Kobo Aura H2O

Mit dem wasserdichten Aura H2O hat Kobo die Herzen vieler digitaler Leseratten erobert. Was zeichnet den eReader aus?

Steckbrief

Der Kobo Aura H2O war definitiv die größte Überraschung des eReading-Jahres 2014. In unserem Test präsentierte sich der Aura H2O mit dem aktuell besten E-Ink Bildschirm am Markt (was auch weiterhin für 2016 gilt!). Dank satt schwarzer Schrift und auffällig hellem Displayhintergrund ist die Ablesbarkeit auch ohne aktivierte Beleuchtung ausgezeichnet. So nah an eine gedruckte Buchseite kam bisher noch kein anderer eBook Reader.

Aber es kommt noch besser: Das eingebaute Licht verteilt sich sehr gleichmäßig über das Display. Auch der Kontrast verbessert sich. Diese Kombination aus hohen Kontrastwerten und einer homogenen Ausleuchtung gelingt aktuell keinem anderen Gerät so gut wie dem H2O.

Mit einer Pixeldichte von 265 ppi ist die Schrift jedoch nicht so scharf wie bei den kleineren 300 ppi Modellen. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau, denn der Unterschied fällt nur im direkten Vergleich auf. Für sich genommen gibt es an der Textschärfe absolut nichts auszusetzen. Ein weiterer Bonus des Geräts ist die größere Bildschirmdiagonale. Mit 6,8 Zoll ist die Anzeigefläche in etwa so groß wie bei einem Taschenbuch. Dadurch passt mehr Text auf eine Seite und man muss seltener umblättern.

Den Namen verdankt der Kobo Aura H2O dem eingebauten Wasserschutz. Das Gerät ist wasserdicht und besitzt sogar eine IP67-Zertifizierung. Im Gegensatz zum Tolino Vision 3 HD ist auch eine Speicherkartenerweiterung mit dabei.

Aber nicht nur die Hardware überzeugt, auch die Software ist sehr gut und dank laufender Weiterentwicklungen immer am neuesten Stand. Die Bedienung funktioniert schnell, einfach und übersichtlich. Kobo besitzt weiterhin die besten Optionen zur Textanpassung und bietet insgesamt einen großen Funktionsumfang.

Vor- und Nachteile

  • Bestes E-Paper Display
  • Große 6,8 Zoll Anzeigefläche
  • Hervorragende Kontrastwerte
  • Infrarot Touchscreen
  • Intuitive Bedienung
  • Sehr scharfe Schrift
  • Umfangreiche Schriftbildoptionen
  • Wasserdicht
  • Registrierungszwang

Zusammenfassung

Der Kobo Aura H2O besitzt das beste E-Paper Display. Punkt. Der kleine Nachteil in der geringeren Textschärfe (im Vergleich zu den 300 ppi Modellen) ist vernachlässigbar. Die hervorragenden Kontrastwerte und die gleichmäßige Ausleuchtung suchen ihresgleichen. In Kombination mit der soliden Software und dem eingebauten Wasserschutz ergibt sich trotz der etwas höheren Anschaffungskosten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Technikverliebten Leseratten, die den besten Kontrast suchen, kann man eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. All jene die weniger Geld ausgeben möchten können auch einen Blick auf Kobo Glo HD, Kindle Paperwhite oder Tolino Shine 2 HD werfen.

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Abruf der Informationen: 15.12.2017 8:19:22. Die Preise werden regelmäßig aktualisiert. Alle Angaben dieses Preisvergleichs sind ohne Gewähr.

Videotest

Testbericht

Nach mehreren Leaks wurde der Kobo Aura H2O Ende August vorgestellt, wobei der offizielle Verkaufsstart rund einen Monat später am 1. Oktober erfolgt ist. Mit dem Start des eBook Readers hat Kobo mit einer bis dahin üblichen Tradition gebrochen: Anstatt in erster Linie das 6 Zoll Segment zu bedienen, verfügt des neue Lesegerät über ein 6,8 Zoll Display und ist damit merklich größer als die übliche Konkurrenz. Das macht sich auch im höheren Preis bemerkbar.

Allerdings relativiert sich dieser wieder, wenn man sich die Spezifikationen des Kobo Aura H2O ansieht: Es kommt ein E-Ink Carta Display mit einer Auflösung von 1430×1080 Pixel zum Einsatz, was in einer hohen Pixeldichte von rund 265 ppi resultiert. Außerdem ist das Gehäuse wasserdicht, sodass man auch unbesorgt in der Wanne o.ä. lesen kann.

Wie immer stellt sich aber natürlich die Frage, ob die technischen Spezifikationen am Papier sich auch in den Alltag übertragen lassen und für ein gutes Leseerlebnis sorgen. Zuletzt gab es bei einem anderen Hersteller in diesem Punkt vermehrt Probleme, weshalb ein genauerer Blick bei allen eBook Reader Neuerscheinungen Pflicht ist. Wir werfen daher auch einen genauen Blick auf das neue Kobo Gerät und verraten euch nachfolgend, ob sich der Kauf lohnt.

Unboxing und Verarbeitung

Dass es sich beim Kobo Aura H2O um ein nicht ganz alltägliches Gerät handelt, sieht man bereits an der Verpackungsgröße. Der 6,8 Zoll große eReader benötigt nämlich mehr Platz als die kleineren Konkurrenten. Darüber hinaus macht der Packungsaufdruck auch sofort klar, welche Besonderheit das Gerät besitzt, denn der H2O ist im Bild halb im Wasser versenkt.

Der Inhalt entspricht zum Großteil dem üblichen Umfang: eReader, Schnellstartanleitung und Micro-USB-Kabel werden mitgeliefert. Zusätzlich gibt’s außerdem ein kleines Putz- bzw. Trocknungstuch, das auch dringend nötigt ist (Stichwort Fingerabdrücke, siehe unten).

Beim Auspacken präsentiert sich der Aura H2O sofort im bekannten eleganten, minimalistischen Kobo-Look. Aufgrund der nur geringfügig veränderten Bauform erinnert das Gerät auch recht deutlich an den Vorgänger (Aura HD), wobei der gut informierte Lesefreund an der Obenflächenbeschichtung und am Bildschirmrahmen den Unterschied dennoch schnell erkennt.

Sofort als Kobo eReader erkennbar

Die erste Handhabung des eBook Readers erweist sich dabei als besonders positiv: Die Gehäusetiefe ist merklich geschrumpft (9,7 mm statt 11,7 mm) und macht sich auch recht deutlich bemerkbar. Außerdem wurde die Rückseite neu gestaltet, sodass die zum Rand hin abgeschrägten Flächen nun tatsächlich eine sinnvolle haptische Verbesserung bringen. Außerdem wackelt der Kobo Aura H2O nun nicht mehr hin und her, wenn man das Gerät auf den Rücken legt (wie das beim Aura HD der Fall war). Die rückseitige Farbe schwankt dabei je nach Beleuchtung zwischen rötlich-braun bis dunkelgrau und glänzt bei entsprechendem Lichteinfall leicht.

Auch sonst gibt’s an der Verarbeitung nichts auszusetzen: Das Gehäuse ist perfekt verarbeitet und wirklich überaus solide. Nichts knackst oder knarzt. So muss das aussehen. Bei einigen anderen Geräten hatte Kobo in dieser Hinsicht gelegentlich kleinere Probleme. Die gibt’s beim neuen eReader jedenfalls nicht mehr.

