Kindle Scribe 2025 ohne Frontlicht
Schneller Stift und lange Akkulaufzeit, beim Lesen aber ganz auf Umgebungslicht angewiesen
Auf einen Blick
Der Kindle Scribe ohne Frontlicht ist die günstigste Ausführung von Amazons großem Schreib-Kindle. Beim Schreiben steht er dem beleuchteten Scribe in nichts nach: Der passive Stift reagiert extrem direkt, die Handballenerkennung arbeitet ausgezeichnet, und Notizen direkt im eBook gehören weiterhin zum Besten, was E-Ink-Geräte bieten.
Für den Verzicht auf die Beleuchtung bekommt man allerdings kaum etwas zurück. Bei Tageslicht oder unter einer guten Lampe fehlt nichts. Sobald es dunkler wird, hängt das Lesen aber ganz vom Umgebungslicht ab. Sinnvoll ist er vor allem bei knappem Budget oder als Alternative zum reMarkable Paper Pure, gegenüber dem er beim Lesen deutlich mehr bietet.
Vorteile
- Sehr direkte, präzise Stifteingabe mit sieben bis zehn Millisekunden Latenz
- Ausgezeichnete Handballenerkennung
- Mitgelieferter passiver EMR-Stift ohne Akku
- Scharfes 11-Zoll-Display mit 300 ppi
- Handschriftliche Notizen direkt in Kindle-Büchern
- Sehr lange Laufzeit beim Lesen und Schreiben
- Hochwertiges, dünnes Aluminiumgehäuse mit ruhigem grauem Rahmen
Nachteile
- Kein Frontlicht: Lesen nur bei ausreichendem Umgebungslicht
- Schreibgefühl und Bild nicht besser als beim beleuchteten Scribe
- Nur 16 GB Speicher
- Keine eigenen Vorlagen, Schlagwörter oder Ebenen
- Geschlossenes Amazon-System, auf die Cloud statt auf lokale Dateien ausgelegt
Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?
Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.
- Handschriftliche NotizenNotizgerät Gut
- PDFs und Fachliteratur11-Zoll-Display, nahe an A4 Ideal
- Romane und SachbücherSehr scharf, aber 11 Zoll sind groß für eine Hand Gut
- Lesen im Bett und bei NachtKeine Beleuchtung Eingeschränkt
- Große Bibliothek offline16 GB, viel für eBooks, knapp für Hörbücher Gut
- Hörbücher und VorlesenÜber Bluetooth-Kopfhörer oder -Lautsprecher Gut
Kindle Scribe 2025 ohne Frontlicht im Überblick
Der Kindle Scribe ohne Frontlicht ist das günstigste Modell der 2025 vorgestellten Scribe-Reihe. Amazon übernimmt das 11-Zoll-Display mit 300 ppi, das 5,4 Millimeter dünne Gehäuse und den Premium-Eingabestift des Kindle Scribe mit Frontlicht, lässt aber die Beleuchtung weg und bietet nur eine Speichervariante mit 16 Gigabyte. Davon stehen laut Amazon rund zehn Gigabyte frei zur Verfügung. Zum Marktstart kostete er 449,99 Euro, 70 Euro weniger als das beleuchtete Modell mit 32 Gigabyte. Im Gebrauch verhält sich der Bildschirm wie der des beleuchteten Scribe bei ausgeschaltetem Licht, nur dass sich hier nie eine Beleuchtung zuschalten lässt.
Bekannte Hardware, sehr guter Stift
Wie die anderen aktuellen Scribes verzichtet auch dieses Modell auf den breiten, asymmetrischen Griff früherer Generationen. Das Gerät sieht dadurch moderner aus und erinnert eher an ein Tablet. Die Griffleiste vermisst man beim Halten noch ein wenig, an die symmetrische Form gewöhnt man sich aber. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet: Die Aluminiumrückseite fühlt sich hochwertig an, das 400 Gramm leichte Gehäuse ist sehr dünn, und nichts wirkt hohl oder billig. Gummifüße auf der Rückseite sorgen dafür, dass der Scribe beim Schreiben auf dem Tisch nicht so leicht verrutscht.
Äußerlich erkennt man das Modell ohne Frontlicht am grauen Displayrahmen, während der beleuchtete Scribe einen papierweißen Rahmen trägt. Das Grau passt gut zur E-Ink-Fläche und lässt die Front ruhiger wirken. Der Stift haftet magnetisch an der Seite und arbeitet mit Wacom EMR. Er ist passiv, braucht also weder Akku noch Ladekabel. Im Karton liegen außerdem ein USB-C-Kabel und Ersatzspitzen.

