TEST: Kobo eReader Touch Edition

8. Oktober 2011
von
Lesezeit: 19:07 Min.

Der kanadische eBook Reader Hersteller Kobo hat sich in den letzten Monaten besonders in den USA durch den Kobo eReader Touch Edition einen Namen gemacht. Der Reader machte sich durch das ansprechende, schlichte und aufs Lesen konzentrierte Design viele Freunde und kann am Papier durch solide Technik überzeugen. Darüber hinaus soll der Kobo Touch auch besonders benutzerfreundlich sein und umfangeiche Schriftbildanpassungen ermöglichen.

Lange mussten deutschsprachige Kunden und Kundinnen auf diesen Reader warten, doch nun ist er endlich da. Und ob der Kobo Touch auch tatsächlich halten kann, was im vorigen Absatz versprochen wurde, erfährst du im nachfolgenden Testbericht.

Wir haben die US-Version des Readers daher bereits vorab unter die Lupe genommen um euch zu sagen was euch diesen Herbst erwartet.

 

Video-Testbericht

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Bestellung & Unboxing

Wie eingangs bereits erwähnt, testen wir für euch die US-Version des Kobo Touch und können euch somit nicht die finale Firmware und den finalen Lieferumfang des deutschen Readers vorstellen. Wir hatten das Gerät jedoch für den Test auf die neueste Version (1.9.10; und kurz vor Erscheinen des Testberichts nochmal auf 1.9.11) geupdated, wodurch uns deutsche Menüs und Wörterbücher zur Verfügung standen. Wir reichen ein Update der finalen Version jedoch sobald wie möglich nach.

Lieferumfang des Kobo Touch in der US Version

In den USA ist der Kobo Touch für 129 US-Dollar erhältlich – ohne Steuer. Europäische Kunden müssen leider etwas tiefer in die Tasche greifen und 149 Euro auf den Tisch legen um den Kobo Touch zu erwerben. Seit September ist der Reader bei der Saturn-Media-Tochter Redcoon.de vorbestellbar und soll mit einer (hoffentlich kleinen) Verspätung noch im Oktober ausgeliefert werden.

Das Gerät kommt in einer fast schon Apple-typisch einfachen Verpackung daher. Ähnlich schlicht ist auch der Packungsinhalt: Der Reader, ein Micro-USB Kabel und ein Quickstart-Guide – das war’s. Bei der Deutschland-Version wird sich hier vermutlich kaum etwas ändern. Wie in unseren anderen Testberichten erwähnt, ist ein solch geringer Lieferumfang leider Standard, sodass jegliche Extras gesondert gekauft werden müssen. Daher gibt es hier auch keinen Punkteabzug.

Verarbeitung

Der Kobo Touch wartet mit einem sehr schlichten Design auf – ein 6 Zoll Display, sowie ein mittig angebrachter Home-Button, finden sich auf der Vorderseite – mehr nicht. Dadurch wirkt das Gerät sehr aufgeräumt und modern – gefällt! Das Gehäuse selbst besteht aus mattem Kunststoff, wobei die Rückseite ein leicht erhabenes Karomuster zeigt, welches den Fingern guten Halt bietet. Farblich stehen die Farben Schwarz, Weiß-Silber, Hellblau und Flieder zur Auswahl.

Produktfoto der zur Verfügungstehenden Farbpalette (Quelle: Kobobooks.com)

Der Reader ist gut verarbeitet, kann aber nicht ganz an der Spitze mitmischen. Der mittige Knopf, sowie der Schieber an der Oberseite (Ein-Aus-Schalter) und auch das restliche Plastik wirken optisch und haptisch zwar durchaus ordentlich, zeigen aber einfach nicht die selbe Wertigkeit wie z.B. beim Sony PRS-650. Fairerweise muss man allerdings auch dazu sagen, dass die beiden Geräte in unterschiedlichen Preiskategorien stehen (Kobo 149€ – Sony 229€) und die Plastikbauweise des Weiteren auch dem Gewicht des Kobo Touch zu Gute kommt. Lediglich 185 g wiegt das Federgewicht, sehr wenig verglichen mit den 215 g des PRS-650 oder gar den 241 g eines Kindle 3.

Kobo-Touch im Vergleich mit Sony PRS-650

Mit Ausmaßen von 165 x 114 x 10 mm ist der Kobo Touch auch relativ klein und flach gehalten. Optisch wirken Kobo Touch und Sony PRS-650 ähnlich groß, nimmt man aber beide Reader in die Hand, fühlt sich der Kobo deutlich kompakter an. Sind die Hände groß genug, kann man den Kobo Touch aufgrund seiner kompakten Abmessungen sogar komplett umfassen.

