Bastei Lübbe steigert eBook-Umsatz um 112 Prozent – ohne hartes DRM

15. Februar 2014
Lesezeit: 1:59 Min.
Bastei Lübbe steigert eBook-Umsatz um 112 Prozent – ohne hartes DRM

Dass das Wachstum des deutschen eBook-Marktes auch im Jahr 2013 erfolgreich war, wissen wir bereits von Thalia und eBook.de. Beide Händler haben für das Vorjahr ein 80 prozentiges Wachstum im Digitalbereich bekanntgegeben. Die Kölner Verlagsgruppe Bastei Lübbe hat gestern die Zahlen für den Zeitraum von 1. April bis 31. Dezember 2013 veröffentlicht, die mindestens genauso erfolgreich wie interessant sind.

Neben den allgemeinen Umsatzzahlen ging man im 9-Monatsbericht auch kurz auf die Entwicklung des Digitalgeschäfts ein. Die digitalen Umsätze sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 4 Millionen Euro um 112 Prozent auf 8,5 Millionen Euro gewachsen. Damit erreichen eBooks beim Verlag einen Anteil von 13,8 Prozent des Printumsatzes.

Auch ohne hartes DRM zum Erfolg

Neben den durchaus eindrucksvollen Wachstzumszahlen ist auch erwähnenswert, dass das Unternehmen deren eBooks (wenn möglich) ohne hartes DRM ausliefert und stattdessen mit digitalen Wasserzeichen (weiches DRM) versieht. Für viele Verlage und Autoren steht ja immer die Befürchtung im Raum, dass sich eBooks ohne hartes DRM nicht verkaufen lassen, denn die Digitalwerke würden dann umgehend auf diversen Piratenplattformen landen, einen beträchtlichen Schaden anrichten und die Umsätze drücken.

Das Problem scheint Bastei Lübbe allerdings nicht zu haben, denn mit einem 112 prozentigen Wachstum liegt man scheinbar über dem Durchschnitt. Zwar gibt’s von anderen Verlagen keine neuen Entwicklungszahlen, allerdings haben Thalia und eBook.de, wie bereits erwähnt, ein Digitalwachstum von 80 Prozent gemeldet. Damit liefern die beiden Buchhändler einen guten Anhaltspunkt zur restlichen Marktentwicklung, sodass sich das eBook-Geschäft bei Bastei Lübbe überdurchschnittlich gut entwickelt hat. Die Befürchtungen, dass sich eBooks ohne hartes DRM nicht verkaufen lassen, scheinen zumindest in diesem Fall unbegründet zu sein.

Für Analysten kommt das aber nicht unbedingt überraschend, denn entgegen der weitläufigen Meinung vieler Rechteinhaber und Verwertungsgesellschaften ist ein piratiertes Produkt nicht automatisch ein tatsächlich verlorener Verkauf. Es ist nämlich keineswegs gesagt, dass ein solches Produkt auch wirklich gekauft worden wäre bzw. zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht nicht doch gekauft wird. Der tatsächliche Umsatzverlust durch Piraterie lässt sich somit seriös eigentlich kaum einschätzen.

Aber auch wenn die Meinungen dahingehend auseinandergehen, kann man zumindest festhalten, dass der Verzicht auf hartes DRM der Bastei Lübbe Verlagsgruppe offenbar nicht geschadet hat. Der Grund: eBooks landen sowieso auf Piraterieplattformen – egal ob mit oder ohne hartes DRM geschützt. Der DRM-Verzicht verschlimmert die Situation nicht.

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