Mudita Kompakt

Minimalistisches E-Ink-Telefon ohne Google-Dienste, dessen Oberfläche hervorragend zum Display passt

Unser Fazit Wer ein reduziertes Telefon sucht, das hervorragend in der Hand liegt und trotzdem Platz für ein paar wichtige Apps lässt, sollte sich das Kompakt aber unbedingt näher ansehen.
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Derzeit kein geprüftes Angebot. Der Preis zum Marktstart lag bei 439 €.
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Auf einen Blick

Das Mudita Kompakt ist ein bewusst reduziertes E-Ink-Telefon ohne Google-Dienste, Browser und Play Store, aber kein völlig geschlossenes System. Seine größte Stärke ist die Bedienung: Kontrollzentrum, Hinweisfenster und alle vorinstallierten Apps sind so konsequent auf E Ink abgestimmt wie bei kaum einem anderen Android-Gerät. Dazu kommen ein Offline-Schalter, der Mikrofone und Modem per Hardware trennt, und ein dickes, aber stark abgerundetes Gehäuse, das sehr angenehm in der Hand liegt.

Gedacht ist das Kompakt für Menschen, die ihr Telefon seltener nutzen möchten, ohne ganz auf Messenger wie Signal oder WhatsApp zu verzichten. Diese lassen sich über einen Computer nachinstallieren. Wer dagegen auf Benachrichtigungen, viele Apps oder das Surfen im Netz angewiesen ist, stößt schnell an Grenzen. Außerdem wirkt Schrift im schnellen Standardmodus des Displays etwas pixeliger als nötig.

Ideal für: Badewanne, Strand und Pool · Hörbücher und Vorlesen · Große Bibliothek offline
Weniger geeignet für: PDFs und Fachliteratur (nur 4,3 Zoll, PDFs brauchen Zoom)

Vorteile

  • Sehr angenehme Haptik dank stark abgerundeter Kanten
  • Schmales 4,3-Zoll-Format, das sich bequem umgreifen lässt
  • Oberfläche und Apps hervorragend an E Ink angepasst
  • Übersichtliches Kontrollzentrum mit wenigen großen Schaltern
  • Ohne Google-Dienste, Apps lassen sich trotzdem nachinstallieren
  • Offline+-Schalter trennt Mikrofone und Modem per Hardware
  • Taschenlampe mit getrennt schaltbarer warmer und kalter LED

Nachteile

  • Im frühen Test pixelige Schrift im schnellen Modus, keine HD-Option
  • Frontlicht ohne einstellbare Farbtemperatur
  • Im frühen Test kein Browser und keine Benachrichtigungszentrale
  • Erweiterte Einstellungen vereinfacht oder gar nicht vorhanden
  • Dickes Gehäuse mit breiten Displayrändern
  • Eigene Android-Apps per Computer; InkApps für November 2026 angekündigt

Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?

Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.

  • Romane und Sachbücher217 ppi, für die meisten scharf genug Gut
  • Lesen im Bett und bei NachtFrontlicht, aber kein Warmlicht Gut
  • Badewanne, Strand und PoolWassergeschützt-Wasserschutz Ideal
  • Hörbücher und VorlesenEingebauter Lautsprecher plus Bluetooth Ideal
  • PDFs und FachliteraturNur 4,3 Zoll, PDFs brauchen Zoom Eingeschränkt
  • Große Bibliothek offline32 GB plus Speicherkarte Ideal

Mudita Kompakt im Überblick

Das Mudita Kompakt will kein Smartphone mit E-Ink-Bildschirm sein, sondern ein bewusst reduziertes Telefon für Menschen, die ihr Handy seltener in die Hand nehmen möchten. Neben Telefon und SMS sind unter anderem Offline-Karten, ein Musikplayer, Notizen, ein Meditations-Timer und ein E-Reader vorinstalliert. Google-Dienste, der Play Store und ein Browser fehlen dagegen mit Absicht. Ganz abgeschottet ist das System trotzdem nicht: Messenger wie Signal oder WhatsApp lassen sich nachträglich installieren. Nach den ersten Tagen mit dem Telefon überrascht vor allem, wie sorgfältig der polnische Hersteller die Bedienung auf das E-Ink-Display abgestimmt hat. Unfertig wirkt dabei kaum etwas.

