Supernote A5X2 Manta

Fokussiertes Premium-Notizgerät mit starkem Schreibgefühl, hervorragender Organisation und klaren Grenzen bei PDFs

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Auf einen Blick

Das Supernote A5X2 Manta ist ein starkes Arbeitsgerät für Menschen, die viel handschriftlich festhalten und ihre Notizen später gezielt wiederfinden wollen. Präzises Schreiben, Überschriften, Schlagwörter und Verknüpfungen tragen die Empfehlung. Das umständliche Half Folio, das fehlende Frontlicht und die Grenzen bei PDFs und fremden Android-Apps gehören zu den Kompromissen; die laufend ergänzte Software macht es trotzdem nicht zum Universal-Tablet.

Ideal für: PDFs und Fachliteratur · Apps aus anderen Stores · Große Bibliothek offline
Weniger geeignet für: Lesen im Bett und bei Nacht (keine Beleuchtung)

Vorteile

  • Natürliches und präzises Schreiben auf dem flexiblen 300-ppi-Display
  • Sehr gute Organisation mit Überschriften, Schlagwörtern und Verknüpfungen
  • Offline-Handschrifterkennung und Suche
  • Zugang zu Akku und Hauptplatine sowie MicroSD-Erweiterung
  • Flexible Datei-, Synchronisations- und Exportmöglichkeiten

Nachteile

  • Kein Frontlicht
  • Umständliche Half-Folio-Befestigung und kleine Handhabungsprobleme
  • PDF-Werkzeuge und Darstellung im Test begrenzt
  • Android-Apps im Test deutlich weniger überzeugend als die Notizfunktionen
  • Hoher Paketpreis zum Testzeitpunkt

Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?

Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.

  • Handschriftliche NotizenNotizgerät Gut
  • PDFs und Fachliteratur10,7-Zoll-Display, nahe an A4 Ideal
  • Apps aus anderen StoresChauvet (Android 11-based), Apps installierbar Ideal
  • Romane und SachbücherSehr scharf, aber 10,7 Zoll sind groß für eine Hand Gut
  • Lesen im Bett und bei NachtKeine Beleuchtung Eingeschränkt
  • Große Bibliothek offline32 GB plus Speicherkarte Ideal

Supernote A5X2 Manta im Überblick

Design und Positionierung

Mit dem A5X2 Manta baut Supernote seine große Notizplattform konsequent in Richtung spezialisiertes Arbeitsgerät aus und setzt damit einen anderen Schwerpunkt als viele 10-Zoll-Konkurrenten. Während BOOX-Modelle in dieser Größenklasse meist mit möglichst breitem Android-Einsatz, App-Offenheit und Funktionsfülle werben, versucht das Manta gar nicht erst, ein universelles E-Ink-Tablet zu sein. Stattdessen steht ein klares Profil im Vordergrund: ein großes, fokussiertes Notizgerät für Handschrift, strukturierte Wissenssammlungen und ruhiges Lesen längerer Dokumente. Genau dadurch wirkt es mehr wie ein Werkzeug als wie ein Technikspielzeug – und in dieser Disziplin konkurriert es eher mit dem reMarkable Paper Pro als mit einem offenen Android-Alleskönner.

Auch die Hardware unterstreicht diesen Ansatz. Das weiße Kunststoffgehäuse klingt auf dem Papier zunächst weniger edel als eine Metall- oder Glaslösung, wirkt in der Praxis aber durch die matte, leicht weiche Rückseite und die markant abgeschrägte Form deutlich hochwertiger als erwartet. Die Kanten sind sehr dünn ausgeführt, während der Mittelbereich dicker bleibt, was das Gerät optisch schlanker erscheinen lässt, als es die nackten Millimeterwerte vermuten lassen. Gleichzeitig ist die modulare Bauweise keine Marketing-Floskel, sondern ein echter Teil des Konzepts: Batterie, Mainboard und MicroSD-Slot sind zugänglich, was in dieser Geräteklasse fast schon exotisch wirkt. Zwar fühlt sich das Manta ohne Hülle angenehm leicht an und liegt dank der Gummifüße sehr sicher auf dem Tisch, doch die Half-Folio-Lösung mit Hakenmechanik ist deutlich weniger elegant als die magnetischen Cover von reMarkable Paper Pro oder Kindle Scribe und damit ein echter Komfortnachteil im Alltag.

