PocketBook Touch HD stößt ins 300 ppi Segment vor

10. September 2016
Lesezeit: 3:34 Min.
PocketBook Touch HD stößt ins 300 ppi Segment vor

Vor Kurzem hat PocketBook den Touch Lux 3 in mit kleinen Verbesserungen neu aufgelegt und auch das InkPad 2 mit sinnvollen Neuerungen auf den Markt gebracht. Was dabei allerdings gefehlt hat, ist ein hochauflösender 6 Zöller mit E-Ink Carta Display. Solche eBook Reader gehören nun immerhin schon seit rund einem Jahr zur Standardausstattung der Konkurrenz.

Heute wird diese Lücke im Portfolio mit dem PocketBook Touch HD geschlossen. PocketBook bietet diesen neuen 6 Zöller zusätzlich zum Touch Lux 3 an. Beim Touch HD handelt es sich um ein Lesegerät mit einer Pixeldichte von 300 ppi – gemeinhin auch als Retina-Auflösung bezeichnet – das in direkte Konkurrent zu den entsprechenden eReadern von Amazon, Kobo und Tolino tritt.

Ohne Lux, mit Beleuchtung

Der neue PocketBook Touch HD mit namensgebendem 300 ppi Display und E-Ink Carta Technik.

Die Bildschirmauflösung des Touch HD beträgt 1448×1072 Pixel – identisch zu den 6-Zoll-Konkurrenten. Die E-Ink Carta Technik soll für den gewohnt guten Kontrast sorgen.

Auch wenn der Lux-Namenszusatz wegfällt, gibt’s dennoch wieder eine eingebaute Beleuchtung, von der man hoffen darf, dass sie ebenso gut gelungen ist, wie bei den letzten PocketBook-Leuchtmodellen in dem Größensegment. Touch Lux 2, Lux 3 und Sense konnten diesbezüglich trotz E-Ink Pearl Technik durchaus mit der Carta-Konkurrenz mithalten.

Die Bedienung erfolgt nun nicht mehr über einen kapazitiven Touchscreen, sondern über einen Infrarot-Touchscreen. Es ist das erste Mal, dass die Technik in einem PocketBook-eReader zur Anwendung kommt. IR-Touchscreens haben den Vorteil, dass der Bildschirm nicht durch eine zusätzliche Kunststoff-Schicht (minimal) verdunkelt wird.

Ebenso bekannt ist die Optik des neuen eBook Readers. Dieser ist mit der bekannten Gehäuseform sofort als PocketBook-Modell erkennbar. Ganz ohne Veränderungen kommt der Touch HD aber trotzdem nicht auf den Markt. Die Maße haben sich mit 175 x 113,5 x 9 mm geringfügig verändert (Touch Lux 3: 174,4 х 114,6 х 8,3 mm) und auch das Gewicht liegt mit 180 Gramm niedriger als beim Ur-Lux 3. Nur die Neuauflage Lux 3 Ruby Red wiegt ebenso wenig.

Optik-Facelift

Optisch rückt das ehemals zentrierte Firmenlogo unter dem Bildschirm des PocketBook Touch HD, linksbündig ausgerichtet, näher an den linken Rand. Außerdem sind die Tasten nun durch eine Trennlinie optisch abgetrennt. Die Blättertasten scheinen sich dabei auch ein wenig nach innen zu wölben, sodass die Trennlinie gewissermaßen auch eine haptische Abrisskante darstellt.

Abgetrennte Knopfleiste und Unterseite des Touch HD

Der interne Speicher ist von 4 GB auf 8 GB gewachsen und kann weiterhin per MicroSD-Karte erweitert werden. Damit ist der PocketBook Touch HD einer der wenigen verbleibenden 6 Zöller mit einer Erweiterungsmöglichkeit. Genau genommen bietet kein anderer Mainstream-Hersteller bei den 300-ppi-Modellen eine entsprechende Option.

Ebenfalls einzigartig ist (unter den bekannteren Herstellern) die Audioausgabe des Touch HD. Über den 3,5 mm Klinkenausgang kann man mit Hilfe von Kopfhörern oder externen Lautsprechern MP3s wiedergeben und die vom InkPad 2 bekannte, gut funktionierende Text-To-Speech-Funktion nutzen.

Angetrieben wird das Gerät von einem 1 GHz Prozessor und 512 MB RAM. Die Größe des Akkus wird vermutlich wieder 1.500 mAh betragen.

Höherer Preis mit Alleinstellungsmerkmalen

Rückseite

Damit bietet der PocketBook Touch HD in diesem Segment, trotz auf den ersten Blick nur geringer Unterschiede zu den Konkurrenzmodellen, drei interessante Alleinstellungsmerkmale (Tasten, Speicherkartenerweiterung und Audioausgabe).

Wenig überraschend ist dafür aber auch der Preis etwas höher: 149 Euro lautet die unverbindliche Preisempfehlung. Damit konkurriert der eReader in erster Linie mit dem Tolino Vision 3 HD (159 Euro) und dem werbefreien Kindle Paperwhite (139 Euro). Der PocketBook Touch Lux 3 (ab 99 Euro) wird weiterhin das günstigere Preissegment bedienen.

Subventionierung schwierig

Man darf gespannt sein, ob PocketBook die praktische Umsetzung ebenso gut gelungen ist, wie bei den Vorgängergeräten. Auf jeden Fall war es höchste Zeit, dass der zuletzt etwas in den Hintergrund gerückte eReader-Hersteller das Portfolio um ein Retina-Modell erweitert.

Die Gründe dafür, dass PocketBook so spät nachgezogen ist, sind wohl finanzieller Natur. 300 ppi E-Ink Carta Bildschirme dürften weiterhin teurer sein, als es die 212 ppi E-Ink Pearl Displays zum Ende ihrer Lebenszeit waren. Gleichzeitig ist PocketBook trotz Ausbau des Serviceangebots (Cloudentwicklung), in erster Linie ein Hardwareanbieter. Die Subventionierung der Geräte fällt da natürlich entsprechend schwerer als es bei der kapitalkräftigen Konkurrenz der Fall ist.

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