PocketBook Basic Touch

Steckbrief

Der PocketBook Basic Touch tritt die Nachfolge des PocketBook Touch 622 an. Das Gerät nutzt einen 6 Zoll E-Ink Pearl Bildschirm mit 800×600 Pixel, einen kapazitiven Touchscreen und verfügt über 4GB internen Speicher der mit einer MicroSD-Karte erweitert werden kann. Der PocketBook Basic Touch verfügt im Gegensatz zum Touch 622 über keinen 3,5 mm Klinkenanschluss.

Neu mit dabei ist die sogenannte Film-Touch-Touchscreen-Technik. Der Touchscreen ist nun direkt am E-Ink Display angebracht und soll besonders dünn sein. Das soll dafür sorgen, dass es keine Verschlechterung der Kontrastwerte gibt.

Optisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger nur wenig verändert. Der eBook Reader besitzt weiterhin vier Tasten unter dem Bildschirm und kann somit neben der Touchscreenbedienung auch mit Hilfe der frei belegbaren Knöpfe gesteuert werden.

Mit 191 Gramm wiegt der PocketBook Basic Touch etwas weniger als der Touch Lux, womit der Lesekomfort etwas besser sein sollte.

Testbericht

In den vergangenen Monaten hat PocketBook die Produktpalette massiv erweitert. Eine der Neuvorstellungen ist der Pocketbook Basic Touch, der ohne Beleuchtung als Einstiegsgerät mit großen Funktionsumfang zum relativ günstigen Preis von 79 Euro positioniert wird. Der eBook Reader tritt allerdings nicht die Nachfolge des alten PocketBook Basic an, sondern die des PocketBook Touch 622.

Vom Funktionsumfang verspricht das Gerät also schon im Vorfeld einiges, denn die Software ist weitestgehend identisch mit dem ehemaligen Pocketbook-Flaggschiff. Dabei muss man allerdings auf die Audiofunktion verzichten, denn der Basic Touch besitzt keinen Anschluss für Kopfhörer oder Lautsprecher.

Beim Touchscreen geht PocketBook neue Wege, denn es kommt sogenannte Film-Touch-Technik zum Einsatz. Dabei handelt es sich nach wie vor um einen kapazitiven Touchscreen, der allerdings eine extrem dünne Plastikschicht nutzt, um die Berührungen zu registrieren. Das soll eine bessere Abbildleistung ermöglichen.

Erstmals in einem PocketBook eReader kommt außerdem ein 1 GHz Prozessor in Kombination mit 256 MB Arbeitsspeicher zum Einsatz. Das Hardwareupgrade verspricht schnellere Reaktionszeiten und eine zügige Bedienung. Was an dem Versprechen dran ist und wie sich der PocketBook Basic Touch sonst so schlägt, erfährst du im nachfolgenden Testbericht.

Unboxing

Wie von PocketBook gewohnt, wird auch der Basic Touch in einer ansprechenden Verpackung geliefert, die auf der ansonsten matten Oberfläche einige Hochglanzelemente enthält und so auch ein wenig als Blickfang dient. Wichtiger als der Karton ist aber natürlich der Inhalt: In der Packung befinden sich der eBook Reader, eine sehr knappe Schnellstartanleitung und Garantiekarte in verschiedenen Sprachen, sowie ein Micro-USB-Kabel. Damit unterscheidet sich der Basic Touch nicht von den meisten anderen Geräten, die ähnlich spartanisch ausgestattet sind.

Verarbeitung

Der neue Basic Touch ist sofort als PocketBook eBook Reader erkennbar, denn das Gerät setzt auf die gleiche Formensprache wie der Pocketbook Touch und Touch Lux.

Die Maße haben sich damit nur sehr geringfügig auf 174,4 х 114,6 х 8,3 mm verändert, wobei in erster Linie die geringere Gehäusetiefe positiv auffällt. Das Gewicht von 191 Gramm liegt in etwa am Niveau des Touch Lux und  ist für einen unbeleuchteten eBook Reader eher oberer Durchschnitt. Der Sony PRS-T3S (ohne Cover) ist mit 160 Gramm bei ähnlicher Ausstattung spürbar leichter.

Bis auf einen ähnlichen Namen, haben die beiden Geräte kaum etwas gemeinsam; Links: Pocketbook Basic. Rechts: PocketBook Basic Touch

Das 6 Zoll E-Ink Display sitzt wie immer zentriert und relativ mittig auf der Vorderseite und nimmt den größten Raum ein. Der Bildschirm ist dabei geringfügig im Gehäuse versenkt (wie bei fast allen eBook Readern), was dem Schutz vor Kratzern sehr entgegenkommt. Dank des kapazitiven Touchscreens, ist die Vertiefung allerdings nicht so groß wie bei eBook Readern mit Infrarot-Touchscreen. Ein tiefer sitzender Bildschirm hat den Nachteil, dass seitlich einfallendes Licht größere Schattenbildung zur Folge hat. Davon bleibt der PocketBook Basic Touch – wie alle eReader des Unternehmens – glücklicherweise verschont.

Frei belegbare Tasten

Eine willkommene Abwechslung zur restlichen Marktentwicklung sind die Hardwaretasten des Pocketbook Basic Touch. Die sind aber natürlich keine Überraschung, denn auch die anderen Geräte des Unternehmens besitzen noch richtige Knöpfe.

Sie sitzen weiterhin unter dem Bildschirm, in der gleichen Anordnung wie beim Touch 622 und Touch Lux. Neu ist hingegen die Kennzeichnung der Tasten, denn anstatt die üblichen Aufdrucke für Home, Zurück, Vorwärts und Menü zu verwenden, sind die Tastenkennzeichnungen als Kreis und Quadrat neutral gehalten. Die Blättertasten zeigen außerdem nicht mehr nach links und rechts, sondern nach oben und unten. Diese neutrale Markierung trägt der Möglichkeit Rechnung, die Tasten frei zu belegen. Die 90-Grad-Drehung der Blättertastenmarkierung sorgt im Querformat für eine etwas bessere Übersicht. Dank der großen Tasten und des schmalen Gehäuses liegt der Pocketbook Basic Touch bequem in der Hand.

