PocketBook Touch HD 3 im ausführlichen Test

Geschätzte Lesezeit: 25:16 min.

In einiger Regelmäßigkeit hat PocketBook in den vergangenen Jahren neue High-End eReader im 6 Zoll Segment auf den Markt gebracht. Auch 2018 war es wieder so weit: Der PocketBook Touch HD 3 ging kurz vor Weihnachten an den Start und tritt in die Fußstapfen des ausgezeichneten Touch HD 2.

Das neue Modell bringt einige interessante Neuerungen mit und ist der wohl am besten ausgestattete Mainstream 6 Zöller: Wasserschutz, Hörbuchunterstützung und eine blaulichtreduzierte Beleuchtung gehören zu den Hauptfeatures.

Wie sich das neue Premium-Modell in der Praxis schlägt und ob es eine würdige Nachfolge zum Touch HD 2 ist, sehen wir uns nachfolgend an.

Verarbeitung und Ausstattung

Der PocketBook Touch HD 3 folgt dem neuen Gehäusedesign des InkPad 3 und ist beinahe identisch zum Touch Lux 4. Damit hat sich die Optik dahingehend verändert, dass der Gehäuserahmen im Vergleich zum Vorgänger deutlich schmäler geworden und die Gesamtgröße merklich geschrumpft ist.

PocketBook Touch HD 3 (links) und Touch HD 2 (rechts) im Vergleich

Der eReader misst nur noch 161,3 x 108 x 8 mm und ist damit deutlich kleiner als der Touch HD 2 (175 x 113,5 x 9 mm). Damit passt der Touch HD 3, wie in der Pressemeldung versprochen, tatsächlich auch ganz gut in so manche Hosentasche. Draufsetzen sollte man sich auf das Lesegerät aber trotzdem nicht.

Auch auf das Gewicht hat sich diese Verkleinerung spürbar ausgewirkt: Nur noch unglaublich geringe 155 Gramm bringt der Touch HD 3 auf die Waage. Damit schließt der eReader an den alten 5 Zöller Sony PRS-350 an, der ebenso leicht war.

PocketBook Touch HD 3 (links) und Touch Lux 4 (rechts) im Vergleich

Besonders auffällig werden diese Neuerungen, wenn man das Modell mit alten PocketBook eReadern direkt nebeneinander vergleicht. Ich empfand das alte Design nie als störend und mir haben die großen Angriffsflächen gut gefallen. Man kommt aber nicht umhin zu bemerken, wie klobig sich ein alter Touch HD 2 jetzt plötzlich anfühlt, wenn man längere Zeit den Touch HD 3 verwendet hat.

Liegt super in der Hand

Tolle Verarbeitung mit einem Kritikpunkt

Aber keine Sorge, trotz der geschrumpften Maße und des geringen Gewichts, fühlt sich das Gerät hochwertig an. Zu verdanken hat das der eBook Reader der Softtouch-Oberfläche und der sehr guten Verarbeitung.

Kritik muss sich das Lesegerät allerdings wegen des Einschaltknopfes gefallen lassen. Dieser besitzt – zumindest bei meinem Testgerät – nur einen kaum wahrnehmbaren Druckpunkt. Das führt dazu, dass man manchmal nicht genau weiß, ob die Betätigung des Knopfes funktioniert hat oder nicht. Dieser Nachteil lässt sich mit einem passenden Sleep-Cover umgehen, denn damit wird das Gerät automatisch (de-)aktiviert.

Der Einschaltknopf ist ein Ärgernis

Dennoch: Es bleibt jedenfalls ein echter Nerv-Faktor wenn man das Gerät ohne passende Hülle verwendet und stieß mir im Test mehrmals sauer auf.

Der Touch HD 3 wurde ursprünglich nur in der Kupferfarbe „Spicy Copper“ angekündigt, ist zum Marktstart aber auch in der grauen Farbvariante „metallic grey“ erschienen. Der Großteil der Vorderseite ist in beiden Fällen schwarz gefärbt. Unter den Knöpfen, an den Gehäuseseiten und an der Rückseite ist die jeweilige Farbversion ersichtlich. Ich selbst bin zwar kein Freund greller Farbtöne, fand mein kupferfarbenes Testgerät dann aber doch sehr ansprechend. Im Zweifelsfall sollte man aber wohl besser trotzdem zur sicheren Farbvariante in grau greifen.

Rückseite

Technik-Flaggschiff

Eines steht fest: Beim PocketBook Touch HD 3 wurde nicht bei der Ausstattung gespart. Der eBook Reader bietet einen so großen Funktions- und Ausstattungsumfang wie kein anderer Mainstream-eReader im 6 Zoll Segment.

Der neue Touch HD ist mit einem Dual-Core-Prozessor ausgestattet, der mit zwei Mal 1 GHz taktet und von 512 MB RAM Arbeitsspeicher unterstützt wird. Das neue SoC macht sich in der Benutzung in etwas schnelleren Reaktionszeiten bemerkbar, wobei der Unterschied zu Single-Core-Modellen aktuell noch nicht allzu groß ist. Eventuell kann PocketBook im Laufe der Zeit noch die eine oder andere Sekunde mit Hilfe von Softwareupdates rauskitzeln.

