Shades of Grey eBooks wurden 2012 am häufigsten verkauft; Selbstpublikationen und Amazon nicht mitgerechnet...

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Vor wenigen Tagen hat Media Control Statistiken zum deutschen eBook-Markt veröffentlicht, wonach dieser im Jahr 2012 um rund 150 Prozent gewachsen ist und nun einen Marktanteil von 2 Prozent am gesamten deutschen Buchmarkt hat. 12,3 Millionen eBooks sind demnach im letzten Jahr verkauft worden.

Schon zu der damaligen Meldung hatte Media Control uns einen kleinen Einblick in das eBook-Ranking gegeben und die Shades of Grey Reihe als Gewinner des eBook-Booms genannt. In einer neuen Meldung schlüsselt man die Reihung nun weiter auf:

  1. Shades of Grey – Geheimes Verlangen von E. L. James
  2. Shades of Grey – Gefährliche Liebe von E. L. James
  3. Shades of Grey – Befreite Lust von E. L. James
  4. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson
  5. Der Junge, der Träume schenkte von Luca Di Fulvio

Bei den Sachbuch-eBooks sieht die Reihung wie folgt aus:

  1. Ziemlich beste Freunde von Philippe Pozzo di Borgo
  2. Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers von Walter Isaacson
  3. „Die Kunst des klaren Denkens von Rolf Dobelli
  4. Psycho? Logisch! von Volker Kitz und Manuel Tusch
  5. Ich bin dann mal weg von Hape Kerkeling

Ungenauigkeiten durch Messmethode? Selbstpublikationen auf dem Vormarsch

Allerdings ist nicht ganz klar, wie genau die Ergebnisse letztendlich tatsächlich sind. Wie Buchreport berichtet, hat Media Control die Liste zwar nach Absatzvolumen gereiht, dabei aber eine Preisuntergrenze von 2,60 Euro festgelegt, sodass viele 99 Cent Selbstpublikationstitel aus Kindle Direct Publishing oder Amazons eigenem Verlagsprogramm gar nicht aufscheinen. Dass diese durchaus eine ernstzunehmende Größe am eBook Markt ausmachen, zeigt Amazons eigenes Ranking, welches zahlreiche günstigte eBook-Titel in den Top 100 enthält. 7 der Top 10 Kindle eBooks kosten nur 99 Cent.

Für die Erhebung und das Endergebnis von Media Control spielt das letztendlich aber vermutlich keine Rolle, denn wie auf Nachfrage erklärt wird, gibt Amazon.de keine Daten an Media Control weiter. Das bedeutet, dass die Reihung letztendlich ohne den vermutlich größten eBook-Händler in Deutschland erfolgt ist und damit die Aussagekraft unter Umständen nicht ganz so groß ist. Die Shades of Grey eBooks befinden sich bei Amazon.de z.B. lediglich auf den Plätzen 7, 8 und 12 der Top 20 Romane.

Letztendlich kann man damit festhalten, dass Selbstpublikationen einen immer wichtigeren Teil am Buchmarkt ausmachen. Schon in den USA hat sich ein Hype um die Publikation eigener eBooks entwickelt, welchen Amazon und andere Anbieter durch immer neue Erfolgsmeldungen anfeuern. Dabei sind Plattformen wie Kindle Direct Publishing gleich doppelte Gewinner, denn mit dem Erfolg eines Self-Publishing-Autors verdient Amazon nicht nur völlig risikolos Geld, sondern man schnappt sich die erfolgreichsten Schreiber in weiterer Folge und nimmt sie unter Vertrag. Die Titel werden dann oft (zumindest zeitweise) exklusiv bei Amazon vertrieben, womit man auch beliebige Preise festlegen kann und so mit möglichen Preisaktionen nicht an der Buchpreisbindung scheitert, wenn man mit zeitlich begrenzten Angeboten auf Kundenfang gehen will.