Fingerabdrücke als einziges Manko

Es gibt allerdings eine Sache, die mir am Aura H2O dennoch nicht gefällt: Die schwarz-matte Oberflächenbeschichtung an der Vorderseite ist sehr anfällig für Fingerabdrücke und fettige Spuren. Schon beim ersten Anfassen wird deutlich, dass man das Gerät öfter abwischen oder putzen muss, als dies bei vielen anderen eBook Readern der Fall ist. Kobo hatte hier in der Vergangenheit schon kein besonders glückliches Händchen, denn auch andere eReader (Touch und Glo) des Unternehmens sind in dieser Hinsicht z.T. recht empfindlich. Der H2O ist hier aber noch einen Tick empfindlicher und muss sich an dieser Stelle jedenfalls auch Kritik gefallen lassen. Das beigelegte Putztuch dürfte damit bei vielen Nutzern auch ohne Wasserkontakt häufig zur Anwendung kommen.

Natürlich muss man aber auch sagen, dass es auch schon deutlich schlimmere Geräte gab, z.B. den schwarzen Sony PRS-T1, der von Fans und Gegnern der Reihe gerne als Schminkspiegel bezeichnet wird. So schlimm ist es am Aura H2O zum Glück nicht.

Wenn man von diesem Negativpunkt absieht, dann gibt’s allerdings nichts zu meckern. Neben dem flacheren Gehäuse ist auch das Gewicht geringfügig geschrumpft. Die einhändige Handhabung ist damit letztendlich kein echtes Problem, zumal die 233 Gramm die der eBook Reader nun auf die Waage bringt gar nicht mehr so weit von diversen 6 Zöllern entfernt sind. Anders sieht es natürlich mit der Größe aus (179 x 129 x 9,7 mm), worin sich der H2O sehr deutlich und sofort sichtbar von den kleineren Mitbewerbern unterscheidet. Das kann man sowohl als Vor- und Nachteil sehen: Einerseits ist der neue Reader natürlich nicht ganz so mobil wie die meisten 6 Zöller, aber andererseits entspricht die Bildschirmdarstellung beinahe einem typischen Taschenbuch.

Wasserdichtes Gehäuse fordert Veränderungen

Die Rahmen um den Bildschirm sind ausreichend breit (ohne negativ aufzufallen), sodass man den Kobo Aura H2O problemlos anfassen kann. Wie bereits erwähnt, sind die rückseitig abgeschrägten Flächen dabei ebenfalls hilfreich, da sich die Finger passgenau auf die Schräge legen und so für ein weniger kantiges haptisches Erlebnis sorgen.

Die ungewöhnliche Optik der Rückseite entpuppt sich als haptisch sinnvolle Neuerung

Wie üblich sitzt der Bildschirm relativ zentral und mittig auf der Vorderseite. Die weiterhin in Verwendung befindliche Infrarot-Technik sorgt dafür, dass das Display relativ weit ins Gehäuse eingelassen ist. Im Gegensatz zum kleineren Kobo Aura ist die Oberfläche des H2O also nicht plan. Und auch zu den mittlerweile üblichen kapazitiven Touchscreens gibt’s sichtbare Unterschiede in der Bautiefe. Für die Handhabung ist dies zwar nur von relativ geringer Bedeutung, gelegentlich kann der tiefe Sitz allerdings dafür sorgen, dass sich bei entsprechendem Lichteinfall Schatten bilden. Das ist dank der eingebauten Beleuchtung, im Gegensatz zu früher, aber kein wirkliches Problem mehr.

Am unteren Geräterand befinden sich der Micro-USB-Anschluss und der Speicherkarteneinschub. Beides sitzt unter eine dichten Abdeckklappe, die verhindern soll, dass Wasser ins Innere des Geräts gelangt. Verständlicherweise sitzt die Abdeckung relativ stramm, ohne allerdings übertrieben fest zu sitzen. Hier hat Kobo einen guten Mittelweg gefunden, um die Handhabung nicht unnötig zu erschweren und gleichzeitig die Wasserdichtheit sicherzustellen.

Die untere Abdeckung sitzt bombenfest, lässt sich aber trotzdem problemlos öffnen

Der Einschaltknopf befindet sich am oberen Gehäuserand. Es ist gleichzeitig auch die einzige Taste am Aura H2O, denn der Knopf zur Aktivierung der Beleuchtung, wie man ihn von allen anderen Kobo Geräten kennt, wurde weggelassen (vermutlich um potentielle Fehlerquellen für die Wasserdichtheit zu eliminieren).

Unterm Strich kann der neue eBook Reader in Hinblick auf die Verarbeitung überzeugen, wenngleich ich mir ein anderes Oberflächenmaterial mit einer geringeren Anfälligkeit auf Fingerabdrücke wünschen würde. Wenn man davon absieht, dann gibt’s wirklich überhaupt nichts auszusetzen.

Im März 2015 haben wir den Versuch gewagt und den eBook Reader in einem Eisblock eingefroren:

Ausstattung

Eines der wichtigen Alleinstellungsmerkale des Kobo Aura H2O ist zweiffellos die IP67-Zertifizierung, über die aktuell kein anderer eBook Reader verfügt. Damit ist das Gerät für bis zu 30 Minuten bei einer maximalen Tiefe von einem Meter wasserdicht. Damit einher geht natürlich auch ein entsprechender Staubschutz, womit der eReader sowohl in der Wanne als auch am Strand problemlos einsetzbar ist. Bei sandiger Umgebung muss man aber natürlich aufpassen, die Oberfläche des Geräts nicht mit den feinen aber harten Körnern zu zerkratzen, wenn man das Gerät abwischt.

Im Wasser versenkt? Überhaupt kein Problem für den H2O, solange man die untere Abdeckung für die Anschlüsse geschlossen hat

Der eReader verfügt über einen 4GB (3,16GB verfügbar) großen internen Speicher, der wie bereits erwähnt mit Hilfe einer MicroSD-Karte um bis zu 32GB erweitert werden kann. Wie alle anderen aktuell erhältlichen Kobo Geräte, verfügt auch der Aura H2O über eine eingebaute Drahtlosverbindung in Form von WLan. So kann man auf das Internet zugreifen und direkt am Gerät einkaufen. Auf eine Audiounterstützung muss man wie immer verzichten.

Display & Beleuchtung

Wenn der Testbericht bis hierhin ein wenig gehetzt gewirkt hat, dann möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen. Der Grund dafür ist aber ganz einfach: Ich konnte es kaum erwarten das Herzstück des Kobo Aura H2O zu präsentieren. Der eBook Reader nutzt E-Ink Carta Bildschirmtechnik, die man bereits vom Kindle Paperwhite, Tolino Vision und PocketBook Ultra kennt. Im Vorfeld war damit natürlich eine gute Ablesbarkeit zu erwarten, in Anbetracht der Schwankungen bei der E-Ink-Technik konnte man aber nicht wissen, wie groß der Vorteil gegenüber der weiterhin in großer Verbreitung befindlichen Pearl-Displays aber tatsächlich sein wird.

Hier liefert der Aura H2O die erste große Überraschung dieses Tests, denn der Bildschirm des Geräts ist wirklich ungeschlagen gut. Kein anderer aktuell erhältlicher eBook Reader (Stand Oktober 2014) kann mit dem neuen wasserdichten Premium-Modell mithalten.

Aber der Reihe nach: Die Auflösung des im Datenblatt messenden 6,8 Zoll Displays beträgt 1430×1080 Pixel. Damit ergibt sich eine Pixeldichte von 265 ppi. Tatsächlich zeigen meine Messungen aber eine geringfügige Abweichung von den Werksangaben – zumindest in Hinblick auf den sichtbaren Bereich. Wenn man die schmale Umrandung des Touchscreens (bzw. der Dichtung) einrechnet, dann ergibt sich eine Diagonale von ca. 6,7 Zoll (zwischen 17,1 und 17,2 Zentimeter). Die Auflösung beträgt dabei 1429×1080 Pixel, wobei die oberen 11 Pixel (wie in den Screenshots auf Seite 2 ersichtlich) geschwärzt und nicht sichtbar sind. Das macht nach Adam Riese eine sichtbare Auflösung von 1418×1080 Pixel. An der Pixeldichte von 265 ppi ändert das allerdings nichts, denn die Pixelgröße unterscheidet sich letztendlich nicht vom Vorgänger – nur der Bildschirmausschnitt ist ein wenig anders. Das Panel selbst entspricht damit den Herstellerangaben, wobei die geringfügige Abweichung für den Praxisbetrieb im Grunde irrelevant ist und hier nur der Vollständigkeit halber zur Sprache kommt. In jedem Fall handelt es sich beim Aura H2O um einen der sprichwörtlich schärfsten eBook Reader. Die kleineren 6 Zoll Geräte verfügen meist über Pixeldichten von 212 ppi.

