Boox Go Color 7

7-Zoll-Farb-eReader mit offener Android-Basis, Blättertasten und viel Spielraum für Comics, Apps und PDFs

Derzeit kein geprüftes Angebot. Der Preis zum Marktstart lag bei 279,99 €.
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Auf einen Blick

Mit dem BOOX Go Color 7 bringt BOOX Farbe dorthin, wo sie im Alltag am meisten Sinn ergibt: in einen kompakten 7-Zoll-Reader mit Griffseite, Blättertasten und offenem Android statt in ein halbes Tablet. Für Comics, farbige Markierungen, PDFs und gemischte Bibliotheken ist das deutlich spannender als bei geschlossenen Kindle- oder Kobo-Systemen, weil Google Play, microSD und die breite Formatunterstützung viel mehr Wege offenlassen. Zwar wirkt das Kaleido-3-Display dunkler und körniger als ein reiner Schwarzweiß-Reader, und auch die BOOX-Software verlangt mehr Einarbeitung, dafür bietet kaum ein anderes Gerät dieser Größe so viel Spielraum bei Apps, Diensten und Dateiverwaltung. Wer maximale Einfachheit sucht, ist mit klassischeren Readern besser bedient; wer einen flexiblen Farb-eReader mit echter Lesegeräte-DNA will, bekommt hier eines der schlüssigeren Konzepte seiner Klasse.

Ideal für: Comics, Magazine, Kochbücher · Romane und Sachbücher · Lesen im Bett und bei Nacht

Vorteile

  • Offenes Android 12 mit Google Play
  • Asymmetrisches Gehäuse mit Blättertasten
  • Kaleido 3 für Comics und Markierungen
  • 64 GB Speicher plus microSD
  • Lautsprecher, Mikrofon und starke PDF-Werkzeuge

Nachteile

  • Kaleido 3 dunkler und körniger als Schwarzweiß-E-Ink
  • Farben deutlich gedämpfter als auf Tablets
  • Ohne BOOX Super Refresh etwas träger
  • Ghosting bei app-lastiger Nutzung
  • BOOX-Oberfläche verlangt Einarbeitung

Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?

Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.

  • Comics, Magazine, KochbücherFarbdisplay (E Ink Kaleido 3) Ideal
  • Romane und Sachbücher300 ppi, sehr scharfe Schrift Ideal
  • Lesen im Bett und bei NachtFrontlicht mit regelbarem Warmlicht Ideal
  • Badewanne, Strand und PoolWassergeschützt-Wasserschutz Ideal
  • Einhändig umblätternPhysische Blättertasten Ideal
  • Hörbücher und VorlesenEingebauter Lautsprecher plus Bluetooth Ideal

Boox Go Color 7 im Überblick

Der Boox Go Color 7 ist kein gewöhnlicher Farb-eReader, sondern ein bewusst anders konzipiertes Gerät: kompakt, leicht, klar auf das Lesen ausgerichtet, aber zugleich offen genug, um weit mehr zu sein als ein reiner EPUB-Reader. Genau darin liegt seine Stärke. Er fühlt sich im Kern noch wie ein echter eReader an, mit asymmetrischem Gehäuse, Griffseite und physischen Blättertasten für das einhändige Lesen. Gleichzeitig öffnet Android 12 die Tür zu einer Welt, die klassische Reader oft aus Prinzip aussperren: verschiedene Buch-Apps, Comic-Dienste, Bibliothekslösungen, Dateiformate jenseits des Standards und ein sehr viel freierer Umgang mit der eigenen Mediathek.

Im Alltag macht ihn genau diese Mischung interessant. Der Boox Go Color 7 will nicht das einfachste Gerät am Markt sein, sondern das flexibelste in seiner Größenklasse. Wer nur Bücher aus einem geschlossenen Shop lesen und ansonsten möglichst wenig einstellen möchte, ist woanders schneller glücklich. Wer aber einen 7-Zoll-Reader sucht, der mit einer gemischten Bibliothek, unterschiedlichen Apps und farbigen Inhalten souverän umgehen kann, findet hier ein ungewöhnlich komplettes Paket.