Beim Schreiben spielt der Scribe in der obersten Liga der E-Ink-Tablets. Die Genauigkeit ist ausgezeichnet, und diagonale Linien zittern nicht, wie es bei kapazitiven Stiftsystemen häufig vorkommt. Mit gemessenen sieben bis zehn Millisekunden gehört die Latenz zu den niedrigsten am Markt, die Linie erscheint praktisch sofort unter der Spitze. Die Handballenerkennung arbeitet so zuverlässig, dass man über die Position der Hand nicht nachdenken muss. Die dezent strukturierte Oberfläche ist nicht die griffigste, aber angenehm leise, und das harte Klacken von Stift auf Glas fehlt. Weil die Struktur so fein ist, lässt sie die Pixel zudem weniger verschwimmen als rauere Schreibflächen.

Ohne Frontlicht zählt das Umgebungslicht
Bei gutem Licht ist das Display ausgezeichnet. Text erscheint mit 300 ppi gestochen scharf und kontrastreich. Für Bücher, Notizen und schwarzweiße Dokumente ist ein so großer E-Ink-Bildschirm genau richtig. Der Hintergrund erreicht einen L*-Wert von 65 bis 66 und ist damit sehr hell, aber nicht heller als beim beleuchteten Scribe. Auch der Abstand zwischen Stiftspitze und Schrift schrumpft ohne die Lichtschicht nicht spürbar. Die etwas stärkeren Schatten an den Bildschirmrändern bleiben ebenfalls, obwohl die meisten unbeleuchteten Geräte von reMarkable oder BOOX diesen Effekt deutlich abschwächen. Beim Ghosting schneidet das Testgerät etwas besser ab: Reste vorheriger Ansichten fallen weniger auf, auch bei komplexen Seiten. Das dürfte eher an der üblichen Serienstreuung der Panels liegen als an anderer Technik.
Tagsüber oder unter einer guten Schreibtischlampe vermisst man kein Frontlicht. E Ink reflektiert das Umgebungslicht und wirkt dabei ruhiger als herkömmliche Displays. Wird es dunkler, zeigt sich aber der eigentliche Unterschied: Der beleuchtete Scribe schaltet einfach sein Licht zu, dieses Modell hängt dann vollständig vom Umgebungslicht ab. Bei einem Gerät, mit dem man auch viel liest, ist eine Beleuchtung deshalb kein Luxus, sondern eine Frage der Flexibilität. Und dort, wo der Scribe ohne Frontlicht gut funktioniert, hat er keinen Vorteil, denn beim beleuchteten Modell lässt sich das Licht jederzeit ausschalten.

Kindle-Software und der Vergleich mit dem Paper Pure
Die Software ist dieselbe wie bei den übrigen Scribe-Modellen, auch dieser Scribe ist also in erster Linie ein Kindle mit einem soliden Notizbuch. Bücher lassen sich bequem kaufen, die Bibliothek wird zwischen Geräten synchronisiert, und handschriftliche Notizen direkt im eBook gehören zu den besten Anmerkungsfunktionen auf E-Ink-Geräten. In unterstützten Büchern macht der Text Platz und fließt um die Notiz herum. Dazu kommen Randnotizen, verschiebbare Haftnotizen, getippte Notizen, Markierungen sowie Wörterbuch, Wikipedia und Übersetzung. PDFs lassen sich direkt beschriften. Die PDF-Werkzeuge sind noch einfach, werden aber durch Querformat, einstellbare Ränder, Kontrastregelung und Zoomen per Fingergeste brauchbar. Google Drive, OneDrive und der OneNote-Export öffnen das System ein Stück weit, ein offenes Tablet mit lokal abgelegten Dateien wird daraus aber nicht. Die Notizbücher bieten verschiedene Stifte, Druck- und Neigungserkennung, Lasso, Ordner und eine Handschriftsuche, aber keine eigenen Vorlagen, Ebenen oder Schlagwörter.

