PocketBook Ultra: Leak, Vorstellung, Verspätung und Probleme

4. Mai 2016
Lesezeit: 54:05 Min.
PocketBook Ultra: Leak, Vorstellung, Verspätung und Probleme

Der Ultra sollte das Premiummodell bon PocketBook werden und überraschte schon Vorab in einigen Leaks mit neuem Design und neuer Bedienoberfläche. Der PocketBook Ultra hatte aber keinen leichten Stand, denn nach den Leaks kam es zu mehreren Wochen Verspätung zum Marktstart und zu Qualitätsschwankungen der eingebauten Beleuchtung.

Den gesamten Werdegang vom ersten Leak bis zur Feststellung der Beleuchtungsprobleme findest du nachfolgend in chronologischer Ordnung.

Inhaltsverzeichnis

  1. 05.03.2014: PocketBook Ultra geleaked
    1. Neue Technik – neue Optik
    2. Rückseitige Blättertasten und Kamera
    3. PocketBook Ultra als Innovationsträger
  2. 09.04.2014: PocketBook Ultra taucht bei ersten Händlern auf – wasserdicht?
    1. Ist der PocketBook Ultra wasserdicht?
    2. Erscheinungstermin und Preis
  3. 12.05.2014: PocketBook Ultra kommt mit neuer Bedienoberfläche [Screenshots]
    1. Neuer Startbildschirm
    2. Hauptmenü, Statusleiste und Einstellungen
    3. Bibliothek und Lese-App
    4. Zwischenfazit
  4. 16.05.2014: PocketBook Ultra vorab im Video – mit UI und Kamerademo
    1. Kamera und Bedienoberfläche in Aktion
  5. 21.05.2014: PocketBook Ultra offiziell vorgestellt, mit E-Ink Carta und OCR-Kamera
    1. Kamera mit OCR-Funktion, nützlich oder nicht?
    2. Neue und bekannte Technik für ein tolles Gesamtpaket
    3. Hoher Preis als mögliches Hindernis
  6. 29.05.2014: Video zeigt PocketBook Ultra in kurzer Demonstration
    1. Schriftbildanpassung als Mischung von Kobo und Kindle
  7. 22.06.2014: PocketBook Ultra voraussichtlich ab 30. Juni erhältlich
    1. Marktstart im Juni … oder Juli
  8. 01.07.2014: PocketBook Ultra verspätet sich um fast 3 Wochen
    1. Großer Funktionumfang, hoher Preis
  9. 11.07.2014: PocketBook Ultra erhält Softwareupdate, Bedienungsanleitung zum Stöbern
    1. Fehlerkorrekturen und Verbesserungen
  10. 12.07.2014: PocketBook Ultra wird in russischen Testberichten durchleuchtet
    1. Schlechte Kamera, gute Bedienbarkeit
    2. Sinnvolle Weiterentwicklung
  11. 18.07.2014: PocketBook Ultra im russischen 10 Minuten Videotest
    1. Kamera als einziger großer Kritikpunkt?
  12. 25.07.2014: PocketBook Ultra auf Kurs, innerhalb von 2 Wochen lieferbar
    1. Kamera erntet Kritik, neue Bedienoberfläche punktet
  13. 05.08.2014: PocketBook Ultra: Erste Kundenstimmen kritisch
    1. Vereinzeltes Problem oder konstruktionsbedingt?
  14. 12.08.2014: PocketBook Ultra Hands-On: Fragen und Antworten
    1. Tasten: gut und weniger gut
    2. E-Ink Carta bringt nur geringe Vorteile
    3. (Kunden)Kritik an nicht perfekter Beleuchtung
    4. Tolle Bedienoberfläche
  15. 17.08.2014: PocketBook hört auf Kritik und belohnt Hilfe zur Verbesserung des Ultra
    1. Fehlerbehebung mit Kundenhilfe
    2. Wie kam es zu den Problemen?
  16. 20.08.2014: Qualitätsunterschiede der Beleuchtung im Videovergleich
    1. Auffällige Qualitätsschwankungen

05.03.2014: PocketBook Ultra geleaked

Erst vorige Woche ist der erste wasserdichte eBook Reader von PocketBook vorzeitig geleakt und nun folgt schon der Nächste. Wie die italienische Seite Eeevolution ausgegraben hat, zeigt sich der PocketBook Ultra bei Red Dot 21. Es handelt sich um das bisher namenlose Flaggschiff von Pocketbook, das in die eigentlichen Fußstapfen des Touch Lux tritt und im Mai vorgestellt werden soll.

Wie immer bei einem Leak, sollte man den nachfolgenden Informationen mit der nötigen Portion Skepsis begegnen. Da das Herstellerprofil bei Red Dot 21 auf den Namen Obreey (Entwickler und Hersteller der PocketBook Geräte) lautet und auch der Touch Lux 2 dort angeführt ist, kann aber davon ausgegangen werden, dass die Bilder und Informationen akkurat sind.

Neue Technik – neue Optik

Design- und Größenvergleich: PocketBook Ultra vs. Touch Lux 2

Der PocketBook Ultra wird mit einem E-Ink Carta Display ausgestattet sein und vermutlich eine Auflösung von 1024×758 Pixel bieten. Eine integrierte Beleuchtung wird natürlich, ebenso wie ein Touchscreen, auch mit dabei sein. Die restlichen Hardwarespezifikationen sind noch unbekannt, wobei davon auszugehen ist, dass zumindest ein 1 GHz schneller Prozessor und 256 MB Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen. Wie wir schon vorab erfahren haben, wird auch wieder eine Audiofunktion mit dabei sein. Die Größe des internen Speichers bleibt zwar ungenannt, allerdings wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin eine Speicherkartenerweiterung vorhanden sein.

Erstmals seit langer Zeit bringt der PocketBook Ultra auch ein neues Design an den Tisch (siehe oben). Bisher war PocketBook recht konservativ bei der Gestaltung neuer Modelle. Optisch ist der eBook Reader zwar weiterhin als PocketBook Gerät erkennbar, allerdings ist der Rahmen um den Bildschirm ein wenig geschrumpft. Außerdem wurden die Rundungen an der Oberseite kantiger. Auf der unteren Geräteseite hat man die stark abgerundeten Ecken allerdings behalten, womit der PocketBook Ultra auch weiterhin gut zu handhaben sein sollte.

Rückseitige Blättertasten und Kamera

Die Tasten unter dem Bildschirm sind scheinbar weggefallen. Das bisher einzige Produktfoto von der Vorderseite liegt allerdings in einer zu niedrigen Auflösung vor, um es mit Sicherheit sagen zu können. Klar ist aber jedenfalls, dass der PocketBook Ultra nun zwei Blättertasten seitlich am Gehäuserand besitzt. Diese befinden sich allerdings nicht vorderseitig neben dem Bildschirm, sondern auf der Rückseite. Man darf gespannt sein, wie gut diese Positionierung funktioniert.

PocketBook Ultra in drei Farben, mit Kamera und Blitz auf der Rückseite

Eine weitere Neuheit sitzt in der rückseitig eingebauten Kamera. Richtig gelesen: Ein eBook Reader mit einer Kamera. „Wozu?“ werden sich jetzt viele Frage. Die Antwort liegt auf der Hand: Um Texte zu fotografieren und sie später lesen zu können. Ob der Pocketbook Ultra auch eine Software zur Texterkennung besitzt, ist unklar. Da es für Linux allerdings auch einige freie OCR-Programme gibt, ist die Möglichkeit jedenfalls durchaus vorhanden.

Update: Wie Besucher graus in den Kommentaren feststellt, gibt’s vom russischen Unternehmen Abbyy auch Texterkennungssoftware für Linux. PocketBook und Abbyy arbeiten bereits für die Wörterbücher der eBook Reader und Android-App zusammen, sodass eine Ausweitung der Kooperation nicht zu weit hergeholt ist. OCR-Software im PocketBook Ultra wird damit jedenfalls ein Stück wahrscheinlicher.

Die Auflösung der Kamera bleibt unerwähnt. Ein eingebauter Blitz wird aber zumindest bei schlechten Lichtverhältnissen für bessere Ergebnisse sorgen.

PocketBook Ultra als Innovationsträger

Dass der PocketBook Ultra ein E-Ink Carta Display haben würde, wussten wir bereits im Vorfeld, noch bevor der Name des Geräts bekannt war. Damit alleine hätte PocketBook das eBook Reader Flaggschiff schon deutlich verbessert. Zwar sind die genannten Spezifikationen noch nicht hunderprozentig sicher, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Daten so stimmen. Die eingebaute Kamera unterstreicht damit wieder einmal PocketBooks Anspruch auf den Innovationsthron. Kein anderes Unternehmen bringt so viele unterschiedliche Geräte auf den Markt und versucht dabei immer wieder neue Dinge aus.

Dabei darf man sich neben der neuen Bildschirmtechnik auch ganz besonders auf die Beleuchtung freuen. Der Touch Lux 2 hat uns bereits einen Vorgeschmack darauf gegeben, was man auch beim Ultra erwarten darf: Ausgezeichnete Kontraste und eine gleichmäßige Ausleuchtung. Mehr dazu in unserem PocketBook Touch Lux 2 Hands-On.

Eine Kamera am eBook Reader zum Ablichten von Text klingt im ersten Moment natürlich höchst ungewöhnlich, könnte aber dennoch eine Daseinsberechtigung haben. Verbunden mit einer möglichen Texterkennungssoftware kann das durchaus praktisch sein. So ließen sich Buchseiten oder Artikel schnell fotografieren und später in Ruhe am eBook Reader lesen – für Schüler und Studenten möglicherweise ganz nützlich. Man wird aber natürlich noch sehen müssen, wie gut das Ganze funktioniert.

Die rückseitigen Blättertasten könnten sich ebenfalls als echter Clou erweisen, denn wenn man den eBook Reader zwischen Daumen und Handballen ruhen lässt, dann liegt der Zeigefinger normalerweise recht genau an der Stelle, an der in den oben gezeigten Bildern die Tasten positioniert sind.

Auch wenn noch einige Fragen offen bleiben, das hier Gezeigte weiß auf jeden Fall zu gefallen. Im Mai soll der PocketBook Ultra offiziell vorgestellt werden. Der Preis wird in Anbetracht des Kameramoduls vermutlich im Bereich zwischen 149 bis 179 Euro liegen, wobei ich annehme (und hoffe), dass eher der Preisbereich am unteren Ende der Skala zutrifft.

09.04.2014: PocketBook Ultra taucht bei ersten Händlern auf – wasserdicht?

