben sich direkt aus dieser Kombination. Die Anzeige bleibt für große Dokumente klein, der Speicher ist nicht erweiterbar und das ältere Android kann die zukünftige App-Auswahl einschränken. Wer hauptsächlich unterwegs liest und gelegentlich in Dokumenten schreibt, findet hier eine sinnvolle Ausstattung. Für umfangreiche Notizseiten oder häufige Arbeit mit großen festen Layouts dürfte ein größerer Bildschirm die passendere Ausgangsbasis sein.
BOOX Nova Air2 im Video
Testbericht
Von Chalid · Aktualisiert am
Der BOOX Nova Air2 ist vor allem als Weiterentwicklung eines bekannten Konzepts interessant: ein kompakter Schwarzweiß-eReader, der zusätzlich Handschrift und Android-Apps ermöglicht. Die Ankündigung von 2022 lässt jedoch keinen grundlegenden Neuanfang erkennen. Für einen ersten Einstieg in diese Geräteklasse dürfte das Paket sinnvoll sein. Wer bereits einen Nova Air besitzt, braucht dagegen einen konkreteren Grund für den Wechsel als eine neue Modellnummer. Schreibverzögerung, Beleuchtungsqualität und Akkulaufzeit habe ich nicht selbst gemessen.
Das bekannte Format bleibt die wichtigste Entscheidung
Der 7,8-Zoll-Bildschirm mit 1872 mal 1404 Pixeln und 300 ppi liegt zwischen einem kleinen Buchleser und einem großen Schreibtablet. Für Romane und ergänzende Notizen verspricht das einen brauchbaren Kompromiss. Bei fest gesetzten Dokumenten bleibt die Fläche jedoch entscheidend: Eine vollständige A4-Seite wird deutlich verkleinert. Mehr Auflösung allein macht die Schrift eines solchen Dokuments nicht größer. Wer regelmäßig umfangreiche Fachtexte liest oder ganze Seiten mitschreibt, sollte deshalb zuerst das passende Format wählen und erst danach die Unterschiede zwischen zwei ähnlich großen Generationen vergleichen.

Der mitgelieferte Pen Plus ergänzt die Fingerbedienung um Handschrift. In der eigenen Lesesoftware sind Anmerkungen auf Dokumenten vorgesehen, daneben gibt es eine Notizanwendung. Das ist ein klarer Mehrwert gegenüber einem reinen Buchleser, sofern man diese Funktionen tatsächlich nutzen möchte. Das Frontlicht mit warmer und kühler Einstellung hilft dabei, die Anzeige an die Umgebung anzupassen. Physische Blättertasten gehören dagegen zur separat angebotenen magnetischen Hülle, nicht zum Gerät selbst. Die Kombination aus Hülle und Stift sollte man bei Gewicht, Platzbedarf und Preis mitdenken.

Ein neuerer Android-Stand ist kein vollständiger Neustart
Eine konkrete Änderung gegenüber dem ersten Nova Air ist Android 11 anstelle von Android 10. Das war zur Vorstellung ein nachvollziehbarer Fortschritt für ein Gerät, dessen Offenheit wesentlich von zusätzlichen Apps lebt. Android 11 ist inzwischen selbst ein älterer Systemstand. Entscheidend bleibt daher, ob die konkret gewünschte Lese- oder Arbeitsanwendung diesen Stand noch unterstützt. Der Zugang zu Google Play bietet Auswahl, garantiert aber weder die dauerhafte Verfügbarkeit jeder App noch deren gute Bedienbarkeit auf E Ink. Firmwarepflege und ein Wechsel auf eine neue Android-Hauptversion sind außerdem unterschiedliche Dinge.
An Bord sind ein Achtkernprozessor, 3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB interner Speicher. Der Hersteller beschreibt den Prozessor als verbessert, nennt auf der Produktseite aber keine konkrete Chipbezeichnung. Technisch ist der Nova Air2 also nicht in jeder Hinsicht mit seinem Vorgänger identisch. Ob er deutlich schneller ist, lässt die vage Prozessorangabe aber offen. Für die Kaufentscheidung zählt, ob eine benötigte Funktion hinzugekommen ist oder eine bisherige Grenze tatsächlich wegfällt. Die Ankündigung allein ist kaum ein Grund, pauschal zu wechseln.
Auch die weiteren Eckdaten passen zu einer behutsamen Überarbeitung: Das Gehäuse misst 194 mal 136,5 mal 6,3 Millimeter, das Gerätegewicht liegt bei höchstens 235 Gramm. Zwei Lautsprecher und ein Mikrofon erweitern die Möglichkeiten um Audio. Der Akku hat 2000 mAh. Die von BOOX genannten bis zu 26 Tage gelten für den Standby, nicht für 26 Tage aktives Lesen. Wie oft das Gerät geladen werden muss, hängt gerade bei einer offenen Android-Plattform stark von Beleuchtung, Funkverbindungen und den verwendeten Apps ab.

