Kindle eReader

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Kindle

Mit Kindle hat Amazon das wohl bekannteste und erfolgreichste eReading-Angebot im Programm. Hier findest du die wichtigsten Informationen zur Marke.

Über Amazon Kindle

Es hat mit einer simplen Idee und einem einprägsamen Namen begonnen und ist heute der Inbegriff für digitales Lesen: Kindle. Das Wort stammt aus dem Englischen und bedeutet „entzünden“ oder „entfachen“.

Amazon hatte zum Start der eBook-Plattform ein besonders glückliches Händchen und konnte die rasch steigende Nachfrage mit den richtigen eBook Readern stillen. Gleichzeitig baute man das digitale Buchsortiment rasch aus, sodass man insbesondere für Leseratten in Windeseile ein rundum-sorglos-Paket geschnürt hat. Das Ergebnis: Heute ist Amazon mit dem Angebot die unangefochtene Nummer Eins am weltweiten eBook Markt. Dabei steht die Marke nicht einfach nur für elektronische Lesegeräte, sondern für ein ganzheitliches System zum Verkauf von eBooks.

Amazon war zwar nicht das erste Unternehmen das einen eBook Reader veröffentlicht hat, allerdings hat der Versandriese die Entwicklung mit dem ersten Kindle maßgeblich vorangetrieben. Zunächst erschien der Kindle nur in den USA, in der dritten Generation aber schließlich auch in Deutschland. Auch hierzulande konnte Amazon schnell an Marktanteilen gewinnen, was zu einem guten Teil an der damals deutlich schwächer entwickelten Konkurrenz lag.

Trotz der immer größeren Konkurrenz hält Amazon in Deutschland weiterhin die größten Marktanteile am eBook-(Reader-)Markt. Amazon vertreibt die Geräte in erster Linie auf der eigenen Webseite, bietet sie aber auch über den heimischen Elektronikfachhandel (Media Markt, Saturn) an.

Für Marktbeobachter ist Amazons schnelle Reaktion auf Mitbewerberaktionen besonders auffällig: Kindle eReader unterbieten die Konkurrenz von Tolino preislich immer wieder deutlich. Selbst gute Preisaktionen der Konkurrenz stellt Amazon mit noch größeren Rabatten so häufig in den Schatten.

Kindle Vergleich: Welchen Kindle kaufen?

Amazon bietet aktuell drei verschiedene Kindle Modelle in verschiedenen Preisklassen an:

Die drei Geräte zielen auf unterschiedliche Zielgruppen ab. Welche das sind und für wen sich der Kauf eines bestimmten Kindle lohnt, sehen wir uns nachfolgend an.

Kindle Basismodell

Das Basismodell, schlichtweg „Kindle“ genannt, ist der günstigste Einstieg in Amazon eBook-Welt. Der eBook Reader kostet weniger als die anderen Modelle, bietet dafür aber auch nicht ganz so viel.

Genau genommen handelt es sich beim Einstiegskindle um ein Gerät, das technisch nicht mehr ganz auf höhe der Zeit ist. Das macht sich in erster Linie am Display bemerkbar, das E-Ink Pearl als Basis benutzt. Diese Anzeigetechnik kommt inzwischen in keinem anderen Mainstream eBook Reader mehr zum Einsatz. Außerdem muss man auf eine Beleuchtung verzichten, was den Einsatz im praktischen Alltag nicht ganz so komfortabel macht wie mit den beiden anderen Modellen.

Softwareseitig gibt’s hingegen nichts auszusetzen, da alle drei Kindle eReader die gleiche Bedienoberfläche besitzen.

An dieser Stelle kann keine Kaufempfehlung für das Gerät abgegeben werden. Nur wenn man ganz selten liest und sich nicht sicher ist, ob man überhaupt digital lesen möchte, kann man zum Basiskindle greifen. Aber selbst mit solchen Überlegungen im Hinterkopf sollte man besser zum Kindle Paperwhite greifen.

Kindle Paperwhite als Allrounder für Jedermann

Der Kindle Paperwhite 4 wurde 2018 vorgestellt und ist eine behutsame und sinnvolle Weiterentwicklung des Vorgängers. Der eBook Reader kann mit einer der gleichmäßigsten Beleuchtungen am Markt überzeugen, bietet ein scharfes 300 ppi Retina-Display und eine tolle Ablesbarkeit.