Supernote A5X2 Manta mit sichtbarer abgeschraegter Rueckseite und USB-C-Kante
Die abgeschrägte Rückseite und die klare Gehäuseform wirken sofort eigenständig.

Schreiben und Organisation

Seine stärksten Argumente sammelt das Supernote beim Schreiben selbst. Die Kombination aus FeelWrite-2-Folie, keramischer Spitze und niedriger Latenz sorgt für ein sehr direktes, kontrolliertes Schreibgefühl, das nicht künstlich kratzig, sondern präzise und natürlich wirkt. Gerade wer viel handschriftlich strukturiert, skizziert oder längere Notizen festhält, bekommt hier ein Gerät, das den Stiftkontakt spürbar ernst nimmt. Dazu passt, dass Supernote auch Wacom-EMR-Stifte unterstützt und die Handschrift dadurch nicht als Zubehör-Gimmick behandelt, sondern als Kernfunktion. Im Test trat die anfängliche Klebrigkeit, die beim Nomad störte, hier nicht auf; die Schreibeingabe wirkte von Anfang an stimmig.

Fast noch wichtiger ist jedoch, was nach dem Schreiben passiert. Das Manta gehört zu den wenigen E-Ink-Notizgeräten, bei denen Organisation nicht wie eine Pflichtübung wirkt, sondern wie ein echter Produktvorteil. Offline-Handschrifterkennung, globale Suche, Überschriften, Schlagwörter, Verlinkungen, Aufgaben und Kalendereinträge greifen sauber ineinander und machen aus losen Notizseiten ein belastbares System. Gerade Überschriften- und Schlagwortfunktionen sind so gut eingebunden, dass sie nicht nur technisch vorhanden sind, sondern den Alltag wirklich beschleunigen. Damit setzt sich das Supernote nicht nur von einfacheren Reader-Notizfunktionen ab, sondern auch von manchen Konkurrenten, die beim Schreibgefühl stark sind, ihre Inhalte danach aber weniger elegant wieder auffindbar machen. Auch Kleinigkeiten wie die verschiebbare Werkzeugleiste verstärken den Eindruck, dass hier konsequent vom Notiz-Workflow aus gedacht wurde.

Supernote A5X2 Manta mit handschriftlicher Notiz und seitlicher Werkzeugleiste
Die Werkzeugleiste bleibt neben der handschriftlichen Notiz griffbereit.
Supernote A5X2 Manta mit geoeffnetem Dialog zum Einfuegen von Verlinkungen
Verknüpfungen lassen sich direkt zu Seiten, Dateien oder Webzielen anlegen.

Alltag, PDFs und Grenzen

Abseits des eigentlichen Notizkerns zeigt sich dann, warum das Manta ein fokussiertes Gerät und kein offenes Android-Tablet sein will. Unter der Oberfläche läuft zwar ein stark angepasstes Android 11, doch ohne Play Store und ohne spürbare Lust auf klassische App-Vielfalt. Sideloading ist möglich, Kindle lässt sich integrieren, und auch Synchronisation sowie Dateiaustausch sind erfreulich flexibel gelöst: Supernote Cloud, Dropbox, Google Drive, OneDrive, lokale Bildschirmfreigabe im selben Netzwerk und diverse Exportwege bis hin zu PNG, PDF oder Word sorgen dafür, dass Inhalte das Gerät problemlos verlassen können. Für Nutzer, die vor allem schreiben, ordnen und exportieren wollen, ist das überzeugend. Wer dagegen ein breites Android-Erlebnis mit vielen Drittanbieter-Apps erwartet, bekommt hier bewusst nicht die passende Plattform.

Seit dem Test wurde die Software ergänzt: Chauvet 3.22.31 bringt Auto Refresh und gerade Linien, 3.23.32 einen deutschen Cloudserver. Version 3.24.38 ergänzt Textfelder, 3.29.42 einen Kalligrafiestift. Diese Neuerungen erweitern den Funktionsumfang; ob spätere Updates auch die im Test beobachteten Nachbilder oder Verzögerungen verringern, ist noch offen.

