Neuer Kindle: Höhere Auflösung, geringeres Gewicht, mehr Speicher

Geschätzte Lesezeit: 4:31 min.

Nachdem Amazon im vergangenen Jahr den Kindle Paperwhite mit einem großen Update versorgt hat, folgt in diesem Jahr das reguläre Kindle-Einsteigermodell.

Die Neuerungen bewegen sich dabei in einem ähnlich umfangreichen Rahmen wie beim Paperwhite und schließen die Lücke, die dessen Update hinterlassen hat.

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Kindle Paperwhite light?

Kommen wir gleich zur größten Neuerung: Das Display besitzt weiterhin eine Diagonale von 6 Zoll, löst nun allerdings mit 1.448 x 1.072 Pixel wesentlich höher auf als zuvor. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von scharfen 300 ppi – das entspricht der sogenannten „Retina“-Auflösung.

Den Begriff hat Apple geprägt und beschreibt eine hohe Pixeldichte bei der einzelne Bildpunkte bei normalem Betrachtungsabstand nicht mehr sichtbar sind. Die Auflösung des Kindle entspricht jetzt dem gehobenen Standard am eReading-Markt und folgt dem Paperwhite und Oasis.

Zur Erinnerung: Das alte Einsteiger-Modell hatte nur eine Auflösung von 800×600 Pixel mit 167 ppi.

Die genaue Displaytechnik wurde bisher nicht kommuniziert. Es ist allerdings davon auszugehen, dass eine der jüngeren E-Ink Carta Varianten zum Einsatz kommt, womit gute Kontrastwerte garantiert sind.

Auch wenn das „Paperwhite“ im Namen fehlt, der neue Einstiegs-Kindle besitzt – wie schon das Vorgängermodell – ein eingebautes Frontlicht. Im Gegensatz zu den beiden teureren Kindle-Modelle lässt sich dieses allerdings nicht in der Farbtemperatur anpassen. Stattdessen wirbt Amazon mit dem Dunkelmodus, der die Bildschirmfarben invertiert.

Hörbuchunterstützung mit mehr Speicherplatz

Wieder mit dabei ist die Hörbuchunterstützung via Audible, womit alle aktuellen Kindle-Modelle diese Funktion besitzen. Die Audioausgabe klappt dabei wie (zumeist) üblich, über kompatible Bluetooth-Kopfhörer oder -Lautsprecher.

Damit man wegen der Hörbuchunterstützung nicht ständig dabei ist, den Speicher freischaufeln zu müssen, wurde der Speicherplatz auf (nicht erweiterbare) 16 GB verdoppelt.

Mit einer Größe von 157,8 x 108,6 x 8 mm und einem Gewicht von 158 Gramm ist es zudem der kompakteste und leichteste Kindle bisher, wie es in der Pressemitteilung und auf der Amazon-Webseite heißt. Das stimmt allerdings nur, wenn man ausschließlich die Kindle-Basis-Modelle vergleicht. Denn ein Blick auf das Datenblatt des ersten Kindle Oasis zeigt, dass er deutlich leichter und – je nach Betrachtungsweise – auch kleiner war.

Unabhängig davon ist ein Gewicht von 158 Gramm für sich genommen natürlich ausgesprochen leicht und wird für eine angenehme Handhabung des eBook Readers sorgen.

Neue Kindle mit eingebauter Beleuchtung und 300 ppi

Epub-Unterstützung

Ein interessanter Punkt in den technischen Details der Amazon Webseite ist die Auflistung der Dateiformatunterstützung. Dort wird neben den bekannten Kindle-Formaten auch das ePub-Format gelistet.

Dabei handelt es sich aber wohl nicht um eine native Unterstützung, denn auch beim Paperwhite und Oasis wird das Format gelistet und dort klappt das Öffnen von in den Gerätespeicher kopierten ePub-Dateien nicht.