Der PocketBook Touch HD 3 (links) besitzt ebenso wie der große Bruder Inkpad 3 (rechts) einen Dual-Core-Prozessor

Ebenso wie beim InkPad 3 ist jetzt auch ein Lagesensor mit dabei. Dieser erkennt die Neigung des Touch HD 3, sodass die Anzeige automatisch gedreht wird. Will man das nicht, kann man die Funktion selbstverständlich auch deaktivieren.

Der interne Speicher wurde auf 16 GB verdoppelt (rund 13,7 GB frei), sodass man auch als Vielleser keine Platzprobleme bekommen sollte. Die bisher verfügbare Speicherkartenerweiterung wurde der neu hinzugekommenen Wasserfestigkeit geopfert. Auch für Hörbuchnutzer dürfte der Platz kurz- und mittelfristig ausreichend sein. Trotzdem wird man bei regelmäßiger Nutzung den internen Speicher irgendwann entrümpeln müssen.

Zum Vergleich: Amazon bietet für Hörbuchfans die beiden eReader Kindle Paperwhite und Oasis mit jeweils 32 GB Speicherplatz (mit Aufpreis) an. Andere Geräte ohne Hörbuchfokus kommen inzwischen mit meist 8 GB Speicherplatz auf den Markt.

Tastenlayout unter dem Bildschirm

Wassergeschützter Hörbuchgenuß

Der PocketBook Touch HD 3 verfügt über eine (Nano-)Versieglung der Elektronik der Firma HZO, was der Schutzklasse IPX7 entspricht. Damit kann der eReader bei 1 Meter Tiefe bis zu 30 Minuten im Wasser verbleiben ohne Schaden zu nehmen. Wie üblich bezieht sich diese Angabe aber nur auf Süßwasser, sodass für andere Flüssigkeiten (Salzwasser, Chlorwasser, etc.) andere Werte gelten. Bei Wasserkontakt sollte das Gerät am besten aufgestellt werden, sodass die Flüssigkeit über den Micro-USB-Anschluss an der Unterseite abtropfen kann.

Ebenfalls neu ist die Bluetooth-Unterstützung. Diese wurde implementiert um eine komfortablere Hörbuchunterstützung zu bieten. Bereits im Oktober wurde angekündigt, dass die PocketBook-Cloud um die Hörbuchunterstützung erweitert werden würde. Der Touch HD 3 ist der erste eReader der diesen neuen Fokus gleich zum Marktstart besitzt. Andere Modelle haben den neuen Hörbuch-Player (siehe unten) ebenfalls spendiert bekommen.

Der Tolino Vision 4 HD (rechts) ist zwar ebenfalls wassergeschützt, kann aber keine Hörbücher abspielen

Alternativ zu Bluetooth kann man die Audio-Ausgabe auch mit dem mitgelieferten Micro-USB-zu-3,5 mm-Klinken-Adapter via kabelgebundenen Kopfhörern verwenden. Das klappt beim Kindle aktuell nicht.

Der 1.500 mAh große Akku soll für mehrwöchigen Lesegenuss sorgen. Je nachdem wie intensiv man die Hörbuchunterstützung via Bluetooth nutzt, geht der Akku mitunter aber schon deutlich früher zur Neige.

Kindle Paperwhite (rechts) und Touch HD 3 (links) verbindet einiges: Wasserschutz, Hörbuchunterstützung via Bluetooth, Retina-Display …

Display und Beleuchtung

Der PocketBook Touch HD 3 verfügt über ein 6 Zoll großes E-Ink Carta Display mit einer Auflösung von 1448×1072 Pixel. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 300 ppi. Der eReader verfügt somit über die gleiche Textschärfe wie alle anderen High-End-Modelle.

Auch wenn der Name den „Lux“-Namenszusatz vermissen lässt, der Touch HD verfügt selbstverständlich über eine eingebaute Beleuchtung. Diese verfügt außerdem über die Möglichkeit der Blaulichtreduktion (siehe unten). Die Ausleuchtung des Displays erfolgt von dreizehn (7 kalt-weiße, 6 warm-orange) im unteren Gehäuserand befindlichen Leuchtdioden.

Kontrast

Obwohl der Bildschirmhintergrund (ohne Beleuchtung) im Vergleich zum Vorgänger minimal dunkler geworden ist, gibt’s am Kontrast nichts auszusetzen. Die Ablesbarkeit ist tadellos. Es empfiehlt sich aber trotzdem die Beleuchtung auch tagsüber zu verwenden, da sich die ohnehin gute Ablesbarkeit damit verbessern lässt.

Problemlose Ablesbarkeit

Das maximale Kontrastverhältnis wird bei aktuellen Modellen stärker durch die Beleuchtungshelligkeit bestimmt, als durch den Hersteller. Moderne Lichtträgerfolien, wie sie bei Kindle, Tolino und PocketBook zum Einsatz kommen, führen bei gleichen Helligkeitslevels meist zu sehr ähnlichen Kontrastwerten. Will man das am besten ablesbare Modell bei Tageslicht haben, sollte man auf die Maximalhelligkeit achten (siehe unten).

Farbtemperatur

Wie bereits erwähnt, verfügt der PocketBook Touch HD 3 über eine anpassbare Farbtemperatur. Diese dient der Blaulichtreduktion und nennt sich „Smartlight“.