Neu hinzugekommen ist der eingebaute Wasserschutz und die Hörbuchunterstützung. Die Haptik ist dank der bekannten Materialen und der planen Gehäusefront ebenso ausgezeichnet wie die Verarbeitung.

Der Kindle Paperwhite bietet einen einfachen Einstieg ins digitale Lesen und kann im Grunde allen empfohlen werden, die sich gernen einen Kindle kaufen wollen. Das Gerät kostet zwar ein wenig mehr als der Basiskindle, bietet mit Beleuchtung, Wasserschutz und E-Ink Carta Technik aber auch zahlreiche Vorteile die den höheren Preis locker rechtfertigen.

Kindle Oasis mit dem besonderen Extra

Der Kindle Oasis richtet sich an all jene, die bereits seit langer Zeit digital lesen und das besondere Extra in einem eReader suchen. Der Oasis bietet das der asymmetrischen Bauform und den Blättertasten eine noch bessere und intuitivere Handhabung als der Paperwhite.

Auch die Beleuchtung ist noch gleichmäßiger als das ohnehin schon sehr gute Licht des günstigeren Modells. Der um einen Zoll größere Bildschirm und das hochwertige Aluminiumgehäuse sorgen für einen weiteren Komfortgewinn.

Die ungewöhnliche Bauform sorgt außerdem dafür, dass man den eReader noch angenehmer in einer Hand halten kann, da der Schwerpunkt einseitig kompakter auf Seite der Knöpfe liegt.

Der Kindle Oasis ist ebenfalls ein sehr gelungenes Lesegerät, das aufgrund des hohen Preises aber sicher nicht für alle die richtige Wahl darstellt. Zwar bietet der eReader gegenüber dem Paperwhite einige Vorzüge, der Aufpreis ist aber nur gerechtfertigt, wenn man das besondere Extra sucht. Zum komfortablen Lesen reicht auch der Kindle Paperwhite locker aus.

Kindle Geschichte im Überblick

Schauen wir uns die Anfänge des vom digitalen Buchmarkt kaum noch wegzudenkenden Kindle-Systems an: Amazon hat den ersten eBook Reader bereits am 19. November 2007 auf den Markt gebracht. Es war eine Zeit, in der digitales Lesen natürlich nicht unbekannt war, aber eben doch rar. Umfangreiche kommerzielle Angebote gab es damals noch nicht und der Unterhaltungselektronikmarkt war weit entfernt vom heutigen Mobil-Boom. Das erste iPhone wurde im gleichen Jahr (Januar 2007) vorgestellt.

2007 bis 2010: Kindle am Start

Das sollte den Erfolg des ersten Kindle aber nicht schmälern: Das mit 399 US-Dollar recht happig bepreiste Gerät war trotz der in den Kinderschuhen steckenden eBook Branche innerhalb von nur fünfeinhalb Stunden ausverkauft. Offensichtlich war Amazon selbst völlig überrascht von der großen Nachfrage, denn bis der eBook Reader wieder auf Lager war, vergingen ganze fünf Monate. Erst im April 2008 konnte der Versandriese das Gerät wieder anbieten.

Es ist bis heute der einzige eReader von Amazon mit einer Speicherkartenerweiterung. Alle weiteren Lesegeräte des Unternehmens setzten auf den internen Speicher und den immer stärker an Bedeutung gewinnenden Cloud-Speicher im Internet. eBooks die schon damals selbstverständlich direkt am Kindle gekauft werden konnten (das klappte bei anderen Geräten in Deutschland erst im Jahr 2011), waren sofort via WLan oder 3G-Verbindung verfügbar und konnten dementsprechend im Grunde von fast überall abgerufen werden.

Schon damals hat der erste Amazon eBook Reader den Grundstein für das bis heute vorherrschende 6 Zoll Format gelegt. Es war zwar nicht das allererste digitale Lesegerät (die Ehre gebührt Sony mit dem Librie), aber eben doch das erfolgreichste seiner Zeit. Es gab zunächst also keinen Grund vom Erfolgsmodell abzuweichen, sodass alle folgenden Modellgenerationen (auch abseits Amazons) vornehmlich auf das 6 Zoll Displaysegment gesetzt haben.

