Onyx Boox Go 10.3
Das BOOX Go 10.3 ist ein ultraflaches 10,3-Zoll-E-Note mit offenem Android, starkem PDF-Fokus und bewusst fehlendem Frontlicht
Auf einen Blick
Das BOOX Go 10.3 richtet sich weniger an klassische Sofa-Leser als an Nutzer, die auf einer großen E-Ink-Fläche schreiben, kommentieren und längere Dokumente bearbeiten möchten. Das 10,3-Zoll-Panel mit 300 ppi, das offene Android-12-System mit Google Play und die starke Notiz- sowie PDF-Ausrichtung machen das Gerät zu einer ungewöhnlich flexiblen Arbeitsplattform. Seine größte Besonderheit ist zugleich der wichtigste Kompromiss: BOOX verzichtet bewusst auf ein Frontlicht, um die Anzeige direkter und papiernäher wirken zu lassen. Wer vor allem tagsüber oder am Schreibtisch arbeitet, bekommt dadurch ein sehr fokussiertes E-Note mit schlankem Gehäuse, guter Laufzeit und offener App-Welt; wer oft bei schwachem Licht lesen will, muss den Verzicht aber einkalkulieren.
Vorteile
- Extrem dünnes 10,3-Zoll-Gehäuse
- Carta-1200-Display mit 300 ppi
- Sehr stark für Notizen und PDFs
- Android 12 mit Google Play Store
- Dual-Lautsprecher und Mikrofon
- Gute Laufzeit im ruhigen Arbeitsbetrieb
- Cloud-Sync und Text-to-Speech vorhanden
- Papiernahe, direkte Darstellung ohne Frontlichtschicht
Nachteile
- Kein Frontlicht
- Magnetische Stifthalterung zu schwach
- Stiftlatenz nicht auf Spitzenniveau
- Palm Rejection nicht immer fehlerfrei
- Offenes System braucht etwas Einarbeitung
Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?
Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.
- Handschriftliche NotizenStifteingabe auf dem Display Ideal
- PDFs und Fachliteratur10,3-Zoll-Display, nahe an A4 Ideal
- Apps aus anderen StoresAndroid 12, Apps installierbar Ideal
- Romane und SachbücherSehr scharf, aber 10,3 Zoll sind groß für eine Hand Gut
- Lesen im Bett und bei NachtKeine Beleuchtung Eingeschränkt
- Große Bibliothek offline64 GB Speicher Ideal
Onyx Boox Go 10.3 im Überblick
Ein bewusst spezialisiertes 10,3-Zoll-E-Note
Das BOOX Go 10.3 fällt in seiner Klasse sofort durch zwei Entscheidungen auf, die das Gerät klar positionieren: Es ist mit rund 4,6 Millimetern extrem dünn gebaut, und es verzichtet komplett auf ein Frontlicht. Beides ist kein Zufall, sondern Teil eines Konzepts, das das Gerät stärker als Arbeitswerkzeug denn als universellen Wohnzimmer-eReader versteht. Das Modell ist ein ultradünnes 10,3-Zoll-ePaper-Notepad mit 300-ppi-Carta-1200-Display, 4 GB RAM, 64 GB Speicher und Android 12. Damit ist die technische Basis klar: Das BOOX Go 10.3 soll große Dokumente, Notizen und Drittanbieter-Apps auf einer großen monochromen E-Ink-Fläche möglichst leicht und direkt zugänglich machen.
Gerade die Bauform prägt den Charakter des Geräts. Für ein 10,3-Zoll-Gerät ist das BOOX Go 10.3 bemerkenswert schlank und mit ungefähr 375 Gramm auch spürbar leichter als viele andere große E-Notes. Im Alltag wirkt es dadurch weniger wie ein schweres Schreibbrett und eher wie ein mobiles Arbeitsgerät, das sich leicht zwischen Schreibtisch, Besprechung und Tasche bewegen lässt. Der Aluminiumrahmen und die strukturierte Rückseite sorgen für einen hochwertigen Eindruck, ohne das Gerät zum Luxusobjekt zu machen. Gleichzeitig kommt die Ausstattung nicht zu kurz: USB-C mit OTG, Dual-Band-WLAN, Bluetooth 5.0, integriertes Mikrofon und Dual-Lautsprecher sorgen dafür, dass das Gerät nicht nur als Lesefläche, sondern auch als offenes Arbeitswerkzeug ernst zu nehmen ist.