Die frei belegbaren Tasten haben einen neutralen Aufdruck erhalten und die LED ist an den unteren Geräterand gewandert

Die Status-LED zwischen den Knöpfen ist verschwunden und befindet sich nun im Power-Knopf. Die Änderung ist in meinen Augen auf jeden Fall zu begrüßen, da die Front des eBook Readers damit optisch aufgeräumter wirkt. Der Power-Knopf befindet sich am unteren Geräterand (und kann ebenfalls mit anderen Funktionen belegt werden). Daneben befinden sich der MicroSD-Karteneinschub und der Micro-USB-Anschluss. Auf einen Audioausgang verzichtet der Basic Touch. Links- und rechtsseitig, sowie an der Oberkante des PocketBook Basic Touch gibt es keine Knöpfe oder Anschlüsse.

In unseren Tests konnte die Verarbeitung der Pocketbook-Geräte immer überzeugen, allerdings gab es immer wieder Kunden die Probleme mit knarzenden Gehäusen hatten. Ich habe mir den Basic Touch daher in diesem Hinblick noch genauer angesehen als sonst, kann allerdings weiterhin kein Problem feststellen. Unser Testgerät ist jedenfalls tadellos: Nichts knarzt oder knackst. Der eBook Reader macht einen sehr soliden Eindruck. Einzig an den Tasten muss man ein wenig Kritik üben, denn der die Druckpunkte sind je nach Angriffspunkt nicht ganz gleichmäßig. Das fühlt sich bei den anderen PocketBook-Geräten etwas besser an.

Die Oberfläche des (graphitfarbenen) eBook Reader ist schwach glänzend und glatt. Fingerabdrücke sieht man zwar, die lassen sich aber mit einem einfachen Wisch schnell beseitigen. Die Rückseite besteht aus einem etwas weicheren Plastik in tiefschwarzer Farbe, sodass Fingerabdrücke deutlich besser sichtbar sind. Das Material greift sich sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite gut an.

Rückseite des Basic Touch

Wie immer liefert PocketBook eine überzeugende Vorstellung in Hinblick auf die Verarbeitung. Selbst zum günstigen Einstiegspreis von 79 Euro muss man keine (großen) Einbußen bei der Verarbeitungsqualität hinnehmen.

Ausstattung

Zusammen mit dem Preis ist allerdings auch die Ausstattung des PocketBook Basic Touch ein wenig geschrumpft. Der eBook Reader muss auf eine Audiofunktion verzichten. Ansonsten kann das Gerät aber durchaus überzeugen: Der interne Speicher ist 4 GB groß (3,21 GB verfügbar) und kann mit einer MicroSD-Speicherkarte um bis zu 32 GB erweitert werden.

WLan gehört ebenfalls zum Lieferumfang und ermöglicht den Zugriff auf eBook Shops direkt am Gerät. Wie bereits eingangs erwähnt, ist der Prozessor schneller als bei den meisten anderen PocketBook eReadern und taktet mit 1 GHz. Der Arbeitsspeicher ist im Vergleich zum Touch Lux mit 256 MB doppelt so groß. Aber nicht nur am Papier ist der Basic Touch damit schneller, sondern auch in der Praxis funktioniert die Bedienung damit gefühlt einfach flotter.

Display & Beleuchtung

Auch der Bildschirm des PocketBook Basic Touch ist in gewisser Hinsicht Neuland für das Unternehmen. Es kommt zwar weiterhin E-Ink Pearl Technik zum Einsatz, allerdings mit der bereits erwähnten Film-Touch Touchscreentechnik.

Die geringe Dicke des Touchscreens sorgt dafür, dass der darunter liegende E-Ink Bildschirm scharf bleibt. Zwar ist man im Vergleich zum Infrarot-Touchscreen weiterhin ein wenig im Nachteil, allerdings ist der Unterschied nicht mehr allzu groß. Im Vergleich zum Pocketbook Touch (ebenfalls mit kapazitiven Touchscreen) zeigen sich in der Mikroskopaufnahme minimale Unterschiede:

PocketBook Basic Touch unter dem Mikroskop

Der Schärfeunterschied ist allerdings nur unter dem Mikroskop erkennbar. Im Praxisbetrieb zeichnet sich die Film-Touch-Oberfläche in erster Linie durch die besseren Betrachtungswinkel aus. Eine zusätzliche Plastikschicht über dem Bildschirm, wie das beim kapazitiven Touchscreen der Fall ist, sorgt beim eBook Reader häufig dafür, dass bei steilen Betrachtungswinkeln eine etwas schlechtere Abbildleistung auftritt. Das ist hier nicht der Fall. Egal von welcher Seite und in welchem Winkel man den Bildschirm ansieht, der Kontrast ist immer gleich gut.

Außerdem ist das kapazitive Sensorgitter völlig unsichtbar. Bei anderen kapazitiven Touchscreens sieht man bei genauem Hinsehen unter bestimmten Lichtverhältnissen zumeist winzige Punkte in der Touchscreen-Oberfläche. Beim Pocketbook Basic Touch kann man noch so genau hinsehen, solche Punkte sieht man hier nicht.

Die Bedienung des Touchscreens funktioniert absolut problemlos. Unerwünschte Spiegelungen gibt es dank des entspiegelten Digitizers ebenfalls nicht. Allerdings gibt’s auch einen Nachteil, wobei wir nicht einschätzen können, ob dies an der neuen Touchscreentechnik oder am E-Ink Display liegt: Der Bildschirm des Basic Touch ist sichtbar dunkler als von vielen anderen E-Ink Pearl Geräten.

Gute Ablesbarkeit, mit kleinen Macken

E-Ink Pearl verspricht Kontrastwerte von mindestens 10:1. Die tatsächlichen Werte hängen dann letztendlich aber vom Zulieferer ab, womit sich die Kontrastwerte zwischen den unterschiedlichen Geräteherstellern trotz gleicher Technik unterscheiden.

