Niederlande: Bol.com verkauft in Kürze Kobo eBook Reader

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Mit dem Kobo Aura H2O hat das kanadische Unternehmen vor rund zwei Wochen einen vielversprechenden neuen eReader vorgestellt. Aber auch abseits des von Kobo-Deutschland-Chef Thorsten Schröer gerne als eierlegende Wollmilchsau bezeichneten Lesegeräts bieten die Kanadier mit Kobo Glo und Aura durchaus tolle Produkte an (die sich in diesem Weihnachtsgeschäft wohl preislich mit Tolino Shine & Co. messen werden) und konnten in unseren Tests jedenfalls überzeugen.

Etwas holpriger sieht es mit dem eBook-Angebot aus. Dadurch, dass Kobo es in den meisten Ländern auf eigene Faust ohne Buchhandelspartner versucht, fällt der Umfang des Angebots oft hinter den nationalen Konkurrenzangeboten zurück. Immerhin hat sich in Deutschland quantitativ einiges getan: Inzwischen bietet Kobo 275.394 deutschprachige Titel an.

Kobo auf partnerschaftlichem Weg

In den Niederlanden geht das Unternehmen nun offenbar einen ähnlichen Weg wie in Großbritannien (wo Kobo mit WH Smith zusammenarbeitet). Wie Mustreads.nl in Erfahrung gebracht hat, wird der niederländische eBook-Shop bol.com in Kürze auch Kobo eBook Reader anbieten. Bisher hat der Online-Store auf Sony als eReader-Zugpferd gesetzt. Nachdem der japanische Elektronikkonzern aber keine neuen Lesegeräte mehr auf den Markt bringen wird, mussten sich die Niederländer nach einem neuen Partner umsehen und scheinen bei Kobo fündig geworden zu sein.

Die genauen Details der Zusammenarbeit sind allerdings noch offen, denn eigentlich sollte die Kooperation erst kommende Woche bekanntgegeben werden. Allerdings befindet sich der Kobo Aura H2O (neben weiteren Kobo-Produkten) bereits im Shopsystem des eBook-Händlers.

Bol.com ist übrigens nicht zu verwechseln mit Bol.de. Zwar haben die beiden Unternehmen die gleichen Wurzeln, allerdings gehört der niederländische Shop mittlerweile zum Handelskonzern Ahold, während der deutsche Ableger eine Marke von Buch.de (Thalia) ist.

Dass sich jene eBook-Händler die bisher auf Sony als Hardwarepartner gesetzt haben, nach Alternativen umsehen, kommt natürlich nicht überraschend. Ein alleiniges Content-Angebot kann zwar auch funktionieren, allerdings hat man mit passenden eBook Readern im Portfolio natürlich die Möglichkeit, die Kunden stärker an das Unternehmen zu binden. Wie ich gestern bereits berichtet habe, ist offenbar auch Libri (und eBook.de) auf der Suche nach einem neuen Hardwarepartner. Der Buchgroßhändler streckt seine Fühler allerdings in eine andere Richtung aus und befindet sich angeblich in intensiven Verhandlungen mit der Tolino-Allianz.

Ob Kobo auch in Deutschland nach einem heimischen Buchhandelspartner sucht, ist unbekannt. In Österreich konnte der eBook Reader Spezialist Ende des Jahres 2013 einen Deal mit der Einzelhandelskette Libro erarbeiten. Libro bietet neben Papier- und Schreibwaren, sowie elektronischen Unterhaltungsmedien auch Bücher an.