Dick, rund und angenehm in der Hand

Auf den ersten Blick wirkt das Kompakt etwas klobig. Dank des 4,3-Zoll-Displays ist das Telefon zwar kompakt, die Ränder darum sind aber nicht gerade schmal, und mit 12,6 Millimetern ist das Gehäuse dicker als manches aktuelle Falt-Smartphone. Die Dicke hat allerdings ihren Grund: Sie ermöglicht die stark abgerundeten Ecken und Kanten, durch die das Kompakt ganz anders in der Hand liegt als die meisten Telefone. Nach vielen kantigen, kastenförmigen Designs ist das eine erfrischende Abwechslung. Das Gehäuse aus Polycarbonat mit Glasfaseranteil wird innen von einem Metallrahmen verstärkt, misst 128 x 70 Millimeter und wiegt 164 Gramm. Nach IP54 ist es gegen Staub und Spritzwasser geschützt.

Mudita Kompakt in der Seitenansicht zwischen zwei Händen, mit dickem Gehäuse und stark abgerundeten Kanten
Von der Seite fällt das dicke Gehäuse auf, dafür sind die Kanten rundherum stark abgerundet.

Auch das Display trägt zur guten Handhabung bei. Es löst mit 800×480 Pixeln auf, das entspricht rund 217 ppi. Durch dieses gestreckte Format ist es schmaler als etwa das Display des Minimal Phone, das ebenfalls 4,3 Zoll misst. Das Kompakt lässt sich deshalb bequem umgreifen. Ohnehin ist das runde Kompakt ziemlich genau das Gegenteil des kantigen Minimal Phone: Nebeneinander in der Hand ist der Unterschied enorm, und das Kompakt fühlt sich viel besser an.

Mudita Kompakt links und Minimal Phone mit QWERTY-Tastatur rechts nebeneinander in zwei Händen
Neben dem kantigen Minimal Phone mit Tastatur fallen die runden Ecken und das schmalere Display des Kompakt besonders auf.

Wie bei E Ink üblich, reflektiert der Bildschirm das Umgebungslicht und bleibt dadurch auch in direkter Sonne gut ablesbar. Für dunkle Umgebungen lässt sich ein Frontlicht zuschalten, dessen Farbtemperatur allerdings nicht einstellbar ist. Ausgerechnet die Taschenlampe auf der Rückseite kann das: Ihre warme und ihre kalte LED lassen sich getrennt einschalten. Wer vor dem Schlafengehen kurz etwas im Dunkeln sucht, greift so zum warmen Licht, das in dunkler Umgebung angenehmer wirken kann.

Android, das man kaum wiedererkennt

Dass auf dem Kompakt Android läuft, sieht man ihm nicht an. MuditaOS K basiert auf AOSP 12, also auf der quelloffenen Android-Basis ohne Google-Apps und -Dienste. Das ist nicht mehr die neueste Version. Weil das Kompakt aber gar kein vollwertiges Smartphone sein will, fällt das weniger ins Gewicht als bei einem gewöhnlichen Handy. Ein klassisches Dumbphone ist es ebenso wenig. Am ehesten ist es ein Gerät für den digitalen Entzug, auf dem trotzdem ein Messenger laufen kann. Datenschutz steht dabei im Mittelpunkt, und Mudita verspricht fünf Jahre Software- und Sicherheitsupdates.

Die größte Stärke ist die Bedienung, womöglich die gelungenste Anpassung von Android an E Ink überhaupt. Der minimalistische Ansatz hilft, weil er das Durcheinander vieler Android-E-Ink-Geräte gar nicht erst entstehen lässt. Mudita hat Android aber auch nicht einfach kompiliert und ausgeliefert, sondern zentrale Bedienelemente für den Bildschirm neu gestaltet. Das Kontrollzentrum kommt mit wenigen, großzügig verteilten Schaltern aus und ist dadurch deutlich leichter zu bedienen als auf vielen anderen E-Ink-Geräten. Selbst die üblichen Android-Hinweisfenster wurden überarbeitet, und keine der vorinstallierten Apps wirkt nur halbherzig an E Ink angepasst.