Kontrastverhältnis und Ablesbarkeit

Soviel zur Theorie, kommen wir zur Praxis: In unserem kurzen Hands-On-Bericht, habe ich bereits vorausgeschickt, dass der Bildschirm des Kobo Aura H2O der Konkurrenz lange Beine macht. Im Klartext bedeutet das zweierlei: Das Display verfügt nicht nur über einen besonders hellen Hintergrund, sondern auch über einen sehr guten Schwarzwert.

Der neuen Messtechnik entsprechend schafft es der H2O damit auf einen Kontrastwert von 6.5:1, während es der Kindle Paperwhite „nur“ auf 6,1:1 bringt. Danach folgen PocketBook Ultra mit 5,4:1 und der Tolino Vision (erste Generation) mit 5,1:1. Die Unterschiede sind auch mit freiem Auge sehr deutlich sichtbar und auch bei fast allen sonstigen Lichtverhältnisse (die in unserem Test nicht einzeln gemessen werden) zeigt sich das Kobo Gerät von seiner besten Seite und kann die Konkurrenz z.T. recht deutlich in die Schranken weisen.

Kobo Aura H2O vs. Kindle Paperwhite

Das nachfolgende Bild zeigt den Vergleich bei identischen Beleuchtungs- und Ablichtungsbedingungen zum Kindle Paperwhite. Dabei präsentiert sich der Aura H2O besser und kann bei ähnlichen Schwarzwerten mit einem mess- und sichtbar helleren Hintergrund punkten. Anmerkung: Aufgrund der größeren Bildschirmdiagonale unterscheidet sich der Lichteinfall am H2O auf einzelnen Bereichen des Testbildes vom Kindle Paperwhite. Dies wurde in der Messung berücksichtigt.

Unter Tageslicht: Bei beiden Geräten ist die Beleuchtung deaktiviert, der Hintergrund beim Kobo Aura H2O (links) ist aber dennoch sichtbar heller als beim Kindle Paperwhite (rechts)

Kontrastverhältnis ohne Beleuchtung (höher ist besser)

  • Kobo Aura H2O 6.5:1
  • Kindle Paperwhite 2 6.1:1
  • PocketBook Ultra 5.4:1
  • Tolino Vision 5.1:1
  • PocketBook Touch Lux 2 4.8:1

Während der Schwarzton im Grunde gleich gut ist wie am Kindle Paperwhite, ergibt sich durch die rund 5-7 Prozent helleren Bildschirmhintergrund ein besseres Kontrastverhältnis. Wie bereits im Hands-On-Bereicht erwähnt, ist der Unterschied zum Amazon Konkurrenten nicht riesengroß, aber eben doch sichtbar. Viel deutlicher wird das allerdings, wenn man einen vergleichenden Blick auf die restlichen Konkurrenzprodukte wirft – insbesondere wenn man einen Vergleich zur weit verbreiteten Pearl-Technik anstellt. Hier kann sich der Aura H2O deutlich absetzen.

Beim Ghostingverhalten liegt der eReader am üblichen Niveau – nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Offenbar kommt dieses Mal keine Wellenform- oder Regal-Technik zum Einsatz, denn die (einstellbare) Seitenaktualisierung wird spätestens nach jedem sechsten Blättervorgang vorgenommen. Wenn man sich ehrlich ist, dann sah das auf in dieser Hinsicht vermeintlich besseren Displays von Paperwhite und Vision aber recht ähnlich aus. Besonders der Tolino eReader zeigte in unserem Test eine auffällige Neigung zum Ghosting.

Beide mit deaktivierter Beleuchtung: H2O mit E-Ink Carta, Boox T68 mit Pearl

Dass ein guter Carta-Bildschirm nur bedingt hilfreich ist, wenn die Beleuchtung nicht auf einem ähnlich hohen Niveau liegt, musste erst kürzlich PocketBook mit dem Ultra erfahren. Beim Kobo Aura H2O wiederholt sich dieses Bild zum Glück nicht: Der wasserdichte Premium eBook Reader macht beleuchtet einen ebenso guten Eindruck wie unbeleuchtet. Das Kontrastverhältnis mit voll aktivierter Beleuchtung liegt über dem jedes anderen Geräts das wir bisher getestet haben, was einerseits an der etwas höheren Helligkeit liegt und andererseits am sich kaum verschlechternden Schwarzwert. Damit kann sich der H2O auch bei diesem Punkt von der Konkurrenz absetzen.

Kontrastverhältnis mit voller Helligkeit (höher ist besser)

  • Kobo Aura H2O 10:1
  • PocketBook Touch Lux 2 9.4:1
  • Kindle Paperwhite 2 9.0:1
  • Tolino Vision 6.5:1
  • PocketBook Ultra 4.9:1

Schwarzton bei 40 cd/m² (niedriger ist besser)

  • Kobo Aura H2O 2
  • Kindle Paperwhite 2 2
  • PocketBook Touch Lux 2 2
  • Tolino Vision 5
  • PocketBook Ultra 6

Wenn man den Schwarzton bei ähnlicher Helligkeitseinstellung misst, dann relativiert sich der Vorsprung allerdings wieder ein wenig, denn hier ist der Unterschied zur Konkurrenz mit freiem Auge kaum sichtbar. Niedrigere Beleuchtungsstufen kommen üblicherweise in vollständig abgedunkelten Umgebungen zur Anwendung.

Dass es in dieser Hinsicht keine großen Unterschiede gibt, soll allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der neue Kobo eBook Reader die Konkurrenz in Hinblick auf den Kontrast in allen Bereichen hinter sich lässt. Der Aura H2O ist damit jedenfalls die neue Referenz am E-Ink Markt, an der sich zukünftige Lesegeräte messen lassen müssen.

Beleuchtung und Bildschirmhelligkeit

Auch bei der Helligkeitseinstellung kann der H2O überzeugen und liefert sowohl was die höchste Stufe als auch die Mindesteinstellung angeht, überzeugende Werte. Mit maximal 99 cd/m² liegt der Kobo eReader über den meisten Konkurrenten (allerdings nicht ganz am Niveau der hauseigenen 6 Zöller) und sorgt gleichzeitig mit einem geringen Mindestwert von 1,2 cd/m² dafür, dass man auch bei absoluter Dunkelheit nicht vom Bildschirm geblendet wird.

Maximale Bildschirmhelligkeit in cd/m² (höher ist besser)

  • Kobo Glo 121
  • Kobo Aura 112
  • Kobo Aura H2O 99
  • PocketBook Touch Lux 2 96
  • Kindle Paperwhite 2 91
  • Tolino Shine 41
  • PocketBook Ultra 40
  • PocketBook Touch Lux 38
  • Icarus Illumina HD 36

 

Minimale Bildschirmhelligkeit in cd/m² (niedriger ist besser)

  • Kobo Glo 4
  • Icarus Illumina HD 3.2
  • Tolino Shine 2.4
  • PocketBook Ultra 2
  • PocketBook Color Lux 2
  • Kobo Aura H2O 1.2
  • PocketBook Touch Lux 1.2
  • Kobo Aura 1.2
  • PocketBook Touch Lux 2 1.1
  • Kindle Paperwhite (2013) 0.2

Ein wichtiger Punkt ist dabei natürlich auch die Ausleuchtung des Displays. Und auch hier hat Kobo (oder die E-Ink Holdings) ganz eindeutig an den richtigen Schrauben gedreht. Das Licht verteilt sich sehr gleichmäßig über den gesamten Bildschirm und kann sogar den hervorragenden Kindle Paperwhite hinter sich lassen. Lediglich am unteren Bildschirmrand gibt es eine minimale, gleichmäßige Schattenbildung, die allerdings nicht ins Gewicht fällt und den Lesefluss in keinster Weise stört. Es sieht sogar fast so aus, als ob der sanfte Helligkeitsverlauf absichtlich eingebaut wurde.