Die ersten drei Modell-Generationen

Die Expansionspläne für Europa sind zunächst aufgrund der fehlenden Mobilfunkverträge gescheitert. Der Kindle war – wie bereits erwähnt – mit einer 3G-Unterstützung ausgestattet. Da diese für den Kunden keine zusätzlichen Kosten verursachen sollte (was auch bei aktuellen Modellen weiterhin der Fall ist), musste Amazon die entsprechenden Verträge direkt aushandeln. Das klappte allerdings erst Ende des Jahres 2009.

Zu Beginn des Jahres 2009 wurde der neue eReader von Amazon vorgestellt, der ebenfalls auf den gleichen Namen hören sollte. Wie Apple es mit dem iPhone vorgemacht hat, wollte Amazon ganz offensichtlich auch den Markennamen stärken und die Geräte möglichst ohne irgendwelche Namensverwirrungen vermarkten. Auch das neue Modell war mit einem anfänglichen Preis von 359 US-Dollar wahrlich kein Schnäppchen. Recht bald fiel der Preis aber auf 299 US-Dollar und im Oktober als die internationale Version des Kindle an den Start fiel dieser auf 259 US-Dollar.

Die damaligen Produktionskosten lagen nach Schätzungen im Bereich um rund 185 US-Dollar, was bedeutet, dass Amazon das Gerät damals nicht zum Selbstkostenpreis verkauft hat. Erst als der größte US-Buchhändler Barnes & Noble den Preis des eigenen eBook Readers (Nook) im Juni 2010 gesenkt hat, zog Amazon nach und verkaufte den Kindle 2 für nur noch 189 US-Dollar. Für Amazon war die Preissenkung im Grunde aber keine besonders schmerzliche Angelegenheit, denn den echten Profit wollte man ja ohnehin mit dem Verkauf der Inhalte machen und nicht mit den Geräten.

2010 bis 2012: Kindle wird erwachsen

Im Jahr 2010 kam schließlich der Kindle 3 (oder wie er später hieß: Kindle Keyboard) auf den Markt. Es dürfte das bis heute erfolgreichste Modell von Amazon sein, das auch gleichzeitig den Durchbruch des eBook Marktes in den USA bedeutet hat. Amazon bliebt dem ursprünglichen Konzept treu, verbesserte den E-Ink Bildschirm aber deutlich, was auch den Ansturm auf das Gerät erklären dürfte. Die damals in Verwendung befindliche Pearl-Technik gibt’s auch heute noch in vielen Geräten und sorgte für eine ausgezeichnete Ablesbarkeit.

Zwischenzeitlich hatte Amazon außerdem zwei großformatige Kindle DX genannte Modelle auf den Markt gebracht, die mit den 9,7 Zoll Displays besonders für Zeitungsleser interessant sein sollten. Allerdings konnten sich die Geräte unter anderem wegen des fehlenden inhaltlichen Angebots nie so recht durchsetzen und sind dann mit dem Erstarken der Tablets im Grunde vom Markt verschwunden.

Im Jahr 2011 kam der Kindle Keyboard schließlich nach Deutschland, wobei der Start allerdings eher aus einer Notwendigkeit heraus entstanden sein dürfte, sich rechtzeitig einen Namen auch am deutschen Markt zu machen, als unbedingt Kunden zu gewinnen. Der eBook Reader wurde nämlich ohne deutsche Lokalisation verkauft, d.h. die Bedienoberfläche war ausschließlich in englischer Sprache verfügbar. Keine guten Voraussetzungen um in Deutschland erfolgreich zu sein.

Das Basis-Modell (links) wurde ein Jahr später vom neuen Modell (mitte) in neuem Design und mit verbessertem Bildschirm abgelöst. Der Kindle Touch (rechts) war nur relativ kurz am deutschen Markt erhältlich.

Später folgte dann aber auch schon das neue Basis-Modell das dann auch endlich mit einer lokalisierten Benutzeroberfläche punkten konnte und spätestens als 2012 der Kindle Touch nach Deutschland kam, war klar, dass es Amazon mit der Expansion in Europa ebenso ernst meint, wie mit dem heimischen Markt. Da der erste Touchscreen-eReader des Unternehmens hierzulande allerdings mit einiger Verspätung auf den Markt gekommen ist, wurde das Modell schon nach wenigen Monaten vom ersten beleuchteten Amazon eBook Reader abgelöst: Kindle Paperwhite 1.