Die Grenzen liegen entsprechend dort, wo das System seine Fokussierung nicht ganz in Vorteile ummünzen kann. Mit der damaligen Software waren PDFs brauchbar, aber nicht herausragend: Randbeschnitt und Kontrastoptionen helfen, Annotationen funktionieren, doch beim Zoomen wirkt die Darstellung mitunter unnötig pixelig, Ghosting bleibt sichtbar und das manuelle Auffrischen über die Seitenleiste kann auf Dauer nerven. Auch die allgemeine Performance war im Test ordentlich, aber nicht makellos; insbesondere Tastatureingaben und der Wechsel in andere Apps wirkten mitunter zäh. Dazu kommen das fehlende Frontlicht und der zum Testzeitpunkt hohe Paketpreis. Unterm Strich ist das Supernote A5X2 Manta deshalb kein Gerät für jeden, wohl aber eines der interessantesten digitalen Notizgeräte überhaupt: Wer ein reparaturfreundliches E-Ink-Werkzeug mit hervorragender Notizorganisation und außergewöhnlich stimmigem Schreibgefühl sucht, trifft hier trotz PDF- und Komfortschwächen eine sehr gute Wahl.

Supernote A5X2 Manta im Video

Supernote A5X2 Manta Review: Better Than reMarkable?

Testbericht

Chalid Von · Aktualisiert am

Das Supernote A5X2 Manta überzeugt dort am meisten, wo handschriftliche Notizen später wiedergefunden und miteinander verbunden werden sollen. Überschriften, Schlagwörter, Links und Handschriftsuche sind ausgesprochen gut umgesetzt. Zusammen mit dem präzisen Stift und dem robusten Bildschirm ergibt das ein hervorragendes digitales Notizbuch. Als großes Lesegerät oder offenes Android-Tablet fällt das Urteil deutlich schwächer aus. Und einige Zubehörentscheidungen machen die Handhabung unnötig kompliziert.

Angenehmes Kunststoffgehäuse, umständliches Folio

Beim ersten Anfassen hat mich das Manta positiv überrascht. Trotz des vollständigen Kunststoffgehäuses fühlt es sich sehr gut an. Die matte weiße Rückseite ist leicht weich, und die Form wird zu den Rändern hin dünner. Dort misst das Gehäuse 3,6 Millimeter, in der Mitte sechs Millimeter. Das lässt das Gerät schlanker wirken, als es tatsächlich ist. Ohne Half Folio bleibt es mit 380 Gramm angenehm leicht. Unter einem abnehmbaren Teil der Rückseite liegen der Zugang zu Hauptplatine und Akku sowie der microSD-Steckplatz. Damit kann man die ungefähr 24 Gigabyte nutzbaren Speicher erweitern. Dass sich Bauteile tauschen lassen sollen, ist eine gute Idee; wie gut das mit verfügbaren Ersatzteilen funktioniert, war beim Test aber noch offen.

Geöffnete weiße Rückseite des Supernote Manta mit Abdeckungen und Schrauben.
Die abnehmbare Rückwand gibt den Zugang zum Inneren frei.

Die vier Gummifüße halten das nackte Gerät gut auf dem Tisch. Ausgerechnet das Half Folio verdeckt sie aber, wenn man es nach hinten klappt. Der Bezug selbst bietet etwas Reibung, haftet jedoch schlechter. Einfach abnehmen lässt sich die Hülle ebenfalls nicht: Die Metallhaken in der Mitte wirken stabil, das Lösen ist aber fummelig, und die äußeren Führungshaken können unter etwas Kraft nachgeben. Eine magnetische Befestigung wäre im Alltag viel praktischer. Mit Folio komme ich auf 480 Gramm. Damit geht ein guter Teil des Gewichtsvorteils verloren, während die weiße Rückseite beim Transport ungeschützt bleibt. Wie sie sich langfristig hält, muss sich erst noch zeigen.

Supernote Manta mit weißer Rückseite neben dem abgenommenen grauen Half Folio und dessen Haken.
Das Half Folio wird mit kleinen Haken an der Rückseite befestigt.

