Kindle Cloud Reader startet bei Amazon.de

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„Ab sofort für deutsche Kunden verfügbar“, titelt die Pressemitteilung von Amazon.de zum offiziellen Start der Kindle Cloud Plattform in Deutschland. Genau genommen gibt’s die HTML5 basierte Lese-App aber eigentlich schon seit August 2011. Deutsche Kunden konnten schon damals – wenn auch mit fehlender Lokalisation – auf den eigenen eBook-Bestand zugreifen.

Aber gut, nun ist die Cloud-App auch ganz offiziell in Deutschland angekommen. Unter der URL „lesen.amazon.de“ (als Gegenstück zu „read.amazon.com“ auf der US-Homepage) lässt sich das HTML5-Programm in allen gängigen Browsern aufrufen: Chrome, Firefox, Safari für iPad und Desktop sowie Internet Explorer (Version 10 und aufwärts) werden unterstützt. Kleines Detail am Rande: Die URL wurde offenbar im letzten Moment geändert, denn laut Pressemeldung sollte auch die deutsche Version über die Adresse „read.amazon.de“ verfügbar sein. Diese führt (aktuell) allerdings ins Leere.

Cloud Reader als Antwort an Apple

Kindle Cloud Reader ursprünglich in erster Linie für das Apple iPad, mittlerweile für alle modernen Browser

Amazon gibt sich zum offiziellen Start der Leseapp gewohnt euphorisch: „Der Kindle Cloud Reader ist ein weiterer Meilenstein auf unserer ‚Einmal kaufen, überall lesen‘-Mission. (…) Mit dem Kindle Cloud Reader geht das Lesevergnügen sofort los – ohne Download und Installation. Wir sind überzeugt, dass unsere Kunden diese neue Kindle App begeistern wird.“

Wenn man sich die jüngsten Umfrageergebnisse zur eBook-Nutzung ansieht, dann ist Amazons Strategie eine möglichst große Bandbreite an Endgeräte abzudecken, ganz offensichtlich keine schlechte Idee.

Tatsächlich war der Cloud-Reader aber zunächst als Reaktion auf eine Änderung der Apple-Geschäftsbedingungen, wonach der Elektronikriese zu 30 Prozent an allen In-App-Verkäufen beteiligt werden will, zu verstehen. Während sich die App-Entwickler, die im App-Store gelistet werden möchten, den Apple-Bedingungen unterwerfen müssen, ist das für browserbasierte HTML5-Anwendungen natürlich nicht nötig. Amazons Ziel war es somit, den iPad Kunden weiterhin eine Möglichkeit zu geben, eBooks ohne große Umwege zu kaufen und direkt zu lesen und dabei keine weiteren Abgaben an Apple leisten zu müssen.

Nach der Übernahme von ComiXology hat Amazon die In-App-Verkäufe mit der neuesten iOS-Version ebenfalls gestrichen. Die Haltung des Unternehmens hat sich dahingehend also nicht geändert.

Seit dem Start des Kindle Cloud Reader im Jahr 2011 wurde die Webapp im Funktionsumfang weiter ausgebaut, sodass weitere Optionen für Lesezeichen, Notizen und Markierungen, sowie Schriftbildanpassungen hinzugekommen sind. Der Cloud Reader fügt sich damit mittlerweile nahtlos in das restliche Kindle-App-Angebot ein. Auf Wunsch kann man die eBooks auch direkt im Browser herunterladen, sodass man auch weiterlesen kann, wenn die Internetverbindung nicht mehr besteht.

Bildquelle: Amazon.de