Zur Vorstellung des Touch Lux 2 hat PocketBook bereits angedeutet, dass ein eBook Reader mit E-Ink Carta Technik für einen Start im Mai geplant ist. Kurz darauf ist das damals nicht namentlich genannte Gerät auf der Red Dot Homepage aufgetaucht und wurde so inklusive einiger Spezifikationen öffentlich gemacht. Nun ist der PocketBook Ultra genannte eBook Reader auf einigen Händler-Homepages (via Umbreit) erschienen, inklusive einem hochauflösenden Produktfoto, der Bestätigung einiger Spezifikationen und Features, sowie einem angepeilten Endpreis und Erscheinungstermin.

Wenn man davon ausgeht, dass die Händlerangaben stimmen, dann lassen sich zwei Dinge bestätigen: Erstens verfügt der neue PocketBook eBook Reader über E-Ink Carta Bildschirmtechnik. Das wurde von PocketBook aber sowieso schon vorher mitgeteilt. Zweitens ist tatsächlich eine Kamera mit dabei, die offenbar in Verbindung mit gebündelter OCR-Software dem Kopieren von Texten dienen soll. Das wird zumindest auf dieser Produktseite angeführt („E-Ink-Carta-Display, rückseitige Kamera, OCR-Software“).

Ist der PocketBook Ultra wasserdicht?

Erstes hochauflösendes Bild des PocketBook Ultra

Außerdem gibt’s nun auch erstmals ein hochauflösendes Produktbild zu sehen (siehe links). Wenn man genau hinsieht, dann zeigt es (glücklicherweise), dass der PocketBook Ultra weiterhin über (frei belegbare) Hardwaretasten unter dem Bildschirm verfügen wird. Wie bereits zum ersten Leak vermutet, war die Bildqualität damals zu schlecht um die Tasten zu erkennen. Die Knöpfe sind nämlich offenbar nicht mehr vom Gehäuse abgesetzt, sondern wie beim Pocketbook Aqua direkt in das Plastik/Gummi an der Vorderseite integriert. Das wirft natürlich die Frage auf, ob auch der Ultra wasserdicht (oder zumindest spritzwassergeschützt) ist. Auch die Klappe am unteren Geräterand für den USB-Anschluss und den (wahrscheinlichen) MicroSD-Karteneinschub spricht dafür, ebenso wie der sich um das Display ziehende Plastik-(Gummi?-)Rahmen den es auch beim Aqua gibt.

Dieser Vermutung sollte man allerdings mit der nötigen Portion Skepsis begegnen, denn es könnte sich bei den genannten Hinweisen auch ganz einfach um Design-Entscheidungen handeln, die keinen funktionalen Nutzen haben. In der Produktbeschreibung der Red Dot Homepage gab es keinen Hinweis auf eine mögliche Wasserdichtheit und auch sonst wurde bisher nichts dergleichen erwähnt. Außerdem handelt es sich bei dem links gezeigten Produktbild ganz offensichtlich noch nicht um eines, das für die Vermarktung des Endprodukts gedacht ist, denn da ist weiterhin von einem E-Ink Pearl Bildschirm die Rede. Es wäre also durchaus möglich, dass es sich beim gezeigten Design nicht um die finale Version handelt und das Gerät letztendlich ein wenig anders aussieht.

Erscheinungstermin und Preis

Der Marktstart wird von diversen Händlern mit 30. Mai angegeben, was auch zum vorangekündigten Termin passt, der uns vor einigen Wochen genannt wurde. Die Vorstellung des Geräts wird aber wohl zumindest eine Woche vorher erfolgen bzw. aufgrund der Leaks vielleicht noch früher.

Die große Überraschung ist der ausgeschriebene Preis von 199 Euro. Es bleibt abzuwarten, ob es sich dabei um den tatsächlichen Endpreis handeln wird, aber es ist davon auszugehen, dass sich Umbreit die angegebene Zahl nicht einfach ohne Anhaltspunkt ausgedacht hat. Das Preisniveau geht somit vermutlich in die richtige Richtung.

Ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, kann man wohl sagen, dass der PocketBook Ultra in preislicher Hinsicht nicht mit dem Kindle Paperwhite oder Tolino Vision konkurrieren wird (können). Die Vermutung stand allerdings schon früher im Raum, denn die bisherigen PocketBook-Modelle waren schon immer ein wenig teurer als die Geräte der Konkurrenz. Dies liegt einerseits am meist größeren Hardwareumfang, andererseits an der fehlenden Subventionierungsmöglichkeit durch PocketBook.

12.05.2014: PocketBook Ultra kommt mit neuer Bedienoberfläche [Screenshots]

Der PocketBook Ultra wird als dritter E-Ink Carta eBook Reader in Deutschland von vielen digitalen Lesefreunden schon sehnlichst erwartet. Das Gerät soll die typischen PocketBook-Tugenden mit der neuen Displaytechnik verbinden und so unterm Strich mehr Freiheiten bieten, als die Konkurrenten Kindle Paperwhite und Tolino Vision.

In einem Bereich hatte PocketBook aufgrund des enormen Funktionsumfangs allerdings immer das Nachsehen: Die Bedienoberfläche wirkt optisch – insbesondere im Vergleich zur Konkurrenz – ein wenig lieblos und ist zumindest zu Beginn eher unintuitiv.

Diese Probleme gehören aber vermutlich bald der Vergangenheit an, denn wie das russische Portal The-Ebook unter Berufung auf PocketBook berichtet, wird der eBook Reader Spezialist mit dem bald vorgestellten Ultra endlich eine überarbeitete Bedienoberfläche liefern. Von den Änderungen sind sowohl der Startbildschirm, die Bibliothek und die Lesesoftware betroffen. In anderen Worten: Alle wichtigen Bereiche scheinen erneuert zu werden. Dabei legt man besonderes Augenmerk darauf, die Oberfläche luftig, minimalistisch und übersichtlich zu gestalten.

Das erste hochauflösende Bild des PocketBook Ultra

Gleich neun Screenshots liefert PocketBook zusammen mit der russischen Pressemitteilung, die eine durchaus radikale Neugestaltung zeigen und auf den ersten Blick auch wunderbar demonstrieren, dass man die selbst gesetzten Ziele offenbar erreicht hat. In der Aussendung heißt es, dass die neue Oberfläche zuerst in eBook Readern zur Anwendung kommen wird, die im Mai 2014 vorgestellt werden. Dabei handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um den PocketBook Ultra. Der unten gezeigte Screenshot des Startbildschirms beinhaltet auch einen Quick-Start-Guide des PocketBook Ultra. Eventuell befinden sich auch noch andere Geräte in der Pipeline, die ebenfalls in den kommenden Wochen enthüllt werden könnten.

Neuer Startbildschirm

Die ersten Screenshots zeigen den neuen Startbildschirm. Dieser orientiert sich deutlich stärker an der Konkurrenz, was bedeutet, dass die eher triste Listenansicht der bisherigen Software gegen eine Cover-Ansicht ersetzt wurde. Diese zeigt die drei zuletzt gelesenen Bücher und die zuletzt hinzugefügten Bücher. Beide Listen können durch Wischen nach links und rechts bedient werden.

Außerdem zeigen die Bildschirmfotos eine völlige Neugestaltung der Statusleiste, die nun am oberen Bildschirmrand sitzt, sowie des Hauptmenüs. Anstatt jedes neue Ereignis in der alten Listenansicht aufzuzählen, wird jede Veränderung (neue eBooks, Read-Rate-Mitteilungen, Updates, etc.) mit dem Briefsymbol signalisiert. Mit einem Antippen (oder Ziehen) kann man die obere Statusleiste öffnen und weitere Bedienelemente freilegen (siehe unten). Allerdings werden neu hinzugefügte Titel offenbar auch weiterhin als „Ereignisse“ in der Übersicht, mit Datum und Anzahl, angezeigt.

Das untere Menü zeigt zunächst nur drei Symbole und auch hier kann das Hauptmenü vollständig geöffnet werden, ohne den Startbildschirm zu verlassen. Sowohl bei der Statusleiste als auch beim Hauptmenü wird diese Option mit jeweils zwei kurzen horizontalen Linien signalisiert.

Dass die neue Bedienoberfläche tatsächlich zuerst im PocketBook Ultra zum Einsatz kommt, legt die dritte Programm-Verknüpfung nahe. Neben Bibliothek und Shop, lässt sich die Kamera direkt öffnen, die durch verschiedene Leaks bereits bestätigt wurde.

Hauptmenü, Statusleiste und Einstellungen

Auch das erweiterte Hauptmenü wurde neu gestaltet, sodass alle Anwendungen in einem kleinen Fenster angezeigt werden. Die Liste lässt sich mit einem Wischen nach oben oder unten durchforsten. Auf dem Screenshot sind die üblichen PocketBook Anwendungen sichtbar. Dazu gehören u.a. Shop, Wörterbücher, Internet-Browser, Taschenrechner, Kalender, Klondike, Sudoku, Dropbox, PocketBook Sync, Fotogalerie, RSS-Reader, Notizblock (Scribble), MP3-Player und Kamera.

Ebenfalls völlig neu gestaltet wurde die Statusleiste, die auf den ersten Blick an Android oder Kobo erinnert. Sie klappt vom oberen Bildschirmrand herunter und legt weitere Optionen frei. Wie vorhin schon erwähnt, werden dabei auch alle Benachrichtungen angezeigt, ebenfalls ähnlich wie man das von Android kennt. Das wirft natürlich die Frage auf, ob PocketBook in Zukunft auf Android als Betriebssystem für ausgewählte E-Ink Geräte setzt. Immerhin nutzt auch der CAD Reader das Android-System. Abgesehen von der Ähnlichkeit der Statusleiste gibt es allerdings keine weiteren Anhaltspunkte dafür. Es ist im Zweifelsfall daher davon auszugehen, dass auch der Ultra (wie die restlichen PocketBook eReader) auf eine eigens angepasste Linux-Oberfläche zurückgreift.

Auch das Einstellungsmenü wurde neu gestaltet. Obwohl sich dabei zwar keine grundsätzlichen Veränderungen in der Bedienbarkeit ergeben dürften (es handelt sich weiterhin um eine einfache Liste), so zeigt das Bildschirmfoto aber auf jeden Fall die minimalistische und übersichtliche Ausrichtung des neuen User Interface (UI).

Auffällig ist dabei außerdem der virtuelle Home-Button der sich am linken Bildschirmrand in der Titelleiste befindet. Dieser ist auf fast jedem Screenshot zu sehen, wenn abseits des Startbildschirms eine Funktion aufgerufen wird.