Beleuchtungen des H2O und Paperwhite im Vergleich

Die Beleuchtung des Kobo Aura H2O kann selbst den hervorragenden Kindle Paperwhite überbieten

Einen vertikalen Farbverlauf über den ganzen Bildschirm, wie der beim Kobo Aura HD schwach sichtbar war und auch bei vielen Konkurrenzprodukten immer wieder auftritt, findet sicht am Aura H2O nicht. Am oberen Bildschirmrand gibt’s zwar einen minimalen Verlauf, der allerdings nicht störend auffällt (und eigentlich nur sichtbar ist, wenn man danach sucht). Den hat der Paperwhite übrigens auch (siehe Foto) und lässt sich technologiebedingt vermutlich kaum völlig verhindern.

Die Farbtemperatur ist sehr neutral, ohne auffällig in irgendeine Richtung zu steuern. Somit wirkt der Bildschirm mit aktivierter Beleuchtung wirklich papierweiß, womit sich nicht nur der Paperwhite mit diesem Attribut schmücken darf.

Die Helligkeit kann stufenlos entweder mittels Onscreen-Schieberegler eingestellt werden, oder indem man einen Finger am linken Bildschirmrand nach oben oder unten zieht. Da der Hardwareknopf zur Aktivierung des Lichts weggefallen ist, entpuppt sich besonders die neue Geste zur Steuerung als netter, intuitiv nützlicher Bonus.

Sehr gleichmäßige Ausleuchtung des Bildschirms, auch wenn man die Belichtungseinstellungen der Kamera und die Kontrastwerte des Bildes verändert. Sowas sieht man nicht oft!

Infrarot-Touchscreen

Die Bedienung des Kobo Aura H2O erfolgt ausschließlich über den Infrarot-Touchscreen. Damit ist der neue eReader einer der wenigen, der weiterhin auf diese Technik setzt. Die meisten anderen Hersteller haben mittlerweile auf die günstigeren kapazitiven Touchscreens gewechselt, was allerdings in Hinblick auf die Ablesbarkeit nicht immer von Vorteil ist.

Ein kapazitiver Touchscreen erfordert nämlich, dass auf dem E-Ink Bildschirm noch eine weitere Plastikschicht angebracht wird, die den Bildschirm meist geringfügig abdunkelt. Besonders am kleineren Kobo Aura ist dieser Effekt aufgrund des sichtbaren Sensorgitters recht deutlich zutage getreten.

Dass der H2O weiterhin auf die unsichtbare Infrarot-Sensoren setzt, sorgt vermutlich auch für die beschriebene hervorragende Abbildleistung. Allerdings muss man dafür auch den deutlich im Gehäuse vertieften Bildschirm in Kauf nehmen, was (wie bereits erwähnt) bei ungünstigem externen Lichteinfall eine Schattenbildung an den Bildschirmrändern zur Folge hat. Dank der eingebauten Beleuchtung lässt sich dieser kleine Nachteil allerdings relativ problemlos kompensieren und fällt im Alltag somit nicht ins Gewicht.

Die Empfindlichkeit des Touchscreens ist wie gewohnt sehr gut, sodass ein leichtes Antippen des Displays reicht, um eine Aktion auszulösen. Auffällig ist bei der erstmaligen Inbetriebnahme, die glatte Beschaffenheit der Bildschirmoberfläche. Viele eBook Reader besitzen eine leicht angerauhte, haptisch ein wenig an Papier erinnernte Oberfläche. Das ist beim Aura H2O nicht der Fall, was zumindest für mich anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig war. Die Glätte sorgt auch dafür, dass Fingerabdrücke am Bildschirm etwas auffälliger sind als bei anderen Geräten. Im Gegensatz zur Gehäuseoberfläche bewegt sich das allerdings noch im Rahmen und stört den somit Betrieb nicht.

Sollte der Bildschirm nass werden, wird dies vom Gerät erkannt und mit einer entsprechenden Meldung darauf hingewiesen. In dem Fall wischt man das Wasser einfach ab, klickt tie Meldung weg und kann einfach weiterlesen als ob nichts gewesen wäre.

Hat man den eReader wieder aus dem Wasser gefischt, sollte man ihn trocken wischen

An zwei verschiedenen Kobo Aura H2O waren keinerlei Verarbeitungsmängel bei Beleuchtung oder Display festzustellen (tote Pixel, Lichtpunkte etc.).

Zwischenfazit

Als der Kindle Paperwhite mit dem sichtbar besseren E-Ink Carta Bildschirm bereits vor rund einem Jahr auf den Markt gekommen ist, habe ich mich bereits auf nachfolgende Konkurrenzprodukte gefreut, die ebenfalls die merklich bessere Ablesbarkeit bieten würden. Die große Vorfreude ist beim Erscheinen der entsprechenden Geräte aber viel zu oft Enttäuschung gewichen, denn andere Hersteller konnten Amazon in dieser Hinsicht nicht das Wasser reichen.

Im Vorfeld zum Start des Kobo Aura H2O habe ich meine Erwartungen an das Display daher ein wenig zurückgeschraubt und bin im Grunde von einer (natürlich sehr guten (!), aber nicht im Paperwhite-Bereich befindlichen) Abbildleistung am Niveau der restlichen Amazon-Konkurrenz ausgegangen.

Glücklicherweise wurden meine Erwartungen dieses Mal aber deutlich übertroffen, denn das neue Kobo Lesegerät entpuppt sich in Hinblick auf den Bildschirm als echter Knaller. Kein anderer eBook Reader bietet eine solch gute Ablesbarkeit – sowohl ohne als auch mit Beleuchtung. Auch wenn man an dieser Stelle natürlich nochmal betonen muss, dass der Unterschied zum ohnehin schon am hohen Niveau operierenden Kindle Paperwhite nicht riesig ist, der Vorteil für den Aura H2O ist dennoch nicht von der Hand zu weisen. Damit ist der H2O jedenfalls die neue Referenz am eBook Reader Markt, an dem sich zukünftige Geräte messen lassen müssen.

Lesen & Benutzerfreundlichkeit

Die erste Inbetriebnahme des Kobo Aura H2O funktioniert wie bei den anderen Geräten des Unternehmens. Damit gibt es leider weiterhin einen Registrierungszwang, der es erfordert ein Kobo-Benutzerkonto zu erstellen. Will man das nicht, kann man das Gerät nicht nutzen, denn der Schritt lässt sich während des Ersteinrichtungsprozesses nicht überspringen.

Diesen Registrierungszwang haben wir früher schon mehrmals kritisiert. Immerhin kann man aber zumindest namentlich anonym bleiben, denn Kobo prüft die hinterlegte E-Mail Adresse aktuell nicht nach, sodass man beliebige Eingaben tätigen kann. Will man eBooks aber auch direkt am Gerät bei Kobo kaufen, dann empfiehlt es sich die Eingaben zumindest irgendwo zu notieren (oder gleich die richtige E-Mail Adresse anzugeben), um zu einem späteren Zeitpunkt (z.B. nach einem Werksreset) wieder auf die eigene Bibliothek zugreifen zu können.