Am stärksten prägt das BOOX Go 10.3 aber das fehlende Frontlicht. Genau daraus ergibt sich der zentrale Kompromiss im Alltag. Ohne zusätzliche Lichtschicht wirkt das Panel direkter, klarer und näher an der Stiftspitze. Vor allem beim Schreiben und beim ruhigen Lesen unter guten Lichtbedingungen spielt das Gerät diesen Vorteil aus: Die Darstellung wirkt sehr unmittelbar, Linien erscheinen sauber, und die Distanz zwischen Oberfläche und digitaler Tinte bleibt gering. Der Preis dafür ist offensichtlich: Wer häufig abends im Bett, in dunklen Zügen oder generell unabhängig vom Umgebungslicht lesen möchte, bekommt hier weniger Flexibilität als bei frontbeleuchteten Alternativen. Das BOOX Go 10.3 belohnt also gezielt Nutzer, die genau diese papiernähere Darstellung höher gewichten als maximale Alltagstauglichkeit in jeder Lichtsituation.
Starker Schreib- und PDF-Fokus mit kleinen Reibungspunkten
Im praktischen Einsatz zeigt sich schnell, warum das Modell eher als E-Note denn als bloßer Großformat-eReader verstanden werden sollte. Das Schreibgefühl profitiert von der papierähnlichen Oberfläche und der direkten Stiftwiedergabe. Gerade feine Linien wirken präzise, und die Oberfläche bietet genug Halt, damit der Stift bei handschriftlichen Notizen nicht wie auf glattem Glas wegrutscht. Für Notizen, Skizzen und Annotationen ist das eine starke Grundlage. Die Notiz-App gehört weiterhin zu den großen Stärken von BOOX: Ebenen, Vorlagen, Formen, variable Stiftstärken, Textfelder und Export in Formate wie PDF, TXT oder PNG machen sie zu einem Werkzeug, das deutlich mehr kann als nur schnelle Randnotizen.
Trotzdem bleibt das Gerät nicht frei von Kritik. Die im Test gemessene Stiftlatenz von rund 30 Millisekunden gehört nicht zu den niedrigsten Werten im Segment. Das ist schnell genug für flüssiges Schreiben, aber nicht ganz so unmittelbar wie bei den besten BOOX-Modellen oder konkurrierenden Notiz-Tablets. Hinzu kommt die magnetische Stiftbefestigung, die unterwegs etwas zu wenig Vertrauen weckt. Gerade bei einem Gerät, das so sehr auf Mobilität und dünnes Design setzt, fällt das stärker auf als bei schwereren Schreibtischgeräten. Diese Punkte machen das BOOX Go 10.3 nicht schlecht, sie verhindern nur, dass das Gesamtpaket völlig reibungslos wirkt.
Besonders überzeugend ist das Gerät dagegen im Umgang mit PDFs und größeren Dokumenten. Die Kombination aus 10,3 Zoll, 300 ppi, flotter Hardware und BOOX-typisch flexibler Dokumentenansicht passt sehr gut zu Fachtexten, Artikeln, Skripten oder annotierten Unterlagen. Auch größere PDF-Dateien bereiten keine Probleme, und die verschiedenen Ansichten helfen dabei, auch komplexere Layouts angenehm zu lesen. Genau hier spielt das offene System seine Stärke aus: Das BOOX Go 10.3 ist nicht auf ein starres Leseschema festgelegt, sondern lässt Raum für unterschiedliche Arbeitsweisen. Eine kleine Schwäche bleibt die Palm Rejection, die zwar meist ordentlich arbeitet, aber nicht immer vollständig fehlerfrei reagiert. Das ist eher ein lästiger Reibungspunkt als ein echtes K.-o.-Kriterium, sollte Vielschreibern aber nicht verschwiegen werden.
Offenes Android, lange Laufzeit und klare Zielgruppe
Softwareseitig bleibt das BOOX Go 10.3 ein typisches BOOX-Gerät im positiven wie im anstrengenderen Sinn. Android 12 mit integriertem Google Play Store öffnet deutlich mehr Türen als ein geschlossenes Notizsystem. Wer zusätzliche Lese-Apps, Cloud-Dienste oder spezialisierte Arbeitswerkzeuge nutzen möchte, bekommt hier erheblich mehr Freiheit als bei strikt begrenzten Plattformen. Gleichzeitig verlangt diese Offenheit etwas Bereitschaft zur Einarbeitung. Die Oberfläche ist erkennbar auf E-Ink optimiert, aber nicht so selbsterklärend wie ein klassisches Mainstream-Tablet. Dynamische Apps mit vielen Animationen bleiben trotz verschiedener Optimierungen ein Kompromiss, während ruhige Lese-, Notiz- und Dokumenten-Apps deutlich besser zu diesem Gerät passen.
