Amazon ändert Kindle Namensgebung

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Nach wochenlangem Warten hat Amazon den Vorhang zur neuen Modellgeneration bei Lesegeräten und Tablets vor wenigen Tagen endlich gelüftet. Dabei hat der Versandriese nicht nur mit dem neuen hochpreisigen Kindle Voyage überrascht, sondern auch mit einem neuen eBook Reader Basis-Modell (gut informierte Leser unserer Homepage wussten natürlich schon vorher Bescheid!).

Amazon hat zusammen mit den neuen Geräten aber auch still und heimlich eine Änderung in der Namensgebung der Produkte vorgenommen. Genauer gesagt: Bei den Tablets wurde der Kindle Namenszusatz völlig gestrichen. Bisher wurden die Flachcomputer als „Kindle Fire“ bezeichnet. Schon das „Fire Phone“ brach allerdings mit dieser Tradition und ließ das Kindle-Kürzel vermissen. Wenn man es ganz genau nimmt, dann nennt sich das Smartphone eigentlich sogar nur „Fire“.

Ab sofort Fire ohne Kindle

Nun folgen die Tablets und heißen „Fire HD“ oder „Fire HDX“ usw. Der Kindle-Name wird ab sofort (wieder) exklusiv für die dedizierten Lesegeräte des Unternehmens verwendet. Das klingt erstmal nach keiner nennenswerten Änderung, aber tatsächlich dürfte sich Amazon mit der neuen Namensgebung schon für die Zukunft wappnen und lässt den Kurs für kommende Modellgenerationen erahnen.

Mit den neuen Tablets hat Amazon nämlich auch ein sehr ungewöhnliches Format eingeführt: Ab sofort gibt’s 6 Zoll Geräte ab 99 Euro. Üblicherweise ist das ein Größensegment, das den „Phablets“ (besonders großen Smartphones mit 5,5 bis 6,5 Zoll Displays) vorbehalten blieb. Die bis dahin nicht ausgesprochene Regel lautete, dass ein Tablet zumindest 7 Zoll haben muss. Bis auf sehr wenige Ausnahmen einiger China-Importeure gab es somit bisher nur sehr wenige 6 Zoll Tablets für die Masse.

Nachdem nun alle LCD-Geräte mit dem Namen Fire – plus dem entsprechenden Zusatz (HD, HDX …) – versehen sind, kann davon ausgegangen werden, dass Amazon diesen Namen ebenso etablieren will wie Kindle. Selbst Techniklaien ist der Name der eBook Reader des Versandriesen ein Begriff. Dabei wird Amazon die Fire-Produktpalette in den kommenden Jahren vermutlich noch deutlich ausweiten und neben dem hochpreisigen (aber kürzlich preisgesenkten) Fire Phone auch günstigere Modelle anbieten. Das 6 Zoll Tablet ist bereits ein guter Indikator dafür, denn im Grunde fehlt dem Gerät nur ein 3G-Empfänger um als günstiges Smartphone (bzw. Phablet) ins Rennen geschickt zu werden.

Für dieses Jahr wird sich Amazon aber wohl mit der aktuell gewachsenen Produktpalette begnügen und versuchen die Fire-Marke weiter zu etablieren. Ob das ohne den Kindle-Namenszusatz gelingt, wird sich erst zeigen müssen.

Es wird in den kommenden Jahren (womöglich 2015) außerdem interessant sein zu sehen, wie Amazon die Geräte mit Liquavista Display positionieren wird. Die stromsparende Farb-E-Paper-Technik könnte sowohl unter dem Kindle- als auch unter dem Fire-Label veröffentlicht werden.