Osiander-Reader: PocketBook Touch Lux neu vermarktet

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Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit der Tolino Allianz, scheint sich der Buchhandel immer stärker nach neuen eBook Reader Alternativen umzusehen. Dabei wird man aktuell insbesondere bei Sony und PocketBook fündig. Vor wenigen Tagen ging der PocketBook Touch Lux unter dem Label der Mayerschen Buchhandlung an den Start und nun geht auch die Osiandersche Buchhandlung einen ganz ähnlichen Weg.

Der PocketBook Touch Lux wird ab sofort als Osiander-Reader verkauft, wobei das Gerät kein Hardwarebranding erhalten hat. Vielmehr setzt die Buchhandlung auf eine bessere Shopanbindung, denn mit „Osiander-Sync“ lassen sich die im Shop gekauften eBooks mit dem eBook Reader synchronisieren.

Der Touch Lux ist bei Osiander allerdings kein Unbekannter, denn das Gerät wurde bereits in den vergangenen Monaten dort verkauft. Dennoch ist der Schwenk zur Neu-Ettiketierung als Osiander-Reader durchaus interessant und zeigt, dass sich der Buchhandel vermehrt auf eigene Lösungen stützen will (und wird).

PocketBook auf der Überholspur

Besonders PocketBook darf sich über die neu gewonnene Aufmerksamkeit freuen. Auch wenn Osiander nicht zu den größten Buchhandelsketten zählt, hat man mit insgesamt 24 Buchhandlungen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern durchaus eine ansehnliche Anzahl an Filialen. Wenn man hier noch die 50 Filialen der Mayerschen Buchhandlung in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hinzuzählt, dann verfügt PocketBook in einem Teil Westdeutschlands jedenfalls über ein durchaus dichtes buchhändlerisches Vertriebsnetz. Dabei darf man auch nicht die kleineren Buchhändler vergessen, die den PocketBook Touch Lux über Umbreit beziehen und so ebenfalls anbieten können.

Die separate PocketBook-Zusammenarbeit von Osiander und der Mayerschen könnte sich für beide gleichermaßen bezahlt machen. Der eBook Reader Hersteller macht sich damit nämlich auch verstärkt bei wenig technikinteressierten Personen einen Namen und ist so auf lange Sicht natürlich auch besser verkäuflich. Es wäre dann auch gut möglich, dass in Zukunft noch weitere Buchhändler auf den Pocketbook-Zug aufspringen.

Als einziges Hindernis könnte sich der Preis des PocketBook Touch Lux erweisen, denn mit 139 Euro ist er nicht nur um 10 Euro teurer als der Kindle Paperwhite, sondern um ganze 40 Euro teurer als der Tolino Shine, der bei Thalia, Weltbild und Hugendubel verkauft wird. Das bleibt dann aber auch der einzig nennenswerte Kritikpunkt. Man darf jedenfalls gespannt sein, wie gut das Angebot von den Kunden angenommen werden wird.