BOOX Note Air6 C & Note Mini C: Zwei neue Farb-Notizbücher mit Android 16

Bereits vor einigen Wochen, Mitte September 2026, hat BOOX gleich drei neue E-Ink-Geräte vorgestellt. Zwei davon gehören zur Note-Reihe: Das Note Air6 C ist die nächste Generation des bekannten 10,3-Zoll-Farbnotizbuchs, das Note Mini C bringt dasselbe Konzept erstmals in ein deutlich kompakteres 8,5-Zoll-Format. Beide setzen auf ein Kaleido-3-Farbdisplay, Android 16 mit Google Play und einen mitgelieferten Stift – und beide kosten 579,99 Euro.
Das Note Air6 C konnte ich bereits ausführlich testen, das Note Mini C lässt sich derzeit erst vorbestellen. Was die beiden Geräte unterscheidet und wo die Fortschritte tatsächlich liegen, fasse ich im Folgenden zusammen.
Note Air6 C: Feinschliff statt Neuerfindung
Äußerlich bleibt beim Note Air6 C fast alles beim Alten – und das ist kein Nachteil. Die breite Griffseite, die schmalen übrigen Ränder und das nur 5,8 Millimeter dünne Gehäuse kennt man bereits vom Note Air5 C. Das Gewicht gibt BOOX im Datenblatt mit rund 440 Gramm an, in der Pressemitteilung ist von etwa 430 Gramm die Rede. Neu ist ein dezent violett schimmerndes Schwarz, der Fingerabdrucksensor sitzt weiterhin im Einschaltknopf.
Beim Display bleibt es bei 10,3 Zoll und E Ink Kaleido 3. Schwarz-Weiß-Inhalte stellt das Note Air6 C mit 2480 × 1860 Pixeln (300 ppi) dar, Farben mit 1240 × 930 Pixeln (150 ppi). Dazu kommt ein Frontlicht mit einstellbarer Farbtemperatur. Wie bei allen Kaleido-3-Geräten liegt der Farbfilter immer über dem Display. Er schluckt etwas Licht, sodass auch Text auf einem dunkleren Hintergrund steht als bei einem reinen Schwarz-Weiß-Notizbuch, und aus der Nähe ist ein feines RGB-Raster zu sehen. Drinnen gehört das Frontlicht deshalb praktisch dazu. Dafür erscheinen Diagramme in PDFs, farbige Markierungen und Notizen, Comics und Fotos in Farbe, was gerade bei Fachliteratur und Lernmaterial viel hilft.
Im Inneren arbeitet ein neuer Achtkernprozessor im 4-Nanometer-Verfahren. BOOX verspricht beim Öffnen großer Dokumente und beim Umblättern bis zu 40 Prozent mehr Tempo als beim Vorgänger. Statt Android 15 läuft nun Android 16, Bluetooth springt von Version 5.1 auf 6.0. Arbeitsspeicher (6 GB), interner Speicher (64 GB samt microSD-Steckplatz für Karten bis 2 TB) und Akku (3.700 mAh) bleiben dagegen unverändert. Der Pen3 mit 4.096 Druckstufen und Neigungserkennung liegt wie gewohnt bei, eine Tastaturhülle lässt sich über Kontaktstifte an der Rückseite anschließen.
Aus dem Test: Besseres Schwarz, schnellerer Stift, kürzere Laufzeit
Im Test hat mich vor allem das Display überrascht. Die Farben legen nur leicht zu, schwarze Schrift und dunkle Bedienelemente wirken aber deutlich kräftiger als beim Note Air5 C. Der Hintergrund bleibt dabei praktisch gleich hell – der höhere Kontrast kommt also tatsächlich vom tieferen Schwarz und erleichtert das Lesen spürbar. Bei Text sehe ich dafür etwas mehr Nachbilder als beim Vorgänger, im Alltag hat mich das aber nicht ernsthaft gestört.
Auch beim Schreiben hat BOOX nachgelegt. Ich habe eine Eingabeverzögerung von rund elf Millisekunden gemessen, beim Note Air5 C waren es etwa 16. Beim normalen Schreiben ist der Nachlauf damit kaum noch zu bemerken. Das anfängliche Quietschen der Schreiboberfläche ist verschwunden, und der Stift haftet magnetisch endlich nicht mehr ausgerechnet über den Lautstärketasten. Auch das System reagiert flotter: Aufwachen, App-Starts und Touch-Eingaben gehen zügiger von der Hand. Ein Quantensprung ist das nicht, aber die kleinen Wartepausen werden kürzer.