Der Akkulaufzeit kommt zugute, dass nie eine Beleuchtung mitläuft. Im Test hielt der Akku rund 85 Stunden beim Lesen und 16 Stunden beim Schreiben durch. Amazon verspricht bis zu 16 Wochen bei einer halben Stunde Lesen pro Tag und ausgeschalteten Funkverbindungen. Der Stift muss nie geladen werden, und auch im Standby verbraucht der Scribe sehr wenig. An der Kaufentscheidung ändert das trotzdem wenig, weil auch der beleuchtete Scribe mit ausgeschaltetem Licht sparsam arbeitet. Innerhalb von Amazons Reihe lohnt sich dieses Modell vor allem, wenn das Budget keinen Spielraum lässt. Ansonsten ist der beleuchtete Scribe die bessere Wahl, gerade wenn Amazon ihn reduziert anbietet.
Interessanter wird der Scribe ohne Frontlicht im Vergleich mit dem reMarkable Paper Pure, der in derselben Preisklasse liegt. Der Kindle bietet den schärferen Bildschirm, eine deutlich geringere Latenz, die längere Laufzeit, die hochwertigere Verarbeitung, das klar bessere Leseerlebnis und eine Handschriftsuche ohne Abo. Der Paper Pure hält mit einem spürbar geringeren Abstand zwischen Spitze und Schrift, einem etwas helleren Hintergrund und Funktionen dagegen, die konsequenter aufs Notieren zugeschnitten sind. Wer vor allem ein Notizbuch sucht und nur nebenbei liest, ist dort gut aufgehoben. Gehört Lesen fest dazu, ist der Scribe ohne Frontlicht eine überzeugende Alternative.

Kindle Scribe 2025 ohne Frontlicht im Video
Testbericht
Von Chalid · Aktualisiert am
Den Kindle Scribe gibt es inzwischen in drei Ausführungen: als Scribe Colorsoft, als beleuchteten Schwarzweiß-Scribe und als dieses günstigere Schwarzweißmodell ohne Frontlicht. Zunächst klingt der Verzicht vernünftig: weniger Technik, ein niedrigerer Preis und im besten Fall ein noch direkteres Schreibgefühl. In der Praxis ist der Scribe ohne Frontlicht ein sehr gutes Gerät, weil er fast alles vom beleuchteten Modell übernimmt. Genau darin liegt aber auch sein Problem.
Vertrautes Gehäuse mit grauem Rahmen
Den alten asymmetrischen Griff hat Amazon auch bei diesem Modell gestrichen. Dadurch sieht der Scribe deutlich moderner aus und erinnert eher an ein Tablet. Beim Halten vermisse ich die Griffleiste immer noch ein wenig. Nach den beiden anderen aktuellen Scribes habe ich mich aber daran gewöhnt, und ehrlich gesagt ist das auch in Ordnung.
Die Verarbeitung ist ausgezeichnet. Die Aluminiumrückseite fühlt sich gut an, das Gerät ist sehr dünn, und nichts wirkt hohl oder billig. Die Gummifüße auf der Rückseite gehören zu den unscheinbaren Details, die ich trotzdem wirklich schätze: Liegt der Scribe beim Schreiben auf dem Tisch, rutscht er nicht so leicht weg.
Neu ist der graue Rahmen um das Display. Mir gefällt er besser als der papierweiße Rahmen des beleuchteten Scribe. Für mein Empfinden passt er besser zum E-Ink-Bildschirm und lässt die ganze Front etwas ruhiger wirken. Der Stift haftet wie gewohnt magnetisch an der Seite, und Amazon bleibt bei Wacom EMR. Der Stift ist also passiv: kein Akku, kein Laden, kein spezielles Ladezubehör.

Einer der besten Stifte auf E Ink
Das Schreiben bleibt eine der größten Stärken des Scribe. Die Genauigkeit ist ausgezeichnet, diagonale Linien zeigen nicht das Zittern, das man von kapazitiven Stiftsystemen oft kennt. Die Latenz gehört zu den niedrigsten unter den E-Ink-Notiztablets. Gemessen habe ich ungefähr sieben bis zehn Millisekunden, sogar etwas weniger als beim beleuchteten Scribe. Was ich davon halten soll, weiß ich allerdings nicht genau, denn ich bezweifle, dass Amazon für diese Version den Bildschirm oder die übrige Hardware verändert hat. Den genauen Unterschied würde ich deshalb nicht überbewerten. So oder so fühlt sich das Schreiben extrem unmittelbar an. Unter den E-Ink-Tablets, die ich bisher getestet habe, gehört der Scribe locker zu den drei besten.