Lesegerät mit echter App-Freiheit

Sein größter Vorteil ist die offene Plattform. Der Boox Go Color 7 gibt sich nicht mit einem festen Ökosystem zufrieden, sondern lässt Raum für individuelle Arbeitsweisen. Google Play, alternative Lese-Apps, Dateisynchronisation, Bluetooth-Zubehör und microSD-Erweiterung machen ihn deutlich vielseitiger als die meisten klassischen Reader. Gerade wer parallel mit mehreren Diensten liest oder PDFs, Comics und typische Buchformate auf einem Gerät bündeln möchte, profitiert davon sofort.

Dazu kommt, dass BOOX die offene Software nicht auf ein tabletartiges Format packt, sondern auf ein Lesegerät, das man gern in einer Hand hält. Die asymmetrische Form mit breiter Griffseite funktioniert gut, und die raue Rückseite verbessert das Handling spürbar. Die hier besprochene schwarze Ausführung hat eine plane Frontabdeckung; die weiße Variante kommt ohne diese zusätzliche Abdeckung. Der Reader liegt sicherer in der Hand als manch glatter Vorgänger und sammelt weniger Fingerabdrücke. Zusammen mit dem niedrigen Gewicht wirkt das Gerät mobil und alltagstauglich, nicht wie ein verkleinertes Tablet.

Boox Go Color 7 in beiden Händen mit sichtbarer Griffseite und geöffneter Bibliothek

Die breite Griffseite und das kompakte 7-Zoll-Format wirken ganz auf bequemes Lesen ausgelegt.

Auch die Hardware passt zu diesem Ansatz. 4 GB RAM, 64 GB interner Speicher und microSD sind für diese Klasse großzügig. Der eingebaute Lautsprecher, das Mikrofon und die Text-to-Speech-Funktionen erweitern das Einsatzprofil zusätzlich. Das macht den Boox Go Color 7 nicht automatisch zu einem starken Audiogerät, aber zu einem praktischen Reader für Nutzer, die sich Inhalte vorlesen lassen, Hörbücher verwalten oder unterwegs flexibel bleiben wollen. Gerade die PDF-Werkzeuge und die breite Formatunterstützung zeigen, dass hier nicht nur an Romane gedacht wurde, sondern auch an eine gemischte Nutzung im Alltag.

Das Farbdisplay ist nützlich – aber nicht kompromisslos

Der 7-Zoll-Kaleido-3-Bildschirm ist der zweite große Reiz des Geräts. Farbe ist hier kein Marketing-Gag, sondern bringt echten Mehrwert, sobald Comics, illustrierte Bücher, Cover-Ansichten, farbige Markierungen oder Webseiten ins Spiel kommen. Genau dafür ist der Boox Go Color 7 stark: Er erweitert das typische E-Ink-Lesen sinnvoll, ohne den Charakter eines augenschonenden Readers aufzugeben.

Boox Go Color 7 mit farbiger Illustration auf dem Display in beiden Händen

Farbinhalte wie Illustrationen oder Comics gewinnen auf dem kompakten Reader deutlich an Nutzwert.

Man muss aber klar sagen, was diese Technik mit sich bringt. Das Panel wirkt dunkler als ein klassischer Schwarzweiß-eReader, die Oberfläche zeigt mehr Körnung, und Farben bleiben deutlich gedämpfter als auf einem Tablet oder Smartphone. Das ist kein Defekt, sondern der bekannte Preis der aktuellen Farb-E-Ink-Generation. Im Gegenzug bleibt das Gerät lesefreundlich, ruhig und deutlich angenehmer für lange Sitzungen als ein helles Tablet-Display. Wer genau diesen Kompromiss bewusst eingeht, bekommt hier eines der schlüssigeren Farbkonzepte im kompakten Format.

Boox Go Color 7 links neben einem helleren Schwarzweiß-Reader im direkten Vergleich

Im direkten Vergleich wirkt das Farbpanel sichtbar dunkler und weniger klar als ein klassisches Schwarzweiß-Display.

