Kindle Voyage auseinandergenommen, lässt sich relativ gut reparieren

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Der Kindle Voyage ist eine der heißesten Neuvorstellungen des aktuellen eBook Reader Jahres. Es ist der erste eBook Reader mit einer hohen 300 ppi Pixeldichte und bringt einen ausgezeichneten Kontrast mit. Der Start verläuft allerdings aufgrund eines Qualitätsproblems mit der Beleuchtung noch nicht ganz rund. Für 16. Dezember ist allerdings die neuer Verfügbarkeit angekündigt, womit die aktuellen Probleme eventuell bald der Vergangenheit angehören.

Nun hat iFixit den eReader auseinandergenommen und wirft einen Blick ins Innere des Geräts. Dabei zeigen sich im Grunde zwei nennenswerte Neuerungen, die durchaus interessant sind (aber natürlich schon bekannt waren). Zum einen besitzt der Kindle Voyage einen Vibrationsmotor, wie man ihn vom Handy oder Tablet auch kennt. Dieser sorgt für haptisches Feedback, wenn man eine der PagePress-Tasten betätigt. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen gewöhnlichen Vibrationsmotor sondern einen auf piezoelektrischer Basis, der nicht magnetisch ist, weniger wiegt und ein besseres haptisches Feedback generieren soll.

Maßanfertigungen bei der Hardware

Ebenfalls erwähnenswert sind die PagePress-Sensoren. Dabei handelt es sich um eigens angefertigte Drucksensoren aus Carbon und Silber, wobei davon ausgegangen wird, dass es sich um eine Form von Dehnungsmessstreifen handelt, wobei sich vermutlich der Widerstand verändert, sobald Druck ausgeübt wird. Im Gegensatz zu einem kapazitiven Knopf (wie z.B. beim Tolino Vision 2), lässt sich die Schwelle somit variabel anpassen, ab welcher die gewünschte Aktion bei Betätigung ausgeführt wird.

In jedem Fall erklären diese beiden Dinge unter anderem, weshalb der Preis für den Kindle Voyage relativ hoch ist, denn alleine diese Komponenten sind wohl Maßanfertigungen. Entwicklung und Abnahme der Teile in geringen Stückzahlen (aufgrund des letztendlich hohen Gerätepreises) dürften dann unterm Strich einen nicht unbeträchtlichen Teil der Mehrkosten ausmachen. Den Löwenanteil macht aber ohne Zweifel das Display aus, welches nur im Voyage zum Einsatz kommt und laut meinen Informationen für rund die Hälfte des Gerätepreises verantwortlich ist.

Erwähnenswert ist außerdem, dass der eBook Reader mit einem Freescale iMX.6 Chip ausgestattet ist (wie auch der Kindle Paperwhite) und 512 MB Arbeitsspeicher (Paperwhite: 256 MB) besitzt. Die Gerätenummer (des WiFi-Modells) ist „NM460GZ“ und der Akku hat eine Kapazität von 1320 mAh.

Am Ende des „Teardowns“ kommt iFixit zu dem Schluss, dass der Voyage sich relativ gut reparieren lässt (7 von 10 Punkten), da viele Komponenten einzeln austauschbar sind. Für das E-Ink Display gilt das allerdings nicht, denn dieses ist mit dem Touchscreen verklebt, wie es auch bei vielen Smartphones der Fall ist. Im Falle eines Displaybruchs, muss daher die gesamte Einheit ausgetauscht werden. Den gesamten Artikel mit Bildern und Anleitung zum Auseinandernehmen des Kindle Voyage, findest du hier.

Bildquelle: iFixit

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Noch bevor Kindle und Tolino in Deutschland an den Start gegangen sind, hat Chalid seinen ersten eBook Reader im Jahr 2007, aus Begeisterung an der Technik, aus den USA importiert. Als Mitbegründer und Chef-Redakteur hat er seit der Gründung von ALLESebook.de, im Jahr 2010, inzwischen über 100 eReader zahlreicher Hersteller getestet. Mehr erfahren
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