Auch die Handballenerkennung ist ausgezeichnet, vielleicht sogar die beste unter den E-Ink-Geräten. Man muss nicht ständig darauf achten, wo die Hand auf dem Bildschirm liegt. Die Schreibfläche hat dieselbe dezente, papierähnliche Struktur wie die anderen Scribes. Es ist nicht das kratzigste oder griffigste Schreibgefühl, mir gefällt es trotzdem. Das Schreiben ist nicht zu laut, und das harte Klacken von Stift auf Glas, das ich vom reMarkable Paper Pure kenne, fehlt. Weil die Struktur so fein ist, lässt sie die Pixel außerdem weniger verschwimmen als rauere Oberflächen.

Als Schreibgerät ist dieser Scribe von der Hardware her also unglaublich gut. Entscheidend ist aber, dass er sich nicht nennenswert besser anfühlt als der normale Scribe mit Frontlicht. Und genau hier beginnt dieses Modell, innerhalb von Amazons eigener Reihe seine Daseinsberechtigung zu verlieren.
Gutes Display, aber kein Gewinn ohne Licht
Bei gutem Licht ist das Display ausgezeichnet. Es ist weiterhin ein sauberes Schwarzweißpanel mit E Ink und 300 ppi, Text wirkt also gestochen scharf und der Kontrast ist hoch. Für Bücher, Notizen und schwarzweiße Dokumente mag ich genau solche großen E-Ink-Bildschirme. Mit dem Spektralfotometer habe ich einen L*-Wert von 65 bis 66 gemessen. L* beschreibt die Helligkeit: Je höher der Wert, desto heller wirkt die Fläche. Das ist sehr gut und liegt auf dem Niveau der Konkurrenz, besser als beim beleuchteten Schwestermodell ist es aber nicht.
Tagsüber oder unter einer guten Schreibtischlampe braucht man überhaupt kein Frontlicht. Genau das macht E Ink aus: Der Bildschirm reflektiert das Umgebungslicht und wirkt so ruhig, wie es herkömmliche Displays noch immer nicht schaffen. Bei einem Gerät, mit dem man viel liest, ist ein Frontlicht trotzdem kein Luxus. Flexibilität zählt, und die verliert man mit diesem Modell. Weil sich das Licht beim normalen Scribe einfach ausschalten lässt, gewinnt man auch dort nichts, wo dieses Modell gut funktioniert. Bei gutem Licht verhalten sich beide wie gewöhnliche reflektierende E-Ink-Tablets. Wird es dunkler, macht der normale Scribe einfach weiter, während dieser hier auf das Umgebungslicht angewiesen ist. Im Alltag ist das ein ziemlich großer Unterschied.

Verständlich wäre der Verzicht, wenn die fehlende Lichtschicht den Abstand zwischen Stiftspitze und Schrift verringern würde. Das tut sie aber nicht, zumindest nicht spürbar. Mit ausgeschaltetem Frontlicht sieht der Bildschirm des normalen Scribe praktisch genauso aus wie dieser und fühlt sich auch genauso an. Beim Schreiben gibt es keinen echten Unterschied, und selbst die etwas stärkeren Schatten an den Bildschirmrändern sind noch da. Das enttäuscht mich ein wenig, denn die meisten unbeleuchteten Konkurrenten von reMarkable oder BOOX schwächen diesen Effekt deutlich ab.
Beim Ghosting kann der Scribe ohne Frontlicht gegenüber dem normalen Modell dagegen leicht punkten. Bei meinem Exemplar fällt es insgesamt etwas geringer aus und ist selbst bei aufwendigeren Inhalten, komplexen Seiten oder nach dem Navigieren durch die Oberfläche weniger auffällig. Verschwunden ist es nicht, eine Stärke des Displays würde ich das Ghosting also nicht nennen. Ich führe den Unterschied eher auf die übliche Serienstreuung bei E-Ink-Panels zurück als darauf, dass Amazon ein anderes Panel verbaut.
Ein Kindle mit solidem Notizbuch
Bei der Software gibt es, wenig überraschend, nichts Neues gegenüber den anderen Scribes. Auch dieser ist in erster Linie ein Kindle, der zusätzlich ein solides Notizbuch mitbringt, und genau das ist Stärke und Grenze zugleich. Wer im Kindle-Ökosystem zu Hause ist, bekommt ein hervorragendes Leseerlebnis. Bücher kauft man mühelos, die Bibliothek wird zwischen den Geräten synchronisiert und die Leseeinstellungen sind vertraut. Außerdem hat der Scribe nach wie vor eines der besten Anmerkungssysteme für eBooks, die es auf E-Ink-Geräten gibt. In unterstützten Büchern schreibt man direkt in den Text, der dann um die handschriftliche Notiz herumfließt. Das ist viel praktischer, als Handschrift in winzige Ränder zu quetschen.