Der Grund für eine solche mehrfärbige Beleuchtung liegt in dem Wunsch den Anteil des blauen Lichts zu reduzieren. Blaues Licht aus künstlichen Quellen steht seit Jahren in der Kritik, da es den Schlafrhythmus negativ beeinflussen kann. Besonders direkt vor dem zu Bett gehen, kann sich der negative Effekt bemerkbar machen. Eine ausführliche Beschreibung zu dem Thema findest du hier.

Die Farbtemperaturen des Touch HD 3 bewegen sich zwischen 7100 Kelvin in der kältesten Einstellung (Smartlight aus) und 3000 Kelvin in der wärmsten Einstellung (Smartlight 100%). Damit ist die warme Lichteinstellung weniger orange als beim Touch HD 2 und InkPad 3. Zwischen den genannten Werten lässt sich die Lichtfarbe stufenlos einstellen, sodass man annähernd neutrale Temperaturen erzeugen kann.

PocketBook Touch HD 3 ohne aktiviertem Smartlight

Es ist aber wichtig darauf hinzuweisen, dass die Farbtemperaturmessungen nur einen Richtwert liefern können. Erfahrungsgemäß schwanken die Lichtfarben aufgrund von Fertigungstoleranzen bei jedem Hersteller auch innerhalb einer Modellreihe von Gerät zu Gerät um bis zu 400 Kelvin.

Die Einstellung der Farbtemperatur erfolgt über den bekannten Schieberegler im Benachrichtigungsmenü oder mit einer Wischgeste am linken Bildschirmrand. Indem man mit dem Finger am Rand auf oder ab fährt, lässt sich die Lichtfarbe regulieren.

Smartlight Individualisierung

Ausgesprochen gut gelungen ist die Smartlight-Automatik. Zwar besitzt der PocketBook Touch HD 3 keinen Helligkeitssensor, allerdings eine ausgeklügelte Einstellungsmöglichkeit zur Anpassung der Lichtfarbe auf Basis der Uhrzeit und eines individualisierbaren Liniendiagramms.

Über den Tagesverlauf hinweg geschieht die Änderung der Farbtemperatur standardmäßig so subtil, dass man diese während des Lesens kaum bewusst wahrnimmt. In den Geräteoptionen unter „Persönliche Einstellungen -> Vordergrundbeleuchtung -> Erweitere Einstellungen für die Frontbeleuchtung“ kann man eigene Profile anlegen und diese Automatik weiter verfeinern.

Hier hat man die Möglichkeit sowohl die Helligkeit als auch die Smartlight-Einstellung in einem 24-Stunden-Liniendiagramm den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Es ist eine praktische Option den Prozess zu individualisieren, den man bei der Tolino-Konkurrenz vergeblich sucht.

Wie schon beim InkPad 3 liegt die höchste Smartlight-Einstellung auch beim Touch HD 3 im Standardprofil bei maximal zwei Dritteln. Somit wird nicht auf das mögliche Farbspektrum der Beleuchtung zurückgegriffen, sodass sich der Blick in dieses Menü als Besitzer auf jeden Fall lohnt.

Beleuchtungsqualität und Helligkeit

Die Gleichmäßigkeit der Beleuchtung kann nicht ganz an das hohe Niveau der beiden beinahe tadellosen Vorgänger anschließen.

Die Beleuchtung des Touch HD 3 weist einen Helligkeitsverlauf auf, der durch den Lichtstreifen am oberen Bildschirmrand etwas auffälliger ist, als man das mitunter von anderen Geräten gewohnt ist. Die Stärke hängt dabei aber von der Bildschirmhelligkeit und der Smartlight-Einstellung ab: Je heller die orangen LEDs leuchten und je niedriger die allgemeine Displayhelligkeit eingestellt wird, desto geringer wird der Verlaufseffekt.

Beleuchtungsvergleich Touch HD 3 (links) vs. Touch HD 2 (rechts); Smartlight 0%

In anderen Worten: Den Helligkeitsverlauf nimmt man im praktischen Alltag eigentlich eher selten wahr, da man üblicherweise mit angepassten Helligkeitseinstellungen liest. Nur wenn man generell lieber eine hellere Beleuchtung verwendet, sticht der Effekt stärker ins Auge. Die Beleuchtungsqualität ist damit also keineswegs schlecht, sorgt jedoch nicht für den gleichen WOW-Effekt wie beim Touch HD 2.

Beleuchtungsvergleich Touch HD 3 (links) vs. Touch HD 2 (rechts); Smartlight 50%

Positiv hervorzuheben ist wiederum die geringe Schattenbildung am unteren Bildschirmrand, die weniger auffällig ist und sich nicht so weit nach oben zieht wie beim Vorgänger. Die Ausprägung mit dem schmalen, schattigen Streifen erinnert stark an den Tolino Vision 4 HD.

Beleuchtungsvergleich Touch HD 3 (links) vs. Touch HD 2 (rechts); Smartlight 100%

Die maximale Bildschirmhelligkeit liegt ohne Blaulichtreduktion bei 90 cd/m² und damit am exakt gleichen Niveau wie beim Kindle Paperwhite 4. Mit vollständig aktiviertem Nachtlicht kommt die Beleuchtung auf maximal 75 cd/m².

