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BLOOMIN8 10 Zoll: Kabelloser Farb-E-Ink-Rahmen mit Magnethalterung auf Kickstarter

Geschätzte Lesezeit: 5:10 min.

Am 23. September hat BLOOMIN8 die Kickstarter-Kampagne für seinen neuen 10-Zoll-Bilderrahmen gestartet. Der Rahmen mit Farb-E-Ink-Display soll ohne Kabel auskommen, bis zu ein Jahr mit einer Akkuladung laufen und per Magnet am Kühlschrank oder an der Wand halten. Für den Hersteller ist es nicht die erste Kampagne: Das Debüt brachte laut BLOOMIN8 mehr als 1,5 Millionen Dollar von über 2.000 Unterstützern ein.

Auch diesmal kam das Geld schnell zusammen. Schon am 25. September meldete BLOOMIN8 400 Prozent des Ziels von 100.000 australischen Dollar, Mitte Oktober standen mehr als 714.000 australische Dollar von gut 1.000 Unterstützern auf dem Zähler. Die Kampagne läuft von Sydney aus und ist bis zum 31. Oktober angesetzt.

Display und Ausstattung

Drei Einsatzorte des BLOOMIN8-Rahmens: mit Wetteranzeige auf dem Tisch, mit Familienfoto am Kühlschrank und mit zwei Kunstmotiven an der Wand

Tisch, Kühlschrank oder Wand: Der Rahmen hält per Magnet (Bild: BLOOMIN8)

Das 10 Zoll große Display nutzt E Ink Spectra 6 und löst mit 200 dpi auf. Spectra 6 kennt sechs Grundfarben, alle anderen Töne entstehen durch Rastern: Das Display setzt feine Punktmuster zusammen, die aus etwas Abstand wie Mischfarben wirken. BLOOMIN8 spricht von 65.000 Farbtönen und will mit einer eigenen Ansteuerung der Pixel mehr Farben und weichere Übergänge herausholen als andere Spectra-6-Geräte. Trotzdem sieht ein Foto anders aus als ein Abzug: Gemischte Farbtöne wirken gedämpfter, und aus der Nähe erkennt man das Raster.

Beim Reflection Frame, einem 13,3-Zoll-Rahmen mit Spectra 6 und 150 ppi, den ich ausführlich getestet habe, war dieser Unterschied deutlich: Die reinen Grundfarben wirkten kräftiger als auf jedem anderen E-Ink-Display, das ich bis dahin kannte, Cyan und Magenta dagegen kaum stärker als auf einem Kaleido-eReader. Das Raster fiel mir vor allem aus der Nähe und bei sehr detailreichen Bildern auf, aus ein bis zwei Metern Abstand an der Wand dagegen kaum. Ein 10-Zoll-Rahmen auf dem Schreibtisch oder am Kühlschrank wird aber oft aus kürzerer Entfernung betrachtet. Hier dürften die 200 dpi des BLOOMIN8 helfen, weil die Punktmuster feiner ausfallen. Ob die eigene Ansteuerung bei Mischtönen und Verläufen tatsächlich mehr herausholt, muss sich erst zeigen.

Schnell ist Spectra 6 nicht. Ein Bildwechsel dauert laut BLOOMIN8 rund 20 Sekunden. Beim Reflection Frame lief das Display dabei durch mehrere Stufen mit Flackern, bevor das fertige Bild stand. Auf einem eReader oder Tablet wäre das frustrierend, bei einem Bild, das ohnehin stundenlang stehen bleibt, stört es nicht. Statt das Bild hart umzuschalten, lässt der Hersteller es mit einer Übergangsanimation namens „Blossom Refresh“ aufblühen, mehrere Effekte stehen in der App zur Wahl.

Der Rahmen besteht aus Kunststoff, kommt in sechs Farben und hat ein weißes Passepartout. Er steht auf einem Tischständer, haftet an magnetischen Flächen wie dem Kühlschrank oder hängt an einer magnetischen Wandhalterung. Wer es klassischer mag, kann in der Kampagne einen Holzrahmen dazubestellen. Der Akku fasst 5.000 mAh und wird über USB-C geladen, an Funk gibt es WLAN mit 2,4 und 5 GHz sowie Bluetooth.

Strom braucht ein E-Ink-Display nur beim Bildwechsel. BLOOMIN8 rechnet mit mehr als 2.000 Wechseln pro Akkuladung, bei gut fünf neuen Bildern am Tag ergibt das ein Jahr Laufzeit. Wer häufiger wechselt, muss öfter laden. Ist der Akku leer, bleibt das letzte Bild stehen. Eine ähnliche Laufzeit verspricht der Hersteller des Reflection Frame, der ebenfalls einen 5.000-mAh-Akku hat: zwei Jahre bei drei Bildwechseln am Tag. Das hielt ich dort für plausibel, die Größenordnung beim BLOOMIN8 passt dazu.

