Kobo bekommt neues Logo mit Rakuten-Branding

13. September 2015
Lesezeit: 2:51 Min.
Kobo bekommt neues Logo mit Rakuten-Branding

Fast vier Jahre ist es her, dass Kobo vom japanischen E-Commerce Unternehmen Rakuten gekauft wurde. 2011 wurde der Deal für 315 Millionen US-Dollar über die Bühne gebracht. Seitdem hat sich aus Sicht der Endkunden nicht allzu viel verändert, tatsächlich arbeitet Rakuten aber bereits seit Jahren daran, das eBook-Geschäft global gegen Amazon zu positionieren und den US-Versandriesen insbesondere außerhalb deren Heimatmarktes Kunden abzuluchsen.

Anfang 2014 wurde Takahito Aiki als CEO eingesetzt und hat den Gründer Michael Serbinis abgelöst. Im gleichen Jahr ging man mit dem Kobo Aura H2O an den Start, der bei uns mit dem besten Display überzeugen konnte und an der Hardwarefront einen kleinen Befreiungsschlag des Unternehmens dargestellt hat.

Aber nicht nur bei den Lesegeräten ging es nun wieder vorwärts, auch beim Service plant Rakuten offenbar Großes: Im März 2015 wurde bekannt gegeben, dass man den US-eBook-Verleih Overdrive für 410 Millionen US-Dollar übernehmen wird.

Amazon als Hauptkonkurrent

Kurz darauf wurde der Kobo Glo HD als günstiges 6 Zoll Modell mit High-End-Technik vorgestellt, was (zusammen mit der Overdrive-Übernahme) schnell den Eindruck erweckte, dass sich Rakuten deutlich aggressiver gegen Amazon positionieren möchte als bisher. Das sah offenbar nicht nur ich so, denn wenig später wurde der Kindle Paperwhite 3 völlig überraschend und eher ungewöhnlich Mitte 2015 vorgestellt – offenbar als Antwort auf den neuen 6 Zöller von Kobo.

Nun möchte Rakuten aber nicht nur am eBook-Markt mit Amazon konkurrieren bzw. dem US-Unternehmen Feuer unterm Hintern machen, sondern auch generell im internationalen E-Commerce-Bereich. Dafür hat die japanische Firma in der Vergangenheit diverse national tätige Versandhändler übernommen und recht zügig in den Firmenkomplex eingegliedert – inklusive Namensänderung und Rakuten-Branding.

Diesen Schritt will man über kurz oder lang offenbar auch mit Kobo gehen. Seit der Übernahme im Jahr 2011 hat der kanadische eBook-Spezialist seine Corporate Identity weitestgehend unverändert gehalten. Lediglich der Rakuten-Schriftzug wurde auch außerhalb Japans immer häufiger zusammen mit dem Kobo-Logo angezeigt. Das ging zuletzt so weit, dass sich das Rakuten-Logo nun auf allen Geräten der aktuellen eReader-Generation (auf der Rückseite) befindet.

Wenn man in den letzten Tagen einen Blick auf die Kobo-Homepage geworfen hat, dann wird man feststellen, dass Rakuten nun einen weiteren Schritt getan und das Logo der kanadischen Unternehmenstochter angepasst hat. Anstelle des ursprünglich darunter gelegenen, stilistisch angedeuteten, geöffneten Buches, befindet sich nun links vom Kobo-Schriftzug das Rakuten „R“ auf kreisrundem, rotem Hintergrund (siehe Vergleichsbild).

Es ist zugegebenermaßen keine allzu große Änderungen und für bestehende Kunden bleibt quasi alles beim Alten, aber dennoch wird damit deutlich, dass die kanadische Marke irgendwann ganz im Rakuten-Branding aufgehen und verschwinden könnte. Bereits vergangene Firmenakquisitionen haben gezeigt, dass Rakuten gerne alles unter der Dachmarke vereint.

Für das japanische Unternehmen mit großen internationalen Ambitionen macht diese Änderung durchaus Sinn, denn unter eBook-Lesern ist Kobo mittlerweile bestens bekannt, Rakuten aber trotz der Übernahme wohl nur wenigen ein Begriff. Über kurz oder lang könnte sich das mit einer vollständigen Umwandlung von Kobo ändern, was wiederum dazu führen könnte, dass Rakuten auch außerhalb Asiens besser wiedererkannt und in weiterer Folge auch von den Kunden genutzt wird.

Damit das aber auch zur vollen Zufriedenheit klappt, wäre es z.B. auch mal an der Zeit, dass Rakuten.de die Kobo eBook Reader zum Direktverkauf ins Sortiment aufnimmt und nicht nur über Dritthändler anbietet.

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