2012 bis 2015: Die Paperwhite Ära

Allerdings war nicht alles eitel Wonne. Der Paperwhite hatte zum Start Probleme mit der Qualität der eingebauten Beleuchtung, sodass viele Kunden mit sichtbaren Farbwolken zu kämpfen hatten. Dies führte zu einer für Amazon wohl noch nie dagewesenen Umtauschaktion seitens der Käufer. Es dürfte für den Versandriesen eine schmerzliche Erfahrung gewesen sein. Nichtsdestotrotz konnte Amazon mit dem neuen Lesegerät einen enormen Erfolg feiern, denn letztendlich amortisieren sich selbst die oft umgetauschten Geräte irgendwann und die Wahrscheinlichkeit, dass die damals gewonnenen Neukunden dem Amazon-System auch in Zukunft treu bleiben, war groß.

Erst nach einigen Monaten konnte Amazon die Probleme zu Beginn des Jahres 2013 in den Griff bekommen. Ab dann schienen die Verkäufe relativ gut zu laufen, ohne für einen weiteren Aufschrei unter den Besitzern zu führen. Schließlich wurde im Spätsommer 2013 der Kindle Paperwhite 2 vorgestellt. Die Probleme des Vorgängers gab es hier nicht und letztendlich konnte der eBook Reader lange Zeit – auch im Vergleich zur immer stärker werdenden Konkurrenz – mit dem besten Bildschirm überzeugen.

Das verdankte er nicht nur der nun fehlerfreien Beleuchtung, sondern auch dem erstmals in Verwendung befindlichen E-Ink Carta Bildschirm. Die Technik brachte eine noch bessere Ablesbarkeit als die bis dahin üblicherweise verwendete Pearl-Technik. Im Juni 2014 hat Amazon den Paperwhite 2 heimlich überarbeitet und den internen Speicher auf 4 GB verdoppelt.

Lineup 2015 (v.l.n.r.): Basis-Modell, Paperwhite und Voyage

Im September 2014 hat Amazon das Einstiegs-Modell durch einen neuen Basis-Kindle mit Touchscreen ersetzt. Es handelte sich im Grunde um eine unbeleuchtete Version des Paperwhite – in neuem Gehäuse. Zusätzlich kam ein hochpreisiges Premium-Modell auf den Markt: der Kindle Voyage. Das Gerät vereint ein besonders hochauflösenden E-Ink Carta Display mit einem Helligkeitssensor und druckempfindlichen Blättertasten.

Mit der Vorstellung der neuen Produktgeneration hat sich außerdem eine interessante Änderung bei den Tablets ergeben. Anstatt sie weiterhin unter dem Kindle Markendach laufen zu lassen, werden sie seitdem eigenständig als „Fire“-Geräte geführt. Amazon wollte das eBook Geschäft stärker vom Rest abgrenzen und gleichzeitig die Fire-Marke ebenso etablieren, wie man es bei den eBooks geschafft hat.

Im Sommer 2015 gab es ein Update des Kindle Paperwhite. Das Gerät bekam ebenso wie der einige Monate zuvor vorgestellte Voyage ein hochauflösendes 300 ppi Display spendiert, das sich auch in unserem Test als tolle Neuerung erwiesen hat. Dabei war allerdings nicht nur die Verbesserung der Technik ausschlaggebend, sondern auch die erweiterten Schriftbildoptionen die mit einer neuen Firmware eingeführt wurden.

2015 bis 2018: Das Hörbuch Zeitalter

Die Jahre ab 2012 waren besonders in Deutschland von einer massiven Preisschlacht gekennzeichnet. Die größere Verbreitung von eReadern der Marken Sony, Bookeen und Kobo, sowie der Start der Tolino-Allianz im Jahr 2013 sorgte für einen bis dahin nie dagewesenen Wettbewerb am deutschen eBook-Markt. Das hatte zur Folge, dass die Gerätepreise im Laufe der Zeit immer weiter gefallen sind.