Bibliothek und Lese-App

Und natürlich wurden auch die wichtigsten Funktionen neu gestaltet. Die Bibliotheksoptionen sind in die Titelleiste gewandert, wobei offenbar die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung stehen werden, wie auch bei der aktuellen Software. Dabei wurden einzelne Bedienelemente allerdings mit kleinen Symbolen aufgehübscht, sodass die Oberfläche nun ein wenig einladender aussieht. Außerdem kleben die Buch- bzw. Dateicover offenbar nicht mehr so nah beieinander. Außerdem erfolgt die Navigation durch die Bibiliothek nun vertikal, sodass man nach unten und oben scrollt, um weitere Titel zu finden.

Hat man ein Buch geöffnet, zeigt auch die Lese-App eine umfassende Veränderung. Das Optionsmenü öffnet sich nun am unteren Bildschirmrand und zeigt neben der Leseposition auch direkt die verschiedenen Menüpunkte: Schriftbildanpassung, Querformat, Text-To-Speech, Notizen und Wörterbuch. Detaillierte Screenshots zu den einzelnen Funktionen gibt es bisher nicht. Bleibt zu hoffen, dass die Nutzung intuitiver ausfällt als bisher und sich das Wörterbuch automatisch mit einem langen Antippen auf ein Wort öffnet und es nur noch eine Möglichkeit gibt die Notizfunktion zu nutzen (hoffentlich ebenfalls via Kontextmenü, ohne das Optionsmenü öffnen zu müssen). Aber selbst wenn das weiterhin nicht der Fall ist, dann sollten die frei belegbaren Tasten hier weiterhin Abhilfe schaffen.

Zwischenfazit

Die ersten Eindrücke, die die gezeigten Screenshots vermitteln, sind auf jeden Fall sehr vielversprechend. Sie zeichnen ein konsistentes Bild einer modernen, minimalistischen und übersichtlichen Bedienoberfläche. Diese wird sich dabei aber natürlich noch in der Praxis bewähren müssen, aber der Optik nach scheint das nur eine Formalität zu sein. Für PocketBook wird das neue UI jedenfalls ein klarer Schritt vorwärts sein.

Es stellen sich aber natürlich noch ein paar Detailfragen, die zuvor schon genannt wurden, zum Beispiel bezüglich Wörterbuch- und Notizfunktion. Es wird außerdem interessant sein zu sehen, ob PocketBook eine (erweiterte) Schlagwortunterstützung für die Bibliothek eingebaut hat. Die Ordner-Funktionalität bleibt dem Bibliothek-Screenshot nach, aber auf jeden Fall erhalten.

Ob die neue Software auch für ältere PocketBook Geräte angepasst werden soll, ist unklar. Wenn man davon ausgeht, dass der PocketBook Ultra auf der gleichen Plattform läuft wie die jüngeren PocketBook eBook Reader (Aqua, Basic Touch, Touch Lux 2), dann sollte das grundsätzlich machbar sein. Mit einem zeitnahen Update ist in so einem Fall aber trotzdem nicht zu rechnen. Auch Amazon hat sich mit einem Softwareupdate beim alten Kinder Paperwhite reichlich Zeit gelassen. Begrüßenswert wäre ein Update der aktuellen Modellgeneration aber auf jeden Fall, besonders weil die günstigeren Geräte von einer einfachen Bedienbarkeit in Hinblick auf die Kundenakzeptanz nur profitieren können.

Die Vorstellung des PocketBook Ultra wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Man darf gespannt sein, ob PocketBook dann auch mögliche Update-Pläne bekannt geben wird. In jedem Fall darf man sich auf das Erscheinen des E-Ink Carta Geräts freuen, das offensichtlich nicht nur neue Technik mitbringt, sondern auch eine völlig überarbeitete Software.

16.05.2014: PocketBook Ultra vorab im Video – mit UI und Kamerademo

Die Katze ist ja bereits länger aus dem Sack: Aufgrund verschiedener Leaks sind im Grunde bereits alle wichtigen Spezifikationen zum Pocketbook Ultra bekannt. Der neue 6 Zoll eBook Reader, der noch in den kommenden zwei Wochen vorgestellt werden soll, wird über ein E-Ink Carta Display verfügen, eine verbesserte Bedienoberfläche mitbringen und sogar eine Kamera an Bord haben. Heute können wir euch vorab noch einen weiteren Einblick in die Funktionalität des Geräts bieten, denn wir haben zwei PocketBook-Ultra-Videos ausgegraben die bereits seit April bei YouTube online sind.

Besonders die Kamera hat im Vorfeld für reichlich Aufregung gesorgt, denn der persönliche Nutzen war für viele digitale Lesefreunde erstmal fraglich und es steht auch die Befürchtung im Raum, dass der Preis des Geräts deshalb höher angesetzt wird, als es ohne Kamera der Fall wäre.

Gleichzeitig gab es auch kritische Stimmen, die den Vorteil der Kamera grundsätzlich in Frage stellten, denn typische OCR-Programme funktionieren nicht immer zufriedenstellend. Ob das am PocketBook Ultra anders sein wird, muss sich noch zeigen. Zumindest kann man nun aber einen ersten (niedrigauflösenden) Blick auf die Funktion werfen, denn eines der Videos zeigt die Kamera in Aktion.

Kamera und Bedienoberfläche in Aktion

PocketBook Ultra in Aktion – Screenshot aus dem Video; Blättertaste unter dem Bildschirm wird bedient

Dieses Video liegt zwar nur in einer ausgesprochen niedrigen Auflösung vor (240p), sodass man keine genauen Details ausmachen kann, allerdings ist der Kamera-Sucher in Bewegung zu sehen. Dieser erscheint trotz E-Ink Display relativ flüssig, sodass zumindest die Perfomance-Befürchtung ausgeräumt sein sollte. Außerdem ist die Kamera offensichtlich auf möglichst hohe Kontraste optimiert (was man bereits im Vorfeld erwarten durfte). Schnappschüsse von der Umgebung kann man damit also nicht machen (zumindest nicht in annehmbarer Qualität). Für die OCR-Funktion dürfte die kompromisslose Ausrichtung der Kamera aber auf jeden Fall vorteilhaft sein.

Das zweite Video zeigt die neue Bedienoberfläche und einen kurzen Durchgang durch die wichtigsten Funktionen. Dabei bestätigen sich die Angaben der kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung. Im Video wirkt das neue User Interface ebenso aufgeräumt wie auf den Screenshots und auch die Reaktionsfreudigkeit scheint ganz gut zu sein. Außerdem wird eine der (auf den bisherigen Leaks nur schlecht sichtbaren) Tasten unter dem Bildschirm benutzt, sodass sich Nutzer der frei belegbaren Knöpfe, die es bei PocketBook seit Jahren gibt, auch beim Ultra auf ein Wiedersehen freuen dürfen.

Dabei gilt es aber auch noch zu bedenken, dass es sich hier offensichtlich noch um ein Vorserienmodell des PocketBook Ultra handelt, sodass das Gezeigte nicht unbedingt in exakt gleicher Ausführung in der finalen Version zu finden sein wird. Das gilt auch für die Hardware (z.B. Farbtemperatur der Beleuchtung), die am Ende geringfügig anders aussehen könnte.

Wie bereits erwähnt, soll die Vorstellung des Ultra noch im Mai erfolgen. Außerdem wird PocketBook auch einen zweiten eBook Reader vorstellen.

UPDATE: Die Videos wurden bei YouTube soeben offline genommen (bzw. auf privat gestellt).

21.05.2014: PocketBook Ultra offiziell vorgestellt, mit E-Ink Carta und OCR-Kamera

Wie bereits seit einiger Zeit erwartet, hat PocketBook heute endlich den Schleier gelüftet und auch in Deutschland den lange (inoffiziell) angekündigten und oftmals geleakten Ultra vorgestellt. Der neue 6 Zoll eBook Reader soll es mit der Konkurrenz von Amazon und Tolino aufnehmen und ist das dritte E-Ink Carta Gerät am europäischen Markt. Zusätzlich wurde mit dem PocketBook InkPad ein eBook Reader im 8 Zoll Format präsentiert.

Das größte Update des Geräts ist dabei aber nicht unbedingt das Display, sondern steckt in der Software. Der PocketBook Ultra wird – wie schon vor wenigen Tagen berichtet – eine völlig neu gestaltete Bedienoberfläche nutzen, deren Fokus auf einem minimalistischen und modernen Aussehen inkl. einfacher Nutzung gelegt wurde. So zumindest as Ziel das PocketBook damit verfolgt hat. Der erste Eindruck von den offiziellen Screenshots und einem Videoleak ist gut und lässt auf jeden Fall hoffen, dass der Ultra in Sachen Bedienbarkeit mit der Konkurrenz mithalten kann. Bisher galt dieser Punkt immer als Achillesferse der PocketBook eBook Reader.

Kamera mit OCR-Funktion, nützlich oder nicht?

PocketBook Ultra, mit E-Ink Carta und 5 Megapixel Kamera

Die zweite große Neuerung wurde schon im Vorfeld besonders kontrovers diskutiert. Der PocketBook Ultra wird eine rückseitig eingebaute 5 Megapixel Kamera mit Autofokus und Blitz besitzen, die allerdings nicht nur für Schnappschüsse des Mittagsmenüs oder Haustieres da ist, sondern in erster Linie zum Fotografieren von Texten. Die aufgenommenen Bilder werden automatisch in nutzbaren Text umgewandelt (OCR), der direkt am Gerät gelesen werden kann. Für bestimmte Einsatzgebiete kann dies durchaus praktisch sein, wie z.B. für Studenten zum Sichern von Publikationen oder Skripten in der Bibliothek, um sie später lesen zu können. Auch Barcodes und QR-Codes können eingescannt werden, sodass die ISBN eines Buches gesucht werden kann. Dabei stellt sich aber natürlich noch die Frage, wie gut das Ganze funktioniert. Das werden wir erst in unserem Test beantworten können.

Neben der Frage zur Funktionalität wird aber auch der Nutzen für das Gros der Nutzer häufig hinterfragt. Bereits zum ersten Leak waren viele Negativstimmen laut geworden. Man wird sehen, ob das Feature dem Erfolg des PocketBook Ultra im Weg stehen wird.

Neue und bekannte Technik für ein tolles Gesamtpaket

Ansonsten bietet der neue eReader durchaus bekannte Technik: Ein 1GHz schneller Prozessor, wobei es sich beim Chipsatz vermutlich um einen Freescale i.MX 6 handelt, der bereits im Kindle Paperwhite und Tolino Vision zum Einsatz kommt. Der Arbeitsspeicher ist auf 512 MB gewachsen.