Dazu kommen Randnotizen, Haftnotizen, getippte Notizen, Markierungen, Unterstreichungen, Wörterbuch, Wikipedia und Übersetzung. Seit einem Update lassen sich Haftnotizen auch verschieben, und es gibt eine eingeschränkte Form der freien Markierung: Man kann ein Wort einkreisen. So frei wie bei manchen anderen Systemen ist das noch nicht. Für die meisten Lesegewohnheiten halte ich Amazons Ansatz trotzdem für den besten auf dem E-Ink-Markt.
Auch PDF-Seiten lassen sich direkt beschriften, und die Anmerkungen bleiben dort stehen. Die PDF-Werkzeuge sind noch recht einfach, aber besser als früher. Querformat, anpassbare Ränder, Kontrasteinstellung und Zoomen per Fingergeste machen das Ganze brauchbar. Trotzdem bleibt man in Amazons Ökosystem. Google Drive, OneDrive und die OneNote-Anbindung machen den Scribe offener als zuvor, und im Workspace lassen sich Notizen, Bücher und Dokumente besser gemeinsam organisieren. Ein offenes Tablet bekommt man damit aber nicht, und auch keinen Arbeitsablauf, bei dem die eigenen Dateien zuerst lokal liegen.
Für den Alltag sind die Notizbücher gut. Es gibt verschiedene Stiftwerkzeuge, einstellbare Strichstärken, Druck- und Neigungserkennung, ein Lasso, Ordner und Unterordner, Seitenvorschauen, das Begradigen von Formen und eine automatische Handschrifterkennung für die globale Suche. Ein tiefgehendes Notizsystem ist der Scribe trotzdem nicht: Eigene Vorlagen, Schlagwörter und Ebenen fehlen. Am besten sieht man ihn deshalb als sehr guten Kindle, mit dem sich auch viele alltägliche Notizen erledigen lassen.
Ausdauer und der Vergleich mit dem Paper Pure
Die Akkulaufzeit gehört zu den stärksten Seiten der Scribe-Reihe und ist auch beim Modell ohne Frontlicht ausgezeichnet. Diese Version arbeitet ja immer unter den sparsamsten Bedingungen, nämlich ganz ohne Beleuchtung. Gemessen habe ich ungefähr 85 Stunden beim Lesen und 16 Stunden beim Schreiben. Beides ist sehr gut, vor allem der Wert beim Schreiben. An der Kaufentscheidung ändert das aber wenig, weil man den normalen Scribe ebenfalls mit ausgeschaltetem Licht nutzen kann. Auch der Standbyverbrauch ist ausgezeichnet, der EMR-Stift muss nie geladen werden, und insgesamt ist das Gerät sehr pflegeleicht. Das gilt allerdings genauso für das beleuchtete Modell.
Spannender wird es im Vergleich mit dem reMarkable Paper Pure, der in derselben Preisklasse liegt. Der Kindle bietet den schärferen Bildschirm mit 300 ppi, eine viel geringere Stiftlatenz, eine deutlich längere Laufzeit, die hochwertigere Verarbeitung und ein viel besseres Leseerlebnis. Die Handschriftsuche ist außerdem ohne Aufpreis dabei, während reMarkable sie hinter dem Connect-Abo versteckt. Fairerweise hat auch der Paper Pure ein paar Trümpfe: Die Schrift liegt spürbar näher an der Stiftspitze, der Hintergrund ist etwas heller und die Software ist konsequenter aufs Notieren ausgelegt. Wer ein möglichst aufgeräumtes Notizbuch sucht und nur nebenbei liest, ist mit dem Paper Pure gut bedient. Gehört Lesen fest zum Alltag und soll das Gerät nicht nur ein Notizbuch, sondern auch ein wirklich starker eReader mit rundum guter Hardware sein, ist der Scribe ohne Frontlicht in diesem Vergleich eine ziemlich überzeugende Alternative.