Gut gefällt mir dagegen die USB-C-Buchse oben. Beim Laden liegt das Kabel damit nicht vor der Schreibhand. Einen Fingerabdrucksensor gibt es leider nicht. Auch eine Verschlüsselung bot die Software damals nicht. Gerade bei einem Arbeitsgerät finde ich das eine verpasste Gelegenheit. Die allgemeine Geschwindigkeit ist ordentlich, aber nicht immer gleichmäßig: Tippen reagiert zäher als beim kleineren Nomad, und ein App-Wechsel braucht gelegentlich ein paar Sekunden. Die höhere Pixelzahl könnte dabei eine Rolle spielen; sicher sagen kann ich das aber nicht.

Sehr gutes Schreiben, sichtbare Nachbilder

Der 10,7-Zoll-Bildschirm verwendet E Ink Carta 1300 mit einer flexiblen Mobius-Konstruktion. Seine Trägerschicht besteht aus Kunststoff statt Glas, was ihn leichter und robuster macht. Kontrast und Schärfe sind sehr gut. Die kleinen Unterschiede zu anderen hochwertigen Schwarzweißtablets würde ich überwiegend üblichen Schwankungen zwischen E-Ink-Displays zuschreiben. Weniger gut gefällt mir das Ghosting: Nach dem Umblättern in einem Notizbuch ist manchmal recht deutlich zu erkennen, was vorher auf der Seite stand. Ein Wischen nach oben auf der Seitenleiste löst eine vollständige Aktualisierung aus und beseitigt die Spuren. Für meinen Geschmack muss ich das aber zu oft tun.

Eine eingebaute Beleuchtung fehlt. Man braucht also auch am Abend eine Lampe. Dafür sitzt die Schrift nah an der Stiftspitze. Zusammen mit ungefähr 20 Millisekunden gemessener Eingabeverzögerung und dem passenden Widerstand der Oberfläche wirkt das Schreiben sehr natürlich. Die anfängliche Klebrigkeit, die beim Nomad störte, ist hier nicht vorhanden. Das Manta schreibt sich von Beginn an sehr gut.

Hand schreibt mit schwarzem Stift auf dem weißen Supernote Manta.
Der Stift setzt die Handschrift direkt auf der linierten Notizseite um.

Die feinen Keramikspitzen der Supernote-Stifte sind sehr hart und nutzen sich nicht wie gewöhnliche Kunststoffspitzen ab. Dazu passt die leicht nachgebende Schutzschicht auf dem Bildschirm. Wacom EMR erlaubt auch andere kompatible Stifte. Mein Favorit unter den angebotenen Varianten ist der schwere Heart of Metal, der ausgezeichnet in der Hand liegt. Der transparente LAMY Safari Vista gefällt mir optisch, fühlt sich für mich aber zu sehr nach Kunststoff an; erste Staubpartikel sieht man bereits im Inneren. Der Druckknopfstift ist mir zu leicht. Beim Safari Twin gefällt mir der Wechsel zur Kugelschreiberspitze, gleichzeitig hätte ich Sorge, versehentlich damit auf das Display zu schreiben.

Auch die austauschbare Stiftschlaufe hat einen Haken. Mit eingesetztem Stift hebt sie eine Seite des Geräts etwas an, sodass dort die Gummifüße nicht vollständig aufliegen. Lässt man die Kappe beim Schreiben in der Schlaufe, ist sie ebenfalls ein wenig im Weg. Ich muss sie deshalb anderswo ablegen. Das sind keine grundlegenden Probleme mit der Stifteingabe, aber unnötige kleine Hindernisse rundherum.

Notizen wiederfinden ist die eigentliche Stärke

Unter der angepassten Oberfläche steckt Android 11. Google Play fehlt; Apps lassen sich nach Freischalten der entsprechenden Option per ADB installieren. Die Kindle-App ist direkt über die Einstellungen erhältlich. Als Grund für den Kauf würde ich Android trotzdem nicht ansehen. Es fehlen die Anzeigeanpassungen anderer E-Ink-Tablets, und schon in der Kindle-App stört das deutliche Ghosting. Die Bedienoberfläche unterstützte im Test Englisch, Chinesisch in zwei Schreibvarianten und Japanisch. Tastatur und Handschrifterkennung bieten mehr Sprachen. Die regelmäßige Softwarepflege ist positiv; zum Testzeitpunkt hätte ich mir zusätzliche EU-Server für Synchronisation und Geräteprüfung gewünscht. Seit Chauvet 3.23.32 gibt es inzwischen einen deutschen Cloudserver.

