Kobo Aura H2O, wasserdichter eReader im Test

10. Oktober 2014
Lesezeit: 37:21 Min.

Nach mehreren Leaks wurde der Kobo Aura H2O Ende August vorgestellt, wobei der offizielle Verkaufsstart rund einen Monat später am 1. Oktober erfolgt ist. Mit dem Start des eBook Readers hat Kobo mit einer bis dahin üblichen Tradition gebrochen: Anstatt in erster Linie das 6 Zoll Segment zu bedienen, verfügt des neue Lesegerät über ein 6,8 Zoll Display und ist damit merklich größer als die übliche Konkurrenz. Das macht sich auch im höheren Preis bemerkbar.

Allerdings relativiert sich dieser wieder, wenn man sich die Spezifikationen des Kobo Aura H2O ansieht: Es kommt ein E-Ink Carta Display mit einer Auflösung von 1430×1080 Pixel zum Einsatz, was in einer hohen Pixeldichte von rund 265 ppi resultiert. Außerdem ist das Gehäuse wasserdicht, sodass man auch unbesorgt in der Wanne o.ä. lesen kann.

Wie immer stellt sich aber natürlich die Frage, ob die technischen Spezifikationen am Papier sich auch in den Alltag übertragen lassen und für ein gutes Leseerlebnis sorgen. Zuletzt gab es bei einem anderen Hersteller in diesem Punkt vermehrt Probleme, weshalb ein genauerer Blick bei allen eBook Reader Neuerscheinungen Pflicht ist. Wir werfen daher auch einen genauen Blick auf das neue Kobo Gerät und verraten euch nachfolgend, ob sich der Kauf lohnt.

Kobo Aura H2O Fotogalerie

Unboxing und Verarbeitung

Dass es sich beim Kobo Aura H2O um ein nicht ganz alltägliches Gerät handelt, sieht man bereits an der Verpackungsgröße. Der 6,8 Zoll große eReader benötigt nämlich mehr Platz als die kleineren Konkurrenten. Darüber hinaus macht der Packungsaufdruck auch sofort klar, welche Besonderheit das Gerät besitzt, denn der H2O ist im Bild halb im Wasser versenkt.

Der Inhalt entspricht zum Großteil dem üblichen Umfang: eReader, Schnellstartanleitung und Micro-USB-Kabel werden mitgeliefert. Zusätzlich gibt’s außerdem ein kleines Putz- bzw. Trocknungstuch, das auch dringend nötigt ist (Stichwort Fingerabdrücke, siehe unten).

Beim Auspacken präsentiert sich der Aura H2O sofort im bekannten eleganten, minimalistischen Kobo-Look. Aufgrund der nur geringfügig veränderten Bauform erinnert das Gerät auch recht deutlich an den Vorgänger (Aura HD), wobei der gut informierte Lesefreund an der Obenflächenbeschichtung und am Bildschirmrahmen den Unterschied dennoch schnell erkennt.

Sofort als Kobo eReader erkennbar

Die erste Handhabung des eBook Readers erweist sich dabei als besonders positiv: Die Gehäusetiefe ist merklich geschrumpft (9,7 mm statt 11,7 mm) und macht sich auch recht deutlich bemerkbar. Außerdem wurde die Rückseite neu gestaltet, sodass die zum Rand hin abgeschrägten Flächen nun tatsächlich eine sinnvolle haptische Verbesserung bringen. Außerdem wackelt der Kobo Aura H2O nun nicht mehr hin und her, wenn man das Gerät auf den Rücken legt (wie das beim Aura HD der Fall war). Die rückseitige Farbe schwankt dabei je nach Beleuchtung zwischen rötlich-braun bis dunkelgrau und glänzt bei entsprechendem Lichteinfall leicht.

Auch sonst gibt’s an der Verarbeitung nichts auszusetzen: Das Gehäuse ist perfekt verarbeitet und wirklich überaus solide. Nichts knackst oder knarzt. So muss das aussehen. Bei einigen anderen Geräten hatte Kobo in dieser Hinsicht gelegentlich kleinere Probleme. Die gibt’s beim neuen eReader jedenfalls nicht mehr.