Praktisch ist, dass sich BOOX nicht auf die Kernfunktionen beschränkt. Die Bibliothek ist übersichtlich aufgebaut, Cloud-Sync über Dienste wie Google Drive und Dropbox ist vorgesehen, Text-to-Speech wird unterstützt, und über USB-C lassen sich nicht nur Daten übertragen, sondern auch Audio ausgeben. Weil zusätzlich Mikrofon und Lautsprecher an Bord sind, wirkt das BOOX Go 10.3 im Alltag vielseitiger als viele minimalistisch gedachte E-Notes. Gleichzeitig bleibt es ein monochromes Schreib- und Lesegerät, nicht etwa ein Ersatz für ein klassisches LCD-Tablet.
Auch die Laufzeit fügt sich in dieses Bild. Der 3700-mAh-Akku passt gut zum sparsamen E-Ink-Charakter, und gerade bei ruhigem Lesen oder fokussierter Dokumentarbeit wirkt das BOOX Go 10.3 ausdauernd. Notizen, Audio und offene Android-Apps kosten naturgemäß mehr Energie, aber das Grundprofil bleibt eindeutig auf lange, unterbrechungsarme Arbeit ausgelegt. Unterm Strich ist das BOOX Go 10.3 deshalb kein Gerät für jeden, sondern ein ausgesprochen gezieltes Angebot für Nutzer, die ein großes, sehr leichtes, offenes und schreibstarkes E-Note suchen. Wer unbedingt ein Frontlicht, eine besonders starke Magnetbefestigung oder die absolut niedrigste Stiftlatenz erwartet, findet passendere Alternativen. Wer dagegen ein fokussiertes 10,3-Zoll-Arbeitsgerät mit sehr guten Dokumentenfunktionen und offener BOOX-Software will, bekommt hier eines der interessantesten monochromen E-Notes seiner Generation.
Onyx Boox Go 10.3 im Video
Testbericht
Von Chalid · Aktualisiert am
Das ursprüngliche BOOX Go 10.3 zeigt, wie gut ein vielseitiges Android-System und ein konsequent auf Schreiben ausgerichtetes E-Ink-Tablet zusammenpassen können. Sein dünnes Gehäuse nehme ich ausgesprochen gerne in die Hand, der hochauflösende Schwarz-Weiß-Bildschirm wirkt wunderbar klar, und beim Lesen ist die Ausdauer beeindruckend. Dafür verzichtet BOOX auf zwei Dinge, die andere Geräte der Marke prägen: eine Frontbeleuchtung und die schnelle Bildschirmtechnik BOOX Super Refresh. Diese Entscheidung passt zum Schwerpunkt auf Notizen, verlangt aber Zugeständnisse bei schlechtem Licht und bewegten Android-Oberflächen. Im Alltag ärgert mich am meisten ausgerechnet der Stift, der seitlich zu locker haftet.
Sehr dünn, mit kleinen Schwächen im Detail
Mit 4,6 Millimetern fällt das Gehäuse sofort auf. Der Aluminiumrahmen fühlt sich hochwertig an, das geringe Gewicht macht das große Tablet angenehm handlich. BOOX nennt 375 Gramm; auf meiner Waage lag es sogar etwas darunter. Der farblich abgesetzte Griffbereich und der größere Rand unter dem Display erinnern an das reMarkable 2. Diese Ähnlichkeit ändert wenig daran, dass mir die Verarbeitung insgesamt ausgesprochen gut gefällt. Bei vorsichtigem Druck knarzte nichts und das Gerät gab nicht auffällig nach.
Auf der Rückseite sitzt eine strukturierte, weiche Kunstlederoberfläche. Sie verbessert den Halt in der Hand und rutscht auch auf dem Tisch weniger leicht, ohne dass Gummifüße nötig wären. Ganz nahtlos wirkt die Lösung allerdings nicht: Das Material steht an den Kanten leicht hervor, was man mit den Fingern spürt. Auch der Kunststoffstreifen, der die Rückseite teilt, sieht weniger elegant aus als der Metallrahmen. Wie gut die helle Oberfläche langfristig altert, war im Test noch offen. Der Einschalter sitzt oben rechts, Lautsprecher, Mikrofon und USB-C-Anschluss befinden sich unten. Seitlich bleiben die Kanten frei von Tasten.