Fazit
Schlecht ist dieser Scribe nicht. Er ist in vielen Bereichen sogar ein sehr gutes Gerät, und zwar genau deshalb, weil auch der normale Scribe mit Frontlicht ein sehr gutes Gerät ist. Dass er zum Marktstart 449,99 statt 519,99 Euro kostete, ist angenehm, und den grauen Rahmen mag ich persönlich lieber. Das Frontlicht wegzulassen, ergibt für mich aber nur dann Sinn, wenn man dafür etwas Wesentliches zurückbekommt. Das ist hier nicht der Fall.
Empfehlen würde ich den Scribe ohne Frontlicht deshalb nur, wenn das Budget wirklich keinen Spielraum lässt. Fast allen anderen rate ich zum normalen Scribe mit Frontlicht. Wer warten kann, schlägt bei einer der üblichen Rabattaktionen von Amazon zu. Das macht dieses Gerät so seltsam: Innerhalb von Amazons eigener Reihe würde ich es auslassen, für alltägliche Notizen und zum Lesen ist es zugleich eine überraschend starke Alternative zum reMarkable Paper Pure.
Unser Fazit
Empfehlen würde ich den Scribe ohne Frontlicht deshalb nur, wenn das Budget wirklich keinen Spielraum lässt.
Datenblatt: Kindle Scribe 2025 ohne Frontlicht
- Display 11″ E Ink 16 Graustufen, Touchscreen
- Auflösung 300 ppi
- Gewicht 400 g 245 × 189 × 5,4 mm
- Speicher 16 GB
- Wasserschutz Keine von Wasser fernhalten
- Licht Keine
- Bedienung Touch keine Blättertasten
- Audio Bluetooth Kopfhörer oder Lautsprecher
Allgemein
- Hersteller
- Amazon Kindle
- Gerätetyp
- eReader, E-Note
- Marktstart
- 2026
- Preis zum Marktstart
- 449,99 €
- Farben
- Grau
Display
- Technologie
- E Ink
- Größe
- 11 Zoll
- Pixeldichte
- 300 ppi
- Farbdisplay
- Nein
- Graustufen
- 16
- Touchscreen
- Ja
- Beleuchtung
- Nein
- Plane Front
- Ja
Messwerte
- L* Weiß
- 65,5
Gehäuse & Bedienung
- Maße
- 245 × 189 × 5,4 mm
- Gewicht
- 400 g
- Wasserschutz
- Nein
- Blättertasten
- Nein
Verbindungen
- USB
- USB-C
- Bluetooth
- Ja
- WLAN
- Ja, 2,4 und 5 GHz
- Mobilfunk
- Nein
Hardware
- Prozessor
- Quad-Core · Quad-Core
- Speicher
- 16 GB
- Mikrofon
- Ja
- Betriebssystem
- Kindle OS
Unterstützte Dateiformate
- AZW3 (nativ/native)
- AZW (nativ/native)
- TXT (nativ/native)
- PDF (nativ/native)
- MOBI (DRM-frei/DRM-free nativ/native)
- PRC (DRM-frei/DRM-free nativ/native)
- DOCX (Konvertierung/conversion)
- DOC (Konvertierung/conversion)
- HTML (Konvertierung/conversion)
- EPUB (Konvertierung/conversion)
- RTF (Konvertierung/conversion)
- JPEG (Konvertierung/conversion)
- GIF (Konvertierung/conversion)
- PNG (Konvertierung/conversion)
- BMP (Konvertierung/conversion)
- AAX (Audible/Bluetooth)
Alle Angaben ohne Gewähr. Werte ohne gesicherte Angabe werden nicht angezeigt.
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- 10,3-Zoll-Display
Im Vergleich
| Merkmal | Kindle Scribe 2025 ohne Frontlicht | Kindle Scribe 2025 | Kindle Scribe Colorsoft | BOOX Go 10.3 (Gen II) |
|---|---|---|---|---|
| Aktueller Bestpreis | ? | 519,99 € | 649,99 € | ? |
| UVP zum Marktstart | 449,99 € | 520 € | 650 € | 420 € |
| Display | 11″ | 11″ | 11″ Kaleido 3 | 10,3″ |
| Pixeldichte | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi |
| Gewicht | 400 g | 400 g | 400 g | 350 g |
| Wasserschutz | – | – | ? | ? |
| Blättertasten | – | – | ? | – |
| Warmlicht | – | Ja | Ja | – |
| Speicher | 16 GB | 32 GB | 32 GB | 64 GB |
| Bluetooth | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Marktstart | 2026 | 2025 | 2025 | 2026 |
| Geräteseite | Zum Test | Zum Test | Zum Test |
Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.