Am meisten fehlt mir ein richtiger Startbildschirm mit Filtern und Sortierung. Stattdessen befindet man sich immer in einer App oder Notiz und ruft per Wischgeste an der Seitenleiste das zentrale Menü auf. Ein selbst gebautes Übersichtsnotizbuch mit Links hilft, ersetzt für mich aber keine gute Startseite. Die andere Seitenleiste kann Rückgängig und Wiederholen übernehmen. An solche Eigenheiten muss man sich erst gewöhnen. Die Einarbeitung ist weniger umfangreich als bei BOOX, ganz selbsterklärend ist sie trotzdem nicht.

Die Notizorganisation ist dafür ausgezeichnet. Handschrift lässt sich markieren und als Überschrift oder Schlagwort übernehmen. Daraus entsteht unmittelbar eine Gliederung beziehungsweise eine Schlagwortliste. Auch Aufgaben, Kalendereinträge und Verknüpfungen zu anderen Notizseiten oder Webseiten lassen sich auf diese Weise einbinden. Hat man den Ablauf verstanden, funktioniert er angenehm direkt. Genau hier hebt sich das Manta ab: Informationen bleiben nicht einfach auf einzelnen digitalen Seiten liegen, sondern lassen sich gut miteinander verbinden und wiederfinden.

Handschriftliche Notiz auf dem Manta mit grau markierter Überschrift Force Fields.
Markierte Überschriften geben längeren handschriftlichen Notizen Struktur.

Vor dem Anlegen einer Notiz entscheidet man sich zwischen dem normalen Typ mit Ebenen und einer Notiz mit laufender Handschrifterkennung. Letztere arbeitet offline, verbraucht etwas mehr Energie und verzichtet auf Ebenen. Sie erlaubt dafür das gezielte Suchen, auch über die globale Suche. Im geprüften Notizprogramm gab es drei Stiftarten, Strichstärken und Grautöne. Die Leiste lässt sich an einen Rand oder frei auf die Seite verschieben. Zoom, eine über den Bildschirm hinausreichende Zeichenfläche und Formenwerkzeuge fehlen in der getesteten Notiz-App. Die separate Zeichen-App erlaubt zwar Zoom und Verschieben, reagiert dabei aber nicht besonders schnell. Die damalige Software unterstützte Druck, Neigung dagegen nicht.

Für den Austausch gibt es Supernotes Cloud sowie Dropbox, Google Drive und OneDrive. Synchronisierte Ordner kann man einzeln auswählen. Notizbücher oder Seiten lassen sich zudem als Bild, PDF, Text oder Word-Datei exportieren und lokal speichern. Die Bildschirmfreigabe funktioniert ebenfalls ohne Cloud: einschalten, die angezeigte IP-Adresse im Browser eines Geräts im selben Netzwerk öffnen, fertig. Solche einfachen lokalen Möglichkeiten gefallen mir gut.

Beim Lesen und bei der Laufzeit bleiben Grenzen

Die PDF-Werkzeuge sind ordentlich, aber nicht besonders umfangreich. Spezielle Ansichten wie bei BOOX fehlen. Zoom mit kleinem Übersichtsfenster, Randbeschnitt und Kontrastanpassung helfen trotzdem. Vergrößert wirken selbst Vektordokumente allerdings pixelig. PDFs kann man direkt beschriften und anschließend exportieren. Auch DRM-freie EPUBs lassen sich handschriftlich ergänzen; danach ist die Textgestaltung aber nicht mehr veränderbar. Bei meinem Test kamen sichtbare Nachbilder hinzu, ohne dass sich eine automatische vollständige Aktualisierung nach einer bestimmten Seitenzahl einstellen ließ.

Supernote Manta zeigt eine vergrößerte PDF-Seite mit handgezeichnetem Kreis und Zoomübersicht.
PDFs lassen sich vergrößern und mit handschriftlichen Markierungen versehen.

