Bigme inkNoteX Color

Schnelles Farbnotiztablet mit schwachem Frontlicht und unfertiger Software

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Auf einen Blick

Das Bigme inkNoteX Color verbindet ein großes Farbdisplay mit schnellem Chip und vielseitigen Notizfunktionen. Es passt zu Lesern, die eigene Android-Apps und handschriftliche Arbeit kombinieren möchten. Beim getesteten Gerät bremsen jedoch das dunkle, ungleichmäßige Frontlicht und die wenig ausgereifte Software den starken Hardwareeindruck.

Ideal für: PDFs und Fachliteratur · Comics, Magazine, Kochbücher · Apps aus anderen Stores

Vorteile

  • E-Ink Kaleido 3 mit 300/150 ppi
  • Kratzfeste Glasfront mit klarer Darstellung
  • Hochwertig wirkender, flacher Rahmen
  • Kunstlederhülle im Lieferumfang
  • Schneller MediaTek Dimensity 900
  • 128 GB Speicher plus MicroSD
  • Offenes Android 13 mit Google Play
  • Umfangreiche Notizfunktionen mit Ebenen
  • Stabile Markierungen beim Wechsel der Schriftgröße
  • Sparsamer Akkubetrieb im Lesealltag

Nachteile

  • Dunkles, ungleichmäßiges Frontlicht
  • Wenig intuitive, unausgereifte Oberfläche
  • Dicker Stift ohne Radierfunktion
  • Testgerät 2024 mit Sicherheitspatch vom Oktober 2023
  • Hoher Preis für das Gesamtpaket

Schnellcheck: Wofür eignet sich das Gerät?

Eingeordnet nach Einsatzzweck, auf Basis der technischen Daten.

  • Handschriftliche NotizenNotizgerät Gut
  • PDFs und Fachliteratur10,3-Zoll-Display, nahe an A4 Ideal
  • Comics, Magazine, KochbücherFarbdisplay (E Ink Kaleido 3) Ideal
  • Apps aus anderen StoresAndroid 13, Apps installierbar Ideal
  • Romane und SachbücherSehr scharf, aber 10,3 Zoll sind groß für eine Hand Gut
  • Lesen im Bett und bei NachtFrontlicht mit regelbarem Warmlicht Ideal

Bigme inkNoteX Color im Überblick

Das Bigme inkNoteX Color gehört zur Generation der Farb-E-Ink-Tablets mit Android 13. Getestet wurde das Gerät 2024 mit der damaligen Software. Gedacht ist das Tablet dabei nicht als Einsteigermodell, sondern als Angriff auf die Oberklasse: Mit dem MediaTek Dimensity 900, 6 GB RAM und 128 GB internem Speicher, der sich zusätzlich per MicroSD erweitern lässt, gehörte es zum Testzeitpunkt zu den schnellen E-Ink-Tablets. Der effizientere Chip zahlt sich auch bei der Laufzeit aus. Spannend wird damit vor allem eine Frage: Reicht die starke Hardware, um mit dem BOOX Tab Ultra C Pro mitzuhalten, an dem sich Bigme bei Ausstattung und Preis erkennbar orientiert? Die Antwort fällt gemischt aus, denn beim inkNoteX Color klaffen Datenblatt und Alltagserlebnis auffällig weit auseinander.

Gehäuse, Display und Frontlicht

Die Verarbeitung gehört klar zu den Stärken. Der Kunststoffrahmen sieht fast wie Aluminium aus und fühlt sich angenehm an, bei rund sieben Millimetern Bautiefe wirkt das Tablet entsprechend hochwertig. Die Rückseite fällt dagegen ab: Sie wirkt schlicht und eher wie günstiges Plastik, und da außer auf dem Standby-Bildschirm nirgends ein Bigme-Logo auftaucht, erinnert das Gerät fast an eine OEM-Lösung. Die Kameras auf Vorder- und Rückseite sitzen immerhin bündig im Gehäuse und stehen nicht wie beim BOOX Tab Ultra hervor, ihr praktischer Nutzen auf einem E-Ink-Tablet bleibt allerdings gering. Kleine Ungereimtheiten zeigen sich am Kartenschlitten, der neben der MicroSD-Karte auch eine SIM-Karte aufnimmt, obwohl das Tablet gar keinen Mobilfunk unterstützt. Positiv überrascht dagegen die mitgelieferte Hülle in Lederoptik, die sich spürbar wertiger anfühlt als viele BOOX-Hüllen, innen aber schnell erste Abnutzungsspuren zeigt.

Das 10,3 Zoll große Display setzt auf E-Ink Kaleido 3 und arbeitet wie gewohnt zweistufig: Schwarz-Weiß-Inhalte erscheinen mit 300 ppi, Farben über den aufgelegten RGB-Filter mit 150 ppi und bis zu 4.096 Farbtönen. Die kratzfeste Glasfront unterstreicht den hochwertigen Eindruck und sorgt für etwas mehr Klarheit, verzichtet dafür aber auf eine papierähnliche Textur. Typisch für die Technik sind die gedeckten Farben, die nie an ein LCD heranreichen, sowie ein insgesamt dunklerer Bildeindruck, weil der Farbfilter über der Anzeige liegt. Ohne Frontlicht ist das Lesen deshalb kaum angenehm. Mit der passenden Erwartungshaltung gewöhnt man sich an die zurückhaltenden Farben aber schnell.

Umso schwerer wiegt, dass ausgerechnet das Frontlicht zu den größten Enttäuschungen zählt. Mit rein kaltweißen LEDs erreicht es nur rund 27 Nits und bleibt damit dunkler als bei vielen anderen Kaleido-3-Geräten. Hinzu kommt ein deutlicher Helligkeitsverlauf von links nach rechts, der selbst bei Tageslicht auffällt und fast 6 Nits ausmacht. Werden warme und kalte LEDs gemischt, steigt zwar die Helligkeit, der Verlauf wächst aber auf rund 10 Nits an. Schon der Bigme B751C zeigte ein ähnliches Problem. Serienstreuungen beim Frontlicht sind bei E-Ink-Geräten nicht ungewöhnlich, treffen können sie aber jeden Käufer, und hier wäre mehr Qualitätskontrolle gefragt. Versöhnlicher fallen die E-Ink-Modi aus, die sich für Android-Apps, das Surfen und selbst Bewegtbild flexibel umschalten lassen; bei schnellen Szenen zeigt das inkNoteX Color sogar weniger Geisterbilder als BOOX mit Super Refresh. Auch die Ausdauer stimmt: Im voreingestellten Energiesparmodus verliert der 4.000-mAh-Akku bei einem Blätterintervall von 15 Sekunden und voller Kaltlichthelligkeit rund 6 Prozent pro Stunde; das BOOX Note Air3 C kommt im selben Szenario auf 13 Prozent, leuchtet allerdings auch heller.

Android 13, Stift und Notizen

Bei der Software zeigt sich das zentrale Problem des Tablets. Android 13 bringt gegenüber den bisherigen Bigme-Modellen mit Android 11 praktisch keinen Fortschritt, denn die Oberfläche ist im Kern dieselbe geblieben. Sie ist uneingeschränkt nutzbar, wirkt aber wenig intuitiv, und vielen Details fehlt der letzte Schliff. Wer von BOOX oder einem regulären Android-Tablet kommt, bemerkt das schnell. Kleinere Verbesserungen wie der verständlichere Umschalter für die E-Ink-Modi zeigen, dass Bigme daran arbeitet, an den Grundlagen hat sich aber wenig geändert. Auch bei der Sicherheit bringt die neuere Android-Version wenig, denn im Mai 2024 lief das Gerät noch mit dem Sicherheitspatch vom Oktober 2023. Abhilfe schafft vor allem die Offenheit des Systems: Über den integrierten Google Play Store oder per Sideloading lassen sich eigene Apps installieren, die manche Schwäche der Bigme-Oberfläche ausgleichen.

Überraschend gut gelingen die Notizfunktionen. Ebenen, Vorlagen, Formen und verschiedene Stifttypen sind an Bord, und die Wacom-Eingabe reagiert mit geringer Latenz, auch wenn der erste Strich wie bei BOOX gelegentlich minimal verzögert erscheint. Unsauber wirken dagegen einige der mitgelieferten Vorlagen, deren Linien nicht einheitlich dargestellt werden, und die Aufteilung in separate Apps für Notizen, Besprechungsnotizen mit Audioaufnahme und Aufgaben wirkt eher überladen als durchdacht. Die Wacom-EMR-Schreibfunktion benötigt keinen geladenen Stiftakku. Der Stift dient zusätzlich als Funkfernbedienung samt Laserpointer; diese Zusatzfunktionen und die Tasten benötigen dagegen Energie. Er fällt recht dick aus, liegt nicht besonders gut in der Hand und verzichtet auf eine Radierfunktion. Geladen wird er über Pogo-Pins an der Gehäuseseite, was zuverlässig, aber weniger elegant gelöst ist als beim Huawei MatePad Paper. Zudem bleibt der Stift auch bei deaktiviertem Bluetooth aktiv, was stört, wenn alle Funkverbindungen bewusst abgeschaltet sein sollen.

Bei PDFs und eBooks liefert das inkNoteX Color solide, aber selten herausragende Ergebnisse. Direkt mit dem Stift auf PDF-Seiten zu schreiben funktioniert, auch das Navigieren per Pinch-to-Zoom gelingt ordentlich, erweiterte Ansichten wie ein Spaltenmodus, den BOOX und PocketBook bieten, fehlen jedoch. CBR-Dateien lassen sich nicht direkt öffnen, stattdessen will das System die Datei über eine chinesischsprachige App in die Alibaba-Cloud hochladen. Die eBook-Funktionen fallen dagegen ordentlich aus: Wörterbücher lassen sich direkt aus der Oberfläche installieren, und handschriftliche Markierungen bleiben selbst nach einer Änderung der Schriftgröße meist an der richtigen Stelle, was auf anderen Android-Tablets kaum gelingt. Die Text-to-Speech-Funktion lässt sich für englische Texte dagegen kaum sinnvoll einrichten, weil die Einstellungen nicht über die chinesischen Vorgaben hinauskommen. Die Kamera-App wiederum verlangt eine Zustimmung zur Standort- und Datenfreigabe.

Fazit

Zwar bringt das inkNoteX Color mit hochwertiger Haptik, schnellem Chip, großzügigem Speicher und guter Akkulaufzeit eine beeindruckende Basis mit, doch im Alltag wird daraus kein überzeugendes Nutzungserlebnis. Das schwache, ungleichmäßige Frontlicht und die nach wie vor unausgereifte Oberfläche wiegen schwer, zumal Android 13 keinen spürbaren Mehrwert liefert. Mit Google Play lässt sich vieles abfedern. Das Testgerät kostete damals rund 700 Euro, und für diesen Preis war der Feinschliff zu gering. Die damals gegenübergestellten BOOX-Geräte waren ebenfalls nicht frei von Schwächen, boten insgesamt jedoch das rundere Erlebnis. Unterm Strich ist das inkNoteX Color ein Tablet, dessen Hardware deutlich weiter ist als seine Software – wer ein farbiges E-Ink-Tablet sucht, fand damals mit dem BOOX Note Air3 C oder dem BOOX Tab Ultra C ausgewogenere Alternativen.

Bigme inkNoteX Color im Video

First Android 13 E-Ink Tablet: Does It Actually Matter? Bigme InkNote X REVIEW

Testbericht

Chalid Von · Aktualisiert am

Auf dem Papier macht das Bigme inkNote X Color vieles richtig: ein schneller Prozessor, großzügiger Speicher, ein 10,3-Zoll-Farbbildschirm und ein offenes Android-System. Beim Benutzen bleibt davon ein gemischter Eindruck. Die Leistung ist gut, die Stifteingabe brauchbar und die Erweiterbarkeit willkommen. Ausgerechnet an den Stellen, die ich ständig sehe und bediene, hapert es aber: an der Beleuchtung und an einer Oberfläche, die zu oft unfertig wirkt. Android 13 ändert daran wenig. Ich kann mit dem Tablet arbeiten, muss dabei jedoch mehr Eigenheiten akzeptieren, als ich bei einem Gerät dieser Klasse möchte.

Solide Ausstattung mit merkwürdigen Details

Der Kunststoffrahmen sieht fast wie Aluminium aus und fühlt sich angenehm an. Die Verarbeitung gefällt mir insgesamt gut, auch wenn die schlichte Kunststoffrückseite weniger hochwertig wirkt. Praktisch sind die bündigen Kameras vorne und hinten: Wenn ich sie nicht nutze, stören wenigstens keine vorstehenden Objektive. Die mitgelieferte Hülle war eine angenehme Überraschung. Ihre Oberfläche fühlt sich gut an, innen zeigten sich allerdings schon Gebrauchsspuren. Wie stark sie langfristig verschleißt, muss sich noch zeigen; der erste Eindruck fällt außen überzeugender aus als innen.

Graue Rückseite des Bigme inkNote X Color, in beiden Händen gehalten.
Die schlichte Rückseite bleibt glatt; die Kamera sitzt bündig im Gehäuse.

128 GB interner Speicher bieten viel Platz, und trotzdem lässt sich eine microSD-Karte nachrüsten. Diese Wahlmöglichkeit gefällt mir. Irritierend ist dagegen der gemeinsame Kartenträger: Er besitzt zusätzlich einen Platz für eine SIM-Karte, mit der sich im Test keine Mobilfunkverbindung herstellen ließ. Mobilfunk hat Bigme allerdings auch nie angekündigt. Der SIM-Platz ist also schlicht ein überflüssiges Detail, das nicht zu einem sorgfältig abgestimmten Produkt passt. Ähnliche Kleinigkeiten begegnen mir später in der Software wieder.

Mit dem MediaTek Dimensity 900 gehörte das inkNote X Color zum Testzeitpunkt zu den schnellsten E-Ink-Tablets. Das Display bleibt naturgemäß ein begrenzender Faktor, doch eine schnelle Plattform hilft trotzdem beim Öffnen und Nutzen von Apps. Mikrofone, Stereolautsprecher und ein 4.000-mAh-Akku ergänzen die Ausstattung. Die Kameras brauche ich persönlich kaum: Für das Erfassen von Dokumenten bevorzuge ich mein Smartphone und übertrage die Dateien anschließend auf das Tablet. Die separate Kamera-App verlangte zudem Zustimmung zu Standort und Datenfreigabe, die ich nicht erteilen wollte. Welche Daten tatsächlich übertragen werden, weiß ich nicht; die verlangten Freigaben reichen mir aber als Grund, diese App nicht zu verwenden.

Farbe ja, überzeugende Beleuchtung nein

Das glatte Frontglas trägt zum hochwertigen Eindruck bei. Eine papierähnliche Struktur gibt es nicht, dafür wirkt die Darstellung klar. Diesen Tausch finde ich grundsätzlich in Ordnung. Kaleido 3 kombiniert 300 ppi für Schwarz-Weiß-Inhalte mit 150 ppi für Farbe. Der zusätzliche Farbfilter macht den Hintergrund dunkler; ohne Frontbeleuchtung lese ich darauf nicht besonders gerne. Auch die Farbsättigung bleibt deutlich hinter einem LCD zurück. An die gedeckten Farben gewöhne ich mich schnell, zumal sie für Abbildungen und farbige Anmerkungen einen echten Nutzen haben. Wer kräftige Tabletfarben sucht, sollte seine Erwartungen jedoch vorher korrigieren.

Weniger leicht gewöhne ich mich an die Beleuchtung. Beim getesteten Exemplar verläuft die Helligkeit deutlich von links nach rechts. Schon bei Tageslicht ist das erkennbar. Mit ausschließlich kaltweißen LEDs erreicht die Beleuchtung maximal 27 Nits, der Unterschied über die Fläche beträgt fast sechs Nits. Mische ich warmes Licht hinzu, wird der Bildschirm heller, der Verlauf aber noch stärker: Dann liegen ungefähr zehn Nits zwischen den Bereichen. Das ist besonders ärgerlich, weil ich die Beleuchtung wegen des dunklen Farbfilters häufig brauche. Serienstreuung kann eine Rolle spielen, nicht jedes Exemplar muss genauso aussehen. Für mich gehörte diese Beleuchtung zu den enttäuschenderen, die mir damals untergekommen waren.

Bigme-Tablet mit handschriftlichem Messraster und Helligkeitssensor neben dem Gerät.
Die Messpunkte zeigen den Helligkeitsverlauf über die beleuchtete Fläche.

Die unterschiedlichen E-Ink-Modi sind dagegen eine Stärke. Sie machen Android-Apps und Webseiten besser benutzbar und erlauben sogar die Wiedergabe von Videos. Bei schnellen Bewegungen blieben nach meinem Eindruck teilweise weniger Nachbilder stehen als bei BOOX Super Refresh. Das gilt nicht für jede Situation und macht aus E Ink keinen LCD-Ersatz. Es zeigt aber, dass Bigme die Ansteuerung des Bildschirms durchaus gut beherrscht. Umso bedauerlicher ist es, dass der positive Eindruck beim Wechsel zurück in die alltäglichen Menüs nicht durchgehend erhalten bleibt.

Android 13 löst die Bedienprobleme nicht

Die Oberfläche ähnelt stark den bisherigen Bigme-Geräten mit Android 11. Einzelne Bereiche, etwa die Auswahl der Bildmodi, wurden verständlicher, die grundlegende Bedienung bleibt aber wenig intuitiv. Benutzbar ist das alles, nur häufig umständlicher als bei BOOX oder einem gewöhnlichen Android-Tablet. Die höhere Android-Versionsnummer bringt hier keine entsprechend große Verbesserung. Auch beim Sicherheitsstand darf man die Versionsnummer nicht mit Aktualität verwechseln: Im Test im Mai 2024 war der Patchstand Oktober 2023 installiert. Spätere Updates können das inzwischen geändert haben. Positiv bleiben Google Play und die Möglichkeit, Apps selbst zu installieren. Damit lassen sich einige Schwächen der mitgelieferten Programme umgehen.

Die eigentliche Notizfunktion kann mehr, als die wenig geschliffene Oberfläche zunächst vermuten lässt. Ebenen, Vorlagen, Formen und verschiedene Stiftarten sind vorhanden. Die Wacom-Eingabe reagiert schnell, gelegentlich verzögert sich allerdings der erste Strich. Manche linierten Vorlagen wirken unsauber, weil ihre Linien unterschiedlich aussehen. Das verhindert keine Notizen, fällt mir beim Schreiben aber immer wieder auf. Weniger Programme mit besser abgestimmten Funktionen wären mir lieber als die Aufteilung in normale Notizen, Besprechungsnotizen mit Audio und eine weitere Aufgaben-App. Der Funktionsumfang ist groß; eine besonders klare Arbeitsumgebung entsteht daraus noch nicht.

Liniertes Notizbuch auf dem inkNote X Color mit Handschrift und seitlicher Werkzeugleiste.
Die Notizfunktion bietet zahlreiche Werkzeuge und Vorlagen für handschriftliche Einträge.

Beim Stift hätte ich andere Prioritäten gesetzt. Er ist recht dick und liegt für meinen Geschmack nicht besonders angenehm in der Hand. Oben sitzt ein Laserpointer, ein Radierer fehlt dagegen. Die Fernbedienungsfunktionen benötigen einen geladenen Akku; normales Schreiben funktioniert dank Wacom auch mit leerem Stiftakku weiter. Geladen wird über seitliche Kontakte. Das funktioniert, sieht aber wenig elegant aus. Eine Fernbedienung kann praktisch sein, für meinen Schreiballtag hätte ein angenehmerer Stift mit Radierer mehr Wert. Die zusätzliche Technik verbessert deshalb nicht automatisch das wichtigste Zubehör eines Notiztablets.

Bigme inkNote X Color schräg in der Hand mit Stift und sichtbaren Ladekontakten.
Seitliche Kontakte laden den Stift für seine Zusatzfunktionen.

PDFs lassen sich direkt beschreiben. Vergrößern mit zwei Fingern und Verschieben des Ausschnitts funktionieren ordentlich, weitergehende Ansichten wie ein Spaltenmodus fehlen jedoch. Beim Öffnen einer CBR-Datei wurde es unnötig kompliziert: Statt den Comic anzuzeigen, öffnete sich eine chinesischsprachige Anwendung, die eine Übertragung in die Alibaba-Cloud vorsah. Ob der Wechsel auf Android 13 dafür verantwortlich ist, kann ich nur vermuten. Ich musste zusätzliche Software installieren, um die vorhandenen Apps genauer einzusehen. Solche Abläufe passen für mich nicht zu einem fertigen internationalen Produkt. Die Erweiterbarkeit hilft, ersetzt aber keine vernünftigen Voreinstellungen.

Die Buchfunktionen sind insgesamt brauchbar. Wörterbücher lassen sich direkt über die Oberfläche nachinstallieren, Anmerkungen sowohl über die Bildschirmtastatur als auch mit dem Stift ergänzen. Besonders erfreulich: Handschriftliche Markierungen blieben beim Ändern der Textgröße häufig an der richtigen Stelle. Perfekt funktioniert das nicht immer. So gut hatte ich diese Funktion zum Testzeitpunkt aber noch auf keinem anderen Android-Tablet gesehen. Wer seine Schriftgestaltung nicht ständig verändert, bekommt damit eine nützliche Ergänzung. Die Vorlesefunktion überzeugte dagegen nicht: Für einen englischen Text ließ sie sich mit den vorgegebenen chinesischen Einstellungen nicht sinnvoll zum Laufen bringen.

Englische Buchseite auf dem Bigme-Tablet mit einem handschriftlich eingekreisten Textabschnitt.
Mit dem Stift lassen sich Anmerkungen direkt auf der Buchseite ergänzen.

Die Laufzeit ist mit dem standardmäßig aktiven Energiesparmodus ordentlich. Bei automatischem Umblättern alle 15 Sekunden und maximalem kaltweißem Licht verlor das Tablet ungefähr sechs Prozent Ladung pro Stunde. Der Vergleich mit dem höheren Verbrauch des Note Air3 C hinkt allerdings etwas, weil dessen Beleuchtung heller ist. Viel Stifteingabe, Surfen und anspruchsvolle Apps erhöhen den Verbrauch zusätzlich. Für eine Empfehlung reichen mir die ordentliche Ausdauer und die leistungsfähige Hardware am Ende nicht. Beleuchtung und Software verlangten bei meinem Test zu viele Zugeständnisse. Gerade bei den rund 700 Euro, die ich damals für das Tablet bezahlt habe, fällt das schwer ins Gewicht. BOOX ist ebenfalls nicht fehlerfrei, bietet für mich insgesamt aber das bessere Nutzungserlebnis. Wer gerne andere Apps einrichtet, kann manches verbessern; die eigentliche Hausaufgabe liegt trotzdem bei Bigme.

Datenblatt: Bigme inkNoteX Color

  • Display 10,3″ Kaleido 3 Farbe, Touchscreen
  • Auflösung 300 / 150 ppi 2480 × 1860 Pixel
  • Speicher 128 GB plus Speicherkartenslot
  • Wasserschutz Keine von Wasser fernhalten
  • Licht Warm + kalt Farbtemperatur regelbar
  • Bedienung Touch keine Blättertasten
  • Audio Lautsprecher plus Bluetooth
  • Akku 4.000 mAh

Allgemein

Hersteller
Bigme
Gerätetyp
E-Note
Marktstart
2024
Farben
Schwarz

Display

Technologie
E Ink Kaleido 3
Größe
10,3 Zoll
Auflösung
2480 × 1860 px
Pixeldichte
300 / 150 ppi
Farbdisplay
Ja
Farbtiefe
4096 colors
Touchscreen
Ja
Beleuchtung
Frontlicht mit Warmlicht
Plane Front
Ja

Gehäuse & Bedienung

Wasserschutz
Nein
Blättertasten
Nein

Verbindungen

USB
USB-C
Bluetooth
Ja
WLAN
Ja, 2,4 und 5 GHz
Mobilfunk
Nein

Hardware

Prozessor
Octa-Core · MediaTek Dimensity 900 (2.4 GHz octa-core)
Arbeitsspeicher
6 GB
Speicher
128 GB (bis 256 GB)
Speicherkarte
Ja, microSD
Lautsprecher
Ja, Stereo
Mikrofon
Ja
Akku
4.000 mAh
Betriebssystem
Android 13

Software

eBook-Shop
Ja, begrenztes Angebot

Alle Angaben ohne Gewähr. Werte ohne gesicherte Angabe werden nicht angezeigt.

Alternativen zum Bigme inkNoteX Color

Geräte derselben Klasse mit dem entscheidenden Unterschied, aus unserer Gerätedatenbank.

Im Vergleich

Bigme inkNoteX Color im Vergleich mit ähnlichen Geräten
Merkmal Bigme inkNoteX Color Bigme inkNoteX Color Bigme inkNote Color+Bigme inkNote Color+ Bigme inkNoteSBigme inkNoteS TCL NXTPAPER 10sTCL NXTPAPER 10s
UVP zum Marktstart??369 €276 €
Display10,3″ Kaleido 310,3″ Kaleido 310,3″10,1″ TCL NXTPAPER
Pixeldichte300 ppi300 ppi227 ppi224 ppi
Gewicht???490 g
Wasserschutz––––
Blättertasten––––
WarmlichtJaJaJa–
Speicher128 GB + microSD128 GB + microSD64 GB + microSD64 GB + microSD
BluetoothJaJaJaJa
Marktstart2024202320232022
Geräteseite Zum Gerät Zum Gerät Zum Test

Werte aus der ALLESebook-Gerätedatenbank. „?“ bedeutet: nicht gesichert. UVP = Preis zum Marktstart.