Der hochpreisigere Kindle Voyage (siehe oben) darf bereits als teilweise Antwort auf die sinkenden Endgerätepreise verstanden werden. Ebenso wie andere Hersteller versuchte Amazon im Jahr 2016 eine noch teurere Geräteklasse zu etablieren. Der Kindle Oasis 1 wurde preislich nochmal deutlich über dem Voyage angesiedelt, was aus Kundensicht nicht nur auf Begeisterung stoß. Nichtsdestrotrotz hat sich bereits der erste Oasis dank der ungewöhnlichen Bauform, hochwertigen Lederhüllen und überragenden Haptik zu einem beliebten Lesegerät entwickelt.

Kindle Oasis 2

Der High-End Kindle wurde nach nur einem Jahr schließlich von seinem Nachfolger abgelöst der die wichtigsten Vorteile übernahm und viele der Kritikpunkte abschwächte. Der Kindle Oasis 2 besitzt einen größeren Akku, wird nicht mehr zwangsläufig mit einer Hülle ausgeliefert und ist somit günstiger im Kauf.

Außerdem ist das Display erstmals seit dem Kindle DX wieder größer als 6 Zoll. Der Oasis 2 besitzt einen 7 Zoll großen Bildschirm, womit Amazon den Mitbewerbern folgt, die seit geraumer Zeit ebenfalls auf großformatige Modelle setzen.

Der eingebaute Wasserschutz und die Hörbuchunterstützung (via Bluetooth und Audible) runden das Angebot ab. Der Oasis 2 ist in drei verschiedenen Versionen (WiFi 8GB & 32GB; 3G 32 GB) weiterhin ausschließlich werbefrei erhältlich.

Kindle Paperwhite 4

Im Jahr 2018 wurde der Kindle Paperwhite 4 vorgestellt und löste den lange am Markt befindlichen Paperwhite 3 ab. Der Wechsel wurde von Beobachtern bereits erwartet (2017 tauchte ein Foto des Geräts auf), denn der Abstand zur Konkurrenz schrumpfte im Mittelklassesegment bereits seit geraumer Zeit sichtlich.

Der neue Paperwhite bringt eine Hörbuchunterstützung, einen eingebauten Wasserschutz und eine plane Gehäusefront mit. Besonders überraschend war der rasche Preisnachlass zum Weihnachtsgeschäft 2018. Zum Cyber Monday bzw. Black Friday 2018 gab es den jungen Kindle Neuzugang bereits für rund 40 Euro günstiger.

Der neue Kindle Paperwhite ist bisher nicht in verschiedenen Farbvarianten erhältlich, allerdings trotzdem in fünf unterschiedlichen Versionen – mit und ohne Werbung, mit und ohne 4G, sowie mit 8GB oder 32GB Speicherplatz.

Vor der Vorstellung des neuen Paperwhite wurde der Kindle Voyage vom Markt genommen. Die Entscheidung dürfte mitunter mit der technischen Nähe der beiden Geräte zu tun haben, denn der Voyage besitzt gegenüber dem Paperwhite 4 nur mehr wenige Alleinstellungsmerkmale und ist teilweise sogar schlechter ausgestattet (kein Wasserschutz und keine Hörbuchunterstützung). Es wäre eine Überraschung, wenn Amazon den Kindle Voyage trotz des mehrjährigen Erfolgs nicht mit einem Nachfolger versieht. 2019 könnte es so weit sein.

Kindle Ökosystem

Wie bereits eingangs erwähnt, ist Kindle nicht nur als Hardware-Lösung zu verstehen, sondern als umfangreiches Software- und Service-Ökosystem. Für den praktischen Alltag gibt es im Grunde kein anderes eBook-Angebot das ebenso komfortabel mit verschiedenen Geräten nutzbar ist, wie das von Amazon.

Der Versandriese bietet für alle großen Betriebssysteme eine eigene Kindle Lese-App, mit denen sich die eBooks und Lesestände ohne großes technisches Verständnis und ohne Mühe einfach synchronisieren lassen.

Ein Highlight ist außerdem „Whispersync for Voice“. Hinter der kryptischen Bezeichnung steckt der Abgleich des Lese- bzw. Hörfortschritts zwischen eBooks und Hörbüchern. In anderen Worten: Wenn man ein eBooks liest und dann zum dazugehörigen Hörbuch wechselt, wird dieses an der gleichen Stelle fortgesetzt, die man zuletzt im eBooks offen hatte. Umgekehrt klappt das genauso.