Hilfreich ist dabei die Frontbeleuchtung mit warmen und kalten Tönen. Sie gehört beim Boox Go Color 7 praktisch zur normalen Nutzung dazu, weil sie dem dunkleren Farbeindruck entgegenwirkt und das Bild im Alltag deutlich angenehmer macht. Für Texte, Comics und App-Oberflächen lässt sich der Reader so gut an die Umgebung anpassen. Trotzdem sollte niemand erwarten, dass Farbe auf diesem Gerät so klar, hell und satt erscheint wie auf einem Tablet. Der Boox Go Color 7 lebt gerade davon, dass er zwischen beiden Welten steht – nicht davon, eine davon vollständig zu ersetzen.

Boox Go Color 7 im dunklen Raum mit warmer Frontbeleuchtung und geöffneten Lichtreglern

Die warme Frontbeleuchtung hilft, den dunkleren Farbeindruck im Alltag deutlich angenehmer zu machen.

Starke Nische mit klaren Schwächen

So überzeugend Konzept und Ausstattung sind, ganz ohne Reibung läuft der Boox Go Color 7 nicht. Die Software ist funktional stark, aber sie verlangt Einarbeitung. BOOX bietet viele Optionen, Menüs und Feineinstellungen, was geübten Nutzern gefällt, Einsteiger aber schneller überfordert als bei Kindle, Kobo oder PocketBook. Man bekommt Freiheit, muss dafür aber auch Bereitschaft zur Konfiguration mitbringen.

Dazu kommen die typischen Schwächen eines offenen Farb-Readers ohne BOOX Super Refresh. Die Darstellung ist in den schnellen Modi nicht so flott wie bei neueren, stärker auf Reaktionsgeschwindigkeit optimierten BOOX-Geräten, und Ghosting bleibt ein sichtbares Alltagsthema. Für klassisches Lesen ist das meist gut beherrschbar, bei häufigem App-Wechsel oder dynamischerer Nutzung fällt es aber eher auf. Genau deshalb ist der Boox Go Color 7 am stärksten, wenn man ihn als vielseitigen Reader versteht – nicht als Mini-Tablet für hektische Interaktion.

Auch die Blättertasten sind zwar klar ein Pluspunkt, aber nicht perfekt umgesetzt. Sie funktionieren zuverlässig und sind im Alltag wertvoller als eine reine Touch-Bedienung. Blind lassen sie sich jedoch nicht ganz so intuitiv unterscheiden wie bei den besten Tastenlösungen am Markt. Das schmälert den praktischen Nutzen nicht grundsätzlich, zeigt aber, dass das Gehäusekonzept noch nicht in jedem Detail ausgereift ist.

Nahaufnahme der seitlichen Blättertasten am Boox Go Color 7

Die seitliche Tastenleiste unterstreicht den klaren Lesefokus des Gehäuses.

Unterm Strich ist der Boox Go Color 7 ein sehr eigenständiger eReader für Leser, die bewusst mehr wollen als ein geschlossenes Büchergerät. Er eignet sich besonders für Nutzer mit gemischten Bibliotheken, für Comics und farbige Inhalte, für App-Freiheit, PDF-Nutzung und flexible Dateiverwaltung. Wer dagegen maximale Einfachheit, die hellste E-Ink-Darstellung oder das aufgeräumteste Ökosystem sucht, ist mit klassischeren Alternativen besser bedient. Für alle anderen ist der Boox Go Color 7 einer der interessantesten 7-Zoll-Farb-Reader seiner Generation, gerade weil er die Grenzen eines eReaders erweitert, ohne seine Lesegeräte-DNA aufzugeben.

Bei der Ausdauer gilt dasselbe wie beim Rest des Geräts: Der Boox Go Color 7 wirkt im Lesebetrieb solide, vor allem wenn man ihn überwiegend als Reader nutzt und die Einstellungen vernünftig abstimmt. Viel Frontlicht, häufiges App-Wechseln und allgemein Android-lastige Nutzung kosten naturgemäß mehr Energie als reines Buchlesen. Ein Ausdauerwunder ist er nicht, für einen offenen Farb-eReader dieser Größe reicht die Laufzeit unterwegs aber aus.