Fingerabdrücke als einziges Manko

Es gibt allerdings eine Sache, die mir am Aura H2O dennoch nicht gefällt: Die schwarz-matte Oberflächenbeschichtung an der Vorderseite ist sehr anfällig für Fingerabdrücke und fettige Spuren. Schon beim ersten Anfassen wird deutlich, dass man das Gerät öfter abwischen oder putzen muss, als dies bei vielen anderen eBook Readern der Fall ist. Kobo hatte hier in der Vergangenheit schon kein besonders glückliches Händchen, denn auch andere eReader (Touch und Glo) des Unternehmens sind in dieser Hinsicht z.T. recht empfindlich. Der H2O ist hier aber noch einen Tick empfindlicher und muss sich an dieser Stelle jedenfalls auch Kritik gefallen lassen. Das beigelegte Putztuch dürfte damit bei vielen Nutzern auch ohne Wasserkontakt häufig zur Anwendung kommen.

Natürlich muss man aber auch sagen, dass es auch schon deutlich schlimmere Geräte gab, z.B. den schwarzen Sony PRS-T1, der von Fans und Gegnern der Reihe gerne als Schminkspiegel bezeichnet wird. So schlimm ist es am Aura H2O zum Glück nicht.

Wenn man von diesem Negativpunkt absieht, dann gibt’s allerdings nichts zu meckern. Neben dem flacheren Gehäuse ist auch das Gewicht geringfügig geschrumpft. Die einhändige Handhabung ist damit letztendlich kein echtes Problem, zumal die 233 Gramm die der eBook Reader nun auf die Waage bringt gar nicht mehr so weit von diversen 6 Zöllern entfernt sind. Anders sieht es natürlich mit der Größe aus (179 x 129 x 9,7 mm), worin sich der H2O sehr deutlich und sofort sichtbar von den kleineren Mitbewerbern unterscheidet. Das kann man sowohl als Vor- und Nachteil sehen: Einerseits ist der neue Reader natürlich nicht ganz so mobil wie die meisten 6 Zöller, aber andererseits entspricht die Bildschirmdarstellung beinahe einem typischen Taschenbuch.

Wasserdichtes Gehäuse fordert Veränderungen

Die Rahmen um den Bildschirm sind ausreichend breit (ohne negativ aufzufallen), sodass man den Kobo Aura H2O problemlos anfassen kann. Wie bereits erwähnt, sind die rückseitig abgeschrägten Flächen dabei ebenfalls hilfreich, da sich die Finger passgenau auf die Schräge legen und so für ein weniger kantiges haptisches Erlebnis sorgen.

Die ungewöhnliche Optik der Rückseite entpuppt sich als haptisch sinnvolle Neuerung

Wie üblich sitzt der Bildschirm relativ zentral und mittig auf der Vorderseite. Die weiterhin in Verwendung befindliche Infrarot-Technik sorgt dafür, dass das Display relativ weit ins Gehäuse eingelassen ist. Im Gegensatz zum kleineren Kobo Aura ist die Oberfläche des H2O also nicht plan. Und auch zu den mittlerweile üblichen kapazitiven Touchscreens gibt’s sichtbare Unterschiede in der Bautiefe. Für die Handhabung ist dies zwar nur von relativ geringer Bedeutung, gelegentlich kann der tiefe Sitz allerdings dafür sorgen, dass sich bei entsprechendem Lichteinfall Schatten bilden. Das ist dank der eingebauten Beleuchtung, im Gegensatz zu früher, aber kein wirkliches Problem mehr.

Am unteren Geräterand befinden sich der Micro-USB-Anschluss und der Speicherkarteneinschub. Beides sitzt unter eine dichten Abdeckklappe, die verhindern soll, dass Wasser ins Innere des Geräts gelangt. Verständlicherweise sitzt die Abdeckung relativ stramm, ohne allerdings übertrieben fest zu sitzen. Hier hat Kobo einen guten Mittelweg gefunden, um die Handhabung nicht unnötig zu erschweren und gleichzeitig die Wasserdichtheit sicherzustellen.

Die untere Abdeckung sitzt bombenfest, lässt sich aber trotzdem problemlos öffnen

Der Einschaltknopf befindet sich am oberen Gehäuserand. Es ist gleichzeitig auch die einzige Taste am Aura H2O, denn der Knopf zur Aktivierung der Beleuchtung, wie man ihn von allen anderen Kobo Geräten kennt, wurde weggelassen (vermutlich um potentielle Fehlerquellen für die Wasserdichtheit zu eliminieren).

Unterm Strich kann der neue eBook Reader in Hinblick auf die Verarbeitung überzeugen, wenngleich ich mir ein anderes Oberflächenmaterial mit einer geringeren Anfälligkeit auf Fingerabdrücke wünschen würde. Wenn man davon absieht, dann gibt’s wirklich überhaupt nichts auszusetzen.