Maximale Bildschirmhelligkeit in cd/m² (höher ist besser)

  • Kindle Oasis 1 159
  • Tolino Shine 3 (warm) 146
  • Tolino Vision 4 HD (warm) 135
  • Tolino Vision 4 HD (kalt) 119
  • Tolino Shine 3 (kalt) 118
  • Kindle Paperwhite 3 115
  • Kobo Aura One 105
  • PocketBook Touch HD 3 (kalt) 90
  • Kindle Paperwhite 4 90
  • Tolino Shine 2 HD 89
  • PocketBook InkPad 3 (kalt) 79
  • PocketBook Touch HD 3 (warm) 75
  • PocketBook Touch Lux 4 73
  • PocketBook InkPad 3 (warm) 69

Die minimale Bildschirmhelligkeit liegt mit 0,7 cd/m² am sehr guten Niveau des InkPad 3. Damit sollten auch lichtempfindliche Personen keine Probleme bekommen.

Ein wenig irritierend ist dabei, dass die blauen LEDs sich offenbar nicht vollständig ausschalten lassen und immer schwach leuchten. Das ist bei niedrigen Helligkeitsstufen auffälliger, denn je niedriger man die Beleuchtung einstellt, desto mehr vermischen sich die Farbtöne der LEDs. In der Praxis bedeutet das, dass man bei besonders niedriger Bildschirmhelligkeit nicht solch kräftige Gelbtöne hinbekommt wie bei voller Helligkeit.

Dieses Verhalten lässt sich mit einem Softwareupdate in Zukunft aber eventuell beheben und dürfte für den Großteil der Nutzer nicht allzu störend sein. Dennoch sei es der Vollständigkeit halber hier erwähnt.

Minimale Bildschirmhelligkeit in cd/m² (niedriger ist besser)

  • Tolino Shine 3 (warm) 2.7
  • Tolino Vision 4 HD (kalt) 2.2
  • Kobo Aura One 2.1
  • Tolino Shine 2 HD 2.0
  • Tolino Vision 4 HD (warm) 1.9
  • Tolino Shine 3 (kalt) 1.8
  • Kindle Paperwhite 4 0.9
  • PocketBook Inkpad 3 0.7
  • PocketBook Touch HD 3 0.7
  • PocketBook Touch Lux 4 0.4
  • Kindle Oasis 1 0.4
  • Kindle Paperwhite 3 0.2

Touchscreen, Ghosting und Zwischenfazit

Im Gegensatz zum Vorgänger kommt nun kein Infrarot-Touchscreen mehr zum Einsatz. Der PocketBook Touch HD 3 setzt auf die mittlerweile auch im eReader-Sektor deutlich weiter verbreitete kapazitive Touchscreentechnik. Die Präzision und Reaktionsfreudigkeit sind dabei unverändert gut.

Das Ghostingverhalten des Touch HD 3 entspricht dem Durchschnitt und fällt weder positiv noch negativ auf. Nach dem Blättern ohne vollständige Bildschirmaktualisierung kann man bei genauem Hinsehen schwach sichtbare Buchstabenfragmente der vorigen Seite erkennen. Den Kontrast beeinflusst das nur unwesentlich. Wen das stört, kann die Seitenaktualisierung mit einem Flackern bei jedem Blättervorgang einstellen.

Unterm Strich entpuppt sich das Display des PocketBook Touch HD 3 als gut, kann aber nicht an die beinahe perfekte Vorstellung des Touch HD 2 anknüpfen.

Lesen und Benutzerfreundlichkeit

Obwohl die Gehäuseoptik grundlegend überarbeitet wurde, bleibt bei der ohnehin modern gestalteten Benutzeroberfläche alles wie gewohnt. Mit der ersten Inbetriebnahme muss man die Sprache auswählen, den Lizenzvereinbarungen zustimmen und landet nach Festlegung von Uhrzeit und Datum direkt am Startbildschirm.

Die Registrierung im eingebauten Shop oder bei irgendwelchen Services ist nicht zwingend nötig. PocketBook bleibt damit der einzige Mainstream-Anbieter, der bei anonymer Gerätenutzung keinerlei Beschneidungen am Funktionsumfang vornimmt. Man kann den integrierten Shop sogar ohne Anmeldung durchstöbern.

Möchte man trotzdem die verschiedenen, verfügbaren Dienste nutzen, lassen sich diese später über die Benachrichtigungsleiste bequem erreichen: PocketBook Cloud, Dropbox, ReadRate bzw. eBook-Shop.

Ebenfalls sehr erfreulich ist die Möglichkeit der Deaktivierung der anonymisierten Datenübertragung an den Hersteller. Unter „Einstellungen > Wartung > Datenschutz > Diagnose und Verwendung“ lässt sich die Datenübertragung ausschalten.

Nachfolgend wird der Test der Softwareversion U632.5.19.504 beschrieben.

Startbildschirm

Der Startbildschirm präsentiert sich mit der gewohnten Aufteilung. Am oberen Bildschirmrand werden das Datum und die Uhrzeit, sowie die Benachrichtigungen und Symbole für WiFi, Bluetooth, Beleuchtung und Akkustand angezeigt. Mit einem Antippen in den mittleren Bereich lässt sich hier auch die Benachrichtigungsleiste öffnen, die vom Layout stark an Android erinnert. Hier lassen sich WiFi, Bluetooth, Beleuchtung, Taskmanager und Synchronisation direkt aufrufen.