Wie bereits erwähnt, kommt ein 6 Zoll E-Ink Carta Display zum Einsatz. Dieses verfügt über die mittlerweile übliche Auflösung von 1024×758 Pixel und kann 16 Graustufen darstellen.

Die eingebaute Beleuchtung sorgt auch bei schlechten Lichtverhältnissen für eine augenschonende Ablesbarkeit, wobei davon auszugehen ist, dass diese ähnlich gut funktioniert wie im PocketBook Touch Lux 2. Die Bedienung erfolgt über einen kapazitiven Touchscreen. Unter dem Bildschirm befinden sich außerdem vier frei belegbare physische Tasten, die nun allerdings nicht mehr beschriftet sind und von der Optik an den PocketBook Aqua erinnern. Außerdem befinden sich zwei weitere ebenfalls frei belegbare (Blätter-)Tasten auf der Rückseite des Geräts.

Im Gegensatz zum PocketBook Touch Lux 2 wird das neue PocketBook-Flaggschiff wieder eine Audiofunktion mit dabei haben. Über den 3,5 mm Klinkenanschluss können via externen Lautsprechern oder Kopfhörern Hörbücher, Musikstücke oder die Text-To-Speech-Funktion ausgegeben werden.

Neben der dunkelbraunen Ausführung wird es auch grüne und weiße Farbvarianten geben

Der 4GB große interne Speicher kann mittels MicroSD-Karte erweitert werden. Als Drahtlosverbindung steht natürlich wieder WLan zur Verfügung, sodass man direkt am Gerät auf das Internet zugreifen bzw. eBooks einkaufen kann.

Wie bereits länger bekannt war, wurde auch das Gehäusedesign verändert. Dabei bleibt der Ultra zwar weiterhin als Pocketbook Gerät erkenntbar, wirkt aber dank veränderter Proportionen moderner. Der eBook Reader wird in den Farben Dunkelbraun, Weiß und Grün erhältlich sein.

Eine Sleep-Cover-Funktion wird ebenfalls mit dabei sein. Diese sorgt dafür, dass der eReader automatisch in den Standby-Modus versetzt bzw. aufgeweckt wird, wenn das entsprechende Cover geschlossen bzw. geöffnet wird. Der Akku mit einer Kapazität von großzügigen 1.500 mAh sollte für eine lange Laufzeit sorgen.

Die Größe des Ultra ist im Vergleich zum Touch Lux 2 (und den anderen 6 Zoll eBook Readern von PocketBook) deutlich geschrumpft. Der neue eBook Reader misst nur noch 162,7×106,7×7,9 mm (Touch Lux 2: 174,4 х 114,6 х 8,3 mm). Auch am Gewicht wurde gearbeitet, sodass es der Ultra auf einen ausgezeichneten Wert von 175 Gramm bringt. Damit ist er nur unwesentlich schwerer als der Tolino Vision oder Kobo Aura und einer der leichtesten beleuchteten eReader.

Hoher Preis als mögliches Hindernis

Flach, mit neuem Design

Beim Preis müssen PocketBook-Fans im Vergleich zu Kindle Paperwhite und Tolino Vision ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Für 169 Euro geht der neue eBook Reader an den Start und ist damit um 40 Euro teurer als die Konkurrenz (aber wie vermutet um 20 Euro billiger als in Russland). Viele Kritiker werden den höheren Preis ohne Zweifel der (für sie unnötigen) Kamera zuschreiben, was aber möglicherweise nicht ganz richtig ist. Das Kameramodul dürfte PocketBook nämlich nicht allzu viel gekostet haben, der tatsächlich höhere Aufpreis ist wohl der neuen Bildschirmtechnik verschuldet.

Da das Kerngeschäft PocketBooks die Hardware ist, lässt sich im Gegensatz zu Amazon & Co. nicht mit einer eBook-Subventionierung kalkulieren. D.h. auch ohne Kamera wäre der PocketBook Ultra vermutlich nur unwesentlich billiger und so dient die Kamera wohl auch dazu, den ohnehin vorhandenen Aufpreis zu rechtfertigen.

Der hohe Preis könnte für den PocketBook Ultra tatsächlich zum Hemmschuh werden. Allerdings gilt es dabei im Hinterkopf zu behalten, dass PocketBook viele verschiedene Preissegmente bedient und der Ultra ganz bewusst als Premium-Gerät positioniert wurde. Dabei kann der eBook Reader nicht nur mit der guten Technik punkten, sondern natürlich auch weiterhin mit der umfangreichen Software, für die PocketBook seit langer Zeit bekannt ist.

Der PocketBook Ultra wird ab Juni erhältlich sein. Der Testbericht bei uns folgt ebenfalls in Kürze.

29.05.2014: Video zeigt PocketBook Ultra in kurzer Demonstration

Kurz vor dem offiziellen Start des PocketBook Ultra konnten wir in einem Artikel auf zwei geleakte Videos verweisen, die das Gerät kurz in Aktion gezeigt haben. Unglücklicherweise wurden diese Videos bei YouTube aber kurz darauf offline genommen, sodass der Blick auf die neue Benutzeroberfläche bald verwehrt bliebt.

Mittlerweile wurde der neue eBook Reader aber schon offiziell vorgestellt, sodass das neues Video des PocketBook Ultra in Aktion (siehe unten) diesmal auch online bleiben dürfte. Beim aktuellen Video ist die Auflösung nicht nur besser, man sieht auch einige andere Teile des Systems und der Urheber des Videos lässt sich auch ausreichend viel Zeit, einzelne Funktionen aufzurufen.

Gleich zu Beginn wird der Wechsel vom Startbildschirm in die Bibliothek gezeigt. Danach findet ein Wechsel ins Buch statt, wobei die verschiedenen Optionen zum Blättern ausprobiert werden. Dabei zeigt sich, dass die Tasten unter dem Bildschirm offenbar recht weich gelagert sind, denn sie lassen sich augenscheinlich ohne großen Widerstand betätigen.

Schriftbildanpassung als Mischung von Kobo und Kindle

Der PocketBook Ultra bekommt ein (lange überfälliges) neues User Interface (UI) spendiert.

Ab Sekunde 30 sieht man auch erstmals das neu gestaltete Schriftbildmenü, das die Anpassung von Schriftart und -größe, sowie Zeilen- und Randabständen in drei Stufen erlaubt. Optisch erinnert es mit den Symbolen und dem Schieber an eine Mischung aus Kindle- und Kobo-System.

Während man die Schriftgröße offenbar weiterhin im gleichen (großen) Umfang anpassen kann, wie bei der alten Bedienoberfläche, scheint man bei den Zeilenabständen einen kleinen Kompromiss eingegangen zu sein und die Optionen ein wenig minimiert zu haben. Das neue Menü zeigt aber jedenfalls, dass man nicht mehr zu einer separaten Bildschirmansicht geschickt wird, sondern die Änderungen im laufenden Betrieb vornimmt und auch direkt sieht. Während das zwar auf jeden Fall ein Schritt vorwärts ist, hätte ich mir in diesem Zusammenhang aber gleich mehr Optionen gewünscht, wie man das z.B. von Kobo kennt.

Im weiteren Verlauf des Videos wird die Statusleiste, das Hauptmenü und das Multitasking-Fenster gezeigt. Die Reaktionszeiten des Geräts scheinen im Großen und Ganzen niedrig zu sein, sodass eine ausreichend flüssige Bedienung gewährleistet sein sollte. Gelegentlich zeigen sich allerdings auch kleinere Verzögerungen. Wie sich der PocketBook Ultra in der Finalversion verhält, wird unser Test zeigen.

Offen bleibt weiterhin, ob auch die Notiznehmung und Wörterbuchfunktion verbessert wurden, oder der Zugang im Vergleich zur Konkurrenz weiterhin mehr Schritte erfordert. In jedem Fall zeigt das Video aber eine minimalistische und zumindest auf den ersten Blick durchdachte Bedienoberfläche die jedenfalls hübscher aussieht als die alte Version.

YouTube Preview Image

22.06.2014: PocketBook Ultra voraussichtlich ab 30. Juni erhältlich

Nach mehreren Leaks wurde der PocketBook Ultra vor rund einem Monat am 21. Mai endlich offiziell vorgestellt. Der dritte E-Ink Carta eBook Reader (neben Tolino Vision und Kindle Paperwhite) am deutschen Markt sollte noch im Juni erscheinen, wobei kein genaues Datum zum Marktstart genannt wurde.

Für den versprochenen Starttermin wird die Zeit nun langsam knapp, aber erstmals gibt’s nun zwei konkrete Daten: PocketBook Reseller Legalo gibt auf der eigenen Homepage zwar weiterhin eine Lieferzeit von rund 3 Wochen an, allerdings verkauft der Händler auch über Amazons Marketplace. Dort wird das Erscheinungsdatum nun erstmals mit 30. Juni konkret benannt.

Marktstart im Juni … oder Juli

Aber auch auf anderer Seite gibt’s nun endlich Liefertermine. Libri-Partner geben als voraussichtliches Erscheinungsdatum den 2. Juli an. So z.B. abc-Büchershop oder Fairbuch … und zahlreiche andere. Bei eBook.de ist der PocketBook Ultra interessanterweise (noch) nicht gelistet. Nachdem die Libri-Partnershops den eBook Reader aber bereits im Angebot haben, ist es wohl nur eine Frage der Zeit bis die Libri-Tochter das Gerät ebenfalls ins Sortiment aufnimmt.

Im Vorfeld hat der PocketBook Ultra einerseits mit dem neuen Design und der neu gestalteten Software für ein paar positive Überraschungen gesorgt, andererseits aber auch für die eingebaute Kamera und den verhältnismäßig hohen Preis von 169 Euro Kritik geerntet. Im Praxisbetrieb wird sich dann zeigen müssen, ob der Schritt zur Kamera inklusive Schrifterkennung gut war oder nicht.

Freunde von unabhängigen eBook Readern dürfen sich aber in jedem Fall auf das Erscheinen des Pocketbook Ultra freuen. Das Gerät vereint auch abseits der Kamera moderne Hardware mit (offenbar) attraktiver Software und verzichtet auf einen Registrierungszwang. Sobald ich den Ultra hier habe, gibt’s natürlich wie immer ein Hands-On und den gewohnt ausführlichen Testbericht. Lange muss man sich nun scheinbar nicht mehr gedulden.