Die Ersteinrichtung lässt sich mittels USB-Kabel über den PC oder über WLan durchführen. Sofern ein Softwareupdate verfügbar ist, wird dieses direkt bei der Inbetriebnahme heruntergeladen und installiert. Der erste Start kann somit zwischen 5 und 10 Minuten in Anspruch nehmen. Es empfiehlt sich damit jedenfalls, den eBook Reader schon vorher mit ausreichend Strom zu versorgen und den Akku zu laden, oder während des ersten Startvorganges das Stromkabel anzustecken.

Startbildschirm

Hat man die Ersteinrichtung erledigt, gibt’s eines kurze Einführung (die man auch überspringen kann). Schließlich landet man am mittlerweile von anderen Geräten bekannten Startbildschirm in Kacheloptik. In ähnlicher Form kennt man das auch von diversen Smartphones (allen voran Windows Phone). Die Kachelansicht kombiniert alle möglichen Ereignisse, Verknüpfungen und sonstige Elemente: Auszeichnungen, neu hinzugefügte Bücher, zuletzt gelesene eBooks, Extras (Spiele, Programme), Buchempfehlungen und letzte Synchronisation.

Öffnet man ein neues Buch, den Browser, ein Spiel oä., dann wird die Ansicht automatisch aktualisiert und eine entsprechende Kachel-Verknüpfung angelegt. Was mir bei der erstmaligen Einführung der Kachelstruktur vor rund einem Jahr noch ein wenig unübersichlich erschien, hat sich mittlerweile als praktisches Bedienelement entpuppt. Die automatische Neuanordnung der Verknüpfungen ist besonders praktisch, da häufig genutzte Funktionen so direkt am Startbildschirm verfügbar sind, ohne dass man durch endlose Untermenü navigieren müsste.

Bekannte Optik am Startbildschirm

Direkt oberhalb der Kacheln befindet sich ein Suchfeld, das sich über die gesamte Bildschirmbreite erstreckt. Dieses erinnert sofort an die Google-Suchleiste aktueller Android-Tablets und -Smartphones, die standardmäßig ebenfalls an ähnlicher Stelle platziert ist. Mit der Suche lässt sich wahrweise der Shop und die Bibliothek am Gerät durchsuchen.

Anmerkung: Die Screenshots zeigen zwar Farben (wurden direkt am Gerät aufgenommen), das Display des Geräts kann diese allerdings wie üblich nur in 16 Graustufen darstellen.

Aktiviert man das Suchfeld mit einem Antippen, öffnet sich die virtuelle QWERTZ-Tastatur am unteren Bildschirmrand. Diese reagiert präzise und relativ schnell (allerdings nicht ganz am Niveau der verschiedenen Android eReader), weist aber zumindest für den deutschen Sprachgebrauch weiterhin ein verbesserungswürdiges Layout auf. Zwar können Satzzeichen auch ohne weitere Umschaltung eingegeben werden, allerdings muss man für Umlaute trotzdem zur Sonderzeichenliste wechseln. Ein langes Antippen auf die Vokale führt nicht zu den Umlauten (wie man das üblicherweise von anderen Geräten kennt).

Gut aber nicht perfekt, die virtuelle QWERTZ-Tastatur

Am oberen Bildschirmrand befindet sich die Statusleiste. In der rechten Ecke wird der Beleuchtungsstatus (ein oder aus), der Akkustand, der WLan-Status und eine Verknüpfung zu den erweiterten Optionen angezeigt. Von hier aus kann man auch den Schieberegler aufrufen, um die Helligkeit anzupassen und zu den Geräteeinstellungen wechseln. Am linken Rand befindet sich der virtuelle Home-Knpof der immer zurück zum Startbildschirm führt.

Am unteren Rand des Home-Screens befinden sich drei Verknüpfungen, die zur Bibliothek, dem eBook Shop und den Extras (Lesestatistiken, Auszeichnungen, Wörterbuch) führen.

Bibliothek und Sammlungen

Die Bibliothek teilt sich in vier Kategorien:

  • Bücher
  • Leseproben
  • Meine Sammlungen
  • Pocket-Inhalte

Mit dem Menüpunkt Bücher startet man die von Kobo bekannte Bibliotheksverwaltung. Hier werden alle am Gerät bzw. der Speicherkarte befindlichen Titel angezeigt. Hierfür steht eine Buchcover- und eine Listenansicht (wahlweise mit oder ohne Cover) zur Verfügung. Die Inhalte lassen sich nach zuletzt gelesen, Titel, Autor, Dateigröße und Dateityp sortieren. Hier fehlt lediglich die Option um nach zuletzt hinzugefügten Büchern zu sortieren. Außerdem kann man die Anzeige nach „lesen“, „nicht gelesen“ und „beendet“ filtern.

Das Optionsmenü ruft man mit einem langen Antippen auf die Buchzeile bzw. das Buchcover auf. eBooks können aus dem Optionsmenü einer Sammlung zugeordnet, als gelesen oder ungelesen markiert und gelöscht werden.

Coveransicht – eine von drei möglichen Buchansichten in der Bibliothek

Über die Überschrift „Bücher“ kann man direkt zu den weiteren Bibliothekskategorien (Bücher, Leseproben, Meine Sammlungen, Pocket-Inhalte) wechseln, was schnell und unkompliziert funktioniert. Leseproben aus dem Kobo-Store landen automatisch in der richtigen Kategorie.

Sammlungen können direkt am Gerät über das Optionsmenü erstellt und nach Name, Anzahl der Bücher und Einrichtedatum sortiert werden. Ein Buchtitel kann mehreren Sammlungen gleichzeitig zugeordnet werden. In einer Sammlung stehen die selben Anzeigeoptionen zur Verfügung wie in der regulären Buchansicht (siehe oben). Die Sammlungsverwaltung über Calibre funktioniert nur mit ein wenig Bastelarbeit seitens des Nutzers.

Buchoptionen

Das gewünschte Buch kann man wie gewohnt mit einem einfachen Antippen auf Cover oder Buchtitel öffnen.

Zum Weiterblättern gibt’s mehrere Möglichkeiten: Neben der bekannten horizontalen Wischgeste, reicht auch ein einfaches Antippen des Bildschirms. Dabei lassen sich die Touchzonen auch anpassen. Im Klartext: Als Linkshänder kann man sich die Zone zum Weiterblättern auch auf die linke Seite des Bildschirms legen. Sehr praktisch. So würde man sich das auch bei allen anderen Herstellern wünschen. Die Seitenaktualisierungsrate (zwischen 1 und 6 Seiten) lässt sich ebenfalls in den Lese- oder Geräteeinstellungen anpassen.

Ein Antippen in die Mitte des Bildschirms öffnet die Statusleiste am oberen Bildschirmrand und das Optionsmenü am unteren. Die Funktionen der Statusleiste entsprechen dabei den vorhin beschriebenen. Die untere Optionsleiste zeigt die folgenden Verknüpfungen:

  • Zurück
  • Seitenwechsel (mittels Schieberegler & Inhaltsverzeichnis)
  • Schriftbildanpassung
  • Weitere Optionen
    • Anmerkungen
    • Suche im Buch
    • Wörterbuch
    • Leseeinstellungen

Die Verknüpfung „Seitenwechsel“ öffnet einen von vielen eReadern bekannten Schieberegler, mit dem man die Buchseite schnell wechseln und mit einem Klick wieder zurück zur ursprünglichen Position springen kann. Dies ist zum Querlesen an anderer Stelle im Buch durchaus praktisch, kann aber vom Komfort nicht mit der Pageflip-Funktion von Amazon mithalten.

Die Suche im Buch funktioniert grundsätzlich gut und hat eine Ergebnisliste zur Folge, in der auch ein kurzer Textausschnitt angezeigt wird. Eine Seitenangabe fehlt zwar leider weiterhin, aber immerhin gibt die Kapitelüberschrift einen Hinweis zur Stelle im Buch. Tippt man auf eines der Ergebnisse, spring man direkt zur Fundstelle. Von hier aus kann man direkt zur nächsten oder vorigen Stelle springen, zurück zur Ergebnisliste oder zum Ausgangspunkt wechseln.

