Buch bleibt das beliebteste Weihnachtsgeschenk im Jahr 2011

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Auch im heurigen Weihnachtsgeschäft bleibt das gute alte Buch das beliebteste Geschenk für Freunde und Familie. Das ergibt eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 3.558 Personen im Alter zwischen 14 und 65 Jahren.

Im Schnitt wollen die Deutschen heuer 241 Euro für Geschenke ausgeben, wobei 37 Euro für Bücher reserviert sind. Damit liegt das Buch ganz leicht unter dem Vorjahresniveau, wo im Schnitt 38 Euro für Lesestoff ausgegeben wurde. 37,2 Prozent der Befragten haben Bücher auf der Geschenkeliste. Der Buchumsatz soll damit 1,05 Milliarden Euro betragen (inkl. Gutscheinen).

In Österreich sieht die Situation übrigens ähnlich aus. 38 Prozent der Österreicher/innen geben laut Standard an, Bücher schenken zu wollen.

„Die Deutschen sind keinesfalls büchermüde“, kommentiert Wolfgang Adlwarth der GfK die Situation. „Dass sie diesmal in der Summe etwas weniger Geld für Lesestoff einkalkulieren, dürfte eher an den fehlenden Topsellern liegen“. Zur Erinnerung: Im letzten Jahr konnte besonders Thilo Sarrazins ‚Deutschland schafft sich ab‘ für ein Umsatzplus in der Buchbranche sorgen.

Im letzten Jahr waren die Buchverkäufe aber nicht nur positiv. Aufgrund starker Schneefälle Ende 2010 sind die Umsätze stark gesunken. Im Dezember lagen die Einnahmen um 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Wenn dieses Jahr also das Wetter mitspielt, sagt Adlwarth, dann „müsste der Buchhandel in etwa auf das Niveau des Vorjahres kommen.“

Der stationäre Buchhandel steht allerdings dennoch unter größerem Druck als noch im letzten Jahr. Heuer wollen 41 Prozent der Befragten ihre Buchkäufe im Internet tätigen – das sind 7 Prozent mehr als voriges Jahr. Davon profitiert aber nicht nur Amazon, sondern auch andere Online-Händler.

Das Interesse an eBook Readern hat die GfK indes nicht erfragt. „Da die Preise für die Geräte jedoch deutlich niedriger sind als noch vor einem Jahr, gehen wir davon aus, dass die Nachfrage zulegt“, prognostiziert man die Entwicklung aber dennoch. Man glaubt aber nicht daran, dass es sich dabei um Geschenke handelt, sondern dass digitale Inhalte eher für persönliche Zwecke erworben werden.

Weitere Umfrage bestätigt Beliebtheit

UPDATE: Eine nach-weihnachtliche Umfrage Handelsverbands Deutschland (HDE) vom 27. Dezember 2011, unter 1.000 Personen, bestätigt dies nun auf’s Neue.

Vor einem Monat gaben 37,2 Prozent der Deutschen und 38 Prozent der Österreicher/innen an, Bücher verschenken zu wollen. In der HDE Umfrage ging dieser Wert zurück, bleibt mit 32,5 Prozent aber dennoch auf Platz 1. Frauen verschenkten Bücher häufiger als Männer.

Gefolgt werden Bücher von Parfum (20 Prozent), Spielen und Spielzeug (18 Prozent), Gutscheinen (17,6 Prozent), Süßigkeiten (14 Prozent), DVDs (12 Prozent), Bekleidung (11,4 Prozent), Schmuck (8,8 Prozent), Fotos und Fotoalben (8,3 Prozent), Geld (8,0 Prozent) und Kalendern (5,4 Prozent).

Jeder fünfte Mann verschenkte einen Gutschein, bei den Frauen weniger als jede sechste. Männer verschenkten öfter als Frauen Parfum, Bekleidung und Schmuck und technische Produkte wie DVDs, Handys und Smartphones. Frauen verschenkten neben Büchern auch häufiger Spiele und Spielzeug.

Wie häufig eBook Reader oder eBooks verschenkt wurden, hat man jedoch leider nicht erfragt, was wohl auch daran liegt, dass die Stückzahlen im Verhältnis noch zu gering sind. Vielleicht ändert sich das ja schon bald!

Deutscher Buchhandel bleibt im Plus, oder?

Buchreport berichtet, dass der Buchhandel zum zweiten Adventwochenende weiter im Plus bleibt. Zum ersten Advent konnte der Buchhandel ein Umsatzplus von 2,6 Prozent verzeichnen. Das zweite Adventwochenende bleibt mit 3 Prozent ebenfalls positiv. Der Buchhandel würde mit diesen Zahlen im Weihnachtsgeschäft auch über dem Schnitt des gesamten Einzelhandels liegen. In der Jahresbilanz kämpft der Buchhandel allerdings mit einem Minus von 4,9 Prozent, während der Einzelhandel ein Plus von 2,6 Prozent verzeichnen kann.

Andere Zahlen hat dagegen das Börsenblatt ermittelt, welches zwar eine gesteigerte Kundenfrequenz sieht, aber sinkende Umsätze. Deutschlandweit wurden zwischen 28. November und 3. Dezember 50 Buchhandlungen befragt, wobei durchschnittlich ein Minus von 1,9 Prozent beim Umsatz angegeben wurde. Besonders schlecht lief es dabei in Regionen, in denen das Wetter nicht mitgespielt hat. Hier gab es Umsatzeinbußen von bis zu 25 Prozent.

Zugpferde im Buchsortiment sind dieses Jahr in der Belletristik: Jeff Kinneys „Keine Panik!“, Eugen Ruges Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ und Christopher Paolinis 4. Eragon-Band „Das Erbe der Macht“. Im Sachbuch liegen Helmut Schmidts und Peer Steinbrücks Gespräche „Zug um Zug“ und Walter Isaacsons Biografie „Steve Jobs“ vorn.

Ob der Buchhandel im bisherigen Weihnachtsgeschäft nun ein Umsatzplus- oder Minus verzeichnet hat, lässt sich leider aufgrund der widersprüchlichen Zahlen nicht beantworten. Vermutlich liegt die Wahrheit aber irgendwo dazwischen und die Umsätze liegen etwa auf Vorjahresniveau.