Boox Go Color 7 im Video

Perfect Blend of E-Reader and Tablet? Boox Go Color 7 REVIEW

Testbericht

Chalid Von · Aktualisiert am

Der ursprüngliche BOOX Go Color 7 liegt für mich an einer interessanten Stelle zwischen eReader und kleinem Android-Tablet. Er ist leicht, hat echte Blättertasten und kann dank Google Play viel mehr als nur die eigene Bibliothek anzeigen. Sein Farbbildschirm macht Comics und manche App-Oberflächen deutlich angenehmer als auf Schwarz-Weiß-E-Ink. Diese Freiheit hat allerdings ihren Preis: Der Hintergrund ist dunkler, Bildreste verlangen passende Einstellungen, und die BOOX-Menüs brauchen Einarbeitung. Als vielseitiger Farbreader gefällt mir das Gesamtpaket sehr gut. Wer möglichst unkompliziert ein Buch öffnen und loslesen möchte, findet bei geschlosseneren Systemen den leichteren Einstieg.

Gute Handhabung mit etwas Feinarbeit bei den Tasten

Die asymmetrische Form mit breitem Griffbereich liegt angenehm in der Hand. Auf meiner Waage brachte der Reader 191 Gramm mit, nahe an den angegebenen 195 Gramm. Die zwei Blättertasten geben mir beim Lesen mehr Möglichkeiten, das Gerät zu halten, als reine Touchbedienung. Weil sie ohne Lücke aneinandergrenzen, sind sie allerdings schwieriger blind auseinanderzuhalten als etwa beim Kobo Libra Colour. Daran habe ich mich schnell gewöhnt. Der Druckpunkt ist überwiegend gleichmäßig, zu den äußeren Enden braucht es etwas mehr Kraft. Mein Testgerät klapperte bei leichter Berührung der Tasten außerdem dezent. Ob das auch andere Exemplare betrifft, kann ich nicht sagen.

Schwarzer Go Color 7 in der Hand; ein Finger liegt auf den seitlichen Blättertasten.
Die Blättertasten sitzen im breiten Griffbereich und lassen sich beim Halten direkt bedienen.

Weniger glücklich ist der Einschalter an der Unterkante platziert, wenn man den Griffbereich wie vorgesehen rechts hält. Stütze ich den Reader auf einem Tisch ab, kann schon leichter Druck den Schalter auslösen. Die Rückseite wurde dagegen sinnvoll verbessert: Ihre raue Struktur bietet sehr guten Halt und zeigt deutlich weniger Fingerabdrücke als die glatten Vorgänger Page und Leaf 2. Der matte Rahmen sieht ebenfalls schön aus, wirkte nach kurzer Nutzung aber etwas empfindlicher gegenüber Gebrauchsspuren. Das ist ein erster Verschleißeindruck, kein Langzeiturteil. Insgesamt fühlt sich das dünne Gehäuse stabil und gut verarbeitet an. Das bündige Frontglas trägt zu diesem Eindruck bei; über die Bruchfestigkeit sagt das allerdings nichts.

Leistung ist bei diesem Reader selten das Problem. Der Achtkernprozessor mit 4 GB RAM sorgt für zügige Reaktionen, und von 64 GB Speicher sind ungefähr 49 GB nutzbar. Wer viele Comics, Hörbücher oder Apps mitnehmen möchte, kann zusätzlich eine microSD-Karte einsetzen. Mono-Lautsprecher, Mikrofon, Bluetooth und WLAN sind ebenfalls vorhanden. Eine Wacom-Stifteingabe fehlt hingegen. Der zuverlässig reagierende kapazitive Touchscreen ist für die Bedienung gedacht; zum handschriftlichen Notiztablet wird diese Generation dadurch nicht. Für mich bleibt der Go Color 7 deshalb trotz Android in erster Linie ein besonders flexibler eReader.