Sofern hier nicht schon einem zukünftigen Update vorgegriffen wurde, handelt es sich vermutlich um die aktualisierte Send-to-Kindle-Funktionalität. Damit lässt sich ein eBook per E-Mail an den eReader senden. Diese Funktion wurde vor geraumer Zeit um die ePub-Kompatibilität erweitert, sodass der eReader bei Empfang der Datei damit umgehen kann.

Recyclte Materialien

Nachdem Kobo mit dem kürzlich vorgestellten Clara 2E bereits vorgeprescht ist und den Umweltaspekt des recyclten Plastiks hervorgehoben hat, macht dies Amazon beim neuen Kindle ebenso.

75 Prozent der verwendeten Kunststoffe des schwarzen Modells stammen aus wiederverwerteten Verbaucherabfällen, bei der blauen Variante sind es immerhin 30 Prozent. Das im Gerät befindliche Magnesium ist zu 90 Prozent wiederverwertet.

In Hinblick auf die Nachhaltigkeit ist auch der neue USB-C Anschluss zu nennen, der für eine gute Zukunftssicherheit sorgt. Ab Herbst 2024 wird USB-C bei neuen mobilen Endgeräten übrigens generell verpflichtend.

Ebenfalls neue Kindle Kids Edition

Wenig überraschend aktualisiert Amazon mit dem neuen Kindle auch die Kindle Kids Edition.

Diese inkludiert eine kindgerechte Gerätehülle, 2 Jahre Sorglos-Garantie und eine einjährige Amazon Kids+ Mitgliedschaft.

Kids+ kostet für Prime-Mitglieder ansonsten bzw. nach Ablauf des Gratis-Jahres ansonsten 4,99 Euro pro Monat und für Nicht-Prime-Mitglieder 7,99 Euro monatlich. Inkludiert ist der Zugriff auf kindgerechte Inhalte im eBook- und Hörbuchformat. Außerdem sind gewisse Gerätefunktionen nach entsprechender Konfiguration nur eingeschränkt verfügbar, womit ablenkungsfreies Lesen gefördert werden soll.

Bei der inkludierten Gerätehülle hat man die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Motiven.

Kindle Kids Hüllen

Die Kids-Edition ist übrigens nicht nur für Kinder ein guter Deal. Sofern man sich mit dem Design der Hülle anfreunden kann – die ich übrigens allesamt sehr gelungen finde – bekommt man für den Preis (siehe unten) nämlich viel geboten.

Marktstart und Verfügbarkeit

Der neue Kindle wird ab 12. Oktober verfügbar sein und ist als werbegestützte und werbefreie Variante erhältlich.

Werbung wird im Ruhemodus und am Sperrbildschirm angezeigt. Seitdem Amazon im Frühjahr 2022 die neue Bedienoberfläche ausgerollt hat, fällt die ehemalige Werbeeinblendung im unteren Bereich des Startbildschirms weg. Dort befindet sich jetzt nämlich die Navigation.

Preislich bewegt sich der neue Kindle ein wenig oberhalb des alten Modells und kostet mit Werbung 99,99 Euro und ohne Werbung 10 Euro mehr. Die Kids-Edition ist für 119,99 Euro erhältlich und werbefrei.

Der höhere Preis ist in Anbetracht der besseren Hardware durchaus gerechtfertigt. Zum Vergleich: Das Einstiegsmodell der Tolino-Partner, der Page 2, kostet regulär rund 90 Euro (ohne Werbung) bietet aber nur 212 ppi Auflösung, den halben Speicherplatz und keine Hörbuchunterstützung.

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Noch bevor Kindle und Tolino in Deutschland an den Start gegangen sind, hat Chalid seinen ersten eBook Reader im Jahr 2007, aus Begeisterung an der Technik, aus den USA importiert. Als Mitbegründer und Chef-Redakteur hat er seit der Gründung von ALLESebook.de, im Jahr 2010, inzwischen über 100 eReader zahlreicher Hersteller getestet. Mehr erfahren