Die Auflösung des PocketBook Basic Touch beträgt 800×600 Pixel. Damit bietet der eBook Reader mit seiner 6 Zoll Displaydiagonale eine Pixeldichte von rund 166 ppi, die auch der „Vorgänger“ Touch 622 mitbringt. Zum Vergleich: PocketBook Touch Lux oder Sony PRS-T3S bieten Auflösungen von 1024×758 Pixel und eine Pixeldichte von 212 ppi. Die geringere Auflösung wurde im Sinne der Kostenreduktion in Kauf genommen. Für den Praxisbetrieb bedeutet das, dass insbesondere kleinere Schriftgrößen etwas unschärfer wirken. Bei „normaler“ Schriftgrößeneinstellung (wie bei einem handelsüblichen Taschenbuch) fallen die Unterschiede nicht mehr ganz so stark auf. PocketBook wirkt diesem Umstand auch entgegen, indem einige ansonsten kleinere Einstellungsmöglichkeiten, die man vom Touch Lux kennt, beim Basic Touch gestrichen wurden (kleinste Schriftgröße oder der 4-Spalten-Modus bei PDFs).

Wir haben uns den Bildschirm wie immer unter dem Mikroskop genauer angesehen (siehe oben) und dabei auch die Kontrastwerte gemessen. Das Ergebnis ist gut, kann aber nicht ganz mit den teureren Geräten aus gleichem Haus mithalten. Während der Pocketbook Touch Lux ein Kontrastverhältnis von 12:1 besitzt, muss sich der Basic Touch mit 11:1 begüngen, was am Niveau des Tolino Shine (mit deaktivierter Beleuchtung) liegt.

Kontrastverhältnis ohne Beleuchtung (höher ist besser)

  • Kindle NT 13:1
  • Sony PRS-T2 13:1
  • Kindle Paperwhite 12:1
  • Sony PRS-T3 12:1
  • PocketBook Touch Lux 12:1
  • Tolino Shine 11:1
  • PocketBook Basic Touch 11:1
  • Kobo Glo 10:1

Der etwas geringere Kontrast kommt in erster Linie durch den zuvor schon genannten dunkleren Bildschirmhintergrund zustande. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ablesbarkeit des Pocketbook Basic Touch weiterhin sehr gut ist – nur eben um eine Nuance dunkler als bei den meisten anderen E-Ink Pearl Geräten. In erster Linie fällt der Helligkeitsunterschied nur im direkten Vergleich und weniger im laufenden Betrieb auf.

Im direkten Vergleich ist der Unterschied in der Bildschirmhelligkeit deutlich sichtbar, im täglichen Betrieb fällt es hingegen kaum auf. Sony PRS-T3 (links) vs. PocketBook Basic Touch (rechts)

Positiv erwähnen muss man aber die geringe Ausprägung des Ghosting-Effekts. Obwohl der PocketBook Basic Touch noch auf Regal-Technik verzichten muss, gibt’s kaum sichtbares Ghosting – zumindest nicht wenn man die Seitenaktualisierung alle fünf Seiten vornimmt. Einen kleinen Schönheitsfehler hat das aber: Ein partieller Seitenaufbau wirkt sich manchmal sichtbar negativ auf den nachfolgend aufgebauten Text aus. Einzelne Stellen bei einem Buchstaben sind nicht ganz so schwarz wie sie es sein sollten. Das Problem tritt nicht immer auf, aber für meinen Geschmack doch zu oft, als es einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Glücklicherweise kann man das Problem umgehen, indem man den vollständigen Seitenaufbau auf jeder Seite vornimmt.

Unterm Strich kann der Bildschirm des PocketBook Basic Touch zwar nicht restlos überzeugen, liefert aber dennoch eine gute Vorstellung. Die Ablesbarkeit ist dank E-Ink Pearl Technik sehr gut und der neue Touchscreen sorgt für ausgezeichnete Betrachtungswinkel und eine tadellose Abbildleistung. Einzig der geringfügig dunklere Hintergrund und der partielle Seitenaufbau könnten besser sein. Erwähnen sollte man an dieser Stelle noch, dass die Bewertung der Ablesbarkeit mit der Note 2,4 in erster Linie aus der fehlenden Beleuchtung resultiert, sowie der Tatsache, dass mit E-Ink Carta inzwischen eine bessere (und teurere) Technik am Markt ist.

Funktionsumfang des PocketBook Basic Touch

Der PocketBook Basic Touch nutzt die weitestgehend gleiche Software wie der Touch Lux bzw. Touch 622. Die nachfolgenden Funktionsbeschreibungen sind daher sehr ähnlich.

Die erste Inbetriebnahme des PocketBook Basic Touch gestaltet sich wie von PocketBook gewohnt recht unkompliziert: Man schaltet das Gerät ein, wählt die gewünschte Sprache aus einer Liste von 30 unterstützten aus, muss der Lizenzvereinbarung zustimmen, stellt Uhrzeit und Datum ein und landet dann schließlich am Startbildschirm. Der Basic Touch lässt sich wie alle Pocketbook Geräte ohne Registrierung in Betrieb nehmen.

Der Startbildschirm präsentiert sich gewohnt nüchtern, aber weiterhin funktional. In einer Listenansicht werden die letzten Ereignisse angezeigt, wozu die Anzahl der zuletzt hinzugefügten Bücher, diverse App-Updates und Installationspakete, sowie die zuletzt gelesenen eBooks gehören. Die Liste lässt sich auch einschränken, sodass z.B. nur die zuletzt gelesenen Bücher (ohne App-Updates etc.) angezeigt werden. Jedes der Listenelemente lässt sich antippen und direkt öffnen.

Am unteren Rand des Bildschirms befinden sich die acht Hauptmenüpunkte:

  • Bibliothek
  • eBook-Shop
  • Notizen
  • Favoriten
  • Wörterbuch
  • Anwendungen
  • Suchen
  • Einstellungen

Das Hauptmenü lässt sich auf Wunsch ausblenden, woraufhin nur die Verknüpfungen zur Bibliothek und zum eBook-Shop angezeigt werden. Direkt darunter befindet sich die immer sichtbare Statusleiste, auf welcher die Uhrzeit, der Akkustand und der Taskswitcher angezeigt werden.

PocketBook typisch nüchterner Startbildschirm

Bibliothek

Die Bibliothek zeigt alle verfügbaren Buchtitel in einer Listenansicht an. Über das Optionsmenü, das immer am rechten oberen Bildschirmrand geöffnet wird, kann man die Darstellung anzupassen.

