Kindle Oasis 3 (2019) im Test

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Mit dem Kindle Oasis hat Amazon vor drei Jahren das Premiumsegment wiederbelebt. Heuer ging der eReader in der dritten Generation an den Start und setzt den innovativen Weg, den die beiden Vorgänger innerhalb des Amazon Portfolios geebnet haben, fort. Soll heißen: Wieder ist das ungewöhnliche, asymmetrische Gehäuse mit von der Partie, ebenso wie das größere 7 Zoll Display.

Und erstmals gibt’s in einem Kindle eBook Reader jetzt auch eine blaulichtreduzierte Beleuchtung. Damit schließt Amazon hinsichtlich der augenfreundlichen Nachtlicht-Funktion zur Konkurrenz auf. Wie gut sich der Kindle Oasis 3 schlägt, sehen wir uns nachfolgend an.

Hinweis: Es wurden zwei Kindle Oasis 3 Geräte getestet, eines wurde regulär erworben, das zweite ohne Bedingungen von Amazon zur Verfügung gestellt. Beide Geräte unterscheiden sich hinsichtlich Bauqualität, Ausleuchtung, Kontrast und sonstigen Testparametern nicht.

Verarbeitung und Ausstattung

Höherpreisige Kindle gehörten immer schon zu den besser verarbeiteten Geräten am Markt. Der Kindle Oasis 3 ist in dieser Hinsicht, meiner Meinung nach, sogar der Beste am Markt: Die Spaltmaße an der Front, zwischen Gehäuse und Displayfront, sind sehr schmal und absolut gleichmäßig. Nichts wackelt oder knarzt und die Blättertasten haben klare aber nicht zu harte Druckpunkte.

Das Aluminiumgehäuse besteht aus einem Stück und ist an allen wichtigen Stellen abgerundet oder abgeschrägt, sodass es keine störenden, harten Kanten gibt.

Ausgezeichnete Haptik und Verarbeitung

Aluminiumgehäuse im Alltag

Der Oasis 3 fühlt sich dank der Rückseite aus Aluminium zudem noch ein Stück besser an, als die meisten anderen Geräte am Markt. Alte eReader-Hasen fühlen sich beim Anfassen sofort an vergangene Zeiten erinnert, als Sony ebenso auf Aluminium als Gehäusematerial für deren eBook Reader gesetzt hat.

Das Aluminium fühlt sich beim ersten Anfassen kühl an. Nach kurzer Lesezeit erwärmt es sich aber in etwa auf Körpertemperatur, sodass man es nicht mehr bewusst wahrnimmt.

Die Rückseite besteht aus Aluminium

Im Sommer hatte ich den Kindle Oasis 3 fast eine Woche durchgehend auch am Strand in der prallen Sonne an der italienischen Adria in Betrieb. Man sollte meinen, dass sich das Aluminium hier stärker aufheizt als Plastik, das kann ich aber nicht bestätigen. Auch ohne Hülle war die Handhabung gewohnt angenehm und das Gehäuse problemlos handzuhaben.

Kindle Oasis am Strand

Apropos Strand: Der neue Kindle Oasis ist auch wieder wassergeschützt. Mit einer IPX8-Zertifizierung übersteht der eBook Reader ein Eintauchen in Süßwasser für bis zu 60 Minuten in einer Tiefe von bis zu zwei Metern. Wasserdicht im eigentlichen Sinne ist das Gerät damit aber nicht. Der Wasserschutz wird durch eine Versiegelung der Elektronik im Inneren erreicht. Wasser kann dennoch in das Gehäuseinnere eindringen, richtet dort aber keinen Schaden an.

Am Strand sollte man darauf acht geben, dass man den eReader von Sand fernhält, denn der könnte im Geräteinneren trotzdem zum Problem werden. Ebenso könnte Sand auch den Bildschirm zerkratzen, wobei ich letztendlich keine Probleme damit hatte. Obwohl ich den Kindle Oasis am Abend immer ohne Schutz in die Strandtasche geworfen habe, zusammen mit dem etwas sandigen Handtuch.

Am Ende des Urlaubs funktionierte der Oasis genauso gut wie zu Beginn – ohne Kratzer oder sonstige Macken.

Familienportrait: Kindle Oasis 1, 2 und 3

Perfekte Haptik

Aber nicht nur die Materialwahl ist ungewöhnlich, auch bei der Bauform kann der Kindle Oasis 3 glänzen. Wie bereits eingangs erwähnt, nutzt das Gerät eine asymmetrische Form. Anstatt dem typischen Smartphone- und Tablet-Formfaktor zu folgen, bei dem sich Knöpfe allenfalls unter dem Display befinden und seitlich des Bildschirms möglichst wenig Rand ist, geht der Oasis einen ergonomischeren Weg.