Der Haken: Die Akkulaufzeit geht zurück. Ohne Frontlicht kam das Note Air6 C beim Dauerlesen auf rund 22 Stunden, der Vorgänger auf etwa 30. Mit eingeschalteter Beleuchtung schrumpft der Abstand auf ungefähr 13 zu 14 Stunden, beim Schreiben waren es etwa fünf statt sechs Stunden. Brauchbar ist das allemal, der Rückschritt bleibt trotzdem enttäuschend.
Unterm Strich ist das Note Air6 C für mich das bisher beste Note Air. Wer bereits ein Note Air5 C besitzt, muss deswegen aber nicht wechseln. Der ausführliche Test zum BOOX Note Air6 C mit allen Details und Messwerten folgt am 24. Oktober.
Note Mini C: Das Note-Konzept im Handformat
Spannender, weil gänzlich neu, ist das Note Mini C. Mit 8,52 Zoll sitzt sein Display zwischen den kompakten 7-Zoll-Geräten und den großen 10,3-Zoll-Notizbüchern. Auch hier kommt Kaleido 3 zum Einsatz, mit 2048 × 1536 Pixeln (300 ppi) für Schwarz-Weiß und 1024 × 768 Pixeln (150 ppi) für Farbe sowie einem Frontlicht mit einstellbarer Farbtemperatur. Das Gehäuse misst 187,7 × 156 × 6 Millimeter und wiegt etwa 300 Gramm.
Die Plattform entspricht der des Note Air6 C: Android 16 mit Google Play, ein Achtkernprozessor im 4-Nanometer-Verfahren mit bis zu 2,9 GHz, 6 GB RAM, 64 GB Speicher samt microSD-Steckplatz und Bluetooth 6.0. Der Akku fällt mit 3.150 mAh kleiner aus, eine Tastaturhülle wird nicht unterstützt.
Neu ist der Stift: Das Note Mini C ist das erste BOOX-Gerät mit dem aktiven InkSight-Stift. Er bietet 4.096 Druckstufen, Neigungserkennung und eine Seitentaste, muss aber per USB-C aufgeladen werden. Für mich ist das nicht unbedingt ein Fortschritt, denn gerade die passiven Stifte ohne Akku gehören zu den Dingen, die ich an den Note-Air-Modellen schätze. Wie gut der InkSight-Stift in der Praxis schreibt, muss sich erst noch zeigen.
Preise und Verfügbarkeit
- BOOX Note Air6 C: 579,99 Euro, mit Tastaturhülle 656,99 Euro
- BOOX Note Mini C: 579,99 Euro (Vorbestellung, Auslieferung laut BOOX ab etwa Oktober)
Das Note Air6 C ist seit dem 16. September im europäischen BOOX-Shop erhältlich, Bestellungen aus dem EU-Lager werden derzeit allerdings erst ab etwa Mitte Oktober ausgeliefert. Solange der Vorrat reicht, legt BOOX beiden Geräten eine magnetische Schutzhülle bei. Die Tastaturhülle für das Note Air6 C kostet einzeln 109,99 Euro und passt auch an das Note Air5 C.
Nicht alle neuen Softwarefunktionen kommen übrigens auch bei uns an: Die KI-Funktion „Talk Insights“, die Gespräche transkribiert und zusammenfasst, nennt BOOX derzeit nur für ausgewählte Regionen außerhalb Europas.
Einschätzung
Mit dem Note Air6 C verfeinert BOOX eine ohnehin starke Reihe an den richtigen Stellen: kräftigeres Schwarz, flotteres System, schnellerer Stift. Dass die Akkulaufzeit dabei sinkt, ist ärgerlich, ändert an der Gesamteinschätzung aber wenig. Wer ein vielseitiges Farb-E-Ink-Tablet mit freier App-Auswahl, starken PDF-Werkzeugen und sehr umfangreicher Notiz-App sucht, kommt am Note Air6 C kaum vorbei.
Beim Note Mini C ist die Sache weniger eindeutig. Das handlichere Format ist für unterwegs attraktiv, bei A4-PDFs schrumpft die Darstellung auf 8,5 Zoll aber spürbar. Hinzu kommt der Preis: Für ein kleineres Gerät mit kleinerem Akku und ohne Tastaturunterstützung verlangt BOOX genauso viel wie für das Note Air6 C. Wer mit 10,3 Zoll leben kann, bekommt beim großen Bruder derzeit mehr für sein Geld. Wem das Note Air dagegen schlicht zu unhandlich ist, für den könnte das Note Mini C genau die Lücke schließen, die es in der Note-Reihe bisher gab.
Weitere Informationen findest du im europäischen BOOX-Shop:








