4,3 Prozent eBook Marktanteil in Deutschland, Wachstum verlangsamt sich

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In der Vergangenheit hat sich bereits abgezeichnet, dass der digitale Buchmarkt in Deutschland nicht den selben Höhenflug erreichen wird, wie das in den USA und Großbritannien der Fall war. Im Vereinigten Königreich bringen es eBooks auf einen Umsatzanteil von rund 14 Prozent (2013), im Land der unbegrenzten Möglichkeiten schaffen es die elektronischen Bücher sogar auf einen Anteil von rund 22 Prozent (2013). Deutschland lag 2013 mit nur 3,9 Prozent deutlich dahinter.

Die Gründe dafür sind vielfältig, in erster Linie wurde lange Zeit aber der verhältnismäßig langsame Wandel des lokalen Buchmarktes auf die sich veränderten Gegebenheiten verantwortlich gemacht. Das fehlende Angebot erlaubte es eben nicht, dass der eBook-Markt so schnell wuchs wie im englischsprachigen Raum. Das könnte aber nur die halbe Wahrheit sein, wie eine aktuelle Analyse des Börsenvereins in Zusammenarbeit mit der Gfk zeigt.

Im Jahr 2014 ist der digitale Umsatzanteil am Gesamtbuchmarkt nur noch langsam gewachsen. Während es 2013 um 60,5 Prozent nach oben ging, betrug die Steigerung am Publikumsmarkt im Vorjahr nur noch 7,6 Prozent.  Der Anteil liegt damit bei insgesamt 4,3 Prozent und somit weiterhin deutlich niedriger als in den USA oder Großbritannien.

Die Umsatzanteile in den Warengruppen verteilen sich wie folgt:

  • Belletristik: 84 Prozent (2013: 83 Prozent)
  • Kinder- und Jugendbuch: 5 Prozent (2013: 7 Prozent)
  • Ratgeber: 5 Prozent (2013: 4 Prozent)
  • Sachbücher/Lexika: 6 Prozent (2013: 5 Prozent)

Insgesamt 5,7 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands (ab 10 Jahren) haben 2014 eBooks gekauft. Das entspricht 3,9 Millionen Personen (2013: 3,4 Millionen).

Reichhaltiges Angebot, sinkende Wachstumskurve

Das fehlende Angebot kann jedenfalls nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Spätestens mit dem Start der Tolino-Allianz im Jahr 2013 erwachte der heimische eBook-Markt aus seiner Trance. Für deutsche Leseratten gibt es seitdem mehr als genügend Optionen sich ins digitale Lesezeitalter zu stürzen – sowohl inhaltlich als auch in Hinblick auf die eBook Reader Hardware gibt es eine ausreichend große Auswahl.

Ein anderer Grund für das abgeflachte Wachstum könnte die Buchpreisbindung sein. Während es in den zwei genannten Ländern keine solche gibt und z.T. heftige Preisnachlässe und Preiskämpfe bei eBooks zu beobachten sind, ist das hierzulande nicht der Fall. Für Schnäppchenjägrer und Sparfüchse ist der Wechsel zum Digitalbuch (trotz generell niedrigerer Preise) aus finanzieller Sicht daher nicht ganz so attraktiv wie in den englischsprachigen Märkten.

„E-Books sind fester Bestandteil des Buchmarktes und von dort als weitere Editionsform neben Hardcovern, Taschenbüchern und Hörbüchern nicht mehr wegzudenken. Allerdings hatten viele Marktteilnehmer dauerhaft höhere Wachstumsraten erwartet. Die Dynamik der Steigerung nimmt derzeit stark ab, obwohl Lesegeräte mittlerweile sehr verbreitet sind“, kommentiert der Vorsteher des Börsenvereins die Entwicklung. Trotz des geringeren Wachstums geht man allerdings davon aus, dass der eBook-Anteil weiterhin wachsen wird: „Auch der online gut aufgestellte Buchhandel vor Ort spürt die steigende Nachfrage nach E-Books. Deshalb bin ich mir sicher, dass der E-Book-Anteil am Umsatz weiter wachsen wird“.

Bildquelle: Börsenverein