Kontrollzentrum des Mudita Kompakt mit großen Schaltern für WLAN, Bluetooth und Flugmodus, Wetteranzeige, Tasten für warmes und kaltes Taschenlampenlicht sowie zwei Reglern
Das Kontrollzentrum beschränkt sich auf wenige große Schalter, darunter getrennte Tasten für warmes und kaltes Taschenlampenlicht.

Der Minimalismus hat allerdings seinen Preis. In den ersten Tagen, noch mit Vorabsoftware, gab es standardmäßig keine Benachrichtigungszentrale, und erweiterte Einstellungen wie Akkustatistiken, Optimierungsoptionen oder detaillierte App-Einstellungen waren vereinfacht oder fehlten ganz. Einen Browser bringt das Kompakt ebenfalls nicht mit, weil all das dem minimalistischen Gedanken zuwiderliefe. Wer stark auf Apps, Benachrichtigungen oder das Surfen im Netz angewiesen ist, wird mit dem Telefon deshalb kaum glücklich. Die Tür bleibt aber offen: Über die Desktop-Anwendung Mudita Center lassen sich Android-Apps vom Computer aus per USB-C installieren, und sogar der minimalistische Launcher kann ersetzt werden. Weil das System so genau auf Minimalismus und E Ink zugeschnitten ist, können solche Apps allerdings etwas Bastelei verlangen, und Mudita garantiert nicht, dass sie funktionieren.

Schnelle Darstellung, bescheidene Technik

Ab Werk lief das Display in den ersten Tagen in einem der schnelleren E-Ink-Modi. Ghosting und Flackern blieben dadurch gering, Schrift und Bedienelemente wirkten aber pixeliger als nötig. Vermutlich hat Mudita den Modus genau wegen dieser ruhigeren Darstellung gewählt. Ein zuschaltbarer HD-Modus für schärferen Text fehlte. Er würde die Lesbarkeit verbessern, auch wenn er den minimalistischen Ansatz etwas verkompliziert. Das ist nicht unwichtig, denn zu den vorinstallierten Apps gehört ein E-Reader für EPUB- und PDF-Dateien, den spätere Updates unter anderem um eine Suche, Filter nach Lesestatus und die Navigation über das Inhaltsverzeichnis erweitert haben. Dazu kommen Offline-Karten mit Sprachnavigation, ein Musikplayer, Notizen, Sprachaufnahmen, Wetter, ein Rechner, Schach und ein Meditations-Timer.

Mudita Kompakt in der Hand mit App-Übersicht: Alarm, Calculator, Calendar, Camera, Chess, E-reader, Maps, Meditation und Music
Vom Wecker bis zum E-Reader sind die vorinstallierten Apps gleich schlicht und kontrastreich gestaltet.

Die Technik bleibt bescheiden, reicht für das reduzierte System aber aus. Im Gehäuse stecken ein Vierkernprozessor von MediaTek, 3 GB RAM und 32 GB Speicher. Eine microSD-Karte mit bis zu 2 TB passt in den Hybrid-Schacht, belegt dann aber den Platz der zweiten Nano-SIM; zusätzlich gibt es eine eSIM. Bei aktiver eSIM fällt die zweite Nano-SIM weg, eine microSD-Karte bleibt nutzbar. LTE mit VoLTE und WLAN-Telefonie, Dualband-WLAN, Bluetooth 5.0, NFC und GPS sind an Bord, außerdem eine 8-Megapixel-Kamera und ein 3,5-mm-Kopfhöreranschluss. Der Akku fasst 3.300 mAh und wird per USB-C oder kabellos geladen. Mudita verspricht bis zu sechs Tage im Standby; wie lange er im Alltag durchhält, muss sich erst noch zeigen.

Rechts sitzt der Einschalter mit Fingerabdrucksensor, links der Kartenschacht und darunter der Schalter für den Offline+-Modus. Er trennt Mikrofone und Mobilfunkmodem auf Hardwareebene und schaltet WLAN, Bluetooth und Kamera per Software ab, eine Art sichererer Flugmodus. Notrufe sind in diesem Zustand allerdings nicht möglich. Nicht jeder wird den Schalter brauchen, er zeigt aber, worum es Mudita geht: einen bewussten Umgang mit dem Telefon und einen schnellen Weg, offline zu gehen.

