HannsNote 2
Reflektives Farb-LCD ohne Beleuchtung: in der Sonne stark, drinnen ein Kompromiss
Auf einen Blick
Das HannsNote 2 ist ein dünnes Android-Tablet mit 10-Zoll-Farbdisplay, das ganz ohne eigene Beleuchtung auskommt. Sein reflektives LCD zeigt Videos, Spiele und gewöhnliche Apps mit 60 Hz ohne Ghosting und Flimmern, ist entspiegelt und wird gerade in praller Sonne richtig gut lesbar. Damit passt es zu allen, die viel draußen lesen, surfen oder Videos schauen und sich über spiegelnde Tablets mit schnell leerem Akku ärgern.
Die fehlende Beleuchtung ist zugleich der größte Nachteil: Drinnen wird die Anzeige schnell zu dunkel, und man muss das Tablet immer wieder ins Licht kippen. Dazu kommen eine spürbare Stiftverzögerung, ein schwacher Prozessor und ein kleiner Akku, der sich auch im Standby merklich leert.
Vorteile
- Entspiegeltes Farbdisplay, das in direkter Sonne hervorragend ablesbar ist
- 60 Hz ohne Ghosting und Flimmern, Videos und Spiele ohne Sondermodi
- Kräftigere, genauere Farben als Farb-E-Ink und sehr guter Kontrast
- Kein Mehrverbrauch im Freien, da keine Beleuchtung hochgeregelt werden muss
- Sehr dünnes, leichtes Gehäuse mit angenehmer Soft-Touch-Oberfläche
- Android 13 mit Google Play und freier App-Auswahl
- Unterstützung für USI-2.0-Stifte anderer Hersteller
Nachteile
- Ohne Front- oder Hintergrundlicht drinnen oft zu dunkel
- Deutliche Blickwinkelabhängigkeit, häufiges Kippen ins Licht nötig
- Dunkle Inhalte schwer erkennbar, keine Gamma-Einstellung
- Rund 70 ms Stiftverzögerung, kein Stift im Lieferumfang
- Schwacher RK3566-Prozessor, kein microSD-Steckplatz
- Kleiner 2.200-mAh-Akku mit hohem Standby-Verbrauch
Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?
Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.
- Handschriftliche NotizenStifteingabe auf dem Display Ideal
- PDFs und Fachliteratur10-Zoll-Display, nahe an A4 Ideal
- Comics, Magazine, KochbücherFarbdisplay (Reflektives LCD) Ideal
- Apps aus anderen StoresAndroid 13, Apps installierbar Ideal
- Romane und SachbücherNur 194 ppi, Schrift wirkt etwas weich Eingeschränkt
- Lesen im Bett und bei NachtKeine Beleuchtung Eingeschränkt
HannsNote 2 im Überblick
Das HannsNote 2 will wie Papier wirken, ohne auf E Ink zu setzen. Hannspree verbaut stattdessen ein reflektives LCD aus der eigenen ecoVISION-Reihe: Das 10-Zoll-Panel erzeugt kein eigenes Licht, sondern wirft das Umgebungslicht zurück. Eine Front- oder Hintergrundbeleuchtung gibt es nicht. Vom Prinzip her ist das näher an E-Paper als an einem gewöhnlichen Tablet, zumal die entspiegelte Oberfläche störende Spiegelungen weitgehend unterdrückt und die Inhalte sehr dicht unter dem Glas sitzen. Bei ausreichend Licht wirkt die Anzeige dadurch fast wie bedruckt.
Im Betrieb verhält sich der Bildschirm dagegen wie ein gewöhnliches LCD. Er arbeitet mit 60 Hz und einer Reaktionszeit von 5 Millisekunden, zeigt laut Hannspree 16,7 Millionen Farben mit echten 8 Bit ohne Dithering und löst 1600 × 1200 Pixel bei 194 ppi auf. Videos, Spiele und gewöhnliche Android-Apps laufen damit ohne Ghosting, ohne Flimmern und ohne die Bildwiederholungsmodi, die man von Android-Tablets mit E Ink kennt. Farben wirken kräftiger und genauer als auf Farb-E-Ink, erreichen aber nicht die Farbtreue eines iPads: Manche Magentatöne kippen leicht ins Bläuliche.

