USA: Fusion von Random House und Penguin genehmigt

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Der Fusion von Random House und Penguin zum weltweit größten Publikationsverlag steht zumindest in den USA nichts mehr im Weg. Das US-Justizministerium hat keine kartellrechtlichen Bedenken, sodass die beiden Verlage ohne Auflagen fusionieren dürfen. Jetzt stehen allerdings noch die Entscheidungen der Europäischen Kommission und der kanadischen Kartellbehörde aus.

Seitens des Random House Eigentümers Bertelsmann zeigt man sich erfreut: „Wir freuen uns sehr, dass das Department Of Justice seine Prüfung abgeschlossen und die geplante Verbindung von Random House und Penguin ohne jede Auflage genehmigt hat. Diese positive erste Entscheidung einer der beteiligten Kartellbehörden ist ein Meilenstein auf dem Weg der Vereinigung zweier führender Verlagshäuser der Welt zu einer wirklich global agierenden Verlagsgruppe. Sie wird weltweit Investitionen in neue digitale Verlagsmodelle, in neue Vertriebswege, Produkte und Services sowie in die wichtigen Wachstumsmärkte ermöglichen. Penguin Random House steht für die internationale Zukunft des Buches.“

Weltgrößter Publikumsverlag Penguin Random House wäre auf der ganzen Welt tätig

Penguin Random House soll, sofern alle Genehmigungen erteilt werden, zu Anteilen von 53 Prozent Bertelsmann und zu 47 Prozent Penguin Eigentümer Pearson gehören. Die neue Verlagsgruppe soll alle Verlagseinheiten von Random House und der Penguin Group in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Indien, Südafrika, China, Spanien und Lateinamerika umfassen. Die deutsche Random House Gruppe ist nicht Teil des Deals und verbleibt bei Bertelsmann.

Die beiden Eigentümer gehen davon aus, dass die behördlichen Genehmigungen für die im Oktober 2012 unterzeichneten Verträge in der zweiten Jahreshälfte erfolgt sind, sodass das Closing vollzogen werden kann. Der neue Verlag hätte seinen Sitz in New York und einen Umsatz von rund 2,8 Milliarden Euro. Weltweit würde man 8.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Es dürfte kein Zufall sein, dass sich die beiden Verlagsgruppen jetzt zusammentun. In den USA befindet sich das Verlagswesen aufgrund Amazons starker Marktposition bei den eBooks im Umbruch. Amazon ist inzwischen nicht nur selbst als Verlag aktiv, man hat den Weg für Indieautoren über deren Selbstpublikationsplattform KDP freigemacht, sodass immer mehr Bestseller ohne die alteingesessenen Verlage gemacht werden. Die erfolgreichsten Autoren nimmt Amazon dann meist selbst unter Vertrag.

Update 28. März 2013: Gute Neuigkeiten für Random House und Penguin: Nachdem in den USA und Austrialien bereits grünes Licht für die Fusion von Random House und Penguin zum weltgrößten Publikumsverlag gegeben wurde, hat nun auch die Europäischen Kommission zugestimmt.

Auch hier können die Verlagshäuser laut Reuters ohne Auflagen fusionieren. Damit dürfte eine der größten Hürden genommen sein, womit jetzt nur noch die Entscheidung der kanadischen Kartellbehörde aussteht. Nachdem alle anderen Behörden den Zusammenschluss aber bereits genehmigt haben – ohne Auflagen – darf man davon ausgehen, dass auch in Kanada ein positiver Bescheid ausgestellt wird.

Update 29. April 2013: Nun folgt auch Kanada, wo die beiden zuständigen Behörden ebenfalls keine Einwände gegen die geplante Fusion haben. Auch wenn die Prüfung weiterer Kartellbehörden noch aussteht, die größten Hürden für die beiden Eigentümer Bertelsmann und Pearson dürften damit jedenfalls genommen sein.

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