sID 2013: E Ink stellt Aurora und Spectra Displays vor

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Nach relativ langer Zeit des Stillstands, hat die E Ink Holding in den letzten Wochen gleich drei neue Bildschirmtechnologien vorgestellt. Die erste kennt man bereits aus dem Sony Digital Paper Prototypen und nutzt eine Kunststoffschicht, anstatt sonst der üblicherweise verwendenten Glas Trägerplatte. Dank des Plastiks ist das Mobius genannte Display äußerst resistent gegen Schäden und nicht gefährdet bei einem Sturz zu brechen.

Auf der Society for Information Display Week 2013 (kurz: SID 2013) hat E Ink zwei weitere neue Bildschirme vorgestellt. Das erste hört auf den Namen Spectra und geht einen ganz neuen Weg bei der Farbdarstellung bei eInk Displays. Im Gegensatz zur Triton 2 Technik aus gleichem Hause, nutzt Spectra zur Farbdarstellung keine Farbfilter über dem Bildschirm, sondern besitzt farbige Pigmente. Das resultiert in einer deutlich gesättigteren und kontrastreicheren Darstellung.

E Ink Technik für Verkaufsraum

Das hört sich natürlich ausgesprochen gut an, allerdings gibt es aktuell noch einen großen Nachteil: Die Spectra Technik unterstützt nur eine Farbe. Das bedeutet, dass in einer Mikrokapsel nur 3 verschieden pigmentierte Elemente vorhanden sind. Auf der SID 2013 wurde die rote Version der Spectra Technik gezeigt. Die roten Pigmente können auch gegen grüne oder blaue ausgewechselt werden.

Für den Lesebetrieb ist die Technik aufgrund der einfärbigen Darstellung aktuell nicht besonders nützlich, weshalb E Ink damit auch ganz klar auf Verkaufsräume abzielt. Schon jetzt werden eInk-Displays in verschiedenen Handelsketten verwendet, um die Papierpreisschilder zu ersetzen. Der größte Nachteil an der bisherigen Nutzung dürfte wohl in der fehlenden Möglichkeit liegen, die eInk-Preisschilder hervorzuheben. Mit den nun verfügbaren Farbversionen sollte das kein Problem mehr sein.

Dass die E Ink Holding versucht im Verkaufsbereich weiter Fuß zu fassen zeigt auch die zweite vorgestellte Technik namens Aurora. Diese Bildschirmtechnik ist ganz speziell auf den Einsatz in Kühlräumen und -truhen ausgelegt und bis minus 25 Grad Celsius einsetzbar. Für übliche eInk-Technik ist rund um den Gefrierpunkt Schluss.

Auch für eBook Reader?

Eine Vollfarb-Version der Spectra-Technik ist aktuell nicht in Aussicht, wie Nate von The Digital Reader in Erfahrung gebracht hat.

Wie auch die regulären Schwarz-Weiß-Pigmente sind die farbigen Teilchen beim Spectra-Bildschirm elektrisch geladen (siehe Bild). Im Gegensatz zum Monochrom-Bildschirm kann die Spectratechnik aber keine Farbabstufungen anzeigen. Während eInk Pearl eine Farbtiefe von 4 bit bzw. 16 Graustufen besitzt, verfügt ein Spectra-Display nur über eine Farbtiefe von 1 bit. Somit kann ein Pixel entweder Rot, Schwarz oder Weiß anzeigen, aber keine Schattierungen der jeweiligen Farbe.

Diese doch recht deutliche Einschränkung gegenüber der Pearl-Technik lässt jedenfalls zweifeln, dass man in Zukunft überhaupt ein Vollfarb-Display mit dieser Funktionsweise sehen wird. Aber man wird sehen. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden!

Fotos von den beiden neuen Bildschirmtechniken findest du bei Engadget

Bildquellen: E Ink, Engadget