Schriftbildanpassungen

Die Anpassungsmöglichkeiten des Schriftbildes gehören mitunter zu den wichtigsten Funktionen eines dedizierten Lesegeräts. Damit lässt sich die Schrift dem eigenen Bedürfnis und Geschmack anpassen, was beim Papierbuch natürlich nicht möglich ist. Erstaunlich ist dann auch, dass viele Hersteller es verabsäumen das volle Potential dieser Anpassungsmöglichkeiten auszuschöpfen und meist nur einen Bruchteil der denkbaren Einstellungsmöglichkeiten bieten.

Kobo gehört hier glücklicherweise nicht dazu, denn wie bereits von den anderen Geräten des kanadisch-japanischen Herstellers bekannt, hat man auch beim Aura H2O eine Reihe verschiedener Anpassungsoptionen.

Die seitlichen Randabstände sowie Zeilenabstände lassen sich mittels Schieberregler in 9 bzw. 15 Stufen einstellen. Für die Schriftgröße stehen 25 Einstellungen zur Verfügung. Die Textausrichtung lässt sich zwischen linksbündig und Blocksatz einstellen. Außerdem kann man aus 11 vorinstallierten Schriftarten auswählen und bei Bedarf weitere nachinstallieren. Mit OpenDyslexic und Dyslexie sind außerdem zwei Schriften mit dabei, die Personen mit Leseschwäche unterstützen sollen.

Mehr Möglichkeiten zur Schriftanpassung bietet niemand

Als wäre das nicht genug, kann man in den erweiterten Optionen auch noch die Schriftstärke (Dicke) in vielen verschiedenen Stufen (ebenfalls mittels Schieberegler) anpassen, sodass hier tatsächlich für jeden Geschmack die richtige Einstellung dabei sein sollte.

Allerdings gibt’s hier auch einen Kritkpunkt, der nicht unter den Tisch fallen darf und auch ein wenig verwundert: Die Silbentrennungsfunktion die man ansonsten von den restlichen Kobo eReadern kennt, fehlt beim Aura H2O. Bei der aktuellen Firmware gibt’s keine (sichtbare) Option um diese zu aktivieren. Auch wenn die Ergebnisse der Silbentrennung nicht immer perfekt sind, so ist der vollständige Wegfall jedenfalls als Nachteil zu werten. Außerdem scheint es aktuell ein Problem mit dem oberen Randabstand zu geben, der unverändert bleibt und besonders bei größeren Seitenrändern unschön wirkt. Bleibt zu hoffen, dass Kobo diese Mängel mit einem Update wieder behebt.

Wörterbuch

Das Wörterbuch ruft man auf, indem man ein Wort einen kurzen Moment antippt. Darufhin öffnet sich automatisch die Wörterbuchanzeige. In diesem kleinen Fenster hat man die Möglichkeit direkt zwischen verschiedenen Wörterbüchern hin und her zu wechseln. Unpraktischerweise merkt sich das Gerät aber nicht, welches Wörterbuch zuletzt verwendet wurde, sodass man ggf. immer wieder hin- und herwechseln muss, wenn man anstatt des Übersetzungswörterbuches lieber das einsprachige Bedeutungswörterbuch nutzen möchte.

Wird ein Wort nicht gefunden, muss man mit ein paar Klicks ins Optionsmenü wechseln und die manuelle Suchfunktion aufrufen. Dieser Umweg ließe sich sicherlich auch eleganter und kürzer lösen.

In den Geräteeinstellungen hat man die Möglichkeit verschiedene Wörterbücher zu installieren. Folgende stehen zur Auswahl:

  • Deutsch (Duden)
  • Englisch (namenlos)
  • Französisch (Editions Larousse Paris)
  • Niederländisch (Van Dale Pocketwoordenboek Nederlands)
  • Japanisch
  • Italienisch (Il Devoto-Oli)
  • Spanisch (namenlos)
  • Portugiesisch (namenlos)
  • Englisch – Japanisch (namenlos)
  • Deutsch – Englisch – Deutsch (Merriam-Webster)
  • Spanisch – Englisch – Spanisch (Merriam-Webster)
  • Französisch – Englisch – Französisch (Merriam-Webster)
  • Italienisch – Englisch – Italienisch (Merriam-Webster)
  • Portugiesisch – Englisch – Portugiesisch (namenlos)

Die Qualität der Wörterbücher reicht nicht immer an die der Konkurrenz von Amazon ran, aber immerhin bleibt Kobo nicht untätig. Während für Englisch-Deutsch Übersetzungen weiterhin das Merriam-Webster’s Wörterbuch zum Einsatz kommt, steht als deutsches Bedeutungswörterbuch der Duden zur Verfügung. Bedauerlicherweise ist die Umsetzung aber weiterhin dahingehend zu kritisieren, dass oft nur die Nennform eines Wortes gefunden wird und verschiedene Konjugationen und Deklinationen keine Ergebnisse liefern.

Notizen und Markierungen

Zusätzlich zum Wörterbuch öffnet sich mit einem langen Antippen auf ein Wort auch ein Kontextmenü, das die Erstellung einer Markierung oder Notiz erlaubt. Zuvor kann man die Textauswahl allerdings mit zwei Markern verändern. Die funktionieren grundsätzlich zwar wie sie sollen, sind aber gelegentlich ein wenig hackelig und nicht ganz so flüssig bedienbar wie bei der Konkurrenz von Amazon. Ihren Zweck erfüllen sie aber jedenfalls, wobei es weiterhin Verbesserungspotential gibt.

Wurde der gewünschte Textabschnitt schließlich ausgewählt, kann man die Notiz erstellen oder die Markierung permanent setzen. In beiden Fällen wird der Text dunkelgrau hinterlegt, wobei es leider keinen Hinweis darauf gibt, was sich hinter der Markierung verbirgt. Die Eingabe der Notiz erfolgt über die virtuelle QWERTZ-Tastatur. Wie bereits erwähnt, funktioniert die Eingabe gut (aber nicht perfekt), was einerseits am erweiterten Tastenlayout (leider ohne direkt zugängliche Umlaute) und andererseits an der schnelleren Reaktionszeit liegt.

Notizen kann man mit einem langen Antippen wieder öffnen und bearbeiten – oder löschen. Markierungen kann man auf dem gleichen Weg um eine Notiz ergänzen. Der Notizexport bei ePub-Dateien funktioniert am einfachsten über den Dateiexplorer. Am Gerät werden im „Digital Editions“ Verzeichnis eigene Ordner für jedes eBook angelegt, in dem man Anmerkungen hinterlässt. Darin werden die Notizen im XML-Format abgespeichert, womit sie aber (für Laien) nicht ganz einfach weiterverarbeitet werden können.

Unterm Strich funktioniert die Notizfunktion zwar wie beworben, allerdings bietet sie nicht so viele Optionen wie bei der Konkurrenz (insbesondere PocketBook). Auch der etwas komplizierte Export um die Notizen auch abseits des eBook Readers zu verarbeiten ist nicht optimal gelöst. Unterm Strich bleibt die Notizfunktion damit weiterhin ein gelegentlich durchaus brauchbares Extra, ohne PocketBook, Tolino oder Amazon (beide mit einfachem TXT-Export) gefährlich zu werden.

PDF-Funktion

PDF-Dateien scheinen regulär in der Bücherübersicht und am Startbildschirm auf und können wie gewohnt geöffnet werden. Die Datei wird dabei in der Vollbildansicht aufgerufen, wobei auch der 6,8 Zoll Bildschirm für DIN A4 Dokumente wie gewohnt zu klein ist.