Startbildschirm

Durch das Hinzukommen des Bluetooth-Schalters ist der Einstellungs-Knopf, der sich üblicherweise an dieser Stelle befindet, an den unteren Bildschirmrand des Homescreens gewandert. Das ist für meinen Geschmack nicht ganz optimal, da ich die Synchronisation z.B. seltener (de-)aktiviere als ich das Einstellungsmenü benötige. So muss man jedes Mal zum Startbildschirm wechseln, um die Geräteoptionen zu öffnen.

Den Großteil des Startbildschirms nehmen mittig die verschiedenen Coveranzeigen der zuletzt gelesenen und hinzugefügten eBooks ein. Diese lassen sich mit Wischgesten erweitern bzw. durchstöbern, sodass man direkt von der Startseite Zugriff auf die zuletzt verwendeten Dateien hat.

Programmliste

Die drei Menüpunkte Bibliothek, Shop und Einstellungen befinden sich am unteren Bildschirmrand. Die Programmliste lässt sich wie gewohnt aufklappen, darin befinden sich folgende Punkte:

  • Browser
  • Dropbox PocketBook
  • Einstellungen
  • Galerie
  • Hörbücher
  • Klondike
  • Musikplayer
  • PocketBook Cloud
  • RSS Nachrichten
  • Schach
  • Scribble
  • Sent-to-PocketBook
  • Sudoku
  • Taschenrechner
  • Wörterbuch
  • eBook-Shop

Bibliothek

Die Bibliotheksfunktion des PocketBook Touch HD 3 ist zweifellos die Klassenbeste. Diese bietet zahlreiche Filter-, Anpassungs- und Einstellungsmöglichkeiten. Kein anderer Hersteller kommt an diesen Umfang ran. Damit lassen sich auch große eBook-Sammlungen direkt am Gerät verwalten, ohne dass man den Überblick verliert.

Coveransicht

Dateien lassen sich nach Öffnungsdatum, Hinzufügungsdatum, Titel und Autor sortieren. Eine Filterung ist nach folgenden Kriterien möglich:

  • Alle Bücher
  • Autoren
  • Genres
  • Sammlungen
  • Favoriten
  • Ordner
  • Formate
  • Reihe
  • Pocketbook Cloud

Neben der standardmäßig eingestellten Coveransicht, gibt’s außerdem eine hybride Listen-Coveransicht und eine reine Listenansicht. Mit Hilfe der Suchfunktion lassen sich Titel auch schneller finden.

Eine Besonderheit der PocketBook-Bibliothek bleibt die Scrollrichtung: Anstatt nach links oder rechts zu blättern wird hier stufenlos mit dem Finger in der Vertikalen gescrollt – genauso wie man das von Smartphones und Tablets kennt. Alternativ kann man auch die virtuellen Blättertasten in den beiden unteren Ecken oder die Hardwaretasten zum schrittweisen Weiterschalten verwenden. Obwohl die Navigation zunächst ungewohnt ist, funktioniert die Nutzung nach kurzer Eingewöhnung problemlos.

Filtermöglichkeiten

Die Bibliothek kann außerdem auf die Verzeichnisstruktur zurückgreifen, sodass man seine eBook-Ordner vom PC einfach rüber kopieren kann. Alternativ kann man auch das Schlagwortsystem von Calibre verwenden, um für Ordnung zu sorgen. Beide Sortierungsmöglichkeiten werden unterstützt. Das gibt’s ebenfalls bei keinem anderen Hersteller.

Bedauerlich ist allerdings, dass es aktuell keine Möglichkeit gibt, um Hörbücher in der Bibliothek anzuzeigen.

Lesebetrieb

Innerhalb eines Buches blättert man entweder mit einem Antippen oder Wischen auf/über den Touchscreen, oder mit den Blättertasten unter dem Display. Die Tastenbelegung lässt sich personalisieren, sodass man die Hardwareknöpfe mit anderen Funktionen belegen kann.

Einzig die Anpassungsmöglichkeit der Touchzonen fehlt hier noch.

Lesemenü

Das Lesemenü öffnet man mit einem Antippen in die Mitte des Bildschirms oder mit der Menütaste. Am unteren Rand werden die verfügbaren Optionen eingeblendet:

  • Einstellungen (Schrift)
  • Drehen
  • Notiz
  • Wörterbuch
  • Stimme

Die Textanzeige lässt sich mit verschiedenen Optionen verändern: Seiten und Randabstände, sowie die Schriftgröße (zwischen 6 und 40 Punkt) und Silbentrennung werden im ersten Reiter angepasst.

Schriftbildanpassung

Im zweiten Reiter findet man die Schriftart mit den verfügbaren Textoptionen Normal, Fett und Kursiv. Fehlt die gewünschte Schriftart, lässt sich diese einfach nachinstallieren.

Im dritten Reiter lassen sich die Statusleiste und Seitenanzeige ein- und ausblenden. Außerdem kann man die integrierte Seitennummerierung deaktivieren und die Leseposition durch die Software bestimmen lassen.

Markierungen und Notizen

Wer hier schon mehrere Testberichte gelesen hat, der weiß bereits, was an dieser Stelle kommt: Kritik an der PocketBook-Notizfunktion. Leider verabsäumt es der Hersteller seit Jahren diese Schwäche in der Intuitivität der Software zu beheben.