Der weiße Pen Plus haftet magnetisch an der Seite, löst sich bei einer ungünstigen schnellen Bewegung aber zu leicht. Mit Hülle sitzt er etwas besser; die zusätzliche abnehmbare Lasche gibt weiteren Halt. Das lindert die Schwäche, beseitigt sie jedoch nicht vollständig. Der Stift selbst schreibt ordentlich, mir fehlt aber ein Radierer am Stiftende. Außerdem fühlt er sich einfacher an als der Pen2 Pro aus der Tab-Ultra-Reihe. Das ist vor allem eine persönliche Vorliebe für den hochwertigeren Stift. Die schwache Befestigung ist dagegen ein ganz praktischer Nachteil, sobald ich das Tablet mitnehme.

Im Inneren sorgen ein Achtkernprozessor und 4 GB RAM für eine bei E Ink angenehm direkte Reaktion. Selbst aufwendigere Aufgaben fühlen sich ausreichend flott an. Unter hoher Last wurde eine Stelle am Gehäuse recht warm, kühlte danach aber schnell wieder ab und störte mich im normalen Gebrauch nicht. Von 64 GB Speicher standen ungefähr 48 GB zur freien Verfügung. Für Bücher, Notizen und Hörbücher ist das ordentlich, eine Erweiterung per microSD gibt es bei diesem Modell allerdings nicht.
Nah an der Tinte, abhängig vom Umgebungslicht
Das Carta-1200-Display mit 300 ppi ist einer der besten Gründe für das Go 10.3. Zum Testzeitpunkt bot es für mich die schärfste Darstellung in dieser Größenklasse, und auch der Kontrast überzeugt. Weil die zusätzliche Lichtleiterschicht einer Frontbeleuchtung fehlt, wirkt der Inhalt besonders unmittelbar an der Oberfläche. Der Abstand zwischen Stiftspitze und digitaler Linie ist entsprechend klein. Gerade beim Zeichnen feiner Details fühlt sich das präziser an als auf einem beleuchteten Kindle Scribe. Ein sehr feines Raster ist bei genauem Hinsehen vorhanden; ob es mit der Touchschicht zusammenhängt, konnte ich nicht sicher klären. Die Bildqualität beeinträchtigte es für mich nicht.
Beim tatsächlichen Nachziehen der Linie ist das BOOX nicht ganz so schnell. Ich habe ungefähr 30 Millisekunden Stiftlatenz gemessen, gegenüber rund 20 Millisekunden beim verglichenen Scribe. Den Unterschied sieht man nebeneinander, wenn man darauf achtet. Im normalen Schreiben hatte ich trotzdem nicht das Gefühl, die Linie hinter mir herzuziehen. Die leicht raue Oberfläche trägt viel zum angenehmen Eindruck bei und fühlt sich minimal glatter an als bei den Note-Air3-Geräten. Am ehesten erinnert mich der Widerstand an einen Filzstift auf Papier, nur mit etwas kratzigerem Geräusch.

Der Verzicht auf Licht ist trotzdem keine reine Verbesserung. In normal beleuchteten Räumen lässt sich der Bildschirm sehr gut ablesen. Wird es dunkler, ist eine Tisch- oder Nachttischlampe nötig. Papier bleibt bei abnehmendem Licht länger angenehm lesbar, weil der E-Ink-Bildschirm weniger Licht zurückwirft. Ich hätte deshalb weiterhin lieber eine integrierte Beleuchtung, auch wenn ich die Vorteile des flachen Displayaufbaus sehe. Bei reinem Umgebungslicht ist der Hintergrund bei den verglichenen Scribe-, Note-Air3- und reMarkable-2-Geräten ähnlich grau. Das Go 10.3 macht aus E Ink also kein strahlend weißes Blatt. Seine Stärke ist die klare Darstellung bei gutem Kontrast.