Mit einem Doppeltippen kann man eine Textstelle auf 200 Prozent vergrößern, was bei zweispaltigen (wissenschaftlichen) Texten schon durchaus brauchbar ist. Besonders die hohe Auflösung des Displays macht sich hier positiv bemerkbar. Mit dem Zoom-Regler am unteren Bildschirmrand kann der Textauschnitt auf bis zu 300 Prozent weiter vergrößert werden. Eine Multi-Touch-Lösung um mit der bekannten Zwei-Finger-Geste zu arbeiten, gibt’s hier bedauerlicherweise nicht.

Außerdem steht ein Querformatmodus (+90 Grad) zur Verfügung (nur bei PDF, nicht bei ePub), der ein komfortables Lesen von zweispaltigen DIN A4 Texten auch im 300 Prozent Zoom-Level erlaubt. Den Textausschnitt kann man dann problemlos mit dem Finger bewegen. In der vergrößerten Ansicht kann man am linken und rechten Bildschirmrand zur vorigen bzw. nächsten Seite weiterblättern und das Zoom-Level erhalten.

Im Grunde war’s das dann aber auch schon mit den Ansichtsmöglichkeiten einer PDF-Datei, denn viel mehr kann man leider weiterhin nicht machen. Neben der fehlenden Pinch-To-Zoom-Unterstützung ist es auch ärgerlich, dass ich den Kobo Aura H2O mit dem Aufspielen mehrerer großer PDF-Dateien (70+ MB) in die Knie zwingen konnte, sodass nur noch ein Reset half um das Gerät wiederzubeleben. Die gleichen Dateien sorgen zwar auch auf den meisten anderen eBook Readern für Probleme, allerdings meist nur insofern, dass sich die Geschwindigkeit deutlich verlangsamt, man aber weiterhin mit dem Gerät arbeiten kann. Immerhin funktionieren kleinere („normale“) PDF-Dateien problemlos und schnell.

Bei der PDF-Funktion bietet der Kobo Aura H2O damit leider nicht die erhofften Verbesserungen, die das größere Display hätten vermuten lassen, wenngleich die Navigation bei regulären Dateien trotz der fehlenden Multi-Touch-Bedienung grundsätzlich gut funktioniert. Für Personen die aber in erster Linie PDF-Dateien nutzen möchten, ist der Aura H2O aber vermutlich die falsche Wahl.

Pocket (Read-it-Later)

Beim Kobo Aura kam die Pocket-Integration erstmals zum Einsatz, mittlerweile findet man sie bei allen Kobo Geräten – selbstverständlich auch beim H2O. Es handelt sich dabei um einen Dienst, der es erlaubt Internetartikel am PC für den eBook Reader aufzubereiten und damit zu synchronisieren. Hat man sich auf der Pocket-Homepage registriert, eingeloggt und das Browser-Plugin installiert, ist man auch schon fertig. Ein Klick auf das Pocket-Symbol am PC genügt und schon wird der Artikel aufbereitet.

Am Kobo Aura H2O muss man ebenfalls eingeloggt (und per WLan verbunden) sein, braucht dann nur noch den „Aktualisieren“ Knopf zu drücken (wenn man nicht auf die automatische Synchronisierung warten will) und kann die hinterlegten Pocket-Artikel wie ein eBook lesen.

Die Artikel werden im HTML-Format übertragen, weshalb man keine Notizen schreiben kann. Im Gegensatz zur ersten Implementation des Service, kann man nun aber sehr wohl im Wörterbuch nachschlagen und alle Textanpassungsoptionen nutzen.

Reading Life und Extras

Eine Besonderheit der Kobo eBook Reader sind die Reading Life Preise und Statistiken. Dabei handelt es sich um ein nettes Gimmick, das die Lesemotivation steigern soll, indem Auszeichnungen für verschiedene Aktionen (z.B. Notizen schreiben, Wörter nachschlagen, Buch zu Ende lesen usw.) vergeben werden. Die gesammelten Auszeichnungen kann man sich ansehen, indem man die Verknüpfung am Startbildschirm aufruft. Einen praktischen Nutzen haben die Preise zwar nicht, aber ein netter Motivationsbonus sind sie allemal. Außerdem kann man sich folgende Lesestatistiken ansehen:

  • Lesefortschritt im aktuellen Buch und Kapitel
  • Gelesene Stunden, Minuten pro Sitzung, umgeblätterte Seiten und Seiten pro Minute für das aktuelle Buch
  • Ringdiagramm welchen Anteil der eigenen Bibliothek man bereits zu Ende gelesen hat, wieviele Bücher fertig gelesen wurden und wie viele Stunden man insgesamt gelesen hat

Die Lesestatistiken kann man bei Kobo-eBooks auch direkt im jeweiligen Buch öffnen.

Mit dabei sind außerdem noch die Spiele Schach, Sudoku, „Befreien sie ihr Auto“ und Patience ((Doppel-)Klondike, Spider, Spiderette, Dämon und Freecell). Diese erreicht man über die Geräteeinstellungen unter dem Punkt „Beta Features“. Ebenfalls dort zu finden, ist eine einfache Zeichen-App (ohne besondere Funktionalität), sowie der Internetbrowser.

Überraschend guter Internetbrowser, leider ohne ACSM-Unterstützung (Adobe DRM)

Wie schon beim Kobo Glo überrascht der Browser auch beim Aura H2O wieder. Vom Funktionsumfang gehört der zwar auch eher zur einfacheren Sorte, verfügt aber immerhin über Lesezeichen und eine änderbare Startseite. Querformatmodus gibt es leider keinen. Dafür funktioniert der Seitenaufbau ausgesprochen schnell und auch die sonstige Reaktionszeit des Browsers ist sehr flott. Außerdem ließ sich beinahe jede getestete Seite fehlerfrei anzeigen (auch mit externen Fonts), was einigen anderen eBook Readern oft Probleme bereitet. Damit lässt sich der Browser jedenfalls sehr gut zum kurzen Nachschlagen bei Wikipedia & Co. nutzen.

Mittlerweile kann man den Browser auch endlich direkt aus dem Buch heraus starten, sodass man ein Wort oder einen Textabschnitt bei Wikipedia oder Google suchen kann. Daraufhin wird das Buch allerdings nicht geschlossen, sondern ein nicht ganz bildschirmfüllendes Fenster geöffnet, das man mit einem Klick schließen kann und so wieder im Buch landet.

Der Browser erlaubt auch den Download von Dateien, wobei ACSM-Dateien weiterhin nicht direkt am Gerät verarbeitet werden können. D.h. man kann die Onleihe nicht direkt am Kobo Aura H2O nutzen, sondern muss wie bei übrigen Adobe-DRM-eBooks den Umweg über den PC gehen.

Allgemeine Bedienbarkeit, Anmerkungen

Die Bediengeschwindigkeit und Reaktionszeiten des Kobo Aura H2O sind tadellos. Das Gerät reagiert flott auf eingaben und erlaubt so eine flüssige Bedienung. Ein großer Vorteil gegenüber einigen älteren Neuerscheinungen des Unternehmens ist außerdem die nun weitestgehend fehlerfrei arbeitende Software. Im mehrwöchigen Testzeitraum musste das Gerät nach dem PDF-Test zwar einmal „resettet“ werden, davon abgesehen lief aber alles rund. In jedem Fall läuft der neue eReader damit nicht schlechter als die Konkurrenz.

Kompatibilität

Der Kobo Aura H2O unterstützt ePub, MOBI, TXT, PDF, (X)HTML, RTF, CBZ und CBR Dateien sowie JPG, GIF, PNG und TIFF Bildformate. Damit gehört man zwar nicht zu den Besten was die Formatkompatibilität angeht, bietet aber mehr als die Konkurrenz von Amazon, Sony oder Tolino. Praktisch ist die Unterstützung der CBZ- bzw. CBR-Formate, die für Comic- und Manga-Fans von besonderem Interesse sein dürften.

