Stiftung Warentest: Aktuelle eBook Reader „Gut“ bis „Sehr gut“

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Nicht nur ALLESebook testet in regelmäßigen Abständen neue eBook Reader, auch die Stiftung Warentest sieht sich aktuelle Modelle nun offensichtlich immer wieder (im Einjahreszyklus) an. Heute ist das neue Heft erschienen, in dem unterschiedliche Lesegeräte getestet wurden, darunter der Kindle Voyage, Basis-Kindle, Tolino Vision 2, Kobo Aura H2O, Pocketbook Touch Lux 2, Pocketbook InkPad, Icarus Illumina und Icarus Excel. Weiterhin erhältliche, aber ältere eReader (wie z.B. der Kindle Paperwhite) wurden nicht neu getestet.

Besonders auffällig ist auch dieses Mal wieder, dass der Großteil der getesteten Geräte zumindest eine gute Note erreicht hat, was wir – bezüglich unserer eigener Testungen – ebenfalls schon explizit in einem eigenen Artikel angesprochen haben: Mit der aktuellen eBook Reader Generation kann man generell kaum etwas falsch machen, denn lesen kann man auf allen beleuchteten Modellen wunderbar – und das ist schließlich das Hauptaufgabengebiet eines dedizierten Lesegeräts.

Aber kommen wir zur Stiftung Warentest Prüfung der eBook Reader.

Tolino holt auf, Kindle knapp vorne

Die Nase vorne hat der Kindle Voyage, der mit einer Gesamtnote von 1,4 die Konkurrenz (knapp) hinter sich lässt. Die Tester hatten mit ihrem Kauf dabei wohl etwas mehr Glück als wir, denn die Bildqualität wurde mit Sehr gut (1,0) bewertet – einen Farbverlauf gab es bei dem Gerät offenbar nicht (merklich). Ein solcher Darstellungsfehler war letztendlich in unserem Test ausschlaggebend dafür, dass es der Voyage nicht an die Spitze der Wertungsliste geschafft hat. Kritik muss man wiederum an einer Bewertung der Stiftung bezüglich der Übersetzungsfunktion der Kindle-Geräte üben, denn dort wird für die Nutzung zwingend eine Internetverbindung vorausgesetzt, was nicht ganz richtig ist. Auch die reguläre Wörterbuchfunktion lässt sich für Übersetzungen nutzen (völlig ohne Internet).

Dicht auf den Fersen folgt der Tolino Vision 2, der mit einer Endnote von 1,5 nur knapp dahinter liegt. Damit liegt der relativ junge eReader gleichauf mit dem im Vorjahr getesteten Kindle Paperwhite bzw. vor dem Tolino Shine (Note: 1,7 Gut). Auch hier wird die Ablesbarkeit, ebenso wie beim Voyage, mit Sehr gut (1,0) bewertet, was auch unseren Eindruck des Geräts widerspiegelt. Schon im ALLESebook-Test konnte der Vision 2 mit einer verbesserten Ablesbarkeit gegenüber dem ersten Vision und Shine punkten. Mit einer zumindest guten Wertung in den restlichen Kategorien schafft es der jüngste Tolino Zugang so letztendlich auf den zweiten Platz.

Platz 3 teilen sich der Kobo Aura H2O und der PocketBook Touch Lux 2 mit der Note 1,7. Kobo muss sich Abzüge beim eBook-Laden (kein direkter ACSM-Download möglich), der Inbetriebnahme (Registrierungszwang), beim täglichen Gebrauch (größer und etwas schwerer) und der Konstruktion (Fingerabdrucksproblematik) gefallen lassen. Die in den Klammern angeführten Punkte werden im relativ kurzen Test zwar nicht ursächlich für die Abwertungen genannt, die Chancen stehen allerdings gut, dass sie der Grund waren. Die Wertungskrone darf sich der Aura H2O aber dennoch einmal aufsetzen, denn in Hinblick auf die Bildqualität liegt der wasserdichte eBook Reader (wenig überraschend!) mit einer sehr guten Wertung von 0,9 vor allen anderen.

Auch der Touch Lux 2 kann mit einer sehr guten Ablesbarkeit (Note 1,1) überzeugen, verliert aber in den Punkten Handhabung und Konstruktion gegen Kindle und Tolino.

PocketBook InkPad und Icarus Illumina schaffen es auf eine gute Gesamtbewertung (2,0), mit dem Icarus Excel als Schlusslicht (Note 2,8). Letzterer hat insbesondere bei Handhabung, Konstruktion und Akkulaufzeit Federn gelassen. Dabei sollte man allerdings auch bedenken, dass der Excel (bzw. Onyx Boox M96) ein spezialisiertes Gerät ist, das ganz bestimmte Bedürfnisse befriedigen soll (in erster Line das Lesen von großformatigen PDF-Dateien) und daher nicht unbedingt als Konkurrent für den hier genannten Rest anzusehen ist.

Tolino als heimlicher Sieger

Das Auflösungsplus des Kindle Voyage und Kobo Aura H2O scheint die Tester indes nicht beeindruckt zu haben, was zumindest insofern nachvollziehbar ist, dass es im Alltag nicht allzu stark auffällt, bzw. nur bei besonders kleinen Schriften und Bedienelementen gut sichtbar ist. Die Bildqualität wurde ausschließlich in Sehtests bewertet.

Der Kindle Voyage landet bei der diesjährigen Prüfung der Stiftung Warentest zwar knapp auf dem ersten Platz, als heimlicher Sieger darf sich aber der Tolino Vision 2 sehen. Das Lesegerät der Buchhandelsallianz hat im Vergleich zum letztjährig getesteten Shine nochmal klar aufgewertet und holt sich als einziger Hersteller neben Amazon eine sehr gute Endnote. Tatsächlich muss man aber auch festhalten, dass das gesamte Testfeld sehr knapp beeinander liegt: Die ersten drei Plätze trennt nur eine Wertungsbreite von 0,3. Damit sind die genannten Modelle – wie eingangs erwähnt – letztendlich alle sehr gut geeignet um die Kernfunktionalität eines digitalen Lesegeräts auszuführen.

Weitere Detailinformationen zu den einzelnen Geräten findest du bei unseren eBook Reader Tests bzw. eBook Reader Vergleichen. Insbesondere letztere wurden im vergangenen Weihnachtsgeschäft mit vielen direkten Gegenüberstellungen deutlich erweitert, sodass man sich ein noch besseres Bild machen kann.

Alle Interessenten des Tolino Vision 2 haben aktuell außerdem die Möglichkeit eines von drei Geräten bei unserem aktuell laufenden Gewinnspiel zu bekommen.