PocketBook Cloud Solution startet im Herbst, in Österreich

5. Oktober 2015
Lesezeit: 3:05 Min.
PocketBook Cloud Solution startet im Herbst, in Österreich

Mit dem unkomplizierten Drahtloszugang zum eBook Shop direkt am Lesegerät und der damit verbundenen Cloudlösung ist Amazons digitales Buchgeschäft groß geworden. Hierzulande verbreiteten sich entsprechende Lösungen zunächst allerdings nur langsam. Neben Amazon und Kobo (und der funktionsreduzierten Sony-Umsetzung) startete im Jahr 2013 auch die Tolino-Allianz mit einer eigenen Cloud-Lösung. Mit 1. November folgt der vierte große eBook Reader Anbieter PocketBook.

Das ehemalige Partnerunternehmen von Osiander und der Mayerschen ließ bereits zur Leipziger Buchmesse wissen, dass man im Herbst 2015 – genauer gesagt zur Frankfurter Buchmesse – eine eigene Synchronisationslösung auf den Markt bringen will.

Nahtloser Wechsel mit Inhaltsabgleich

Wie von anderen Cloudlösungen gewohnt soll, auch die PocketBook Cloud Solution einen nahtlosen Gerätewechel ermöglichen, sodass man unterschiedliche Endgeräte nutzen kann, um eBooks zu lesen. Der letzte Lesestand wird ebenso gespeichert und abgeglichen, wie Notizen und Lesezeichen. „Im Fokus steht die langfristige Sicherung gekaufter ePUB- und PDF-Dateien, welche mittels eines Bibliothek-Management-Tools komfortabel verwaltet werden können“, heißt es dazu in der Pressemitteilung.

Direkt zum Start wird der langjährige Partner Umbreit mit dabei sein, sodass der unabhängige Buchhandel von der Neuerung profitieren wird können. Offen bleibt, in wie weit sich das System im Detail von den bestehenden Lösungen unterscheiden und ob es möglich sein wird, auch persönliche Dateien zu synchronisieren. Der Hinweis auf gekaufte Dateien in der Pressemitteilung, lässt zumindest aktuell darauf schließen, dass dies nicht der Fall ist.

PocketBook festigt Marktposition

In der ersten Jaheshälfte 2015 sah es so aus, als ob PocketBook mit dem eigenen Clouddienst weiter in die Mitte des Digitalmarktes drängen würde. Das Unternehmen konnte insbesondere dank der Partnerschaften mit den beiden oben genannten Regionalfilialisten und der Neugestaltung der eBook Reader Bedienoberfläche die Rolle des Underdog nach und nach abschütteln.

Nachdem Osiander und Mayersche sich kürzlich jedoch der Tolino-Allianz zugewandt haben, drehte sich das Blatt für PocketBook wieder. Die bisher gute Präsenz im heimischen Buchhandel wird jedenfalls deutlich geringer ausfallen, als in den vergangenen zwei Jahren. Immerhim sind Umbreit und KNV als Partner weiterhin mit dabei.

Die Cloud Lösung wird heuer die letzte Neuvorstellung von PocketBook sein, denn wie bereits vor einigen Monaten bekannt wurde, wird das Unternehmen abgesehen vom bereits erhältlichen PocketBook Touch Lux 3, heuer keine neuen eReader vorstellen. Auch wenn der Schritt unerwartet kommt, völlig überraschend ist er nicht, denn die z.T. langen Verzögerungen und Startproblemen der letzten eReader-Generation, hat dem Unternehmen auch reichlich Kritik von bisherigen Fans eingebracht. Dass man nun einen Gang zurückschaltet, ist ein Hinweis darauf, dass man sich wieder auf alte Stärken zurückbesinnen will.

Dritte Kraft in Österreich?

Mittlerweile wurde zudem bekannt, dass PocketBook nach dem Rückschlag im deutschen Buchhandel, in Österreich Fuß fassen konnte.

Wie Buchreport berichtet, wird der Marketingverbund Buchmedia, zu dem sich insgesamt 100 Buchhandlungen von 35 Unternehmen zählen, zukünftig auf die Pocketbook Cloud Solution setzen. Offenbar war auch ein Anschluss an die Tolino-Allianz im Gespräch, soll aber wegen der zu hohen Einstiegskosten nicht zustande gekommen sein.

Buchmedia-Buchhandlungen sind insbesondere im Westen Österreichs stark vertreten, weniger Durchsetzung besitzt der Verbund im Süden. Dennoch darf sich PocketBook über den Neuzugang freuen, denn unterm Strich kann man die Lücke (=74 Buchhandlungen) zumindest zahlenmäßig füllen, die in Deutschland duch den Wegfall der Mayerschen und Osiander entstanden ist.

Offen bleibt allerdings, ob sich damit auch die Umsätze kompensieren lassen werden, denn die beiden deutschen Regionalfilialisten waren auch über deren lokalen Einflussbereich heraus, im Internet eine wichtige Anlaufstelle zum Kauf von PocketBook eReadern. Dementsprechend wird es natürlich auch interessant sein zu sehen, ob die Tolino-Rechnung für die beiden Buchhändler aufgehen wird.

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