Das funktioniert zwar noch nicht mit jedem eBook, aber die Zahl steigt seit Jahren rasant an – besonders für englischsprachige Titel. Aber auch deutsche eBooks und Hörspiele sind mittlerweile in großer Zahl vertreten, sodass man populäre Titel mit dem einzigartigen Feature oftmals nutzen kann. Einzig der hohe Preis kann dabei abschrecken, dann um Whispersync for Voice nutzen zu können, muss man sowohl das Kindle eBooks als auch das Audible Hörbuch erwerben.

 

Leihbücherei und Kindle Unlimited

Die Kindle Leihbücherei ist ein Bonus den Amazon für alle Prime-Kunden eingeführt hat, um das eigene Angebot noch weiter zu stärken. Bei Prime handelt es sich um eine Mitgliedschaft (jährlich zu bezahlen) die verschiedene Vorteile für Amazon-Kunden bringt (u.a. schnellerer Versand, Video- und Musik-Streaming usw.).

Die Leihbücherei ermöglicht das ausleihen von bis zu einem eBook pro Monat, wobei es keine zeitliche Beschränkung oder Wartezeiten gibt (wie das bei der Onleihe der Fall ist). Allerdings gilt dabei natürlich festzuhalten, dass das Sortiment in erster Linie aus Selbstpublikationstiteln besteht, sodass nicht für alle Geschmäcker die richten eBooks dabei sind.

Mit der eBook Flatrate für 10 Euro will Amazon Vielleser überzeugen

Im Oktober 2014 ist Amazon in Deutschland außerdem mit Kindle Unlimited gestartet. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine eBook Ausleihe, das allerdings nur als eigenständiges Abo zum monatlichen Preis von 9,99 Euro erhältlich ist. Der große Vorteil gegenüber der regulären Leihbücherei besteht darin, dass man nicht nur auf ein eBook im Monat (und gleichzeitig) beschränkt ist und man so als Vielleser im Grunde für nur 10 Euro im Monat einen durchaus guten Deal bekommt.

Allerdings gilt auch hier: Das Angebot besteht zum Großteil als Selbstpublikationstiteln, wobei aber auch einige Verlage mit dabei sind. In jedem Fall gilt diese eBook Flatrate als ein Meilenstein am digitalen Buchmarkt, denn es zeigt sehr deutlich, dass sich die Anforderungen an die Buchhändler laufend verändern und der Digitalmarkt für alle Beteiligten Neuland darstellt.

Self-Publishing: Kindle Direct Publishing

Eine wichtige Neuerung die Amazon mit den eReadern auf den Markt gebracht hat, nennt sich Kindle Direct Publishing, oder kurz KDP. Dabei handelt es sich um eine Selbstpublikationsplattform für (freie) Autoren. Im Klartext bedeutet dies, dass man als Autor eines Buches direkt und ohne Umweg über einen Verlag, das eBook direkt bei Amazon veröffentlichen kann.

KDP ist das erfolgreichste Selbstpublikationsprogramm weltweit und hat gleichzeitig dafür gesorgt, dass der Anteil von in Eigenregie veröffentlichen eBooks eine kritische Größe am gesamten Buchmarkt (in den USA) erreicht hat. Für Verlage ist diese Entwicklung nicht besonders erfreulich – einerseits weil man nur schwer mit den meist billigeren Self-Publishing-Titeln konkurrieren kann (was sich auch in Deutschland sehr deutlich anhand der meistverkauften Titel bei Amazon feststellen lässt), andererseits weil Amazon direkten Zugriff auf tausende Autoren hat und diese bei entsprechendem Erfolg auch sehr einfach unter Vertrag nehmen kann um das eigene Verlagsprogramm zu bereichern und zu stärken.

Dennoch darf man KDP aber ohne Zweifel als ganz besonderen Mehrwert sehen, denn so haben auch unbekannte Autoren die Möglichkeit in Erscheinung zu treten. Der Weg zur Selbstpublikation ist natürlich nicht immer leicht oder gar von Erfolg gekrönt, aber es gibt durchaus eine Reihe verschiedener erfolgreicher Self Publisher, die zuvor von den Verlagen abgelehnt wurden und nun auf dem neuen Weg doch noch den Sprung in den Autorenberuf geschafft haben.