01.07.2014: PocketBook Ultra verspätet sich um fast 3 Wochen

Schlechte Neuigkeiten für PocketBook Fans: Der Ultra wird sich nach Angabe verschiedener Online-Shops offenbar um fast 3 Wochen verspäten. Ursprünglich hätte der E-Ink Carta eBook Reader noch im Juni an den Start gehen sollen, aber bis auf ganz wenige Ausnahmen (hier im Forum ein erstes Hands-On) scheint sich die Auslieferung ganz offensichtlich zu verzögern.

Legalo hat den Marktstart (via Amazon.de) nun für 20. Juli gelistet, während verschiedene Libri Shops das Gerät nach täglicher Verschiebung des Auslieferungsdatum inzwischen auf „vorbestellbar“ gesetzt haben. Lediglich Amazon, wo die dunkelbraune Version ebenfalls direkt käuflich zu erwerben ist, gibt weiterhin 5. bis 8. Juli als Auslieferungsdatum an. Nach den Änderungen bei den anderen Shops stehen die Chancen aber gut, dass auch der Versandriese das Datum in Kürze korrigieren muss.

Für Vorbesteller heißt es jetzt jedenfalls weiterhin geduldig zu sein. Auch wenn die Verspätung ärgerlich ist, so kann man eventuell ja davon ausgehen, dass im Vorfeld zum offiziellen Verkaufsstart noch etwaige Fehler ausgebessert werden und man dann Mitte-Ende Juli ein hoffentlich fehlerfreies Gerät in den Händen hält.

Großer Funktionumfang, hoher Preis

Die rückseitige Kamera sorgte im Vorfeld bereits für reichlich Gesprächsstoff

Zur Erinnerung: Der PocketBook Ultra ist der dritte E-Ink Carta eBook Reader am deutschen Markt und liefert erstmals seit langer Zeit auch eine neue Bedienoberfläche bei einem PocketBook Lesegerät. Diese soll die Bedienung intuitiver, freundlicher und einfacher machen. Die ersten Eindrücke die man im Video und auf Screenshots bekommen hat, sind jedenfalls schon sehr gut. Wie es sich in der Praxis verhält, bleibt aber noch abzuwarten. Ein Novum ist außerdem die eingebaute Kamera mit OCR-Funktion, d.h. einer automatischen Umwandlung des aufgenommenen Textes. Im Vorfeld musste PocketBook bereits viel Kritik für dieses für viele Personen wenig benötigte Feature einstecken. Aber auch hier gilt: Erstmal abwarten wie nützlich die Funktion in der Praxis ist.

Die größte Schwäche des Ultra ist ohne Zweifel der Preis von 169 Euro, der insbesondere seit der Preissenkung des Kindle Paperwhite auf 109 Euro relativ hoch erscheint. Man mag natürlich argumentieren, dass PocketBook mit seinem Flaggschiff eine völlig andere Klientel bedient, aber letztendlich wollen alle eBook-Reader-Käufer doch in erster Linie lesen. Und trotz aller Funktionsunterschiede ist ein konkurrenzfähiger Preis da natürlich nicht zu unterschätzen. Immerhin hat PocketBook mit dem hervorragenden Touch Lux 2 (der die neue Bedienoberfläche ebenfalls noch spendiert bekommt!) aber noch ein zweites Gerät am Markt, welches das günstigere Preissegment bedient.

In jedem Fall sollte sich PocketBook aber schon mal darauf gefasst machen, dass Kunden des Premium-Geräts auch Premium-Ansprüche stellen, was möglicherweise auch der Grund für die Verspätung ist. Fehlerbehaftete eBook Reader in der Preisklasse auszuliefern dürfte zu einem deutlich erhöhten Verwaltungs-, Logistik- und Kostenaufwand führen.

11.07.2014: PocketBook Ultra erhält Softwareupdate, Bedienungsanleitung zum Stöbern

Der PocketBook Ultra hat es noch gar nicht auf den deutschen Markt geschafft – wenn man von sehr wenigen Ausnahmen absieht – und schon gibt’s ein Softwareupdate (Version 5.1). Wie kürzlich berichtet, verzögert sich der deutsche bzw. europäische Marktstart um voraussichtlich 3 Wochen, was bedeutet, dass der Ultra erst Ende Juli bzw. Anfang August erhältlich sein wird.

Gründe für die Verzögerungen wurden von offizieller Seite zwar zunächst nicht genannt, ein Pocketbook Vertreter äußerte sich dann allerdings dahingehend, dass es in der Zwischenzeit Fehlerkorrekturen geben wird. Ob es sich dabei nur um Verbesserungen an der Software handelt, oder auch die Hardware im Fokus steht, bleibt offen. Eines der ersten ausgelieferten Geräte – wie sich später herausgestellt hat, ein Vorserienmodell – hatte Probleme mit der Beleuchtung und der Verarbeitung.

Fehlerkorrekturen und Verbesserungen

In jedem Fall zeigt das nun erfolgte Softwareupdate, dass PocketBook offenbar mit Hochdruck an der Verbesserung bestehender Probleme arbeitet und der baldige (verschobene) Marktstart somit hoffentlich wie geplant erfolgen kann. Das Update bringt neben einigen Fehlerkorrekturen auch verschiedene Erweiterungen, wie z.B. die Einstellungsmöglichkeit für Silbentrennung bei ePub-Dateien oder ein paar Verbesserungen an der Kamera.

Klar ist jedenfalls, dass Pocketbook den Start des hochpreisigen Geräts relativ reibungslos über die Bühne bringen sollte, denn mit dem recht deutlichen Aufpreis gegenüber der E-Ink Carta Konkurrenz steigen zweifelsohne auch die Erwartungen der Käufer.

Die Arbeiten an der Software sind insbesondere deshalb nötig, weil der eBook Reader über eine neu gestaltete Bedienoberfläche verfügt. Im Gegensatz zu den restlichen erhältlichen PocketBook Geräten soll diese nicht nur optisch ansprechender, sondern auch intuitivier zu bedienen sein. Vermutlich im August sollen dann aber auch Touch Lux und Touch Lux 2 das entsprechende Update auf die neue Oberfläche erhalten.

In der Zwischenzeit können sowohl wartende Vorbesteller des Pocketbook Ultra als auch jene die das Softwareupdate für ihren älteren Leucht-eReader erwarten, die Bedienungsanleitung des Ultras studieren. Darin werden alle Funktionen des neuen User Interface beschrieben, sodass man sich schon vorab einen guten Eindruck davon machen kann, was einen erwartet.

12.07.2014: PocketBook Ultra wird in russischen Testberichten durchleuchtet

In Deutschland lässt der PocketBook Ultra noch auf sich warten. Der eBook Reader mit E-Ink Carta Display verzögert sich hierzulande aufgrund von Fehlerkorrekturen bis rund Ende Juli bzw. Anfang August. In Russland hat der Verkauf hingegen schon gestartet und sorgt nun auch dafür, dass es zwei recht umfangreiche Testberichte von russischen Webseiten gibt.

Der ältere der beiden Testberichte stammt von The-eBook.org und wurde bereits Mitte Juni veröffentlicht. Dort wird die gute Verarbeitung ebenso gelobt wie die komfortable Bedienung über die neue Bedienoberfläche. Weniger gut hat den Testern die Kamera gefallen, die zumindest in der damals vorliegenden Version dem veröffentlichten Testbild nach zu urteilen eher suboptimal gearbeitet hat. Außerdem haben die rückseitig angebrachten Blättertasten nicht den Geschmack der Tester getroffen. Der E-Ink Carta Bildschirm des Ultras hat im Vergleich zu den verglichenen Pearl Displays von Kindle 4 und Kindle Paperwhite (2012) in den Augen und Messungen von The-eBook.org offenbar keine Vorteile gebracht.

Schlechte Kamera, gute Bedienbarkeit

Der neuere Bericht stammt von Hi-Tech bei Mail.ru und wurde erst vor wenigen Tagen am 9. Juli veröffentlicht. Der Testbericht zeigt eine Reihe hochauflösender Fotos des Geräts, inkl. Screenshots vom laufenden System. Im Fazit wird der PocketBook Ultra nicht als Revolution sondern als Evolution bezeichnet. Es handelt sich demnach um eine sinnvolle Weiterentwicklung der PocketBook eBook Reader Produktlinie. Auch hier wird die Kamera allerdings als relativ sinnfrei kritisiert, was sich offenbar auf die unzuverlässige Erkennungsrate der OCR-Funktion zurückführen lässt.

Beleuchtung Pocketbook Ultra in Aktion. Bildquelle: Mail.ru

Außerdem wird ein Bild der aktivierten Beleuchtung gezeigt (siehe links), das aufgrund der Blendeneinstellung aber nur unzureichende Rückschlüsse auf die Qualität zulässt. Das Licht scheint sich dem Foto nach relativ gleichmäßig über den Bildschirm zu verteilen, d.h. ohne nennenswert sichtbare Lichthöfe oder Schatten. Der stark sichtbare vertikale Farbverlauf der in einem geleakten Video zu sehen war, ist hier glücklicherweise weitestgehend verschwunden, wobei der Effekt (oben gelblich, unten bläulich) in stark abgeschwächter Form bei genauem Hinsehen zwar noch erkennbar ist, in dieser Form aber wohl nur den wenigsten Personen auffallen dürfte.

Sinnvolle Weiterentwicklung

Die Bedienung wird gelobt, der Touchscreen ist empfindlich und die Reaktionszeiten ausreichend schnell. In beiden Tests wird allerdings auch der hohe Preis von in Russland umgerechnet rund 195 Euro kritisiert. In Deutschland ist der PocketBook Ultra hingegen schon für 169 Euro erhältlich, was wohl nicht zuletzt der deutlich härteren Konkurrenz durch Amazon und der Tolino Allianz verschuldet sein dürfte. Aber auch dieser Preis sorgt hierzulande immer wieder für Kritik.

Die neue Bedienoberfläche wird auch für den Touch Lux 2 kommen und dürfte den deutschen PocketBook-Vertriebspartnern im Kampf um Marktanteile helfend unter die Arme greifen

Man darf jedenfalls gespannt sein, ob sich der verzögerte Start in Europa positiv auf die Kritikpunkte der russischen Webseiten auswirkt und die Fehler durch die genannte strengere Endkontrolle und die verbesserte Software ausgebessert werden konnten. In jedem Fall attestieren die beiden genannten Testseiten dem Ultra aber sinnvolle Verbesserungen im Vergleich zu den Vorgängern, was man in jedem Fall auch positiv hervorheben muss. Die PocketBook eBook Reader konnten in unseren Tests immer wieder mit der umfangreichen Funktionalität punkten, die bisher kein anderer Hersteller erreicht. In Verbindung mit einer etwas einfacher zugänglichen Bedienoberfläche kann das Endergebnis – sofern PocketBook keine unerwarteten, groben Schnitzer mehr unterlaufen – eigentlich nur besser werden.