Es gibt auch beim PocketBook Touch HD 3 weiterhin zwei unterschiedliche Notiznehmungsmodi. Tippt man für ca. 2 Sekunden auf ein Wort, wird der „einfache“ Modus gestartet. Hier kann man Notizen und Markierungen erstellen, aber nicht öffnen oder bearbeiten, sondern nur löschen.

Notiz

Nur im erweiterten Modus, den man entweder mit einer Tastenbelegung oder über das Lesemenü aufruft, öffnet sich das passende Kontextmenü um die Notiz anzuzeigen bzw. zu bearbeiten. Ebenso kann man hier Screenshots erstellen.

Auch wenn die Notizfunktion für die allermeisten Lesefreunde wohl nicht allzu wichtig ist, wäre es dennoch sinnvoll, diese zweigeteilte Altlast endlich zu bereinigen. Was PocketBook dem Mitbewerb bei der Bibliotheksverwaltung voraus hat, muss man bei der Notiznehmung jedenfalls noch nachholen.

Wörterbuch

Die Wörterbuchfunktion ist die zweite Softwareschwäche der PocketBook-Bedienoberfläche. Dieser Schwachpunkt wiegt allerdings weniger schwer als die Notizfunktion. Ärgerlich ist hierbei die Zwei-Klick-Lösung: Will man ein Wort nachschlagen, muss man nach Auswahl des Wortes auf den Wörterbuch-Menüpunkt tippen, damit sich die Übersetzung öffnet.

Während das bei Tolino ebenfalls nur mit zwei Klicks ähnlich funktioniert, schaffen Amazon und Kobo einen schnelleren Zugang mit nur einem Antippen. Der zusätzliche Klick kann bei häufiger Nutzung schnell nerven.

Wörterbuch

Erwähnenswert ist außerdem, dass abhängig vom gewählten Wörterbuch grammatikalische Formen mitunter nicht erkannt werden. Ist das der Fall, lässt sich eine Suchfunktion verwenden um das Wort in der Nennform selbst nachzuschlagen.

Die große Anzahl an vorinstallierten Wörterbüchern ist sehr erfreulich, auch wenn diese in erster Linie nur vom und ins Englische nutzbar sind. Folgende Wörterbücher stehen zur Verfügung:

  • Webster’s 1913 Dictionary
  • English-German (namenlos)
  • KD (Cs-En)
  • KD (Da-En)
  • KD (De-En)
  • KD (En-Cs)
  • KD (En-Da)
  • KD (En-De)
  • KD (En-Es)
  • KD (En-Fi)
  • KD (En-Fr)
  • KD (En-Hu)
  • KD (En-It)
  • KD (En-Lt)
  • KD (En-Lv)
  • KD (En-Nl)
  • KD (En-No)
  • KD (En-Pl)
  • KD (En-Ro)
  • KD (En-Sk)
  • KD (En-Sl)
  • KD (En-Sv)
  • KD (Es-En)
  • KD (Fr-En)
  • KD (It-En)
  • KD (No-En)

In den Geräteeinstellungen lassen sich nicht verwendete Wörterbücher ausblenden, sodass sie in der Auswahl innerhalb eines Buches nicht aufscheinen. Das ist nützlich, wenn man mehrere verschiedensprachige Werke liest und wiederholt zwischen den Wörterbüchern hin- und herwechselt.

PDF-Anzeige

Neben der umfangreichsten Bibliotheksfunktion punktet die PocketBook-Software auch mit der besten PDF-Anzeige. Auch wenn das kleine 6 Zoll Display nicht zum Lesen großformatiger DIN A4 Dokumente gemacht wurde, können die zahlreichen nützlichen Softwarefeatures diesen Umstand gut kaschieren.

Kleine Schriften sind dank 300 ppi lesbar

Folgende Anzeigemodi stehen zur Verfügung:

  • Breite anpassen
  • Seite anpassen
  • Spalten (2 & 3)
  • Reflow
  • Zoom (zwischen 30 und 300 Prozent)
  • Randbeschnitt (aus, automatisch, manuell)

Einzig die Möglichkeit der Kontrastverstärkung fehlt weiterhin, was aufgrund der Kantenglättung bei kleinen Schriften manchmal durchaus praktisch wäre.

Der Spaltenmodus macht auch feste mehrspaltige Layouts gut lesbar

Die Handhabung großer, bildlastiger Dateien klappte im Test ohne Stabilitätsprobleme. Die Performance ist trotz Dual-Core-CPU dabei allerdings nicht merklich besser als beim Vorgänger. Bleibt zu hoffen, dass PocketBook mit zukünftigen Updates noch ein wenig mehr rausholen kann.

Hörbücher, Musik und Text-To-Speech

Wie bereits erwähnt, unterstützt der PocketBook Touch HD 3 eine Audioausgabe über Bluetooth und den Micro-USB-Anschluss (mit Hilfe des mitgelieferten Adapters).

Es gibt gleich mehrere unterschiedliche Formate und Programme die man zur Audioausgabe nutzen kann. Im Fokus steht zweifelsohne die Hörbuchunterstützung die ihr offizielles Debüt im Touch HD 3 feiert. Zwar konnten auch alle anderen PocketBook eReader mit MP3-Unterstützung Hörbücher wiedergeben, jetzt gibt’s aber einen eigenen Hörbuchplayer mit neuen Optionen.