Die KDP-Titel finden sich ganz normal im restlichen eBook-Angebot von Amazon, sodass man als Kunde im Grunde nicht sofort sieht, woher das Buch stammt (Verlag oder Selbstpublikation). Mittlerweile gibt es besonders im englischsprachigen Raum über eine halbe Million Titel.

Kritik an Kindle

Amazon hat als eBook Pionier allerdings nicht nur Lob bekommen, sondern auch massig Kritik geerntet. Dies kommt insbesondere durch die immer weiter wachsenden, monopolsähnlichen Ausmaße des Händlers. Nicht nur bei den eBooks, sondern auch am regulären Buchmarkt ist Amazon auch in Deutschland längst zum nicht mehr wegzudenkenden Schwergewicht geworden. Schätzungen zufolge kontrolliert Amazon ca. 20 Prozent des deutschen Buchmarktes, was es für Verlage und Autoren natürlich notwendig macht, auch bei Amazon vertreten zu sein.

Auf der anderen Seite muss man aber natürlich auch festhalten, dass die größten Kritiker von Amazon einst selbst in der Kritik gestanden sind: Die großen deutschen Buchhandelsfilialisten haben mit ihrer massiven Expansionspolitik kleine inhabergeführte Buchläden verdrängt. Es ist durchaus ironisch, dass ausgerechnet die Filialisten jetzt mitunter zu den größten Kritikern Amazons gehören und auch, dass sich der restliche Buchhandel mittlerweile mit den Filialisten (die ihre Netze inzwischen wieder verkleinern) abgefunden hat.

Konditionenstreit

Den großen Marktanteil hat der Amazon Mitte 2014 laut einigen Medien ausgenutzt, um von verschiedenen Verlagen bessere Konditionen zu fordern. Ganz konkret ging es um günstigere eBook-Preise, die Amazon laut eigener Aussage im Sinne der ohnehin vorhandenen Kostenersparnis beim einfachen Vertrieb der Dateien, an die Kunden weitergeben will.

In den USA bedeutete das, dass man eBooks künftig für maximal 9,99 US-Dollar anbieten wollte, anstatt der manchmal üblichen 14,99 Euro und mehr. Amazon hat dabei im hauseigenen Forum auch eine Mitteilung veröffentlicht, um die Forderung für Nutzer (und Autoren) nachvollziehbarer zu machen: Für jedes eBook das für 14,99 US-Dollar verkauft wird, würden zum Preis von 9,99 US-Dollar durchschnittlich 0,74 mehr verkauft werden. Anstatt also nur 100.000 Titel zum Preis von 14,99 US-Dollar zu verkaufen, würde man bei einem Preis von 9,99 US-Dollar mit 174,000 eBooks deutlich mehr absetzen. Der Umsatz läge in einem solchen Fall bei 1.738.000 US-Dollar um 16 Prozent höher (statt 1.499.000 US-Dollar). Der Kunde würde 33 Prozent weniger bezahlen und Autoren ein um 74 Prozent größeres Publikum erreichen.

Da eBooks keine Druckkosten verursachen, man nicht Gefahr läuft zu viele Bücher zu drucken, man keine Vorhersagen benötigt, es keine Rückgaben (B2B) und keine verlorenen Verkäufe durch fehende Bestände gibt, keine Lagerungskosten und Transportkosten anfallen und es keinen Gebrauchtmarkt gibt, sollen sie natürlich billiger sein als die Papierversionen, sagt Amazon.

An der Rechnung gibt’s aber natürlich ein Problem: Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Lesern. Auch wenn sich ein Titel zum niedrigeren Preis besser verkauft, ist damit keineswegs gesagt, dass ein Verlag oder Autor unterm Strich tatsächlich besser aussteigt, da es genauso gut passieren kann, dass andere Bücher dann eben seltener gekauft werden. Außerdem sind die Auswirkungen auf den Print-Markt nicht absehbar. Auch hier könnte es zu Einbußen kommen, womit Amazons Rechnung unterm Strich nicht mehr stimmen würde.