Farbe überzeugt, wenn man ihre Grenzen akzeptiert

Auf sieben Zoll zeigt Kaleido 3 Schwarz-Weiß-Inhalte mit 300 ppi und Farben mit 150 ppi. Der zusätzliche Farbfilter macht den Bildschirm deutlich dunkler als ein reines Schwarz-Weiß-Display. Auch eine feine Körnung bleibt sichtbar, sodass die Darstellung trotz hoher Schwarz-Weiß-Auflösung nicht ganz so sauber wirkt. Die Farben sind zurückhaltend und erreichen nicht die Leuchtkraft eines LCD. Ich habe mich an beides rasch gewöhnt. Für Comics ist Farbe ein echter Gewinn, genauso bei Android-Oberflächen, deren Bedienelemente durch Farbe verständlicher werden. Wer E Ink grundsätzlich ohne Beleuchtung nutzen möchte und einen möglichst hellen Hintergrund erwartet, sollte diesen Kompromiss allerdings besonders ernst nehmen.

Go Color 7 zeigt eine farbige Comicseite mit mehreren Bildfeldern.
Comics gewinnen durch Farbe, auch wenn Kaleido 3 die Töne deutlich gedeckter zeigt als ein LCD.

Die Frontbeleuchtung hilft im Alltag sehr. Sie ist ausreichend hell und verteilt sich erfreulich gleichmäßig, mit nur einem schwachen, kaum störenden Helligkeitsverlauf. Auch die Farbtemperatur wirkt über die Fläche gleichmäßig und lässt sich von kühlem Weiß bis zu warmem Orange verändern. Damit gehört die Beleuchtung für mich zum Testzeitpunkt zu den besten in dieser Größenklasse. Die Farbeinstellungen im E-Ink-Center sind leichter zugänglich geworden, die beiden fertigen Farbprofile unterscheiden sich für mein Empfinden aber nicht besonders stark. Auch mit eigener Anpassung kann man aus der gedeckten Farbdarstellung keinen LCD-Look herausholen. Für Kaleido 3 ist die Farbsättigung trotzdem so gut, wie ich sie von dieser Technik bisher kenne.

Die wichtigere Einstellung betrifft die Bildschirmaktualisierung. Drei E-Ink-Modi stehen bereit, BOOX Super Refresh fehlt. Selbst der schnelle A2-Modus erreicht deshalb nicht das Tempo der damit ausgestatteten BOOX-Farbtablets. Kurze bewegte Inhalte lassen sich ansehen, aber darauf ist das Gerät nicht optimiert. Vor allem Nachbilder fallen bei dynamischen Inhalten stärker auf als bei den verglichenen BOOX-Geräten mit Super Refresh oder dem Bigme B751C. Für Comics hilft es, Animationen beim Wechsel zwischen Bildern abzuschalten und den Refresh etwas zu verzögern. Bei ruhigen Seiten verbessert die Aktualisierungsoption Depth nach jedem Umblättern das Ergebnis deutlich. Ganz verschwinden Bildreste nicht, sie stören dann aber wesentlich weniger.

Go Color 7 mit Comicseite und geöffnetem Menü für Refresh-Modus und Aktualisierungsintervall.
Die Refresh-Einstellungen bieten mit Depth eine gründlichere Aktualisierung für Comicseiten.

Offenes Android mit starken Lesefunktionen

Android 12 ist stark an E Ink angepasst. Viele Apps funktionieren ohne weitere Eingriffe, bei anderen kostet das Abstimmen der Darstellung Zeit. Starke Hardware bedeutet deshalb nicht automatisch eine einfache Bedienung. Mir gefallen die aufgeräumteren Abstände, Symbole und besser skalierten Bedienelemente gegenüber früheren BOOX-Versionen. Die Oberfläche bleibt dennoch komplexer als bei Kindle, Kobo oder PocketBook. Zwischen Gesten und einer eingeblendeten Navigationsleiste kann man wählen; auf E Ink bevorzuge ich die Leiste. Zusätzliche Anwendungen kommen direkt aus Google Play oder als APK aufs Gerät. Gerade diese Auswahl macht den Reader attraktiv, wenn man mehrere Leseangebote nutzen möchte.