Hörbücher

Hörbücher lassen sich wie üblich einfach mit dem USB-Kabel auf den internen Speicher kopieren. Wie bereits erwähnt, soll die Partnerschaft mit Umbreit auch Hörbuchkäufe und Cloud-Synchronisation ermöglichen.

Der große Vorteil gegenüber Amazons Kindle-Audible-Lösung liegt auf der Hand: Am Touch HD 3 lassen sich beliebige Hörbücher auch von externen Quellen konsumieren. Das ist besonders erfreulich, da man so auch kostenlose Hörbücher verwenden kann.

Hier wird gerade ein Hörbuch abgespielt.

Der Player listet die verschiedenen Hörbücher in ausgewählten Ordnern auf. Dabei kann ein Hörbuch mit den verschiedenen Tracks auch in einer ZIP-Datei verpackt abgespielt werden. Das verringert nicht nur die Kopierzeit zum eReader und speichert ein wenig Platz, sondern sorgt auch für einen etwas besseren Überblick am internen Speicher.

Ein geöffnetes Hörbuch besitzt ein Inhaltsverzeichnis, das die verschiedenen Kapitel (Tracks) auswählbar macht. Außerdem kann man am Positionsregler einfach zur gewünschten Stelle springen. Der Regler zeigt mit Hilfe von feinen Markierungen außerdem die Anzahl und Länge der Kapitel an.

Kapitelübersicht

In der Wiedergabesteuerung kann man die Geschwindigkeit zwischen 50 und 200 Prozent in 10-Prozent-Schritten, sowie die Tonhöhe ebenfalls in 10-Prozent-Schritten ändern. Außerdem lassen sich Lesezeichen setzen, sodass man schnell an die gespeicherte Position zurückkehren kann.

Wenn man den Hörbuch-Player beendet, wird die Position automatisch gespeichert, sodass man bei späterem Öffnen wieder an der gleichen Stelle weiterhören kann. Hörbücher können ebenso wie Musik (siehe unten) im Hintergrund angehört werden.

Die Umsetzung des neuen Players ist durchwegs gelungen und klappte im Test ohne Probleme. Einzig die Positionswahl am Schieberegler könnte für meinen Geschmack etwas schneller gehen.

Lesezeichen

Musik

Der Audioplayer wurde nicht nur auf „Musikplayer“ umbenannt, sondern auch völlig überarbeitet. Ebenso wie der Hörbuch-Player besitzt dieser mehrere Reiter um Musiktitel, Playlists und die aktuelle Wiedergabe optisch besser voneinander zu trennen.

Neu hinzugekommen ist außerdem die Möglichkeit die Wiedergabegeschwindigkeit zwischen 50 und 200 Prozent anzupassen (in 10-Prozent-Schritten) und der Equalizer. Im Equalizer kann man eigene Profile abspeichern und später unkompliziert hin- und herwechseln. Es wäre schön gewesen, wenn standardmäßig bereits die üblichen Einstellungen zur Vorauswahl verfügbar gewesen wären (z.B. Pop, Rock, etc.).

Musikplayer

Playlists lassen sich jetzt auch direkt am Gerät erstellen. Man ist also nicht mehr auf extern generierte M3U-Dateien angewiesen. Außerdem lässt sich die Musik in der Übersicht nach verschiedenen Kriterien filtern (Titel, Alben, Ordner, Genres, Interpreten) und sortieren (Titel, Dateiname, Länge, Datum). Ebenso steht eine Suchfunktion zur Verfügung.

Zufallswiedergabe und Titelwiederholung stehen als Optionen zur Verfügung.

Die Tonqualität hat sich für mein Empfinden verbessert. Das bekannte PocketBook-Knacken beim Titelwechsel und bei der TTS-Funktion konnte ich im Test nicht mehr vernehmen.

Text-To-Speech

Die Text-To-Speech-Funktion lässt sich in einem Buch über den Menüpunkt „Stimme“ aktivieren. Es handelt sich dabei um eine computergenerierte Stimme die den Buchtext vorliest. Die Qualität kann zwar nicht mit echten Hörbuch-Sprechern mithalten, ist dank der IVONA-TTS-Engine aber trotzdem gut genug um als Lesehilfe genutzt werden zu können.

Die Bedienelemente werden am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Für zahlreiche Sprachen kann man direkt am Gerät verschiedene männliche und weibliche Stimmen herunterladen. Das klappte im Test mit der jüngsten Firmware allerdings nicht, wird mit kommenden Updates aber hoffentlich wieder behoben.

TTS-Menü am unteren Bildschirmrand

Download und Installation nehmen üblicherweise ca. 2-3 Minuten in Anspruch. Wahlweise bekommt man die Sprachpakete auch kostenlos auf der PocketBook-Webseite. Eine englische, weibliche Stimme ist bereits vorinstalliert.

Das aktuell vorgelesene Wort wird dick unterstrichen, sodass man der Stimme im Text einfach folgen kann. Die Sprechgeschwindigkeit lässt sich zwischen 60 und 140 Prozent in 5-Prozent-Schritten anpassen.