Mudita Kompakt in zwei Händen, auf dem Startbildschirm ist die Auswahl zwischen Connected und Offline+ eingeblendet
Ein Schalter an der linken Seite versetzt das Kompakt in den Offline+-Modus, den der Startbildschirm sofort anzeigt.

Schon die Verpackung unterstreicht diesen Anspruch. Das Telefon steckt in einem kleinen Stoffbeutel, darunter liegen Meditationskarten. Das spricht sicher nicht jeden an, stimmt aber auf einen ruhigen, achtsamen Umgang mit dem Telefon ein. Das Kompakt stammt von einem polnischen Hersteller und wurde in der EU entwickelt; Mudita gewährt zwei Jahre Garantie. Zum Marktstart kostete das Kompakt 439 Euro. Wer ein reduziertes Telefon mit sehr gut angepasster E-Ink-Bedienung sucht und bei Bedarf ein paar Apps selbst nachrüstet, findet hier ein rundum stimmiges Gerät. Wer dagegen ein vollwertiges Smartphone mit E-Ink-Display erwartet, sollte sich eher ein Gerät wie das Bigme HiBreak Pro ansehen.

MuditaOS K 1.6 brachte im August 2026 unter anderem Aufgabenlisten in den Notizen, Version 1.6.1 behob Fehler bei der Anzeige verpasster Anrufe und bei SIM-PIN-Abfragen nach Offline+. Für November 2026 hat Mudita Version 2.0 mit InkApps, neuen Launchern und einem anpassbaren Offline+-Modus angekündigt. Ausgewählte Apps sollen sich dann direkt auf dem Telefon installieren lassen, andere Android-Apps weiterhin über den Computer.

Mudita Kompakt im Video

Minimalist E-Ink Phone: Mudita Kompakt First Impressions

Testbericht

Chalid Von · Aktualisiert am

Nach den ersten Tagen mit dem Mudita Kompakt bin ich ehrlich überrascht, und zwar gleich doppelt: Das Telefon liegt hervorragend in der Hand, und seine Oberfläche ist so sorgfältig auf E Ink abgestimmt wie bei kaum einem anderen Android-Gerät, das ich kenne. Und das, obwohl auf dem Testgerät, das Mudita mir zur Verfügung gestellt hat, noch eine Vorabversion der Software lief. Anders als Konkurrenten wie das Bigme HiBreak Pro oder das Minimal Phone geht Mudita dabei einen ganz eigenen Weg: weniger Funktionen, dafür ein Telefon, das genau zu seinem Bildschirm passt.

Seit meinem Test hat Mudita die Software weiter ausgebaut: MuditaOS K 1.6 brachte im August 2026 unter anderem Aufgabenlisten in den Notizen. Das inzwischen vollständig ausgerollte Update 1.6.1 korrigiert falsch gezählte verpasste Anrufe und wiederholte SIM-PIN-Abfragen nach Offline+. Für November 2026 hat Mudita Version 2.0 angekündigt: Mit InkApps sollen sich ausgewählte Apps direkt auf dem Telefon installieren lassen, andere Android-Apps kommen weiterhin über den Computer. Neue Launcher und ein anpassbarer Offline+-Modus sind ebenfalls angekündigt. Meine Eindrücke unten stammen noch von der frühen Vorabsoftware.

Klobig auf den ersten Blick, großartig in der Hand

Richtig überrascht hat mich, wie gut das Kompakt in der Hand liegt. Auf den ersten Blick fand ich es nämlich eher klobig. Dank des 4,3-Zoll-Displays ist das Telefon zwar kompakt, die Ränder darum sind aber nicht gerade schmal. Und mit 12,6 Millimetern ist es dicker als manches aktuelle Falt-Smartphone. Das hat allerdings seinen Grund: Die Dicke hat Mudita die stark abgerundeten Ecken und Kanten ermöglicht, durch die das Kompakt ganz anders in der Hand liegt als die meisten anderen Telefone. Nach all den scharfkantigen, kastenförmigen Designs, an die man sich gewöhnt hat, ist das eine erfrischende Abwechslung.