Bei der Software habe ich zwei Vorbehalte. Trotz bereits installierter Updates stand der Sicherheitspatch noch auf Februar 2024. Spätere Updates können das inzwischen geändert haben. Für ein offenes Gerät mit Internetzugang wünsche ich mir eine verlässlichere Pflege. Außerdem gab es regelmäßige Hintergrundverbindungen, obwohl ich keine BOOX-Dienste genutzt und die Update-Prüfung abgeschaltet hatte. Welche Daten dabei übertragen wurden, konnte ich nicht feststellen. Eine Datenschutzerklärung ist vorhanden, trotzdem würde ich diese Verbindungen gerne weiter einschränken können. Bei einem vorwiegend zum Lesen genutzten Gerät kann ich damit eher leben als bei einem Notiztablet, auf dem womöglich sensible Aufzeichnungen liegen. Eine pauschale Entwarnung ist das nicht.

Die eigene Bibliothek ist übersichtlich, bietet Filter und Sortierung und lässt sich mit Diensten wie Google Drive oder Dropbox verbinden. Im Buch kann ich Schriftgröße, Schriftstärke, Wort- und Zeilenabstände sowie Ränder sehr weitgehend anpassen. Der eingebaute Bücherbereich enthält allerdings nur gemeinfreie Titel; aktuelle Bücher muss man sich anderswo besorgen. Wörter lassen sich online nachschlagen, außerdem sind Übersetzungen einzelner Wörter und ganzer Sätze verfügbar. Lokale Wörterbücher können ergänzt werden, komfortabel gelöst ist das noch nicht: Nur wenige lagen bei, und der Verweis auf weitere öffnete lediglich den Browser für die eigene Suche. Hier wirkt die große Funktionsfülle weniger fertig, als sie zunächst klingt.

Farbige Hervorhebungen helfen, Stellen nach einem eigenen System zu ordnen. Dazu kommen angeheftete Notizen. Gerade dabei trat aber ein ärgerlicher Fehler auf: Markierte ich einen Absatz und ergänzte eine Notiz, wurde wiederholt auch der restliche Seiteninhalt hervorgehoben. Bei einzelnen Wörtern passierte das nicht. Hier wünsche ich mir eine Korrektur per Update. Sehr gelungen ist dagegen die Sprachausgabe über Android. Unterschiedliche Sprachen und Stimmen lassen sich auswählen, während des Vorlesens wird der Text mitmarkiert. Das macht es einfach, in einem Buch weiterzuhören, wenn man gerade nicht auf das Display schauen kann.

Go Color 7 mit markiertem Buchabsatz und geöffnetem Farbmenü.
Markierungen lassen sich farblich unterscheiden; die Notizfunktion hatte im Test allerdings einen Fehler.

Bei PDFs bietet die BOOX-Lese-App für mich zum Testzeitpunkt die beste Bedienung auf E Ink. Mein Favorit ist der Spaltenmodus: Er vergrößert einzelne Bereiche und führt anschließend Abschnitt für Abschnitt durch die Seite. Wissenschaftliche Texte mit mehreren Spalten werden dadurch selbst auf dem kompakten Display brauchbar lesbar. Große und komplexe Dateien machten im Test keine Schwierigkeiten. Einen großen Bildschirm ersetzt das nicht, die vorhandene Fläche lässt sich damit aber wesentlich sinnvoller nutzen als mit einer starren Ganzseitenansicht. Zusammen mit der offenen App-Auswahl ist das ein starkes Argument für den Go Color 7 als vielseitiges Lesegerät.

Go Color 7 zeigt eine PDF-Seite mit vier nummerierten Bereichen und Spalteneinstellungen.
Mit dem Spaltenmodus werden große PDF-Seiten abschnittsweise auf dem kleinen Bildschirm lesbar.

