Kobo Touch 2.0 geht an den Start [Update: Offiziell vorgestellt]

1. September 2015
Lesezeit: 4:38 Min.
Kobo Touch 2.0 geht an den Start [Update: Offiziell vorgestellt]

Schon vor einigen Wochen wurde gemutmaßt, dass Kobo für das heurige Weihnachtsgeschäft einen Neuauflage des Touch eReaders auf den Markt bringen wird. Seit den ersten Anzeichen dafür blieb es aber ruhig und die Wochen vergingen ohne Ankündigung. Nun gibt’s doch noch die lange erwarteten Neuigkeiten, denn in Kanada wurde der Touch 2.0 genannte eBook Reader vor zwei Tagen im Online-Shop von Indigo online gestellt.

Allerdings etwas zu früh, wie ich schon vermutet hatte und wie sich an der Entfernung der Produktseite (siehe Screenshot im weiteren Verlauf) nun gezeigt hat. Kobo hat die offizielle Vorstellung des Geräts wohl im Zuge der bervorstehenden internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin geplant.

Aber zu spät – nachdem ein Nutzer bei Mobileread den eReader auf der Indigo Homepage gefunden hat, waren einige Details und die Produktbilder schon draußen.

Der Name ist Programm

Viele Neuerungen hatten wir ohnehin nicht erwartet und entsprechend präsentiert sich der neue Kobo Touch 2.0 auch. In erster Linie scheint es sich um eine Modernisierung der inneren Bauteile und des Designs zu handeln, wobei die Displaytechnik und Auflösung (vermutlich) unverändert geblieben sind. Der Touch 2.0 eReader besitzt also ebenso wie der Vorgänger ein E-Ink Pearl Display mit einer Auflösung von 800×600 Pixel – und (wie erwartet) keine Beleuchtung.

Die Optik des Geräts wurde hingegen an die des teureren Bruders angepasst, sodass Kobo Glo HD und Touch 2.0 sich äußerlich kaum unterscheiden. Der beim Vorgänger nutzbare Home-Button fällt somit weg. Die Front beider Modelle sieht auf den ersten (und zweiten) Blick damit völlig gleich aus – zumindest auf den Produktrenderings. Wie sehr sich die beiden Lesegeräte in Natura unterscheiden, werden wir sehen, sobald die ersten Geräte ausgeliefert wurden.

Die Rückseite wurde hingegen etwas umgestaltet, sodass offenbar kein gummiertes Backcover, wie beim Glo HD, zum Einsatz kommt.

Beim Touchscreen handelt es sich, wie es aussieht, wieder um Infrarot-Technik, was in meinen Augen eine immer willkommene Abwechslung zu den mittlerweile weit verbreiteten, kapazitiven eReadern ist. Offen bleibt, ob der Kobo Touch 2.0 eine Speicherkartenerweiterung besitzt und wie groß der interne Speicherplatz ist. WLan ist sicherlich mit dabei.

Der Preis bei Indigo wurde – bevor die Produktseite wieder offline ging – mit rund 90 kanadischen Dollar angegeben, was umgerechnet etwa 60 Euro entspricht. Ob der japanische Kobo-Mutterkonzern Rakuten hierzulande ohne Aufschlag umrechnet, bleibt aber offen. Ich wäre nicht überrascht, wenn der deutsche/europäische Endpreis im Bereich um 70 bis 80 Euro liegt – genauso wie beim Hauptkonkurrenten von Amazon.

Die Produktseite wurde mittlerweile entfernt

Der Kobo Touch 2.0 konkurriert in erster Linie mit dem Kindle Touch Basismodell, das in Deutschland kürzlich um 10 Euro teurer wurde. Aber nicht nur preislich schlagen beide Geräte in die selbe Kerbe, auch in Hinblick auf die Technik sind sie quasi ident.

UPDATE: Mittlerweile hat Kobo den Touch 2.0 offiziell vorgestellt. Die Spezifikationen, wie hier im Artikel genannt, waren korrekt – der vermutete Verkaufspreis allerdings nicht. Laut Pressemitteilung wird der eReader für rund 90 Euro angeboten, was in Anbetracht der gebotenen Leistung recht hoch ist. Der Glo HD ist mit 129 Euro, in Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis, jedenfalls die klar bessere Wahl.

Ab September wird der Kobo Touch 2.0 in Kanada, den USA, Mexiko, Italien, Niederlande und Belgien erhältlich sein, ab Oktober können auch Interessenten in Deutschland, Frankreich und Spanien zuschlagen.

Die Maße betragen 157 x 115 x 9,2 mm, was exakt denen des Glo HD entspricht. Auch beim Gewicht von 185 Gramm ähneln sich die Geräte und der interne Speicher mit 4 GB Platz ist ebenfalls nicht erweiterbar, was zum jüngsten Trend passt (aktuell bieten Kobo, Tolino und Amazon bieten eReader ohne Speichererweiterungsmöglichkeit).

Pika, kein beleuchteter 5 Zöller

Touch 2.0 kein 5 Zöller

Viele Fans von kleinen 5 Zoll Lesegeräten hatten gehofft, dass der mit dem Codenamen Pika bekannt gewordene eReader auf das gleiche Displayformat setzen würde, wie der Kobo Mini. Spätestens als das SleepCover des Glo HD als kompatibel zum (bis dahin unbekannten) Touch 2.0 angegeben wurde, war die Sache aber mehr oder weniger klar – Pika ist kein 5 Zöller.

Die bisher erschienenen eReader im Mini-Format konnten sich trotz großer Fangemeinde nie wirklich durchsetzen. Schon Sony schien mit PRS-300 und PRS-350 Mühe zu haben, die Geräte abzusetzen, denn der Preisabstand zu den größeren Modellen war nicht allzu groß, obwohl der Leistungsumfang z.T. geringer war.

Auch der Kobo Mini ließ sich offensichtlich nur mit großen Preisabschlägen verkaufen. Ursprünglich war das handliche Lesegerät für 80 Euro vorgestellt worden, doch schon 6 Monate später gab’s den eReader erstmals für 35 Euro. Bald darauf wurde der Mini abverkauft und ist aus dem Kobo-Portfolio geflogen.

Das geschah in den Jahren 2012 und 2013, zu einer Zeit als Smartphones erst in kleiner Zahl an der 5 Zoll Grenze gekratzt haben. Mittlerweile besitzen im Grunde alle Flaggschiff-Handys mindestens eine solche Displaydiagonale. Ein dediziertes Lesegerät im Hosentaschenformat dürfte in Anbetracht dessen noch schwieriger zu vermarkten sein.

Wie dem auch sei: Der Kobo Touch 2.0 wurde zwar noch nicht offiziell vorgestellt, die zuvor genannten Details dürften zum allergrößten Teil aber zutreffen. Die Kanadier werden wohl zur IFA mit dem nicht ganz so gut gehüteten Geheimnis rausrücken, sodass wir dann auch den deutschen Verkaufspreis kennen sollten. Sonstige Kobo-Neuvorstellungen sind indes nicht zu erwarten.

Hinweis: Aktuell verlosen wir in Zusammenarbeit mit Kobo zwei beleuchtete eBook Reader (Aura und Glo HD) sowie 10 Tickets zur IFA. Wenn auch du dein Glück versuchen möchtest, kannst du das hier tun!

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