Viel Software, sehr gute Laufzeit und etwas Einstellarbeit
Android 12 mit Google Play und der Möglichkeit, APK-Dateien zu installieren, gibt dem Go 10.3 viel mehr Spielraum als einem geschlossenen Notizgerät. Die stark angepasste BOOX-Oberfläche verlangt allerdings Einarbeitung. Vier E-Ink-Modi stehen zur Wahl: Der langsamste liefert das sauberste Bild, die schnelleren erkaufen ihre Reaktion mit schlechterer Darstellung oder mehr Nachbildern. BOOX Super Refresh fehlt. Für den Schwerpunkt auf Schreiben und Ausdauer halte ich das für sinnvoll, für stark animierte Apps oder häufiges Scrollen bleibt es ein Kompromiss. Statische Anwendungen funktionieren meist gut, brauchen aber ebenfalls passende Einstellungen. Selbst für eine Lese-App lohnt es sich, die Modi bewusst auszuprobieren.
Die Notiz-App gehört zu den umfangreichsten auf E Ink: Ebenen und Vorlagen, fünf Stiftarten, veränderliche Strichbreiten sowie Formen, Text und Bilder. Sogar Ton lässt sich direkt in einer Seite aufnehmen, um später etwa eine Besprechung nachzuvollziehen. Die Handschrifterkennung funktionierte überraschend gut und arbeitet nach der ersten Aktivierung auch ohne aktive WLAN-Verbindung. Für die Weiterverwendung gibt es unter anderem PDF-, TXT- und PNG-Exporte. Weniger elegant sind einzelne Menübeschriftungen, die am Rand abgeschnitten werden. Die Bedienbarkeit leidet darunter kaum, optisch passt diese Nachlässigkeit aber nicht zum sorgfältig gestalteten Gehäuse. Ein systemweites Schreibwerkzeug erlaubt außerdem Anmerkungen über Apps hinweg; das Ergebnis wird als Bild gespeichert.

Bei PDFs bietet BOOX für mich zum Testzeitpunkt die besten Funktionen am Markt. Mehrspaltige Seiten kann ich in Abschnitte aufteilen, passend vergrößern und dann bei gleichbleibender Zoomstufe der Reihe nach durchgehen. Das hilft bei wissenschaftlichen Dokumenten deutlich mehr als bloßes Vergrößern und Verschieben. Auch große, komplexe Dateien bereiteten im Test keine Probleme. Direkt auf der Seite stehen Stiftwerkzeuge für Anmerkungen bereit. Die Handballenerkennung könnte zuverlässiger sein: Gelegentlich blätterte das Gerät beim Auflegen der Hand ungewollt um. Über das Menü lässt sich die Touchbedienung abschalten, um das zu umgehen. Das ist ein brauchbarer Ausweg, bleibt aber ein zusätzlicher Handgriff.

Auch die eingebauten Lesefunktionen sind umfangreich. Die Bibliothek lässt sich filtern und sortieren, Bücher können über Dienste wie Google Drive oder Dropbox synchronisiert werden. Schriftgröße, Schriftstärke, Abstände und Ränder sind weitgehend anpassbar. Weniger fertig wirkt die Wörterbuchversorgung: Für gute lokale Übersetzungswörterbücher muss man selbst suchen, der Download-Verweis führte nur zu einer Websuche im Browser. Angeheftete Notizen sind möglich, ebenso direkte handschriftliche Anmerkungen. Letztere verrutschen allerdings, sobald man nachträglich die Textgestaltung ändert. Die Android-Sprachausgabe bietet viele Stimmen und klingt nach der etwas verschachtelten Einrichtung ordentlich. Das sind starke Lesefunktionen, aber nicht alle sind ohne Vorarbeit angenehm nutzbar.
Der Akku mit 3.700 mAh passt sehr gut zu diesem Konzept ohne Beleuchtung und Super Refresh. Beim automatischen Umblättern alle 15 Sekunden mit den voreingestellten Text- und Refresh-Einstellungen verlor das Gerät zunächst nur ungefähr ein Prozent pro Stunde. Hochgerechnet ergibt das 100 Stunden, den Akku habe ich dabei aber nicht komplett leer laufen lassen. Im insgesamt 18 Stunden langen Versuch stieg der Verbrauch nach einer Änderung der Textgestaltung auf etwa 2,5 Prozent pro Stunde. Das ist weiterhin gut, zeigt aber, wie stark die Einstellungen mitreden. Handschrift und dynamische Android-Apps verkürzen die Laufzeit zusätzlich. Wie viele Stunden der Akku beim Schreiben durchhält, kann ich daraus nicht verlässlich sagen.