Mudita Kompakt in der Seitenansicht zwischen zwei Händen, mit dickem Gehäuse und stark abgerundeten Kanten
Von der Seite fällt das dicke Gehäuse auf, dafür sind die Kanten rundherum stark abgerundet.

Am deutlichsten wird das neben dem Minimal Phone, das ich kurz zuvor getestet hatte. Die beiden Geräte könnten kaum gegensätzlicher sein, nebeneinander liegen Welten zwischen ihnen. In der Hand würde ich jederzeit das Kompakt vorziehen. Dazu trägt auch das Display bei. Es löst mit 800×480 Pixeln auf und fällt bei gleicher Diagonale schmaler aus. So lässt sich das Telefon bequem umgreifen, und das schlankere Format fühlt sich einfach angenehmer an.

Mudita Kompakt links und Minimal Phone mit QWERTY-Tastatur rechts nebeneinander in zwei Händen
Neben dem kantigen Minimal Phone mit Tastatur fallen die runden Ecken und das schmalere Display des Kompakt besonders auf.

In der Sonne ablesbar, mit warmer Taschenlampe für den Abend

Wie bei E Ink üblich, reflektiert der Bildschirm das Umgebungslicht. Auch in direkter Sonne lässt sich das Kompakt deshalb gut ablesen. In schwach beleuchteten Umgebungen schaltet man das Frontlicht zu und kann das Telefon dann auch im Dunkeln benutzen. Die Farbtemperatur des Frontlichts lässt sich allerdings nicht verstellen. Ausgerechnet die Taschenlampe auf der Rückseite kann das: Sie besteht aus zwei LEDs, einer warmen und einer kalten, die sich getrennt einschalten lassen. Wer sich abends fürs Bett fertig macht und kurz etwas im Dunkeln nachsehen will, greift so zum warmen Licht. Mir ist dieses warme Licht in dunkler Umgebung angenehmer. Schon diese Designentscheidungen verraten, was für ein Telefon das Kompakt sein möchte.

Stoffbeutel, Meditationskarten und ein Offline-Schalter

Genau genommen beginnt das sogar schon beim Auspacken. Das Telefon steckt in einem kleinen Stoffbeutel, darunter liegt ein Stapel Meditationskarten. Ich würde mich nicht unbedingt zur Zielgruppe für so etwas zählen, aber das muss man Mudita lassen: Solche kleinen Details stimmen auf einen bewussten, achtsamen Umgang mit dem Telefon ein, und das Design des Kompakt greift diesen Gedanken auf.

Rechts sitzt der Einschalter mit integriertem Fingerabdrucksensor. Links befindet sich der Kartenschacht, der auch eine microSD-Karte aufnimmt, und darunter ein Offline-Schalter. Er trennt die Mikrofone und das Mobilfunkmodem auf Hardwareebene und deaktiviert WLAN, Bluetooth und Kamera per Software. Im Grunde ist das ein sichererer Flugmodus. Ich persönlich brauche ihn nicht unbedingt. Er unterstreicht aber, wie ernst Mudita den bewussten Umgang mit dem Telefon nimmt, und ich verstehe den Reiz, mit einem Handgriff offline zu sein.

Mudita Kompakt in zwei Händen, auf dem Startbildschirm ist die Auswahl zwischen Connected und Offline+ eingeblendet
Ein Schalter an der linken Seite versetzt das Kompakt in den Offline+-Modus, den der Startbildschirm sofort anzeigt.

Noch mehr schätze ich den Fokus auf Privatsphäre. Man sieht es dem Kompakt nicht an, aber auf ihm läuft Android, genauer gesagt AOSP 12, eine abgespeckte Open-Source-Version ohne Google-Apps. Das ist nicht die neueste Version. Weil das Kompakt aber gar kein Smartphone sein will, fällt das für mich weniger ins Gewicht. Ein Dumbphone ist es allerdings ebenso wenig. Ich sehe es eher als Gerät für den digitalen Entzug, auf dem trotzdem Signal oder WhatsApp laufen können. Entscheidend ist, dass es ohne Google-Dienste ausgeliefert wird und Datenschutz bei Mudita an erster Stelle steht. Nebenbei bemerkt: Mudita ist ein polnisches Unternehmen, das Kompakt also ein in der EU entwickeltes Produkt. Das ist für mich bei Datenschutz und Garantie immer ein Plus.