Außerdem nutzt Kobo für den eigenen eBook-Shop sogenannte KEPUB-Dateien (Kobo ePub), die über spezielle Formatierungsanweisungen verfügen können. Erwähnenswert ist dabei, dass es diverse Probleme (z.B. bei der Notiznehmung – siehe oben) bei KEPUB-Dateien oft nicht gibt.

Akkulaufzeit

Bei der Akkulaufzeit gibt es, wie so oft, keine Auffälligkeiten zu berichten. Der Kobo Aura H2O musste im Test nur einmal an den Strom, womit er am gleichen Niveau liegt wie andere beleuchtete eBook Reader. Die größere Bildschirmdiagonale und -auflösung macht sich hier nicht negativ bemerkbar. Ohne Beleuchtung kann man somit mehrwöchige Laufzeiten mit einer Akkuladung erwarten.

eBook-Kauf & Synchronisation

Man kann eBooks am Kobo Aura H2O dank integrierter WLan-Verbindung natürlich auch direkt einkaufen, ohne den PC zu nutzen. Der Shop ist dabei sehr übersichtlich gestaltet und nutzt das selbe minimalistisch saubere Design des restlichen Betriebssystems. Beim Wechsel in den Shop hat man daher nicht das Gefühl das übrige System zu verlassen, sondern einfach einen weiteren Bereich zu öffnen. Damit fügt sich der eBook Store nahtlos in das Bedienerlebnis ein. Die Ladezeiten sind ebenfalls angenehm kurz, sodass auch die Benutzung recht flott von der Hand geht.

Man hat die Optionen die Kategorien zu durchstöbern, nach ähnlichen Titeln zu suchen, Kobo Empfehlungen und sonstige Buchtipps anzusehen, sowie den eigenen Wunschzettel und eine Suchfunktion aufzurufen. Leseproben können ebenfalls geladen werden und landen wie bereits erwähnt, direkt in der richtigen Kategorie. Beim Öffnen einer Leseprobe wird man gefragt, ob man diese kaufen oder lesen möchte.

Als größer Kritikpunkt bleibt weiterhin das geringere deutschsprachige eBook Sortiment von Kobo bestehen. Zwar hat sich hier mit der Holzbrinck-Zusammenarbeit Ende 2013 ein deutlicher Schritt vorwärts getan, allerdings kommt man vom Umfang weiterhin nicht ganz an die deutsche Konkurrenz (oder Amazon) ran.

Wie bereits geschrieben, unterstützt der Kobo Aura H2O auch normale EPUB-Dateien und somit auch extern gekaufte eBooks, die man entweder über Adobe Digital Editions oder die Massenspeicherfunktion via Dateiexplorer auf den Reader kopieren kann. Die Kobo Software für den PC unterstützt hingegen keine extern gekauften eBooks. Gleichzeitig unterstützt auch Adobe Digital Editions die Kobo-eBooks (KEPUBS) nicht. Das ist eher unpraktisch, wenn man eBooks nicht nur aus einer Quelle bezieht und so mehrere Programme zur Verwaltung benötigt.

Fazit

Der Kobo Aura H2O ist zweifellos eine Überraschung – und zwar gleich in zweierlei Hinsicht. Erstens ist es heuer die einzige Geräteneuvorstellung von Kobo, was in Anbetracht des 6 Zoll Kernmarktes bei den eBooks durchaus ungewöhnlich ist und zweitens weil der Sprung in der Anzeigequalität wirklich enorm ist.

Wie bereits im Bildschirm-Abschnitt erwähnt, kann man den Aura H2O als neue Display-Referenz am eBook Reader Markt bezeichnen. Kein anderes aktuelles Lesegerät liefert eine solch gute Ablesbarkeit. Klar, der Kindle Paperwhite kommt qualitativ schon ran und auch der Tolino Vision ist mit dem E-Ink Carta Display nicht völlig abgeschlagen, aber der H2O setzt sich in den wichtigen Bildschirmeigenschaften einfach weitestgehend klar durch. Es wird damit umso interessanter sein zu sehen, wie sich der Kindle Voyage (und natürlich Tolino Vision 2) schlägt. In der Zwischenzeit gehört dem Kobo Aura H2O jedenfalls die Display-Krone.

Aber natürlich besteht ein eBook Reader nicht nur aus dem Bildschirm. Auch die Software muss stimmen und hier kann man Kobo (wie so oft) ebenfalls eine gute Note ausstellen. Zwar gibt’s in Hinblick auf den Umfang weiterhin Verbesserungspotential (Amazon bietet mit FreeTime und Vokabeltrainer mehr), aber unterm Strich funktionieren die meisten Dinge genauso wie man es sich erwartet und dürfte für die meisten Anforderungen locker ausreichen. Außerdem läuft die Software, im Gegensatz zu so manchem Vorgänger, gleich von Beginn an stabil.

Kobo liefert mit dem H2O eines der besten Lesegeräte für diesen Winter (und wohl lange darüber hinaus!)

Die umfangreiche Schriftbildanpassung ist dabei nochmal positiv zu erwähnen, denn kein anderer Anbieter liefert ähnlich umfangreiche Modifikationsmöglichkeiten. Die fehlende Silbentrennung und der obere Randabstand gehören aber noch korrigiert. Ebenfalls verbessern darf Kobo die weiterhin rudimentäre PDF-Funktion, die dem großen, hochauflösenden Display in meinen Augen nicht gerecht wird. Und natürlich ist auch das deutschsprachige eBook-Angebot noch ausbaufähig (wobei man bei Bedarf glücklicherweise auch externe ePub-Shoplösungen nutzen kann).

Abgesehen davon bekommt man mit dem Aura H2O ein wirklich ausgezeichnetes Lesegerät, das mit der taschenbuchgroßen Lesefläche und der wirklich hervorragenden Ablesbarkeit (man kann es gar nicht oft genug sagen), ein tolles Leseerlebnis bietet. Die Displaydarstellung sorgt dann letztendlich auch dafür, dass sich der eBook Reader die sehr gute Note 1,2 holen und die Lücke zum Kindle Paperwhite schließen kann.

Leseratten denen eine gute Abbildleistung wichtig ist, sollten trotz des etwas höheren Preises einen sehr genauen Blick auf den Kobo Aura H2O werfen. Es ist auf jeden Fall der beste eBook Reader den Kobo bisher auf den Markt gebracht hat und definitiv auch einer der besten den man aktuell bekommt. Von unserer Seite gibt’s eine klare Kaufempfehlung.

Fotos

Datenblatt

Technische Daten: Kobo Aura H2O
AllgemeinHerstellerKobo
Markteinführung2014
Verfügbare FarbenSchwarz
Wassergeschütztja
GrößeMaße179 x 129 x 9,7 mm
Gewicht233 g
DisplayDisplaytechnologieE-Ink Carta
Displaygröße6,8 Zoll
Displayauflösung1430x1080 Pixel
Pixeldichte265 ppi
Farbtiefe16 Graustufen
Touchscreenja, infrarot
Eingebaute Beleuchtungja
Blaulichtreduktionnein
Plane Frontnein
VerbindungenUSBja, USB 2.0 (Micro USB)
Bluetoothnein
WLanja, 802.11b/g/n
GSM / UMTSnein
SpeicherInterner Speicher4 GB
Speicherkartenerweiterungja, MicroSD-Karte
FunktionenBetriebssystemLinux
Lautsprechernein
Text-to-Speechnein
Blättertastennein
Unterstützte Dateiformate

EPUB, PDF, MOBI, JPEG, GIF, PNG, TIFF, TXT, HTML, RTF, CBZ, CBR

Unterstützte DRM-Dateiformate

Adobe DRM

SonstigesAkkulaufzeit8 Wochen
Lagesensornein
Integrierter eBook Storeja
Sonstiges

IP67-Zertifizierung: Wasserdicht und staubgeschützt