Sobald es der PocketBook Ultra auch auf den deutschen Markt geschafft hat, gibt’s natürlich auch von unserer Seite den gewohnt ausführlichen Testbericht. Allzu lange muss man auf den Marktstart nun (hoffentlich) nicht mehr warten.

18.07.2014: PocketBook Ultra im russischen 10 Minuten Videotest

Vor knapp einer Woche habe ich von zwei russischen Testberichten zum PocketBook Ultra berichtet, die ein weitestgehend gutes Bild des Geräts zeichnen, allerdings die Kamera aus verschiedenen Gründen kritisieren. Nun gibt’s einen weiteren (kurzen) Testbericht aus Russland, der neben dem üblichen Text auch ein 10 minütiges Video mitbringt.

Wie der Test ist zwar auch das Video in russischer Sprache, allerdings sieht man in verschiedenen Szenen die Handhabung des Geräts, die sich auch ohne Sprachkenntnisse gut beurteilen lässt. Im Video wirkt die generelle Bedienung des Ultra ausgesprochen flott, ebenso wie das Umblättern im Buch, das dank rückseitiger Tasten noch individueller funktioniert. Außerdem wird die Kamerafunktion demonstriert.

Kamera als einziger großer Kritikpunkt?

Der Sucher der Kamera wirkt am E-Ink Display, wie erwartet, eher langsam, wobei es außerdem eine Verzögerung beim Auslösen der Kamera zu geben scheint, was eine genaue und wackelfreie Aufnahme von Text erschwert. Das ist einer der bisher größten Kritikpunkt der Kamera – auch in den beiden anderen genannten Testberichten.

Da muss man sich dann natürlich auch die Frage stellen, ob PocketBook letztendlich nicht die falsche Entscheidung getroffen hat, eine Kamera zu inkludieren, die nicht optimal arbeitet. Sollte sich im Alltagsnutzen ein grundsätzliches Problem bzw. eine beeinträchtigte Qualität herauskristallisieren (wie von einigen Interessenten vorab befürchtet), dann könnte ich mir vorstellen, dass dies in Anbetracht des hohen Preises selbst bei Käufern für Frust sorgt, welche die Funktion eigentlich nicht (oft) nutzen möchten.

Der wachsenden Anzahl der Bewertungen bei der Suchmaschine Yandex und den Testberichten nach zu urteilen, ist der eBook Reader mittlerweile regulär in Russland erhältlich, womit der auf Ende Juli verschobene Marktstart in Deutschland vermutlich eingehalten werden kann. Allzu lange müssen sich Vorbesteller also wohl nicht mehr auf den Erhalt des PocketBook Ultra gedulden, womit dann auch unser Test des Geräts zeitnah erfolgen wird. Auch wenn die Kamera (noch) ein paar Macken zu haben scheint – wenn dies das einzige Problem des eBook Readers ist, dann steht uns offenbar ein tolles Gerät ins Haus.

Nachfolgend das versprochene Video:

YouTube Preview Image

25.07.2014: PocketBook Ultra auf Kurs, innerhalb von 2 Wochen lieferbar

Im Februar erstmals geleakt und im Mai nach weiteren unbeabsichtlichen Veröffentlichungen endlich offiziell vorgestellt, sollte der PocketBook Ultra eigentlich im Juni an den Start geht. Die Markteinführung wurde allerdings verschoben, im Sinne einer besseren Qualitätskontrolle und Verbesserungen an der Software, wie es von PocketBook hieß. Wie es aussieht, hat das Warten nun aber bald ein Ende und der angepeilte Start Ende Juli bzw. Anfang August klappt nun auch.

Auf Kundenanfragen teilt PocketBook mit, dass der Ultra innerhalb von 2 Wochen lieferbar sein wird, d.h. spätestens in der ersten Augustwoche sollten die Vorbesteller das Objekt der Begierde nach einiger Wartezeit endlich in den Händen halten. Passend dazu teilt auch Libri in den verschiedenen Partnershops (wieder) mit, dass der voraussichtliche Liefertermin der 4. August ist. Zwischenzeitlich war das Auslieferungsdatum völlig verschwunden. Auch bei Amazon soll der Versand des PocketBook Geräts rund um den 5. August erfolgen.

Kamera erntet Kritik, neue Bedienoberfläche punktet

In der Zwischenzeit ist der eBook Reader in Russland schon an den Start gegangen und wurde von diversen Online-Portalen bereits mehr oder weniger genau unter die Lupe genommen. Das Fazit aller Tester ist gut, sodass der Ultra insbesondere für die neue Bedienoberfläche und gute Handhabung Lob kassiert – zwei Bereiche in denen PocketBook bisher eher schwächelte.

Weniger gut kommt die Kamera weg, die laut den Tests nur schwer nutzbar bzw. die damit verbundene Trefferquote der automatischen Texterkennung (OCR) offenbar verbesserungswürdig ist. Damit scheinen sich auch die Vorhersagen der Kritiker zu bewahrheiten, die einer Kamerafunktion von Anfang an eher ablehnend gegenüberstanden. Neben der Kamera wird auch der Preis häufig kritisiert, der in Russland mit umgerechnet rund 190 Euro aber noch höher liegt als hier (169 Euro).

Wenn man von diesen beiden Punkten absieht, dann scheint uns ein tolles Gerät ins Haus zu stehen. Der Pocketbook Ultra wird neben Tolino Vision und Kindle Paperwhite der dritte eBook Reader am deutschen Markt sein, der ein E-Ink Carta Display mitbringt. Mit dem schnelleren Chipsatz und dem neuen minimalistischen User Interface soll die Bedienung schneller und einfacher erfolgen. Im Gegensatz zum PocketBook Touch Lux 2 gibt’s beim Ultra außerdem wieder eine Audiofunktion (über einen 3,5 mm Klinkenanschluss) inkl. Text-to-Speech (also die automatische, computergenerierte Umwandlung von Text in Ton). Daneben darf man sich natürlich wieder auf die typischen PocketBook-Tugenden wie die ausgezeichnete PDF-Funktionalität oder die große Formatkompatibilität freuen.

Sobald ich den Ultra in den Händen halte, gibt’s natürlich vorab zum Testbericht schon ein kurzes Zwischenfazit, was dann hoffentlich auch schon der nächste Newsbeitrag zum Gerät sein wird.

Danke an Karl-Heinz für den Hinweis!

05.08.2014: PocketBook Ultra: Erste Kundenstimmen kritisch

Heute verkündet PocketBook den offiziellen Start des lange erwarteten Ultra. Damit geht der eBook Reader nach wochenlangen Verzögerungen endlich regulär in den Verkauf. Allerdings gibt’s schon einige digitale Lesefreunde, die den PocketBook Ultra direkt beim Unternehmen vorbestellt haben und bereits in den Händen halten.

Die ersten Stimmen zum Gerät sind dabei bedauerlicherweise aber nicht ganz so positiv wie man sich das von einem so hochpreisigen eBook Reader erwarten würde. Schon Ende Juni hat ein Besucher unserer Homepage seinen PocketBook Ultra erhalten, musste ihn aber aufgrund von Mängeln bei der Beleuchtung und bei den Tasten zurückschicken. Nun gut, kann passieren. Vor wenigen Tagen kam dann endlich der Ersatz, aber auch diesmal fällt die Qualität des Geräts nicht zufriedenstellend aus.

Vereinzeltes Problem oder konstruktionsbedingt?

Ein Foto des Ultras zeigt das Problem: Das Licht verteilt sich nicht so gleichmäßig über den Bildschirm wie man sich das wünschen würde. Besonders im oberen Bildschirmbereich zeigt sich ein gelblicher Farbverlauf. Auch andere Besitzer des Geräts stoßen ins selbe Horn.

Schon im Mai zeigte ein Videoleak eine ähnliche Charakteristik der Beleuchtung

PocketBook will die betroffenen Geräte offenbar austauschen, wobei sich mir allerdings die Frage stellt, ob es sich nicht um ein allgemeines Problem handelt, denn schon das im Mai geleakte Video machte einen deutlichen Farbverlauf sichtbar. Es war zwar aller Wahrscheinlichkeit nach nur ein Vorserienmodell, das damals auf Film festgehalten wurde, allerdings zeigt es eben die gleiche Charakteristik.

Man muss natürlich sagen, dass viele eBook Reader einen schwachen vertikalen Farb- bzw. Helligkeitsverlauf besitzen. Das lässt sich mit der Frontbeleuchtungstechnik oft nicht ganz vermeiden. Allerdings kosten eben nicht alle Geräte 170 Euro (und damit über 50 Prozent mehr als andere Leucht-Modelle), womit so ein Darstellungsproblem natürlich deutlich ärgerlicher wird. Erstaunlich ist dabei, dass der PocketBook Touch Lux 2 solche Probleme nicht besitzt. In unserem Test konnte der günstige eBook Reader beim Kontrast sogar mit dem Kindle Paperwhite mithalten – trotz älterer Bildschirmtechnik. Auch an der Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung gibt es beim Touch Lux 2 eigentlich nur wenig auszusetzen. Umso überraschter war ich gleich von mehreren problematischen Ultra-eReadern zu hören.

In den nächsten Tagen sollte auch mein Testgerät hier eintreffen, sodass ich mir dann ein eigenes Bild dazu machen und die Ergebnisse im Vergleich zu anderen eBook Readern veröffentlichen kann. Bleibt zu hoffen, dass PocketBook bei dem hochpreisigen Flaggschiff nicht an der falschen Stelle gespart hat.

12.08.2014: PocketBook Ultra Hands-On: Fragen und Antworten

Der Verkauf des PocketBook Ultra ist vor wenigen Tagen offiziell gestartet, womit der eBook Reader nach einigen Verschiebungen nun endlich erhältlich ist. Überraschenderweise waren die ersten Kundenstimmen zum mit 169 Euro relativ hoch bepreisten Lesegerät aber eher durchwachsen, sodass Interessenten die Kaufentscheidung noch zusätzlich erschwert wurde. Inzwischen ist der Ultra auch bei mir gelandet, womit es an dieser Stelle wieder eine Zusammenfassung der ersten Eindrücke gibt.