Die Ansicht lässt sich auf eine Cover-Listenansicht, sowie auf eine reine Coveransicht umschalten. Außerdem kann man die eBooks nach aktuell gelesenen und favorisierten Titeln filtern. Sortieren kann man die Bücher nach Buchtitel, Dateinamen, zuletzt geöffnet, Erstellungsdatum, Serie und Autor – auf- und absteigend. Gruppieren lassen sich die Titel nach Ordner (des Dateisystems; siehe unten), Autor, Serie, Genre, Format und Hinzufügungsdatum. Darüber hinaus kann man die Anzeige auch nach internem und externem Speicher – oder beides kombiniert – auswählen.

Anstatt der sonst üblichen Metadaten, die bei anderen eBook-Reader-Herstellern nötig sind um die Bücher zu sortieren, kann man am Basic Touch (wie von PocketBook gewohnt) ganz einfach Dateiordner anlegen und die gewünschten eBooks darin ablegen. Diese Art der Sortierung ist in meinen Augen nicht nur einfacher, sondern auch ganz ohne zusätzliche Programme möglich. Dateien und Ordner können direkt am Gerät verschoben und gelöscht werden. Fehlt das gewünschte Verzeichnis, kann man es auch direkt am eReader erstellen. Hat man schließlich die gewünschte Anzeigeform gewählt, kann man das Optionsmenü natürlich auch wieder ausblenden.

Metadaten lassen sich aber auch am Basic Touch nutzen – jedoch nur eingeschränkt. Es wird nämlich nur eines der hinterlegten Schlagworte ausgelesen. Das führt uns auch zum einzigen Nachteil der PocketBook-Bibliotheksfunktion: Will man ein eBook z.B. in den virtuellen Ordnern „Fantasy“, „Herr der Ringe“ und „Zwerge“ ablegen, dann kann man dies nicht einfach mit mehreren Schlagworten über Calibre erledigen, sondern muss die Dateien in einzelne Ordner kopieren, was natürlich mehr Platz benötigt als die Schlagworte-Lösung. Das dürfte in erster Linie aber vermutlich nur für Poweruser mit vielen hunderten eBooks oder Ordnungsfanatiker ein echtes Problem sein.

Am oberen Bildschirmrand kann man außerdem die Suchfunktion aufrufen. Die Suchergebnisse werden im gleichen Format angezeigt, wie zuvor in der Bibliotheksoption ausgesucht. Suchbegriffe werden über die virtuelle QWERTZ-Tastatur eingegeben. Die Tastatur verfügt über ein ausgezeichnetes Tastenlayout und eine gute Reaktionsgeschwindigkeit. Dank des schnelleren Prozessors geht die Eingabe auch etwas flotter von der Hand als bei den bisherigen Pocketbook-Geräten. Alle Buchstaben, Umlaute und wichtige Satzzeichen sind direkt und ohne Umwege anwählbar. Außerdem kann man mittels Knopfdruck zwischen verschiedenen vorher ausgewählten Sprachlayouts wechseln.

Es ist zwar nicht die schönste virtuelle QWERTZ-Tastatur, aber sie hat ein ausgezeichnetes Tastenlayout und ist gut bedienbar

Auf einer Bibliotheksseite werden je nach gewählter Ansicht zwischen 5 und 10 Titel angezeigt. Zwischen den einzelnen Bibliotheksseiten kann mit den Blättertasten unter dem Bildschirm, einer einfachen Wischgeste über das Display oder mit den virtuellen Tasten am unteren Bildschirmrand geblättert werden.

Funktional ist die Bibliothek fast perfekt (bis auf die Kleinigkeit mit den Metatags), optisch darf PocketBook aber noch nachbessern, wenn es nach mir ginge. Verbesserungsbedarf gibt es z.B. bei der Anzeige der Cover, denn die kleben förmlich aneinander. Nur wenige Pixel trennen ein Cover vom Nächsten, was nicht besonders gut aussieht und auch eine gewisse Unruhe in die Anzeige bringt, zumal verschiedene eBooks auch mit unterschiedlichen Covergrößen ausgestattet sind. Das lässt sich ansprechender gestalten, wie ein paar Konkurrenzprodukte zeigen.

Um ein eBook zu öffnen, tippt man einfach auf den Buchtitel oder das Cover.

Buch- und Leseoptionen

eBooks werden standardmäßig mit dem Adobe Viewer geöffnet. Alternativ kann aus dem Kontextmenü (lange auf den Buchtitel/das Cover drücken) auch der FBReader als bevorzugtes Leseprogramm gewählt werden. Die Funktionsweise beider Programme ist im reinen Lesebetrieb recht ähnlich, wobei FBReader allerdings keine DRM-geschützten eBooks unterstützt, dafür aber eine Veränderung der Kodierung zulässt. Das kann besonders bei Texten mit nicht-lateinischen Buchstaben nützlich sein. Die Bedienung beider Programme funktioniert weitestgehend gleich. Praktisch: Der Basic Touch merkt sich mit welchem Programm ein eBook zuletzt geöffnet wurde.

Die Seitenoptionen kann man entweder mit einem Antippen in die Mitte des Bildschirms, oder mit einem Druck auf die Menütaste aufrufen. Ein Druck auf den virtuellen Menüknopf in der rechten oberen Ecke öffnet das Optionsmenü mit den folgenden Punkten:

  • Einstellungen
  • Drehen
  • Notiz
  • Wörterbuch

Außerdem lässt sich hier direkt ein Lesezeichen setzen und die Suche aufrufen. Am unteren Bildschirmrand wird ein Schieberegler eingeblendet, mit dem man die Buchseite schnell wechseln kann. Mit der eingeblendeten Zurück-Taste kann man wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren. Direkt oberhalb des Schiebereglers befindet sich außerdem die Verknüpfung zum Inhaltsverzeichnis, sowie zu den Notizen, Markierungen und Lesezeichen.