In der Sonne in seinem Element
Am stärksten ist das HannsNote 2 im Freien. Ein iPad oder ein anderes LCD-Tablet ist in direkter Sonne selbst bei maximaler Helligkeit kaum noch ablesbar, wird dabei schnell warm und leert seinen Akku zügig. Das reflektive Display funktioniert umgekehrt: Je heller die Umgebung, desto besser ist es ablesbar. Hannspree nennt 500 Lux als Untergrenze, 800 bis 1.000 Lux zum Lesen und mehr als 1.000 Lux für die beste Ablesbarkeit. Warm wird das Tablet in der Sonne nur, weil die Sonne es aufheizt. Und weil keine Beleuchtung hochgeregelt werden muss, verbraucht es draußen nicht mehr Strom als drinnen.

Zwei Eigenheiten sollte man allerdings kennen. Dunkle Farben reflektieren naturgemäß wenig Licht, weshalb düstere Filmszenen oder dunkel gestaltete Apps selbst in heller Umgebung schwer zu erkennen sein können. Eine Gamma-Einstellung, die dunkle Bereiche aufhellt, fehlt leider. Der Kontrast ist bei genug Licht dank tiefer Schwarzwerte dagegen ausgezeichnet. Außerdem reflektiert das Panel Licht gerichteter als E Ink, das es breit streut. Selbst draußen muss man das Tablet deshalb hin und wieder etwas kippen, bis es das Licht im richtigen Winkel einfängt. Daran gewöhnt man sich schnell. Hält man das Gerät zu nah, entsteht zudem ein leichter Helligkeitsverlauf. Mit etwas mehr Leseabstand fällt dann auch kaum ins Gewicht, dass die Pixeldichte niedriger ist als bei vielen E-Ink-Tablets dieser Größe.
Drinnen fehlt die Beleuchtung
Was draußen so gut funktioniert, wird in Innenräumen zum größten Kompromiss. Ohne Front- oder Hintergrundbeleuchtung hängt die Lesbarkeit vollständig vom Raumlicht und dessen Einfallswinkel ab. Man muss das Tablet deutlich häufiger neu ausrichten, sonst wirkt die Anzeige schlicht zu dunkel. Unbenutzbar ist das HannsNote 2 drinnen nicht, aber selten bequem. Sitzt man etwa auf dem Sofa, mit der Lampe vor sich und der Wand im Rücken, ist der Bildschirm bereits zu dunkel. Eine Klemmleuchte löst das Problem nicht, weil ihr Licht zu konzentriert ist und nicht im passenden Winkel auf das Panel trifft. Auch die Helligkeit lässt sich nicht regeln, denn es gibt ja keine Beleuchtung. Wer vor allem abends oder in schwach beleuchteten Räumen liest, ist mit einem beleuchteten E-Ink-Gerät besser bedient.

Android 13, USI-Stift und ein knapper Akku
Auf dem Tablet läuft ein weitgehend unverändertes Android 13 mit Google Play. Zum Testzeitpunkt war diese Version neuer als die Software der meisten Android-Tablets mit E Ink, und mit dem Sicherheitspatch vom März 2024 war das HannsNote 2 auch hier aktueller als fast alle E-Ink-Geräte mit Android. Apps installiert man wie auf jedem anderen Tablet. Im Inneren arbeiten ein Rockchip RK3566 mit vier Kernen bis 1,8 GHz, 4 GB RAM und 64 GB Speicher, von denen rund 50 GB nutzbar sind. Einen microSD-Steckplatz gibt es nicht. Der Einstiegschip, der auch im Lenovo Smart Paper steckt, sorgt hin und wieder für kleine Verzögerungen im System und ist für anspruchsvolle Spiele zu schwach. Einmal geladene Apps reagieren dank des Arbeitsspeichers aber spürbar flotter.
Das Display unterstützt Stifte nach dem USI-2.0-Standard, ein Stift liegt allerdings nicht bei. USI-Stifte anderer Tablets, etwa der des TCL NXTPAPER 11, funktionieren problemlos. Vorinstalliert ist die HannsNote2-App, mit der sich Notizen anlegen und mit Tags ordnen sowie PDFs kommentieren, markieren und unterschreiben lassen. An die Notizprogramme spezialisierter E-Ink-Tablets reicht sie nicht heran; wer viel mit dem Stift arbeitet, greift besser zu einer App aus Google Play. Das größere Problem ist die Eingabeverzögerung von rund 70 Millisekunden. Für kurze Notizen reicht das, für detaillierte Skizzen oder lange Mitschriften ist der Nachlauf zu groß.

Mit 4,9 Millimetern und 350 Gramm ist das HannsNote 2 außergewöhnlich dünn und leicht. Griffleiste und Rückseite sind mit einem Soft-Touch-Material bezogen, das dem Tablet eine angenehm analoge Haptik gibt. Der Monolautsprecher an der linken Seite klingt ordentlich, könnte aber lauter sein. Dazu kommen eine 2-Megapixel-Frontkamera für Videotelefonate, USB-C, WLAN und Bluetooth 5.0. Die schlanke Bauweise hat ihren Preis: Der Akku fasst nur 2.200 mAh. Hannspree gibt 2,5 bis 3 Stunden Videowiedergabe an; im Test waren beim Lesen etwa viereinhalb Stunden möglich. Selbst ein BOOX Note Air3 C mit Farb-E-Ink hält meist etwas länger durch. Ärgerlicher ist der Standby-Verbrauch von rund 20 Prozent pro Tag: Wer das Tablet ein paar Tage liegen lässt, findet es häufig mit leerem Akku vor.

Damit ist das HannsNote 2 vor allem ein Multimedia-Tablet für draußen: flimmerfrei, ohne Ghosting, entspiegelt und in der Sonne besser ablesbar als die meisten gewöhnlichen Tablets. Ein Ersatz für einen beleuchteten E-Ink-Reader für den Abend auf dem Sofa ist es nicht. Zum Marktstart in Deutschland lag die unverbindliche Preisempfehlung bei 329 Euro. Dafür bekommt man ein ungewöhnliches Tablet, das sich vor allem für Menschen lohnt, die viel im Freien lesen, surfen oder Videos schauen.
HannsNote 2 im Video
Testbericht
Von Chalid · Aktualisiert am
Ist das noch E-Paper oder einfach ein Tablet mit ungewöhnlichem Bildschirm? E Ink und E-Paper werden oft gleichgesetzt, dabei ist E Ink nur der Name einer bestimmten E-Paper-Technik. Deren große Vorteile: Ein einmal aufgebautes Bild braucht keinen Strom, und die Darstellung kommt echtem Papier sehr nahe, weil das einfallende Licht breit gestreut wird. Genau diesen papierähnlichen Eindruck will Hannspree mit einem reflektiven LCD erreichen. Nach rund einem Monat mit dem HannsNote 2 kann ich sagen: Draußen ist das ein fantastisches Display, drinnen bleibt es ein Kompromiss.
Ein LCD, das wie E-Paper aussieht
Wie E Ink leuchtet der Bildschirm des HannsNote 2 nicht selbst. Es gibt keine Hintergrundbeleuchtung und kein Frontlicht; allein das reflektierte Umgebungslicht macht das 10-Zoll-Display ablesbar. Das ist der erste Punkt, der das HannsNote 2 in die Nähe von E-Paper rückt. Der zweite ist die entspiegelte Oberfläche. Andere reflektive LCDs, die ich bisher benutzt habe, hatten keine, und das war jedes Mal ein großer Nachteil. Hier lassen sich Inhalte gerade draußen viel entspannter betrachten. Drittens sitzen die Pixel sehr dicht unter der Oberfläche, fast so, als wären die Inhalte auf das Glas gedruckt. Bei genug Umgebungslicht sieht das Ganze dadurch wirklich aus wie Papier.
Draußen schlägt das HannsNote 2 die meisten gewöhnlichen LCDs, bei Animationen und Farben sogar E-Ink-Geräte. Mit 60 Hz verhält es sich wie jedes andere Android-Tablet: Videos, Spiele und praktisch jede App laufen, ohne dass ich erst Bildwiederholungsmodi anpassen muss wie auf einem E-Ink-Tablet mit Android. Ghosting gibt es nicht, und weil keine E-Ink-typische Auffrischung nötig ist, flimmert auch nichts. Farben sind genauer und kräftiger als auf Farb-E-Ink, und alles reagiert viel schneller. Beim Bildschirm hält das HannsNote 2 damit seine wichtigsten Versprechen.

Draußen in seinem Element
Das Hauptproblem eines iPads oder anderer LCD-Tablets im Freien kennt man: In direkter Sonne ist der Bildschirm selbst bei maximaler Helligkeit praktisch unbrauchbar. Im Schatten und mit angepasstem Blickwinkel wird es etwas besser, Spaß macht das aber trotzdem nicht. Dazu werden solche Tablets mit voller Hintergrundbeleuchtung schnell heiß, und der Akku leert sich zügig. Das reflektive LCD löst beide Probleme zumindest teilweise. Warm wird das HannsNote 2 in der Sonne zwar auch, aber nur, weil die Sonne es aufheizt, nicht weil es selbst viel Wärme erzeugt. Und weil es keine Beleuchtung gibt, verbraucht es draußen nicht mehr Energie als drinnen. Gerade unter grellem Sonnenlicht habe ich das Tablet richtig gern benutzt. In meinem Kroatien-Urlaub kurz vor dem Test hätte ich es gut gebrauchen können, für die sonnigen Tage dort wäre es perfekt gewesen.

Ein paar Dinge sollte man trotzdem wissen. Erstens bleiben dunkle Farben ein Thema: Videos oder andere Inhalte mit dunkler Farbgebung sind selbst in heller Umgebung nicht immer leicht zu erkennen, weil diese Farben schlicht weniger Licht reflektieren, und genau darauf beruht ein reflektiver Bildschirm. Nutzbar bleibt das, ich würde mir aber eine Gamma-Einstellung wünschen, mit der sich die Farben insgesamt oder zumindest die dunklen Töne aufhellen lassen. Das ginge auf Kosten der Farbtreue, würde den Gesamteindruck aber sicher verbessern. Vielleicht kann Hannspree so etwas per Softwareupdate nachreichen. Apropos Farbtreue: Verglichen mit Farb-E-Ink sind die Farben ziemlich genau, an ein iPad kommen sie aber nicht heran. Mir sind bei bestimmten Magentatönen leichte Verschiebungen ins Bläuliche aufgefallen. Beim Medienkonsum ist das kein großes Problem, wer auf exakte Farben angewiesen ist, sollte es aber wissen. Ausgezeichnet ist dagegen der Kontrast: Die tiefen Schwarzwerte sorgen bei ausreichend Licht für ein richtig schönes Bild.
Zweitens hängt die Ablesbarkeit selbst draußen merklich vom Blickwinkel ab. Bei genug Licht fällt das kaum ins Gewicht, manchmal muss man das Tablet aber etwas in eine Richtung kippen, damit es das Licht in einem besseren Winkel einfängt und zurückwirft. Anfangs hat mich das ein wenig irritiert, nach kurzer Zeit habe ich es ganz automatisch gemacht. Der Grund: Ein RLCD reflektiert das Licht direkter, statt es wie E Ink in alle Richtungen zu streuen.
Drinnen fehlt mir die Beleuchtung
Das führt direkt zum größten Nachteil des HannsNote 2. Wegen seiner Bildschirmtechnik und ohne Frontlicht ist dieses Tablet eindeutig für draußen gemacht. Drinnen sieht das anders aus als im Freien oder mit E Ink, weil ich das Gerät viel häufiger kippen und neu ausrichten muss, damit es das Licht im richtigen Winkel erwischt. Sonst ist die Anzeige schlicht zu dunkel. Unbenutzbar ist das HannsNote 2 drinnen nicht, ein Kompromiss ist es aber auf jeden Fall.
Ein Beispiel: Sitze ich auf dem Sofa, mit der Lichtquelle vor mir und der Wand im Rücken, ist der Bildschirm bereits zu dunkel. Auch eine Klemmleuchte hilft da nicht weiter, weil ihr Licht nicht im richtigen Winkel auf das Display fällt und sich zu stark auf eine Stelle konzentriert. Das fehlende Frontlicht schränkt die Nutzung in Innenräumen also deutlich ein.

Die Pixeldichte von knapp 200 ppi ist etwas niedriger als bei den meisten E-Ink-Tablets dieser Größe. Gestört hat mich das ehrlich gesagt nie. Das liegt vermutlich am Leseabstand, den die Blickwinkelabhängigkeit ohnehin erzwingt. Halte ich das Tablet zu nah, entsteht durch das reflektierte Licht ein leichter Helligkeitsverlauf. Deshalb habe ich es meist etwas weiter weg gehalten, und auf diese Entfernung wird die Pixeldichte weniger wichtig.
Stift, Leistung und Android
Das HannsNote 2 unterstützt Stifte nach dem USI-2.0-Standard, ein Stift liegt aber leider nicht bei. Die USI-Stifte, die ich für das TCL NXTPAPER 11 und ein Fire-Tablet von Amazon habe, funktionieren problemlos. Die vorinstallierte Notiz-App ist ziemlich rudimentär: Sie hat nur ein paar einfache Funktionen und ist mit dem, was spezialisierte E-Ink-Notiztablets bieten, nicht zu vergleichen. Wer gern mit Stift arbeitet, greift besser zu einer App aus Google Play.
Der größte Haken ist die Eingabeverzögerung von ungefähr 70 Millisekunden. Beim Schreiben und Zeichnen spürt man sie deutlich. Für schnelle Notizen ist das in Ordnung, für detailreiche Skizzen oder ausführliche Mitschriften aber alles andere als ideal. Ehrlich gesagt hat mich das überrascht, denn das Display selbst reagiert in nur 5 Millisekunden, und entsprechend flott hatte ich mir auch den Stift vorgestellt. Neben fehlender Softwareoptimierung vermute ich, dass auch der Rockchip RK3566 dahintersteckt. Denselben Einstiegschip nutzt auch das Lenovo Smart Paper, und für manche Aufgaben scheint er etwas zu schwach zu sein. Gelegentlich merkt man deshalb auch an anderen Stellen im System kleine Verzögerungen, und für leistungshungrige Spiele ist das Tablet nichts.

Mit 4 GB RAM ist das Tablet trotzdem ordentlich ausgestattet: Was einmal geladen ist, läuft danach spürbar schneller. Von den 64 GB internem Speicher, der sich nicht erweitern lässt, sind rund 50 GB nutzbar. Das reicht meist, kann mit der Zeit aber knapp werden, vor allem mit Videos und anderen Medien. Einen microSD-Steckplatz wünsche ich mir deshalb für die nächste Generation. Als System läuft ein weitgehend unverändertes Android 13. Zum Testzeitpunkt war das neuer als die Software der meisten E-Ink-Tablets, und mit dem Sicherheitspatch vom März 2024 lag das HannsNote 2 auch hier vor fast allen E-Ink-Geräten mit Android. Apps aus Google Play installiert man wie auf jedem anderen Android-Tablet.
Verarbeitung und Akku
Auch die Verarbeitung kann sich sehen lassen. Griffleiste und Rückseite sind mit einem Soft-Touch-Material überzogen, das dem HannsNote 2 eine schöne, analoge Haptik gibt. Mit rund 350 Gramm und knapp 5 Millimetern Dicke liegt es zudem sehr angenehm in der Hand. Links sitzt ein Monolautsprecher, der in Ordnung klingt, aber etwas lauter sein könnte. Bei meinem kurzen Biegetest knarzte und knackte nichts. Allerdings scheine ich dabei die Griffleiste leicht gelockert zu haben: Biege ich das Gerät an dieser Stelle erneut, spüre ich jetzt ein ganz leichtes Wackeln. Im normalen Gebrauch ist das nicht passiert.

Beim Akku gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute zuerst: In direkter Sonne verbraucht das HannsNote 2 nicht mehr Energie als drinnen. Man kann es also stundenlang in der prallen Sonne nutzen, was mit einem gewöhnlichen LCD bei voller Helligkeit kaum zu schaffen ist. Insgesamt fällt die Akkulaufzeit aber schwächer aus, als ich gehofft hatte. Selbst das BOOX Note Air3 C mit Farb-E-Ink und dem stromhungrigen BOOX Super Refresh hält in der Regel etwas länger durch. Das liegt vor allem am 2.200-mAh-Akku, für den sich Hannspree entschieden hat. Im Test kam ich auf rund drei Stunden Videowiedergabe und etwa viereinhalb Stunden Lesen am Stück. Das passt bei Videos zu den 2,5 bis 3 Stunden, die Hannspree im Datenblatt nennt. Das sehr dünne und leichte Gehäuse geht also auf Kosten der Laufzeit. Damit könnte ich leben, denn draußen nutze ich ein Tablet selten so lange am Stück.
Richtig frustriert hat mich dagegen der schlecht optimierte Standby. Auch wenn ich es gar nicht benutzt habe, verlor das Tablet rund 20 Prozent Akku pro Tag. In den letzten Wochen hatte ich nicht immer Zeit oder Bedarf, das HannsNote 2 zu nutzen, also lag es öfter ein paar Tage auf dem Schreibtisch. Wollte ich es dann endlich wieder in die Hand nehmen, war der Akku meistens leer, und ich musste es erst einmal anschließen.
Fazit
Trotz der genannten Schwächen ist das HannsNote 2 ein beeindruckendes Gerät für draußen, das dort einige Vorteile gegenüber E Ink hat. Drinnen kann es wegen des fehlenden Frontlichts und ein paar weiterer Einschränkungen leider nicht mithalten. Seine Stärken spielt das Tablet im Freien aus, und genau so könnte Hannspree es auch vermarkten: als ideales Gerät für Menschen, die viel Zeit draußen verbringen, statt als Konkurrenz zu E-Ink-Readern. Das HannsNote 2 ist eine Multimedia-Maschine mit einem schnellen, flimmerfreien und entspiegelten reflektiven LCD ohne Ghosting. Das ist für sich genommen gut genug. Mit E-Ink-Readern, die eine ganz andere Zielgruppe ansprechen, muss es sich gar nicht messen.