Und zu guter Letzt – und das sind wohl die größten Sorgen der Verlage: Amazons Marktmacht würde weiter wachsen. Der Konditionenstreit hat seinen Namen nicht nur einfach deshalb erhalten, weil der Versandriese mit den Verlagen um die Preise feilscht, sondern weil Amazon die Titel betroffener Verlage nur noch mit Lieferverzögerung im Sortiment behalten hat. Das sorgte natürlich auch für Umsatzrückgänge und brachte Amazon verständlicherweise sehr viel Kritik ein.

Hier findest du eine Chronik der Ereignisse rund um den Konditionenstreit.

DRM und fehlende ePub-Unterstützung

Ein allgegenwärtiges Thema beim eBook ist der Kopierschutz der Dateien. Dieser soll verhindern, dass die Bücher unbefugt weitergegeben und vervielfältigt werden. Die Sinnhaftigkeit ist allerdings zweifelhaft, denn mit nur sehr geringem Aufwand lassen sich die meisten DRMs aushebeln. Auch Amazons KFX-Dateien lassen sich inzwischen knacken.

Laien wissen aber zumeist nicht um die technischen Möglichkeiten bescheid und natürlich ist das Entfernen des Schutzes im Sinne des deutschen Rechts nicht gestattet, sodass die Kritik an der Verwendung weiterhin bestehen bleiben muss. Das Problem bei Amazon ist die Nutzung eines proprietären Schutzen, d.h. einer eigenen Softwarelösung die kein anderer Anbieter im Programm hat. Das bedeutet, dass man DRM-geschützte Kindle-eBooks auch tatsächlich nur auf Endgeräten bzw. mit Software (z.B. für Android oder iOS) von Amazon lesen kann.

Damit handelt es sich um eine sehr effektive Kundenbindungsmaßnahme, denn wer einmal damit begonnen hat eBooks bei Amazon zu kaufen, der wird das wohl auch in Zukunft tun. Will man nämlich zu einem der anderen Anbieter wechseln, kann man den kopiergeschützten Teil der Bibliothek nicht mitnehmen.

Der Vorteil des Amazon-Systems ist wiederum, dass man sich als Kunde um nichts zu kümmern braucht. Alles funktioniert auch ohne besondere Technikaffinität und ohne Registrierung bei einem Dritt-Anbieter (Adobe).

Status quo und Zukunft

Wie schon mehrmals geschrieben, ist Amazon vom eBook Markt nicht mehr wegzudenken. Bei all der Kritik, die man natürlich auch völlig berechtigt üben kann, muss man Amazon aber auch Lob für das Vorantreiben des neuen Buchformates aussprechen. Hier hat man ganz offensichtlich die Zeichen der Zeit erkannt und das gesamte Angebot rechtzeitig auf Linie gebracht. Die deutschen Anbieter haben sehr lange abgewartet und tatenlos zugesehen, weshalb sie einen Teil der aktuellen Situation (Amazon als Marktführer) zu verantworten haben.

Spät aber doch hat sich im Jahr 2013 die Tolino-Allianz gebildet, die dank der starken Rückendeckung der örtlichen Buchhandlungen der Filialisten (Thalia, Weltbild, Hugendubel) rasch zur Nummer 2 in Deutschland aufsteigen konnte. Der Abstand zu Amazon ist zwar weiterhin vorhanden, wird aber immer kleiner.

Den entscheidenden Vorteil den das Kindle Angebot weiterhin hat – und wohl auch in Zukunft unverändert haben wird – ist das Self-Publishing-Programm KDP. Damit hat sich Amazon als wichtigste Anlaufstelle für unabhängige Autoren etabliert, was sich trotz der Bemühungen einer Reihe von kleineren Mitbewerbern (und auch Tolino), wohl nicht so schnell ändern wird.

Aber egal wie man zu Amazon und Kindle steht, man muss klar sagen, dass der weltweite eBook-Markt niemals da wäre, wo er heute ist, wenn der Versandriese den Bereich nicht so unerbitterlich vorangetrieben hätte – sowohl technologisch als auch inhaltlich. Und nachdem besonders in Deutschland mehrere Anbieter um die Kundengunst kämpfen, wird am Ende eben ganz besonders einer davon profitieren: Der Kunde.

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