TEST: Weltbild (TrekStor) eBook Reader 3.0

28. Oktober 2011
Lesezeit: 12:51 Min.

Mit dem TrekStor eBook Reader 3.0 haben Weltbild und Hugendubel vor kurzem einen LCD-eBook-Reader ins Sortiment aufgenommen, welcher mit seinem niedrigen Preis besonders dem Amazon Kindle 4 Konkurrenz machen soll. Weltbild wirbt für den Reader dabei auch mit großen Worten auf deren Homepage: „Der beste eBook Reader zum besten Preis“.

Den zweiten Teil der Werbezeile löst man jedenfalls ein, denn der TrekStor eBook Reader 3.0 kostet nämlich nur knapp 60 Euro und ist damit deutlich günstiger als alle am Markt befindlichen eInk-Reader.

Aber wie sieht es mit dem ersten Teil der Werbebotschaft aus? Ist der Weltbild (TrekStor) eBook Reader 3.0 wirklich der Beste? Dieser Frage gehen wir im folgenden Testbericht nach.



Unboxing

Der Weltbild eBook Reader 3.0 kommt in einer überraschend großen Verpackung daher. Beim Auspacken freut man sich schon fast auf den großen Lieferumfang – nach Öffnen der Schachtel folgt aber schnell Ernüchterung. Neben dem Reader befinden sich nur USB-Kabel, Kopfhörer und ein paar Anleitungsheftchen in der Packung.

Wirklich enttäuschend ist hierbei allerdings, dass kein eigenes Ladegerät mitgeliefert wird. Beim Weltbild eBook Reader 3.0 handelt es sich nämlich um ein Gerät mit LC-Display – und die brauchen bekanntlich mehr Strom. Da würde ein eigenes Ladegerät jedenfalls durchaus Sinn machen. Das ist aber wohl dem günstigen Anschaffungspreis des Readers zum Opfer gefallen.

Verarbeitung

Die Bedienung des TrekStor eBook Readers 3.0 erfolgt vollständig über die Tasten auf der rechten Seite des Displays, denn der Reader hat keinen Touchscreen. Zur Verfügung stehen: Menü-, Zoom-, Play-/Pause- und Zurück-Taste, sowie das Steuerkreuz inkl. der Bestätigungstaste und zwei Blättertasten. Die Druckpunkte aller Tasten ist gut – ausgenommen des Steuerkreuzes. Dieses lässt sich nur nach rechts vernünftig drücken, gibt aber in jede andere Richtung kaum ein Feedback, wodurch die Betätigung der Taste erschwert wird.

Die Bedienung erfolgt über die Tasten seitlich des Bildschirms

Auf der Unterseite des Geräts befindet sich der Powerknopf, auf der rechten Seite der Micro-USB-Anschluss und der MicroSD-Kartenslot und auf der Oberseite gibt es einen 3,5 mm Klinkenanschluss.

Der Reader liegt gut in der Hand, wobei das Gewicht mit 275 Gramm relativ hoch ist und bei langen Leseeinheiten schon mal störend werden kann. Positiv anzumerken ist allerdings, dass der TrekStor 3.0 sehr solide wirkt – nichts knackst oder knarzt. Als Material kommt ein weiches Plastik zum Einsatz, welches ein bisschen an das des Kobo Touch erinnert. Die Farbe ist dabei ebenso tiefschwarz wie beim Kobo Reader und unempfindlich gegen Lichtreflexionen und Fingerabdrücke. Allerdings ist die Verarbeitung nicht die Beste. Neben dem ungünstigen Druckpunkt des Steuerkreuzes äußert sich das in unsauberen Schnittkanten des Plastiks. Ändert man die Hintergrundfarbe (siehe Abschnitt Lesen & Benutzerfreundlichkeit), erkennt man außerdem, dass das Display nicht ganz mittig im Gehäuse sitzt.

Die Verarbeitung könnte besser sein: Unsaubere Schnittkante

Display & Ausstattung

Der TrekStor Reader ist mit einem hintergrundbeleuchteten 800×480 Pixel 7 Zoll großen TFT LCD ausgestattet. Der größte Vorteil dieser Displaytechnologie liegt darin, dass man auch bei Dunkelheit lesen kann und auf keine externe Lichtquelle angewiesen ist. Außerdem erlaubt die Technik auch die Darstellung von Farben und bewegter Inhalte. Das war’s aber auch schon mit den Vorteilen, denn im reinen Lesebetrieb ist das Display eher ein Nachteil. Die Betrachtungswinkel des Bildschirms sind relativ niedrig. Das äußert sich darin, dass beim Schräghalten des Geräts die Farben invertieren und der Text schwerer lesbar wird.

Die Displayauflösung könnte ebenfalls besser sein. Mit 800×480 Pixel hat der Weltbild Reader nämlich nur die gleiche Auflösung wie ein gängiges Smartphone – allerdings ist die Bilddarstellung aufgrund der größeren Bilddiagonale nicht so scharf (~133 ppi). Obwohl die Pixel-Per-Inch in etwa gleichauf mit dem Apple iPad sind (132 ppi), ist die Anzeigequalität nicht so gut wie am Apple-Gerät. Die Abbildleistung des TrekStor 3.0 ist deutlich körniger. Ein Vorteil gegenüber dem iPad hat der TrekStor Reader aber dann doch: Das Display ist matt. Es gibt keine extra Glasschicht über dem Display, womit die Ablesbarkeit bei Sonnenlicht unterm Strich besser ist, als beim iPad. An einen eInk-Reader kommt sie dennoch nicht ran.

Mit einem eInk-Display kann es dieses LCD nicht aufnehmen

Ein weiteres Problem hat sich im Lesebetrieb bei der Regulierung der Displayhelligkeit ergeben. Die Null-Prozent-Einstellung war für unseren Geschmack in einem völlig abgedunkelten Raum noch immer etwas zu hoch – aber darüber kann man streiten. Nicht akzeptieren kann man allerdings das gelegentliche Flackern des Displays. Das geschah zwar nicht oft, aber doch mehrmals im Laufe unseres Tests und ließ sich nur beheben, indem man die Helligkeit auf einen anderen Wert verstellt hat, um dann wieder zurück zur ursprünglichen Einstellung zu wechseln.

An dieser Stelle seien auch noch die Nachteile des LC-Displays nochmals erwähnt. Durch die Hintergrundbeleuchtung ist es kaum möglich im direkten Sonnenlicht zu lesen, denn da erkennt man Inhalte am Bildschirm fast nicht mehr. Das ist allerdings kein alleiniges Problem des Weltbild Readers, sondern hat etwas mit der verwendeten Technik zu tun. Mehr dazu in unserer Kaufberatung. Für den Einsatz im Freien ist der Reader jedenfalls nur bedingt geeignet.

Der interne Speicher des TrekStor 3.0 beträgt 2GB und lässt sich, wie oben erwähnt, mit einer MicroSD-Karte erweitern. Außerdem bietet der Reader eine Audiounterstützung, welche aber nur mit Kopfhörern funktioniert. Der Reader hat nämlich keine Lautsprecher. Ebenso vergeblich sucht man nach einer Drahtlosverbindung wie WLan. Die Befüllung mit Büchern erfolgt ausschließlich über USB-Kabel und Speicherkarte.

Eine angenehme Abwechslung zum üblichen eReader-Markt bietet die Ausstattung des TrekStor Readers mit einem Lagesensor. Dieser erlaubt es die Bildschirmausrichtung durch einfaches Drehen des Geräts zu verändern.


Kommentare: