TEST: Sony PRS-T1 Reader WiFi

4. November 2011
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Mit dem PRS-650 war Sony lange Zeit der Platzhirsch am deutschsprachigen eBook Reader Markt. Besonders was Formatkompatibilität, Verarbeitung und Bedienung anging, hatte man die Nase vor der Konkurrenz von Thalia (Oyo) und den kleineren eReader-Herstellern. Seit dem Marktstart des PRS-650 hat sich allerdings viel getan. Inzwischen befinden sich neben Sony auch andere internationale Konzerne (namentlich Amazon und Kobo) auf dem deutschen eBook-Markt und drohen Sony die ehemalige Vormachtstellung abzugraben. Auch Thalia steht mit einer verbesserten Version des Oyo in den Startlöchern.

Mit den bekannten Tugenden soll der Sony PRS-T1 sich aber gegen diese neue Konkurrenz behaupten. Besonders das geringe Gewicht und das neue Betriebssystem sollen dem Reader dabei helfen die Vormachtstellung zu halten. Ob das gelingen kann, erfährst du im nachfolgenden Testbericht.

Bildergalerie

Videotest

Sony PRS-T1 Reader WiFi Review (Deutsch/German)

Der PRS-T1 präsentiert sich in neuem Design

Unboxing

Die Verpackung des PRS-T1 ist im Vergleich zum Vorgänger nochmal etwas geschrumpft – der Lieferumfang ist allerdings gleich geblieben. Neben dem Reader befinden sich ein USB-Kabel, der Stylus und Kurzanleitungen in mehreren Sprachen in der Verpackung.

Drei Reader-Generationen zuvor wurden noch Lederhüllen mitgeliefert. Dies hat sich im Laufe der Zeit leider geändert, sodass die originalen Sony-Hüllen extra gekauft werden müssen. Fairerweise muss man aber dazu sagen, dass solche Hüllen bei keinem Gerät mehr mitgeliefert werden. Schade ist’s dennoch.

Verarbeitung

Eine der größten Veränderungen des Sony PRS-T1 betrifft sein Äußeres. Die vorangegangenen Sony-Reader-Generationen waren immer mit diversen Aluminium-Applikationen ausgestattet, welche den Geräten einen sehr hochwertigen Eindruck verliehen haben. Auch die Verarbeitung hat gestimmt.

Mit dem PRS-T1 geht Sony bei der Materialwahl erstmals einen anderen Weg. Der neue Reader besteht nun vollständig aus Plastik. Der größte Vorteil des Kunststoffes liegt beim Lesebetrieb im ausgesprochen geringen Gewicht. Laut offiziellen Angaben wiegt der Sony Reader WiFi nur 168 Gramm – laut meiner Waage wird das mit 165 Gramm aber sogar noch etwas unterboten. Damit ist der PRS-T1 wohl der leichteste 6 Zoll eBook Reader am Markt.

Die Befürchtung, dass das Plastik auch einen negativen Einfluss auf die Verarbeitung haben könnte, bestätigt sich nicht. Der Reader ist, wie von Sony gewohnt, sehr gut verarbeitet. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Materialwahl auf Kosten der Wertigkeit geht. Die verwendeten Alu-Applikationen bei älteren Modellen fühlen sich einfach besser an.

Sony hat sich in Punkto Materialwahl aber dennoch einen Fauxpas geleistet: Der Reader ist mit einer glänzenden Plastikoberfläche versehen. Es ist uns leider absolut unbegreiflich, warum man bei einem Lesegerät ein solches Designelement implementiert, wenn es im laufenden Betrieb durch Lichtreflexionen ablenkt. Außerdem sorgt diese polierte Plastikoberfläche dafür, dass man jede einzelne Berührung des Readers in Form eines Fingerabdrucks sieht. Hier bietet die Konkurrenz von Kobo und Amazon deutlich praktikablere Lösungen.

Update (24.11.2011): Hier findest du einen Praxistest zu einer Klebefolie für den PRS-T1, welche den Glanz eliminiert.

Die glänzende Oberfläche spiegelt und sammelt Fingerabdrücke …

Unter dem Display des PRS-T1 befinden sich fünf Tasten, welche allesamt einen gleichmäßigen und guten Druckpunkt aufweisen: Vorblätter- und Zurückblätter- , Home-, Zurück- und Menütaste. Der Power-Knopf ist an die untere Seite des Geräts gerückt und ersetzt den Slider, welchen man von älteren Geräten kennt. In diesen Knopf ist eine LED zur Anzeige des Ladestatus integriert. Daneben befindet sich der 3,5 mm Klinkenanschluss zur Audioausgabe und der Micro-USB-Anschluss.

Die Rückseite des Reader WiFi ist mit einer matten Plastikoberfläche (warum ging das nicht auch auf der Vorderseite?!) versehen und an den Rändern leicht abgerundet. Auf der linken Seite befindet sich der MicroSD-Kartenslot, welcher durch eine Abdeckung geschützt wird.

Insgesamt erinnert das neue Design des PRS-T1 sehr stark an die Smartphones aus dem Hause Sony.

Der Kobo Touch (links) hat eine deutlich praktikablere Oberflächenbeschichtung

Der Kindle 4 (links) ist zwar ebenso leicht, hat aber keinen Touchscreen

Ausstattung

Der Sony Reader WiFi ist mit 2GB internem Speicher ausgestattet, wovon ca. 1,2 GB frei verfügbar sind. Wie bereits erwähnt, kann man die Speicherkapazität aber dank eines MicroSD-Karteneinschubs um bis zu 32GB erhöhen. Die Unterstützung für Sonys eigenes Speicherkartenformat Memory Stick Duo Pro wurde fallen gelassen.

Eine der größten Neuerungen des Geräts betrifft – wie der Name “Reader WiFi” schon verrät – die neue Drahtlosverbindung. Der Sony PRS-T1 ist mit WLan b/g/n ausgestattet und erlaubt so direkten Zugriff auf das Internet und den integrierten Sony Store. Neu mit dabei ist auch das Betriebssystem Android. Sony setzt bei der Reader-Familie hier erstmals auf das beliebte Smartphone- und Tablet-Betriebssystem.

Display

Bevor der Reader offiziell vorgestellt wurde, bestand die leise Hoffnung, dass Sony hier ein ähnlich hochauflösendes Display verwendet, wie iriver beim Story HD. Das ist leider nicht geschehen. Beim neuen PRS-T1 kommt die gleiche Displaytechnik zum Einsatz wie schon bei der PRS-x50er Serie, dem Kobo Touch, Amazon Kindle usw. – d.h. der Reader ist mit einem 6 Zoll 800×600 Pixel auflösenden eInk-Pearl Display ausgestattet. Trotz des gleichgebliebenen Displays war Sony aber nicht untätig. Der Touchscreen wurde um eine Multi-Touch-Funktion erweitert. Zum Einsatz kommt hier nach wie vor die gleiche Infrarot-Technik wie bei den Vorgängern, diesmal kann man allerdings die beliebte Pinch-to-Zoom-Geste nutzen, um Inhalte zu vergrößern und zu verkleinern.

Die Reaktion des Touchscreens ist ausgezeichnet, was vermutlich hauptsächlich daran liegt, dass die Infrarot-Sensoren etwas höher positioniert sind als noch beim PRS-650. Schon wenn man den Finger nur 1-2 Millimeter über das Display hält, wird eine Eingabe erkannt. Bei ungünstiger Haltung des Readers kann das etwas stören, aber im Endeffekt ist es mir bei der täglichen Handhabung eigentlich nicht negativ aufgefallen.

Viele neue eBook Reader aktualisieren den Bildschirm häufig erst bei jedem sechsten Seitenwechsel. Dadurch sind die Seitenwechsel eine Spur schneller und der Akkuverbrauch etwas geringer. Dieses Blätterverhalten resultiert allerdings in einem leichten Ghosting-Effekt, sodass man Inhalte der vorigen Textseite oft noch schleierhaft erkennen kann. Sony will sich mit solchen Problemchen nicht herumschlagen und aktualisiert den Bildschirm bei jedem Seitenwechsel. Es gibt (leider) auch keine Einstellung um dieses Verhalten zu ändern.


Kommentare:

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Date09.10.2013, 20:11
Bina
Gast

Ich habe den Sony prs-t1 schon etwas länger, benutze ihn aber erst seit kurzen fürs Internet,
am Anfang gab es auch keine Schwierigkeiten mit den Reader ins Internet zu kommen.
Passwort eingegeben und es Funktionierte.
Aber seit ein paar Tagen geht's nicht mehr, gleicher Ort gleicher Router, das Passwort wurde mehrmals
neu eingegeben, aber der Sony zeigt nur an das die Leitung Deaktiviert ist.
Vielleicht hat jemand eine Idee?
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