Der Kobo-Reader im Vergleich mit dem Kindle 3

Ausstattung

Treu dem Namen „Touch“ setzt Kobo auf einen Touchscreen. Hier kommt die selbe Infrarot-Technik zum Einsatz wie bei den aktuellen Sony Readern, dem Barnes & Noble Nook und dem Kindle Touch. Die Eingaben werden sehr direkt angenommen und somit lässt sich auch ohne weitere Knöpfe mühelos durch die Menüs navigieren. Befeuert wird das Gerät durch einen 800MHz starken Freescale i.MX508 Prozessor, womit der Kobo Touch gleichauf mit dem Nook liegt, jedoch den Kindle 3 deutlich übertrifft. Die Bedienung des Kobo Touch geht dank des Prozessors sehr flott von der Hand.

Wie vorhin erwähnt, findet man an der Vorderseite lediglich einen sehr schmalen Homebutton, welcher leicht versenkt und damit leider auch eher schlecht zu betätigen ist. Der kleine Bediennachteil, entpuppt sich aber bei laufender Nutzung dann doch als Vorteil: Die Bauart verhindert, dass der Knopf auch bei ungünstiger Haltung des Readers unabsichtlich betätigt wird.

An der Oberseite des Geräts findet sich ein Schieberegler um das Gerät ein- oder auszuschalten bzw. in den Sleep-Modus zu versetzen.

Schlichtes Design mit nur wenigen Buttons - der Kobo eReader setzt auf den Touch-Faktor

Schlichtes Design mit nur wenigen Buttons – der Kobo eReader setzt auf den Touch-Faktor

Verbinden kann man den Kobo Touch über das mitgelieferte Micro-USB-Kabel an der Unterseite des Geräts. Weiters mit an Board ist WLan der Standards B, G und N, welches auch einen wichtigen Beitrag zu den Kobo-Reading-Life Features des Geräts beiträgt. Der freie interne Speicher bei Inbetriebnahme beträgt 1400 MB, reicht das nicht aus, lässt er sich seitlich am Gerät durch eine Micro-SD Karte mit bis zu 32GB erweitern – das reicht für eine eigene kleine Hosentaschenbibliothek. Multimediafeatures sucht man beim Kobo Touch aber vergeblich, d.h. auf eine Audiounterstützung wurde vollständig verzichtet.

Der puristischen Hardwareausstattung stellt Kobo jedoch ein dickes Paket an Softwarefeatures entgegen. Sowohl eine gute Optionsvielfalt im Lesemodus, als auch jede Menge Features im Sozial Networking- und Extras-Bereich wissen zu gefallen. Aber dazu kommen wir gleich. Zuvor noch ein paar Worte zum Display.

Display

Beim Display handelt es sich um ein eInk Pearl Display mit Neonode Infrarot-Sensoren für den Touchscreen. Dabei handelt es sich, wie gesagt, um die gleiche Technik wie beim Sony PRS-650, das Display unseres Testgeräts wirkte aber trotzdem einen Hauch gräulicher – wieso konnten wir uns nicht erklären. Die Toucheingaben funktionieren hingegen genauso toll, wenn nicht sogar eine Spur besser als beim Sony Reader. Auch mit seiner Auflösung von 800×600 Pixeln, sowie den 16 Graustufen bietet der Kobo Touch auf Grund der gleichen Technologie die selben Werte wie die Konkurrenz. In der Preisklasse könnte man diese Display-Konfiguration schon beinahe als selbstverständlich ansehen – lediglich der iriver Story HD bietet einen höher auflösenden Bildschirm, allerdings ohne Touchscreen.

Gutes Pearl eInk Display mit Touch-Sensoren

In der Werkseinstellung war nach Blättervorgängen anfänglich ein leichter Ghosting-Effekt sichtbar, d.h. dass nach dem Seitenwechsel noch Fragmente der vorhergehenden Seite zu sehen waren. Dieser ungewünschte Effekt lässt sich jedoch über die erweiterten Einstellungen, durch das Herabsetzen der vollständigen Seitenaktualisierung (Pagerefresh) auf „1 Seite“, komplett entfernen – jedoch mit leichten Einbußen in der Akkulaufzeit. Großes Lob an Kobo, für die Möglichkeit, auch solche Dinge anzupassen. Hier dürfen sich andere Hersteller ein Stück abschauen.


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