Kommen wir zunächst zum Gehäuse: Der Ultra ist der erste PocketBook eBook Reader seit Langem, der ein neues Design mitbringt. Zwar ist das Gerät weiterhin als PocketBook eReader erkennbar, allerdings wurde die Optik grundlegend modernisiert, was auch wirklich ausgesprochen gut gelungen ist. In Natura wirkt der sehr kompakte Ultra noch besser als auf Bildern. Das Gehäuse wirkt ausgesprochen solide und liegt gut in der Hand. In meinen Augen hat man hier beinahe alles richtig gemacht und ein wirklich ausgesprochen gefälliges Gerät kreiert.

Tasten: gut und weniger gut

Etwas weniger gut gelungen sind die rückseitigen Tasten, deren Druckpunkt nicht immer gut fühlbar ist. Wenn man nicht senkrecht auf die Tasten drückt, dann wird der Knopf nicht betätigt. Hinzu kommt dabei die relativ geringe Größe der Tasten, was einen ordnungsgemäßen Druck noch schwieriger macht. Natürlich gilt hier zu beachten, dass sich das mit ausreichender Eingewöhnung durchaus ändern kann, zum Start machen die rückseitigen Blättertasten aktuell aber einen eher suboptimalen Eindruck.

Mit großen Händen kann man den Ultra relativ einfach umgreifen und so die rückseitigen Tasten gut erreichen. Die Druckpunkte sind dennoch etwas ungünstig umgesetzt

Die Tasten unter dem Bildschirm sitzen nun unter einer durchgehenden schwarzen Plastikabdeckung, wobei sie sich aufgrund einer kleinen Erhebung mit dem Finger dennoch gut voneinander unterscheiden lassen. Im Gegensatz zu den rückseitigen Tasten lassen sich diese Knöpfe gut bedienen. Da die Tasten ohnehin frei belegbar sind, ist auch die fehlende Beschriftung nur logisch, sodass man sich bei einer möglichen Neubelegung nicht immer über den falschen Aufdruck ärgern muss.

Der untere Rand der schwarzen Abdeckung lässt sich mit leichtem Druck minimal nach unten ins Gehäuse bewegen, was etwas unschön und haptisch nicht ganz zufriedenstellend ist. Letztendlich bleibt es aber zum Glück nur ein kleiner Schönheitsfehler, denn die Handhabung beeinflusst dies nicht negativ.

E-Ink Carta bringt nur geringe Vorteile

Ein wichtiger Verkaufspunkt des PocketBook Ultra ist ohne Zweifel das E-Ink Carta Display. Es ist das dritte Mal, dass die Bildschirmtechnik in einem Lesegerät in Deutschland ihren Einsatz findet. Die Displaytechnologie ist letztendlich auch einer der Gründe für den hohen Preis des Ultras, denn im Gegensatz zur inzwischen weit verbreiteten Pearl Technik, müssen Hersteller für die besseren Carta-Panels tiefer in die Tasche greifen.

Während E-Ink Carta im Kindle Paperwhite deutlich sichtbare Vorteile gegenüber der E-Ink Pearl Konkurrenz bringt, war der Vorsprung beim Tolino Vision schon ein wenig geringer und beim Pocketbook Ultra fallen die Vorteile den ersten Eindrücken und Messungen nach, sogar noch kleiner aus.

Beleuchtung deaktiviert: Der Bildschirmhintergrund am PocketBook Ultra ist relativ dunkel

Gleich beim Auspacken des Ultras ist mir das überraschend dunkle Display aufgefallen. Ich dachte zunächst, dass es sich aufgrund der weißen Gehäusefarbe um eine optische Täuschung handeln würde. Direkte Vergleiche mit anderen Geräten und letztendlich auch der Fotovergleich brachten dann aber Gewissheit, dass der erste Eindruck korrekt war. Selbst im Vergleich zu diversen E-Ink Pearl Bildschirmen wirkt das Ultra-Display oft ein wenig dunkler. Während es der Paperwhite nach LAB auf eine Helligkeit von 83 bringt, schafft es der Ultra bei gleicher Lichtsituation nur auf 75, während es der Touch Lux 2 auf 76 bringt.

Zur Erklärung: Bei L*a*b* handelt es sich um einen Farbraum, der das wahrnehmbare Farbspektrum geräteunabhängig abdeckt. L* gibt die Helligkeit an, wobei die Werte 0 für Schwarz und 100 für Weiß stehen.

Der wichtigste Vorteil den der Ultra hier besitzt, ist die wärmere Farbtemperatur des Bildschirmhintergrunds. Diese sorgt zumindest in meinem Augen dafür, dass der Bildschirm angenehmer ablesbar ist. Wie groß die Reflektivitätsvorteile des PocketBook Ultra sind, wird erst der Testbericht zeigen, in dem ich die Eigenheiten des Geräts bei verschiedenen Lichtsituationen noch genauer unter die Lupe nehmen werde. Zum aktuellen Zeitpunkt lässt sich zumindest feststellen, dass es gegenüber E-Ink Pearl eReadern durchaus einen Vorsprung gibt, der aber offensichtlich geringer ausfällt als beim Kindle Paperwhite oder Tolino Vision.

Insgesamt weist das Anzeigeverhalten des besseren E-Ink Carta Bildschirms des Ultras meiner Wahrnehmung nach aber eben nur geringe Vorteile auf. Das ist nicht nur enttäuschend, sondern auch überraschend. Dass E-Ink Displays nicht immer gleich aussehen, wissen wir ja schon längst. Dass die Unterschiede so groß ausfallen können wie zwischen Kindle Paperwhite und PocketBook Ultra, kommt dann aber doch unerwartet.

An dieser Stelle ist es aber wichtig zu beachten, dass der Ultra noch nicht das übliche vollständige Testprozedere (insbesondere unterschiedliche Betrachtungen und Messungen bei verschiedenen Lichtsituationen) durchlaufen hat, sodass sich hier noch ein paar kleinere Korrekturen zu den ersten Beobachtungen ergeben können. Außerdem werde ich für den Testbericht noch ein zweites Gerät heranziehen.

(Kunden)Kritik an nicht perfekter Beleuchtung

Mit aktiviertem Licht sieht es ebenfalls eher durchwachsen aus. Da macht der Ultra zwar grundsätzlich keine schlechte Figur, kommt aber trotzdem nicht an den Touch Lux 2 oder Kindle Paperwhite ran. Wird die Beleuchtung des Ultras aktiviert, macht sich das auch mit einer leicht erhellten Schrift bemerkbar. Beim Pocketbook Touch Lux 2 und Kindle Paperwhite wird nur der Hintergrund (nicht die Schrift) merklich heller, womit das Kontrastverhältnis deutlich ansteigt. Beim Ultra gibt’s leider keinen solchen Wow-Effekt. Stattdessen sieht der Kontrast relativ durchschnittlich aus – nicht schlecht, aber auch nicht wirklich besonders gut.

Wie bereits im Forum erklärt, ist der Farbverlauf der eingebauten Beleuchtung auch bei meinem Gerät sichtbar, wobei ich den Effekt aber nicht als allzu störend empfinde. Das liegt insbesondere daran, dass dieser erst mit steigender Lichtintensität zunimmt, man bei Dunkelheit aber üblicherweise eine geringere Helligkeitseinstellung verwendet. Gleichzeitig ist der Farbverlauf bei ausreichendem Umgebungslicht bei höchster Helligkeitseinstellung nicht wirklich sichtbar.

Verbesserungspotential haben alle beleuchteten eBook Reader, beim Touch Lux 2 hatte PocketBook mit der Beleuchtung unterm Strich aber ein glücklicheres Händchen; Von links nach rechts: PocketBook Touch Lux 2, PocketBook Ultra, Kindle Paperwhite

Der im Bild gezeigte Farbverlauf ist der „Worst-Case“ für das getestete Gerät, d.h. bei anderen Lichteinstellungen und Beleuchtungssituationen ist der Verlauf jedenfalls geringer ausgeprägt. Man sollte diesem Punkt meiner Meinung nach daher nicht allzu viel Bedeutung beimessen und am besten im persönlichen Gebrauch entscheiden, wie störend der Effekt im praktischen Alltag tatsächlich ist. Dennoch kommt man an dieser Stelle nicht umhin, Kritik zu üben, denn zum Premium-Preis dürfen sich Käufer auch Premium-Qualität ohne Kompromisse erwarten. Dass PocketBook hier mit Rückgaben zu kämpfen hat, überrascht mich daher nicht.

Positiv ist wiederum die Gleichmäßigkeit zu nennen, mit der sich das Licht verteilt. Auch wenn der Farbverlauf ein unschönes Detail ist und man es mit freiem Auge eher anders einschätzen würde, tatsächlich verteilt sich die Helligkeit laut der ersten Messung recht gleichmäßig über den Bildschirm.

Tolle Bedienoberfläche

Einen weniger wechselhaften Eindruck macht die neue Bedienoberfläche. Das fängt schon beim neu gestalteten Startbildschirm an, der einen freundlichen Eindruck macht und die triste Listenansicht des älteren PocketBook Systems endlich ersetzt hat. Dabei bleibt der Nutzen aber zum Glück nicht auf der Strecke, denn die aktuellen Ereignisse werden gesammelt und können in der Bibliotheksansicht geöffnet werden.

Ganz generell macht das neue User Interface jetzt einen viel runderen Eindruck als bei anderen PocketBook eBook Readern, was sicherlich auch der Tatsache zu verdanken sein dürfte, dass es einen roten Faden bei der Entwicklung der Oberfläche gab, wohingegen das alte Bedienkonzept mit jeder neuen Funktion einfach mitgewachsen ist.

Etwas enttäuschend ist allerdings die Tatsache, dass Wörterbuch- und Notizfunktionen weiterhin nach dem alten Schema funktionieren und immer einen separaten Start benötigen. Es war schon bei unserem allerersten PocketBook-Test vor 3 Jahren ein Kritikpunkt, der sich seitdem kaum verändert hat. In der Praxis bedeutet das also weiterhin, dass man mehr Tastendrucke benötigt als bei der Konkurrenz.

Die neue Bedienoberfläche weiß sofort zu gefallen. Verbesserungspotential gibt’s aber weiterhin

Ansonsten gibt’s nach der kurzen Nutzung noch keine großen Erkenntnisse. Die Bedienung geht gut von der Hand, wobei ich keine großen Verzögerungen in der Reaktionszeit feststellen konnte. Insgesamt macht das neue UI einen guten Eindruck und ist auf jeden Fall ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Bei Bildschirm und Beleuchtung sieht der erste Eindruck leider etwas schlechter aus. Weder das E-Ink Carta Display, noch das eingebaute Licht sorgen für den in dieser Preisklasse nötigen Wow-Effekt, sondern im Gegenteil sogar für ein wenig Enttäuschung. Nach der exzellenten Vorstellung des PocketBook Touch Lux 2 habe ich mir eine ebenso gute Umsetzung beim Ultra erwartet. Das ist aber jedenfalls, offenbar aufgrund unterschiedlicher Bauteile bei der Beleuchtung, nicht der Fall. Ob der Testbericht, in dem ich mir die hier genannten Punkte natürlich noch deutlich genauer ansehen werde, neue Erkenntisse bringt, bleibt abzuwarten.