Die beste E-Ink-Anpassung von Android, die ich kenne

Die Bedienung ist möglicherweise die beste Anpassung von Android an E Ink, die ich bisher gesehen habe. Der minimalistische Ansatz hilft natürlich, weil Mudita dadurch auf viel von dem Durcheinander verzichten kann, das so viele andere Android-E-Ink-Geräte plagt. Aber auch darüber hinaus sind die Anpassungen hervorragend. Mudita hat Android nicht einfach kompiliert und ausgeliefert, sondern zentrale Bedienelemente für den E-Ink-Bildschirm überarbeitet, damit sich alles wie aus einem Guss anfühlt.

Mudita Kompakt in der Hand mit App-Übersicht: Alarm, Calculator, Calendar, Camera, Chess, E-reader, Maps, Meditation und Music
Vom Wecker bis zum E-Reader sind die vorinstallierten Apps gleich schlicht und kontrastreich gestaltet.

Das Kontrollzentrum zum Beispiel lässt sich viel leichter bedienen als auf vielen anderen E-Ink-Geräten, weil es weniger Schalter gibt und diese großzügig verteilt sind. Selbst die normalen Android-Hinweisfenster sind sehr gut angepasst. Dasselbe gilt für alle vorinstallierten Apps: Bei keiner wirkt die Anpassung an E Ink halbherzig.

Kontrollzentrum des Mudita Kompakt mit großen Schaltern für WLAN, Bluetooth und Flugmodus, Wetteranzeige, Tasten für warmes und kaltes Taschenlampenlicht sowie zwei Reglern
Das Kontrollzentrum beschränkt sich auf wenige große Schalter, darunter getrennte Tasten für warmes und kaltes Taschenlampenlicht.

Einen Wunsch habe ich trotzdem: einen HD-Modus für schärferen Text. Ab Werk lief das Display bei mir in einem der schnelleren E-Ink-Modi, wodurch Schrift und Bedienelemente pixeliger wirkten als nötig. Ich vermute, dass Mudita diesen Modus gewählt hat, um Ghosting und Flackern zu verringern, und das ist auch eindeutig gelungen. Könnte man auf schärferen Text umschalten, wäre die Lesbarkeit aber besser, selbst wenn das den minimalistischen Ansatz ein wenig verkompliziert.

Weniger Funktionen, aber eine offene Tür

Bei einem wirklich minimalistischen Telefon muss man natürlich auf Funktionen verzichten. Eine Benachrichtigungszentrale gab es auf meinem Gerät standardmäßig nicht, und einige erweiterte Einstellungen wie Akkustatistiken, Optimierungsoptionen oder detaillierte Android-App-Einstellungen waren vereinfacht oder fehlten ganz. Auch einen Browser gibt es nicht, denn all das würde dem minimalistischen Gedanken zuwiderlaufen. Wer stark auf Apps, Benachrichtigungen oder das Surfen im Netz angewiesen ist, wird mit diesem Telefon deshalb wahrscheinlich nicht glücklich.

Eine der großen Stärken des Kompakt ist aber, dass sich trotzdem Apps nachinstallieren lassen. Ehrlich gesagt komme ich selbst bei einem minimalistischen Telefon nicht ohne Signal oder WhatsApp aus, und ein Browser, um unterwegs wenigstens gelegentlich etwas nachzuschlagen, ist mir ebenfalls wichtig. Bei Bedarf lassen sich weitere Apps ergänzen, und sogar der minimalistische Standard-Launcher kann ersetzt werden. Weil das Telefon so konsequent auf seinen Minimalismus und das E-Ink-Display zugeschnitten ist, kann manches dabei etwas Bastelei erfordern. Obwohl ich selbst Apps nachinstalliere, gefällt mir Muditas reduzierter Ansatz: Er zwingt einem nichts auf, lässt aber die Tür für mehr offen.

Vorläufiges Fazit

Ich hatte wirklich nicht erwartet, dass das Mudita Kompakt so gut auf seinen E-Ink-Bildschirm abgestimmt ist. Sicher, mit einem reduzierten Ansatz ist so etwas leichter umzusetzen, weil das Kompakt gar kein vollwertiges Smartphone sein will. Trotzdem fand ich die Liebe zum Detail überraschend groß.

Am meisten schätze ich, dass sich das Kompakt nicht wie ein unfertiges Produkt anfühlt, obwohl auf meinem Gerät noch eine Vorabversion der Software lief. Gerade bei E-Ink-Geräten sieht man viel zu oft, dass die Software nicht richtig an die Bildschirmtechnik angepasst ist. Hier ist das nicht der Fall. Abstriche gibt es bei der etwas pixeligen Schrift, beim Frontlicht ohne einstellbare Farbtemperatur und bei den bewusst knapp gehaltenen Funktionen. Wie lange der Akku im Alltag durchhält, muss sich erst noch zeigen. Wer ein reduziertes Telefon sucht, das hervorragend in der Hand liegt und trotzdem Platz für ein paar wichtige Apps lässt, sollte sich das Kompakt aber unbedingt näher ansehen. Vielleicht endet die Suche nach dem passenden minimalistischen E-Ink-Telefon sogar genau hier.

Unser Fazit

Wer ein reduziertes Telefon sucht, das hervorragend in der Hand liegt und trotzdem Platz für ein paar wichtige Apps lässt, sollte sich das Kompakt aber unbedingt näher ansehen.

Datenblatt: Mudita Kompakt

  • Display 4,3″ E Ink Touchscreen
  • Auflösung 217 ppi 800 × 480 Pixel
  • Gewicht 164 g 128 × 70 × 12,6 mm
  • Speicher 32 GB plus Speicherkartenslot
  • Wasserschutz Wassergeschützt geschützt gegen Untertauchen
  • Licht Frontlicht
  • Bedienung Touch
  • Audio Lautsprecher plus Bluetooth

Allgemein

Hersteller
Mudita
Gerätetyp
Smartphone
Marktstart
2025
Preis zum Marktstart
439 €
Farben
Schwarz, Grau, Weiß

Display

Technologie
E Ink
Größe
4,3 Zoll
Auflösung
800 × 480 px
Pixeldichte
217 ppi
Farbdisplay
Nein
Touchscreen
Ja
Beleuchtung
Frontlicht

Gehäuse & Bedienung

Maße
128 × 70 × 12,6 mm
Gewicht
164 g
Wasserschutz
Wassergeschützt
Lagesensor
Ja

Verbindungen

USB
USB-C
Bluetooth
Ja
WLAN
Ja, 2,4 und 5 GHz
Mobilfunk
Ja, 4G
GPS
Ja

Hardware

Prozessor
Quad-Core · MediaTek MT6761V/WBA
Arbeitsspeicher
3 GB
Speicher
32 GB
Speicherkarte
Ja, microSD
Lautsprecher
Ja, Mono
Mikrofon
Ja
Akku
3.300 mAh
Betriebssystem
MuditaOS K (AOSP 12)

Software

eBook-Shop
Nein

Unterstützte Dateiformate

  • EPUB
  • PDF

Alle Angaben ohne Gewähr. Werte ohne gesicherte Angabe werden nicht angezeigt.

Alternativen zum Mudita Kompakt

Geräte derselben Klasse mit dem entscheidenden Unterschied, aus unserer Gerätedatenbank.

Im Vergleich

Mudita Kompakt im Vergleich mit ähnlichen Geräten
Merkmal Mudita Kompakt Mudita Kompakt BOOX PiccoBOOX Picco Minimal PhoneMinimal Phone XTEINK X4XTEINK X4
UVP zum Marktstart439 €110 €??
Display4,3″4″4,3″4,3″
Pixeldichte217 ppi235 ppi230 ppi220 ppi
Gewicht164 g58 g165 g74 g
WasserschutzJa?Ja?
Blättertasten?JaJaJa
Warmlicht–JaJa–
Speicher32 GB + microSD?128 GB + microSD?
BluetoothJaJaJa?
Marktstart2025202620252025
Geräteseite Zum Test Zum Test Zum Test

Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.