App, Cloud oder ganz lokal

Laptop mit der BLOOMIN8-Desktop-App neben einem Farb-E-Ink-Rahmen mit japanischem Holzschnitt, dazu Symbole für SD-Karte und Home Assistant

Bilder kommen auch ohne Cloud auf den Rahmen (Bild: BLOOMIN8)

Im Alltag steuert man den Rahmen über die Apps für iOS und Android. Familienmitglieder können über eine Freigabe von überall Fotos schicken, geteilte Alben aus Google Fotos und iCloud kann man importieren. Bilder lassen sich zu Playlists zusammenfassen oder für einen festen Termin einplanen, etwa für einen Geburtstag. Dazu kommen mehr als 10.000 Kunstwerke, eine Bildbearbeitung, KI-Bilder und kleine Widgets für Termine, Wetter oder einen Countdown.

Die Cloud ist aber keine Pflicht. Bilder kommen auch über eine microSD-Karte oder eine Desktop-App auf den Rahmen, außerdem lässt er sich über Home Assistant und eine offene Schnittstelle einbinden. Fremde Server sind dabei laut BLOOMIN8 nicht im Spiel.

Preise und Lieferung

Abgerechnet wird in australischen Dollar. Mitte Oktober kostete ein Rahmen auf Kickstarter im Early-Bird-Angebot 337 australische Dollar, die 100 günstigeren Plätze für 308 australische Dollar waren da schon vergeben. Wer schon eine frühere BLOOMIN8-Kampagne unterstützt hat, zahlt 280 australische Dollar. Der Holzrahmen kostet 29 australische Dollar extra. Geliefert wird weltweit, die Versandkosten berechnet BLOOMIN8 vor dem Verschicken gesondert. Den 10-Zoll-Rahmen will der Hersteller im Dezember 2026 ausliefern.

Zusätzlich bietet die Kampagne die zweite Generation des 13,3-Zoll-Rahmens für 520 australische Dollar, die noch vor Weihnachten 2026 verschickt werden soll, und einen 28,5 Zoll großen Rahmen für 2.533 australische Dollar mit Lieferung im ersten Halbjahr 2027. Für den Versand in die EU nennt BLOOMIN8 bei diesen beiden rund 20 beziehungsweise 50 Dollar pro Rahmen. Wie bei jeder Crowdfunding-Kampagne kann sich die Auslieferung noch verschieben, und eine Unterstützung ist kein Kauf im Shop.

Einschätzung

Mit 10 Zoll hat der neue BLOOMIN8 ein handliches Format für Schreibtisch, Regal oder Kühlschrank, und die Magnethalterung macht ihn flexibler als viele Rahmen, die an einer Stelle festhängen. Am spannendsten finde ich aber die Software-Seite: Viele digitale Bilderrahmen funktionieren nur über die Cloud des Herstellers, hier gibt es mit microSD-Karte, Desktop-App und Home Assistant echte Alternativen. Wer seine Familienfotos nicht über fremde Server schicken will, ist auf die Cloud also gar nicht angewiesen.

Man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt. Farb-E-Ink zeigt Fotos ruhig und ohne Leuchten, aber eben nicht so brillant wie ein Fotoabzug oder ein LCD-Rahmen. Am besten wirken Motive mit kräftigen Grundfarben, bei Fotos mit vielen Mischtönen hängt es stark vom Bild ab.

Ein Schnäppchen ist der Rahmen nicht, zumal zum Kampagnenpreis noch die Versandkosten kommen. Für das Geld könnte man auch etliche Fotos drucken und rahmen lassen. Der Vorteil liegt darin, dass man nichts drucken muss und das Motiv jederzeit wechseln kann, und das zahlt sich vor allem aus, wenn man gern regelmäßig neue Bilder zeigt. Wer aber einen kabellosen Farbrahmen ohne Cloud-Zwang sucht, sollte sich den BLOOMIN8 genauer ansehen.

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Noch bevor Kindle und Tolino in Deutschland an den Start gegangen sind, hat Chalid seinen ersten eBook Reader im Jahr 2007, aus Begeisterung an der Technik, aus den USA importiert. Als Mitbegründer und Chef-Redakteur hat er seit der Gründung von ALLESebook.de, im Jahr 2010, inzwischen über 100 eReader zahlreicher Hersteller getestet. Mehr erfahren
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