Auf einer Seite des Displays ist der Gehäuserand deutlich größer, um das Gerät besser anfassen zu können. Dort befinden sich außerdem zwei Blättertasten, sodass man nicht dauernd mit dem Finger zum Antippen über das Gerät streichen muss. In der Praxis ergibt das eine sehr komfortable Handhabung, was auch daran liegt, dass die Rückseite ebenfalls auf diese Form optimiert wurde.

Asymmetrische Bauform

Auf der breiten Seite ist das Gehäuse nämlich auch dicker. Darin sitzt der Großteil der Elektronik und der Akku. Hinter dem Display ist der Oasis 3 wiederum extrem flach (3,4 mm). Das sorgt für eine ungleiche Gewichtsverteilung, sodass der Schwerpunkt näher am Handballen liegt, was sich wiederum positiv auf die Haltung auswirkt.

Gut durchdacht und über mittlerweile drei Generationen gereift.

Tolle Ausstattung

Die Blättertasten sind eine willkommene Ergänzung, die man im Kindle-Portfolio ansonsten nicht findet. Die Belegung lässt sich umdrehen, sodass man anstatt der Standardeinstellung auch mit der unteren Taste weiterblättern kann. Damit sollten Personen mit kleinen und großen Händer gleichermaßen zurecht kommen. Außerdem lässt sich die Bildschirmausrichtung (automatisch) ändern, sodass man den Oasis einfach um 180 Grad drehen kann und schon passt es auch für Linkshänder. Aber auch wenn man länger liest, ist der komfortable Seitenwechsel sehr praktisch.

Auch sonst kennt man das grundsätzliche Setup bereits ganz gut: Die Vorderseite ist plan, sodass es um den Bildschirm keine Kanten gibt. Die mattierte Oberfläche hat einen leichten Glanz, spiegelt aber nicht.

Blättertasten für mehr Komfort

Neben WLan ist optional auch eine 4G-Version verfügbar. Diese macht sich vor allem für Personen bezahlt, die viel reisen oder zuhause kein Internet haben. Außerdem gibt’s wieder mehrere Speicher- und Farbvarianten: Graphit und Gold stehen als Farben zur Auswahl und wahlweise kann man 8GB oder 32GB (nicht erweiterbaren) Speicherplatz erwerben. Die größere Variante zielt auf Hörbuchnutzer ab, denn der Kindle Oasis 3 unterstützt die Verwendung von Audible Hörbüchern über Bluetooth-Kopfhörer oder Lautsprecher.

Aufgeladen wird der eReader weiterhin über Micro-USB. Die Akkukapazität kommuniziert Amazon zwar nicht, im Internet schwirren aber Daten von 1000 bis 1130 mAh herum. In der Größenordnung dürfte es gefühlsmäßig auch liegen, denn der Akku des Kindle Oasis 3 geht etwas schneller zur Neige als beim Kindle Paperwhite 4. Das dürfte einerseits an der geringeren Kapazität und andererseits an der deutlich größeren Anzahl an LEDs zur Bildschirmbeleuchtung liegen (siehe nachfolgendes Kapitel).

Display und Beleuchtung

Der Kindle Oasis 3 besitzt ein 7 Zoll großes Display mit einer Pixeldichte von 300 ppi (1.680 x 1.264 Pixel). Das entspricht den Daten des Vorgängers. In der Praxis ergibt sich so ein ebenso scharfes Schriftbild wie beim kleineren Kindle Paperwhite, aber eine größere Anzeigefläche.

In Sachen Kontrast liefert das E-Ink Carta Display wieder hervorragende Werte. Mit freiem Auge ist zwischen den unterschiedlichen Herstellern inzwischen kaum ein Unterschied feststellbar, der nicht auch innerhalb der Produktfamilie, aufgrund von Fertigungstoleranzen, von Gerät zu Gerät auftauchen kann.

Auch bei Tageslicht verbessert die Beleuchtung die Ablesbarkeit

Beleuchtung mit Nachtlicht

Größer sind die Unterschiede inzwischen in den Ausleuchtungsoptionen. Der Kindle Oasis 3 besitzt für einen eReader rekordverdächtige 25 LEDs, die den Bildschirm von der Seite ausleuchten (Kindle Paperwhite 4: 5 LEDs).