Schlechter reden als er tatsächlich ist, sollte man den Ultra aber auch nicht. Der stolze Preis und die damit verbundenen hohen Erwartungen sind sicher mit ein Grund dafür, dass die ersten Kundenstimmen besonders kritisch ausgefallen sind. Auch ich muss zugeben, dass ich ein wenig enttäuscht von einzelnen Punkten bin. Im Moment lautet das erste Fazit: Gut, aber es ginge in verschiedenen Bereichen mit Sicherheit besser.

Wie immer können in den Kommentaren und im Forum Fragen zum Gerät gestellt werden, die ich versuche zu beantworten.

17.08.2014: PocketBook hört auf Kritik und belohnt Hilfe zur Verbesserung des Ultra

Der PocketBook Ultra ging vor wenigen Tagen offiziell an den Start, wobei die bisherige Kundenresonanz alles andere als begeistert ausfällt. Neben den bereits mehrfach angesprochenen Problemen mit der Hardware, macht der neue eBook Reader auch mit einer fehlerbehafteten Software negativ von sich reden.

Der Ultra verfügt über eine neue Bedienoberfläche, welche die Nutzung des Geräts im Vergleich zu den Vorgängern nicht nur einfacher machen soll, sondern auch optisch einige Verbesserungen mitbringt. Dummerweise gibt’s trotz des um mehrere Wochen verspäteten Marktstarts aber noch immer Stabilitäts- und Anzeigeprobleme, sodass die Nutzung des eReaders zum aktuellen Zeitpunkt durchaus zur Geduldsprobe werden kann.

Fehlerbehebung mit Kundenhilfe

PocketBook ist sich der Probleme aber völlig bewusst und arbeitet offensichtlich mit Hochdruck an der Behebung. Um Kunden mit den Fehlern nicht im Regen stehen zu lassen, geht das Unternehmen einen ungewöhnlichen Weg: Es bittet die Käufer des Geräts um Hilfe bei der Fehlerbehebung und bietet die aktuellen Betaversionen der Software in unserem Forum zum Download an. Besonders eifrige Fehlersucher dürfen sich zudem über Gutscheine und kostenloses Zubehör freuen.

Darüber hinaus bietet PocketBook ein erweitertes Rückgaberecht von 8 Wochen (aber bis spätestens 15. Oktober 2014) für den Ultra an. Sollte der eBook Reader direkt im offiziellen PocketBook-Shop erworben worden sein, wird der volle Kaufpreis rückerstattet. Wurde das Gerät in einem anderen Shop gekauft, kann man das verlängerte Rückgaberecht zwar auch in Anspruch nehmen und den Ultra direkt an Pocketbook retournieren, allerdings erhält man in einem solchen Fall nur einen Gutschein über den Kaufbetrag. Da ist man als Käufer vermutlich besser beraten, den eBook Reader innerhalb der regulären Rückgabefrist direkt an den Verkäufer zurückzuschicken bzw. -bringen. Weitere Details findest du hier.

Ob das Friedensangebot von Kunden die sich mit dem Ultra ein sorgloses High-End-Gerät erwartet haben, angenommen wird, bleibt aber abzuwarten. Immerhin bekommt man sowohl aus gleichem Haus (PocketBook Touch Lux 2) als auch von der Konkurrenz, günstigere und aktuell bessere eBook Reader, die keine Kundenintervention zur problemlosen Nutzung benötigen.

Wie kam es zu den Problemen?

Nun fragen sich viele Personen sicherlich, wie es zu diesem doch recht ausgeprägten Fehlerbild beim vermeintlichen Flaggschiff kommen konnte. Die Ursache liegt offenbar in einer Umstellung der Hardware vor Start der Massenproduktion bzw. im Einsatz unterschiedlicher Bauteile.

Offenbar kommen unterschiedliche Bauteile zum Einsatz

Ich habe zwei Pocketbook Ultra hier, ein weißes Modell, ein günes. Das Produktionsdatum des weißen Ultra ist der 23. Juli 2014, der grüne Ultra ist nur einen Tag älter. Und trotzdem unterscheiden sich die Bildschirme der beiden Geräte deutlich voneinander. Das ist sowohl am Displayhintergrund, an der Beleuchtung und auch am Touchscreen erkennbar. Dass es sich hierbei nicht um eine bloße Serienstreuung der einzelnen Bauteile handelt, sondern ganz offensichtlich unterschiedliche Einzelteile zum Einsatz kommen, zeigt ein genauerer Blick.

Wie bereits vor wenigen Tagen im Forum erwähnt, kann man bei passendem Lichteinfall am grünen Ultra eine schwache (aber eben doch gut erkennbare) Schraffur ausmachen (siehe rote Markierung im Bild), die es beim weißen Modell überhaupt nicht gibt. Dieses Muster gibt’s auch bei anderen eBook Readern wie z.B. dem Kobo Aura, ist also für sich genommen keiner weiteren Erwähnung wert. Die Tatsache, dass zwei Geräte aus der gleichen Modellreihe offenbar unterschiedliche Technik nutzen, ist dann aber doch verwunderlich. Die zuvor genannten Herstellungsdaten zeigen, dass es sich nicht um irgendwelche Vorserienmodelle handelt, sondern Geräte aus der regulären Produktion.

Das erklärt dann wohl letztendlich auch einige der Stabilitätsprobleme des PocketBook Ultra, denn unterschiedliche Hardware muss meist auch mit anderen Treibern angesteuert werden. Dass es bei einer kurzfristigen Umstellung der Bauteile somit zu Fehlern kommen kann, ist also nicht verwunderlich.

Ob die Probleme hausgemacht sind, oder der Zulieferer von PocketBook verantwortlich ist, bleibt offen. Fest steht jedenfalls, dass es sichtbare Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Geräten gibt.

20.08.2014: Qualitätsunterschiede der Beleuchtung im Videovergleich

Mittlerweile wissen die meisten Besucher unserer Homepage sicherlich schon, dass der Marktstart des PocketBook Ultra alles andere als geglückt ist. Der neue eBook Reader kämpft einerseits mit Softwareproblemen, andererseits mit Qualitätsschwankungen bei der Hardware. So gab es direkt zum Start des Geräts zahlreiche Kundenstimmen, die dem Flaggschiff-Modell von Pocketbook eine ausgesprochen ungleichmäßige Ausleuchtung attestiert haben.

Wie so oft, gibt’s aber auch Käufer die keine großen Probleme mit ihrem Gerät haben. Der Grund für so unterschiedliche Rückmeldungen liegt natürlich einerseits in den verschiedenen Wahrnehmungen der Besitzer, dürfte zum größten Teil aber auf die auffälligen Qualitätsunterschiede innerhalb der Modellreihe zurückzuführen sein.

Ich habe zwei unterschiedliche PocketBook Ultra hier (Produktionsdaten: 22. Juli u. 23. Juli), die in ihrer Ausführung eigentlich kaum unterschiedlicher sein könnten. Im nachfolgenden Video habe ich  die beiden Geräte kurz miteinander verglichen und die Unterschiede festgehalten. Die Beleuchtungen präsentieren sich dabei so verschieden, dass es sich genauso gut um zwei unterschiedliche eBook Reader Modelle handelt könnte.

Auffällige Qualitätsschwankungen

Der rechte Ultra präsentiert sich mit einer sehr fehlerbehafteten Ausleuchtung mit auffälligen Unregelmäßigkeiten – besonders am unteren Bildschirmrand – und einer wenig ansprechenden stark gelblichen Farbtemperatur. Hinweis: Im Video ist dieser Farbtemperaturunterschied aufgrund der Kameraeinstellung nicht bzw. nur sehr schwach sichtbar!

Der linke PocketBook Ultra zeigt sich deutlich versöhnlicher: Das Licht verteilt sich weitestgehend gleichmäßig über den Bildschirm und macht sowohl mit freiem Auge als auch im Zuge einer Kontrasterhöhung (siehe Artikelbild) ein deutlich homogeneres Bild. Zwar ist auch dieses Gerät nicht perfekt, es bewegt sich allerdings am Niveau vieler anderer Modelle. Aufgrund des Premium-Preises des Ultras ist das letztendlich aber trotzdem ein wenig enttäuschend.

Ebenfalls enttäuschend ist auch der Kontrast mit aktivierter Beleuchtung. Wie einige Besucher unserer Homepage im Forum bereits mehrfach angemerkt haben, wirkt die Schrift mit eingeschaltetem Licht vergleichsweise milchig und ausgewaschen. Den Eindruck muss ich leider bestätigen, sodass der PocketBook Ultra nicht mit Touch Lux 2 oder Kindle Paperwhite mithalten kann. Auch hier gilt wieder: Der Kontrast mit aktivierter Beleuchtung liegt am Niveau einiger anderer (E-Ink Pearl) eBook Reader, was allerdings aufgrund des hohen Preises des Geräts zumindest in meinen Augen nicht positiv zu werten ist.

Das im Video gezeigte linke Gerät präsentiert sich bei der Beleuchtung zwar auf einem ingesamt akzeptablen Niveau, enttäuscht letztendlich insbesondere aufgrund des hohen Preises dennoch ein wenig. Ganz anders sieht es beim rechten Ultra aus, der zu einer fleckigen Schatten- und Lichthofbildung im unteren Bildschirmbereich neigt, was für eine vergleichsweise unruhige Darstellung sorgt. So eine Präsentation ist eigentlich in jedem Preisbereich inakzeptabel. Deshalb kann ich auch nicht glauben, dass sich ein solches Gerät noch im Toleranzbereich bewegt. Stattdessen hätte es (wohl nicht nur) in meinen Augen im Zuge der Qualitätskontrolle aussortiert werden müssen.

PocketBook hat hier also jedenfalls noch Arbeit zu erledigen, um sicherzustellen, dass es solch fehlerbehaftete eReader nicht mehr zum Kunden schaffen. Allerdings wäre das Unternehmen auch gut beraten, wenn man ganz generell bei der Lichtträgerfolie nachbessert um den Kontrast auf das hervorragende Niveau des deutlich günstigeren PocketBook Touch Lux 2 zu heben.

YouTube Preview Image
Folgende Testberichte könnten dich interessieren:

Kommentare: