E Ink Holding macht Verlust

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Etwas überraschend kommt es, aber mit dem Aufstieg der Billig-Tablets, besonders in den USA, hätte man das durchaus erahnen können: Die E Ink Holding schreibt erstmals nach 10 gewinnbringenden Quartalen wieder Verluste. Für das 1. Quartal 2012 sind dies ca. 27 Millionen US-Dollar.

Die E Ink Holding ist der Hersteller der eInk Pearl Displays, welche man aktuell in fast jedem modernen eBook Reader findet – von Amazon, über Kobo, Sony bis hin zu PocketBook.

Im Vergleich zum 1. Quartal 2011 sind die Umsätze um 63 Prozent gesunken. Wie die E Ink Holding erklärt, liegt dies einerseits an „Off-Season Effects“, also generell niedrigeren Verkäufen außerhalb des starken Weihnachtsgeschäfts, und andererseits an der ausreichenden Lagerung von eInk-Displays bei deren Partnern.

Wie erwähnt, darf man aber auch den Tablet-Effekt nicht vergessen, denn mit 200 US-Dollar sind Kindle Fire & Co für die breite Masse der Interessenten in den USA erstmals erschwinglich geworden.

Bei der E Ink Holding gibt man sich aber optimistisch. In der zweiten Jahreshälfte sollen die Umsätze wieder auf das alte Niveau steigen. Man darf gespannt sein, ob diese Prognose mit neuen Farb-eInk-Displays im Schleptau daher kommt.

Aber selbst wenn nicht, Europa als Wachstumsmarkt sollte man hier nicht vergessen, denn 2012 ist das erste Jahr in dem es auch hier umfangreiche eBook (Reader) Angebote gibt. Damit kann man den europäischen Märkten ein deutliches Wachstum prognostizieren – und damit verbunden dürfte die E Ink Holding tatsächlich wieder alte Wege bescheiten.

Für die ferne Zukunft könnte es für die E Ink Holding aber dennoch etwas enger werden. Nicht unbedingt wegen der Tablet-Konkurrenz, sondern weil auch andere Hersteller, wie Pixel Qi und Qualcomm den ePaper-Displays auf den Markt bringen (wollen). Bisher waren deren Versuche nicht von besonderem Erfolg gekrönt, aber über kurz oder lang wird man wohl auch deren Displays im einen oder anderen Produkt hierzulande sehen.