Die Nachtlicht-Funktion ist dabei neu hinzugekommen, d.h. beim neuen Oasis lässt sich nun auch die Lichtfarbe von bläulich-weiß zu gelblich-orange ändern. Das ist nicht nur eine Spielerei, sondern soll den Lesebetrieb abends angenehmer und gesünder machen. Blaues Licht beeinflusst nämlich unseren Schlafrythmus. Unklar ist allerdings, wie stark dieser Einfluss ist, wenn das Licht von einer verhältnismäßig schwachen Lichtquelle wie einem eReader ausgeht.

Im Praxisbetrieb macht sich die Sache aber jedenfalls auf jeden Fall bezahlt, denn wenn man am Abend die Beleuchtung umschaltet (selbst wenn man die Helligkeit vorher noch ein wenig reduziert), dann schmerzt das weiße Licht regelrecht. Man darf daher annehmen, dass diese Funktion durchaus von Nutzen ist. Ich persönlich verwende seit dem Erscheinen dieser Technik auch keinen eBook Reader mehr ohne eine solche Funktion. Mehr zum Thema Blaulicht kannst du in diesem Artikel erfahren.

Beleuchtung bei Dunkelheit ohne Nachtlicht

Unklar bleibt indes, wie genau Amazon die Farbtemperaturanpassung beim Kindle Oasis 3 umgesetzt hat. Andere Hersteller nutzen meist zur Hälfte warm-weiße und kalt-weiße LEDs, die dann je nach Einstellung unterschiedlich stark gemischt werden. Vermutlich wird das auch beim Oasis zu gehandhabt. Denkbar wäre aber auch eine Lösung mit Hilfe von RGB-LEDs – das dürfte aus Kostengründen aber unwahrscheinlich sein.

Das Endergebnis stimmt jedenfalls: Die Ausleuchtungsqualität ist ebenso ausgezeichnet wie beim Vorgänger. Die Ausleuchtung erfolgt sehr gleichmäßig, sodass man abgesehen von kleinsten Lichthöfen am Bildschirmrand im Lesebetrieb keine Helligkeitsunterschiede oder Farbverläufe wahrnimmt. Besser geht es kaum.

Helligkeit und Farbtemperatur

Wieder ganz vorne mit dabei ist der Kindle Oasis auch bei der Helligkeit: Der Bildschirm lässt sich sehr hell, aber auch nur minimal beleuchten. Viele andere Hersteller schaffen diesen Spagat nicht. Beim Oasis 3 braucht man sich dabei keine Sorgen zu machen. Tagsüber unterstützt eine hohe Helligkeitseinstellung den sehr guten Kontrast, abends sorgt die möglichst niedrige Helligkeit für ein augenschonendes Leseerlebnis.

Beleuchtung bei Dunkelheit mit 50% Nachtlicht

In Zahlen ausgedrückt: Die maximale Helligkeit mit kaltem Licht liegt bei 170 cd/m², bei warmen Licht bei 131 cd/m². Die minimale Helligkeit bei niedrigen 0.6 cd/m². Die Farbtemperatur lässt sich zwischen 6000k und 2900k einstellen.

Bei beiden Werten (Helligkeit und Farbtemperatur) gilt es zu bedenken, dass es innerhalb der Modellreihe zu Schwankungen kommt und nicht alle Geräte die exakt gleichen Werte bieten.

Maximale Bildschirmhelligkeit in cd/m² (höher ist besser)

  • Kindle Oasis 3 (kalt) 170
  • Kindle Oasis 1 159
  • Tolino Shine 3 (warm) 146
  • Tolino Vision 4 HD (warm) 135
  • Kindle Oasis 3 (warm) 131
  • Tolino Vision 4 HD (kalt) 119
  • Tolino Shine 3 (kalt) 118
  • Kindle Paperwhite 3 115
  • Kobo Aura One 105
  • PocketBook Touch HD 3 (kalt) 90
  • Kindle Paperwhite 4 90
  • Tolino Shine 2 HD 89
  • PocketBook InkPad 3 (kalt) 79
  • PocketBook Touch HD 3 (warm) 75
  • PocketBook Touch Lux 4 73
  • PocketBook InkPad 3 (warm) 69

Minimale Bildschirmhelligkeit in cd/m² (niedriger ist besser)