Mir hat das HannsNote 2 im Freien richtig viel Spaß gemacht, und genau dort gehört es für mich auch hin. Wer oft draußen ist und mit anderen Geräten in der Sonne kämpft, sollte es sich unbedingt ansehen. Ohne Frontlicht würde ich es für drinnen dagegen nicht empfehlen. Möglich ist das zwar, meistens aber nicht besonders bequem: ungefähr so wie Farb-E-Ink ohne Frontlicht, und auch das nur, wenn man das Licht im richtigen Winkel erwischt. Auf meiner Wunschliste für die nächste Generation der RLCD-Geräte von Hannspree stehen deshalb ein Frontlicht, ein größerer Akku und ein schnellerer, effizienterer Chip. Das könnte die meisten der genannten Nachteile beheben und die Technik zu einem besseren Allrounder für den Alltag machen.
Unser Fazit
Ohne Frontlicht würde ich es für drinnen dagegen nicht empfehlen.
Datenblatt: HannsNote 2
- Display 10″ Reflektives LCD Farbe, Touchscreen
- Auflösung 194 ppi 1600 × 1200 Pixel
- Gewicht 350 g 221,5 × 184,4 × 4,9 mm
- Speicher 64 GB kein Speicherkartenslot
- Licht Keine
- Bedienung Touch + Stift keine Blättertasten
- Audio Lautsprecher plus Bluetooth
- Akku 2.200 mAh
Allgemein
- Hersteller
- Hannsnote
- Gerätetyp
- Tablet
- Marktstart
- 2024
- Preis zum Marktstart
- 329 €
- Farben
- Schwarz
Display
- Technologie
- Reflektives LCD
- Größe
- 10 Zoll
- Auflösung
- 1600 × 1200 px
- Pixeldichte
- 194 ppi
- Farbdisplay
- Ja
- Farbtiefe
- 16.7M (8-bit)
- Touchscreen
- Ja, kapazitiv + USI-Stift
- Beleuchtung
- Nein
Gehäuse & Bedienung
- Maße
- 221,5 × 184,4 × 4,9 mm
- Gewicht
- 350 g
- Blättertasten
- Nein
- Lagesensor
- Ja
Verbindungen
- USB
- USB-C
- Bluetooth
- Ja
- WLAN
- Ja, 2,4 und 5 GHz
- Mobilfunk
- Nein
Hardware
- Prozessor
- Quad-Core · Rockchip RK3566
- Arbeitsspeicher
- 4 GB
- Speicher
- 64 GB
- Speicherkarte
- Nein
- Lautsprecher
- Ja, Mono
- Mikrofon
- Ja
- Akku
- 2.200 mAh
- Betriebssystem
- Android 13
Unterstützte Dateiformate
- EPUB
- TXT
- CHM
- RTF
- PRC
- HTML
- PDB
- JPG
- PNG
- BMP
Alle Angaben ohne Gewähr. Werte ohne gesicherte Angabe werden nicht angezeigt.
Alternativen zum HannsNote 2
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- Wenn es schärfer sein soll

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UVP 550 € · 2024- 300 statt 194 ppi
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ab 359,10 € · 2024- 300 statt 194 ppi
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Im Vergleich
| Merkmal | HannsNote 2 | Onyx Boox Note Air4 C | Boox Note Air 5C | PocketBook InkPad Eo |
|---|---|---|---|---|
| Aktueller Bestpreis | ? | ? | ? | 359,10 € |
| UVP zum Marktstart | 329 € | 550 € | 530 € | 569 € |
| Display | 10″ Reflektives LCD | 10,3″ Kaleido 3 | 10,3″ Kaleido 3 | 10,3″ Kaleido 3 |
| Pixeldichte | 194 ppi | 300 ppi | 300 ppi | 300 ppi |
| Gewicht | 350 g | 420 g | 430 g | 470 g |
| Wasserschutz | ? | – | – | – |
| Blättertasten | – | – | Ja | – |
| Warmlicht | – | Ja | Ja | Ja |
| Speicher | 64 GB | 64 GB + microSD | 64 GB + microSD | 64 GB + microSD |
| Bluetooth | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Marktstart | 2024 | 2024 | 2025 | 2024 |
| Geräteseite | Zum Test | Zum Test | Zum Gerät |
Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.