In der Kindle-App habe ich bei einem Seitenwechsel alle 15 Sekunden ungefähr 23 Stunden Laufzeit erreicht. Für ein unbeleuchtetes E-Ink-Gerät ist das eher wenig. Beim Schreiben schneidet das Manta mit ungefähr acht bis neun Stunden pro Ladung im Vergleich zur Konkurrenz besser ab; aktivierte Handschrifterkennung beeinflusst das Ergebnis. Der Energiesparmodus für Leerlauf blieb eingeschaltet. Er hilft beim Betrachten ruhender Notizen, schien die gemessene aktive Lese- und Schreiblaufzeit aber nicht zu verändern.

Der hohe Preis macht die Empfehlung nicht leichter. Zum Testzeitpunkt lag das Paket aus Gerät, Stift und Folio über 700 Euro. Bei einem spezialisierten Schwarzweißtablet ohne Beleuchtung musste ich vor dem Kauf schon zweimal überlegen. Die Notizorganisation rechtfertigt einen Aufpreis für Nutzer, die genau diese Arbeitsweise brauchen. Das umständliche Zubehör, das Ghosting und die schwache Android-Nutzung verschwinden dadurch aber nicht. Wer vor allem intensiv handschriftlich arbeitet und Inhalte strukturiert verknüpft, bekommt mit dem Manta ein außergewöhnlich gutes Werkzeug. Wer günstiger lesen, im Dunkeln arbeiten oder viele Android-Apps nutzen möchte, findet passendere Geräte.

Datenblatt: Supernote A5X2 Manta

  • Display 10,7″ E Ink 16 Graustufen, Touchscreen
  • Auflösung 300 ppi 2560 × 1920 Pixel
  • Gewicht 375 g 251,3 × 182,6 × 6 mm
  • Speicher 32 GB plus Speicherkartenslot
  • Wasserschutz Keine von Wasser fernhalten
  • Licht Keine
  • Bedienung Touch keine Blättertasten
  • Audio Bluetooth Kopfhörer oder Lautsprecher

Allgemein

Hersteller
Supernote
Gerätetyp
eReader, E-Note
Marktstart
2024
Farben
Weiß

Display

Technologie
E Ink
Größe
10,7 Zoll
Auflösung
2560 × 1920 px
Pixeldichte
300 ppi
Farbdisplay
Nein
Graustufen
16
Touchscreen
Ja
Beleuchtung
Nein
Flexibles Display
Ja

Gehäuse & Bedienung

Maße
251,3 × 182,6 × 6 mm
Gewicht
375 g
Wasserschutz
Nein
Blättertasten
Nein

Verbindungen

USB
USB-C
Bluetooth
Ja
WLAN
Ja, 2,4 und 5 GHz
Mobilfunk
Nein

Hardware

Prozessor
Quad-Core · 1.8 GHz Rockchip RK3566
Arbeitsspeicher
4 GB
Speicher
32 GB
Speicherkarte
Ja, microSD
Akku
3.600 mAh
Betriebssystem
Chauvet (Android 11-based)

Software

eBook-Shop
Ja, begrenztes Angebot

Unterstützte Dateiformate

  • NOTE
  • PDF
  • EPUB
  • Word
  • TXT
  • PNG
  • JPG
  • BMP
  • WebP
  • CBZ
  • FB2
  • XPS
  • MOBI (via Kindle app)

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Alternativen zum Supernote A5X2 Manta

Geräte derselben Klasse mit dem entscheidenden Unterschied, aus unserer Gerätedatenbank.

Im Vergleich

Supernote A5X2 Manta im Vergleich mit ähnlichen Geräten
Merkmal Supernote A5X2 Manta Supernote A5X2 Manta Bigme inkNoteX ColorBigme inkNoteX Color Huawei MatePad PaperHuawei MatePad Paper TCL TAB 10 NXTPAPER 5GTCL TAB 10 NXTPAPER 5G
UVP zum Marktstart??499 €?
Display10,7″10,3″ Kaleido 310,3″ Carta10,4″ TCL NXTPAPER
Pixeldichte300 ppi300 ppi227 ppi224 ppi
Gewicht375 g?360 g480 g
Wasserschutz––––
Blättertasten––––
Warmlicht–Ja––
Speicher32 GB + microSD128 GB + microSD64 GB128 GB + microSD
BluetoothJaJaJaJa
Marktstart2024202420222024
Geräteseite Zum Test Zum Test Zum Gerät

Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.