  • Tolino Shine 3 (warm) 2.7
  • Tolino Vision 4 HD (kalt) 2.2
  • Kobo Aura One 2.1
  • Tolino Shine 2 HD 2.0
  • Tolino Vision 4 HD (warm) 1.9
  • Tolino Shine 3 (kalt) 1.8
  • Kindle Paperwhite 4 0.9
  • PocketBook Inkpad 3 0.7
  • PocketBook Touch HD 3 0.7
  • Kindle Oasis 3 0.6
  • PocketBook Touch Lux 4 0.4
  • Kindle Oasis 1 0.4
  • Kindle Paperwhite 3 0.2

Wieder mit dabei ist außerdem die automatische Helligkeitseinstellung. Diese erfolgt über zwei Helligkeitssensoren die beinahe unsichtbar über- und unterhalb der Blättertasten sitzen. Je nach Umgebungshelligkeit wird die Beleuchtung so eingestellt, dass die beste Ablesbarkeit geboten wird, ohne zu hell zu sein. Will man das lieber selbst machen, geht das natürlich auch.

Das Nachtlicht kannst du ebenfalls selbst einstellen oder automatisch regulieren lassen. Mit Hilfe eines einstellbaren Zeitplans (mit Start- und Endzeit) oder auf Basis der Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeiten.

Beleuchtung bei Dunkelheit mit 100% Nachtlicht

Touchscreen und Ghosting

Der Kindle Oasis 3 verfügt über einen kapaztiven Touchscreen, dessen Reaktionsempfindlichkeit wie gewohnt ausgezeichnet ist. Hier gibt’s keinen Grund zur Kritik.

Ein wenig Tadel muss sich der eReader aber beim Ghostingverhalten gefallen lassen, denn der Bildschirm scheint mir ein wenig anfälliger dafür zu sein, als der Vorgänger. Nicht in einem Maß, dass beim Lesebetrieb stören würde, aber doch so, dass es gelegentlich auffällt.

Ich persönlich nutze beinahe jeden eReader mit einer vollständigen Seitenaktualisierung beim Blättern, da ich mögliche Bildartefakte lieber gar nicht erst entstehen lasse. Wer ebenso empfindlich ist, kann das beim Oasis ebenso handhaben und hat damit dann keine Probleme. Das kurze Flackern beim Seitenwechsel muss man dafür aber in Kauf nehmen.

Zwischenfazit Bildschirm

Das Display des Kindle Oasis 3 gehört ganz ohne Zweifel zu den besten am Markt. Nicht nur die etwas größere Bildschirmdiagonale von 7 Zoll ist willkommen, auch die gleichmäßige Beleuchtung macht sich im Lesealltag bezahlt. Das neu hinzugekommene Nachtlicht rundet die beinahe perfekte Vorstellung ab. Nur beim Ghosting gibt’s Punkteabzug, der sich in Anbetracht der Stärken aber verkraften lässt.

Lesen und Benutzerfreundlichkeit

An dieser Stelle folgt üblicherweise sehr detailreich eine Beschreibung der genauen Lesefunktionalität. Darauf verzichte ich diesmal, da ein Blick auf den Test des Kindle Paperwhite 4 bereits alle wichtigen Details enthält. Daher lohnt sich der Blick auf diesen Test, wenn du mehr über den genauen Funktionsumfang erfahren möchtest.

Die wichtigsten Details will ich hier dennoch kurz zusammenfassen.

Großer Funktionsumfang, leichte Einrichtung

Der Kindle Oasis 3 bietet wieder den bekannt großen Funktionsumfang der Kindle-Familie. Es gibt kaum einen anderen Hersteller der seit vielen Jahren so konsequent an der Weiterentwicklung der Software und der Bedienoberfläche gearbeitet hat, wie Amazon.

Das macht sich im Lesealltag hundertprozentig bezahlt, denn der Oasis ist auch ohne große Technikaffinität nach kurzer Eingewöhnung problemlos bedienbar. Dafür sorgt auch die spielend leichte Ersteinrichtung, weil das Gerät bereits mit dem gekauften Amazon-Konto verknüpft ist.

Lesebetrieb

Im Lesebetrieb stehen wieder die bekannten Schriftbildeinstellungen, Notiznehmungsoptionen und die wohl beste Wörterbuchfunktion zur Verfügung. Neu hinzugekommen ist bereits beim Paperwhite 4 die Möglichkeit Leseprofile anzulegen, in denen man sich die Schrifteinstellungen speichern und schnell umschalten kann.

Bekannt umfangreiche Schriftbildanpassung

Als besonders praktisch entpuppt sich im Lesebetrieb aber eine vermeintliche Kleinigkeit: Der Touchscreen des Kindle Oasis lässt sich deaktivieren. Befindet man sich im Buch blättert man also nur mit den Tasten vor- und zurück. Andere Funktionen lassen sich dabei nicht verwenden. Um den Touchscreen wieder zu aktivieren, schaltet man das Gerät kurz aus- und wieder an.