Ist das Seitenmenü geschlossen, befindet sich am underen Bildschirmrand die Leseleiste, die einige zuvor definierte Optionen wie Uhrzeit, Buchtitel, Akkustand, usw. anzeigt. Welche Punkte angezeigt werden, kann man in den Geräteeinstellungen selbst definieren. Mit einem Antippen auf einen kleinen Pfeil in der Leseleiste wird die normale Statusleiste eingeblendet, die man von der Startseite kennt (siehe oben).

Wählt man die Option „Drehen“ aus dem Optionsmenü, lässt sich die Anzeige um 90, 180 oder 270 Grad drehen. Die gewählte Ausrichtung wird für das entsprechende eBook immer gespeichert, sodass sie bei einem neuerlichen Öffnen weiterhin vorhanden ist.

Blättern kann man am PocketBook Basic Touch auf mehrere Arten: Entweder man nutzt die Hardwaretasten unter dem Bildschirm, oder man tippt auf die voreingestellten Bereiche am Bildschirm (bzw. Touchscreen), oder man wischt über das Display.

Hier kommt außerdem die freie Tastenkonfiguration wieder voll zum Tragen, denn die Blätterfunktion lässt sich z.B. auch auf andere Tasten legen, sodass man je nach Handhabung auch eine bessere Einstellung finden kann. Eine Funktion lässt sich auch mehrmals verschiedenen Tasten zuweisen. Besonders für Linkshänder dürfte das recht praktisch sein. Es lassen sich außerdem zusätzliche Aktionen bei langem Tastendruck auswählen oder der Menütaste eine andere/weitere Funktion zuweisen (z.B. die Wörterbuch- oder Notizfunktion öffnen). So viele (und vor allem praktische) Anpassungsmöglichkeiten bietet kein anderer Hersteller.

Schriftbildanpassung

Die Schriftbildanpassungen beim PocketBook Basic Touch sind ebenso umfangreich. Schriftgröße und -art lassen sich verstellen, wobei man eine Größe zwischen 12 und 50 Punkt und aus 18 vorinstallierten Schriftarten wählen kann. Sollte das nicht reichen, kann man eigene Schriftarten nachinstallieren, indem man die Schriftart-Datei einfach auf das Gerät kopiert. Das Aussehen lässt sich bei unterstützten Schriftarten außerdem in Form von Fett, Kursiv und Fett/Kursiv einstellen. Der Zeilenabstand lässt sich zwischen 70 und 200 Prozent in 7 Schritten anpassen. Die Seitenränder sind dieser Einstellungsvielfalt ein bisschen hinterher und lassen sich nur in 3 Schritten ändern. Die Textausrichtung lässt sich nur von „Links nach rechts“ und von „Recht nach links“ verändern, was der Internationalität des Geräts Rechnung trägt. Leider gibt es keinen einstellbaren Blocksatz. Die Silbentrennung ist automatisch aktiviert.

Mit Hilfe der Pinch-To-Zoom-Geste lässt sich die Schriftgröße auch ohne Aufrufen des Menüs verändern. Je weiter man die Finger auseinander- oder zusammenzieht, desto stärker wird die Schriftgröße verändert.

Notizfunktion

Die Notizfunktion lässt sich wahlweise über den Punkt im Optionsmenü aufrufen, oder mit einem langen Antippen auf das jeweilige Wort. Dabei werden allerdings zwei unterschiedliche Menüs aktiviert. Ein langes Antippen auf ein Wort öffnet eine Verknüpfungsleiste am oberen Bildschirmrand, aus der man Wörter markieren und Notizen hinzufügen, die markierte Textstelle bei Google suchen oder die Wörterbuchfunktion starten kann. Sofern man sich bei sozialen Netzwerken angemeldet hat, kann man die Textstelle auch darüber teilen. Die Markierung kann man in diesem Modus mit Hilfe zweier Cursor schnell und unkompliziert verändern.

Öffnet man die Notizfunktion über das Optionsmenü, wird ein spezieller Notiznehmungsmodus gestartet, der vom Umfang etwas größer ist. Auch hier werden am oberen Bildschirmrand die Funktionen eingeblendet. Diese reichen von einfacher Textmarkierung, über Notiznehmung, bis zum Zeichenmodus, mit dem man selbst handschriftliche Notizen und Markierungen direkt im Text vornehmen kann. Außerdem gibt es einen Screenshot-Modus, der den ausgewählten Bereich als externes Bild speichert. Um eine Notiz zu erstellen, muss man den gewünschten Text zuvor auswählen und dann antippen. Aus dem Kontextmenü kann man nun die neue Notiz erstellen.

Wurde die Notiz erstellt, kann man diese mit einem Antippen öffnen, bearbeiten und löschen. Gesetzte Notizen sieht man zwar auch im normalen Lesefluss, allerdings kann man sie nicht öffnen – hierfür muss man sich im Notizmodus befinden. Kritik muss man außerdem weiterhin am Textfeld zur Eingabe der Notiz üben. Dieses ist nämlich nur einzeilig, was bei etwas längeren Eingaben schnell unübersichtlich werden kann. Außerdem kann man die Textauswahl im Notizmodus nicht nachbessern. Hat man den falschen Textauschnitt gewählt, muss man diesen löschen und neu erstellen.

Zumindest den ersten Kritikpunkt kann man aber zumindest relativ gut umgehen, indem man sich die Notizfunktion auf eine der Hardwaretasten legt (z.B. die Menütaste). So lässt sich der Notizmodus mit einem einfachen Knopfdruck starten und man muss sich nicht durch das Optionsmenü klicken. Besonders praktisch ist die Möglichkeit die Notizfunktion auch bei einem Seitenwechsel aktiviert zu lassen. So kann man z.B. Textkorrekturen vornehmen und ganz einfach weiterblättern, ohne die Notizfunktion jedes mal aufs Neue aufzurufen.

Erstellte Notizen können über den Dateiexplorer am PC kopiert und exportiert werden. Diese befinden sich etwas versteckt im Ordner „system\config\Active“ und liegen im HTML-Format vor, wobei Screenshots direkt darin platziert werden. Lediglich handschriftliche Notizen und Markierungen muss man per Hand zusammenfügen, denn hier werden eine SVG-Datei und ein PNG-Screenshot der Buchseite getrennt voneinander gespeichert und nicht in der HTML-Übersicht platziert. Die Dateien besitzen jedoch den gleichen Dateinamen, sodass man sie einander einfach zuordnen kann. Die Anmerkungen in der HTML-Datei werden inkl. Positionsangabe im Quelltext in Tabellenform gespeichert, sodass es bei Bedarf möglich ist, diese weiterzuverarbeiten.