Die Ausdauer passt zu dieser Ausrichtung. Bei maximaler Beleuchtung, vollständiger Aktualisierung nach jedem Seitenwechsel und automatischem Umblättern alle 15 Sekunden verbrauchte ein reines Text-eBook ungefähr sechs Prozent Akku pro Stunde. Daraus ergeben sich rechnerisch rund 16 bis 17 Stunden. Weniger Licht und seltenere vollständige Refreshs können diesen Wert verbessern, intensiv genutzte Android-Apps mit schnellen Modi ihn deutlich verkürzen. Bei diesem Gerät halte ich den Verzicht auf Super Refresh deshalb für eine gute Entscheidung. Mein Fazit bleibt positiv: Handhabung, Beleuchtung, Leistung und App-Freiheit überzeugen. Man muss aber bereit sein, gegen Ghosting etwas einzustellen und mit einzelnen Softwarefehlern umzugehen. Wer genau diese Flexibilität sucht, bekommt einen sehr fähigen Farbreader.

Datenblatt: Boox Go Color 7

  • Display 7″ Kaleido 3 Farbe, Touchscreen
  • Auflösung 300 / 150 ppi 1680 × 1264 Pixel
  • Gewicht 195 g 156 × 137 × 6,4 mm
  • Speicher 64 GB plus Speicherkartenslot
  • Wasserschutz Wassergeschützt geschützt gegen Untertauchen
  • Licht Warm + kalt Farbtemperatur regelbar
  • Bedienung Tasten + Touch physische Blättertasten
  • Audio Lautsprecher plus Bluetooth

Allgemein

Hersteller
BOOX
Gerätetyp
eReader
Marktstart
2024
Preis zum Marktstart
279,99 €
Farben
Schwarz, Weiß

Display

Technologie
E Ink Kaleido 3
Größe
7 Zoll
Auflösung
1680 × 1264 px
Pixeldichte
300 / 150 ppi
Farbdisplay
Ja
Farbtiefe
4096 colors
Touchscreen
Ja, kapazitiv
Beleuchtung
Frontlicht mit Warmlicht
Plane Front
Ja

Gehäuse & Bedienung

Maße
156 × 137 × 6,4 mm
Gewicht
195 g
Wasserschutz
Wassergeschützt
Blättertasten
Ja
Lagesensor
Ja

Verbindungen

USB
USB-C
Bluetooth
Ja
WLAN
Ja, 2,4 und 5 GHz
Mobilfunk
Nein

Hardware

Prozessor
Octa-Core · 2.4 GHz Octa-core
Arbeitsspeicher
4 GB
Speicher
64 GB
Speicherkarte
Ja, microSD
Lautsprecher
Ja, Mono
Mikrofon
Ja
Akku
2.300 mAh
Betriebssystem
Android 12

Software

Vorlesefunktion (TTS)
Ja
eBook-Shop
Ja, begrenztes Angebot

Unterstützte Dateiformate

  • PDF
  • CAJ
  • DJVU
  • CBR
  • CBZ
  • EPUB
  • EPUB3
  • AZW3
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Alternativen zum Boox Go Color 7

Geräte derselben Klasse mit dem entscheidenden Unterschied, aus unserer Gerätedatenbank.

Im Vergleich

Boox Go Color 7 im Vergleich mit ähnlichen Geräten
Merkmal Boox Go Color 7 Boox Go Color 7 Kindle Colorsoft Signature EditionKindle Colorsoft Signature Edition Kobo Libra ColourKobo Libra Colour PocketBook Era ColorPocketBook Era Color
Aktueller Bestpreis?299,99 €251,90 €215,10 €
UVP zum Marktstart279,99 €?230 €259 €
Display7″ Kaleido 37″ Kaleido 37″ Kaleido 37″ Kaleido 3
Pixeldichte300 ppi300 ppi300 ppi300 ppi
Gewicht195 g219 g200 g235 g
WasserschutzJaIPX8IPX8IPX8
BlättertastenJa–JaJa
WarmlichtJaJaJaJa
Speicher64 GB + microSD32 GB32 GB32 GB
BluetoothJaJaJaJa
Marktstart2024202420242024
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