Der große Vorteil dieser unscheinbaren Funktion liegt in der entspannenden Haltung. Der Kindle Oasis 3 zeichnet sich durch die Bauform ohnehin durch eine sehr angnehme Handhabung aus. Wenn der Touchscreen deaktiviert ist, dann lässt sich das Gerät aber noch bequemer halten und der Daumen auch mal mitten am Bildschirm ablegen. Klingt nach einer Kleinigkeit, ist in der Lesepraxis aber tatsächlich ausgesprochen komfortabel.

Abgesehen davon sind auch bekannte Zusatzfunktionen wie der Vokabeltrainer, die Schriftbildinvertierung, Pageflip oder X-Ray wieder mit dabei.

Auch im Querformat lässt es sich bequem lesen

Hörbücher

Einen großen Fokus legt Amazon seit geraumer Zeit auf die Integration der Hörbuchunterstützung via Audible. Der Kindle Oasis 3 ist dabei keine Ausnahme und bietet so auch die Möglichkeit Hörbücher zu konsumieren.

Das klappt, wie eingangs erwähnt, drahtlos über die eingebaute Bluetooth-Schnittstelle über passende Kopfhörer oder Lautsprecher. Der gesamte Prozess vom Koppeln der passenden Geräte bis hin zum Download der Hörbücher ist ebenso einfach wie man das von Kindle gewohnt ist. Hörbücher lassen sich allerdings nur über WLan herunterladen. Die 4G-Funktion ist eBooks vorbehalten.

eBooks und Hörbücher lassen sich direkt am Gerät erwerben

Ein Nachteil der Sache liegt allerdings woanders: Wie auch bei den eBooks, setzt Amazon auf eine nahtlose Integration der eigenen Services. Das bringt in der Nutzung handfeste Vorteile weil alles extrem einfach funktioniert. Es hat aber auch den Nachteil des geschlossenen Ökosystems. Auf die Verwendung anderer Dateiformate muss man daher verzichten.

Das hat micht besonders am Strand ein wenig genervt, da ich mein Handy mitnehmen musste, um Musik zu hören. Da wäre es deutlich praktischer gewesen, wenn ich die MP3-Dateien einfach am Kindle Oasis nutzen hätte können, den ich sowieso mitgenommen habe.

Fazit

Schon 2016 als Amazon mit dem ersten Kindle Oasis auf den Markt kam, war ich begeistert. Einige Schwächen und Nachteile waren nicht von der Hand zu weisen, aber Amazon ging erstmals seit langer Zeit wieder den Weg der Innovation und begab sich in neue Gefilde. Der Kindle Oasis 2 besserte die Kritikpunkte des Vorgängers aus und wurde dabei sogar billiger.

Mit dem Kindle Oasis 3 setzt Amazon diesen Weg konsequent fort und verbessert den ohnehin schon ausgezeichneten Vorgänger weiter. Endlich inkludiert der Versandriese auch ein eingebautes Nachtlicht im Flaggschiff-Modell. Darauf hatten wir schon mehrere Jahre spekuliert und nun ist es endlich so weit.

Beinahe perfekte Vorstellung des Premium-eReaders

Und erfreulicherweise ist die Umsetzung beinahe perfekt. Nicht nur die des Nachtlichts, sondern die des eReaders insgesamt. Das Gerät leistet sich nur wenige Schwächen, bietet aber sehr viele Vorteile. Der riesige Funktionsumfang gepaart mit der beinahe tadellosen Hardware machen den Oasis zu einer runden Sache.

Die Zielgruppe dieses High-End-Modells sind keine Gelegenheitsleser, sondern Leseratten, die schon seit Jahren digital lesen und sich die bestmögliche Leseerfahrung wünschen. Mit dem Kindle Oasis 3 wird der Wunsch Realität – sofern man damit leben kann, dass sich mit dem Kauf quasi keine anderen eBook-Shops nutzen lassen.

Ist man sich dieser Tatsache bewusst, dann ist der neue Oasis ganz ohne Zweifel einer der besten eReader am Markt. Selbst für Besitzer eines Kindle Oasis 2 zahlt sich der Wechsel aufgrund des Nachtlichts aus – auch wenn der hohe Preis für den Wechsel schmerzhaft ist. Am Ende schafft es der Kindle Oasis auf die Bestnote von 1,2.