Direkt am Gerät kann man alle erstellten Notizen, Markierungen, Zeichnungen, Screenshots und Lesezeichen außerdem in der schon zuvor genannten Übersicht in einer Liste betrachten. In dieser Übersicht fehlen allerdings leider (weiterhin) die Seitennummern, sodass man nicht erkennen kann, an welchen Stellen im Buch die Anmerkungen erstellt wurden. Außerdem kann man die Anmerkungsliste nicht sortieren, filtern oder durchsuchen. Im Hauptmenü kann man auch eine allgemeine Notizübersicht aller eBooks öffnen.

Wörterbuch

Wie auch die Notizfunktion, lässt sich das Wörterbuch auf mehrere Arten öffnen. Dies funktioniert einerseits über das Lesemenü, das man mit einem langen Antippen auf ein Wort aktiviert, das Optionsmenü (rechte obere Ecke) oder mit einem Tastendruck bei individueller Tastenbelegung. So sind je nach Aufruf zumindest zwei Tastendrucke notwendig. Im Gegensatz zur Notizfunktion sieht die Wörterbuchfunktion aber immer gleich aus: In einem kleinen Fenster wird die Worterklärung angezeigt. Sollte das gesuchte Wort nicht gefunden werden, wird stattdessen eine Liste mit ähnlichen Wörtern eingeblendet. Alternativ kann man das gesuchte Wort auch mit der QWERTZ-Tastatur in ein Suchfeld eingeben und selbst nachschlagen. Über einen Knopf kann man das verwendete Wörterbuch außerdem schnell wechseln.

Ein Lob muss man zunächst für die Anzahl der mitgelieferten Wörterbücher aussprechen, auch wenn diese hauptsächlich nur vom Englischen in eine andere Sprache (Spanisch, Französisch, Italienisch, Slowakisch usw.) nutzbar sind. Es gibt aber zwei Englisch-Deutsch Wörterbücher, sowie ein Deutsch-Englisches. Mit dabei ist außerdem ein englisches Bedeutungswörterbuch. Weitere Wörterbücher können gekauft und nachinstalliert werden. So stehen auf der Obreey-Homepage z.B. auch Spanisch-, Französisch-, Italienisch-, Polnisch- und Russisch-Deutsche Wörterbücher von ABBYY Lingvo zur Verfügung, die man für 7,68 Euro erwerben kann.

Leider sind die ABBYY-Wörterbucher vom Umfang aber nicht ganz so gut wie man das z.B. vom Oxford- oder Collins-Dictionary bzw. vom Duden auf den Sony oder Kindle eBook Readern kennt. Das größte Problem sind grammatikalische Formen, die in den Wörterbüchern nicht hinterlegt sind. So wird immer nur die Nennform eines Wortes gefunden, aber unterschiedliche Deklinationen bzw. Konjunktionen sind nicht auffindbar. Das hat zur Folge, dass man die manuelle Wörtersuche verwenden muss. Das ebenfalls mitgelieferte namenlose Englisch-Deutsch Wörterbuch bringt z.B. bessere Ergebnisse. D.h. auch wenn man weitere Wörterbücher nachinstallieren kann, zumindest die ABBYY Wörterbücher aus offiziellen Quellen sind im Umfang verbesserungswürdig.

Außerdem würden wir uns wünschen, dass die Wörterbuchfunktion einfacher zugänglich gemacht wird. Das war schon bei unserem allerersten PocketBook Touch 622 Test ein Kritikpunkt. Das lange Antippen auf ein Wort um das Wörterbuch zu öffnen, wie man das von anderen Geräten kennt, ist nicht unbedingt viel schneller als die Zwei-Klick-Lösung des PocketBook Touch Lux, aber in jedem Fall komfortabler und intuitiver.

PDF-Darstellung

Eine der größten Stärken der PocketBook Geräte ist definitiv die Darstellung von PDF-Dateien. Während andere Hersteller in diesem Bereich seit langer Zeit fast keine Verbesserungen mehr vornehmen, hat Pocketbook immer wieder nachgebessert und liefert inzwischen die mit Abstand beste PDF-Funktion im Bereich der E-Ink eBook Reader.

Es gibt mehrere Anzeigemodi, die gewährleisten, dass man auch größere DIN A4 Dokumente am kleinen 6 Zoll Bildschirm relativ gut lesen kann. Zur Verfügung stehen:

  • Breite anpassen
  • Ganze Seite
  • Spalten
  • Reflow
  • Zoom
  • Ränder beschneiden (automatisch und manuell)

Die Modi sprechen im Grunde für sich selbst. Die PDF-Datei kann auf die Bildschirmbreite angepasst werden, was sowohl im Hoch- als auch im Querformatmodus bestens funktioniert. Bei einem DIN A4 Dokument ist das Querformat sehr nützlich, im Hochformat ist das bestenfalls brauchbar um sich eine Übersicht zu verschaffen. Der Text ist im Hochformat bei DIN A4 einfach zu klein, um ihn vernünftig lesen zu können. Dieses Problem teilt sich der PocketBook Basic Touch aber selbstverständlich mit jedem 6 Zoll eBook Reader.

Der Spaltenmodus ist wiederum auch im Hochformat sehr brauchbar. Bei dieser Option kann man zwischen einem Zwei- und Drei-Spaltenmodus wählen, sodass jeweils nur ein Teil der Seite entsprechend der vorgegebenen Spaltengröße herangezoomt wird. Ist das geschehen, springt man dem Textfluss folgend von einem Bildausschnitt zum nächsten. Besonders bei wissenschaftlichen Texten, aber auch bei gewissen Tages- und Wochenzeitungen ist der Spaltenmodus Gold wert. Besonders praktisch ist auch die Möglichkeit, den Seitenbeschnitt mit dem Spaltenmodus zu kombinieren, sodass man den Textkörper ohne Einbußen an Randabstände vergrößern kann. Auch hier gibt es natürlich die Option in den Querformatmodus zu wechseln, was die Lesbarkeit des Textes nochmals deutlich erhöht.