Ein Vorbehalt bleibt bei den Netzwerkverbindungen: Auch ohne aktiv genutzte BOOX-Dienste und bei abgeschalteten Update-Prüfungen gab es Hintergrundkontakte. Welche Inhalte dabei übertragen wurden, konnte ich nicht feststellen. Ich würde mir wünschen, dieses Verhalten vollständiger abstellen zu können. Insgesamt überwiegen für mich dennoch klar die Stärken. Android hat BOOX zum Testzeitpunkt für mein Empfinden besser auf E Ink abgestimmt als jeder andere Anbieter. Das Go 10.3 verbindet ein sehr schönes Schreibgefühl, ein scharfes Display, starke PDF-Werkzeuge und viel Ausdauer mit offener App-Auswahl. Die schwache Stiftbefestigung und die etwas höhere Stiftlatenz sind ärgerlich, der entscheidende Kaufpunkt bleibt aber das fehlende Licht. Wer damit zurechtkommt und sich in die Software einarbeitet, bekommt ein ausgezeichnetes Schreib- und Lesetablet.
Datenblatt: Onyx Boox Go 10.3
- Display 10,3″ Carta 1200 Touchscreen
- Auflösung 300 ppi 2480 × 1860 Pixel
- Gewicht 375 g 235 × 183 × 4,6 mm
- Speicher 64 GB kein Speicherkartenslot
- Wasserschutz Keine von Wasser fernhalten
- Licht Keine
- Bedienung Touch + Stift keine Blättertasten
- Audio Lautsprecher plus Bluetooth
Allgemein
- Hersteller
- BOOX
- Gerätetyp
- E-Note
- Marktstart
- 2024
- Preis zum Marktstart
- 420 €
- Farben
- Weiß
Display
- Technologie
- E Ink Carta 1200
- Größe
- 10,3 Zoll
- Auflösung
- 2480 × 1860 px
- Pixeldichte
- 300 ppi
- Farbdisplay
- Nein
- Touchscreen
- Ja, kapazitiv + EMR-Stift
- Beleuchtung
- Nein
- Plane Front
- Ja
Gehäuse & Bedienung
- Maße
- 235 × 183 × 4,6 mm
- Gewicht
- 375 g
- Wasserschutz
- Nein
- Blättertasten
- Nein
- Lagesensor
- Ja
Verbindungen
- USB
- USB-C
- Bluetooth
- Ja
- WLAN
- Ja, 2,4 und 5 GHz
- Mobilfunk
- Nein
- GPS
- Nein
Hardware
- Prozessor
- Octa-Core · 2.4 GHz octa-core
- Arbeitsspeicher
- 4 GB
- Speicher
- 64 GB
- Speicherkarte
- Nein
- Lautsprecher
- Ja, Stereo
- Mikrofon
- Ja
- Akku
- 3.700 mAh
- Betriebssystem
- Android 12
Software
- Vorlesefunktion (TTS)
- Ja
- eBook-Shop
- Ja, begrenztes Angebot
Unterstützte Dateiformate
- CAJ
- DJVU
- CBR
- CBZ
- EPUB
- EPUB3
- AZW3
- MOBI
- TXT
- DOC
- DOCX
- FB2
- CHM
- RTF
- HTML
- ZIP
- PRC
- PPT
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- PNG
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Im Vergleich
| Merkmal | Onyx Boox Go 10.3 | Viwoods AiPaper | Kindle Scribe | Onyx Boox Tab Ultra |
|---|---|---|---|---|
| Aktueller Bestpreis | ? | 554,99 € | ? | ? |
| UVP zum Marktstart | 420 € | ? | 370 € | 650 € |
| Display | 10,3″ Carta 1200 | 10,7″ Carta 1300 | 10,2″ Carta | 10,3″ Carta |
| Pixeldichte | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi | 227 ppi |
| Gewicht | 375 g | 370 g | 433 g | 480 g |
| Wasserschutz | – | ? | – | – |
| Blättertasten | – | – | – | – |
| Warmlicht | – | – | Ja | Ja |
| Speicher | 64 GB | 128 GB | 16 GB | 128 GB + microSD |
| Bluetooth | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Marktstart | 2024 | 2024 | 2022 | 2022 |
| Geräteseite | Zum Test | Zum Test | Zum Gerät |
Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.











