Tolino Page: Einstiegs-eReader mit E-Ink Carta Display

23. Juli 2016
Lesezeit: 3:29 Min.
Tolino Page: Einstiegs-eReader mit E-Ink Carta Display

Mit den beiden eBook Readern Tolino Vision 3 HD und Tolino Shine 2 HD hat der deutsche Buchhandelszusammenschluss bereits seit mehreren Monaten zwei hochwertige Lesegeräte im Sortiment. In unseren Testberichten hat sich gezeigt, dass  es die beiden Modelle ohne Wenn und Aber mit der Konkurrenz von Amazon und Kobo aufnehmen können.

Mal abgesehen vom ersten Tolino Shine, der einige Zeit zusätzlich als etwas günstigeres Einstiegsgerät angeboten wurde, gab es bisher allerdings kein Basisgerät, wie es etwa Amazon (mit dem Kindle) und Kobo (mit dem Touch 2.0) im Angebot haben. Bis jetzt.

Neues Basismodell mit E-Ink Carta

Heute wurde der Tolino Page vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Gerät im günstigen Preissegment, das ohne viel Schnick-Schnack einen einfachen Einstieg ins digitale Lesen ermöglichen soll. Das Gerät konkurriert dabei direkt mit dem Kindle Basismodell, bietet allerdings eine bessere Bildschirmtechnik.

Der Tolino Page besitzt ein 6 Zoll Display mit einer Auflösung von 800×600 Pixel und nutzt E-Ink Carta als Anzeigetechnologie. Das ergibt eine Pixeldichte von 167 ppi. Auf eine eingebaute Beleuchtung verzichtet das Gerät. Die Bedienung erfolgt über einen Infrarot-Touchscreen.

Es ist der erste eBook Reader der die beliebte Bildschirmtechnik in dieser Konfiguration verwendet.

Bekannte Optik und Technik

Der neue Page sitzt im beinahe unveränderten Gehäuse des Tolino Shine, womit auch die Maße mit 175 x 116 x 9,7 mm gleich bleiben. Dadurch können auch ältere Hüllen des Shine weiterverwendet werden. Das Gewicht ist mit 170 Gramm jedoch noch ein Stück niedriger (Shine: 183 Gramm).

Der interne Speicher beträgt 4 GB, davon können wie gewohnt allerdings nur rund 2 GB frei genutzt werden. Eine Speicherkartenerweiterung steht nicht zur Verfügung. Natürlich kann man mit dem eReader auch die Tolino Cloud nutzen, die 25 GB Speicherplatz im Internet bietet. Zugriff bekommt man über die eingebaute WLan-Verbindung.

Angetrieben wird der Tolino Page von einem 1 GHz Freescale i.MX 6 Prozessor, womit man sich auch auf die gewohnt flüssige Bedienung freuen darf. Der Arbeitsspeicher ist mit 512 MB RAM ebenfalls ausreichend groß bemessen.

Der mit 1.000 mAh starke Akku ist zwar etwas kleiner als bei anderen aktuellen Modellen, mangels eingebauter Beleuchtung wird man aber auch hier keine Probleme mit der Laufzeit haben. Mehrere Wochen mit einer Akkuladung sollten dementsprechend kein Problem darstellen.

Als Betriebssystem kommt wie immer Android zum Einsatz, wobei man jedoch weiterhin keinen Zugriff auf das restliche Betriebssystem hat, sondern stattdessen auf die Tolino-Oberfläche beschränkt ist. Offen bleibt, ob sich der Tolino Page, ebenso wie die beiden anderen aktuellen Modelle, rooten lassen wird. Als Firmware-Version ist ab Auslieferung direkt Version 1.8.0 verfügbar.

Zielgruppe: Digitale Skeptiker und Gelegenheitsleser

Die Idee hinter dem Tolino Page ist nicht neu: Man will Personen ansprechen, die sich trotz des mittlerweile jahrelangen sehr guten Angebots an elektronischen Lesegeräten, bisher noch nicht zu einem Kauf durchringen konnten. Sei es wegen der möglicherweise als zu kompliziert wahrgenommenen Technik oder genereller Skepsis gegenüber der Buchdigitalisierung.

Mit einem technisch auf das Nötigste beschränkte Basismodell kann man ein kostengüsntiges Gerät anbieten, um Einsteiger vielleicht etwas leichter zu überzeugen.

Pünktlich zum Sommer

Wer nun meint, dass ein solches Modell heutzutage nicht mehr nötig ist, der sei an das Kindle Basismodell verwiesen. Bereits seit Jahren kann Amazon mit preisgünstigen eReadern im Kostensegment um 60 bis 70 Euro einen Haufen Neukunden gewinnen, die der Konkurrenz vermutlich für immer verloren sind.

Amazon schafft es mit dem Einstiegsgerät nämlich nicht nur digitale Skeptiker zu überzeugen, sondern bindet sie auch gleich an das eigene Ökosystem.

Es ist daher nur sinnvoll, dass die Tolino-Allianz ein entsprechendes Gegenstück bietet, was natürlich nicht nur in Deutschland nötig ist, sondern auch in den anderen Ländern in denen die Buchhandelsallianz aktiv ist.

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 69 Euro und damit am Niveau des Hauptkonkurrenten von Amazon, der in der werbegestützten Variante um 99 Cent teurer ist.

Werbefreiheit und E-Ink Carta Bildschirm sollten jedenfalls genug Anreiz sein, um dem Tolino Page den Vorzug gegenüber dem Kindle zu geben, der nur ein E-Ink Pearl Display besitzt. Ein Testbericht zum Gerät folgt in Kürze.

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