Mit Randbeschnitt im Querformat wird der Spaltenmodus zum echten Mehrwert am 6 Zoll Bildschirm

Sollte der Spaltenmodus nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen, kann man mit der Pinch-To-Zoom-Geste den Bildausschnitt selbst vergrößern. Blättert man nun mit den Tasten weiter, wird der Bildausschnit ebenfalls spaltenweise gewechselt. Will man das nicht, kann man den Ausschnit auch einfach mit dem Finger verschieben. Die Notizfunktion kann problemlos genutzt werden, die Wörterbuchfunktion erkennt aber je nach PDF-Formatierung nicht jedes Wort, sondern nur ganze Textabschnitte. Dadurch kann man dann auch keine Wörter nachschlagen.

Zu guter letzt steht auch eine Text-Reflow Funktion zur Verfügung, mit der man den eigentlich fix formatierten Text in der PDF-Datei an die Bildschirmbreite anpassen kann – wie das bei ePub-Dateien auch geschieht. Hier kann man den Zoom-Modus auf bis zu 300 Prozent einstellen, weitere Einstellungsmöglichkeiten wie Zeilen- und Randabstände oder die Anpassung der Schriftart gibt es im Reflow-Modus allerdings nicht. Zwar ist der Blättervorgang nicht ganz so schnell wie bei einer regulären ePub-Datei, aber keineswegs störend langsam.

Zusatzfunktionen: Internetbrowser, Spiele und Dropbox

Wie schon erwähnt, gibt’s auch einen Internet-Browser. Diesen findet man bei den Anwendungen, die vom Hauptmenü aus erreichbar sind. Der Browser funktioniert zum Glück deutlich besser als beim Touch Lux. Während es beim Leuchtreader sehr große Geschwindigkeitsprobleme gab, lässt sich der Browser am Basic Touch völlig problemlos nutzen. Zwar ist er weiterhin langsamer als die Android-Konkurrenz von Sony PRS-T3 oder Tolino Shine, aber jedenfalls deutlich besser als beim Touch Lux.

Zu den praktischen Funktionen des Browsers zählen Pinch-To-Zoom, Weiterschalten des Bildausschnitts mit den Blättertasten, ein Querformatmodus (die letzten Ausrichtung wird beim erneuten Start beibehalten) und Favoriten. Außerdem lassen sich Bilder und Javascript deaktivieren.

Weitere Anwendungen umfassen einen Taschenrechner, eine Bildergalerie, Scribble (eine Notiz- bzw. Zeichenapp) und einen Kalender (ohne besondere Funktionalität). Spiele sind in Form von Schach, Sudoku und Klondike ebenfalls vorinstalliert.

Eine praktische Neuerung ist die Dropbox-Synchronisation. Hat man die Login-Daten am Gerät hinterlegt, ist es möglich einen Ordner zu synchronisieren. D.h. wenn man am PC ein entsprechendes Dropbox-Verzeichnis eingerichtet hat und eine Datei hineinkopiert, wird diese auch automatisch auf’s Gerät geladen (sofern eine WLan-Verbindung verfügbar ist). So kann man eBooks auch ohne Kabel schnell und unkompliziert auf den Basic Touch laden. Besonders für die Nachrichtensammlung eröffnen sich auf diesem Weg tolle Möglichkeiten: Mit Calibre lassen sich RSS-Feeds auslesen und automatisch ins ePub-Format umwandeln. Diese ePub-Datei kann man im Dropbox-Verzeichnis speichern und nach erfolgter Synchronisation direkt am Gerät lesen. Ist das Setup mit einem Timer versehen, lässt sich der ganze Prozess auch automatisieren.

Neben Dropbox gibt’s seit einigen Wochen außerdem die Send-to-Pocketbook Funktion, mit der man dem eBook Reader eine eigene E-Mail-Adresse zuweisen kann. So lassen sich Inhalte auch per E-Mail an den Basic Touch senden. Diese Funktion kennt man bereits von Amazon und kann in gewissen Szenarien durchaus praktisch sein.

Wie man sehen kann, ist der Funktionsumfang des Basic Touch sehr groß – ganz im Stile der üblichen PocketBook Geräte. Dank schnelleren Prozessors geht die Bedienung zudem gefühlt flotter von der Hand. Der große Funktionumfang ist allerdings auch weiterhin das größte Problem des PocketBook-Systems, denn die Bedienung funktioniert nicht ganz so intuitiv wie bei der Konkurrenz. Man merkt dem System an, dass es über viele Jahre gereift ist und erweitert wurde, was besonders bei einzelnen Funktionen (Wörterbücher & Notizen) gut sichtbar ist. Das bedeutet, dass man eine kurze Eingewöhnungsphase benötigt, um sich mit der Bedienung vertraut zu machen. Ist diese Phase überstanden, gibt’s aber letztendlich auch nicht mehr Probleme als bei anderen Geräten. Für absolute Techniklaien ohne besondere Ansprüche an den Funktionsumfang, würde ich an dieser Stelle aber dennoch einfachere Geräte empfehlen. Abgesehen davon gibt’s an der Software aber kaum etwas auszusetzen.

Kompatibilität & Akkulaufzeit

Neben der ausgezeichneten PDF-Funktion punktet der PocketBook Basic Touch außerdem mit einer Vielzahl an unterstützten Dateiformaten. EPUB, PDF, FB2, FB2.ZIP, TXT, DJVU, HTM, HTML, DOC, DOCX, RTF, CHM, TCR und PRC (MOBI) können geöffnet werden und auch Bilddateien in den Formaten JPEG, BMP, PNG, TIFF werden unterstützt. Besser geht es kaum (CBR und CBZ Unterstützung würden wir uns noch wünschen) und besonders die sonstigen „Mainstream“-eBook-Reader bieten meist nur einen Bruchteil davon. Schön zu sehen, dass sich PocketBook bisher nicht vom Trend anstecken hat lassen, die Zahl der unterstützten Dateiformate zu minimieren.

Wie immer ist es schwierig bezüglich der möglichen Akkulaufzeiten, aufgrund der relativ kurzen Testzeiträume, genaue Angaben zu machen. Eines ist aber klar: Der PocketBook Basic Touch verhält sich in dieser Hinsicht nicht auffällig, d.h. mehrwöchige Laufzeiten mit einer Akkuladung sollten kein Problem darstellen.

eBook-Kauf

Der Pocketbook Basic Touch nutzt regulär den Obreey-Store, der mit der jüngsten Branding-Änderung „BookLand“ heißt. Das Angebot umfasst aktuell rund 270.000 eBooks, was deutlich weniger ist, als einige Mitbewerber bieten. Im Grunde spielt es aber eigentlich keine allzu große Rolle, denn man kann dank gut funktionierendem Browser auch bei anderen Shops einkaufen z.B. eBook.de. Außerdem kann man natürlich auch am PC einkaufen und die eBooks dann per USB-Kabel oder Dropbox-Synchronisation auf den eBook Reader kopieren.

Will man direkt am Gerät einkaufen, muss man sich im Shop registrieren, die Login-Daten am Reader hinterlegt haben und zuvor auf der Obreey Homepage das Guthaben aufladen. Das funktioniert via Paypal oder Kreditkarte.

Es ist auch möglich die Inhalte zwischen Obreey Store und PocketBook Basic Touch zu synchronisieren, wobei das Ersteinrichtungsprozedere für meinen Geschmack etwas zu kompliziert geraten ist. Bevor man die Synchronisation nutzen kann, muss man nämlich die Seriennummer des Geräts im Obreey Store eingeben. Da wäre es auf jeden Fall praktischer, wenn diese Daten gleich bei der Anmeldung vom Gerät aus übermittelt werden – wie dies auch bei anderen Herstellern geschieht.

Die Adobe DRM Anmeldung lässt sich direkt am PocketBook Basic Touch vornehmen, das Gerät wird aber auch problemlos von Adobe Digital Editions erkannt.

Fazit

Der PocketBook Basic Touch ist eine konsequente Erweiterung des PocketBook-Portfolios. Der eBook Reader wird zum Preis von 79 Euro im unteren Preissegment positioniert und tritt als direkter Konkurrent zum ebenfalls unbeleuchteten Sony PRS-T3S auf. Aber nicht nur der Sony Reader gilt als Konkurrent, auch der Tolino Shine ist aufgrund des niedrigen Preises durchaus in Sichtweite des PocketBook Geräts.

Wenn man vom Preis absieht, sprechen alle drei Geräte aber eigentlich eine völlig andere Klientel an. Der Tolino Shine wurde zwar in Sachen Funktionsumfang mit den letzten beiden Updates durchaus deutlich erweitert, an den Pocketbook Basic Touch reicht er dennoch bei weitem nicht heran. Der Sony PRS-T3S ist da schon deutlich näher, muss sich aber letztendlich auch geschlagen geben. Punkten kann Sony hingegen in Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit, die (mitunter) dank Android etwas besser ausfällt.

Fazit: Der Pocketbook Basic Touch ist ein tolles Gerät zu einem guten Preis

Der Pocketbook Basic Touch richtet sich daher nicht unbedingt an absolute Techniklaien die einfach nur lesen möchten, sondern eher an Personen die möglichst viel für ihr Geld wollen. Hier ist PocketBook wie immer ganz vorne dabei und kann besonders mit der sehr guten PDF-Anzeige punkten. Aber auch andere Funktionen wie Dropbox-Synchronisation, (frei belegbare) Tasten, eine sehr gute Notizfunktion mit einfacher Exportmöglichkeit usw. sorgen weiterhin dafür, dass auch der PocketBook Basic Touch vom Funktionsumfang kaum zu schlagen ist.

Natürlich gibt es aber auch ein paar Kritikpunkte, die man nicht unterschlagen sollte: Der Bildschirmhintergrund des Basic Touch könnte geringfügig heller sein, die Druckpunkte der Tasten etwas besser sein, die Bibliothek mehrere Schlagworte unterstützen und Notiz- und Wörterbuchfunktion einfacher zugänglich gemacht werden.

Wenn man von diesen (zumeist altbekannten) Kritikpunkten absieht, dann bekommt man für 79 Euro aber ein sehr gutes Gerät. Die fehlende Beleuchtung sorgt dann letztendlich dafür, dass „nur“ eine gute Note von 1,8 drinnen ist. Aber die Beleuchtung wurde im Sinne der Kostenersparnis absichtlich weggelassen. PocketBook will mit dem Basic Touch in erster Linie preisbewusste Technikfans ansprechen, was mit dem überzeugenden Gesamtpaket auf jeden Fall gelingen wird. Für Fans von beleuchteten eBook Readern, bleibt unsere Empfehlung zum ausgezeichneten PocketBook Touch Lux weiterhin bestehen.

Datenblatt

Technische Daten: PocketBook Basic Touch
AllgemeinHerstellerPocketBook
Markteinführung2013
Verfügbare FarbenGrau, Weiß
Wassergeschütztnein
GrößeMaße174,4 х 114,6 х 8,3 mm
Gewicht191 g
DisplayDisplaytechnologieE-Ink Pearl
Displaygröße6 Zoll
Displayauflösung800x600 Pixel
Pixeldichte167 ppi
Farbtiefe16 Graustufen
Touchscreenja, kapazitiv
Eingebaute Beleuchtungnein
Blaulichtreduktionnein
Plane Frontnein
VerbindungenUSBja, USB 2.0 (Micro USB)
Bluetoothnein
WLanja
GSM / UMTSnein
SpeicherInterner Speicher4GB
Speicherkartenerweiterungja, MicroSD-Karte
FunktionenBetriebssystemLinux
Lautsprechernein
Text-to-Speechnein
Blättertastenja
Unterstützte Dateiformate

EPUB, PDF DRM, PDF, FB2, FB2.ZIP, TXT, DJVU, HTM, HTML, DOC, DOCX, RTF, CHM, TCR, PRC (MOBI), JPEG, BMP, PNG, TIFF

Unterstützte DRM-Dateiformate

Adobe DRM (EPUB, PDF)

SonstigesAkkulaufzeitmehrere Wochen
Lagesensornein
Integrierter eBook Storeja
Sonstiges