E Ink Holding will SiPix kaufen

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Am Markt für elektronische Tinte gibt es zwei große Firmen, welche weltweit tätig sind: Die E Ink Holding und SiPix. In Europa und den USA ist besonders die E Ink Holding mit deren Pearl Displays ausgesprochen erfolgreich. Man findet die Bildschirme in fast allen aktuellen eBook Readern, u.a. in Geräten von Amazon, Kobo, Sony, PocketBook und so weiter. Der Gegenspieler der E Ink Holding ist SiPix.

Das 1999 gegründete Unternehmen mit Sitz in Kalifornien und Taiwan, stellt ebenfalls ePaper Displays her. Allerdings konnte man in den USA und auch in Europa nie den Durchbruch schaffen, welcher der E Ink Holding (besonders dank Amazon) gelungen ist. Daher kommen SiPix Displays hauptsächlich im LowCost-Bereich in Asien zum Einsatz, aber auch hierzulande kennt man die Displaytechnik z.B. vom Thalia Oyo. Besonders überzeugend war die Vorstellung der Displays trotz ansprechenden Kontrastverhältnisses aufgrund langsamer Reaktionszeiten und starken Ghostings allerdings nie.

Wie man per Presseaussendung wissen lässt, will sich E Ink trotz der dominierenden Marktposition von 90+ Prozent vorerst einen Anteil von 82,7 Prozent am Konkurrenten SiPix kaufen, mit dem Ziel letztendlich volle 100 Prozent zu erwerben. Scott Liu, Chairman der E Ink Holding, erklärt den Schritt als Teil des Langzeitplans zum weiteren Wachstum am ePaper Markt.

Die beiden Techniken funktionieren eigentlich recht ähnlich:

  • Bei eInk Vizplex und Pearl Displays befinden sich in einer mit klarer Flüssigkeit gefüllter Kapsel schwarze und weiße Microkapseln, welche ihre Position an der Oberfläche oder an der Unterseite je nach Polarisierung einnehmen.
  • Bei SiPix Displays kommt dagegen nur eine Form von weißen Microkapseln zum Einsatz, welche in einer mit schwarzer Flüssigkeit gefüllten größeren Kapsel ihre Position oben oder unten je nach Polarisierung einnehmen.

Das Ergebnis nach dem Bildaufbau ist für den Betrachter grundsätzlich sehr ähnlich. Dennoch unterscheiden sich beide Techniken in Reaktionszeit, Helligkeit und Kontrast.

Bevor es allerdings zum Abschluss des Deals kommen kann, müssen die Wettbewerbshüter grünes Licht geben. Mit dem Kauf von SiPix hätte die E Ink Holding ein Monopol am ePaper Markt, was sicherlich die eine oder andere Frage aufwirft. Auf der anderen Seite muss man allerdings sowieso schon anerkennen, dass SiPix aufgrund des kleinen Marktanteils aktuell keine Konkurrenz zur E Ink Holding ist, womit sowieso schon ein Quasi-Monopol besteht. Wie genau sich die SiPix-Technik für die E Ink Holding bezahlt machen soll, ist jedenfalls noch völlig öffen.