Ausstattung

Eines der wichtigen Alleinstellungsmerkale des Kobo Aura H2O ist zweiffellos die IP67-Zertifizierung, über die aktuell kein anderer eBook Reader verfügt. Damit ist das Gerät für bis zu 30 Minuten bei einer maximalen Tiefe von einem Meter wasserdicht. Damit einher geht natürlich auch ein entsprechender Staubschutz, womit der eReader sowohl in der Wanne als auch am Strand problemlos einsetzbar ist. Bei sandiger Umgebung muss man aber natürlich aufpassen, die Oberfläche des Geräts nicht mit den feinen aber harten Körnern zu zerkratzen, wenn man das Gerät abwischt.

Im Wasser versenkt? Überhaupt kein Problem für den H2O, solange man die untere Abdeckung für die Anschlüsse geschlossen hat

Der eReader verfügt über einen 4GB (3,16GB verfügbar) großen internen Speicher, der wie bereits erwähnt mit Hilfe einer MicroSD-Karte um bis zu 32GB erweitert werden kann. Wie alle anderen aktuell erhältlichen Kobo Geräte, verfügt auch der Aura H2O über eine eingebaute Drahtlosverbindung in Form von WLan. So kann man auf das Internet zugreifen und direkt am Gerät einkaufen. Auf eine Audiounterstützung muss man wie immer verzichten.

Display & Beleuchtung

Wenn der Testbericht bis hierhin ein wenig gehetzt gewirkt hat, dann möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen. Der Grund dafür ist aber ganz einfach: Ich konnte es kaum erwarten das Herzstück des Kobo Aura H2O zu präsentieren. Der eBook Reader nutzt E-Ink Carta Bildschirmtechnik, die man bereits vom Kindle Paperwhite, Tolino Vision und PocketBook Ultra kennt. Im Vorfeld war damit natürlich eine gute Ablesbarkeit zu erwarten, in Anbetracht der Schwankungen bei der E-Ink-Technik konnte man aber nicht wissen, wie groß der Vorteil gegenüber der weiterhin in großer Verbreitung befindlichen Pearl-Displays aber tatsächlich sein wird.

Hier liefert der Aura H2O die erste große Überraschung dieses Tests, denn der Bildschirm des Geräts ist wirklich ungeschlagen gut. Kein anderer aktuell erhältlicher eBook Reader (Stand Oktober 2014) kann mit dem neuen wasserdichten Premium-Modell mithalten.

Aber der Reihe nach: Die Auflösung des im Datenblatt messenden 6,8 Zoll Displays beträgt 1430×1080 Pixel. Damit ergibt sich eine Pixeldichte von 265 ppi. Tatsächlich zeigen meine Messungen aber eine geringfügige Abweichung von den Werksangaben – zumindest in Hinblick auf den sichtbaren Bereich. Wenn man die schmale Umrandung des Touchscreens (bzw. der Dichtung) einrechnet, dann ergibt sich eine Diagonale von ca. 6,7 Zoll (zwischen 17,1 und 17,2 Zentimeter). Die Auflösung beträgt dabei 1429×1080 Pixel, wobei die oberen 11 Pixel (wie in den Screenshots auf Seite 2 ersichtlich) geschwärzt und nicht sichtbar sind. Das macht nach Adam Riese eine sichtbare Auflösung von 1418×1080 Pixel. An der Pixeldichte von 265 ppi ändert das allerdings nichts, denn die Pixelgröße unterscheidet sich letztendlich nicht vom Vorgänger – nur der Bildschirmausschnitt ist ein wenig anders. Das Panel selbst entspricht damit den Herstellerangaben, wobei die geringfügige Abweichung für den Praxisbetrieb im Grunde irrelevant ist und hier nur der Vollständigkeit halber zur Sprache kommt. In jedem Fall handelt es sich beim Aura H2O um einen der sprichwörtlich schärfsten eBook Reader. Die kleineren 6 Zoll Geräte verfügen meist über Pixeldichten von 212 ppi.

Kontrastverhältnis und Ablesbarkeit

Soviel zur Theorie, kommen wir zur Praxis: In unserem kurzen Hands-On-Bericht, habe ich bereits vorausgeschickt, dass der Bildschirm des Kobo Aura H2O der Konkurrenz lange Beine macht. Im Klartext bedeutet das zweierlei: Das Display verfügt nicht nur über einen besonders hellen Hintergrund, sondern auch über einen sehr guten Schwarzwert.