Interessanter als Einstieg denn als automatisches Upgrade
Als Grundidee bleibt der Nova Air2 schlüssig: Bücher aus verschiedenen Diensten, eigene Dateien und kurze handschriftliche Ergänzungen sollen in einem transportablen Gerät zusammenkommen. Wer genau diese Mischung sucht, dürfte von der offenen Plattform mehr haben als von zusätzlichen Funktionen eines geschlossenen Shop-Readers. Wer dagegen fast ausschließlich Romane liest, bezahlt auch für Möglichkeiten, die im eigenen Alltag kaum gebraucht werden. Und wer vor allem ein digitales A4-Notizbuch sucht, löst die begrenzte Arbeitsfläche nicht durch den Wechsel vom ersten zum zweiten Nova Air.

Meine Einordnung fällt deshalb zurückhaltend aus. Der Nova Air2 verspricht kein grundsätzlich anderes Nutzungserlebnis, sondern führt ein vielseitiges kompaktes Format fort. Ein sinnvoller Wechsel setzt eine konkrete Verbesserung voraus, die man selbst benötigt; die Modellbezeichnung und der damals neuere Android-Stand reichen dafür nicht automatisch. Bei einem heutigen Angebot kommen der Zustand des Akkus, der tatsächlich installierte Softwarestand und die Kompatibilität der gewünschten Apps hinzu. Im offiziellen Shop ist das Modell inzwischen ausverkauft. Für Interessenten an einem gebrauchten Gerät ist die Frage nach dem passenden Einsatzgebiet damit wichtiger als der Neuheitswert von damals.
Datenblatt: BOOX Nova Air2
- Display 7,8″ Carta 16 Graustufen, Touchscreen
- Auflösung 300 ppi 1872 × 1404 Pixel
- Gewicht 235 g 194 × 136,5 × 6,3 mm
- Speicher 32 GB kein Speicherkartenslot
- Wasserschutz Keine von Wasser fernhalten
- Licht Warm + kalt Farbtemperatur regelbar
- Bedienung Touch + Stift keine Blättertasten
- Audio Lautsprecher plus Bluetooth
Allgemein
- Hersteller
- BOOX
- Gerätetyp
- eReader, E-Note
- Marktstart
- 2022
- Preis zum Marktstart
- 390 €
- Farben
- Weiß
Display
- Technologie
- E Ink Carta
- Größe
- 7,8 Zoll
- Auflösung
- 1872 × 1404 px
- Pixeldichte
- 300 ppi
- Farbdisplay
- Nein
- Graustufen
- 16
- Touchscreen
- Ja, kapazitiv + EMR-Stift
- Beleuchtung
- Frontlicht mit Warmlicht
- Plane Front
- Ja
Gehäuse & Bedienung
- Maße
- 194 × 136,5 × 6,3 mm
- Gewicht
- 235 g
- Wasserschutz
- Nein
- Blättertasten
- Nein
Verbindungen
- USB
- USB-C
- Bluetooth
- Ja
- WLAN
- Ja, 2,4 und 5 GHz
- Mobilfunk
- Nein
- GPS
- Nein
Hardware
- Prozessor
- Octa-Core · Advanced Octa-core
- Arbeitsspeicher
- 3 GB
- Speicher
- 32 GB
- Speicherkarte
- Nein
- Lautsprecher
- Ja, Stereo
- Mikrofon
- Ja
- Akku
- 2.000 mAh
- Betriebssystem
- Android 11
Unterstützte Dateiformate
- DJVU
- CBR
- CBZ
- EPUB
- EPUB3
- AZW3
- MOBI
- TXT
- DOC
- DOCX
- FB2
- CHM
- RTF
- HTML
- ZIP
- PRC
- PPT
- PPTX
- PNG
- JPG
- BMP
- TIFF
- WAV
- MP3
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Alternativen zum BOOX Nova Air2
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- Wenn der Preis zählt

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Im Vergleich
| Merkmal | BOOX Nova Air2 | Kobo Sage | Onyx Boox Nova3 Color | Onyx Boox Tab Mini C |
|---|---|---|---|---|
| UVP zum Marktstart | 390 € | 290 € | 320 € | 499 € |
| Display | 7,8″ Carta | 8″ Carta 1200 | 7,8″ Kaleido Plus | 7,8″ Kaleido 3 |
| Pixeldichte | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi |
| Gewicht | 235 g | 241 g | 265 g | 310 g |
| Wasserschutz | – | IPX8 | – | – |
| Blättertasten | – | Ja | – | – |
| Warmlicht | Ja | Ja | – | Ja |
| Speicher | 32 GB | 32 GB | 32 GB | 64 GB |
| Bluetooth | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Marktstart | 2022 | 2021 | 2021 | 2023 |
| Geräteseite | Zum Gerät | Zum Gerät | Zum Gerät |
Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.