Sonstiges

Der PocketBook Touch HD 3 bietet zahlreiche Zusatzfunktionen. Neben den bereits genannten Spielen (Sudoku, Schach, Klondike) bietet der eReader auch einen sehr gut funktionierenden Internetbrowser und zahlreiche Synchronisationsoptionen.

eBook-Kauf und Synchronisation

eBooks können wie üblich direkt am PocketBook Touch HD 3 erworben werden. Abhängig davon, wo man das Gerät gekauft hat, ist immer ein anderer Shop im Einsatz. Die grundlegende Funktionalität ist aber immer gleich und in die PocketBook-Cloud integriert.

Diese ist seit 2015 am Markt und ist neben Kindle und Tolino die dritte große Cloud-Lösung am deutschen eBook-Markt. Die Nutzungsmöglichkeiten sind ähnlich zur Konkurrenz: Alle im Shop gekauften eBooks werden automatisch in den Online-Speicher geladen und sind mit dem eReader synchronisierbar. Dafür sind Anmeldungen im Shop und der Cloud nötig.

Abschließend sei an dieser Stelle außerdem die Dropbox-Synchronisation erwähnt. Damit lässt sich der Touch HD 3 mit einem Cloud-Ordner synchronisieren, was allerhand Nutzungsmöglichkeiten eröffnet. Man kann sich z.B. mit Calibre Nachrichtenfeeds ins ePub-Format konvertieren und im Dropbox-Verzeichnis speichern. Dieses wird anschließend mit dem Lesegerät synchronisiert, sodass man die Nachrichten direkt am Touch HD lesen kann. Diese Funktion lässt sich ebenfalls nutzen, um eBooks am PC zu kaufen und unkompliziert für das Gerät zur Verfügung zu stellen.

Als weitere Synchronisationsoption gibt’s Send-to-PocketBook: Damit lassen sich E-Mails direkt auf das Gerät schicken.

Internetbrowser

Der Web-Browser ist ebenfalls wieder verfügbar und funktioniert gewohnt gut. Das Rendering von Webseiten klappt zumeist fehlerfrei und schnell, sodass man den Browser problemlos und frustfrei für kurze Recherchen im Internet verwenden kann. Auch alternative eBook-Stores und die Onleihe können damit genutzt werden.

Internetbrowser

Zum Funktionsumfang gehören Pinch-To-Zoom, Weiterschalten des Bildausschnitts mit den Blättertasten, ein Querformatmodus und Favoriten. Bei Bedarf kann man Bilder und Javascript deaktivieren. Obwohl der Browser grundsätzlich schnell funktioniert, kann er es mit der Android-Konkurrenz von Tolino in Sachen Reaktionsfreudigkeit und Geschwindigkeit nicht ganz aufnehmen.

Fazit

Der PocketBook Touch HD 3 ist ein mit Technik und Funktionen vollgepackter 6 Zöller in neuem Gewand. Das Gerät kann beinahe auf ganzer Linie überzeugen und ist ein würdiger Nachfolger für den Touch HD 2.

Besonders erfreulich ist, dass PocketBook das Gehäuse nicht nur deutlich kleiner und leichter machen konnte, sondern auch, dass man die physischen Knöpfe behalten hat. Hardwareknöpfe sind mittlerweile ein viel zu selten gewordenes Feature geworden.

Abgesehen davon punktet der eReader mit einer ausgezeichneten Ausstattung, die man bei den Konkurrenten in dieser Fülle vergeblich sucht. Der Touch HD 3 vereint hardwareseitig einen Wasserschutz, Lagesensor und Blaulichtreduktion, mit softwareseitig der besten Bibliotheksfunktion und PDF-Anzeige am Markt. Die Hörbuchunterstützung, der überarbeitete Musikplayer und die zahlreichen praktischen Synchronisationsmöglichkeiten runden das Angebot ab.

Der PocketBook Touch HD 3 ist gut gelungen

Kritik muss sich das Premium-Modell allerdings trotzdem gefallen lassen: Aufgrund des Wasserschutzes fällt die Speicherkartenerweiterung weg. Diesen Nachteil fängt PocketBook aber mit der Verdoppelung des internen Speicherplatzes auf 16 GB ab, sodass die allermeisten Nutzer auch mit Hörbuchnutzung keine Probleme bekommen sollten. Die Beleuchtungsqualität kann nicht ganz an die beiden Vorgänger anschließen und die Bedienbarkeit des Power-Knopfes könnte besser sein. Außerdem bleiben die altbekannten Kritikpunkte der Notiz- und Wörterbuchfunktionen bestehen.

Trotz dieser Makel bekommt man ein sehr gutes Gesamtpaket geboten, das sich wieder mit den Besten von Amazon und Tolino messen kann. Unterm Strich verdient sich der PocketBook Touch HD 3 die Testnote 1,3.

Noch bevor Kindle und Tolino in Deutschland an den Start gegangen sind, hat Chalid seinen ersten eBook Reader im Jahr 2007, aus Begeisterung an der Technik, aus den USA importiert. Als Mitbegründer und Chef-Redakteur hat er seit der Gründung von ALLESebook.de, im Jahr 2010, inzwischen über 100 eReader zahlreicher Hersteller getestet. Mehr erfahren
Anzeige

PocketBook