Der neuen Messtechnik entsprechend schafft es der H2O damit auf einen Kontrastwert von 6.5:1, während es der Kindle Paperwhite „nur“ auf 6,1:1 bringt. Danach folgen PocketBook Ultra mit 5,4:1 und der Tolino Vision (erste Generation) mit 5,1:1. Die Unterschiede sind auch mit freiem Auge sehr deutlich sichtbar und auch bei fast allen sonstigen Lichtverhältnisse (die in unserem Test nicht einzeln gemessen werden) zeigt sich das Kobo Gerät von seiner besten Seite und kann die Konkurrenz z.T. recht deutlich in die Schranken weisen.

Kobo Aura H2O vs. Kindle Paperwhite

Das nachfolgende Bild zeigt den Vergleich bei identischen Beleuchtungs- und Ablichtungsbedingungen zum Kindle Paperwhite. Dabei präsentiert sich der Aura H2O besser und kann bei ähnlichen Schwarzwerten mit einem mess- und sichtbar helleren Hintergrund punkten. Anmerkung: Aufgrund der größeren Bildschirmdiagonale unterscheidet sich der Lichteinfall am H2O auf einzelnen Bereichen des Testbildes vom Kindle Paperwhite. Dies wurde in der Messung berücksichtigt.

Unter Tageslicht: Bei beiden Geräten ist die Beleuchtung deaktiviert, der Hintergrund beim Kobo Aura H2O (links) ist aber dennoch sichtbar heller als beim Kindle Paperwhite (rechts)

Kontrastverhältnis ohne Beleuchtung (höher ist besser)

  • Kobo Aura H2O 6.5:1
  • Kindle Paperwhite 2 6.1:1
  • PocketBook Ultra 5.4:1
  • Tolino Vision 5.1:1
  • PocketBook Touch Lux 2 4.8:1

Während der Schwarzton im Grunde gleich gut ist wie am Kindle Paperwhite, ergibt sich durch die rund 5-7 Prozent helleren Bildschirmhintergrund ein besseres Kontrastverhältnis. Wie bereits im Hands-On-Bereicht erwähnt, ist der Unterschied zum Amazon Konkurrenten nicht riesengroß, aber eben doch sichtbar. Viel deutlicher wird das allerdings, wenn man einen vergleichenden Blick auf die restlichen Konkurrenzprodukte wirft – insbesondere wenn man einen Vergleich zur weit verbreiteten Pearl-Technik anstellt. Hier kann sich der Aura H2O deutlich absetzen.

Beim Ghostingverhalten liegt der eReader am üblichen Niveau – nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Offenbar kommt dieses Mal keine Wellenform- oder Regal-Technik zum Einsatz, denn die (einstellbare) Seitenaktualisierung wird spätestens nach jedem sechsten Blättervorgang vorgenommen. Wenn man sich ehrlich ist, dann sah das auf in dieser Hinsicht vermeintlich besseren Displays von Paperwhite und Vision aber recht ähnlich aus. Besonders der Tolino eReader zeigte in unserem Test eine auffällige Neigung zum Ghosting.

Beide mit deaktivierter Beleuchtung: H2O mit E-Ink Carta, Boox T68 mit Pearl

Dass ein guter Carta-Bildschirm nur bedingt hilfreich ist, wenn die Beleuchtung nicht auf einem ähnlich hohen Niveau liegt, musste erst kürzlich PocketBook mit dem Ultra erfahren. Beim Kobo Aura H2O wiederholt sich dieses Bild zum Glück nicht: Der wasserdichte Premium eBook Reader macht beleuchtet einen ebenso guten Eindruck wie unbeleuchtet. Das Kontrastverhältnis mit voll aktivierter Beleuchtung liegt über dem jedes anderen Geräts das wir bisher getestet haben, was einerseits an der etwas höheren Helligkeit liegt und andererseits am sich kaum verschlechternden Schwarzwert. Damit kann sich der H2O auch bei diesem Punkt von der Konkurrenz absetzen.

Kontrastverhältnis mit voller Helligkeit (höher ist besser)

  • Kobo Aura H2O 10:1
  • PocketBook Touch Lux 2 9.4:1
  • Kindle Paperwhite 2 9.0:1
  • Tolino Vision 6.5:1
  • PocketBook Ultra 4.9:1

Schwarzton bei 40 cd/m² (niedriger ist besser)

  • Kobo Aura H2O 2
  • Kindle Paperwhite 2 2
  • PocketBook Touch Lux 2 2
  • Tolino Vision 5
  • PocketBook Ultra 6

Wenn man den Schwarzton bei ähnlicher Helligkeitseinstellung misst, dann relativiert sich der Vorsprung allerdings wieder ein wenig, denn hier ist der Unterschied zur Konkurrenz mit freiem Auge kaum sichtbar. Niedrigere Beleuchtungsstufen kommen üblicherweise in vollständig abgedunkelten Umgebungen zur Anwendung.

Dass es in dieser Hinsicht keine großen Unterschiede gibt, soll allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der neue Kobo eBook Reader die Konkurrenz in Hinblick auf den Kontrast in allen Bereichen hinter sich lässt. Der Aura H2O ist damit jedenfalls die neue Referenz am E-Ink Markt, an der sich zukünftige Lesegeräte messen lassen müssen.

Beleuchtung und Bildschirmhelligkeit

Auch bei der Helligkeitseinstellung kann der H2O überzeugen und liefert sowohl was die höchste Stufe als auch die Mindesteinstellung angeht, überzeugende Werte. Mit maximal 99 cd/m² liegt der Kobo eReader über den meisten Konkurrenten (allerdings nicht ganz am Niveau der hauseigenen 6 Zöller) und sorgt gleichzeitig mit einem geringen Mindestwert von 1,2 cd/m² dafür, dass man auch bei absoluter Dunkelheit nicht vom Bildschirm geblendet wird.

Maximale Bildschirmhelligkeit in cd/m² (höher ist besser)

  • Kobo Glo 121
  • Kobo Aura 112
  • Kobo Aura H2O 99
  • PocketBook Touch Lux 2 96
  • Kindle Paperwhite 2 91
  • Tolino Shine 41
  • PocketBook Ultra 40
  • PocketBook Touch Lux 38
  • Icarus Illumina HD 36

 

Minimale Bildschirmhelligkeit in cd/m² (niedriger ist besser)

  • Kobo Glo 4
  • Icarus Illumina HD 3.2
  • Tolino Shine 2.4
  • PocketBook Ultra 2
  • PocketBook Color Lux 2
  • Kobo Aura H2O 1.2
  • PocketBook Touch Lux 1.2
  • Kobo Aura 1.2
  • PocketBook Touch Lux 2 1.1
  • Kindle Paperwhite (2013) 0.2

Ein wichtiger Punkt ist dabei natürlich auch die Ausleuchtung des Displays. Und auch hier hat Kobo (oder die E-Ink Holdings) ganz eindeutig an den richtigen Schrauben gedreht. Das Licht verteilt sich sehr gleichmäßig über den gesamten Bildschirm und kann sogar den hervorragenden Kindle Paperwhite hinter sich lassen. Lediglich am unteren Bildschirmrand gibt es eine minimale, gleichmäßige Schattenbildung, die allerdings nicht ins Gewicht fällt und den Lesefluss in keinster Weise stört. Es sieht sogar fast so aus, als ob der sanfte Helligkeitsverlauf absichtlich eingebaut wurde.

Beleuchtungen des H2O und Paperwhite im Vergleich

Die Beleuchtung des Kobo Aura H2O kann selbst den hervorragenden Kindle Paperwhite überbieten

Einen vertikalen Farbverlauf über den ganzen Bildschirm, wie der beim Kobo Aura HD schwach sichtbar war und auch bei vielen Konkurrenzprodukten immer wieder auftritt, findet sicht am Aura H2O nicht. Am oberen Bildschirmrand gibt’s zwar einen minimalen Verlauf, der allerdings nicht störend auffällt (und eigentlich nur sichtbar ist, wenn man danach sucht). Den hat der Paperwhite übrigens auch (siehe Foto) und lässt sich technologiebedingt vermutlich kaum völlig verhindern.

Die Farbtemperatur ist sehr neutral, ohne auffällig in irgendeine Richtung zu steuern. Somit wirkt der Bildschirm mit aktivierter Beleuchtung wirklich papierweiß, womit sich nicht nur der Paperwhite mit diesem Attribut schmücken darf.

Die Helligkeit kann stufenlos entweder mittels Onscreen-Schieberegler eingestellt werden, oder indem man einen Finger am linken Bildschirmrand nach oben oder unten zieht. Da der Hardwareknopf zur Aktivierung des Lichts weggefallen ist, entpuppt sich besonders die neue Geste zur Steuerung als netter, intuitiv nützlicher Bonus.

Sehr gleichmäßige Ausleuchtung des Bildschirms, auch wenn man die Belichtungseinstellungen der Kamera und die Kontrastwerte des Bildes verändert. Sowas sieht man nicht oft!

Infrarot-Touchscreen

Die Bedienung des Kobo Aura H2O erfolgt ausschließlich über den Infrarot-Touchscreen. Damit ist der neue eReader einer der wenigen, der weiterhin auf diese Technik setzt. Die meisten anderen Hersteller haben mittlerweile auf die günstigeren kapazitiven Touchscreens gewechselt, was allerdings in Hinblick auf die Ablesbarkeit nicht immer von Vorteil ist.

Ein kapazitiver Touchscreen erfordert nämlich, dass auf dem E-Ink Bildschirm noch eine weitere Plastikschicht angebracht wird, die den Bildschirm meist geringfügig abdunkelt. Besonders am kleineren Kobo Aura ist dieser Effekt aufgrund des sichtbaren Sensorgitters recht deutlich zutage getreten.

Dass der H2O weiterhin auf die unsichtbare Infrarot-Sensoren setzt, sorgt vermutlich auch für die beschriebene hervorragende Abbildleistung. Allerdings muss man dafür auch den deutlich im Gehäuse vertieften Bildschirm in Kauf nehmen, was (wie bereits erwähnt) bei ungünstigem externen Lichteinfall eine Schattenbildung an den Bildschirmrändern zur Folge hat. Dank der eingebauten Beleuchtung lässt sich dieser kleine Nachteil allerdings relativ problemlos kompensieren und fällt im Alltag somit nicht ins Gewicht.

Die Empfindlichkeit des Touchscreens ist wie gewohnt sehr gut, sodass ein leichtes Antippen des Displays reicht, um eine Aktion auszulösen. Auffällig ist bei der erstmaligen Inbetriebnahme, die glatte Beschaffenheit der Bildschirmoberfläche. Viele eBook Reader besitzen eine leicht angerauhte, haptisch ein wenig an Papier erinnernte Oberfläche. Das ist beim Aura H2O nicht der Fall, was zumindest für mich anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig war. Die Glätte sorgt auch dafür, dass Fingerabdrücke am Bildschirm etwas auffälliger sind als bei anderen Geräten. Im Gegensatz zur Gehäuseoberfläche bewegt sich das allerdings noch im Rahmen und stört den somit Betrieb nicht.

Sollte der Bildschirm nass werden, wird dies vom Gerät erkannt und mit einer entsprechenden Meldung darauf hingewiesen. In dem Fall wischt man das Wasser einfach ab, klickt tie Meldung weg und kann einfach weiterlesen als ob nichts gewesen wäre.

Hat man den eReader wieder aus dem Wasser gefischt, sollte man ihn trocken wischen

An zwei verschiedenen Kobo Aura H2O waren keinerlei Verarbeitungsmängel bei Beleuchtung oder Display festzustellen (tote Pixel, Lichtpunkte etc.).

Zwischenfazit

Als der Kindle Paperwhite mit dem sichtbar besseren E-Ink Carta Bildschirm bereits vor rund einem Jahr auf den Markt gekommen ist, habe ich mich bereits auf nachfolgende Konkurrenzprodukte gefreut, die ebenfalls die merklich bessere Ablesbarkeit bieten würden. Die große Vorfreude ist beim Erscheinen der entsprechenden Geräte aber viel zu oft Enttäuschung gewichen, denn andere Hersteller konnten Amazon in dieser Hinsicht nicht das Wasser reichen.

Im Vorfeld zum Start des Kobo Aura H2O habe ich meine Erwartungen an das Display daher ein wenig zurückgeschraubt und bin im Grunde von einer (natürlich sehr guten (!), aber nicht im Paperwhite-Bereich befindlichen) Abbildleistung am Niveau der restlichen Amazon-Konkurrenz ausgegangen.

Glücklicherweise wurden meine Erwartungen dieses Mal aber deutlich übertroffen, denn das neue Kobo Lesegerät entpuppt sich in Hinblick auf den Bildschirm als echter Knaller. Kein anderer eBook Reader bietet eine solch gute Ablesbarkeit – sowohl ohne als auch mit Beleuchtung. Auch wenn man an dieser Stelle natürlich nochmal betonen muss, dass der Unterschied zum ohnehin schon am hohen Niveau operierenden Kindle Paperwhite nicht riesig ist, der Vorteil für den Aura H2O ist dennoch nicht von der Hand zu weisen. Damit ist der H2O jedenfalls die neue Referenz am eBook Reader Markt, an dem sich zukünftige Geräte messen lassen müssen.


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